{"id":5541,"date":"2012-08-30T00:00:00","date_gmt":"2012-08-29T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=5541"},"modified":"2012-11-23T13:04:36","modified_gmt":"2012-11-23T11:04:36","slug":"x-b-97-11-bindungswirkung-eines-grundlagenbescheides-anpassung-des-folgebescheides-umqualifizierung-eines-veraeusserungsgewinns-in-einen-laufenden-gewinn-verboeserungsverbot-vorliegen-einer-abweichung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-97-11-bindungswirkung-eines-grundlagenbescheides-anpassung-des-folgebescheides-umqualifizierung-eines-veraeusserungsgewinns-in-einen-laufenden-gewinn-verboeserungsverbot-vorliegen-einer-abweichung\/","title":{"rendered":"X&nbsp;B&nbsp;97\/11 &#8211; Bindungswirkung eines Grundlagenbescheides &#8211; Anpassung des Folgebescheides &#8211; Umqualifizierung eines Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns in einen laufenden Gewinn &#8211; Verb&ouml;serungsverbot &#8211; Vorliegen einer Abweichung i.S.d. &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alt. 2 FGO bei Rechtsprechungs&auml;nderung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 30.8.2012, X B 97\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Bindungswirkung eines Grundlagenbescheides &#8211; Anpassung des Folgebescheides &#8211; Umqualifizierung eines Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns in einen laufenden Gewinn &#8211; Verb&ouml;serungsverbot &#8211; Vorliegen einer Abweichung i.S.d. &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alt. 2 FGO bei Rechtsprechungs&auml;nderung<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde hat keinen Erfolg. Die von den Kl&auml;gern und Beschwerdef&uuml;hrern (Kl&auml;ger) benannten Gr&uuml;nde f&uuml;r eine Zulassung der Revision gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) liegen entweder der Sache nach nicht vor oder die Beschwerdebegr&uuml;ndung entspricht nicht den Anforderungen an die Darlegung eines Zulassungsgrunds gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Eine die einheitliche Rechtsprechung i.S. von &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO gef&auml;hrdende Divergenz ist gegeben, wenn das Finanzgericht (FG) bei gleichem oder vergleichbarem Sachverhalt in einer entscheidungserheblichen Rechtsfrage eine andere Auffassung vertritt als der Bundesfinanzhof (BFH), das Bundesverfassungsgericht, der Gemeinsame Senat der obersten Gerichtsh&ouml;fe des Bundes, ein anderes oberstes Bundesgericht oder ein anderes FG. Das FG muss seiner Entscheidung einen tragenden abstrakten Rechtssatz zugrunde gelegt haben, der mit den ebenfalls tragenden Rechtsausf&uuml;hrungen in der Divergenzentscheidung des anderen Gerichts nicht &uuml;bereinstimmt (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. Senatsbeschluss vom 13.&nbsp;Juli 2011 X&nbsp;B&nbsp;117\/10, BFH\/NV 2011, 2075, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur schl&uuml;ssigen Darlegung einer Divergenzr&uuml;ge i.S. von &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO geh&ouml;rt u.a. die Gegen&uuml;berstellung tragender, abstrakter Rechtss&auml;tze aus dem angefochtenen Urteil des FG einerseits und aus den behaupteten Divergenzentscheidungen andererseits, um eine Abweichung deutlich erkennbar zu machen. Des Weiteren ist insbesondere auszuf&uuml;hren, dass es sich im Streitfall um einen vergleichbaren Sachverhalt und um eine identische Rechtsfrage handelt (vgl. z.B. Senatsbeschluss vom 5.&nbsp;Oktober 2010 X&nbsp;B&nbsp;72\/10, BFH\/NV 2011, 273, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Kl&auml;ger tragen sinngem&auml;&szlig; vor, es bestehe eine Divergenz zum Urteil des FG Baden-W&uuml;rttemberg vom 13.