{"id":54860,"date":"2013-07-31T17:24:59","date_gmt":"2013-07-31T15:24:59","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=54860"},"modified":"2013-08-07T16:24:19","modified_gmt":"2013-08-07T14:24:19","slug":"x-r-30-11-kuerzung-des-vorwegabzugs-beim-gesellschafter-geschaeftsfuehrer-im-fall-einer-arbeitnehmerfinanzierten-unterstuetzungskassenzusage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-30-11-kuerzung-des-vorwegabzugs-beim-gesellschafter-geschaeftsfuehrer-im-fall-einer-arbeitnehmerfinanzierten-unterstuetzungskassenzusage\/","title":{"rendered":"X&nbsp;R&nbsp;30\/11 &#8211; K&uuml;rzung des Vorwegabzugs beim Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer im Fall einer arbeitnehmerfinanzierten Unterst&uuml;tzungskassenzusage"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.3.2013, X R 30\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">K&uuml;rzung des Vorwegabzugs beim Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer im Fall einer arbeitnehmerfinanzierten Unterst&uuml;tzungskassenzusage<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) erzielte im Streitjahr 2005 als Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der X-GmbH, an der er zu 25&nbsp;% beteiligt ist, Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit. Weitere Gesellschafterin der X-GmbH ist die EBZ Y-GmbH. An dieser ist der Kl&auml;ger nicht beteiligt. Seine Krankenkasse bescheinigte dem Kl&auml;ger, dass er seit dem 1.&nbsp;Juli 2004 nicht mehr in der gesetzlichen Sozialversicherung pflichtversichert ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 23.&nbsp;M&auml;rz 2005 schloss der Kl&auml;ger mit der X-GmbH eine Vereinbarung zur Entgeltumwandlung. Danach verzichtete der Kl&auml;ger ab April 2005 auf monatlich 500&nbsp;EUR seines Gesch&auml;ftsf&uuml;hrergehalts. Im Gegenzug sagte die X-GmbH zu, ihm als Ausgleich f&uuml;r den Verzicht eine wertgleiche und &uuml;ber eine R&uuml;ckdeckungsversicherung auf das Leben des Kl&auml;gers abgesicherte sowie an ihn verpf&auml;ndete Zusage auf Leistungen der betrieblichen Altersversorgung &uuml;ber die &#8230;, eine kongruent r&uuml;ckgedeckte Unterst&uuml;tzungskasse, zu erteilen, was wenig sp&auml;ter auch geschah.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Einkommensteuerbescheid 2005 k&uuml;rzte der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) den Vorwegabzug nach &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;4a des Einkommensteuergesetzes in der im Streitjahr g&uuml;ltigen Fassung (EStG n.F.) i.V.m. &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a Alternative&nbsp;2 und &sect;&nbsp;10c Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 des Einkommensteuergesetzes i.d.F. bis zum 31.&nbsp;Dezember 2004 (EStG a.F.) auf 0&nbsp;EUR. Infolgedessen war der Abzug der Vorsorgeaufwendungen nach &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;3 und 4 EStG n.F. g&uuml;nstiger.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der auf Ansatz der Vorsorgeaufwendungen nach &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;3 EStG a.F. unter Ber&uuml;cksichtigung eines ungek&uuml;rzten Vorwegabzugs gerichteten Klage mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte 2011, 2066 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden statt. Es war der Auffassung, der Kl&auml;ger habe sein Anwartschaftsrecht auf Altersversorgung infolge der vereinbarten Gehaltsumwandlung ausschlie&szlig;lich durch eigene Beitragsleistungen erworben. Damit habe er innerhalb des &#8211;von dem Rechtsverh&auml;ltnis als Gesellschafter zu unterscheidenden&#8211; schuldrechtlichen Rechtsverh&auml;ltnisses als Angestellter der X-GmbH eine Einbu&szlig;e an einem Verm&ouml;genswert, n&auml;mlich seinen monatlichen Gehaltsanspr&uuml;chen, zu verzeichnen. Auf die Frage, ob die Versorgungszusage seiner Beteiligungsquote an der GmbH entspreche, komme es deshalb nicht an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision r&uuml;gt das FA die Verletzung der &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;4a EStG n.F., &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a Alternative&nbsp;2 