{"id":5547,"date":"2012-08-30T00:00:00","date_gmt":"2012-08-29T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=5547"},"modified":"2012-11-23T13:04:15","modified_gmt":"2012-11-23T11:04:15","slug":"iii-r-46-10-oeffentliche-zustellung-verjaehrung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-46-10-oeffentliche-zustellung-verjaehrung\/","title":{"rendered":"III&nbsp;R&nbsp;46\/10 &#8211; &Ouml;ffentliche Zustellung &#8211; Verj&auml;hrung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 30.8.2012, III R 46\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">&Ouml;ffentliche Zustellung &#8211; Verj&auml;hrung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) ist griechischer Staatsangeh&ouml;riger. Er betrieb in den Streitjahren 1990 bis 1992 in X verschiedene Gewerbebetriebe, u.a. einen Gro&szlig;handel f&uuml;r Gastronomiebedarf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen griechische Gastronomen wegen Steuerhinterziehung wurde gegen den Kl&auml;ger wegen des Verdachts der Beihilfe zur Steuerhinterziehung ermittelt und im Januar 1996 ein Haftbefehl erlassen, der jedoch nicht vollstreckt werden konnte. Im April 2005 wurde das Strafverfahren wegen Eintritts der Verfolgungsverj&auml;hrung eingestellt. Die Staatsanwaltschaft teilte dies mit Schreiben vom 20.&nbsp;Mai 2005 Rechtsanwalt Y (Rechtsanwalt) mit, der als Bevollm&auml;chtigter des Kl&auml;gers im Ermittlungsverfahren aufgetreten war, den Kl&auml;ger gegen&uuml;ber dem Beklagten und Revisionskl&auml;ger (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) in einem Verfahren wegen Haftung vertreten hatte und der im vorliegenden Verfahren prozessbevollm&auml;chtigten Soziet&auml;t angeh&ouml;rt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Dezember 1996 hatte eine Betriebspr&uuml;fung im Unternehmen des Kl&auml;gers begonnen, die am 21.&nbsp;August 2001 abgeschlossen wurde. Der Bericht vom 31.&nbsp;August 2001 wurde sp&auml;ter auf den 1.&nbsp;Juni 2005 neu datiert. Auf seiner Grundlage erlie&szlig; das FA am 15.&nbsp;Juni 2005 nach &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;2 der Abgabenordnung (AO) ge&auml;nderte Bescheide f&uuml;r Umsatzsteuer und Gewerbesteuermessbetrag 1990 bis 1992; wegen mangelnder Einziehungsm&ouml;glichkeiten war zuvor von ge&auml;nderten Festsetzungen abgesehen worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger war aufgrund einer Vollmacht vom 27.&nbsp;August 1991 von Steuerberater Z (Steuerberater) vertreten worden. Dieser hatte dem FA im August 1996 mitgeteilt, dass der Kl&auml;ger aufgrund der Steuerfahndungsma&szlig;nahmen den Gewerbebetrieb nicht mehr unterhalte. Der Betrieb werde abgewickelt, der Kl&auml;ger wohne seit Februar des Jahres in Griechenland und habe nicht die Absicht, nach Deutschland zur&uuml;ckzukehren. Im M&auml;rz 2000 teilte der Steuerberater mit, dass er den Kl&auml;ger nicht mehr betreue, und bat um L&ouml;schung der Zustellungsvollmacht. Der Betriebspr&uuml;fer vermerkte im Jahr 2007, dass der Steuerberater in den Jahren 1996 bis 2000 trotz Nachfrage keine Hinweise auf nachfolgende Vertreter oder Bevollm&auml;chtigte gegeben habe und die Antworten auf Fragen nach dem Aufenthalt des Kl&auml;gers im Ungef&auml;hren geblieben seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Meldeamtsanfragen des FA in den Jahren 2001 und 2002 wiesen auf einen Aufenthalt des Kl&auml;gers in Griechenland hin. Im Februar 2004 und im November 2005 wurden Suchvermerke des FA beim Bundeszentralregister hinterlegt. Versuche, den Betriebspr&uuml;fungsbericht im Juni 2005 an die bis dahin bekannten inl&auml;ndischen Anschriften des Kl&auml;gers zuzustellen, schlugen fehl. Schlie&szlig;lich verf&uuml;gte der Betriebspr&uuml;fer die &ouml;ffentliche Zustellung der streitgegenst&auml;ndlichen Bescheide. Auf dem jeweils selben Blatt findet sich unterhalb der Bescheinigung der &ouml;ffentlichen Zustellung ein Vordruck betreffend den Tag des Aushangs und den Tag der Abnahme sowie der Aush&auml;ndigung des Schriftst&uuml;cks. Als Tag des Aushangs ist handschriftlich der 16.&nbsp;Juni 2005 und als Tag der Abnahme der 30.&nbsp;Juni 2005 vermerkt. Daneben findet sich die Namensunterschrift einer Mitarbeiterin der Gesch&auml;ftsstelle des FA. Jeweils nachgeheftet ist eine vom Betriebspr&uuml;fer unterzeichnete Verf&uuml;gung vom 15.