{"id":5551,"date":"2012-08-17T00:00:00","date_gmt":"2012-08-16T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=5551"},"modified":"2012-11-23T13:07:14","modified_gmt":"2012-11-23T11:07:14","slug":"iii-b-38-12-beteiligtenvernehmung-als-mittel-zur-sachverhaltsaufklaerung-durch-das-finanzgericht-zur-feststellung-des-getrenntlebens-bei-eheleuten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-38-12-beteiligtenvernehmung-als-mittel-zur-sachverhaltsaufklaerung-durch-das-finanzgericht-zur-feststellung-des-getrenntlebens-bei-eheleuten\/","title":{"rendered":"III&nbsp;B&nbsp;38\/12 &#8211; Beteiligtenvernehmung als Mittel zur Sachverhaltsaufkl&auml;rung durch das Finanzgericht &#8211; Zur Feststellung des Getrenntlebens bei Eheleuten"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 17.8.2012, III B 38\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Beteiligtenvernehmung als Mittel zur Sachverhaltsaufkl&auml;rung durch das Finanzgericht &#8211; Zur Feststellung des Getrenntlebens bei Eheleuten<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) und seine Ehefrau wurden zun&auml;chst auf jeweiligen Antrag f&uuml;r das Streitjahr (2000) getrennt zur Einkommensteuer veranlagt. F&uuml;r den Kl&auml;ger stellte der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) auf den 31.&nbsp;Dezember 2000 den verbleibenden Verlustvortrag zur Einkommensteuer fest. Die Ehefrau des Kl&auml;gers legte gegen ihre Einkommensteuerfestsetzung Einspruch ein und beantragte die Zusammenveranlagung. Durch &#8211;nach Zur&uuml;ckweisung der Berufung rechtskr&auml;ftiges&#8211; Urteil des zust&auml;ndigen Landgerichts wurde der Kl&auml;ger verurteilt, die Zustimmung zur Zusammenveranlagung zu erteilen. Dem entsprach der Kl&auml;ger mit Schreiben vom 18.&nbsp;Mai 2005.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA setzte mit Bescheiden vom 14.&nbsp;Juli 2005 im Wege der Zusammenveranlagung die Einkommensteuer auf 0&nbsp;EUR fest und reduzierte den verbleibenden Verlustvortrag betreffend die Eink&uuml;nfte des Kl&auml;gers aus selbst&auml;ndiger Arbeit von bisher 164.675&nbsp;DM auf nunmehr 4.124&nbsp;DM. Mit seinem Einspruch gegen beide Bescheide machte der Kl&auml;ger ohne Erfolg geltend, die Voraussetzungen der Zusammenveranlagung h&auml;tten aufgrund dauernden Getrenntlebens nicht vorgelegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die dagegen erhobene Klage wies das Finanzgericht (FG) im ersten Rechtsgang als unbegr&uuml;ndet ab. Auf die hiergegen erhobene Nichtzulassungsbeschwerde hob der Senat mit Beschluss vom 3.&nbsp;Januar 2011 III&nbsp;B&nbsp;204\/09 (BFH\/NV 2011, 638) das finanzgerichtliche Urteil &#8211;soweit es die gesonderte Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags zur Einkommensteuer auf den 31.&nbsp;Dezember 2000 betraf&#8211; wegen eines Verfahrensmangels auf und verwies die Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG zur&uuml;ck. Hinsichtlich der Einkommensteuer 2000 blieb die Nichtzulassungsbeschwerde ohne Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im zweiten Rechtsgang wies das FG die Klage erneut als unbegr&uuml;ndet ab. Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte es im Wesentlichen aus, dass der Kl&auml;ger und seine damalige Ehefrau im Streitjahr nicht dauernd getrennt gelebt h&auml;tten, da die eheliche Lebensgemeinschaft zumindest bis April 2000 noch bestanden habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der dagegen gerichteten Beschwerde begehrt der Kl&auml;ger die Zulassung der Revision zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2&nbsp;&nbsp;2.