i.V.m. &sect;&nbsp;10c Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 EStG a.F. Das Anwartschaftsrecht des Kl&auml;gers aus der erteilten Versorgungszusage beruhe nicht vollst&auml;ndig auf dessen eigener Beitragsleistung. Da der Kl&auml;ger Minderheitsgesellschafter der X-GmbH sei, sei seine Versorgungsanwartschaft zumindest zum Teil zu Lasten des der Y-GmbH als Mehrheitsgesellschafterin zustehenden Gewinnverwendungsanspruchs erwirtschaftet. Zudem liege durch den Gehaltsverzicht auch deshalb noch keine eigene Beitragsleistung des Kl&auml;gers vor, weil ihm der Gegenwert seines Verzichts in der Aufbauphase der Altersversorgung noch nicht zugeflossen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, das FG-Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Abweisung der Klage (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Der Vorwegabzug ist zu k&uuml;rzen; das FG ist im Rahmen der G&uuml;nstigerpr&uuml;fung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;4a EStG n.F. zu Unrecht davon ausgegangen, dass der Kl&auml;ger nicht zum Personenkreis des &sect;&nbsp;10c Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 EStG a.F. geh&ouml;rt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG a.F. steht einem Steuerpflichtigen f&uuml;r sog. Vorsorgeaufwendungen (&sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG) als H&ouml;chstbetrag ein Vorwegabzug von 3.068&nbsp;EUR zu. Der Vorwegabzug ist nach &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a EStG a.F. i.V.m. &sect;&nbsp;10c Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 EStG a.F. u.a. dann um 16&nbsp;% der Einnahmen aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit i.S. des &sect;&nbsp;19 EStG &#8211;ohne Versorgungsbez&uuml;ge i.S. des &sect;&nbsp;19 Abs.&nbsp;2 EStG&#8211; zu k&uuml;rzen, wenn der Steuerpflichtige w&auml;hrend des ganzen oder eines Teils des Kalenderjahres nicht der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht unterliegt, eine Berufst&auml;tigkeit ausge&uuml;bt und im Zusammenhang damit aufgrund vertraglicher Vereinbarungen Anwartschaftsrechte auf eine Altersversorgung ganz oder teilweise ohne eigene Beitragsleistung erworben hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das FG ist zun&auml;chst zutreffend davon ausgegangen, dass der Vorwegabzug entgegen der Ansicht des FA nicht bereits deshalb zu k&uuml;rzen ist, weil ausschlie&szlig;lich der Kl&auml;ger eine Versorgungszusage der X-GmbH erhalten hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) ist unter dem Begriff der &quot;Beitragsleistung&quot; f&uuml;r den Erwerb von Anwartschaftsrechten auf eine (eigene) Altersversorgung nicht nur eine Geldzahlung, sondern jede Minderung eines Verm&ouml;gensanspruchs gegen eine Versorgungszusage zu verstehen (Senatsurteil vom 25.&nbsp;M&auml;rz 1992 X&nbsp;R&nbsp;121\/90, BFH\/NV 1992, 596; BFH-Urteil vom 16.&nbsp;Oktober 2002 XI&nbsp;R&nbsp;25\/01, BFHE 200, 554, BStBl II 2004, 546). Der XI.&nbsp;Senat des BFH hat &#8211;ausgehend von diesem Grundsatz&#8211; mit seinen Urteilen in BFHE 200, 554, BStBl II 2004, 546 und vom 28.&nbsp;Juli 2004 XI&nbsp;R&nbsp;9\/04 (BFH\/NV 2005, 196) entschieden, dass dem Alleingesellschafter und Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer einer GmbH der Vorwegabzug f&uuml;r Vorsorgeaufwendungen ungek&uuml;rzt zu belassen ist, weil dieser &#8211;wirtschaftlich betrachtet&#8211; eine ihm von der GmbH zugesagte Altersversorgung durch Verzicht auf entsprechende gesellschaftliche Anspr&uuml;che (&sect;&sect;&nbsp;29, 72 des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschr&auml;nkter Haftung) und damit letztlich ausschlie&szlig;lich durch eigene Beitragsleistungen erwirbt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gleiches gilt nach der Rechtsprechung des XI.&nbsp;Senats des BFH, wenn eine GmbH mehreren Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrern eine Altersversorgung zugesagt hat und der einzelne Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer bei typisierender und wirtschaftlicher Betrachtung sein Anwartschaftsrecht auf Altersversorgung auf Dauer gesehen ausschlie&szlig;lich durch einen seiner Beteiligungsquote entsprechenden Verzicht auf gesellschaftliche Anspr&uuml;che erwirbt (BFH-Urteil vom 23.