&nbsp;Juni 2005, die der Gesch&auml;ftsstelle mit dem\/den &quot;auf der Vorderseite aufgef&uuml;hrten Schriftst&uuml;ck(en)&quot; zur weiteren Veranlassung &uuml;bergeben wurde. Dies geschah mit der Ma&szlig;gabe, den Tag des Aushangs &quot;auf der umstehenden Bescheinigung&quot; zu vermerken und diese, &quot;gerechnet ab dem darauffolgenden Tag&quot;, zwei Wochen lang auszuh&auml;ngen sowie den Tag der Abnahme auf der umstehenden Benachrichtigung zu vermerken. Der Tag der Abnahme wurde nicht nachtr&auml;glich, sondern bereits am 15.&nbsp;Juni 2005, d.h. vor Beginn des Aushangs, vermerkt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 21.&nbsp;Dezember 2006 richtete das FA ein Vollstreckungsersuchen an die zust&auml;ndige griechische Beh&ouml;rde. In dem Ersuchen war unter Hinweis auf eine Internetrecherche als mutma&szlig;liche Anschrift ein Unternehmen in Griechenland genannt, dessen Teilhaber der Kl&auml;ger sein sollte. Aufgrund der hierdurch veranlassten Ma&szlig;nahmen der griechischen Beh&ouml;rden wandte sich der Rechtsanwalt an das FA und &uuml;berreichte eine Vollmacht des Kl&auml;gers vom 15.&nbsp;Juni 2007. Mit Schriftsatz vom 26.&nbsp;Juni 2007 legte er f&uuml;r den Kl&auml;ger Einspruch gegen die streitigen Bescheide ein und beantragte f&uuml;r den Fall abgelaufener Rechtsmittelfristen Wiedereinsetzung in den vorigen Stand, da sein Mandant von den &ouml;ffentlichen Zustellungen keine Kenntnis gehabt habe. Das FA &uuml;bersandte dem Rechtsanwalt daraufhin im Juli 2007 Kopien der Bescheide und verwarf den Einspruch sp&auml;ter als unzul&auml;ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage f&uuml;hrte zur Aufhebung der Bescheide durch das Finanzgericht (FG) wegen Festsetzungsverj&auml;hrung; das Urteil ist in Entscheidungen der Finanzgerichte 2011, 200 abgedruckt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision r&uuml;gt das FA sowohl die Verletzung materiellen Rechts als auch Verfahrensfehler.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, das FG-Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und wird zur&uuml;ckgewiesen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zutreffend entschieden, dass die Bescheide aufzuheben sind, weil sie infolge der Unwirksamkeit der &ouml;ffentlichen Zustellung erst nach Eintritt der Festsetzungsverj&auml;hrung bekanntgegeben wurden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das FA hat die Bescheide f&uuml;r Umsatzsteuer und Gewerbesteuermessbetrag 1990 bis 1992 nicht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a des Verwaltungszustellungsgesetzes in der vom 1.&nbsp;Juli 2002 bis zum 31.&nbsp;Januar 2006 g&uuml;ltigen Fassung (VwZG a.F.) i.V.m. &sect;&nbsp;122 Abs.&nbsp;5 AO wirksam &ouml;ffentlich zugestellt, weil der Tag der Abnahme bereits mit dem Aushang auf dem ausgeh&auml;ngten Schriftst&uuml;ck vermerkt wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Wirksamkeit der &ouml;ffentlichen Zustellung ist nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;3 VwZG a.F. ausdr&uuml;cklich von der Beachtung des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;2 und Abs.&nbsp;3 VwZG a.F. abh&auml;ngig. Daher setzt sie voraus, dass der Tag der Abnahme des Schriftst&uuml;cks von dem zust&auml;ndigen Bediensteten auf dem Schriftst&uuml;ck vermerkt wird (&sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 VwZG a.F.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei dem Vermerk des Tages des Aushangs und des Tages der Abnahme handelt es sich um eine Beurkundung mit der Rechtswirkung des &sect;&nbsp;418 Abs.&nbsp;1 der Zivilprozessordnung; seinem Wesen nach ist er eine Zustellungsurkunde (Bundesgerichtshof &#8211;BGH&#8211;, Urteil vom 19.&nbsp;Mai 1981 IX&nbsp;ZR&nbsp;15\/80, BGHZ 80, 320, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 1981, 435), bei der der Zugang ohne M&ouml;glichkeit eines Gegenbeweises unterstellt wird (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 25.&nbsp;Januar 1989 I&nbsp;R&nbsp;35\/85, juris). Sie erfordert deshalb die volle Unterschrift des zust&auml;ndigen Beamten; ein Namenszeichen gen&uuml;gt nicht (BFH-Urteil vom 5.&nbsp;M&auml;rz 1985 VII&nbsp;R&nbsp;156\/82, BFHE 143, 220, BStBl II 1985, 597).