&nbsp;Alt. der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) und wegen Verfahrensm&auml;ngeln (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist jedenfalls unbegr&uuml;ndet und deshalb durch Beschluss zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 FGO). Sofern Zulassungsgr&uuml;nde &uuml;berhaupt in einer den Darlegungsanforderungen des &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO gen&uuml;genden Form geltend gemacht wurden, liegen sie jedenfalls nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Revision ist nicht wegen des Vorliegens von Verfahrensm&auml;ngeln (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO) zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das FG hat nicht gegen &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO versto&szlig;en.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der Kl&auml;ger tr&auml;gt vor, das FG habe seine schriftlichen Ausf&uuml;hrungen, mit denen er den Aussagen seiner als Zeugin vernommenen fr&uuml;heren Ehefrau entgegengetreten sei, unber&uuml;cksichtigt gelassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Nach &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO entscheidet das Gericht nach seiner freien, aus dem Gesamtergebnis des Verfahrens gewonnenen &Uuml;berzeugung. Diese Regelung ist nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) dahin auszulegen, dass neben dem Ergebnis der m&uuml;ndlichen Verhandlung auch der gesamte Akteninhalt vollst&auml;ndig zu ber&uuml;cksichtigen ist. Ein Versto&szlig; dagegen kann mit der Verfahrensr&uuml;ge (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO) geltend gemacht werden (vgl. BFH-Beschluss vom 11.&nbsp;Januar 2012 IV&nbsp;B&nbsp;142\/10, BFH\/NV 2012, 784 Rz&nbsp;15, m.w.N.). Nach &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO hat das Gericht insbesondere den Inhalt der vorgelegten Akten und das Vorbringen der Prozessbeteiligten (quantitativ) vollst&auml;ndig und (qualitativ) einwandfrei zu ber&uuml;cksichtigen (BFH-Beschluss vom 19.&nbsp;Oktober 2011 IX&nbsp;B&nbsp;90\/11, BFH\/NV 2012, 234 Rz&nbsp;4, m.w.N.). &sect;&nbsp;96 FGO gebietet aber nicht, alle im Einzelfall gegebenen Umst&auml;nde im Urteil zu er&ouml;rtern; vielmehr ist im Allgemeinen davon auszugehen, dass ein Gericht auch denjenigen Akteninhalt und Vortrag in Erw&auml;gung gezogen hat, mit dem es sich in den schriftlichen Entscheidungsgr&uuml;nden nicht ausdr&uuml;cklich auseinandergesetzt hat (BFH-Beschluss in BFH\/NV 2012, 234 Rz&nbsp;4, m.w.N.). Allerdings ist &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO verletzt, wenn das FG bei seiner Entscheidung von einem Sachverhalt ausgeht, der dem schriftlichen oder protokollierten Vorbringen der Beteiligten nicht entspricht oder wenn eine nach den Akten klar feststehende Tatsache oder sonst Teile des Gesamtergebnisses des Verfahrens unber&uuml;cksichtigt geblieben sind (BFH-Beschluss in BFH\/NV 2012, 234 Rz&nbsp;4, m.w.N.). Mit Einw&auml;nden gegen die durch die jeweiligen Gesamtumst&auml;nde des Einzelfalls bestimmte konkrete Tatsachen- und Beweisw&uuml;rdigung des FG wird aber kein Verfahrensmangel dargelegt; denn die W&uuml;rdigung von Tatsachen und Beweisen ist dem materiellen Recht