{"id":5536,"date":"2012-08-29T00:00:00","date_gmt":"2012-08-28T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=5536"},"modified":"2012-11-23T13:09:27","modified_gmt":"2012-11-23T11:09:27","slug":"i-r-7-12-vorrang-der-niederlassungsfreiheit-gegenueber-der-kapitalverkehrsfreiheit-und-damit-keine-drittstaatenwirkung-bei-gesetzlicher-qualifizierter-mindestbeteiligungsquote-von-10-vh-kein-verstoss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-7-12-vorrang-der-niederlassungsfreiheit-gegenueber-der-kapitalverkehrsfreiheit-und-damit-keine-drittstaatenwirkung-bei-gesetzlicher-qualifizierter-mindestbeteiligungsquote-von-10-vh-kein-verstoss\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;7\/12 &#8211; Vorrang der Niederlassungsfreiheit gegen&uuml;ber der Kapitalverkehrsfreiheit und damit keine Drittstaatenwirkung bei gesetzlicher qualifizierter Mindestbeteiligungsquote von 10 v.H. &#8211; kein Versto&szlig; gegen Diskriminierungsverbote und kein &quot;Treaty override&quot; durch sog. Schachtelstrafe"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 29.8.2012, I R 7\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Vorrang der Niederlassungsfreiheit gegen&uuml;ber der Kapitalverkehrsfreiheit und damit keine Drittstaatenwirkung bei gesetzlicher qualifizierter Mindestbeteiligungsquote von 10 v.H. &#8211; kein Versto&szlig; gegen Diskriminierungsverbote und kein &quot;Treaty override&quot; durch sog. Schachtelstrafe<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Die sog. Schachtelstrafe gem&auml;&szlig; &sect; 8b Abs. 7 KStG 1999 (i.d.F. des StBereinG 1999) verst&ouml;&szlig;t gegen die unionsrechtliche Grundfreiheit der freien Wahl der Niederlassung nach Art. 43 EG (jetzt Art. 49 AEUV) und bleibt deswegen innerhalb der Europ&auml;ischen Union unanwendbar (Best&auml;tigung des Senatsurteils vom 13. Juni 2006 I R 78\/04, BFHE 215, 82, BStBl II 2008, 821, und des BMF-Schreibens vom 30. September 2008, BStBl I 2008, 940).&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<\/p>\n<p>2. &sect; 8b Abs. 7 KStG 1999 (i.d.F. des StBereinG 1999) verlangt &#8211;i.V.m. Art. 23 Abs. 2 Satz 1 Buchst. a S&auml;tze 1 und 3 DBA-USA 1989 als ma&szlig;gebende Bezugsnorm&#8211; eine unmittelbare Beteiligung an einer in den Vereinigten Staaten von Amerika ans&auml;ssigen Gesellschaft von mindestens 10 v.H. der stimmberechtigten Anteile und damit eine qualifizierte Mindestbeteiligungsquote, welche bei typisierender Betrachtung geeignet ist, nach der einschl&auml;gigen Spruchpraxis des EuGH &quot;einen sicheren Einfluss auf die Entscheidungen der Beteiligungsgesellschaft zu erm&ouml;glichen&quot;. Die Unanwendbarkeit von &sect; 8b Abs. 7 KStG 1999 (i.d.F. des StBereinG 1999) erstreckt sich deshalb infolge Vorrangs der Niederlassungsfreiheit gegen&uuml;ber der Kapitalverkehrsfreiheit (nach Art. 56 EG, jetzt Art. 63 AEUV) nicht auf sog. Drittstaaten (Abgrenzung zu den Senatsurteilen vom 9. August 2006 I R 95\/05, BFHE 214, 504, BStBl II 2007, 279, sowie vom 26. November 2008 I R 7\/08, BFHE 224, 50). <\/p>\n<\/p>\n<p>3. Die sog. Schachtelstrafe (hier nach &sect; 8b Abs. 7 KStG 1999 i.d.F. des StBereinG 1999) widerspricht weder den Diskriminierungsverboten des Art. XI des deutsch-amerikanischen Freundschaftsvertrages noch jenen des Art. 24 DBA-USA 1989. Sie stellt gegen&uuml;ber den abkommensrechtlichen Schachtelprivilegien (hier nach Art. 23 Abs. 2 Satz 1 Buchst. a S&auml;tze 1 und 3 i.V.m. Art. 10 Abs. 4 DBA-USA 1989) auch kein &quot;Treaty override&quot; dar. <\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin), eine GmbH, war im Streitjahr 1999 zu 33,5&nbsp;v.H. an einer in den Vereinigten Staaten von Amerika (USA) ans&auml;ssigen Kapitalgesellschaft, der UC, beteiligt. F&uuml;r die in diesem Jahr aus dieser Beteiligung erzielte Brutto-Dividende wurde in den USA nach Art.