{"id":54569,"date":"2013-07-24T16:15:37","date_gmt":"2013-07-24T14:15:37","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=54569"},"modified":"2013-07-24T16:15:37","modified_gmt":"2013-07-24T14:15:37","slug":"ii-r-52-12-anwendung-des-par-16-abs-2-grestg-bei-erwerbsvorgaengen-is-des-par-1-abs-3-grestg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-52-12-anwendung-des-par-16-abs-2-grestg-bei-erwerbsvorgaengen-is-des-par-1-abs-3-grestg\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;52\/12 &#8211; Anwendung des &sect; 16 Abs. 2 GrEStG bei Erwerbsvorg&auml;ngen i.S. des &sect; 1 Abs. 3 GrEStG"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.6.2013, II R 52\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Anwendung des &sect; 16 Abs. 2 GrEStG bei Erwerbsvorg&auml;ngen i.S. des &sect; 1 Abs. 3 GrEStG<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. &sect; 16 Abs. 2 GrEStG ist auf einen Erwerbsvorgang nach &sect; 1 Abs. 3 GrEStG anwendbar.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Der Steuertatbestand des &sect; 1 Abs. 3 Nr. 1 und Nr. 2 GrEStG ist nicht (mehr) erf&uuml;llt, wenn durch einen Anteilsr&uuml;ckerwerb das von dieser Vorschrift vorausgesetzte Quantum von 95 % der Anteile der Gesellschaft unterschritten wird.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. An der grundbesitzenden G-GmbH, deren Stammkapital 25.000&nbsp;EUR betrug, waren die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) zun&auml;chst mit einem Gesch&auml;ftsanteil von 16.200&nbsp;EUR (64,8&nbsp;%), F mit einem Gesch&auml;ftsanteil von 2.500&nbsp;EUR (10&nbsp;%) und die H-AG mit 6.300&nbsp;EUR (25,2&nbsp;%) beteiligt. Die Kl&auml;gerin erwarb mit notariell beurkundetem Kauf- und Abtretungsvertrag vom 18.&nbsp;Dezember 2008 von der H-AG deren Gesch&auml;ftsanteil und ferner von F einen Gesch&auml;ftsanteil in H&ouml;he von 1.250&nbsp;EUR (5&nbsp;%), so dass sie mit insgesamt 23.750&nbsp;EUR (95&nbsp;%) an der G-GmbH beteiligt war. Der Kaufpreis f&uuml;r den von F erworbenen Gesch&auml;ftsanteil betrug 3.000&nbsp;EUR. Der Notar zeigte den Kauf- und Abtretungsvertrag dem seinerzeit zust&auml;ndigen Finanzamt&nbsp;H mit Schreiben vom 22.&nbsp;Dezember 2008 an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzamt&nbsp;H setzte gegen die Kl&auml;gerin im Hinblick auf die in ihrer Person i.S. des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 des Grunderwerb-steuergesetzes (GrEStG) vereinigten 95&nbsp;% der Anteile an der G-GmbH durch Bescheid vom 30.&nbsp;November 2009 Grunderwerbsteuer in H&ouml;he von 20.825&nbsp;EUR fest. Gegen diesen Bescheid legte die Kl&auml;gerin Einspruch ein. Im Verlauf des Einspruchsverfahrens vereinbarte die Kl&auml;gerin mit F gem&auml;&szlig; notariell beurkundetem Vertrag vom 10.&nbsp;Februar 2010 die Aufhebung des Kauf- und Abtretungsvertrags vom 18.&nbsp;Dezember 2008 sowie die R&uuml;ckabtretung des Gesch&auml;ftsanteils von 1.250&nbsp;EUR an der G-GmbH. In dem-selben Vertrag verkaufte F einen Gesch&auml;ftsanteil von 1.225&nbsp;EUR zu einem Kaufpreis von 3.000&nbsp;EUR an die Kl&auml;gerin und trat diesen an die Kl&auml;gerin ab. Der Kaufpreisanspruch der F wurde mit dem Anspruch der Kl&auml;gerin auf R&uuml;ckerstattung des Kaufpreises aus dem Kauf- und Abtretungsvertrag vom 18.&nbsp;Dezember 2008 vollumf&auml;nglich verrechnet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In der Einspruchsentscheidung erkl&auml;rte das Finanzamt&nbsp;H den Grunderwerbsteuerbescheid vom 30.