zuzuordnen (vgl. BFH-Beschluss in BFH\/NV 2012, 784 Rz&nbsp;15, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Der behauptete Versto&szlig; liegt nicht vor. Das FG hat in &Uuml;bereinstimmung mit den vorgenannten Grunds&auml;tzen aufgrund des Gesamtergebnisses des Verfahrens einschlie&szlig;lich der durchgef&uuml;hrten Beweisaufnahme die volle &Uuml;berzeugung (&sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO) gewonnen, dass der Kl&auml;ger mit seiner damaligen Ehefrau jedenfalls bis April 2000 noch in ehelicher Lebensgemeinschaft gelebt hat. Dass es dabei von Tatsachen ausgegangen ist, die dem eindeutigen Akteninhalt widersprechen, hat der Kl&auml;ger weder hinreichend dargelegt noch ist dies ersichtlich. Dass das FG bei W&uuml;rdigung der Tatsachen und Beweise zu einem anderen Ergebnis gekommen ist als der Kl&auml;ger, stellt keinen Verfahrensmangel dar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Soweit der Kl&auml;ger mit seiner R&uuml;ge, das FG habe zu Unrecht die von ihm beantragten Beweiserhebungen nicht durchgef&uuml;hrt, die R&uuml;ge mangelnder Sachaufkl&auml;rung (&sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 FGO) erhebt, ist diese nicht hinreichend begr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Wird als Verfahrensmangel die unzureichende Sachaufkl&auml;rung wegen Nichterhebung angebotener Beweise geltend gemacht, so sind u.a. darzulegen die ermittlungsbed&uuml;rftigen Tatsachen, die angebotenen Beweismittel und die dazu angegebenen Beweisthemen, die genauen Fundstellen (Schriftsatz mit Datum und Seitenzahl), in denen die Beweismittel und Beweisthemen angef&uuml;hrt worden sind, das voraussichtliche Ergebnis der Beweisaufnahme und inwiefern das Urteil des FG aufgrund dessen sachlich-rechtlicher Auffassung auf der unterbliebenen Beweisaufnahme beruhen kann (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. BFH-Urteil vom 9.&nbsp;Juli 1998 V&nbsp;R&nbsp;68\/96, BFHE 186, 161, BStBl II 1998, 637, unter II.1.; Senatsbeschluss vom 13.&nbsp;Januar 2003 III&nbsp;B&nbsp;51\/02, BFH\/NV 2003, 640, unter 1.a). Da die Verpflichtung zur Sachaufkl&auml;rung zu den Verfahrensvorschriften geh&ouml;rt, auf deren Beachtung die Prozessbeteiligten verzichten k&ouml;nnen (&sect;&nbsp;155 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;295 der Zivilprozessordnung &#8211;ZPO&#8211;), geh&ouml;rt zur ordnungsm&auml;&szlig;igen Bezeichnung des Verfahrensmangels auch der Vortrag, dass die Nichterhebung der angebotenen Beweise in der m&uuml;ndlichen Verhandlung ger&uuml;gt wurde oder weshalb diese R&uuml;ge nicht m&ouml;glich war (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. BFH-Urteil in BFHE 186, 161, BStBl II 1998, 637, unter II.1.; BFH-Beschluss vom 8.&nbsp;Oktober 2003 VII&nbsp;B&nbsp;51\/03, BFH\/NV 2004, 217).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Diesen Anforderungen gen&uuml;gt das Vorbringen des Kl&auml;gers nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Soweit der Kl&auml;ger geltend macht, das FG habe es zu Unrecht unterlassen, ihn als Beteiligten (&sect;&sect;&nbsp;81 Abs.&nbsp;1, 82 FGO, &sect;&sect;&nbsp;450&nbsp;ff. ZPO) zum Thema &quot;Bestand der Ehe&quot; zu vernehmen, f&uuml;hrt der Kl&auml;ger bereits nicht aus, zu welchen konkreten Tatsachen er im Rahmen der Beteiligtenvernehmung welche konkreten Angaben gemacht h&auml;tte. Das FG hat sich ma&szlig;geblich darauf gest&uuml;tzt, dass der Kl&auml;ger und seine damalige Ehefrau jedenfalls bis April 2000 im gemeinsamen Schlafzimmer gen&auml;chtigt und mit dem Sohn gemeinsame Mahlzeiten eingenommen h&auml;tten, und dass der Kl&auml;ger dies nicht bestritten habe. Weder aus dem Protokoll &uuml;ber die m&uuml;ndliche Verhandlung vom 31.