{"id":5546,"date":"2012-08-01T00:00:00","date_gmt":"2012-07-31T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=5546"},"modified":"2012-11-23T13:10:19","modified_gmt":"2012-11-23T11:10:19","slug":"ix-r-16-12-ausserkraftsetzung-des-par-3-nr-9-estg-af-ist-verfassungsrechtlich-nicht-zu-beanstanden-unechte-rueckwirkung-aenderungsbefugnis-des-gesetzgebers-uebergangsregelung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-16-12-ausserkraftsetzung-des-par-3-nr-9-estg-af-ist-verfassungsrechtlich-nicht-zu-beanstanden-unechte-rueckwirkung-aenderungsbefugnis-des-gesetzgebers-uebergangsregelung\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;16\/12 &#8211; Au&szlig;erkraftsetzung des &sect; 3 Nr. 9 EStG a.F. ist verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden &#8211; Unechte R&uuml;ckwirkung &#8211; &Auml;nderungsbefugnis des Gesetzgebers &#8211; &Uuml;bergangsregelung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 1.8.2012, IX R 16\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Au&szlig;erkraftsetzung des &sect; 3 Nr. 9 EStG a.F. ist verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden &#8211; Unechte R&uuml;ckwirkung &#8211; &Auml;nderungsbefugnis des Gesetzgebers &#8211; &Uuml;bergangsregelung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Beteiligten streiten um die Steuerfreiheit einer Abfindung nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;9 des Einkommensteuergesetzes a.F. (EStG a.F.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der im Jahr 1948 geborene Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) war seit 1966 bei einer GmbH besch&auml;ftigt und erzielte aus dieser T&auml;tigkeit Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger T&auml;tigkeit. Mit Vertrag vom 28.&nbsp;Mai 2003 wurde das Arbeitsverh&auml;ltnis ab dem 1.&nbsp;Juli 2003 bis zum 30.&nbsp;Juni 2008 als Altersteilzeitarbeitsverh&auml;ltnis nach dem g&uuml;ltigen Tarifvertrag fortgef&uuml;hrt. Aufgrund dieser Regelung erhielt der Kl&auml;ger im Juli 2008 (Streitjahr) eine Abfindung, von der die GmbH in voller H&ouml;he die Lohnsteuer einbehielt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen seiner Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr beantragte der Kl&auml;ger, die Abfindung bis zu einem H&ouml;chstbetrag von 11.000&nbsp;EUR steuerfrei zu belassen. Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) lehnte das ab, da &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;9 EStG&nbsp;a.F. f&uuml;r die im Juli des Streitjahres ausgezahlte Abfindung nach &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;4a des Einkommensteuergesetzes i.d.F. des Streitjahres (EStG) nicht gelte. Das FA unterwarf die Abfindung der erm&auml;&szlig;igten Besteuerung nach &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;1 EStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage blieb erfolglos. Das Finanzgericht (FG) hegte am Wegfall des &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;9 EStG a.F. mit &Uuml;bergangsregelung in &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;4a EStG keine verfassungsrechtlichen Zweifel. Die bei der unechten R&uuml;ckwirkung gebotene Abw&auml;gung falle zugunsten der &Auml;nderungsbefugnis des Gesetzgebers aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen richtet sich die Revision des Kl&auml;gers: Es handele sich um eine echte R&uuml;ckwirkung, die in die vertragliche Vereinbarung des Jahres 2003 und damit in die Altersversorgung des Kl&auml;gers eingreife.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/><\/br>das angefochtene Urteil aufzuheben, den Einkommensteuerbescheid f&uuml;r das Jahr 2008 vom 30.&nbsp;Dezember 2009 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 15.