&nbsp;November 2009 hinsichtlich der Frage, ob die Heranziehung der Grundbesitzwerte i.S. von &sect;&nbsp;138 des Bewertungsgesetzes (BewG) als Bemessungsgrundlage f&uuml;r die Grunderwerbsteuer verfassungsgem&auml;&szlig; sei, gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;165 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 und 4 der Abgabenordnung f&uuml;r vorl&auml;ufig und wies im &Uuml;brigen den Einspruch als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die hiergegen erhobene Klage hatte Erfolg. Das Finanzgericht (FG) f&uuml;hrte zur Begr&uuml;ndung aus, dass der Aufhebungs- und &Uuml;bertragungsvertrag vom 10.&nbsp;Februar 2010 zu einem R&uuml;ckerwerb von 0,1&nbsp;% auf 94,9&nbsp;% der Anteile an der G-GmbH und damit zu einer nicht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 GrEStG tatbestandsm&auml;&szlig;igen Anteilsvereinigung gef&uuml;hrt habe. Es sei unsch&auml;dlich, dass lediglich ein Teil der von F gem&auml;&szlig; Vertrag vom 18.&nbsp;Dezember 2008 auf die Kl&auml;gerin &uuml;bertragenen Anteile auf F zur&uuml;ck&uuml;bertragen worden sei. Die nach dem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 18.&nbsp;April 2012 II&nbsp;R&nbsp;51\/11 (BFHE 236, 569) ma&szlig;gebenden Rechtsgrunds&auml;tze f&uuml;r die Anwendung des &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 GrEStG auf Erwerbsvorg&auml;nge i.S. des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2a GrEStG seien auch auf Erwerbsvorg&auml;nge i.S. des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 GrEStG anzuwenden. &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 GrEStG verlange keine vollst&auml;ndige R&uuml;ckg&auml;ngigmachung des Rechtsgesch&auml;fts, das den Anspruch auf &Uuml;bertragung eines oder mehrerer Anteile begr&uuml;ndet habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das nunmehr zust&auml;ndige Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die Verletzung des &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 GrEStG. Bei Erwerbsvorg&auml;ngen nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 GrEStG f&uuml;hre ein R&uuml;ckerwerb von Anteilen nur dann zur Anwendung des &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 GrEStG, wenn eine vollst&auml;ndige R&uuml;ck&uuml;bertragung der Anteile, deren &Uuml;bergang die Steuerbarkeit aus &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 GrEStG ausgel&ouml;st habe, erfolge. Die im BFH-Urteil in BFHE 236, 569 f&uuml;r Erwerbsvorg&auml;nge i.S. des &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 GrEStG entwickel-ten Grunds&auml;tze seien auf den Steuertatbestand des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 GrEStG wegen seiner von &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2a GrEStG abweichenden Ausgestaltung des Steuertatbestands nicht &uuml;bertragbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Klage unter Aufhebung der Vorentscheidung abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und war daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zutreffend erkannt, dass die Festsetzung der Grunderwerbsteuer gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 GrEStG aufzuheben war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 GrEStG unterliegt der Grunderwerbsteuer u.a. ein Rechtsgesch&auml;ft, das den Anspruch auf &Uuml;bertragung eines oder mehrerer Anteile einer grundbesitzenden Gesellschaft begr&uuml;ndet, wenn durch die &Uuml;bertragung unmittelbar oder mittelbar mindestens 95&nbsp;% der Anteile der Gesellschaft in der Hand des Erwerbers allein vereinigt werden w&uuml;rden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Steuerbarkeit wird nur durch den Erwerb des letzten Anteils ausgel&ouml;st. Dabei ist der Vorgang, der zum Erwerb dieses Anteils f&uuml;hrt, zwar das die Steuer ausl&ouml;sende Moment. Gegenstand der Steuer ist jedoch nicht der Anteilserwerb als solcher, sondern die durch ihn begr&uuml;ndete Zuordnung von mindestens 95&nbsp;% der Anteile in einer Hand. Mit dem Anteilserwerb wird grunderwerbsteuerrechtlich derjenige, in dessen Hand sich die Anteile vereinigen, so behandelt, als habe er die Grundst&uuml;cke von der Gesellschaft erworben, deren Anteile sich in seiner Hand vereinigen (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. BFH-Urteile vom 23.