&nbsp;10 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a des Abkommens zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika zur Vermeidung der Doppelbesteuerung und zur Verhinderung der Steuerverk&uuml;rzung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen und vom Verm&ouml;gen und einiger anderer Steuern (DBA-USA 1989) eine Quellensteuer von 5&nbsp;v.H. einbehalten. Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) nahm die Dividende nach Art.&nbsp;23 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a S&auml;tze&nbsp;1 und 3 i.V.m. Art.&nbsp;10 Abs.&nbsp;4 DBA-USA 1989 von der Bemessungsgrundlage der deutschen Steuer aus, unterwarf sie jedoch der sog. Schachtelstrafe nach &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;7 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes 1999 i.d.F. des Gesetzes zur Bereinigung von steuerlichen Vorschriften (Steuerbereinigungsgesetz 1999) vom 22.&nbsp;Dezember 1999 (BGBl I 1999, 2601, BStBl I 2000, 13) &#8211;KStG 1999 n.F.&#8211; und ber&uuml;cksichtigte hiernach steuererh&ouml;hend 5&nbsp;v.H. der Brutto-Dividende als nicht abzugsf&auml;hige Betriebsausgaben. Tats&auml;chlich betrugen die der Kl&auml;gerin im Zusammenhang mit der Beteiligung im Streitjahr entstandenen Kosten lediglich 10.953,18&nbsp;DM.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin sah demgegen&uuml;ber &#8211;unter Hinweis auf die Senatsurteile vom 13.&nbsp;Juni 2006 I&nbsp;R&nbsp;78\/04 (BFHE 215, 82, BStBl II 2008, 821), vom 9.&nbsp;August 2006 I&nbsp;R&nbsp;50\/05 (BFHE 215, 93, BStBl II 2008, 823), vom 9.&nbsp;August 2006 I&nbsp;R&nbsp;95\/05 (BFHE 214, 504, BStBl II 2007, 279) sowie vom 26.&nbsp;November 2008 I&nbsp;R&nbsp;7\/08 (BFHE 224, 50)&#8211; nur die ihr tats&auml;chlich entstandenen Betriebsausgaben gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;3c des Einkommensteuergesetzes (EStG 1997) i.V.m. &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 KStG 1999 als nichtabzugsf&auml;hig an; die sog. Schachtelstrafe des &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;7 KStG 1999 n.F. versto&szlig;e gegen die gemeinschaftsrechtlichen Grundfreiheiten der freien Wahl der Niederlassung sowie der Freiheit des Kapitalverkehrs (Art.&nbsp;43 und Art.&nbsp;56 des Vertrags von Amsterdam zur &Auml;nderung des Vertrags &uuml;ber die Europ&auml;ische Union, der Vertr&auml;ge zur Gr&uuml;ndung der Europ&auml;ischen Gemeinschaften &#8211;EG&#8211; sowie einiger damit zusammenh&auml;ngender Rechtsakte, Amtsblatt der Europ&auml;ischen Gemeinschaften Nr.&nbsp;C-340, 1, jetzt Art.&nbsp;49 und Art.&nbsp;63 des Vertrags &uuml;ber die die Arbeitsweise der Europ&auml;ischen Union &#8211;AEUV&#8211; i.d.F. des Vertrags von Lissabon zur &Auml;nderung des Vertrags &uuml;ber die Europ&auml;ische Union und des Vertrags zur Gr&uuml;ndung der Europ&auml;ischen Gemeinschaft, Amtsblatt der Europ&auml;ischen Union 2008, 47) und bleibe infolgedessen auch bezogen auf Beteiligungen in sog. Drittstaaten wie hier in den USA unanwendbar. Das FA lehnte das ab. Die anschlie&szlig;ende Klage war erfolgreich. Das Urteil des Finanzgerichts (FG) K&ouml;ln vom 22.