&nbsp;Februar 2005 XI&nbsp;R&nbsp;29\/03, BFHE 209, 256, BStBl II 2005, 634). Die Frage, ob der Kl&auml;ger sein Anwartschaftsrecht auf betriebliche Altersversorgung ganz oder teilweise ohne eigene Beitragsleistung erwirbt, ist danach unter Ber&uuml;cksichtigung der bestehenden Beteiligungsverh&auml;ltnisse, des Alters der Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer und der H&ouml;he der jeweils zugesagten Altersversorgung im Wege der vorausschauenden Berechnung des auf den einzelnen Gesellschafter entfallenden Aufwands der Gesellschaft zu beantworten (BFH-Urteil vom 15.&nbsp;Dezember 2004 XI&nbsp;R&nbsp;45\/03, BFH\/NV 2005, 1509).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Der erkennende Senat hat sich dieser Rechtsprechung des XI.&nbsp;Senats im Grundsatz angeschlossen. Er hat in mehreren Urteilen (vom 26.&nbsp;September 2006 X&nbsp;R&nbsp;3\/05, BFHE 215, 165, BStBl II 2007, 452; vom 8.&nbsp;November 2006 X&nbsp;R&nbsp;11\/05, BFH\/NV 2007, 673; vom 17.&nbsp;Januar 2007 X&nbsp;R&nbsp;10\/06, BFH\/NV 2007, 1289; vom 2.&nbsp;September 2008 X&nbsp;R&nbsp;17\/08, BFH\/NV 2009, 141, Entscheidungen vom 24.&nbsp;Juni 2009 X&nbsp;R&nbsp;54\/08, BFH\/NV 2010, 22, X&nbsp;R&nbsp;55\/08, nicht ver&ouml;ffentlicht, sowie X&nbsp;R&nbsp;56\/08, BFH\/NV 2010, 25, und vom 19.&nbsp;Mai 2011 X&nbsp;R&nbsp;30\/10, BFH\/NV 2011, 1854) jedoch klargestellt, dass der von dem Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer einer GmbH bezogene Arbeitslohn nur dann aus der Bemessungsgrundlage f&uuml;r die K&uuml;rzung des Vorwegabzugs auszunehmen ist, wenn die gegen die Gesellschaft erworbenen Anspr&uuml;che auf eine eigene Altersversorgung vollst&auml;ndig mit dem (ggf. wechselseitigen) Verzicht auf die dem Steuerpflichtigen in seiner Eigenschaft als (Mit-) Gesellschafter zustehenden Anspr&uuml;che in Verbindung gebracht werden k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Im zu entscheidenden Fall ist diese Rechtsprechung nicht einschl&auml;gig, da keine arbeitgeberfinanzierte Direktzusage (Pensionszusage) gegeben ist. Im vorliegenden Fall einer arbeitnehmerfinanzierten Unterst&uuml;tzungskassenzusage wird der der X-GmbH als Arbeitgeberin durch die Kassenzuwendungen entstehende Aufwand infolge des entsprechend geminderten Lohnaufwands kompensiert, die Y-GmbH als weitere Gesellschafterin ist durch diese schuldrechtliche Abrede zwischen dem Kl&auml;ger und der X-GmbH nicht in ihren Gesellschaftsrechten tangiert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Gleichwohl hat das FG das Vorliegen einer eigenen Beitragsleistung des Kl&auml;gers zu Unrecht bejaht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der im Streitfall gew&auml;hlte Durchf&uuml;hrungsweg &uuml;ber die Unterst&uuml;tzungskasse ist dadurch gekennzeichnet, dass der Arbeitgeber die zugesagten Versorgungsleistungen nicht selbst erbringen will, sondern sich hierf&uuml;r eines selbst&auml;ndigen Versorgungstr&auml;gers, n&auml;mlich der Unterst&uuml;tzungskasse, bedient. Letztere gew&auml;hrt formell keinen Rechtsanspruch auf ihre Leistungen (&sect;&nbsp;1b Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 des Gesetzes zur Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung &#8211;Betriebsrentengesetz&#8211;; Keil\/ Prost, Pensions- und Unterst&uuml;tzungskassenzusagen an Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer von Kapitalgesellschaften, 2.&nbsp;Aufl., Rz&nbsp;373). Gleichwohl erwirbt der Arbeitnehmer nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts (vgl. Urteile vom 17.&nbsp;Mai 1973&nbsp;&nbsp;3&nbsp;AZR&nbsp;381\/72, BAGE 25, 194; vom 5.&nbsp;Juli 1979&nbsp;&nbsp;3&nbsp;AZR&nbsp;197\/78, BAGE 32, 56; vom 16.&nbsp;Februar 2010 3&nbsp;AZR&nbsp;181\/08, BAGE 133, 181, unter B.I.2.b; s. weiter Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts vom 19.&nbsp;Oktober 1983&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR 298\/81, BVerfGE 65, 196; vom 14.&nbsp;Januar 1987&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;1052\/79, BVerfGE 74, 129, unter B.II.2.) eine Versorgungsanwartschaft (Schmidt\/ Weber-Grellet, EStG, 32.