&nbsp;April 2010&nbsp;&nbsp;4&nbsp;K&nbsp;379\/09 (Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2011, 1044), nach dem das Wohnsitz-Finanzamt (Wohnsitz-FA) eines Gesellschafters nicht berechtigt sei, den Gewinn des Gesellschafters aus der Ver&auml;u&szlig;erung seines Anteils in einen laufenden Gewinn umzuqualifizieren, wenn das Betriebsst&auml;tten-Finanzamt (Betriebsst&auml;tten-FA) &#8211;wie im Streitfall&#8211; den Gewinn aus der Ver&auml;u&szlig;erung seines Anteils an der Personengesellschaft als beg&uuml;nstigten Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn festgestellt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es kann dahingestellt bleiben, ob dieses Vorbringen die Darlegungsanforderungen i.S. des &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO erf&uuml;llt. Entscheidend ist, dass der angerufene Senat mit Urteil vom 18.&nbsp;April 2012 X&nbsp;R&nbsp;34\/10 (BFH\/NV 2012, 1347) das finanzgerichtliche Urteil aufgehoben und entschieden hat, das Wohnsitz-FA d&uuml;rfe den Gewinn aus der Ver&auml;u&szlig;erung eines Anteils an einer grundbesitzenden Personengesellschaft auch dann in einen laufenden Gewinn im Rahmen eines vom Kl&auml;ger betriebenen gewerblichen Grundst&uuml;ckshandels umqualifizieren, wenn er im Feststellungsbescheid als Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn bezeichnet worden sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da f&uuml;r das Vorliegen einer Abweichung i.S. des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO der Stand der Rechtsprechung im Zeitpunkt der Zulassung der Revision ma&szlig;geblich ist, k&ouml;nnen fr&uuml;here Entscheidungen, die &#8211;wie hier&#8211; durch die neuere BFH-Rechtsprechung &uuml;berholt sind, eine Divergenz nicht begr&uuml;nden (st&auml;ndige BFH-Rechtsprechung, vgl. Beschl&uuml;sse vom 20.&nbsp;Februar 1980 II&nbsp;B&nbsp;26\/79, BFHE 129, 313, BStBl II 1980, 211, und vom 26.&nbsp;Juni 2009 V&nbsp;B&nbsp;34\/08, BFH\/NV 2009, 2011; Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 7.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;115 Rz&nbsp;51, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Kl&auml;ger tragen au&szlig;erdem vor, das FG habe einen Gewinnanteil in H&ouml;he von xxx&nbsp;DM zugrunde gelegt und sei damit von dem Bescheid &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung der I-KG sowie von dem Urteil des FG N&uuml;rnberg vom 14.&nbsp;April 2010&nbsp;&nbsp;5&nbsp;K&nbsp;568\/2007 (EFG 2011, 1614) abgewichen, in denen ein Gewinnanteil des Kl&auml;gers in H&ouml;he von yyy&nbsp;DM festgestellt worden sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der BFH in dem Urteil vom 5.&nbsp;Juni 2008 IV&nbsp;R&nbsp;81\/06 (BFHE 222, 295, BStBl II 2010, 974) habe jedoch ebenso wie das FG Baden-W&uuml;rttemberg in EFG 2011, 1044 entschieden, das Wohnsitz-FA sei an den gesonderten und einheitlichen Gewinnfeststellungsbescheid des Betriebsst&auml;tten-FA gebunden, selbst wenn dieser Bescheid rechtswidrig sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Behauptung, es sei ein falscher Betrag angesetzt worden, haben die Kl&auml;ger indes keinen abstrakten Rechtssatz des FG herausgearbeitet, so dass es insoweit an der substantiierten Darlegung eines Revisionsgrundes fehlt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Ein weiteres Vorbringen der Kl&auml;ger ist, das FG habe in seinem Urteil die Pr&uuml;ferbilanz der I-KG berichtigt, indem die Gewerbesteuer-R&uuml;ckstellung in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;DM nicht &uuml;bernommen worden sei. Hierdurch habe es zum einen gegen die tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung vom 10.\/12.&nbsp;Dezember 2002 versto&szlig;en. Zum anderen sei die Minderung der Gewerbesteuer-R&uuml;ckstellung erfolgt, obwohl alle Beteiligten bei subjektiver Betrachtung davon ausgegangen seien, dass die im Rahmen der tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung gebildete Gewerbesteuer-R&uuml;ckstellung zu Recht erfolgt sei. Eine Bilanzberichtigung sei daher nach der Rechtsprechung des BFH nicht m&ouml;glich gewesen (vgl. z.B. Urteil vom 5.