&nbsp;Mai 2012 II&nbsp;R&nbsp;21\/10, BFHE 237, 466, BStBl II 2012, 793; vom 2.&nbsp;April 2008 II&nbsp;R&nbsp;53\/06, BFHE 220, 550, BStBl II 2009, 544).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im Streitfall war aufgrund des Kauf- und Abtretungsvertrags vom 18.&nbsp;Dezember 2008 durch Vereinigung von 95&nbsp;% der Anteile an der G-GmbH in der Hand der Kl&auml;gerin der Tatbestand des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 GrEStG erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der Aufhebungs- und &Uuml;bertragungsvertrag vom 10.&nbsp;Februar 2010 erf&uuml;llt die Anforderungen des &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 GrEStG, so dass die Festsetzung der Grunderwerbsteuer f&uuml;r die in der Hand der Kl&auml;gerin eingetretene Anteilsvereinigung aufzuheben war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Erwirbt der Ver&auml;u&szlig;erer das Eigentum an dem ver&auml;u&szlig;erten Grundst&uuml;ck zur&uuml;ck, so wird nach &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 GrEStG auf Antrag sowohl f&uuml;r den R&uuml;ckerwerb als auch f&uuml;r den vorausgegangenen Erwerbsvorgang die Steuer nicht festgesetzt oder die Steuerfestsetzung aufgehoben, wenn der R&uuml;ckerwerb innerhalb von zwei Jahren seit der Entstehung der Steuer f&uuml;r den vorausgegangenen Erwerbsvorgang stattfindet. Diese Vorschrift betrifft &uuml;ber ihren Wortlaut hinaus auch Erwerbsvorg&auml;nge nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2, 2a und 3 GrEStG. Dies folgt aus &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;5 GrEStG, wonach &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 bis 4 GrEStG nicht gilt, wenn einer der in &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2, 2a und 3 GrEStG bezeichneten Erwerbsvorg&auml;nge r&uuml;ckg&auml;ngig gemacht wird, der nicht ordnungsgem&auml;&szlig; angezeigt worden war. Diese Regelung setzt die grunds&auml;tzliche Anwendbarkeit der Beg&uuml;nstigungsvorschrift des &sect;&nbsp;16 GrEStG auch auf Tatbest&auml;nde des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 GrEStG voraus (BFH-Entscheidungen vom 2.&nbsp;M&auml;rz 2011 II&nbsp;R&nbsp;64\/08, BFH\/NV 2011, 1009; vom 16.&nbsp;Januar 1980 II&nbsp;R&nbsp;83\/74, BFHE 130, 70, BStBl II 1980, 359; vom 16.&nbsp;Januar 1963 II 58\/61, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 1964, 241).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der zwischen der Kl&auml;gerin und F geschlossene Vertrag vom 10.&nbsp;Februar 2010, durch den zum einen der zwischen diesen Vertragsparteien geschlossene Kauf- und Abtretungsvertrag vom 18.&nbsp;Dezember 2008 aufgehoben und die Kl&auml;gerin sodann einen Gesch&auml;ftsanteil von 1.225&nbsp;EUR an der G-GmbH von F erworben hat, gen&uuml;gt den Anforderungen eines R&uuml;ckerwerbs i.S. des &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 GrEStG. Aufgrund des Vertrags vom 10.&nbsp;Februar 2010 hat sich die Beteiligung der Kl&auml;gerin an der G-GmbH innerhalb von zwei Jahren seit Entstehung der Steuer aus &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 GrEStG auf einen den tatbestandlichen Voraussetzungen des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 GrEStG nicht gen&uuml;genden Anteil von 94,9&nbsp;% erm&auml;&szlig;igt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Der Anwendung des &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 GrEStG steht nicht entgegen, dass keine vollst&auml;ndige R&uuml;ckabwicklung s&auml;mtlicher Anteilserwerbe, die gem&auml;&szlig; Vertrag vom 18.