&nbsp;November 2011&nbsp;&nbsp;13&nbsp;K&nbsp;2853\/07 ist in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2012, 1085 abgedruckt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision r&uuml;gt das FA Verletzung materiellen Rechts. Es anerkennt zwar, dass die sog. Schachtelstrafe des &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;7 KStG 1999 n.F. gegen die Niederlassungsfreiheit verst&ouml;&szlig;t. Dieser Versto&szlig; schlie&szlig;e jedoch einen gleichzeitigen Versto&szlig; gegen die Kapitalverkehrsfreiheit und damit auch eine Ausstrahlung des unionsrechtlichen Anwendungsvorrangs auf sog. Drittstaaten aus. Das FA bezieht sich dazu auf das Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) vom 21.&nbsp;M&auml;rz 2007 (BStBl I 2007, 302; durch BMF-Schreiben vom 27.&nbsp;M&auml;rz 2012, BStBl I 2012, 370, aufgehoben f&uuml;r Steuertatbest&auml;nde, die nach dem 31.&nbsp;Dezember 2010 verwirklicht werden). Es beantragt, das FG-Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das BMF ist dem Verfahren beigetreten, ohne eigene Antr&auml;ge zu stellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Klageabweisung. Das FG hat zu Unrecht angenommen, die sog. Schachtelstrafe des &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;7 KStG 1999 n.F. bleibe infolge eines Versto&szlig;es gegen die Kapitalverkehrsfreiheit bezogen auf die Dividende aus der Kapitalbeteiligung in den USA unangewandt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Eink&uuml;nfte aus Dividenden sind nach Art.&nbsp;23 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a S&auml;tze&nbsp;1 und 3 i.V.m. Art.&nbsp;10 Abs.&nbsp;4 DBA-USA 1989 aus der Bemessungsgrundlage der K&ouml;rperschaftsteuer sowie &#8211;i.V.m. &sect;&nbsp;7 Satz&nbsp;1 des Gewerbesteuergesetzes (GewStG 1999)&#8211; aus dem Gewerbeertrag auszunehmen, soweit es sich hierbei um aus nach dem Recht der USA steuerpflichtige Gewinnaussch&uuml;ttungen auf Anteile an Kapitalgesellschaften handelt, die von einer in den USA ans&auml;ssigen Gesellschaft an eine in der Bundesrepublik Deutschland (Deutschland) ans&auml;ssige Gesellschaft gezahlt werden, der unmittelbar mindestens 10&nbsp;v.H. der stimmberechtigten Anteile der in den USA ans&auml;ssigen Gesellschaft geh&ouml;ren. Das korrespondiert, was die Mindestbeteiligungsquote von 10&nbsp;v.H. anbelangt, mit &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;5 KStG 1999 n.F., wonach die abkommensrechtliche Steuerbefreiung f&uuml;r Gewinnanteile, die von einer ausl&auml;ndischen Gesellschaft ausgesch&uuml;ttet werden, ungeachtet der im Abkommen vereinbarten Mindestbeteiligung auch dann gilt, wenn die Beteiligung mindestens ein Zehntel betr&auml;gt. Die Voraussetzungen des hiernach gew&auml;hrten sog. Schachtelprivilegs sind f&uuml;r die im Streitjahr von der UC an die Kl&auml;gerin ausgesch&uuml;tteten Betr&auml;ge erf&uuml;llt. Insbesondere ist die Aussch&uuml;ttung in den USA nach Art.&nbsp;10 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a DBA-USA 1989 steuerpflichtig und h&auml;lt die Kl&auml;gerin mit 33,5&nbsp;v.H. unmittelbar mindestens 10&nbsp;v.H. der stimmberechtigten Anteile an der UC als einer in den USA ans&auml;ssigen Gesellschaft. Dar&uuml;ber besteht unter den Beteiligten kein Streit und das bedarf keiner weiteren Er&ouml;rterung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;7 KStG 1999 n.F., der im Streitjahr anzuwenden ist (vgl. &sect;&nbsp;54 Abs.&nbsp;6d KStG 1999 n.F.), gelten 5&nbsp;v.H. von den Dividenden aus Anteilen an einer ausl&auml;ndischen Gesellschaft, die (u.a.) nach einem Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung oder nach &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;5 KStG 1999 n.F. von der K&ouml;rperschaftsteuer (bzw. &#8211;i.V.m. &sect;&nbsp;7 Satz&nbsp;1 GewStG 1999&#8211; von der Gewerbesteuer) befreit sind, als Betriebsausgaben, die mit den Dividenden in unmittelbarem wirtschaftlichen Zusammenhang stehen. Daraus folgt nach Auffassung der Verwaltungspraxis (vgl. BMF-Schreiben vom 10.