{"id":54873,"date":"2013-07-31T17:20:37","date_gmt":"2013-07-31T15:20:37","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=54873"},"modified":"2013-07-31T17:20:37","modified_gmt":"2013-07-31T15:20:37","slug":"x-s-20-23-13-kostenvorschuss-bei-entschaedigungsklage-entscheidung-durch-berichterstatter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-s-20-23-13-kostenvorschuss-bei-entschaedigungsklage-entscheidung-durch-berichterstatter\/","title":{"rendered":"X&nbsp;S&nbsp;20-23\/13 &#8211; Kostenvorschuss bei Entsch&auml;digungsklage &#8211; Entscheidung durch Berichterstatter"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 28.5.2013, X S 20-23\/13; X S 20\/13; X S 21\/13; X S 22\/13; X S 23\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Kostenvorschuss bei Entsch&auml;digungsklage &#8211; Entscheidung durch Berichterstatter<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Mit Beschl&uuml;ssen vom 20.&nbsp;Februar 2013 hat der Bundesfinanzhof (BFH) die Erinnerungen vom 5.&nbsp;Dezember 2012 sowie die Antr&auml;ge auf Anordnung der aufschiebenden Wirkung vom 21.&nbsp;Dezember 2012 des Kostenschuldners, Erinnerungsf&uuml;hrers und R&uuml;gef&uuml;hrers (Kostenschuldner) zur&uuml;ckgewiesen. Diese Beschl&uuml;sse sind der Prozessbevollm&auml;chtigten des Kostenschuldners (Prozessbevollm&auml;chtigte) am 23.&nbsp;Februar 2013 zugestellt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 26.&nbsp;M&auml;rz 2013 hat der Kostenschuldner u.a. erneut beantragt, s&auml;mtliche Kostenfestsetzungen aufzuheben und bis zur Aufhebung der festgesetzten Gerichtskosten Aussetzung der Vollziehung (AdV) zu gew&auml;hren. Zudem beantragt er Vorlage der Rechtssache beim Gerichtshof der Europ&auml;ischen Union (EuGH).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kostenschuldner ist der Ansicht, dass die Umsetzung der Entsch&auml;digungsklage im Finanzgerichtsprozess nicht europarechtskonform erfolgt sei, da das Eigentum nicht gesch&uuml;tzt werde. Auch liege ein zus&auml;tzlicher Versto&szlig; gegen die Charta der Grundrechte der Europ&auml;ischen Union (EUGrdRCh) vor, wenn der f&uuml;r die Entsch&auml;digung zust&auml;ndige Senat des BFH Gerichtskosten festsetze und die Einleitung des Entsch&auml;digungsklageverfahrens von der Zahlung der Gerichtskosten abh&auml;ngig mache.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Schreiben vom 2.&nbsp;April 2013 wiederholte er seine Antr&auml;ge.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. 1. Die Verbindung der Verfahren beruht auf &sect;&nbsp;73 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung (FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Antr&auml;ge des Kostenschuldners im Schreiben vom 26.&nbsp;M&auml;rz 2013, s&auml;mtliche Kostenfestsetzungen aufzuheben und bis zur Aufhebung der festgesetzten Gerichtskosten AdV zu gew&auml;hren, sind als Anh&ouml;rungsr&uuml;gen und Gegenvorstellungen auszulegen. Sie haben keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) F&uuml;r die Entscheidung &uuml;ber Einwendungen gegen eine Erinnerungsentscheidung des BFH in Entsch&auml;digungsklageverfahren (&sect;&nbsp;198 des Gerichtsverfassungsgesetzes i.V.m. &sect;&nbsp;155 Satz&nbsp;2 FGO) ist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;79a Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;5, Abs.&nbsp;4 FGO der Berichterstatter zust&auml;ndig. Es handelt sich um Entscheidungen im vorbereitenden Verfahren (vgl. weiterf&uuml;hrend: Beschluss vom 20.&nbsp;Februar 2013 X&nbsp;E&nbsp;8\/12, BFH\/NV 2013, 763, unter II.1.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Mit den Beschl&uuml;ssen vom 20.&nbsp;Februar 2013 X&nbsp;E&nbsp;8\/12 bis X&nbsp;E&nbsp;11\/12 hat das Gericht entschieden, dass die Erinnerungen des Kostenschuldners gegen die angegriffenen Kostenrechnungen des BFH und die insoweit gestellten Antr&auml;ge auf Anordnung der aufschiebenden Wirkung zur&uuml;ckgewiesen werden. Gegen eine Erinnerungsentscheidung des BFH kommt als Rechtsbehelf gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;69a des Gerichtskostengesetzes (GKG) die Anh&ouml;rungsr&uuml;ge in Betracht (vgl. nur BFH-Beschluss vom 24.&nbsp;November 2010 IX&nbsp;E&nbsp;5\/10, BFH\/NV 2011, 443). Nach &sect;&nbsp;69a Abs.