{"id":5530,"date":"2012-08-22T00:00:00","date_gmt":"2012-08-21T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=5530"},"modified":"2012-11-23T13:02:12","modified_gmt":"2012-11-23T11:02:12","slug":"i-b-86-87-11-tatsaechliche-verstaendigung-ueber-den-ort-der-geschaeftsleitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-b-86-87-11-tatsaechliche-verstaendigung-ueber-den-ort-der-geschaeftsleitung\/","title":{"rendered":"I&nbsp;B&nbsp;86,&nbsp;87\/11 &#8211; Tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung &uuml;ber den Ort der Gesch&auml;ftsleitung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 22.8.2012, I B 86, 87\/11; I B 86\/11; I B 87\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung &uuml;ber den Ort der Gesch&auml;ftsleitung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Sachen befinden sich im zweiten Rechtsgang. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin), eine GmbH, hatte f&uuml;r das Streitjahr (2002) keine vollst&auml;ndigen K&ouml;rperschaft- und Gewerbesteuererkl&auml;rungen abgegeben. Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) erlie&szlig; den K&ouml;rperschaftsteuer- und den Gewerbesteuermessbescheid deshalb auf der Grundlage einer Sch&auml;tzung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;162 der Abgabenordnung (AO). Am 18.&nbsp;Januar 2005 trafen die Beteiligten vor dem Finanzgericht (FG) des Saarlandes folgende Verst&auml;ndigung:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<blockquote>\n<blockquote><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>&quot;1. Die Beteiligten gehen angesichts der bestehenden tats&auml;chlichen Unsicherheiten davon aus, dass der Ort der Gesch&auml;ftsleitung bis einschlie&szlig;lich 1998 nicht in Deutschland gewesen ist und von 1999 bis 2002 (bis zur statutarischen Sitzverlegung) in R (Deutschland) gewesen ist. Die Kl&auml;gerin wird f&uuml;r die Jahre vor 1999 bez&uuml;glich der Umsatzsteuer nicht die Unzust&auml;ndigkeit des Beklagten geltend machen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<blockquote>\n<blockquote><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>2. Der Beklagte sieht f&uuml;r die Jahre 1994 bis einschlie&szlig;lich 1998 von der Erhebung etwaiger Ertragsteuern (K&ouml;rperschaftsteuern, Gewerbesteuern) sowie der Lohnsteuer ab.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei der Ermittlung des Gewinns hatte das FA f&uuml;r das Streitjahr aufgrund einer Verlegung des Orts der Gesch&auml;ftsleitung nach Frankreich einen auf 100.000&nbsp;EUR gesch&auml;tzten &quot;Aufgabegewinn&quot; ber&uuml;cksichtigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nachdem das FG die Klagen im ersten Rechtsgang abgewiesen hatte (Urteile vom 26.&nbsp;August 2009&nbsp;&nbsp;1&nbsp;K&nbsp;1197\/06, juris &#8211;betreffend die Festsetzung der K&ouml;rperschaftsteuer&#8211; und 1&nbsp;K&nbsp;1198\/06 &#8211;betreffend die Festsetzung des Gewerbesteuermessbetrags&#8211;), hat der Senat die Verfahren auf die Nichtzulassungsbeschwerden der Kl&auml;gerin hin an das FG zur&uuml;ckverwiesen, weil die Vorinstanz sich nicht mit den Einw&auml;nden der Kl&auml;gerin gegen die Ber&uuml;cksichtigung des &quot;Aufgabegewinns&quot; befasst hatte (Senatsbeschl&uuml;sse vom 10.&nbsp;Juni 2010 I&nbsp;B&nbsp;185\/09 und I&nbsp;B&nbsp;186\/09, BFH\/NV 2010, 1864). W&auml;hrend der abermaligen Anh&auml;ngigkeit der Sache vor dem FG &auml;nderte das FA die angefochtenen Bescheide am 30.