&nbsp;Januar 2000, BStBl I 2000, 71), dass der hieraus zu errechnende Betrag gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;3c EStG 1997 (i.V.m. &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 KStG 1999 n.F.) nicht abgezogen werden darf; die Fiktion ist danach nicht davon abh&auml;ngig, ob und in welcher H&ouml;he der Obergesellschaft tats&auml;chlich Betriebsausgaben entstanden sind (ebenso z.B. Buyer in D&ouml;tsch\/Jost\/Pung\/Witt, Die K&ouml;rperschaftsteuer, &sect;&nbsp;8b KStG 1999 Rz&nbsp;286, 290; Krabbe, Internationales Steuerrecht &#8211;IStR&#8211; 1999, 365; Berndt\/Wiesch, Betriebs-Berater 1999, 2325). Die Gegenmeinung vermisst, um diese Rechtswirkung eines Abzugsverbots ausl&ouml;sen zu k&ouml;nnen, die ausdr&uuml;ckliche tatbestandliche Bezugnahme auf &sect;&nbsp;3c EStG 1997 und den darin angeordneten Abzugsausschluss f&uuml;r die betreffenden Betriebsausgaben, wie sie noch in der vorherigen Fassung des &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;7 KStG 1999 a.F. enthalten war; mittels des blo&szlig;en Hinweises auf den &quot;unmittelbaren wirtschaftlichen Zusammenhang&quot; mit den betreffenden steuerfreien Einnahmen lasse sich dieses Manko nicht substituieren (z.B. Scheipers, Deutsches Steuerrecht &#8211;DStR&#8211; 2000, 89 unter Bezugnahme auf F&uuml;ger\/Rieger, IStR 1999, 257). Bei verst&auml;ndiger Auslegung l&auml;sst sich auch die Betriebsausgabenfiktion in &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;7 KStG 1999 n.F. aber leichthin in den notwendigen Kontext zu &sect;&nbsp;3c EStG 1997 stellen und sind beide Vorschriften im wechselseitigen Zusammenhang zu lesen. Es gen&uuml;gt die gesetzliche Festlegung, dass die mit 5&nbsp;v.H. quantifizierten fiktiven Betriebsausgaben solche sind, die &quot;in unmittelbarem wirtschaftlichen Zusammenhang&quot; mit den steuerfreien Einnahmen stehen; sowohl Rechtsvoraussetzung als auch Rechtsfolge von &sect;&nbsp;3c EStG 1997 werden damit tatbestandlich mit hinreichender Deutlichkeit aufgegriffen. Auch &uuml;ber diese Frage, die im Senatsurteil in BFHE 215, 82, BStBl II 2008, 821 noch unbeantwortet geblieben ist, streiten die Beteiligten im Ergebnis denn auch nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die vorgenannte Fiktion von Betriebsausgaben und ein daraus abzuleitendes Abzugsverbot sind auf den im Streitfall zu beurteilenden Sachverhalt anzuwenden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Senat hat allerdings in seinem Urteil in BFHE 215, 82, BStBl II 2008, 821 (vgl. auch Urteile in BFHE 215, 93, BStBl II 2008, 823, sowie in BFHE 214, 504, BStBl II 2007, 279, und in BFHE 224, 50, jeweils zu &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;5 KStG 1999 [i.d.F. bis zur &Auml;nderung durch das Gesetz zur Fortentwicklung des Unternehmenssteuerrechts &#8211;Unternehmenssteuerfortentwicklungsgesetz&#8211; vom 20.&nbsp;Dezember 2001, BGBl I 2001, 3858, BStBl I 2002, 35 &#8211;KStG 1999\/2002 a.F.&#8211;] im Anschluss an die einschl&auml;gige Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Gemeinschaften, jetzt Gerichtshof der Europ&auml;ischen Union, &#8211;EuGH&#8211; (vgl. Urteile vom 18.&nbsp;September 2003, Bosal, C-168\/01, Slg. 2003, I-9409, IStR 2003, 666, und vom 23.&nbsp;Februar 2006, Keller Holding, C-471\/04, Slg. 2006, I-2107) erkannt, dass beides im Zusammenwirken gegen die gemeinschaftsrechtlich verb&uuml;rgte Niederlassungsfreiheit nach Art.&nbsp;43 i.V.m. Art.&nbsp;48 EG, jetzt Art.&nbsp;49 i.V.m. Art.&nbsp;54 AEUV, und damit gegen prim&auml;res Gemeinschaftsrecht verst&ouml;&szlig;t und deshalb wegen des Vorrangs des Unionsrechts vor nationalem Recht unanwendbar bleibt. Dem hat sich die Finanzverwaltung prinzipiell angeschlossen (vgl. BMF-Schreiben vom 30.