{"id":5526,"date":"2012-08-28T00:00:00","date_gmt":"2012-08-27T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=5526"},"modified":"2012-11-23T13:03:37","modified_gmt":"2012-11-23T11:03:37","slug":"vii-r-71-11-fiktive-saeumnis-kann-folge-einer-scheckeinreichung-sein-grenzen-verfassungskonformer-auslegung-keine-pflicht-des-gesetzgebers-zur-gerechtesten-aller-moeglichen-loesungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-71-11-fiktive-saeumnis-kann-folge-einer-scheckeinreichung-sein-grenzen-verfassungskonformer-auslegung-keine-pflicht-des-gesetzgebers-zur-gerechtesten-aller-moeglichen-loesungen\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;R&nbsp;71\/11 &#8211; Fiktive S&auml;umnis kann Folge einer Scheckeinreichung sein &#8211; Grenzen verfassungskonformer Auslegung &#8211; Keine Pflicht des Gesetzgebers zur &quot;gerechtesten&quot; aller m&ouml;glichen L&ouml;sungen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 28.8.2012, VII R 71\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Fiktive S&auml;umnis kann Folge einer Scheckeinreichung sein &#8211; Grenzen verfassungskonformer Auslegung &#8211; Keine Pflicht des Gesetzgebers zur &quot;gerechtesten&quot; aller m&ouml;glichen L&ouml;sungen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Die AO regelt generalisierend, wann eine durch Scheckeinreichung bewirkte Zahlung als entrichtet anzusehen ist; sie nimmt in Kauf, dass eine Zahlung mitunter als nicht entrichtet anzusehen ist, obwohl die Finanzbeh&ouml;rde bereits &uuml;ber den Zahlbetrag verf&uuml;gen kann.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) hat f&uuml;r ihr Unternehmen die viertelj&auml;hrlich f&auml;llige Umsatzsteuervoranmeldung f&uuml;r das III.&nbsp;Quartal 2010 &uuml;ber rd. 860&nbsp;EUR abgegeben und dem Beklagten und Revisionskl&auml;ger (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) &uuml;ber diesen Betrag einen Scheck ausgestellt, der dort am 8.&nbsp;November 2010 einging und am 10.&nbsp;November 2010 dem Konto der Finanzverwaltung gutgeschrieben wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beteiligten streiten dar&uuml;ber, ob die Kl&auml;gerin einen S&auml;umniszuschlag schuldet. Das FA hat deshalb einen Abrechnungsbescheid erlassen, wonach ein S&auml;umniszuschlag von 8,50&nbsp;EUR entstanden sei, weil gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;224 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO) die Zahlung als erst am 11.&nbsp;November 2010 entrichtet gelte, sie jedoch bereits am 10.&nbsp;November 2010 f&auml;llig gewesen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen hat die Kl&auml;gerin nach erfolglosem Einspruchsverfahren Klage erhoben. Sie ist der Auffassung, &sect;&nbsp;224 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2 AO, wonach bei &Uuml;bersendung von Schecks die Zahlung drei Tage nach dem Tag des Eingangs als entrichtet gilt, sei nicht anzuwenden, wenn die durch Scheckeinreichung entrichtete Zahlung rechtzeitig der Finanzverwaltung gutgeschrieben worden, eine S&auml;umnis also tats&auml;chlich nicht eingetreten sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage hatte Erfolg. Das Finanzgericht (FG) ist der Auffassung, es liege eine Gesetzesl&uuml;cke vor, die es gebiete, die Drei-Tages-Fiktion des &sect;&nbsp;224 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2 AO in Bezug auf S&auml;umniszuschl&auml;ge in dem Sinn von &quot;sp&auml;testens drei Tage&quot; auszulegen, so dass kein