&nbsp;Januar 2012 noch aus dem in dieser Sitzung vom Kl&auml;ger &uuml;bergebenen Schriftsatz vom 30.&nbsp;Januar 2012 ergibt sich, dass der Kl&auml;ger diese Tatsachen bestritten oder anders dargestellt hatte. Es ist daher nicht ersichtlich, inwieweit das Urteil auf der unterbliebenen Vernehmung des Kl&auml;gers beruhen k&ouml;nnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hinzu kommt, dass die Beteiligtenvernehmung nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH nur ein letztes Hilfsmittel zur Aufkl&auml;rung des Sachverhalts ist. Sie dient nicht dazu, dem Beteiligten Gelegenheit zu geben, seine eigenen Behauptungen zu best&auml;tigen und ggf. zu beeiden. Sie kann unterbleiben, wenn sich das Gericht mit Hilfe anderer Beweismittel eine &Uuml;berzeugung bilden kann oder wenn keine Wahrscheinlichkeit f&uuml;r die Richtigkeit des Vorbringens spricht (BFH-Urteil vom 2.&nbsp;Juli 1998 IV&nbsp;R&nbsp;39\/97, BFHE 186, 299, BStBl II 1999, 28, unter 5.b der Entscheidungsgr&uuml;nde, m.w.N.). Vorliegend hat das FG seine Auffassung jedoch aus dem m&uuml;ndlichen und schriftlichen Vorbringen der Beteiligten, der Einvernahme zweier Zeugen und dem Akteninhalt, einschlie&szlig;lich der beigezogenen Akten zweier zivilrechtlicher Verfahren, gewonnen, so dass eine f&ouml;rmliche Vernehmung des Kl&auml;gers als Beteiligten auch aus diesem Grunde unterbleiben konnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Soweit der Kl&auml;ger vortr&auml;gt, das FG habe es zu Unrecht unterlassen, den gemeinsamen Sohn zu der Frage zu vernehmen, ob es im Jahre 2000 noch gemeinsame Mahlzeiten gegeben habe und die Ehegatten den Sohn noch gemeinsam zur Schule gefahren h&auml;tten, ist bereits nicht ersichtlich, dass der &#8211;als Steuerberater t&auml;tige und damit fachkundige&#8211; Kl&auml;ger die unterbliebene Zeugenvernehmung in der m&uuml;ndlichen Verhandlung ordnungsgem&auml;&szlig; ger&uuml;gt h&auml;tte. Laut Sitzungsprotokoll hat der Kl&auml;ger nach Durchf&uuml;hrung der Zeugeneinvernahmen seinen Schriftsatz vom 30.&nbsp;Januar 2012 &uuml;berreicht und verlesen. In dem betreffenden Schriftsatz wird der gemeinsame Sohn jedoch nicht zum Thema &quot;gemeinsame Mahlzeiten und Fahrten zur Schule&quot; benannt, sondern nur zum Thema &quot;letzter gemeinsamer Urlaub&quot; und &quot;letzte gemeinsame Freizeitunternehmung&quot;. Darauf, ob der Kl&auml;ger die betreffende Beweiserhebung m&ouml;glicherweise vor der m&uuml;ndlichen Verhandlung vom 31.&nbsp;Januar 2012 beantragt oder ger&uuml;gt hat, kommt es gem&auml;&szlig; den dargelegten Grunds&auml;tzen nicht an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gleiches gilt, soweit der Kl&auml;ger vortr&auml;gt, das FG habe es zu Unrecht unterlassen, die als Zeugin vernommene Ehefrau zum Beweisthema &quot;eheliche Zusammenarbeit im beruflichen Bereich&quot; zu befragen. Laut Sitzungsprotokoll erhielt der Kl&auml;ger die M&ouml;glichkeit, die Zeugin selbst zu befragen. Insoweit ist jedoch nicht erkennbar, dass er auch Fragen zur Art der beruflichen Zusammenarbeit gestellt hat. Das Unterlassen entsprechender Fragen