&nbsp;September 2008, BStBl I 2008, 940). Auch in diesem Punkt besteht unter den Beteiligten kein Streit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Streit besteht aber dar&uuml;ber, ob die Vorschrift des &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;7 KStG 1999 n.F. &uuml;ber die sog. Schachtelstrafe nicht allein gegen die Niederlassungsfreiheit, sondern zugleich auch gegen die Kapitalverkehrsfreiheit des Art.&nbsp;56 EG (Art.&nbsp;63 AEUV) verst&ouml;&szlig;t. Letzteres k&ouml;nnte zur Folge haben, dass sich die Reichweite der Vertragsverletzung prinzipiell nicht nur auf Beteiligungsgesellschaften mit Sitz oder Gesch&auml;ftsleitung in einem Mitgliedstaat der Europ&auml;ischen Union und eines Staates erstreckt, auf den das Abkommen &uuml;ber den Europ&auml;ischen Wirtschaftsraum Anwendung findet, sondern auch auf sog. Drittstaaten (&quot;erga omnes&quot;). Das hat der Senat &#8211;ebenfalls im Anschluss an einschl&auml;gige Entscheidungen des EuGH&#8211; in seinen Urteilen in BFHE 214, 504, BStBl II 2007, 279, und in BFHE 224, 50 (jeweils m.w.N. zur EuGH-Rechtsprechung, s. dazu nachfolgend und fortf&uuml;hrend auch z.B. Urteile vom 17.&nbsp;September 2009, Glaxo Wellcome, C-182\/08, Slg. 2009, I-8591, IStR 2009, 691 Rn.&nbsp;36&nbsp;ff., sowie vom 19.&nbsp;Juli 2012, Scheunemann, C-31\/11, DStR 2012, 1508 Rn.&nbsp;17&nbsp;ff.) f&uuml;r die Regelungen in &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;5 KStG 1999\/2002 a.F. angenommen (und blieb nach entsprechender Verfassungsbeschwerde des beklagten Finanzamts gegen das Senatsurteil in BFHE 224, 50 gem&auml;&szlig; &sect;&sect;&nbsp;93a, 93b des Gesetzes &uuml;ber das Bundesverfassungsgericht vom Bundesverfassungsgericht in dessen allerdings nicht begr&uuml;ndeten Beschluss vom 11.&nbsp;April 2012&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;862\/09, IStR 2012, 464, unbeanstandet), wird seitens der Finanzverwaltung aber bislang anders gesehen; ein Versto&szlig; gegen die Kapitalverkehrsfreiheit trete jedenfalls dann hinter einen Versto&szlig; gegen die Niederlassungsfreiheit zur&uuml;ck, wenn infolge der konkret in Rede stehenden Beteiligungsquote die &quot;beschr&auml;nkenden Auswirkungen die unvermeidliche Konsequenz einer eventuellen Beschr&auml;nkung der Niederlassungsfreiheit&quot; darstellten (BMF-Schreiben in BStBl I 2007, 302).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Ausl&ouml;send f&uuml;r diesen Streit ist das unterschiedliche Rechtsverst&auml;ndnis dar&uuml;ber, ob es f&uuml;r den systematischen Anwendungsvorrang der Niederlassungs- gegen&uuml;ber der Kapitalverkehrsfreiheit auf das Telos der betreffenden nationalen Vorschrift oder aber auf die tats&auml;chlichen Beteiligungsverh&auml;ltnisse ankommt: Nach der st&auml;ndigen Spruchpraxis des EuGH ber&uuml;hrt eine nationale Regelung vorwiegend die Aus&uuml;bung der Niederlassungsfreiheit, wenn die Beteiligung es ihrem Inhaber im Rahmen einer sog. Direktinvestition erm&ouml;glicht, &quot;einen sicheren Einfluss auf die Entscheidungen der betreffenden Gesellschaft auszu&uuml;ben und deren T&auml;tigkeiten zu bestimmen&quot;; hingegen sind nationale Bestimmungen &uuml;ber Beteiligungen, die &#8211;als sog. Portfolioinvestitionen&#8211; &quot;in der alleinigen Absicht der Geldanlage erfolgen, ohne dass auf die Verwaltung und Kontrolle des Unternehmens Einfluss genommen werden soll&quot;, ausschlie&szlig;lich im Hinblick auf den freien Kapitalverkehr zu pr&uuml;fen (vgl. m.w.N. zur st&auml;ndigen Rechtsprechung z.B. EuGH-Urteile in Slg. 2009, I-8591, Rn.