&nbsp;Dezember 2008 zur Tatbestandsverwirklichung des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 GrEStG gef&uuml;hrt haben, erfolgt ist. F&uuml;r die Anwendung des &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 GrEStG ist allein entscheidend, dass aufgrund des Vertrags vom 10.&nbsp;Februar 2010 weniger als 95&nbsp;% der Anteile in der Hand der Kl&auml;gerin vereinigt wurden und dass hinsichtlich des auf F zur&uuml;ck&uuml;bertragenen Anteils von 0,1&nbsp;% eine vollst&auml;ndige R&uuml;ck&uuml;bertragung erfolgt ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) F&uuml;r die Anwendung des &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 GrEStG auf eine Anteilsvereinigung (&sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 und Nr.&nbsp;2 GrEStG) gilt insoweit nichts anderes als f&uuml;r Erwerbsvorg&auml;nge i.S. des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2a GrEStG. Die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 GrEStG sind bei Erwerbsvorg&auml;ngen nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2a GrEStG bereits dann erf&uuml;llt, wenn aufgrund eines Anteilsr&uuml;ckerwerbs innerhalb von zwei Jahren seit Entstehung der Steuer f&uuml;r diesen Erwerbsvorgang die in &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2a GrEStG bestimmte Grenze von 95&nbsp;% der Anteile am Gesellschaftsverm&ouml;gen nicht mehr erreicht wird (BFH-Urteil in BFHE 236, 569). Eines R&uuml;ckerwerbs s&auml;mtlicher Anteile, deren &Uuml;bergang zur Verwirklichung des Steuertatbestands des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2a GrEStG beigetragen hat, bedarf es nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Diese auch f&uuml;r die R&uuml;ckg&auml;ngigmachung einer Anteilsvereinigung ma&szlig;gebende Rechtslage folgt aus dem systematischen Zusammenhang zwischen &sect;&nbsp;16 GrEStG und den Steuertatbest&auml;nden des &sect;&nbsp;1 GrEStG. &sect;&nbsp;16 GrEStG ist eine am Besteuerungszweck orientierte gegenl&auml;ufige Korrekturvorschrift zu &sect;&nbsp;1 GrEStG (BFH-Urteile vom 25.&nbsp;April 2007 II&nbsp;R&nbsp;18\/05, BFHE 217, 276, BStBl II 2007, 726; vom 19.&nbsp;M&auml;rz 2003 II&nbsp;R&nbsp;12\/01, BFHE 202, 383, BStBl II 2003, 770). Der Steuertatbestand des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 und 2 GrEStG ist ausschlie&szlig;lich dann erf&uuml;llt, wenn 95&nbsp;% der Anteile am Gesellschaftsverm&ouml;gen in einer Hand vereinigt werden. Wird daher durch Anteilsr&uuml;ckerwerb nach &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 GrEStG eine nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 und Nr.&nbsp;2 GrEStG steuerbare Anteilsvereinigung in der Weise beseitigt, dass das von dieser Vorschrift vorausgesetzte Quantum von 95&nbsp;% der Anteile der Gesellschaft unterschritten wird, ist der Steuertatbestand des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 und Nr.&nbsp;2 GrEStG nicht (mehr) erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Eine Einschr&auml;nkung dieser Rechtsgrunds&auml;tze ergibt sich auch nicht aus den vom FA herausgestellten Besonderheiten des Steuertatbestands des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 und Nr.&nbsp;2 GrEStG im Vergleich zu dem des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2a GrEStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar fingiert &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2a GrEStG &#8211;im Unterschied zum Steuertatbestand des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 und Nr.