S&auml;umniszuschlag anfalle, wenn die tats&auml;chliche Gutschrift des Scheckbetrags noch vor dem oder am F&auml;lligkeitstag erfolge. Der Gesetzgeber habe diesen Fall offensichtlich nicht bedacht. Zudem sei die Vorschrift bei einer anderen Auslegung auch verfassungswidrig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Gesetzgeber habe zwar, wie die Gesetzesbegr&uuml;ndung zeige, in Kauf genommen, dass der Scheckbetrag im Einzelfall vor Ablauf von drei Tagen auf Konten der Finanzverwaltung gutgeschrieben werde und es somit zu einem Zinsvorteil der Finanzverwaltung komme. Er habe das f&uuml;r sachgerecht gehalten, da bei der Finanzverwaltung durch eine Scheckzahlung ein hoher Verwaltungsaufwand entstehe und es der Steuerpflichtige in der Hand habe, auf andere Zahlungswege auszuweichen. Der Gesetzgeber habe jedoch nicht die Wechselwirkung des &sect;&nbsp;224 AO zu &sect;&nbsp;240 AO bedacht. Die vorgenannten Argumente lie&szlig;en sich auch auf &sect;&nbsp;240 AO nicht &uuml;bertragen. Denn die Fiktionsregelung wirke sich nur auf einen ganz kleinen Teil der Scheckzahlungen aus; f&uuml;r Schecks, die am Tag nach dem F&auml;lligkeitstag eingingen, sei n&auml;mlich schon bisher ein S&auml;umniszuschlag entstanden, und f&uuml;r Schecks, die sp&auml;testens am dritten Tag vor dem n&auml;chsten Stichtag beim FA eingereicht w&uuml;rden, fielen keine weiteren S&auml;umniszuschl&auml;ge an. Nur bei Schecks, die im Zeitraum zwei Tage vor dem Stichtag bis zu dessen Ablauf eingehen, werde, wenn die Gutschrift noch vor Ende des F&auml;lligkeitstages erfolge, S&auml;umnis fingiert. Daf&uuml;r gebe es keine Rechtfertigung. Der angeblich hohe Verwaltungsaufwand habe ggf. auf alle Scheckzahlungen umgelegt werden m&uuml;ssen. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die deshalb verfassungswidrige Ungleichbehandlung der von der fraglichen Regelung betroffenen Scheckeinreicher sei durch eine verfassungskonforme Auslegung des &sect;&nbsp;224 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1&nbsp;&nbsp;Halbsatz&nbsp;2 AO zu vermeiden, indem die Drei-Tages-Regelung nur auf die Zinsberechnung bezogen werde, hinsichtlich der S&auml;umniszuschl&auml;ge aber als &quot;sp&auml;testens drei Tage sp&auml;ter&quot; ausgelegt werde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen dieses Urteil richtet sich die Revision des FA. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist begr&uuml;ndet und f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Abweisung der Klage (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das Urteil des FG verletzt Bundesrecht (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;1 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wird eine Steuer nicht bis zum Ablauf des F&auml;lligkeitstages entrichtet, so ist f&uuml;r jeden angefangenen Monat der S&auml;umnis ein S&auml;umniszuschlag von 1&nbsp;% des abgerundeten r&uuml;ckst&auml;ndigen Steuerbetrags zu entrichten (&sect;&nbsp;240 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;1 AO). Entrichtet im Sinne dieser Vorschrift ist eine Zahlung bei Hingabe oder &Uuml;bersendung eines Schecks drei Tage nach dem Eingang desselben bei der Finanzbeh&ouml;rde (&sect;&nbsp;224 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2 AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Regelungsgehalt dieser Vorschriften ist klar und eindeutig. Nach ihrem Wortlaut und ihrem Sinn und Zweck sind sie deshalb, anders als das FG offenbar angenommen