&nbsp;November 2010 dahingehend ab, dass es den &quot;Aufgabegewinn&quot; nicht mehr ber&uuml;cksichtigte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die nunmehr gegen die &Auml;nderungsbescheide gerichteten Klagen, mit denen die Kl&auml;gerin u.a. geltend gemacht hat, sie habe den Ort ihrer Gesch&auml;ftsleitung entgegen der tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung mit dem FA &#8211;welche sie f&uuml;r unwirksam h&auml;lt&#8211; im Streitjahr nicht in der Bundesrepublik Deutschland (Deutschland), sondern in Frankreich gehabt, blieben ohne Erfolg. Das FG hat sie mit Urteilen vom 20.&nbsp;April 2011&nbsp;&nbsp;2&nbsp;K&nbsp;1197\/06 und 2&nbsp;K&nbsp;1198\/06 abgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt mit ihren Beschwerden die Zulassung der Revision gegen die FG-Urteile.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Nichtzulassungsbeschwerden zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;73 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zu gemeinsamer Entscheidung verbundenen Nichtzulassungsbeschwerden sind unbegr&uuml;ndet. Die geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nde liegen &#8211;soweit sie hinreichend dargetan worden sind&#8211; nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Beschwerdebegr&uuml;ndungen vom 18.&nbsp;August 2011<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die FG-Urteile weichen in Bezug auf die Frage der Zul&auml;ssigkeit der tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung nicht von der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) ab (Zulassungsgrund der Erforderlichkeit einer BFH-Entscheidung zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung, &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 FGO). Nach dem Vorbringen der Kl&auml;gerin basiert das angefochtene Urteil insoweit auf der Annahme, eine tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung k&ouml;nne sich auch unmittelbar auf den Tatbestandsbereich einer Rechtsnorm (hier Ort der Gesch&auml;ftsleitung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;10 AO) beziehen. Aus den BFH-Urteilen vom 1.&nbsp;Februar 2001 IV&nbsp;R&nbsp;3\/00 (BFHE 194, 13, BStBl II 2001, 520) und vom 8.&nbsp;Oktober 2008 I&nbsp;R&nbsp;63\/07 (BFHE 223, 194, BStBl II 2009, 121), folge demgegen&uuml;ber, dass eine tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung, die unmittelbar den Tatbestandsbereich einer Norm erfasse, nicht zul&auml;ssig sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aus den genannten BFH-Urteilen folgt indessen nicht, dass Steuerpflichtiger und Finanzverwaltung keine tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung dar&uuml;ber treffen k&ouml;nnten, wo in der Vergangenheit der Ort der Gesch&auml;ftsleitung eines Unternehmens i.S. von &sect;&nbsp;10 AO bzw. der Definition des jeweils einschl&auml;gigen Abkommens zur Vermeidung der Doppelbesteuerung (hier: Art.&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Buchst.&nbsp;c des Abkommens zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Franz&ouml;sischen Republik zur Vermeidung der Doppelbesteuerungen und &uuml;ber gegenseitige Amts- und Rechtshilfe auf dem Gebiete der Steuern vom Einkommen und vom Verm&ouml;gen sowie der Gewerbesteuern und der Grundsteuern vom 21.&nbsp;Juli 1959, BGBl II 1961, 398, BStBl I 1961, 343 &#8211;DBA-Frankreich&#8211;) gelegen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Urteil des IV.&nbsp;Senats des BFH in BFHE 194, 13, BStBl II 2001, 520 besagt, dass eine Einigung &uuml;ber eine reine Rechtsfrage (im Urteilsfall die Frage, ob eine Darlehensr&uuml;ckzahlung an eine Personengesellschaft zu den Sonderbetriebseinnahmen der Gesellschafter geh&ouml;rt) nicht Gegenstand einer tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung sein kann. Der Begriff des Orts der Gesch&auml;ftsleitung mag zwar interpretationsf&auml;hig sein, ist jedoch gleichwohl prim&auml;r eine Tatsachen- und keine Rechtsfrage, so dass der Streitfall nicht mit dem Sachverhalt vergleichbar ist, &uuml;ber den der IV.