{"id":5545,"date":"2012-08-08T00:00:00","date_gmt":"2012-08-07T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=5545"},"modified":"2012-11-23T13:12:04","modified_gmt":"2012-11-23T11:12:04","slug":"i-b-9-12-gewinnerzielungsabsicht-bei-einem-wasserversorgungsbetrieb","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-b-9-12-gewinnerzielungsabsicht-bei-einem-wasserversorgungsbetrieb\/","title":{"rendered":"I&nbsp;B&nbsp;9\/12 &#8211; Gewinnerzielungsabsicht bei einem Wasserversorgungsbetrieb"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 8.8.2012, I B 9\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Gewinnerzielungsabsicht bei einem Wasserversorgungsbetrieb<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob eine mit Gewinnerzielungsabsicht ausge&uuml;bte gewerbliche Bet&auml;tigung vorliegt und damit die Festsetzung eines Gewerbesteuermessbetrages f&uuml;r den Erhebungszeitraum 2008 (Streitjahr) rechtm&auml;&szlig;ig ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) ist ein 1982 errichteter Wasser- und Bodenverband nach dem Wasserverbandsgesetz des Bundes (WVG). Er versorgt seine Mitglieder mit Trink- und Brauchwasser und f&uuml;hrt (insoweit als sog. Hoheitsbetrieb i.S. des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 der Gewerbesteuer-Durchf&uuml;hrungsverordnung) die Abwasserbeseitigung durch. Nach der ab 1.&nbsp;Januar 2009 geltenden Fassung seiner Satzung erf&uuml;llt der Kl&auml;ger seine Aufgaben ohne Gewinnerzielungsabsicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger erzielte im Zeitraum 1997 bis 2002 fast durchg&auml;ngig Verluste, seit 2003 aber Gewinne. Ein Ausgleich der bis zu diesem Zeitpunkt erwirtschafteten Verluste gelang schon in 2004; handelsbilanziell ergab sich f&uuml;r den Zeitraum 1997 bis 2008 ein Gewinnsaldo von 3.372.267&nbsp;EUR. Die Eigenkapitalquote f&uuml;r das Streitjahr betrug 26,6&nbsp;%.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) erlie&szlig; Gewerbesteuermessbescheide, da der Versorgungsbetrieb (Trinkwasserbereich) ab 2004 mit Gewinnerzielungsabsicht betrieben werde. Die gegen die Festsetzung f&uuml;r das Streitjahr erhobene Klage blieb erfolglos (Nieders&auml;chsisches Finanzgericht &#8211;FG&#8211;, Urteil vom 1.&nbsp;Dezember 2011&nbsp;&nbsp;6&nbsp;K&nbsp;509\/09).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt unter Hinweis auf &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 bzw. Nr.&nbsp;3 der Finanzgerichtsordnung (FGO), die Revision zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Beschwerde zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet. Die von dem Kl&auml;ger geltend gemachten Gr&uuml;nde f&uuml;r eine Zulassung der Revision liegen nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Soweit der Kl&auml;ger der Rechtssache grunds&auml;tzliche Bedeutung beimisst (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO) und in diesem Zusammenhang auf zwei entscheidungserhebliche Rechtsfragen verweist, kann dies eine Revisionszulassung nicht begr&uuml;nden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Rechtsfrage, ob die Einbeziehung einer kommunalrechtlich vorgesehenen Eigenkapitalverzinsung in die Entgeltkalkulation eines Wasserversorgungsbetriebes stets zur Annahme einer Gewinnerzielungsabsicht f&uuml;hrt, ist im Streitfall in einem sich anschlie&szlig;enden Revisionsverfahren nicht kl&auml;rungsf&auml;hig, weil sie dem angefochtenen Urteil nicht in der vom Kl&auml;ger formulierten Eindeutigkeit zugrunde liegt. Das FG hat seine Schlussfolgerung, dass der T&auml;tigkeitsbereich &quot;Wasserversorgung&quot; mit Gewinnerzielungsabsicht betrieben werde, vielmehr auf unterschiedliche Gr&uuml;nde gest&uuml;tzt (zu 1.b(2) &#8211; dort 2.&nbsp;Absatz der Entscheidungsgr&uuml;nde): Es hat auf die erheblichen Gewinne, die bereits 2004 zu einem Ausgleich der bisher erzielten Verluste gef&uuml;hrt h&auml;tten, verwiesen, ebenfalls auf die hohe Eigenkapitalquote. &quot;Dar&uuml;ber hinaus&quot; (so das FG) sei aus der Geb&uuml;hrenfindung f&uuml;r das Streitjahr ableitbar gewesen, dass trotz geplanter Investitionen und Ersatzbeschaffungsma&szlig;nahmen im Streitjahr und im Folgejahr ein (erheblicher) Gewinn prognostiziert gewesen sei. Dem angefochtenen Urteil liegt daher nicht ein Rechtssatz des Inhalts zugrunde, dass eine (einkalkulierte) Eigenkapitalverzinsung &quot;stets&quot; zur Annahme einer Gewinnerzielungsabsicht f&uuml;hren m&uuml;sse.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) F&uuml;r die Rechtsfrage, ob ein Wasserversorgungsbetrieb Gewinnerzielungsabsicht haben kann, obwohl er kraft kommunalrechtlicher und satzungsm&auml;&szlig;iger Vorgaben zwingend nicht auf Gewinnerzielung ausgerichtet ist, fehlt ein Kl&auml;rungsbed&uuml;rfnis in einem Revisionsverfahren. Denn sie ist eindeutig so zu beantworten, wie es (jedenfalls mittelbar) das FG getan hat: Auch wenn man aus der kommunalrechtlichen Vorgabe im Streitfall auf einen Ausschluss einer Gewinnerzielungsabsicht schlie&szlig;en sollte &#8211;woran angesichts der M&ouml;glichkeit, eine &quot;angemessene Eigenkapitalverzinsung&quot; bei der Geb&uuml;hrenbemessung einzukalkulieren, gezweifelt werden k&ouml;nnte&#8211;, und wenn man die nach den Feststellungen des FG erst zum 1.&nbsp;Januar nach Ablauf des Streitjahres geltende Satzungsklausel schon auf das Streitjahr beziehen sollte, ist die Gewinnerzielungsabsicht nach dem tats&auml;chlichen Ergebnis des Wirtschaftens des Kl&auml;gers zu beurteilen, nicht nach den (abstrakten) rechtlichen Vorgaben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Ein Verfahrensfehler (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO) infolge eines Versto&szlig;es gegen den Inhalt der Akten (&sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO) liegt nicht vor. Der Kl&auml;ger r&uuml;gt angesichts der Darlegungen des FG im angefochtenen Urteil zu den vom Kl&auml;ger geltend gemachten Investitionen und Ersatzbeschaffungsma&szlig;nahmen (zu 1.b(2) &#8211; dort 3.&nbsp;Absatz der Entscheidungsgr&uuml;nde) erkennbar nur das Ergebnis der W&uuml;rdigung des FG, was einen Verfahrensfehler nicht darlegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Von einer weiteren Begr&uuml;ndung sieht der Senat ab (&sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 8.8.2012, I B 9\/12 Gewinnerzielungsabsicht bei einem Wasserversorgungsbetrieb Tatbestand 1&nbsp; I. 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