&nbsp;Januar 2010 zu &auml;ndern und die Einkommensteuer f&uuml;r das Jahr 2008 neu festzusetzen, indem die Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit um 11.000&nbsp;EUR vermindert und die der erm&auml;&szlig;igten Besteuerung nach &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;1 EStG unterliegenden Eink&uuml;nfte in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR ber&uuml;cksichtigt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/><\/br>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und nach &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur&uuml;ckzuweisen. Zutreffend hat das FG auf die im Juli des Streitjahres ausgezahlte Abfindung &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;9 EStG&nbsp;a.F. nicht angewandt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;9 EStG a.F. waren &#8211;bei der im Streitfall gegebenen Konstellation&#8211; Abfindungen wegen einer vom Arbeitgeber veranlassten Aufl&ouml;sung des Dienstverh&auml;ltnisses bis zu 11.000&nbsp;EUR steuerfrei. Diese Regelung wurde durch das Gesetz zum Einstieg in ein steuerliches Sofortprogramm vom 22.&nbsp;Dezember 2005 (BGBl I 2005, 3682) mit Wirkung ab dem 1.&nbsp;Januar 2006 au&szlig;er Kraft gesetzt, blieb aber nach der &Uuml;bergangsregelung des &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;4a EStG weiter anzuwenden f&uuml;r vor dem 1.&nbsp;Januar 2006 entstandene Anspr&uuml;che auf Abfindung, soweit die Abfindungen dem Arbeitnehmer vor dem 1.&nbsp;Januar 2008 zuflossen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da diese Voraussetzungen im Streitfall ersichtlich nicht erf&uuml;llt sind, ist die Abfindung nicht bis zu 11.000&nbsp;EUR steuerfrei, sondern &#8211;wie geschehen&#8211; im vollen Umfang der nach &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;1 EStG erm&auml;&szlig;igten Besteuerung zu unterwerfen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Diese Regelung ist verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden. Der erkennende Senat pflichtet dem FG bei, dass die bei einer unechten R&uuml;ckwirkung gebotene Abw&auml;gung des schutzw&uuml;rdigen Vertrauens des Kl&auml;gers am Fortbestand des &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;9 EStG&nbsp;a.F. zugunsten der &Auml;nderungsbefugnis des Gesetzgebers ausf&auml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Entgegen der Revision handelt es sich bei dem Au&szlig;erkraftsetzen des &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;9 EStG&nbsp;a.F. nicht um eine echte R&uuml;ckwirkung. Eine Rechtsnorm entfaltet echte R&uuml;ckwirkung, wenn ihre Rechtsfolge mit belastender Wirkung schon vor dem Zeitpunkt ihrer Verk&uuml;ndung f&uuml;r bereits abgeschlossene Tatbest&auml;nde gelten soll (&quot;R&uuml;ckbewirkung von Rechtsfolgen&quot;). Die ma&szlig;gebende Rechtsfolge steuerrechtlicher Normen ist das Entstehen der Steuerschuld. Deshalb liegt eine grunds&auml;tzlich unzul&auml;ssige echte R&uuml;ckwirkung nur vor, wenn das Gesetz eine bereits nach &sect;&nbsp;38 der Abgabenordnung i.V.m. &sect;&nbsp;36 Abs.&nbsp;1 EStG mit dem Ablauf des Veranlagungszeitraums (&sect;&nbsp;25 Abs.&nbsp;1 EStG) entstandene Einkommensteuer nachtr&auml;glich ab&auml;ndert (Beschluss des Bundesverfassungsgerichts &#8211;BVerfG&#8211; vom 7.&nbsp;Juli 2010&nbsp; 2&nbsp;BvL&nbsp;1\/03, 2&nbsp;BvL&nbsp;57\/06, 2&nbsp;BvL&nbsp;58\/06, BVerfGE 127, 31, R&uuml;ckwirkung im Steuerrecht III, C.&nbsp;I., m.w.N.). So verh&auml;lt es sich hier nicht; denn die Einkommensteuer f&uuml;r das Streitjahr (2008) war noch nicht entstanden, als das Gesetz zum Einstieg in ein steuerliches Sofortprogramm (a.a.O.) am 30.&nbsp;Dezember 2005 verk&uuml;ndet wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Soweit belastende Rechtsfolgen einer Norm erst nach ihrer Verk&uuml;ndung eintreten, tatbestandlich aber von einem bereits ins Werk gesetzten Sachverhalt ausgel&ouml;st werden (&quot;tatbestandliche R&uuml;ckankn&uuml;pfung&quot;), liegt eine &quot;unechte&quot; R&uuml;ckwirkung vor. Eine solche unechte R&uuml;ckwirkung ist zwar nicht grunds&auml;tzlich unzul&auml;ssig, mit den Grunds&auml;tzen grundrechtlichen und rechtsstaatlichen Vertrauensschutzes aber nur vereinbar, wenn sie &#8211;in Wahrung des Grundsatzes der Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit&#8211; zur F&ouml;rderung des Gesetzeszwecks geeignet und erforderlich ist und wenn bei einer Gesamtabw&auml;gung zwischen dem Gewicht des entt&auml;uschten Vertrauens und dem Gewicht und der Dringlichkeit der die Rechts&auml;nderung rechtfertigenden Gr&uuml;nde die Grenze der Zumutbarkeit gewahrt bleibt (vgl. i.E. BVerfG-Beschluss in BVerfGE 127, 31, R&uuml;ckwirkung im Steuerrecht III, C.