hat, nicht auslegungsf&auml;hig. Denn Auslegung kann nur dort Platz greifen, wo ein Auslegungsbed&uuml;rfnis besteht, der Gehalt einer Regelung also nicht klar und eindeutig ist. Es ist indes hier klar und eindeutig, dass der Gesetzgeber in &sect;&nbsp;224 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2 AO eine generalisierende Regelung treffen wollte, wann eine durch Scheckeinreichung bewirkte Zahlung als entrichtet anzusehen ist, und er es dabei in Kauf genommen hat, dass nach dieser Vorschrift eine Zahlung mitunter als nicht entrichtet anzusehen ist, obwohl die Finanzbeh&ouml;rde bereits &uuml;ber den Zahlungsbetrag verf&uuml;gen kann (ebenso wie sich die Vorschrift umgekehrt zugunsten des Steuerpflichtigen auswirken kann). Deshalb kann die Vorschrift auch nicht etwa dahin einschr&auml;nkend ausgelegt werden, dass sie nur eingreift, wenn die tats&auml;chliche Zahlung sp&auml;ter als am dritten Tag nach Scheckeinreichung bewirkt wird. Die Fiktion des Zahlungszeitpunkts auch in dem Fall einer fr&uuml;heren Scheckgutschrift ist vielmehr vom Gesetzgeber ganz genau so gewollt (vgl. auch Urteil des Bundesfinanzhofs vom 13.&nbsp;Dezember 2000 X&nbsp;R&nbsp;96\/98, BFHE 193, 512, BStBl II 2001, 274) wie in dem Fall sp&auml;terer Gutschrift.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Anders als das FG meint, liegt insofern auch keine Regelungsl&uuml;cke vor. Die Annahme des FG, der Gesetzgeber habe bei &sect;&nbsp;224 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 AO die Folgen dieser Vorschrift f&uuml;r S&auml;umniszuschl&auml;ge &uuml;bersehen, wird durch &sect;&nbsp;240 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 AO widerlegt, der gerade eine Verkn&uuml;pfung zwischen diesen beiden Vorschriften &#8211;allerdings zulasten des Steuerpflichtigen&#8211; herstellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&sect;&nbsp;224 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2 AO ist entgegen der Ansicht des FG auch nicht einer verfassungskonformen Auslegung dahin zug&auml;nglich und bed&uuml;rftig, dass eine durch Scheckeinreichung bewirkte Zahlung sp&auml;testens am dritten Tag nach der Einreichung als entrichtet gelte (jedoch bei fr&uuml;herer Buchung auf dem Konto der Finanzbeh&ouml;rde im Zeitpunkt der tats&auml;chlichen Buchung). Dabei mag dahinstehen, ob es die den Gerichten gesetzten Grenzen verfassungskonformer Auslegung wahren w&uuml;rde, einer klaren und eindeutigen Vorschrift eine Einschr&auml;nkung ihres Geltungsbereiches in der Erw&auml;gung hinzuzuf&uuml;gen, diese werde durch das Gleichbehandlungsgebot gefordert. Denn der erkennende Senat vermag nicht der Auffassung des FG beizupflichten, dass das Gesetz Steuerpflichtige, die ihre Schuld durch Einreichung eines Schecks sp&auml;ter als drei Tage vor dem F&auml;lligkeitstag begleichen, deren Zahlung jedoch gleichwohl sp&auml;testens am F&auml;lligkeitstag zugunsten der Finanzbeh&ouml;rde gebucht wird, ohne einen rechtfertigenden Grund schlechter behandelt &#8211;n&auml;mlich mit einem S&auml;umniszuschlag belegt&#8211; als Steuerpflichtige, bei denen die tats&auml;chliche Zahlung nicht mehr vor oder sp&auml;testens an dem F&auml;lligkeitstag eingeht. Die Pr&uuml;fung, was die vom Gesetz getroffene Regelung rechtfertigen kann, darf sich nicht allein an der Begr&uuml;ndung des entsprechenden Regierungsentwurfs orientieren. Tut man dies nicht, liegt auf der Hand, dass die Regelung des Gesetzes die Erhebung etwa verwirkter