muss sich der Kl&auml;ger mit der Folge, dass ein R&uuml;geverlust eintritt, zurechnen lassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Soweit der Kl&auml;ger r&uuml;gt, das FG habe weitere Zeugen und Urkunden zu Unrecht nicht als Beweismittel herangezogen, enth&auml;lt die Beschwerdeschrift keine hinreichend substantiierten Darlegungen hinsichtlich der ermittlungsbed&uuml;rftigen Tatsachen, der angebotenen Beweismittel und der dazu angegebenen Beweisthemen, des voraussichtlichen Ergebnisses der Beweisaufnahme und hinsichtlich der Frage, inwiefern das Urteil des FG aufgrund dessen sachlich-rechtlicher Auffassung auf der unterbliebenen Beweisaufnahme beruhen kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(4) Mit seiner R&uuml;ge, das FG habe die Zeugenaussage seiner fr&uuml;heren Ehefrau falsch gew&uuml;rdigt und sei zu Unrecht von der Glaubw&uuml;rdigkeit der Zeugin ausgegangen, macht der Kl&auml;ger eine vermeintlich unzul&auml;ngliche Beweisw&uuml;rdigung geltend. Diese ist revisionsrechtlich jedoch dem materiellen Recht zuzuordnen und vermag deshalb keinen die Zulassung der Revision gebietenden Grund zu erf&uuml;llen (z.B. BFH-Beschluss vom 16.&nbsp;August 2007 VIII&nbsp;B&nbsp;210\/06, BFH\/NV 2007, 2286, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Revision ist auch nicht zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2&nbsp;&nbsp;2.&nbsp;Alt. FGO) zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Zulassung der Revision zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung setzt voraus, dass das FG in einer Rechtsfrage von der Entscheidung eines anderen Gerichts abgewichen ist, dass dabei &uuml;ber dieselbe Rechtsfrage entschieden wurde und diese f&uuml;r beide Entscheidungen rechtserheblich war, dass die Entscheidungen zu gleichen oder vergleichbaren Sachverhalten ergangen sind, dass die abweichend beantwortete Rechtsfrage im Revisionsverfahren gekl&auml;rt werden kann und dass eine Entscheidung des BFH zur Wahrung der Rechtseinheit erforderlich ist (z.B. BFH-Beschluss vom 31.&nbsp;M&auml;rz 2010 IV&nbsp;B&nbsp;131\/08, BFH\/NV 2010, 1487). Zur schl&uuml;ssigen Darlegung einer solchen Abweichungsr&uuml;ge muss der Beschwerdef&uuml;hrer u.a. tragende und abstrakte Rechtss&auml;tze aus dem angefochtenen FG-Urteil einerseits und aus den behaupteten, mit Datum sowie Aktenzeichen und\/oder Fundstelle bezeichneten Divergenzentscheidungen andererseits herausarbeiten und einander gegen&uuml;berstellen, um so die behauptete Abweichung zu verdeutlichen (z.B. Senatsbeschluss vom 11.&nbsp;M&auml;rz 2011 III&nbsp;B&nbsp;76\/10, BFH\/NV 2011, 981, unter II.2.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Kl&auml;ger r&uuml;gt, das FG sei mit der Formulierung &quot;Angesichts der Tatsache, dass er selbst der Darstellung der Zeugin &#8230;, dass die Ehegatten bis Ende April 2000 gemeinsam im Schlafzimmer gen&auml;chtigt haben, nicht entgegengetreten ist, h&auml;lt der Senat die Darstellung des Kl&auml;gers nicht f&uuml;r glaubhaft.&quot; von dem Senatsbeschluss vom 7.