&nbsp;Senat des BFH entschieden hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach dem Senatsurteil in BFHE 223, 194, BStBl II 2009, 121 f&uuml;hrt es nicht insgesamt zur Unwirksamkeit einer tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung, wenn diese auch rechtliche Beurteilungen enth&auml;lt; soweit sich die Verst&auml;ndigung auch auf tats&auml;chliche Gesichtspunkte bezieht, ist sie zul&auml;ssig (s. auch Senatsbeschluss vom 13.&nbsp;August 1997 I&nbsp;R&nbsp;12\/97, BFH\/NV 1998, 498). Auch diese Entscheidung l&auml;sst keinen Schluss dahingehend zu, dass die Verst&auml;ndigung &uuml;ber einen bestimmten Ort der Gesch&auml;ftsleitung eines Unternehmens als Einigung &uuml;ber eine Rechts- und nicht &uuml;ber eine Tatsachenfrage zu beurteilen ist. Soweit es in dem Senatsurteil hei&szlig;t, es schade nicht, wenn die Verst&auml;ndigung &quot;mittelbar auch den Tatbestandsbereich einer Rechtsnorm erfasst&quot;, bedeutet das nicht, dass tats&auml;chliche Verst&auml;ndigungen &uuml;ber das Vorliegen von dem Tatsachenbereich zuzuordnenden Tatbestandsmerkmalen einer Norm nicht zul&auml;ssig w&auml;ren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Verfahrensr&uuml;gen der Kl&auml;gerin rechtfertigen nicht die Zulassung der Revision gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Kl&auml;gerin r&uuml;gt, der Tatbestand des angefochtenen Urteils gen&uuml;ge nicht den Anforderungen des &sect;&nbsp;105 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;4, Abs.&nbsp;3 FGO, weil er keine Feststellungen zum Zustandekommen und zum Inhalt der tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung vom 18.&nbsp;Januar 2005 enthalte (Zulassungsgrund des Verfahrensmangels, &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO). Jedoch bezieht sich das FG in den Entscheidungsgr&uuml;nden (Gliederungspunkt 2.2) hinsichtlich des Inhalts der tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung ausdr&uuml;cklich und unter Angabe der konkreten Aktenseite auf die Gerichtsakte, was gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;105 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 FGO zul&auml;ssig ist. Das von der Kl&auml;gerin angef&uuml;hrte BFH-Urteil vom 14.&nbsp;M&auml;rz 1991 IV&nbsp;R&nbsp;104\/89 (BFH\/NV 1992, 47) besagt nichts Gegenteiliges.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit die Kl&auml;gerin das Fehlen von Feststellungen zum Inhalt des im Parallelverfahren vor dem FG von ihr gegen den auch am angefochtenen Urteil mitwirkenden Senatsvorsitzenden &#8230; gestellten Ablehnungsgesuchs wegen Besorgnis der Befangenheit und zum Gegenstand jenes Parallelverfahrens vermisst, ist nicht ersichtlich, inwiefern derartige Feststellungen f&uuml;r eine &Uuml;berpr&uuml;fung der angefochtenen Entscheidung erheblich sein k&ouml;nnten. Denn das FG hat die aus seiner Sicht bestehende Unma&szlig;geblichkeit des Befangenheitsgesuchs f&uuml;r das vorliegende Verfahren nicht nur mit dem fehlenden sachlichen Zusammenhang zum hiesigen Verfahren, sondern auch damit begr&uuml;ndet, dass das Befangenheitsgesuch bereits am 23.