S&auml;umniszuschl&auml;ge (und der Zinsen) vereinfacht, indem sie es erm&ouml;glicht, bereits bei Eingang des Schecks den f&uuml;r die Berechnung der S&auml;umniszuschl&auml;ge und Zinsen ma&szlig;geblichen Zeitpunkt zu erfassen, der Finanzbeh&ouml;rde also nicht auferlegt, zu ermitteln, wann der betreffende Betrag von dem Kreditinstitut auf ihrem Konto gebucht worden ist. Unbeschadet dessen, dass jedenfalls aufgrund des inzwischen erreichten Standards programmgesteuerter elektronischer Datenverarbeitung eine solche Erfassung des tats&auml;chlichen Zahlungseingangs an sich ohne Weiteres und jedenfalls ohne menschliches Zutun im Einzelfall m&ouml;glich sein d&uuml;rfte, kann eine solche Vereinfachungsregelung nicht als eine durch den Gleichbehandlungsgrundsatz nicht mehr gerechtfertigte generalisierende, die Verh&auml;ltnisse des Einzelfalls zu Unrecht au&szlig;er Betracht lassende Regelung verworfen werden. Das gilt umso mehr, als &#8211;wie sinngem&auml;&szlig; auch die Gesetzesbegr&uuml;ndung hervorhebt&#8211; der Steuerpflichtige es ohne Weiteres in der Hand hat, der Gefahr des Entstehens von S&auml;umniszuschl&auml;gen trotz rechtzeitiger tats&auml;chlicher Zahlung zu begegnen, und die in der vorgenannten Vorschrift getroffene Regelung, wie auch das FG nicht verkannt hat, ohnehin nur eine &#8211;vermutlich zunehmend&#8211; kleine Zahl von Zahlungsvorg&auml;ngen betrifft, deretwegen, wie die Kl&auml;gerin offenbar meint, ein entsprechendes, fiktive S&auml;umnis vermeidendes Datenbearbeitungsprogramm aufzulegen von der Finanzbeh&ouml;rde nicht von Verfassung wegen verlangt werden kann. Dass entsprechende Vorkehrungen die Erhebung der S&auml;umniszuschl&auml;ge in einigen wenigen Einzelf&auml;llen gerechter gestalteten, ist, wie keiner Vertiefung bedarf, ohne Bedeutung; denn der Gesetzgeber ist nicht verpflichtet, ungeachtet des damit verbundenen Aufwandes stets die gerechteste aller m&ouml;glichen L&ouml;sungen eines Regelungsproblems zu finden und zu verwirklichen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 28.8.2012, VII R 71\/11 Fiktive S&auml;umnis kann Folge einer Scheckeinreichung sein &#8211; Grenzen verfassungskonformer Auslegung &#8211; Keine Pflicht des Gesetzgebers zur &quot;gerechtesten&quot; aller m&ouml;glichen L&ouml;sungen Leits&auml;tze Die AO regelt generalisierend, wann eine durch Scheckeinreichung bewirkte Zahlung als entrichtet anzusehen ist; sie nimmt in Kauf, dass eine Zahlung mitunter als nicht entrichtet anzusehen &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-71-11-fiktive-saeumnis-kann-folge-einer-scheckeinreichung-sein-grenzen-verfassungskonformer-auslegung-keine-pflicht-des-gesetzgebers-zur-gerechtesten-aller-moeglichen-loesungen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VII&nbsp;R&nbsp;71\/11 &#8211; Fiktive S&auml;umnis kann Folge einer Scheckeinreichung sein &#8211; Grenzen verfassungskonformer Auslegung &#8211; Keine Pflicht des Gesetzgebers zur &quot;gerechtesten&quot; aller m&ouml;glichen L&ouml;sungen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-5526","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5526","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5526"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5526\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5526"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5526"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5526"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}