&nbsp;Juni 2007 I&nbsp;R&nbsp;47\/06, BFHE 218, 221, BStBl II 2007, 818).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Darlegungsanforderungen des &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO werden hiermit nicht erf&uuml;llt, da auch diesen Ausf&uuml;hrungen der Kl&auml;ger kein abstrakter Rechtssatz des FG zu entnehmen ist, der einer m&ouml;glichen Divergenzentscheidung gegen&uuml;bergestellt werden k&ouml;nnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Vor allem wenden sich die Kl&auml;ger gegen die Auffassung des FG, eine Anpassungspflicht an den Grundlagenbescheid sei nicht gegeben, wenn es an einer Folgewirkung fehle. Die Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb des Kl&auml;gers im Rahmen der Einkommensteuer-Festsetzung entspr&auml;chen inhaltlich den Feststellungen aus dem Grundlagenbescheid. F&uuml;r eine Anpassung der Einkommensteuer-Festsetzung an den Grundlagenbescheid m&uuml;ssten die Zahlungen des Feststellungsbescheides nicht in identischer H&ouml;he &uuml;bernommen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger behaupten, diese Rechtsauffassung stehe im Widerspruch zu den Urteilen des FG Baden-W&uuml;rttemberg in EFG 2011, 1044 sowie des BFH in BFHE 222, 295, BStBl II 2010, 974, wonach das Wohnsitz-FA verpflichtet sei, den im Feststellungsbescheid ausgewiesenen Gewinn in gleicher H&ouml;he zu &uuml;bernehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar kann ein solches Vorbringen dem BFH-Urteil in BFHE 222, 295, BStBl II 2010, 974 nicht zweifelsfrei entnommen werden; nach st&auml;ndiger Rechtsprechung fordert jedoch die Bindungswirkung des Grundlagenbescheides, dass der Folgebescheid vollst&auml;ndig und zutreffend an den Regelungsgehalt des Grundlagenbescheides angepasst wird (z.B. BFH-Urteile vom 4.&nbsp;September 1996 XI&nbsp;R&nbsp;50\/96, BFHE 181, 388, BStBl II 1997, 261; vom 14.&nbsp;April 1988 IV&nbsp;R&nbsp;219\/85, BFHE 153, 285, BStBl II 1988, 711; vom 17.&nbsp;Februar 1993 II&nbsp;R&nbsp;15\/91, BFH\/NV 1994, 1). Die Bindung an den Feststellungsbescheid schlie&szlig;t es danach aus, &uuml;ber einen Sachverhalt, &uuml;ber den im Feststellungsverfahren entschieden worden ist, im Folgeverfahren in einem damit unvereinbaren Sinne anders zu entscheiden (z.B. Senatsurteile vom 13.&nbsp;Juli 1994 X&nbsp;R&nbsp;7\/91, BFH\/NV 1995, 303, und in BFH\/NV 2012, 1347).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Urteil des FG steht zu dieser Rechtsprechung nicht im Widerspruch, da die Anpassung des Folgebescheides nicht nur in der &Auml;nderung von Betr&auml;gen besteht, die dem ge&auml;nderten Grundlagenbescheid zu entnehmen sind, sondern sie auch eine neue selbst&auml;ndige W&uuml;rdigung eines f&uuml;r das Folgeverfahren (die Einkommensteuerveranlagung) relevanten Sachverhalts in tats&auml;chlicher und rechtlicher Hinsicht einschlie&szlig;t (BFH-Entscheidungen vom 24.&nbsp;November 1965 VI&nbsp;128\/65&nbsp;U, BFHE 84, 365, BStBl III 1966, 131; vom 11.&nbsp;April 1990 I&nbsp;R&nbsp;82\/86, BFH\/NV 1991, 143, und vom 6.&nbsp;November 2009 VIII&nbsp;B&nbsp;38\/09, BFH\/NV 2010, 177). Im Streitfall f&uuml;hrte diese W&uuml;rdigung in Bezug auf das Folgeverfahren zu einer erneuten Berechnung der Gewerbesteuerr&uuml;ckstellung f&uuml;r die <em>gesamten<\/em> gewerblichen Eink&uuml;nfte des Kl&auml;gers im Rahmen des Einkommensteuerbescheides, die unter Ber&uuml;cksichtigung der bereits in den festgestellten Eink&uuml;nften der I-KG enthaltenen Gewerbesteuer-R&uuml;ckstellung zu erfolgen hatte. Die Zugrundelegung der neu ermittelten Gewerbesteuer-R&uuml;ckstellung f&uuml;r die <em>gesamten<\/em> gewerblichen Eink&uuml;nfte h&auml;tte zwar