&nbsp;36&nbsp;ff., sowie in DStR 2012, 1508 Rn.&nbsp;17&nbsp;ff.; vom 21.&nbsp;November 2002, X und Y, C-436\/00, Slg. 2002, I-10829, Rn.&nbsp;66&nbsp;ff.; vom 12.&nbsp;Dezember 2006, Test Claimants in the FII Group Litigation, C-446\/04, Slg. 2006, I-11753 Rn.&nbsp;37&nbsp;f.). Ausschlaggebend ist sonach, ob die zugrundeliegende nationale Norm &#8211;wie beispielsweise &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;5 KStG 1999\/2002 a.F.&#8211; ausdr&uuml;cklich oder nach ihrer Zielsetzung allgemein und vorbehaltlos gegen &quot;jedermann&quot; wirkt, oder ob sie qualifizierte Beteiligungsmerkmale verlangt. Die tats&auml;chlichen Verh&auml;ltnisse spielen insoweit keine unmittelbare Rolle; sie werden vom EuGH lediglich erg&auml;nzend herangezogen, um den zur Abgrenzung eingeforderten &quot;sicheren Einfluss&quot; f&uuml;r den konkret zu beurteilenden Einzelfall zu verifizieren (z.B. EuGH-Urteile in DStR 2012, 1508 Rn.&nbsp;31; vom 26.&nbsp;M&auml;rz 2009, Kommission .\/. Italienische Republik, C-326\/07, Slg. 2009, I-2291 Rn.&nbsp;36&nbsp;ff.; s.a. FG K&ouml;ln, Urteil vom 24.&nbsp;Februar 2011&nbsp;&nbsp;13&nbsp;K&nbsp;80\/06, EFG 2011, 1651, jeweils m.w.N.). Die Finanzverwaltung sieht demgegen&uuml;ber die tats&auml;chlichen Verh&auml;ltnisse als allein ma&szlig;gebend an; lediglich sog. Streubesitz soll dem weltweit wirkenden Diskriminierungs- und Beschr&auml;nkungsschutz der Kapitalverkehrsfreiheit unterworfen sein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Im Streitfall bedarf es zu dieser Kontroverse nach dem grunds&auml;tzlichen Verh&auml;ltnis von Niederlassungs- und Kapitalverkehrsfreiheit keiner weiteren Ausf&uuml;hrungen, weil eine Verletzung der Kapitalverkehrsfreiheit jedenfalls unter den hier zu beurteilenden Gegebenheiten hinter die Verletzung der Niederlassungsfreiheit zur&uuml;cktritt und deren &quot;unvermeidliche Folge&quot; ist (vgl. EuGH-Urteil in Slg. 2009, I-8591, Rn.&nbsp;51). Grund daf&uuml;r ist, dass &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;7 KStG 1999 n.F. nicht &#8211;wie aber dessen Nachfolgeregelung in &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;5 KStG 1999\/2002 a.F.&#8211; allgemein an die steuerfreien Bez&uuml;ge aus Anteilen an ausl&auml;ndischen Gesellschaften ankn&uuml;pft, sondern nur an solche Gewinnaussch&uuml;ttungen der Auslandsgesellschaft, die nach einem Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung von der K&ouml;rperschaftsteuer befreit sind. Das aber erfordert wiederum nach dem beschriebenen Tatbestand des im Streitfall anzuwendenden Art.&nbsp;23 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a S&auml;tze&nbsp;1 und 3 DBA-USA 1989 als ma&szlig;gebender Bezugsnorm &#8211;abweichend von &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;1 KStG 2002 n.F.&#8211; eine unmittelbare Beteiligung an den stimmberechtigten Anteilen der in den USA ans&auml;ssigen Gesellschaft von mindestens 10&nbsp;v.H. und damit eine (qualifizierte) Mindestbeteiligungsquote, f&uuml;r welche sich &quot;nach Aktien- und Umwandlungsrecht bereits bestimmte Sonderrechte (ergeben)&quot; (so die amtliche Gesetzesbegr&uuml;ndung zur innerstaatlich einseitigen Herabsetzung h&ouml;herer abkommensrechtlicher Beteiligungsgrenzen auf eine Mindestbeteiligung von einem Zehntel in &sect;&nbsp;26 Abs.&nbsp;5 KStG 1984 &#8211;als Vorg&auml;ngervorschrift zu &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;5 KStG 1999 n.F.&#8211; durch das Gesetz zur St&auml;rkung der Wettbewerbsf&auml;higkeit der Wirtschaft und zur Einschr&auml;nkung von steuerlichen Vorteilen &#8211;Steuerentlastungsgesetz 1984&#8211; vom 22.