&nbsp;1 GKG ist auf die R&uuml;ge das Verfahren fortzuf&uuml;hren, wenn (1.) ein Rechtsmittel oder anderer Rechtsbehelf gegen die Entscheidung nicht gegeben ist &#8211;was hier der Fall ist&#8211; und (2.) das Gericht den Anspruch dieses Beteiligten auf rechtliches Geh&ouml;r in entscheidungserheblicher Weise verletzt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Geh&ouml;rsverletzung des Kostenschuldners liegt nicht vor. Der Berichterstatter hat das gesamte Vorbringen des Kostenschuldners in den Erinnerungsverfahren X&nbsp;E&nbsp;8\/12 bis X&nbsp;E&nbsp;11\/12 zur Kenntnis genommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Eine Gegenvorstellung hat ebenfalls keinen Erfolg. Als au&szlig;erordentlicher Rechtsbehelf kommt eine Gegenvorstellung nur in Ausnahmef&auml;llen in Frage, insbesondere bei schwerwiegenden Grundrechtsverst&ouml;&szlig;en oder wenn die angegriffene Entscheidung unter keinem denkbaren Gesichtspunkt vertretbar erscheint oder jeder gesetzlichen Grundlage entbehrt (so Senatsentscheidung vom 17.&nbsp;November 2011 X&nbsp;E&nbsp;1\/11, BFH\/NV 2012, 428, m.w.N.). Ein solch schwerwiegender Rechtsversto&szlig; ist im Streitfall nicht erkennbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit der Kostenschuldner die Umsetzung der Entsch&auml;digungsklage im Finanzgerichtsprozess als nicht europarechtskonform ansieht, weil ein Schutz des Eigentums nicht gew&auml;hrleistet sei, ist f&uuml;r das Gericht nicht erkennbar, weshalb eine solche Verletzung vorliegen soll. Die Anordnung eines Gerichtskostenvorschusses und die Zustellung der Klage erst nach Zahlung dieses Vorschusses beruhen auf &sect;&sect;&nbsp;12a, 12 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 GKG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Weder die Anforderung des Vorschusses noch die Zustellung der Klageschrift entsprechend diesen Vorschriften ist europarechtswidrig. Insbesondere verst&ouml;&szlig;t eine nationale Regelung, nach der die gerichtliche Geltendmachung von der Zahlung eines Kostenvorschusses abh&auml;ngig gemacht wird, nicht gegen den in Art.&nbsp;47 EUGrdRCh verankerten Grundsatz des effektiven gerichtlichen Schutzes. Vielmehr sieht das nationale Recht in &sect;&nbsp;14 Nr.&nbsp;1 GKG ausdr&uuml;cklich vor, dass bei Bewilligung von Prozesskostenhilfe (PKH) die Regelung des &sect;&nbsp;12 GKG und damit die Vorschusszahlungspflicht entf&auml;llt. Dies entspricht der Regelung des Art.&nbsp;47 Abs.&nbsp;3 EUGrdRCh. Erst dann, wenn PKH ausgeschlossen ist und dennoch ein Gerichtskostenvorschuss gefordert wird, kann der in Art.&nbsp;47 EUGrdRCh verankerte Grundsatz des effektiven gerichtlichen Rechtsschutzes verletzt sein (vgl. insoweit auch EuGH-Urteil vom 22.&nbsp;Dezember 2010 C-279\/09, Slg. 2010, I-13849, Rz&nbsp;59 f&uuml;r den Fall des Ausschlusses der Geltendmachung von PKH durch juristische Personen ohne Befreiung von der Zahlung des Gerichtskostenvorschusses). Dies ist hier nicht der Fall. Der Kostenschuldner ist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;114 Satz&nbsp;1 der Zivilprozessordnung i.V.m. &sect;&nbsp;142 Abs.&nbsp;1 FGO berechtigt, PKH zu beantragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Ein Vorabentscheidungsersuchen gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;267 des Vertrags &uuml;ber die Arbeitsweise der Europ&auml;ischen Union kommt aus den unter II.2.c genannten Gr&uuml;nden nicht in Frage.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Mangels Erfolgs der Anh&ouml;rungsr&uuml;ge wie auch der Gegenvorstellung ist, soweit &uuml;berhaupt ein eigenst&auml;ndiger Antrag des Kostenschuldners auf Anordnung der aufschiebenden Wirkung i.S. des &sect;&nbsp;66 Abs.&nbsp;7 Satz&nbsp;2 GKG vorliegt, nicht (erneut) &uuml;ber diesen zu entscheiden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Entscheidungen des Gerichts ergehen gerichtskostenfrei, Kosten werden nicht erstattet (&sect;&nbsp;66 Abs.&nbsp;8 GKG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 28.5.2013, X S 20-23\/13; X S 20\/13; X S 21\/13; X S 22\/13; X S 23\/13 Kostenvorschuss bei Entsch&auml;digungsklage &#8211; Entscheidung durch Berichterstatter Tatbestand 1&nbsp; I. 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