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wird der Tag der Abnahme bereits vor dem Aushang oder gleichzeitig mit diesem auf dem Schriftst&uuml;ck verzeichnet, so handelt es sich nicht um den nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 VwZG a.F. erforderlichen Vermerk, sondern lediglich um eine &quot;Handlungsanweisung&quot; an den f&uuml;r die Abnahme zust&auml;ndigen Bediensteten. Den Anforderungen des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 VwZG a.F. kann demgegen&uuml;ber nur ein fr&uuml;hestens am Tag der Abnahme selbst aufgebrachter Vermerk gen&uuml;gen, da nur dann der Vollzug der Abnahme beurkundet wird und zugleich nachvollzogen werden kann, dass das Schriftst&uuml;ck oder die Benachrichtigung tats&auml;chlich zwei Wochen ausgehangen hat. Ein vor dem Aushang angebrachter Vermerk des Abnahmetages w&uuml;rde nicht eine Tatsache beurkunden, sondern h&auml;tte den Charakter einer Absichtserkl&auml;rung und lie&szlig;e offen, ob die Abnahme nicht tats&auml;chlich bereits fr&uuml;her erfolgt ist, z.B. weil der Platz am schwarzen Brett f&uuml;r andere Aush&auml;nge ben&ouml;tigt wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat befindet sich insoweit nicht im Widerspruch zu dem BGH-Urteil vom 2.&nbsp;Juli 1970 IX&nbsp;ZR&nbsp;318\/69 (Monatsschrift f&uuml;r Deutsches Recht 1970, 1006), wonach dem Erfordernis des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 VwZG a.F. auch durch einen einheitlichen Vermerk &uuml;ber den Tag des Aushangs und den Tag der Abnahme gen&uuml;gt werden kann. Denn dieser Entscheidung ist nicht zu entnehmen, dass der einheitliche Vermerk im Vorhinein gefertigt werden darf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Wegen der fehlenden Beurkundung der Abnahme braucht der Senat nicht zu entscheiden, ob die &ouml;ffentliche Zustellung dar&uuml;ber hinaus auch unwirksam war, weil das FA seine Verpflichtung verletzt hat, den Aufenthaltsort des Kl&auml;gers zuvor mit allen zumutbaren und geeigneten Ma&szlig;nahmen zu ermitteln (vgl. dazu BFH-Urteil vom 9.&nbsp;Dezember 2009 X&nbsp;R&nbsp;54\/06, BFHE 228, 111, BStBl II 2010, 732).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Festsetzungsfrist endete mit Ablauf des Jahres 2005; sie wurde durch den am 16.&nbsp;Juni 2005 begonnenen Aushang nicht gewahrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Festsetzungsfrist wird nach &sect;&nbsp;169 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 AO in der im Jahr 2005 geltenden Fassung (a.F.) gewahrt, wenn vor ihrem Ablauf bei &ouml;ffentlicher Zustellung der Bescheid oder eine Benachrichtigung nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;2 VwZG a.F. ausgeh&auml;ngt wird. Dies gilt indessen nur dann, wenn die Voraussetzungen der &ouml;ffentlichen Zustellung erf&uuml;llt waren (Banniza in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect;&nbsp;169 AO Rz&nbsp;89; Kruse in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;169 AO Rz&nbsp;32). Denn &sect;&nbsp;169 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 AO a.F. erm&ouml;glicht der Beh&ouml;rde nicht die Wahrung der Festsetzungsfrist durch eine unwirksame &ouml;ffentliche Zustellung, sondern entbindet sie lediglich vom Ablauf der Aushangfrist, wie auch ein rechtzeitiger, aber fehlgeschlagener Bekanntgabeversuch die Festsetzungsfrist nicht wahrt (Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 25.&nbsp;November 2002 GrS&nbsp;2\/01, BFHE 201, 1, BStBl II 2003, 548, betr. einen dem Adressaten nicht zugegangenen Steuerbescheid).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da es im Streitfall an der wirksamen Beurkundung der Abnahme fehlte, konnte der Aushang die Festsetzungsfrist nicht wahren. Die &Uuml;bergabe der Bescheide oder ihrer Kopien nach Ablauf der Festsetzungsfrist &#8211;hier im Juli 2007 an den Rechtsanwalt&#8211; bewirkte keine Heilung der unwirksamen &ouml;ffentlichen Zustellung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 30.8.2012, III R 46\/10 &Ouml;ffentliche Zustellung &#8211; Verj&auml;hrung Tatbestand 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) ist griechischer Staatsangeh&ouml;riger. Er betrieb in den Streitjahren 1990 bis 1992 in X verschiedene Gewerbebetriebe, u.a. einen Gro&szlig;handel f&uuml;r Gastronomiebedarf. 2&nbsp; Im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen griechische Gastronomen wegen Steuerhinterziehung wurde gegen den Kl&auml;ger wegen des &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-46-10-oeffentliche-zustellung-verjaehrung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">III&nbsp;R&nbsp;46\/10 &#8211; &Ouml;ffentliche Zustellung &#8211; Verj&auml;hrung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-5547","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5547","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5547"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5547\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5547"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5547"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5547"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}