&nbsp;I., jeweils m.w.N. aus der Rechtsprechung des BVerfG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Nach der danach notwendigen Gesamtabw&auml;gung hat der Gesetzgeber insbesondere mit der &Uuml;bergangsregelung in &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;4a EStG die Grenze des Zumutbaren gewahrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Mit dem FG sind verbindliche Vereinbarungen einer Abfindung wie im Streitfall weniger schutzw&uuml;rdig, weil der Beendigungs- und Zahlungszeitpunkt &uuml;ber einen l&auml;ngeren Zeitraum als &uuml;ber das Folgejahr &#8211;insgesamt f&uuml;nf Jahre&#8211; hinaus verschoben wurde, n&auml;mlich von 2003 bis zum Jahr 2008. Zwar mag es f&uuml;r die Vereinbarung solcher l&auml;ngerfristigen Zeitr&auml;ume f&uuml;r die Beteiligten des Altersteilzeitarbeitsverh&auml;ltnisses gute Gr&uuml;nde gegeben haben. Indes ist das Vertrauen in den Fortbestand des geltenden Steuerrechts weniger schutzw&uuml;rdig, zumal es dem Steuerpflichtigen offensteht, mit vertraglichen Klauseln auch die Verteilung des Risikos k&uuml;nftiger Steuerversch&auml;rfungen zu regeln (vgl. in diesem Sinn BVerfG-Beschluss in BVerfGE 127, 31, R&uuml;ckwirkung im Steuerrecht III, C.&nbsp;II.&nbsp;1.&nbsp;a&nbsp;bb (1)).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Demgegen&uuml;ber ist die tatbestandliche R&uuml;ckankn&uuml;pfung zur F&ouml;rderung des Gesetzeszweckes, Ausnahmeregelungen insbesondere im Hinblick darauf abzubauen, dass auch der bei Fortbestand des Dienstverh&auml;ltnisses gezahlte Arbeitslohn steuerpflichtig w&auml;re (so BTDrucks 16\/105, S.&nbsp;4 und S.&nbsp;7), ersichtlich geeignet, erforderlich, aber auch angemessen. Denn der Gesetzgeber hat dem nach Ma&szlig;gabe der obigen Ausf&uuml;hrungen weniger schutzw&uuml;rdigen Vertrauen in hinreichendem Ma&szlig; durch die &Uuml;bergangsregelung des &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;4a EStG Rechnung getragen (dazu BTDrucks 16\/105, S.&nbsp;7). Eine zweij&auml;hrige &Uuml;bergangszeit reicht aus, um den Steuerpflichtigen zu erm&ouml;glichen, ihre Vertr&auml;ge entsprechend der gesetzlichen Neuregelung anzupassen. Selbst die Vertragsparteien, die &#8211;wie der Kl&auml;ger und die GmbH im Streitfall&#8211; Bindungen des Tarifvertrags unterliegen, k&ouml;nnen ihre Abfindungsregelung mit Blick auf die ge&auml;nderte steuergesetzliche Ausgangslage gestalten. Eine m&ouml;glicherweise entstehende Regelkollision w&auml;re nach dem gesetzlichen Kollisionsl&ouml;sungsprinzip des G&uuml;nstigkeitsvergleichs gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;3 des Tarifvertragsgesetzes aufzul&ouml;sen (s. dazu etwa Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 24.&nbsp;Februar 2010&nbsp; 4&nbsp;AZR 691\/08, Der Betrieb 2010, 1593).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 1.8.2012, IX R 16\/12 Au&szlig;erkraftsetzung des &sect; 3 Nr. 9 EStG a.F. ist verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden &#8211; Unechte R&uuml;ckwirkung &#8211; &Auml;nderungsbefugnis des Gesetzgebers &#8211; &Uuml;bergangsregelung Tatbestand 1&nbsp; I. Die Beteiligten streiten um die Steuerfreiheit einer Abfindung nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;9 des Einkommensteuergesetzes a.F. (EStG a.F.). 2&nbsp; Der im Jahr 1948 geborene Kl&auml;ger &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-16-12-ausserkraftsetzung-des-par-3-nr-9-estg-af-ist-verfassungsrechtlich-nicht-zu-beanstanden-unechte-rueckwirkung-aenderungsbefugnis-des-gesetzgebers-uebergangsregelung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IX&nbsp;R&nbsp;16\/12 &#8211; Au&szlig;erkraftsetzung des &sect; 3 Nr. 9 EStG a.F. ist verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden &#8211; Unechte R&uuml;ckwirkung &#8211; &Auml;nderungsbefugnis des Gesetzgebers &#8211; &Uuml;bergangsregelung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-5546","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5546","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5546"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5546\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5546"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5546"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5546"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}