&nbsp;Juni 2009 als rechtsmissbr&auml;uchlich zur&uuml;ckgewiesen worden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Unter der &Uuml;berschrift &quot;Unzul&auml;ssige Vorwegnahme der Beweisw&uuml;rdigung durch Beweisantizipation&quot; wiederholt die Kl&auml;gerin in der Beschwerdebegr&uuml;ndung lediglich ihre zuvor dargestellten R&uuml;gen zur aus ihrer Sicht gegebenen Mangelhaftigkeit des Urteilstatbestands. Insoweit fehlt es mithin an einer Begr&uuml;ndung des geltend gemachten Verfahrensmangels (&sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Unzureichend begr&uuml;ndet ist die R&uuml;ge, das FG sei den von der Kl&auml;gerin schrifts&auml;tzlich gestellten Beweisantr&auml;gen nicht nachgegangen. Zum einen fehlt es in der Beschwerdebegr&uuml;ndung an einer konkreten Beschreibung der einzelnen Beweisantr&auml;ge und -themen, denen das FG nicht nachgegangen sein soll. Zudem hat die Kl&auml;gerin nicht dargelegt, inwiefern die Beweisaufnahme aus der materiell-rechtlichen Sicht des FG f&uuml;r die Entscheidung des Streitfalls erheblich gewesen w&auml;re (vgl. Senatsbeschluss vom 13.&nbsp;Januar 2010 I&nbsp;B&nbsp;83\/09, BFH\/NV 2010, 913). Und schlie&szlig;lich ist auch die Begr&uuml;ndung der Kl&auml;gerin daf&uuml;r, dass sie als fachkundig vertretene Beteiligte das &Uuml;bergehen der Beweisaufnahme in der m&uuml;ndlichen Verhandlung vor dem FG nicht ger&uuml;gt hat, nicht schl&uuml;ssig. Denn sie hat von der Absicht des FG, die angebotenen Zeugenbeweise nicht erheben zu wollen, nicht erst durch die Urteilsbegr&uuml;ndung, sondern bereits dadurch erfahren, dass das FG die Zeugen nicht zur m&uuml;ndlichen Verhandlung geladen hatte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Die ger&uuml;gte Verletzung des Anspruchs der Kl&auml;gerin auf rechtliches Geh&ouml;r (&sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;2 FGO, Art.&nbsp;103 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes) infolge des Umstands, dass das FG &quot;&uuml;berraschend&quot; von der BFH-Rechtsprechung zu den Voraussetzungen der Bindungswirkung einer tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung abgewichen sein soll, liegt schon deshalb nicht vor, weil die behauptete Abweichung der Sache nach nicht gegeben ist (s. oben II.1.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ee) Des Weiteren bem&auml;ngelt die Kl&auml;gerin, das FG habe ihren Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r dadurch verletzt, dass es in dem angefochtenen Urteil nicht auf ihr Vorbringen eingegangen sei, bei der durch &sect;&nbsp;20a, &sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 AO i.V.m. &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;6 der Verordnung &uuml;ber die &ouml;rtliche Zust&auml;ndigkeit f&uuml;r die Umsatzsteuer im Ausland ans&auml;ssiger Unternehmer geregelten Zentralzust&auml;ndigkeit des FA Offenburg handele es sich nicht um eine Regelung der &ouml;rtlichen Zust&auml;ndigkeit gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;127 AO, sondern um eine Regelung &uuml;ber die sachliche Zust&auml;ndigkeit, deren Verletzung zur Unwirksamkeit des Bescheids f&uuml;hre. Auch diese R&uuml;ge geht indessen fehl, weil nach der f&uuml;r die Pr&uuml;fung auf Verfahrensm&auml;ngel ma&szlig;geblichen materiell-rechtlichen Auffassung des FG wegen des bis zum Streitjahr noch im Inland befindlichen Orts der Gesch&auml;ftsleitung eine Zust&auml;ndigkeit des FA Offenburg f&uuml;r die Ertragsbesteuerung der Kl&auml;gerin nach den vorstehend aufgef&uuml;hrten Vorschriften nicht begr&uuml;ndet worden ist. Von diesem Standpunkt aus war es deshalb f&uuml;r die Entscheidung des Rechtsstreits nicht erheblich, ob der Geltendmachung einer Zust&auml;ndigkeitsverletzung die Vorschrift des &sect;&nbsp;127 AO entgegengestanden h&auml;tte oder nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ff) Ebenso wenig kann eine Geh&ouml;rsverletzung darin erkannt werden, dass das FG nicht ausdr&uuml;cklich erw&auml;hnt hat, nach Auffassung der Kl&auml;gerin versto&szlig;e die tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung vom Januar 2005 gegen die nach &sect;&nbsp;2 AO vorrangige Regelung des Art.