{"id":5555,"date":"2012-08-01T00:00:00","date_gmt":"2012-07-31T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=5555"},"modified":"2012-11-23T13:10:32","modified_gmt":"2012-11-23T11:10:32","slug":"v-b-59-11-beiderseitige-erledigungserklaerung-aussetzung-der-vollziehung-im-insolvenzfall-kostenverteilung-nach-beiderseitigen-erledigungserklaerungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-b-59-11-beiderseitige-erledigungserklaerung-aussetzung-der-vollziehung-im-insolvenzfall-kostenverteilung-nach-beiderseitigen-erledigungserklaerungen\/","title":{"rendered":"V&nbsp;B&nbsp;59\/11 &#8211; Beiderseitige Erledigungserkl&auml;rung, Aussetzung der Vollziehung im Insolvenzfall &#8211; Kostenverteilung nach beiderseitigen Erledigungserkl&auml;rungen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 1.8.2012, V B 59\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Beiderseitige Erledigungserkl&auml;rung, Aussetzung der Vollziehung im Insolvenzfall &#8211; Kostenverteilung nach beiderseitigen Erledigungserkl&auml;rungen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die D-AG beantragte beim Antragsgegner und Beschwerdef&uuml;hrer (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) erfolglos die Aussetzung der Vollziehung (AdV) der Umsatzsteuer- Vorauszahlungsbescheide f&uuml;r August 2008 bis Mai 2009. Gegenstand des Aussetzungsverfahrens vor dem Finanzgericht (FG) waren die Umsatzsteuer-Jahresbescheide f&uuml;r 2008 und 2009 vom 4.&nbsp;Februar 2011 und vom 25.&nbsp;M&auml;rz 2011. Das FG gab dem Aussetzungsantrag mit Beschluss vom 26.&nbsp;April 2011 statt. Hiergegen legte das FA am 16.&nbsp;Mai 2011 Beschwerde ein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bereits mit Beschluss vom 20.&nbsp;April 2011 hatte das Amtsgericht&nbsp;U den Antragsteller und Beschwerdegegner (Antragsteller) zum vorl&auml;ufigen Insolvenzverwalter bestellt und gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 der Insolvenzordnung (InsO) angeordnet, dass Verf&uuml;gungen &uuml;ber die Gegenst&auml;nde des Verm&ouml;gens der D-AG nur noch mit Zustimmung des Antragstellers wirksam sind. Dar&uuml;ber hinaus untersagte das Amtsgericht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 InsO Ma&szlig;nahmen der Zwangsvollstreckung einschlie&szlig;lich der Vollziehung eines Arrests oder einer einstweiligen Verf&uuml;gung, soweit nicht unbewegliche Gegenst&auml;nde betroffen sind und ordnete die Einstellung bereits begonnener Ma&szlig;nahmen an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&Uuml;ber das Verm&ouml;gen der D-AG wurde am 6.&nbsp;Juli 2011 das Insolvenzverfahren er&ouml;ffnet und der Antragsteller zum Insolvenzverwalter bestellt. Im Anschluss an die Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens erkl&auml;rte das FA den Rechtsstreit in der Hauptsache f&uuml;r erledigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Antragsteller nahm den Rechtsstreit auf und erkl&auml;rte ihn auf entsprechende Anfrage des Gerichts gleichfalls f&uuml;r erledigt, allerdings &quot;nur f&uuml;r den Fall der Zul&auml;ssigkeit der Beschwerde&quot;, an der es im Streitfall fehle, da die &quot;Insolvenz &#8230; sp&auml;testens ab Bestellung eines vorl&auml;ufigen Insolvenzverwalters &#8230; zum Wegfall des Rechtsschutzbed&uuml;rfnisses&quot; gef&uuml;hrt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Auf die beiderseitige Erledigungserkl&auml;rung des FA ist die Erledigung des Rechtsstreits festzustellen und der Beschluss des FG f&uuml;r gegenstandslos zu erkl&auml;ren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das FG hat im Rubrum seines Beschlusses als Streitgegenstand &quot;Umsatzsteuer f&uuml;r die Monate August bis Dezember 2008 und Januar bis Mai 2009&quot; bezeichnet, obwohl w&auml;hrend des finanzgerichtlichen Verfahrens am 4.&nbsp;Februar 2011 der Umsatzsteuer-Jahresbescheid f&uuml;r 2008 und am 25.&nbsp;M&auml;rz 2011 der Umsatzsteuer-Jahresbescheid f&uuml;r 2009 erging und das FG &#8211;wie sich aus dem Tenor und den Gr&uuml;nden des Beschlusses ergibt&#8211; &uuml;ber diese Bescheide sowie mit R&uuml;cksicht darauf, dass die Rechtswirkungen der Umsatzsteuer-Vorauszahlungsbescheide hinsichtlich des Entstehens der S&auml;umniszuschl&auml;ge bestehen bleiben, auch &uuml;ber deren Rechtm&auml;&szlig;igkeit entschieden hat. Eine im Beschwerdeverfahren grunds&auml;tzlich m&ouml;gliche Berichtigung des Rubrums des finanzgerichtlichen Urteils (vgl. hierzu Beschl&uuml;sse des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 8.&nbsp;Januar 2010 V&nbsp;B&nbsp;99\/09, BFH\/NV 2010, 911; vom 24.&nbsp;Mai 2007 VII&nbsp;B&nbsp;105\/06, BFH\/NV 2007, 1902) bedarf es jedoch nicht, weil die Vorentscheidung insgesamt aufgehoben wird (vgl. BFH-Urteile vom 26.&nbsp;April 2012 V&nbsp;R&nbsp;2\/11, BFH\/NV 2012, 1285; vom 31.&nbsp;M&auml;rz 2004 X&nbsp;R&nbsp;11\/03, BFH\/NV 2004, 1389).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Im Streitfall liegen beiderseitige Erledigungserkl&auml;rungen vor, die grunds&auml;tzlich zur Beendigung der Rechtsh&auml;ngigkeit f&uuml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Umstand, dass der Antragsteller seine Erkl&auml;rung unter dem Vorbehalt der Zul&auml;ssigkeit der Beschwerde des FA gestellt hat, steht der Wirksamkeit seiner Erledigungserkl&auml;rung nicht entgegen. Zwar muss die Erledigungserkl&auml;rung als eine Prozessbewirkungshandlung (z.B. BFH-Beschluss vom 11.&nbsp;Dezember 1996 IV&nbsp;S&nbsp;1\/92, BFH\/NV 1997, 307; BFH-Urteil vom 22.&nbsp;Mai 1984 VIII&nbsp;R&nbsp;60\/79, BFHE 141, 211, BStBl II 1984, 697) wie jede Prozesshandlung klar, eindeutig und vorbehaltlos vorgenommen werden (vgl. BFH-Beschluss in BFH\/NV 1997, 307; BFH-Urteil vom 5.&nbsp;November 1991 VII&nbsp;R&nbsp;64\/90, BFHE 166, 415, BStBl II 1992, 425). Erkl&auml;rt jedoch im Rechtsmittelverfahren ein Beteiligter den Rechtsstreit in der Hauptsache f&uuml;r den Fall der Zul&auml;ssigkeit des Rechtsmittels f&uuml;r erledigt, f&uuml;hrt dies nicht zur Wirkungslosigkeit der Erledigungserkl&auml;rung, denn diese Einschr&auml;nkung gibt nur die Rechtslage wieder.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Anders als im Klageverfahren, in dem unabh&auml;ngig von der Zul&auml;ssigkeit der Klage der Rechtsstreit in der Hauptsache wirksam f&uuml;r erledigt erkl&auml;rt werden kann (vgl. z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 25.&nbsp;Juli 1991 III&nbsp;B&nbsp;10\/91, BFHE 165, 17, BStBl II 1991, 846; vom 8.&nbsp;August 1974 IV&nbsp;R&nbsp;131\/73, BFHE 113, 175, BStBl II 1974, 749), kann in einem Rechtsmittelverfahren, in dem das eingelegte Rechtsmittel unstatthaft und unzul&auml;ssig war, zwar das unzul&auml;ssige Rechtsmittel selbst (vgl. z.B. BFH-Beschluss in BFHE 165, 17, BStBl II 1991, 846; Gr&auml;ber\/Ratschow, Finanzgerichtsordnung, 7.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;138 Rz&nbsp;10), nicht aber der Rechtsstreit selbst in der Hauptsache wirksam f&uuml;r erledigt erkl&auml;rt werden. Denn war das Rechtsmittel nicht zul&auml;ssig, so fehlt dem Rechtsmittelgericht von vornherein die M&ouml;glichkeit, sachlich auf den Antrag des Rechtsmittelf&uuml;hrers einzugehen (z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 22.&nbsp;September 1989 V&nbsp;B&nbsp;20\/89, BFH\/NV 1991, 54; vom 12.&nbsp;Dezember 1984 I&nbsp;R&nbsp;78\/83, BFHE 143, 8, BStBl II 1985, 258 f&uuml;r die beiderseitige Erledigungserkl&auml;rung; BFH-Urteil vom 9.&nbsp;August 1977 VII&nbsp;R&nbsp;123\/74, BFHE 122, 443, BStBl II 1977, 697, und BFH-Beschluss vom 5.&nbsp;Juni 1985 II&nbsp;S&nbsp;3\/85, BFHE 143, 414, BStBl II 1985, 469 f&uuml;r die einseitige Erledigungserkl&auml;rung). Deshalb sind Erledigungserkl&auml;rungen, die in einem unstatthaften und unzul&auml;ssigen Rechtsmittelverfahren in Bezug auf den Rechtsstreit selbst abgegeben werden, wirkungslos (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 15.&nbsp;M&auml;rz 2000 I&nbsp;R&nbsp;56\/99, BFH\/NV 2000, 1211; vom 8.&nbsp;September 1999 VII&nbsp;B&nbsp;84\/99, BFH\/NV 2000, 571; vom 17.&nbsp;Dezember 1997 VIII&nbsp;R&nbsp;12\/92, BFH\/NV 1998, 721; in BFH\/NV 1991, 54, jeweils m.w.N.). Erkl&auml;rt deshalb im Rechtsmittelverfahren ein Beteiligter den Rechtsstreit in der Hauptsache unter der Voraussetzung f&uuml;r erledigt, dass das Rechtsmittel zul&auml;ssig sei &#8211;wie im Streitfall der Antragsteller&#8211;, steht dieser Vorbehalt der Wirksamkeit seiner Prozesshandlung nicht entgegen, da er nur die Rechtslage wiedergibt, wonach eine wirksame Erledigungserkl&auml;rung im Rechtsmittelverfahren dessen Zul&auml;ssigkeit voraussetzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Entgegen der Auffassung des Antragstellers war die Beschwerde bis zur Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens zul&auml;ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH entf&auml;llt das Rechtsschutzbed&uuml;rfnis f&uuml;r einen Antrag auf AdV erst mit der Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 27.&nbsp;November 1974 I&nbsp;R&nbsp;185\/73, BFHE 114, 164, BStBl II 1975, 208, unter 2., und vom 21.&nbsp;Juni 1979 IV&nbsp;R&nbsp;131\/74, BFHE 128, 322, BStBl II 1979, 780, unter 1.c; BFH-Beschl&uuml;sse vom 11.&nbsp;August 2000 I&nbsp;S&nbsp;5\/00, BFH\/NV 2001, 314, unter II.1., und vom 15.&nbsp;Februar 2002 XI&nbsp;S&nbsp;32\/01, BFH\/NV 2002, 940, unter II.1., alle zur Er&ouml;ffnung des Konkursverfahrens). Ma&szlig;geblich ist hierf&uuml;r, dass Verwaltungsakte zwar gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;251 Abs.&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO) vollstreckt werden k&ouml;nnen, die Vorschriften der InsO jedoch nach &sect;&nbsp;251 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 AO unber&uuml;hrt bleiben. Hieraus folgt, dass das FA ab der Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens Steueranspr&uuml;che, die als Insolvenzforderungen i.S. von &sect;&nbsp;38 InsO anzusehen sind, als Insolvenzgl&auml;ubiger gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;87 InsO nur noch nach den Vorschriften &uuml;ber das Insolvenzverfahren verfolgen kann. Eine Zwangsvollstreckung ist nach &sect;&nbsp;89 Abs.&nbsp;1 InsO unzul&auml;ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Entgegen der Auffassung des Antragstellers ist das Rechtsschutzbed&uuml;rfnis nicht bereits durch seine Bestellung zum vorl&auml;ufigen Insolvenzverwalter mit Zustimmungsvorbehalt (&sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 InsO) bei gleichzeitiger Untersagung der Zwangsvollstreckung in das bewegliche Verm&ouml;gen (&sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 InsO) entfallen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Bestellung eines vorl&auml;ufigen Verwalters mit Zustimmungsvorbehalt l&auml;sst das Rechtsschutzbed&uuml;rfnis nicht entfallen, da die Vollstreckungsm&ouml;glichkeiten hierdurch nicht eingeschr&auml;nkt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch die Untersagung der Zwangsvollstreckung in das bewegliche Verm&ouml;gen f&uuml;hrt nicht zu einem Fortfall des Rechtsschutzbed&uuml;rfnisses. Denn die Anordnung nach &sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 InsO l&auml;sst das Recht auf Zwangsvollstreckung in das unbewegliche Verm&ouml;gen unber&uuml;hrt, wie sich auch ausdr&uuml;cklich aus &sect;&nbsp;30d Abs.&nbsp;4 des Gesetzes &uuml;ber die Zwangsversteigerung und Zwangsverwaltung ergibt. Ist vor der Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens ein vorl&auml;ufiger Verwalter bestellt, ist danach auf dessen Antrag die Zwangsversteigerung einstweilen einzustellen, wenn glaubhaft gemacht wird, dass die einstweilige Einstellung zur Verh&uuml;tung nachteiliger Ver&auml;nderungen in der Verm&ouml;genslage des Schuldners erforderlich ist. F&uuml;r eine derartige Einstellung bestehen im Streitfall ebenso wenig Anhaltspunkte wie f&uuml;r die Annahme, dass die D-AG &uuml;ber keinerlei unbewegliches Verm&ouml;gen verf&uuml;gte. Im Hinblick auf die somit f&uuml;r das FA weiterhin gegebene M&ouml;glichkeit zur Vollstreckung in das unbewegliche Verm&ouml;gen bestand daher das Rechtsschutzbed&uuml;rfnis fort und ist erst mit Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens w&auml;hrend des vorliegenden Beschwerdeverfahrens entfallen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Das Gericht braucht im Rahmen der Kostenentscheidung nach Erledigung der Hauptsache wegen beiderseitiger Erledigungserkl&auml;rungen nicht schwierige Rechtsfragen zu kl&auml;ren. Wenn sich infolgedessen der mutma&szlig;liche Ausgang des Rechtsstreits nicht hinreichend sicher erkennen l&auml;sst, entspricht in der Regel die Kostenteilung billigem Ermessen (vgl. z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 20.&nbsp;September 1991 IX&nbsp;B&nbsp;157\/90, juris; vom 15.&nbsp;April 1986 VII&nbsp;R&nbsp;152\/83, BFH\/NV 1986, 575, und vom 16.&nbsp;Oktober 1985 IX&nbsp;R&nbsp;56\/81, BFH\/NV 1086, 354).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 1.8.2012, V B 59\/11 Beiderseitige Erledigungserkl&auml;rung, Aussetzung der Vollziehung im Insolvenzfall &#8211; Kostenverteilung nach beiderseitigen Erledigungserkl&auml;rungen Tatbestand 1&nbsp; I. Die D-AG beantragte beim Antragsgegner und Beschwerdef&uuml;hrer (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) erfolglos die Aussetzung der Vollziehung (AdV) der Umsatzsteuer- Vorauszahlungsbescheide f&uuml;r August 2008 bis Mai 2009. 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