&nbsp;Dezember 1983, BGBl I 1983, 1583, BStBl I 1984, 14, vgl. BTDrucks. 10\/336, dort S.&nbsp;28 [i.V.m. S.&nbsp;22&nbsp;f. zu &sect;&nbsp;102 Abs.&nbsp;1 und 2 des Bewertungsgesetzes und der dadurch f&uuml;r Zwecke der Verm&ouml;gensteuer gleicherma&szlig;en abgesenkten Mindestbeteiligungsh&ouml;he]) und welche deswegen eine &quot;unternehmerische Beteiligung&quot; kennzeichnet (s. Vogel, DBA, 3.&nbsp;Aufl., Art.&nbsp;23 Rz&nbsp;102). Eine derartige qualifizierte Mindestbeteiligungsquote erm&ouml;glicht in Einklang mit der zitierten einschl&auml;gigen Spruchpraxis des EuGH bei der hierf&uuml;r gebotenen typisierenden Betrachtung einen hinreichend &quot;sicheren Einfluss&quot;. Im Streitfall, in dem die Kl&auml;gerin einen Anteil von 33,5&nbsp;v.H. an der UC hielt und die Mindestbeteiligungsquote deutlich &uuml;bertraf, steht denn auch tats&auml;chlich au&szlig;er Frage, dass es sich so verh&auml;lt. Zu einer Drittstaatenwirkung der grunds&auml;tzlich anzunehmenden Unionsrechtswidrigkeit gelangt man sonach nicht; die Kapitalverkehrsfreiheit wird unbeschadet dessen, dass auch deren Schutzbereich grunds&auml;tzlich er&ouml;ffnet bleibt, von der insoweit vorrangig anzuwendenden Niederlassungsfreiheit verdr&auml;ngt (vgl. insoweit auch EuGH-Urteil in Slg. 2009, I-2291 Rn.&nbsp;36&nbsp;ff., dort zu einer 5%igen &#8211;allerdings mit Einspruchsrechten verbundenen&#8211; Beteiligung an einer Publikums-AG im Hinblick darauf, dass die nationale Regelung jedenfalls auch auf Beteiligungen anwendbar sei, die den gesetzlichen Mindestvomhundertsatz &uuml;berschritten; s. auch Gosch in Kirchhof, EStG, 11.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;50d Rz&nbsp;27).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Der Senat erachtet die aufgezeigte Unionsrechtslage in Anbetracht des zwischenzeitlichen Stands der Rechtsprechung des EuGH als eindeutig. Sie entspricht den Aussagen der zitierten EuGH-Urteile und war insoweit bereits Gegenstand einer Auslegung durch den Gerichtshof. Sie ergibt sich &uuml;berdies zweifelsfrei aus dem EG-Vertrag. &Uuml;berdies geb&uuml;hrt dem nationalen Gericht und nicht dem EuGH die vorrangige Einsch&auml;tzung der Frage, ob eine Regelung wie vorliegend &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;7 KStG 1999 n.F. nach ihrer Zielsetzung in erster Linie eine potentielle Beherrschungssituation &#8211;mit der Folge der prim&auml;ren Anwendbarkeit der Niederlassungsfreiheit&#8211; im Auge hat, oder aber, ob &#8211;mit der Folge der Anwendbarkeit der Kapitalverkehrsfreiheit&#8211; diese Regelung prim&auml;r allgemein wirkt. Einer Vorlage an den EuGH gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;267 Abs.&nbsp;3 AEUV bedurfte es deshalb nicht (vgl. EuGH-Urteil vom 6.&nbsp;Oktober 1982 Rs.&nbsp;283\/81 C.I.L.F.I.T., Slg. 1982, 3415).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die sog. Schachtelstrafe nach &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;7 KStG 1999 n.F. widerspricht entgegen der Annahme der Kl&auml;gerin auch nicht dem Diskriminierungsverbot, wie dieses in Art.&nbsp;XI Abs.&nbsp;1 des Freundschafts-, Handels- und Schiffahrtsvertrages zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika vom 29.&nbsp;Oktober 1954 ebenso wie in Art.&nbsp;24 DBA-USA 1989 verb&uuml;rgt ist. Denn die UC als &quot;Gesellschaft eines Vertragsteils&quot; &#8211;hier der USA&#8211; unterliegt in Deutschland keiner &quot;st&auml;rkeren Belastung als unter gleichartigen Voraussetzungen die (&#8230;) Gesellschaften des anderen Vertragsteils&quot;. Auch die Ausdehnung unionsrechtlich einzufordernder Diskriminierungs- und Beschr&auml;nkungsverbote auf Drittstaatenangeh&ouml;rige und Drittstaatenkonstellationen i.S. einer Meistbeg&uuml;nstigung ist danach nicht zu gew&auml;hren (vgl. Senatsurteil vom 30.