grunds&auml;tzlich zu einer &Auml;nderung des Folgebescheides f&uuml;hren m&uuml;ssen; dieses war dem FG jedoch wegen des Verb&ouml;serungsverbotes nicht m&ouml;glich. Damit konnte das FG aus dem Grundlagenbescheid keine weiteren Folgen ziehen, so dass im Streitfall die Anpassungspflicht nicht zum Tragen kommen konnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO) ist die Revision zwar auch dann zuzulassen, wenn ein Rechtsfehler des FG zu einer &quot;greifbar gesetzwidrigen&quot; Entscheidung gef&uuml;hrt hat. Voraussetzung hierf&uuml;r ist aber, dass die Entscheidung des FG in einem solchen Ma&szlig; fehlerhaft ist, dass das Vertrauen in die Rechtsprechung nur durch eine h&ouml;chstrichterliche Korrektur der finanzgerichtlichen Entscheidung wiederhergestellt werden k&ouml;nnte. Diese Voraussetzung kann etwa vorliegen, wenn das FG eine offensichtlich einschl&auml;gige entscheidungserhebliche Vorschrift &uuml;bersehen hat, das Urteil jeglicher gesetzlichen Grundlage entbehrt oder auf einer offensichtlich Wortlaut und Gesetzeszweck widersprechenden Gesetzesauslegung beruht. Unterhalb dieser Schwelle liegende erhebliche Rechtsfehler reichen dagegen nicht aus, um eine greifbare Gesetzwidrigkeit oder gar eine Willk&uuml;rlichkeit der angefochtenen Entscheidung anzunehmen (z.B. BFH-Beschluss vom 26.&nbsp;Oktober 2011 IV&nbsp;B&nbsp;96\/10, BFH\/NV 2012, 285, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall haben die Kl&auml;ger einen entsprechend qualifizierten Rechtsanwendungsfehler weder dargelegt noch ist ein solcher ersichtlich. Ihr Beschwerdevorbringen ersch&ouml;pft sich letztlich in der Behauptung, das FG habe den Rechtsstreit fehlerhaft entschieden. Damit kann die Zulassung der Revision jedoch nicht erreicht werden (z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 30.&nbsp;Mai 2008 IX&nbsp;B&nbsp;216\/07, BFH\/NV 2008, 1510, und vom 26.&nbsp;Oktober 2011 IV&nbsp;B&nbsp;139\/10, BFH\/NV 2012, 263).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Darlegung des Zulassungsgrundes der grunds&auml;tzlichen Bedeutung der Rechtssache (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO) verlangt substantiierte Ausf&uuml;hrungen zur Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit einer hinreichend bestimmten Rechtsfrage, die im konkreten Streitfall voraussichtlich kl&auml;rbar ist und deren Beurteilung zweifelhaft oder umstritten ist. Hierzu muss sich der Beschwerdef&uuml;hrer mit der Rechtsprechung des BFH und den &Auml;u&szlig;erungen im Schrifttum auseinandersetzen. Insbesondere sind Ausf&uuml;hrungen erforderlich, aus denen sich ergibt, in welchem Umfang, von welcher Seite und aus welchen Gr&uuml;nden die Beantwortung der Rechtsfrage zweifelhaft und umstritten ist. Liegt zu der vom Beschwerdef&uuml;hrer herausgestellten Rechtsfrage bereits h&ouml;chstrichterliche Rechtsprechung vor, so geh&ouml;rt zu der Darlegung der Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit eine fundierte Stellungnahme dazu, weshalb diese Rechtsprechung noch nicht zu einer hinreichenden Kl&auml;rung gef&uuml;hrt habe oder aufgrund welcher neuen Entwicklung sie nunmehr erneut in Frage gestellt werden m&uuml;sse (z.B. BFH-Beschluss vom 15.&nbsp;Oktober 2008 II&nbsp;B&nbsp;74\/08, BFH\/NV 2009, 125, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger r&uuml;gen, nach Auffassung des FG scheitere eine Anpassung der Einkommensteuerfestsetzung auch daran, dass die Gewerbesteuer-R&uuml;ckstellung ansonsten dadurch doppelt ber&uuml;cksichtigt w&uuml;rde. Es ist zun&auml;chst mehr als zweifelhaft, ob dieses Vorbringen den Anforderungen des &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO entspricht, da es bereits an einer Formulierung einer abstrakten Rechtsfrage fehlt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bereits durch die Verwendung des Wortes &quot;auch&quot; sowohl in dem finanzgerichtlichen Urteil als auch in der Beschwerdebegr&uuml;ndung wird jedoch zudem erkennbar, dass es sich bei diesem Aspekt um eine zus&auml;tzliche finanzgerichtliche Begr&uuml;ndung handelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wird das Urteil eines FG kumulativ auf mehrere Gr&uuml;nde gest&uuml;tzt, so muss hinsichtlich jeder Begr&uuml;ndung ein Zulassungsgrund dargelegt werden und vorliegen (st&auml;ndige Rechtsprechung des BFH, vgl. Senatsbeschl&uuml;sse vom 8.