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;4d Rz&nbsp;6). Ertragsteuerrechtlich sind die vom Arbeitgeber an die Unterst&uuml;tzungskasse zu erbringenden Zuwendungen nach Ma&szlig;gabe des &sect;&nbsp;4d EStG als Betriebsausgaben abzugsf&auml;hig. Daran &auml;ndert auch eine Entgeltumwandlung nichts; die Zuwendungen werden formell weiter durch den Arbeitgeber als Tr&auml;gerunternehmen geleistet (Schmidt\/ Weber-Grellet, a.a.O., &sect;&nbsp;4d Rz&nbsp;3; Buttler, Einf&uuml;hrung in die betriebliche Altersversorgung, 5.&nbsp;Aufl., S.&nbsp;7&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Nach der st&auml;ndigen Rechtsprechung bedingt der fehlende Rechtsanspruch des Kl&auml;gers gegen die Unterst&uuml;tzungskasse auf Versorgung, dass die Beitragsleistungen der X-GmbH ihm noch nicht als Arbeitslohn zugeflossen sind (vgl. BFH-Urteil vom 27.&nbsp;Mai 1993 VI&nbsp;R&nbsp;19\/92, BFHE 172, 46, BStBl II 1994, 246, unter II.1.b). Dabei macht es nach der geltenden Rechtsprechung keinen Unterschied, ob die Beitr&auml;ge vom Arbeitgeber zus&auml;tzlich zum geschuldeten Barlohn erbracht oder ob diese &#8211;wie im Streitfall&#8211; durch einvernehmliche Herabsetzung des laufenden Gehalts aufgebracht werden (vgl. BFH-Urteil vom 29.&nbsp;Juli 2010 VI&nbsp;R&nbsp;39\/09, BFH\/NV 2010, 2296, unter II.3.). Dies entspricht auch der Auffassung der Finanzverwaltung (Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 31.&nbsp;M&auml;rz 2010 IV&nbsp;C&nbsp;3&nbsp;&#8211; S&nbsp;2222\/09\/10041, IV&nbsp;C&nbsp;5&nbsp;&#8211; S&nbsp;2333\/07\/0003 &#8211; 2010\/0256374, BStBl I 2010, 270, Rz&nbsp;253). Mangels Zuflusses (&sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;1 EStG) stellt der Verzicht des Kl&auml;gers auf die Auszahlung eines Teils seines Gehalts kein Einkommen und damit keine eigene Beitragsleistung i.S. des &sect;&nbsp;10c Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 EStG a.F. dar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Die gegenteilige Auffassung w&auml;re auch im Lichte des Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes bedenklich. Denn bei wirtschaftlicher Betrachtung besteht kein wesentlicher Unterschied zwischen der gew&auml;hlten Gestaltung und derjenigen, bei der dem Steuerpflichtigen von Anfang an eine betriebliche Altersversorgung in Gestalt einer Pensionszusage bei geringerem Barlohn gew&auml;hrt wird, was im Grundsatz zur K&uuml;rzung des Vorwegabzugs f&uuml;hrt; die Zustimmung zu einer Barlohnumwandlung ist daher nicht als Beitragsleistung i.S. des &sect;&nbsp;10c Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 EStG a.F. anzusehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect; 143 Abs. 1, &sect; 135 Abs. 1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.3.2013, X R 30\/11 K&uuml;rzung des Vorwegabzugs beim Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer im Fall einer arbeitnehmerfinanzierten Unterst&uuml;tzungskassenzusage Tatbestand 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) erzielte im Streitjahr 2005 als Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der X-GmbH, an der er zu 25&nbsp;% beteiligt ist, Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit. Weitere Gesellschafterin der X-GmbH ist die EBZ Y-GmbH. An dieser ist &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-30-11-kuerzung-des-vorwegabzugs-beim-gesellschafter-geschaeftsfuehrer-im-fall-einer-arbeitnehmerfinanzierten-unterstuetzungskassenzusage\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;R&nbsp;30\/11 &#8211; K&uuml;rzung des Vorwegabzugs beim Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer im Fall einer arbeitnehmerfinanzierten Unterst&uuml;tzungskassenzusage<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-54860","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/54860","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=54860"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/54860\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=54860"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=54860"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=54860"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}