&nbsp;Dezember 2001 III&nbsp;B&nbsp;129\/01 (BFH\/NV 2002, 483) abgewichen. Insoweit hat der Kl&auml;ger keinen abstrakten Rechtssatz aus dem Urteil des FG herausgearbeitet, sondern nur einen Teil der vom FG vorgenommenen Beweisw&uuml;rdigung angegriffen. Dies gen&uuml;gt den an eine zul&auml;ssige R&uuml;ge gestellten Darlegungsanforderungen des &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im &Uuml;brigen weicht das FG von der von dem Kl&auml;ger zitierten BFH-Entscheidung auch nicht ab. Zwar hat der BFH in dieser Entscheidung darauf hingewiesen, dass auch der inneren Einstellung der Ehegatten zur ehelichen Lebensgemeinschaft, insbesondere dem inneren Willen, die Ehe fortzusetzen, in der Gesamtabw&auml;gung entscheidungserhebliche Bedeutung zukommt. Diese Ausf&uuml;hrungen d&uuml;rfen jedoch nicht isoliert herangezogen werden, sondern m&uuml;ssen im Zusammenhang mit den weiteren in der Entscheidung genannten Grunds&auml;tzen betrachtet werden. Danach ist die Frage, ob ein dauerndes Getrenntleben vorliegt, anhand des Gesamtbildes der gegenseitigen Beziehung im jeweiligen konkreten Einzelfall zu w&uuml;rdigen. Die Beurteilung richtet sich dabei in erster Linie nach den &auml;u&szlig;eren erkennbaren Umst&auml;nden, wobei einer auf Dauer herbeigef&uuml;hrten r&auml;umlichen Trennung bei der Abw&auml;gung der f&uuml;r und gegen die Annahme eines dauernden Getrenntlebens sprechenden Merkmale regelm&auml;&szlig;ig eine besondere Bedeutung zukommt. Eine eheliche Lebensgemeinschaft erfordert wenigstens das Fortbestehen einer Wirtschaftsgemeinschaft als Rest einer weiter gehenden Lebensgemeinschaft, die aber weiterhin angestrebt werden muss.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Insoweit ist das FG aber aufgrund seiner Beweisw&uuml;rdigung bereits zu dem Ergebnis gelangt, dass jedenfalls bis Ende April 2000 nicht nur eine Wirtschaftsgemeinschaft vorlag, sondern die Ehegatten insbesondere weiterhin das Bett geteilt und gemeinsame Mahlzeiten eingenommen haben. Es ging daher weder von einem Fall der getrennten Haushaltsf&uuml;hrung in derselben Wohnung noch von einer bereits eingetretenen r&auml;umlichen Trennung aus, deren dauerhafter oder nur vor&uuml;bergehender Charakter sich anhand der inneren Einstellung der Ehegatten h&auml;tte beurteilen lassen. Wenn das FG aufgrund der von ihm festgestellten &auml;u&szlig;eren Beweisanzeichen f&uuml;r ein Fortbestehen der ehelichen Lebensgemeinschaft einem etwaigen inneren Trennungsvorbehalt des Kl&auml;gers keine ausschlaggebende Bedeutung beigemessen hat, ist dies nach den oben dargelegten Grunds&auml;tzen nicht zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Soweit sich der Kl&auml;ger gegen die von dem FG getroffene Kostenentscheidung wendet, hat er mit dem Vortrag, dass diese angesichts der teilweisen Zur&uuml;ckverweisung im ersten Rechtsgang unangemessen sei, einen die Zulassung der Revision rechtfertigenden Grund nicht dargelegt. Im &Uuml;brigen entspricht es der Vorschrift des &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO, im Falle der Aufhebung und Zur&uuml;ckverweisung das Kostenrisiko an den endg&uuml;ltigen Erfolg im gesamten Verfahren und nicht an den Erfolg im Revisionsverfahren zu kn&uuml;pfen (BFH-Beschluss vom 13.&nbsp;Februar 2004 IV&nbsp;E&nbsp;1\/04, BFH\/NV 2004, 966).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 17.8.2012, III B 38\/12 Beteiligtenvernehmung als Mittel zur Sachverhaltsaufkl&auml;rung durch das Finanzgericht &#8211; Zur Feststellung des Getrenntlebens bei Eheleuten Tatbestand 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) und seine Ehefrau wurden zun&auml;chst auf jeweiligen Antrag f&uuml;r das Streitjahr (2000) getrennt zur Einkommensteuer veranlagt. 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