&nbsp;Juni 2011 X&nbsp;B&nbsp;216\/10, BFH\/NV 2011, 1511, und vom 17.&nbsp;April 2000 X&nbsp;B&nbsp;9\/00, BFH\/NV 2000, 1334, m.w.N.; Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect;&nbsp;116 Rz&nbsp;28). Da die kl&auml;gerischen Einwendungen hinsichtlich der ersten Begr&uuml;ndung des FG, eine Anpassung des Folgebescheides an den Grundlagenbescheid sei dann nicht erforderlich, wenn es an der Folgewirkung fehle, nicht zur Zulassung f&uuml;hren, kann es der angerufene Senat dahinstehen lassen, ob die Darlegungen der Kl&auml;ger zur doppelten Ber&uuml;cksichtigung der Gewerbesteuer-R&uuml;ckstellung eine substantiierte Darlegung eines Zulassungsgrundes darstellen k&ouml;nnten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entsprechendes gilt f&uuml;r die Ausf&uuml;hrungen der Kl&auml;ger zur Berichtigungsm&ouml;glichkeit des &sect;&nbsp;174 der Abgabenordnung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Es fehlt auch an der ordnungsgem&auml;&szlig;en Darlegung eines Verfahrensmangels i.S. des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO. Eine schl&uuml;ssige R&uuml;ge erfordert hier, dass die Tatsachen, die den Mangel ergeben, im Einzelnen angef&uuml;hrt werden und dass dargelegt wird, dass die Entscheidung des FG auf dem Mangel beruhen kann (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 14.&nbsp;M&auml;rz 2007 IV&nbsp;B&nbsp;76\/05, BFHE 216, 507, BStBl II 2007, 466). Dem Vorbringen der Kl&auml;ger ist &#8211;neben der abstrakten R&uuml;ge des Verfahrensmangels&#8211; kein Hinweis auf einen konkreten Verfahrensfehler zu entnehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 30.8.2012, X B 97\/11 Bindungswirkung eines Grundlagenbescheides &#8211; Anpassung des Folgebescheides &#8211; Umqualifizierung eines Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns in einen laufenden Gewinn &#8211; Verb&ouml;serungsverbot &#8211; Vorliegen einer Abweichung i.S.d. &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alt. 2 FGO bei Rechtsprechungs&auml;nderung Gr&uuml;nde &nbsp; 1&nbsp; Die Beschwerde hat keinen Erfolg. Die von den Kl&auml;gern und Beschwerdef&uuml;hrern (Kl&auml;ger) &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-97-11-bindungswirkung-eines-grundlagenbescheides-anpassung-des-folgebescheides-umqualifizierung-eines-veraeusserungsgewinns-in-einen-laufenden-gewinn-verboeserungsverbot-vorliegen-einer-abweichung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;B&nbsp;97\/11 &#8211; Bindungswirkung eines Grundlagenbescheides &#8211; Anpassung des Folgebescheides &#8211; Umqualifizierung eines Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns in einen laufenden Gewinn &#8211; Verb&ouml;serungsverbot &#8211; Vorliegen einer Abweichung i.S.d. &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alt. 2 FGO bei Rechtsprechungs&auml;nderung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-5541","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5541","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5541"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5541\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5541"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5541"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5541"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}