&nbsp;2 GrEStG&#8211; ein auf &Uuml;bereignung des Grundst&uuml;cks auf eine &quot;neue&quot; Personengesellschaft gerichtetes Rechtsgesch&auml;ft. Die Vorschrift erfasst damit nicht die ge&auml;nderte Sachherrschaft &uuml;ber ein Grundst&uuml;ck in der Person neuer Gesellschafter, sondern die ge&auml;nderte Zuordnung der Gesellschaftsgrundst&uuml;cke auf der Gesellschaftsebene (BFH-Beschluss vom 11.&nbsp;September 2002 II&nbsp;B&nbsp;113\/02, BFHE 199, 32, BStBl II 2002, 777). Dieser rechtskonstruktive Unterschied zwischen beiden Steuertatbest&auml;nden findet seinen Ausdruck auch in den unterschiedlichen Regelungen &uuml;ber die Steuerschuldnerschaft (&sect;&nbsp;13 Nr.&nbsp;5 Buchst.&nbsp;a und b GrEStG einerseits und &sect;&nbsp;13 Nr.&nbsp;6 GrEStG andererseits). F&uuml;r die Anwendung des &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 GrEStG ist aber letztlich nur entscheidend, ob aufgrund eines R&uuml;ckerwerbs von Anteilen das in &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 und Nr.&nbsp;2 GrEStG vorausgesetzte Quantum von 95&nbsp;% der Anteile unterschritten wird und damit dieser Steuertatbestand nicht (mehr) erf&uuml;llt ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Im Streitfall ist hinsichtlich eines Anteils von 0,1&nbsp;% an der G-GmbH eine vollst&auml;ndige R&uuml;ck&uuml;bertragung auf F erfolgt. Der Anwendung des &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 GrEStG steht nicht entgegen, dass der der Kl&auml;gerin aus der Aufhebung des Anteilskaufvertrags vom 18.&nbsp;Dezember 2008 gegen F zustehende Anspruch auf Kaufpreisr&uuml;ckerstattung mit dem Kaufpreisanspruch der F aus dem Gesch&auml;ftsanteilskauf- und -abtretungsvertrag vom 10.&nbsp;Februar 2010 verrechnet wurde. Die Gegenleistung f&uuml;r einen Anteilserwerb ist im Zusammenhang mit &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 GrEStG ohne Bedeutung, weil sich die Bemessungsgrundlage gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;2 Satz 1 Nr.&nbsp;3 GrEStG ausschlie&szlig;lich nach den Werten i.S. des &sect;&nbsp;138 Abs.&nbsp;2 bis 4 BewG bestimmt. Auch im Zusammenhang mit der Nichtfestsetzung der Steuer oder der Aufhebung der Steuerfestsetzung f&uuml;r einen dieser Vorschrift unterfallenden Erwerbsvorgang kommt es daher auf die Gegenleistung nicht an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Ob und gegebenenfalls welche weiteren Voraussetzungen an einen den Anforderungen des &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 GrEStG gen&uuml;genden Anteilsr&uuml;ckerwerb zu stellen sind, wenn im Zusammenhang mit einer R&uuml;ck&uuml;bertragung von Anteilen deren Weiter&uuml;bertragung an Dritte erfolgt, kann offen bleiben. Im Streitfall ist eine solche Weiter&uuml;bertragung nicht erfolgt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.6.2013, II R 52\/12 Anwendung des &sect; 16 Abs. 2 GrEStG bei Erwerbsvorg&auml;ngen i.S. des &sect; 1 Abs. 3 GrEStG Leits&auml;tze 1. &sect; 16 Abs. 2 GrEStG ist auf einen Erwerbsvorgang nach &sect; 1 Abs. 3 GrEStG anwendbar. 2. Der Steuertatbestand des &sect; 1 Abs. 3 Nr. 1 und Nr. 2 GrEStG &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-52-12-anwendung-des-par-16-abs-2-grestg-bei-erwerbsvorgaengen-is-des-par-1-abs-3-grestg\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;R&nbsp;52\/12 &#8211; Anwendung des &sect; 16 Abs. 2 GrEStG bei Erwerbsvorg&auml;ngen i.S. des &sect; 1 Abs. 3 GrEStG<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-54569","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/54569","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=54569"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/54569\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=54569"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=54569"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=54569"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}