&nbsp;M&auml;rz 2011 I&nbsp;R&nbsp;63\/10, BFHE 233, 198, BStBl II 2011, 747).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Schlie&szlig;lich stellt die sog. Schachtelstrafe gleicherma&szlig;en kein sog. Treaty override dar, das der prinzipiellen Schachtelprivilegierung des Art.&nbsp;23 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a S&auml;tze&nbsp;1 und 3 i.V.m. Art.&nbsp;10 Abs.&nbsp;4 DBA-USA 1989 f&uuml;r die Dividenden aus der Auslandsbeteiligung in &quot;faktischer&quot; und m&ouml;glicherweise v&ouml;lker- und verfassungswidriger Weise (vgl. Senatsbeschluss vom 10.&nbsp;Januar 2012 I&nbsp;R&nbsp;66\/09, BFHE 236, 304) entgegenst&uuml;nde. Die Schachtelprivilegierung wird vollen Umfangs einger&auml;umt. Dass die daraus erwachsende Steuerfreistellung der Auslandsdividenden wirtschaftlich dann wieder um 5&nbsp;v.H. der Dividenden als nichtabziehbar behandelte fiktive Betriebsausgaben zur&uuml;ckgenommen wird, ber&uuml;hrt die zun&auml;chst gew&auml;hrte Freistellung aus rechtlicher Sicht ebenso wenig, wie dies infolge der Nichtabziehbarkeit der tats&auml;chlich angefallenen Betriebsausgaben nach Ma&szlig;gabe von &sect;&nbsp;3c EStG 1997 der Fall w&auml;re. In beiden Situationen wird kraft positiv-rechtlicher Anordnung lediglich dem Rechtsgedanken Rechnung getragen, dass steuerbefreite Einkommensbestandteile mit einem Abzugsverbot f&uuml;r damit in Zusammenhang stehenden Aufwand korrespondieren sollen, und zwar gleichviel, ob dabei auf den tats&auml;chlich angefallenen Aufwand abgestellt wird oder ob die nicht abziehbaren Betriebsausgaben insoweit abweichend von &sect;&nbsp;3c EStG 1997 pauschaliert werden. Keineswegs aber schafft &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;7 KStG 1999 n.F. einen Steuertatbestand, welcher rechtlich neben der Steuerfreistellung des DBA-Schachtelprivilegs st&uuml;nde und diesen &quot;&uuml;berschriebe&quot; (vgl. im Einzelnen z.B. Heurung\/Engel\/Seidel, Der Betrieb 2010, 1551, 1553&nbsp;f.; Gosch in Kessler\/F&ouml;rster\/Watrin [Hrsg.], Unternehmensbesteuerung, Festschrift Herzig, 2010, S.&nbsp;63, 85&nbsp;ff.; Frotscher, DStR 2001, 2045, 2051; s.a. Senatsurteil vom 10.&nbsp;Januar 2007 I&nbsp;R&nbsp;53\/06, BFHE 217, 98, BStBl II 2007, 585; anders z.B. &#8211;z.T. unter Berufung auf einen Grundsatz der &quot;v&ouml;lkerrechtsfreundlichen&quot; Auslegung&#8211; Hageb&ouml;ke, IStR 2009, 473; Stangl\/Hageb&ouml;ke, Unternehmensbesteuerung 2010, 651; Lorenz, IStR 2009, 437; Sch&ouml;nfeld, IStR 2010, 658; U.&nbsp;Prinz, Finanz-Rundschau &#8211;FR&#8211; 1999, 356, 358; Kraft\/Gebhardt\/ Quilitzsch, FR 2011, 593, jeweils m.w.N.). Aus dem in anderen gesetzlichen Zusammenh&auml;ngen des &sect;&nbsp;8 Nr.&nbsp;5 GewStG 2002 ergangenen Senatsurteil vom 23.&nbsp;Juni 2010 I&nbsp;R&nbsp;71\/09 (BFHE 230, 177, BStBl II 2011, 129) ergibt sich insoweit nichts Gegenteiliges.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Die Vorinstanz war hinsichtlich der unionsrechtlichen Einsch&auml;tzung abweichender Auffassung. Ihre Entscheidung ist deswegen aufzuheben und die Klage ist abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 29.8.2012, I R 7\/12 Vorrang der Niederlassungsfreiheit gegen&uuml;ber der Kapitalverkehrsfreiheit und damit keine Drittstaatenwirkung bei gesetzlicher qualifizierter Mindestbeteiligungsquote von 10 v.H. &#8211; kein Versto&szlig; gegen Diskriminierungsverbote und kein &quot;Treaty override&quot; durch sog. Schachtelstrafe Leits&auml;tze 1. Die sog. 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