&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 DBA-Frankreich. Der Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r umfasst die Verpflichtung des FG, die Ausf&uuml;hrungen der Beteiligten zur Kenntnis zu nehmen und bei seiner Entscheidung in Erw&auml;gung zu ziehen. Das Gericht ist jedoch nicht verpflichtet, in der Begr&uuml;ndung seiner Entscheidung zu jedem Vorbringen der Beteiligten ausdr&uuml;cklich Stellung zu nehmen; es muss sich nur mit dem entscheidungserheblichen Kern des Vorbringens auseinandersetzen. Im &Uuml;brigen ist grunds&auml;tzlich davon auszugehen, dass das Gericht das von ihm entgegengenommene Beteiligtenvorbringen auch zur Kenntnis genommen und in Erw&auml;gung gezogen hat (Beschl&uuml;sse des Bundesverfassungsgerichts vom 19.&nbsp;Mai 1992&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;986\/91, BVerfGE 86, 133; vom 5.&nbsp;Dezember 1995&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;1463\/89, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 1996, 153; Senatsbeschluss vom 22.&nbsp;April 2009 I&nbsp;B&nbsp;162\/08, BFH\/NV 2009, 1458, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Danach liegt eine Geh&ouml;rsverletzung nicht vor. Aus den Entscheidungsgr&uuml;nden des angefochtenen Urteils geht hervor, dass nach Auffassung des FG die tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung der Beteiligten mit der Regel des Art.&nbsp;2 Nr.&nbsp;5 DBA-Frankreich konform geht. Dass die Kl&auml;gerin demgegen&uuml;ber offenbar der Meinung ist, die Bestimmung des &sect;&nbsp;2 AO stehe tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigungen im Bereich von DBA-Tatbest&auml;nden entgegen, obwohl es dort ausschlie&szlig;lich um das Verh&auml;ltnis von innerstaatlichen Steuergesetzen (d.h. von Rechtsnormen) zu in innerstaatliches Recht transformierten v&ouml;lkerrechtlichen Vereinbarungen geht, musste das FG nicht ausdr&uuml;cklich hervorheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Beschwerdebegr&uuml;ndungen vom 12.&nbsp;August 2011<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Geh&ouml;r sieht die Kl&auml;gerin auch darin, dass das FG sich nicht mit wesentlichen Einwendungen gegen die Annahme einer Bindungswirkung der tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung befasst habe. Das FG habe nur die Frage der tats&auml;chlichen Unsicherheit des Orts der Gesch&auml;ftsleitung behandelt. Es fehlten aber Ausf&uuml;hrungen zu der von der Kl&auml;gerin vertretenen Auffassung, zumindest in Bezug auf die Ziff.&nbsp;2 der Vereinbarung habe es sich um eine unzul&auml;ssige Verst&auml;ndigung &uuml;ber eine Rechtsfrage gehandelt, was nach der BFH-Rechtsprechung (BFH-Urteil vom 20.&nbsp;September 2007 IV&nbsp;R&nbsp;20\/05, BFH\/NV 2008, 532) zur Folge habe, dass die Vereinbarung insgesamt keine Bindungswirkung entfalte. Auch insoweit ist indessen davon auszugehen, dass das FG die Einwendung zur Kenntnis genommen, aber f&uuml;r unbegr&uuml;ndet erachtet hat. Denn damit, dass die Beteiligten in Ziff.&nbsp;2 der Vereinbarung vom 18.&nbsp;Januar 2005 niedergelegt haben, das FA sehe von einer Steuererhebung f&uuml;r 1994 bis 1998 ab, sollte offenkundig nur die rechtliche Konsequenz aus der in Ziff.&nbsp;1 geregelten tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung dargestellt werden, nach der die Kl&auml;gerin in jenem Zeitraum den Ort ihrer Gesch&auml;ftsleitung nicht im Inland gehabt hat. Es handelt sich insoweit also nicht, wie in dem Sachverhalt des BFH-Urteils in BFH\/NV 2008, 532, um einen eigenst&auml;ndigen Regelungsgegenstand innerhalb einer Gesamtvereinbarung, von dem der eine Regelungsgegenstand nicht ohne den anderen vereinbart worden w&auml;re. Im &Uuml;brigen ist das Streitjahr von der Regelung in Ziff.&nbsp;2 nicht betroffen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der weitere Einwand, das FG habe sich nicht mit dem Vorbringen der Kl&auml;gerin befasst, die tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung habe zu einem offensichtlich unzutreffenden Ergebnis gef&uuml;hrt, weil damit ein in Wirklichkeit nicht bestehender Ort der Gesch&auml;ftsleitung im Inland fingiert worden sei, geht an den tats&auml;chlichen Feststellungen der Vorinstanz vorbei. Danach hat zum Zeitpunkt des Abschlusses der tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung zwischen den Beteiligten Unsicherheit dar&uuml;ber bestanden, ob sich der Ort der Gesch&auml;ftsleitung in Deutschland (R) oder in Frankreich (&#8230;) befunden hat. Wenn sich die Beteiligten vor dem Hintergrund dieser Unsicherheit im Rahmen einer tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung f&uuml;r die einzelnen Jahre auf jeweils einen der beiden Orte festlegen, ist nicht ersichtlich, warum dieses Ergebnis &quot;offensichtlich unzutreffend&quot; sein sollte. Die Kl&auml;gerin hat ihre gegenteilige Beurteilung damit begr&uuml;ndet, dass nach ihrer (sp&auml;teren) Sichtweise der Ort ihrer Gesch&auml;ftsleitung im Streitjahr auch nach dem Kenntnisstand des FA eindeutig in Frankreich belegen war. Das ist indes mit dem von der Vorinstanz festgestellten Sachverhalt nicht zu vereinbaren. Dass der Einwand der Kl&auml;gerin auf der Grundlage der tatrichterlichen Feststellungen unbegr&uuml;ndet war, verstand sich mithin von selbst und musste vom FG nicht n&auml;her ausgef&uuml;hrt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Soweit sich die Kl&auml;gerin abermals auf eine Geh&ouml;rsverletzung wegen unterlassener Befassung mit der von der Kl&auml;gerin geltend gemachten angeblichen Unvereinbarkeit der tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung mit dem DBA-Frankreich r&uuml;gt, wird auf die Ausf&uuml;hrungen zu II.1.b&nbsp;ff Bezug genommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Das FG-Urteil weicht weder von der BFH-Rechtsprechung ab, nach der eine Verst&auml;ndigung zwischen Steuerpflichtigem und FA &uuml;ber Rechtsfragen unzul&auml;ssig ist (oben II.1.a), noch von jener BFH-Rechtsprechung, nach der tats&auml;chliche Verst&auml;ndigungen nicht zu offensichtlich unzutreffenden Ergebnissen f&uuml;hren d&uuml;rfen (oben II.2.b). Im Hinblick auf die des Weiteren geltend gemachte Divergenz zum BFH-Urteil in BFH\/NV 2008, 532 wird auf die Ausf&uuml;hrungen unter II.2.a verwiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Grunds&auml;tzliche Bedeutung (Zulassungsgrund nach &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO) misst die Kl&auml;gerin der Frage zu, ob im Rahmen der Tatbestandsermittlung f&uuml;r Zwecke einer DBA-Vorschrift auf eine tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung zur&uuml;ckgegriffen werden k&ouml;nne, die eine fiktive Regelung entgegen den festgestellten Tatsachen treffe. Auf der Grundlage der Feststellungen des FG stellt sich diese Frage indes nicht, weil danach das Ergebnis der tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung eben nicht den festgestellten Tatsachen widerspricht. Im &Uuml;brigen kann es keinem vern&uuml;nftigen Zweifel unterliegen, dass tats&auml;chliche Verst&auml;ndigungen auch im Hinblick auf Tatbestandselemente von DBA-Regelungen nur infrage kommen, soweit Unsicherheit &uuml;ber die tats&auml;chlichen Verh&auml;ltnisse besteht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>f) Im Streitfall nicht kl&auml;rungsf&auml;hig ist auch die von der Kl&auml;gerin &#8211;mit Blick auf die Anwendbarkeit von &sect;&nbsp;127 AO&#8211; zur Pr&uuml;fung gestellte Frage, ob die Vorschrift des &sect;&nbsp;20a Abs.&nbsp;1 AO neben der &ouml;rtlichen Zust&auml;ndigkeit auch die sachliche Zust&auml;ndigkeit des nach &sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 AO zust&auml;ndigen Finanzamts begr&uuml;ndet. Wie die Kl&auml;gerin selbst hervorhebt, k&ouml;nnte sich die Frage allenfalls dann stellen, wenn die Kl&auml;gerin den Ort ihrer Gesch&auml;ftsleitung im Streitjahr in Frankreich gehabt h&auml;tte. Nach den Feststellungen des FG war das aber nicht der Fall.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>g) Im Ansatz zu Recht r&uuml;gt die Kl&auml;gerin, dass sich das FG in Bezug auf die Sch&auml;tzung des im Streitjahr von der Kl&auml;gerin erzielten Gewinns nicht mit den von ihr im zweiten Rechtsgang vorgelegten K&ouml;rperschaft- und Gewerbesteuerkl&auml;rungen nebst Bilanz befasst hat. Da das FG in den Entscheidungsgr&uuml;nden zwar die im Jahr 2006 vorgelegte, vom FG als unzureichend angesehene &quot;vorl&auml;ufige&quot; Bilanz, mit keinem Wort aber die im Januar 2011 eingereichten Steuererkl&auml;rungen nebst Bilanz erw&auml;hnt hat, bleibt nur der Schluss, dass die Vorinstanz Letztere &uuml;bersehen, d.h. nicht zur Kenntnis genommen und gepr&uuml;ft hat (Versto&szlig; gegen &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Jedoch beruht das angefochtene Urteil nicht auf dem Verfahrensmangel. Denn es erscheint ausgeschlossen, dass das Urteil bei Ber&uuml;cksichtigung der Steuererkl&auml;rungen f&uuml;r die Kl&auml;gerin g&uuml;nstiger ausgefallen w&auml;re. Die vorgelegte (dreiseitige) Bilanz weist lediglich die Endbetr&auml;ge der jeweiligen Bilanzpositionen aus, ohne dass anhand eines Bestandsverzeichnisses oder sonstiger Erl&auml;uterungen nachvollzogen werden k&ouml;nnte, auf welche einzelnen Wirtschaftsg&uuml;ter und Verbindlichkeiten die Betr&auml;ge zur&uuml;ckzuf&uuml;hren sind. So ist auch der in der Bilanz ausgewiesene Jahresfehlbetrag von &#8230; EUR nicht verifizierbar. Die vorgelegte Bilanz ist somit nicht geeignet, die Sch&auml;tzung entbehrlich zu machen und bietet auch keine Grundlage f&uuml;r eine punktuelle Korrektur zugunsten der Kl&auml;gerin.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 22.8.2012, I B 86, 87\/11; I B 86\/11; I B 87\/11 Tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung &uuml;ber den Ort der Gesch&auml;ftsleitung Tatbestand 1&nbsp; I. Die Sachen befinden sich im zweiten Rechtsgang. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin), eine GmbH, hatte f&uuml;r das Streitjahr (2002) keine vollst&auml;ndigen K&ouml;rperschaft- und Gewerbesteuererkl&auml;rungen abgegeben. Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-b-86-87-11-tatsaechliche-verstaendigung-ueber-den-ort-der-geschaeftsleitung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;B&nbsp;86,&nbsp;87\/11 &#8211; Tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung &uuml;ber den Ort der Gesch&auml;ftsleitung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-5530","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5530","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5530"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5530\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5530"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5530"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5530"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}