{"id":5557,"date":"2012-08-22T00:00:00","date_gmt":"2012-08-21T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=5557"},"modified":"2012-11-23T13:01:48","modified_gmt":"2012-11-23T11:01:48","slug":"x-r-23-10-zeitpunkt-der-bildung-einer-rueckstellung-fuer-hinterzogene-mehrsteuern-keine-tatsaechliche-verstaendigung-ueber-rechtsfragen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-23-10-zeitpunkt-der-bildung-einer-rueckstellung-fuer-hinterzogene-mehrsteuern-keine-tatsaechliche-verstaendigung-ueber-rechtsfragen\/","title":{"rendered":"X&nbsp;R&nbsp;23\/10 &#8211; Zeitpunkt der Bildung einer R&uuml;ckstellung f&uuml;r hinterzogene Mehrsteuern &#8211; keine tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung &uuml;ber Rechtsfragen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.8.2012, X R 23\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Zeitpunkt der Bildung einer R&uuml;ckstellung f&uuml;r hinterzogene Mehrsteuern &#8211; keine tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung &uuml;ber Rechtsfragen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Eine R&uuml;ckstellung f&uuml;r hinterzogene Mehrsteuern kann erst zu dem Bilanzstichtag gebildet werden, zu dem der Steuerpflichtige mit der Aufdeckung der Steuerhinterziehung rechnen musste. <\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) sind Eheleute, die zur Einkommensteuer zusammenveranlagt werden. Der Kl&auml;ger betreibt eine Pizzeria als Einzelunternehmer; er ermittelt seinen Gewinn durch Betriebsverm&ouml;gensvergleich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aufgrund einer Pr&uuml;fungsanordnung vom 24.&nbsp;M&auml;rz 2005 fand beim Kl&auml;ger eine Au&szlig;enpr&uuml;fung f&uuml;r die Jahre 2001 bis 2003 statt. Nachdem der Pr&uuml;fer sehr niedrige Rohgewinnaufschlags&auml;tze, Kalkulationsdifferenzen sowie Fehlbetr&auml;ge in einer Geldverkehrsrechnung festgestellt hatte, schaltete er die Steuerfahndung ein. Am 2.&nbsp;Mai 2005 wurde ein Steuerstrafverfahren gegen den Kl&auml;ger eingeleitet, das ihm am 17.&nbsp;Mai 2005 &#8211;im Rahmen einer an diesem Tag stattfindenden Durchsuchung&#8211; bekannt gegeben wurde. Die Fahndungspr&uuml;fung wurde im weiteren Verlauf auf die Jahre 2004 und 2005 erweitert und am 13.&nbsp;Dezember 2007 durch eine tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung abgeschlossen. Gegenstand dieser Verst&auml;ndigung war die Hinzusch&auml;tzung bestimmter Betriebseinnahmen sowie umsatzsteuerlicher Entgelte f&uuml;r die Jahre 2001 bis 2005.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Pr&uuml;ferin bildete im Fahndungspr&uuml;fungsbericht vom 17.&nbsp;Januar 2008 f&uuml;r die aufgrund der tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung zus&auml;tzlich anfallenden Umsatz- und Gewerbesteuern eine R&uuml;ckstellung zu Lasten des Gewinns des Jahres 2005. Demgegen&uuml;ber wurden die Steuerr&uuml;ckstellungen im strafrechtlichen Ermittlungsbericht, der ebenfalls vom 17.&nbsp;Januar 2008 datiert, zu Lasten des Gewinns derjenigen Jahre gebildet, in denen die Mehrsteuern entstanden waren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In den angefochtenen &Auml;nderungsbescheiden &uuml;ber Einkommensteuer und Gewerbesteuermessbetrag f&uuml;r die Streitjahre 2001 und 2003 setzte der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) das Ergebnis der tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung um. Zus&auml;tzliche Steuerr&uuml;ckstellungen ber&uuml;cksichtigte er nicht. Die Kl&auml;ger begehrten demgegen&uuml;ber den Ansatz zus&auml;tzlicher R&uuml;ckstellungen in folgender H&ouml;he:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<th colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\"><\/th>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">2001&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">2003&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Umsatzsteuer<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">6.903&nbsp;DM<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">7.962 EUR<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Gewerbesteuer<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">3.540&nbsp;DM<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">5.900 EUR<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Summe&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">10.443&nbsp;DM<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">13.862 EUR<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach erfolglosem Einspruchsverfahren gab das Finanzgericht (FG) der Klage statt (Entscheidungen der Finanzgerichte 2010, 1987). Es vertrat die Auffassung, die h&ouml;chstrichterliche Rechtsprechung, wonach Mehrsteuern, die aufgrund einer Fahndungspr&uuml;fung festgesetzt werden, erst in dem Zeitpunkt passiviert werden d&uuml;rften, zu dem der Steuerpflichtige mit der Aufdeckung der Hinterziehung habe rechnen m&uuml;ssen, k&ouml;nne nicht &uuml;berzeugen. Gerade die Bilanz eines Steuerpflichtigen, der mit Hinterziehungsabsicht handele, sei von Anfang an &#8211;auch hinsichtlich der in zu geringer H&ouml;he ausgewiesenen Aufwendungen f&uuml;r Betriebssteuern&#8211; subjektiv unrichtig und m&uuml;sse daher im Zeitpunkt des Fehlerursprungs berichtigt werden. