{"id":5534,"date":"2012-08-01T00:00:00","date_gmt":"2012-07-31T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=5534"},"modified":"2012-11-23T13:07:03","modified_gmt":"2012-11-23T11:07:03","slug":"ii-r-28-11-kraftfahrzeugsteuer-fuer-ein-im-wege-der-zwangsverwaltung-als-zubehoer-beschlagnahmtes-kraftfahrzeug-bei-spaeterer-insolvenzeroeffnung-frist-fuer-die-einlegung-der-revision-bei-unrichtiger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-28-11-kraftfahrzeugsteuer-fuer-ein-im-wege-der-zwangsverwaltung-als-zubehoer-beschlagnahmtes-kraftfahrzeug-bei-spaeterer-insolvenzeroeffnung-frist-fuer-die-einlegung-der-revision-bei-unrichtiger\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;28\/11 &#8211; Kraftfahrzeugsteuer f&uuml;r ein im Wege der Zwangsverwaltung als Zubeh&ouml;r beschlagnahmtes Kraftfahrzeug bei sp&auml;terer Insolvenzer&ouml;ffnung &#8211; Frist f&uuml;r die Einlegung der Revision bei unrichtiger Rechtsmittelbelehrung des FG"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 1.8.2012, II R 28\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Kraftfahrzeugsteuer f&uuml;r ein im Wege der Zwangsverwaltung als Zubeh&ouml;r beschlagnahmtes Kraftfahrzeug bei sp&auml;terer Insolvenzer&ouml;ffnung &#8211; Frist f&uuml;r die Einlegung der Revision bei unrichtiger Rechtsmittelbelehrung des FG<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Die nach Insolvenzer&ouml;ffnung entstandene Kraftfahrzeugsteuer f&uuml;r ein Fahrzeug, das als Zubeh&ouml;r bereits vor Insolvenzer&ouml;ffnung durch Anordnung der Zwangsverwaltung &uuml;ber ein Grundst&uuml;ck beschlagnahmt worden war, ist keine Masseverbindlichkeit i.S. von &sect; 55 Abs. 1 Nr. 1 InsO und daher nicht gegen&uuml;ber dem Insolvenzverwalter, sondern gegen&uuml;ber dem Zwangsverwalter festzusetzen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Das Amtsgericht (AG), Insolvenzgericht, er&ouml;ffnete mit Beschluss vom 1.&nbsp;April 2007 &uuml;ber das Verm&ouml;gen des H (Insolvenzschuldner) das Insolvenzverfahren und bestimmte zugleich den Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) zum Insolvenzverwalter.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bereits mit Beschluss vom 2.&nbsp;Oktober 2006 hatte das AG, Vollstreckungsgericht, die Zwangsverwaltung von im Eigentum des Insolvenzschuldners und dessen Ehefrau stehenden landwirtschaftlichen Grundst&uuml;cken angeordnet. Als Verwalterin wurde eine Rechtsanw&auml;ltin bestellt (Zwangsverwalterin). Die Zwangsverwaltung dauerte bis zum 27.&nbsp;Juli 2010 an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auf den Insolvenzschuldner war eine in seinem Alleineigentum stehende landwirtschaftliche Zugmaschine zugelassen. Diese Zugmaschine diente den landwirtschaftlichen Grundst&uuml;cken und stand mit diesen in einem r&auml;umlichen Zusammenhang. Sie wurde zu keinem Zeitpunkt vom Kl&auml;ger im Rahmen der Insolvenzverwaltung f&uuml;r die Insolvenzmasse genutzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ging aufgrund der Insolvenzer&ouml;ffnung davon aus, dass nunmehr der Kl&auml;ger Schuldner der Kraftfahrzeugsteuer f&uuml;r die Zugmaschine sei, und setzte ihm gegen&uuml;ber mit Bescheid vom 23.&nbsp;Mai 2007 Kraftfahrzeugsteuer f&uuml;r die Zugmaschine fest. Nachdem die Zugmaschine am 2.&nbsp;Juli 2007 bei der Zulassungsstelle stillgelegt worden war, erlie&szlig; das FA am 11.&nbsp;Juli 2007 gegen&uuml;ber dem Kl&auml;ger einen nach &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 des Kraftfahrzeugsteuergesetzes (KraftStG) ge&auml;nderten Bescheid und setzte die Kraftfahrzeugsteuer f&uuml;r die Zeit vom 1.&nbsp;April 2007 bis 1.&nbsp;Juli 2007 auf 37&nbsp;EUR fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Einspruch hiergegen blieb erfolglos. Das Finanzgericht (FG) gab der daraufhin erhobenen Klage statt, &auml;nderte den &Auml;nderungsbescheid &uuml;ber die Kraftfahrzeugsteuer vom 11.&nbsp;Juli 2007 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 1.&nbsp;Februar 2008 ab und setzte die Kraftfahrzeugsteuer vom 1.&nbsp;April 2007 bis 1.&nbsp;Juli 2007 auf 0&nbsp;EUR fest. Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte das FG aus, dass die Zugmaschine als Zubeh&ouml;r dem beschlagnahmten Grundst&uuml;ck gedient habe und daher von der Zwangsverwaltung des Grundst&uuml;cks umfasst worden sei. Die Verwaltung der Maschine habe der Zwangsverwalterin oblegen und nicht dem Insolvenzverwalter, so dass die Kraftfahrzeugsteuer keine Masseverbindlichkeit sei. Die Zwangsverwalterin habe die steuerlichen Pflichten des Insolvenzschuldners im Hinblick auf die Zugmaschine erf&uuml;llen m&uuml;ssen, so dass der Kraftfahrzeugsteuerbescheid an diese zu richten sei. Nach der der Vorentscheidung beigef&uuml;gten Rechtsmittelbelehrung war die Revision gegen das Urteil innerhalb eines Monats nach Zustellung des vollst&auml;ndigen Urteils schriftlich beim FG einzulegen. Dementsprechend legte das FA seine Revision fristgerecht beim FG ein. Erst nach Ablauf der einmonatigen Revisionsfrist wurde die Revision dem Bundesfinanzhof (BFH) vorgelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision r&uuml;gt das FA die Verletzung von &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1, &sect;&nbsp;7 Nr.&nbsp;1 KraftStG. Das KraftStG stelle allein auf die zulassungsrechtliche Position als Halter eines Kraftfahrzeugs ab. Der Zwangsverwaltung unterliege nicht die Haltereigenschaft als solche, sondern nur das Fahrzeug als Gegenstand der Zwangsvollstreckung. Auch zur Erf&uuml;llung seiner Aufgaben bed&uuml;rfe der Zwangsverwalter nicht der Rechtsstellung als Fahrzeughalter, da die Nutzung und Verwertung des Fahrzeugs unabh&auml;ngig von der Haltereigenschaft erfolge. Mit Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens werde der Insolvenzverwalter unabh&auml;ngig davon, ob er das Fahrzeug f&uuml;r die Masse nutzen oder in Besitz nehmen k&ouml;nne, Halter des Kraftfahrzeugs und somit Steuerschuldner der Kraftfahrzeugsteuer. Gegen die Einordnung der Zugmaschine als Zubeh&ouml;r zum landwirtschaftlichen Betrieb des Insolvenzschuldners spreche im Streitfall, dass diese nicht ausschlie&szlig;lich f&uuml;r den Gebrauch in dem landwirtschaftlichen Betrieb, sondern zum Verkehr auf allen &ouml;ffentlichen Stra&szlig;en zugelassen gewesen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, das Urteil der Vorinstanz aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist zul&auml;ssig, aber unbegr&uuml;ndet und war daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zu Recht entschieden, dass die nach Insolvenzer&ouml;ffnung entstandene Kraftfahrzeugsteuer f&uuml;r die Zugmaschine des Insolvenzschuldners nicht gegen&uuml;ber dem Kl&auml;ger festzusetzen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das FA hat die Revision fristgerecht eingelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;120 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO ist die Revision beim BFH innerhalb eines Monats nach Zustellung des vollst&auml;ndigen Urteils schriftlich einzulegen. Nach &sect;&nbsp;55 Abs.&nbsp;1 FGO beginnt die Frist f&uuml;r einen Rechtsbehelf nur, wenn der Beteiligte ordnungsgem&auml;&szlig; u.a. &uuml;ber die Beh&ouml;rde oder das Gericht, bei denen der Rechtsbehelf anzubringen ist, belehrt worden ist. Ist die Belehrung unterblieben oder unrichtig erteilt, so ist die Einlegung des Rechtbehelfs gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;55 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;1 FGO grunds&auml;tzlich innerhalb eines Jahres seit Bekanntgabe i.S. des &sect;&nbsp;54 Abs.&nbsp;1 FGO zul&auml;ssig. Der Begriff Rechtsbehelf umfasst auch gerichtliche Rechtsbehelfe, darunter die prozessualen Mittel zur Rechtsverwirklichung im Wege gerichtlicher Verfahren einschlie&szlig;lich Antrag, Klage und Rechtsmittel (BFH-Urteil vom 12.&nbsp;Mai 2011 IV&nbsp;R&nbsp;37\/09, BFH\/NV 2012, 41).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall wurde das FA im Urteil der Vorinstanz unrichtig dar&uuml;ber belehrt, dass die Revision beim FG einzulegen sei. Die Rechtsmittelbelehrung gen&uuml;gte damit nicht den Anforderungen des &sect;&nbsp;55 Abs.&nbsp;1 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;120 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO, so dass f&uuml;r die Einlegung der Revision nicht die einmonatige Frist nach &sect;&nbsp;120 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO, sondern die Jahresfrist nach &sect;&nbsp;55 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 FGO lief. Diese hat das FA eingehalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Zutreffend hat das FG entschieden, dass nicht der Kl&auml;ger als Insolvenzverwalter, sondern die Zwangsverwalterin richtiger Inhaltsadressat des Bescheids &uuml;ber Kraftfahrzeugsteuer f&uuml;r die Zugmaschine vom 1.&nbsp;April 2007 bis 1.&nbsp;Juli 2007 ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Durch die Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens geht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;80 Abs.&nbsp;1 der Insolvenzordnung (InsO) das Recht des Schuldners, das zur Insolvenzmasse geh&ouml;rende Verm&ouml;gen (&sect;&nbsp;35 InsO) zu verwalten und &uuml;ber es zu verf&uuml;gen, auf den Insolvenzverwalter &uuml;ber. Dieser hat als Verm&ouml;gensverwalter gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;3 i.V.m. Abs.&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO) die steuerlichen Pflichten des Insolvenzschuldners zu erf&uuml;llen, soweit seine Verwaltung reicht. Als Verm&ouml;gensverwalter ist der Insolvenzverwalter Steuerpflichtiger (&sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;1 AO) und richtiger Inhaltsadressat von Steuerbescheiden, mit denen eine Finanzbeh&ouml;rde bestehende Masseverbindlichkeiten geltend macht (BFH-Urteile vom 13.&nbsp;April 2011 II&nbsp;R&nbsp;49\/09, BFHE 234, 97, BStBl II 2011, 944, und vom 8.&nbsp;September 2011 II&nbsp;R&nbsp;54\/10, BFHE 235, 1, BStBl II 2012, 149).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die nach Insolvenzer&ouml;ffnung entstandene Kraftfahrzeugsteuer f&uuml;r ein Kraftfahrzeug, das als Zubeh&ouml;r bereits vor Insolvenzer&ouml;ffnung durch Anordnung der Zwangsverwaltung &uuml;ber ein Grundst&uuml;ck beschlagnahmt worden war, ist keine Masseverbindlichkeit i.S. von &sect;&nbsp;55 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 InsO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Masseverbindlichkeiten sind gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;55 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 InsO die Verbindlichkeiten, die durch Handlungen des Insolvenzverwalters oder in anderer Weise durch die Verwaltung, Verwertung und Verteilung der Insolvenzmasse begr&uuml;ndet werden, ohne zu den Kosten des Insolvenzverfahrens zu geh&ouml;ren. Kraftfahrzeugsteuer ist als Abgabenforderung im Sinne der zweiten Tatbestandsalternative des &sect;&nbsp;55 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 InsO den &quot;in anderer Weise&quot; durch die Verwaltung, Verwertung und Verteilung der Masse begr&uuml;ndeten Verbindlichkeiten zuzuordnen, soweit sie die Insolvenzmasse betrifft. Die nach Insolvenzer&ouml;ffnung entstandene Kraftfahrzeugsteuer weist einen Bezug zur Insolvenzmasse auf und ist Masseverbindlichkeit i.S. von &sect;&nbsp;55 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 InsO, wenn das Fahrzeug, f&uuml;r dessen Halten die Kraftfahrzeugsteuer geschuldet wird, Teil der Insolvenzmasse ist und der Verwaltungs- und Verf&uuml;gungsbefugnis des Insolvenzverwalters unterliegt (BFH-Urteile in BFHE 234, 97, BStBl II 2011, 944, und in BFHE 235, 1, BStBl II 2012, 149).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Ein Kraftfahrzeug, das i.S. der &sect;&sect;&nbsp;97&nbsp;f. des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs (BGB) Zubeh&ouml;r eines Grundst&uuml;cks des Insolvenzschuldners ist und bereits vor Insolvenzer&ouml;ffnung durch die Anordnung der Zwangsverwaltung &uuml;ber das Grundst&uuml;ck gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;146 Abs.&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;20 des Gesetzes &uuml;ber die Zwangsversteigerung und die Zwangsverwaltung (ZVG) beschlagnahmt worden war, unterf&auml;llt nach Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens nicht der Verwaltungs- und Verf&uuml;gungsbefugnis des Insolvenzverwalters, sondern unterliegt grunds&auml;tzlich weiterhin der Verwaltungs- und Nutzungsbefugnis des Zwangsverwalters. Etwas anderes gilt nur dann, wenn der Vollstreckungsgl&auml;ubiger zugleich Insolvenzgl&auml;ubiger ist und die Beschlagnahme im letzten Monat vor dem Antrag auf Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens oder nach diesem Antrag stattfand, so dass sie mit Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;88 InsO unwirksam wird (sog. R&uuml;ckschlagsperre).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Der Beschluss, durch den die Zwangsverwaltung &uuml;ber ein Grundst&uuml;ck angeordnet wird, gilt zugunsten des Gl&auml;ubigers als Beschlagnahme des Grundst&uuml;cks (&sect;&nbsp;146 Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 ZVG). Durch die Beschlagnahme, die grunds&auml;tzlich in dem Zeitpunkt wirksam wird, in welchem der Beschluss &uuml;ber die Anordnung der Zwangsverwaltung dem Vollstreckungsschuldner zugestellt wird (&sect;&nbsp;146 Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;22 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 ZVG), werden dem Vollstreckungsschuldner die Verf&uuml;gungsbefugnis sowie die Befugnis zur Verwaltung und Benutzung des Grundst&uuml;cks entzogen (&sect;&nbsp;148 Abs.&nbsp;2 ZVG). Das Recht, das Grundst&uuml;ck zu verwalten und zu benutzen, geht auf den Zwangsverwalter &uuml;ber. Er ist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;152 ZVG verpflichtet, das Grundst&uuml;ck in seinem wirtschaftlichen Bestand zu erhalten und ordnungsgem&auml;&szlig; zu benutzen. Zwar l&auml;sst die Anordnung der Zwangsverwaltung das Eigentumsrecht des Vollstreckungsschuldners an dem Grundst&uuml;ck unber&uuml;hrt. Die Beschlagnahme f&uuml;hrt aber dazu, dass der unter Zwangsverwaltung stehende Grundbesitz von dem &uuml;brigen Verm&ouml;gen des Schuldners getrennt wird und ein Sonderverm&ouml;gen bildet, welches den die Zwangsverwaltung betreibenden Vollstreckungsgl&auml;ubigern zur Sicherung ihres Befriedigungsrechtes zur Verf&uuml;gung steht (BFH-Urteil vom 29.&nbsp;Januar 2009 V&nbsp;R&nbsp;67\/07, BFHE 225, 172, BStBl II 2009, 1029; Haarmeyer\/Wutzke\/F&ouml;rster\/Hintzen, Zwangsverwaltung, 4.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;148 Rz&nbsp;2; Mohrbutter\/Mohrbutter, Handbuch der Insolvenzverwaltung, 7.&nbsp;Aufl., Rz&nbsp;VIII.82&nbsp;ff.; Hagemann, in Steiner\/Eickmann\/Hagemann\/Storz\/Teufel, Zwangsversteigerung und Zwangsverwaltung, 9.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;152 Rz&nbsp;18; Eickmann, Zeitschrift f&uuml;r Wirtschaftsrecht &#8211;ZIP&#8211; 1986, 1517, 1519).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Diese Rechtsfolgen gelten gleicherma&szlig;en f&uuml;r das Zubeh&ouml;r eines Grundst&uuml;cks, auf welches sich gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;1120 BGB die Hypothek erstreckt und das deshalb gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;146 Abs.&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 ZVG von der Beschlagnahme erfasst wird. Auch Zubeh&ouml;r eines Grundst&uuml;cks, das im Alleineigentum nur eines von mehreren Grundst&uuml;ckseigent&uuml;mern (Miteigentum oder Gesamthandseigentum) steht, f&auml;llt gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;1120 BGB in den Haftungsverband der Hypothek, da die Hypothek an einem Grundst&uuml;ck das ganze Grundst&uuml;ck belastet und jeder der Eigent&uuml;mer f&uuml;r die ganze Forderung dinglich haftet (Urteil des Reichsgerichts vom 25.&nbsp;April 1931 V&nbsp;23\/31, RGZ 132, 321; M&uuml;nchKommBGB\/Eickmann, 5.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;1120 Rz&nbsp;36).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zubeh&ouml;r sind gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;97 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 BGB bewegliche Sachen, die, ohne Bestandteile der Hauptsache zu sein, dem wirtschaftlichen Zweck der Hauptsache zu dienen bestimmt sind und zu ihr in einem dieser Bestimmung entsprechenden r&auml;umlichen Verh&auml;ltnis stehen. Dies sind bei einem Landgut u.a. das zum Wirtschaftsbetrieb bestimmte Ger&auml;t und Vieh (&sect;&nbsp;98 Nr.&nbsp;2 BGB). Landgut i.S. von &sect;&nbsp;98 Nr.&nbsp;2 BGB sind &#8211;in der Regel mehrere&#8211; Grundst&uuml;cke, die durch ihre gemeinsame Zweckbestimmung zur landwirtschaftlichen Nutzung zusammengefasst werden, einen gemeinsamen Betriebsmittelpunkt mit Wohn- und Betriebsgeb&auml;ude haben und zum selbst&auml;ndigen Betrieb der Landwirtschaft eingerichtet und geeignet sind (M&uuml;nchKommBGB\/Stresemann, 6.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;98 Rz&nbsp;15). Zum landwirtschaftlichen Betrieb bestimmt sind neben den Maschinen, die der Bodenbearbeitung, der Einbringung des Saatgutes oder der Ernte dienen, auch die Zugmaschinen zu diesen Ger&auml;ten (Stresemann, a.a.O., &sect;&nbsp;98 Rz&nbsp;17). F&uuml;r die Zubeh&ouml;reigenschaft einer landwirtschaftlichen Zugmaschine zu einem Landgut ist nicht ma&szlig;geblich, ob diese ausschlie&szlig;lich im landwirtschaftlichen Betrieb verwendet wird oder zur Benutzung auf allen &ouml;ffentlichen Stra&szlig;en zugelassen ist. Denn auch bei einer Zulassung zur Benutzung auf allen &ouml;ffentlichen Stra&szlig;en kann eine landwirtschaftliche Maschine dem Wirtschaftsbetrieb eines Landguts zu dienen bestimmt sein, etwa dann, wenn das Landgut aus mehreren nicht aneinanderliegenden Grundst&uuml;cken besteht, die nur &uuml;ber &ouml;ffentliche Stra&szlig;en erreicht werden k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Die Verwaltungs- und Nutzungsbefugnis des Zwangsverwalters &uuml;ber das von der Beschlagnahme eines Grundst&uuml;cks erfasste Zubeh&ouml;r besteht grunds&auml;tzlich fort, wenn nach der Beschlagnahme das Insolvenzverfahren &uuml;ber das Verm&ouml;gen des Insolvenzschuldners er&ouml;ffnet wird. Zwar werden das Grundst&uuml;ck und dessen Zubeh&ouml;r aufgrund des fortgeltenden Eigentumsrechts des Vollstreckungsschuldners mit Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;35 Abs.&nbsp;1 InsO Teil der Insolvenzmasse. Die Verwaltungs- und Verf&uuml;gungsbefugnis &uuml;ber die im Wege der Zwangsverwaltung bereits beschlagnahmten Sachen geht jedoch nicht auf den Insolvenzverwalter &uuml;ber (vgl. St&ouml;ber, Kommentar zum Zwangsversteigerungsgesetz, 19.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;152 Rz&nbsp;3.7).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dies folgt zun&auml;chst aus der Regelung des &sect;&nbsp;80 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 InsO. Danach bleiben die Vorschriften &uuml;ber die Wirkungen einer Pf&auml;ndung oder einer Beschlagnahme im Wege der Zwangsvollstreckung von dem &Uuml;bergang der Verwaltungs- und Verf&uuml;gungsbefugnis &uuml;ber das zur Insolvenzmasse geh&ouml;rende Verm&ouml;gen auf den Insolvenzverwalter unber&uuml;hrt. &sect;&nbsp;80 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 InsO ist Grundlage daf&uuml;r, dass eine vor Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens angeordnete Zwangsverwaltung neben diesem wirksam bleibt (Windel, in Henckel\/Gerhardt\/J&auml;ger, Insolvenzordnung, Kommentar, &sect;&nbsp;80 Rz&nbsp;289).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch aus &sect;&nbsp;153b Abs.&nbsp;1 ZVG ergibt sich, dass die Insolvenzer&ouml;ffnung als solche keinen Einfluss auf die fortbestehende Verwaltungs- und Nutzungsbefugnis des Zwangsverwalters &uuml;ber bereits wirksam beschlagnahmte Sachen hat. Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;153b Abs.&nbsp;1 ZVG wird nach Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens auf Antrag des Insolvenzverwalters die einstweilige vollst&auml;ndige oder teilweise Einstellung der Zwangsverwaltung angeordnet, wenn glaubhaft gemacht ist, dass durch die Fortsetzung der Zwangsverwaltung eine wirtschaftlich sinnvolle Nutzung der Insolvenzmasse wesentlich erschwert wird. Damit ist der Vorrang der Verwaltungsrechte des Insolvenzverwalters vor denen des Zwangsverwalters f&uuml;r den Fall gesetzlich geregelt, dass dies die Verwertungsm&ouml;glichkeiten des Schuldnerverm&ouml;gens verbessert (Lwowski\/Tetzlaff, Wertpapier-Mitteilungen\/Zeitschrift f&uuml;r Wirtschafts- und Bankrecht 1999, 2336, 2337; M&ouml;nning\/ Zimmermann, Neue Zeitschrift f&uuml;r das Recht der Insolvenz und Sanierung &#8211;NZI&#8211; 2008, 134, 137&nbsp;f.; Wenzel, NZI 1999, 101, 103). Mit der einstweiligen Einstellung des Zwangsverwaltungsverfahrens nach &sect;&nbsp;153b ZVG geht die Verwaltungs- und Benutzungsbefugnis des Zwangsverwalters &uuml;ber die beschlagnahmten Sachen in dem Umfang, den die Einstellung hat, auf den Insolvenzverwalter &uuml;ber (M&ouml;nning\/Zimmermann, NZI 2008, 134, 139; St&ouml;ber, a.a.O., &sect;&nbsp;153b Rz&nbsp;4.3 und Rz&nbsp;7; ders., ZVG-Handbuch, 9.&nbsp;Aufl., Rz&nbsp;670c). Hieraus folgt im Umkehrschluss, dass allein die Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens die fortbestehende Verwaltungs- und Nutzungsbefugnis des Zwangsverwalters &uuml;ber die beschlagnahmten Sachen nicht ber&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Kraftfahrzeugsteuer f&uuml;r ein Fahrzeug, das als Zubeh&ouml;r eines Grundst&uuml;cks vor Insolvenzer&ouml;ffnung durch Anordnung der Zwangsverwaltung &uuml;ber das Grundst&uuml;ck beschlagnahmt worden war, ist nicht gegen&uuml;ber dem Insolvenzverwalter, sondern gegen&uuml;ber dem Zwangsverwalter festzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar erf&uuml;llt auch nach der Beschlagnahme weiterhin der Insolvenzschuldner, auf den das Fahrzeug zugelassen ist, den steuerrechtlichen Tatbestand des Haltens eines Fahrzeugs i.S. von &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1, &sect;&nbsp;7 Nr.&nbsp;1 KraftStG, so dass er weiterhin Steuerschuldner und Steuerpflichtiger i.S. von &sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;1 AO ist. Hierbei ist unsch&auml;dlich, dass er aufgrund der Beschlagnahme das Fahrzeug nicht mehr nutzen kann. Der steuerrechtliche Tatbestand des Haltens eines Kraftfahrzeugs ist mit der Zulassung des Kraftfahrzeugs erf&uuml;llt, unabh&auml;ngig davon, ob &uuml;berhaupt oder in welchem Umfang von dem durch die Zulassung einger&auml;umten Recht, das Kraftfahrzeug auf &ouml;ffentlichen Stra&szlig;en in Betrieb zu setzen, im Einzelfall tats&auml;chlich Gebrauch gemacht wird (BFH-Beschluss vom 20.&nbsp;April 2006 VII&nbsp;B&nbsp;332\/05, BFH\/NV 2006, 1519, und BFH-Urteil in BFHE 235, 1, BStBl II 2012, 149).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Zwangsverwalter tritt jedoch insoweit als Verm&ouml;gensverwalter gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;3 i.V.m. &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;1 AO neben den Insolvenzschuldner, der zugleich Vollstreckungsschuldner ist (vgl. BFH-Urteil in BFHE 225, 172, BStBl II 2009, 1029). Als Verm&ouml;gensverwalter hat der Zwangsverwalter die steuerlichen Pflichten zu erf&uuml;llen, soweit die Zwangsverwaltung reicht, und daher die aus der Verwaltung des beschlagnahmten Verm&ouml;gens resultierenden Steuern aus der Zwangsverwaltungsmasse heraus zu erf&uuml;llen (Eickmann, ZIP 1986, 1517, 1522&nbsp;f.; Hagemann, a.a.O., &sect;&nbsp;152 Rz&nbsp;22; St&ouml;ber, ZVG-Handbuch, Rz&nbsp;609a). Er hat somit auch die Kraftfahrzeugsteuer f&uuml;r ein seiner Verwaltungs- und Nutzungsbefugnis unterliegendes Kraftfahrzeug zu entrichten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Nach diesen Grunds&auml;tzen ist im Streitfall die Kraftfahrzeugsteuer f&uuml;r die landwirtschaftliche Zugmaschine f&uuml;r die Zeit vom 1.&nbsp;April 2007 bis 1.&nbsp;Juli 2007 nicht gegen&uuml;ber dem Kl&auml;ger festzusetzen. Es handelt sich hierbei um keine Masseverbindlichkeit i.S. des &sect;&nbsp;55 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 InsO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die im Alleineigentum des Insolvenzschuldners stehende Zugmaschine ist als Zubeh&ouml;r i.S. des &sect;&nbsp;98 Nr.&nbsp;2 BGB durch die Anordnung der Zwangsverwaltung vom 2.&nbsp;Oktober 2006 &uuml;ber die im Miteigentum des Insolvenzschuldners stehenden landwirtschaftlichen Grundst&uuml;cke gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;146 Abs.&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 ZVG i.V.m. &sect;&nbsp;1120 BGB wirksam beschlagnahmt worden. Mit der Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens &uuml;ber das Verm&ouml;gen des Insolvenzschuldners wurde die Zugmaschine gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;35 Abs.&nbsp;1 InsO Teil der Insolvenzmasse. Verwaltungs- und nutzungsbefugt hinsichtlich der Maschine ist dennoch die vom Vollstreckungsgericht eingesetzte Zwangsverwalterin geblieben. Die Voraussetzungen der R&uuml;ckschlagsperre nach &sect;&nbsp;88 InsO lagen im Streitfall nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 1.8.2012, II R 28\/11 Kraftfahrzeugsteuer f&uuml;r ein im Wege der Zwangsverwaltung als Zubeh&ouml;r beschlagnahmtes Kraftfahrzeug bei sp&auml;terer Insolvenzer&ouml;ffnung &#8211; Frist f&uuml;r die Einlegung der Revision bei unrichtiger Rechtsmittelbelehrung des FG Leits&auml;tze Die nach Insolvenzer&ouml;ffnung entstandene Kraftfahrzeugsteuer f&uuml;r ein Fahrzeug, das als Zubeh&ouml;r bereits vor Insolvenzer&ouml;ffnung durch Anordnung der Zwangsverwaltung &uuml;ber ein Grundst&uuml;ck &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-28-11-kraftfahrzeugsteuer-fuer-ein-im-wege-der-zwangsverwaltung-als-zubehoer-beschlagnahmtes-kraftfahrzeug-bei-spaeterer-insolvenzeroeffnung-frist-fuer-die-einlegung-der-revision-bei-unrichtiger\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;R&nbsp;28\/11 &#8211; Kraftfahrzeugsteuer f&uuml;r ein im Wege der Zwangsverwaltung als Zubeh&ouml;r beschlagnahmtes Kraftfahrzeug bei sp&auml;terer Insolvenzer&ouml;ffnung &#8211; Frist f&uuml;r die Einlegung der Revision bei unrichtiger Rechtsmittelbelehrung des FG<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-5534","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5534","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5534"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5534\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5534"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5534"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5534"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}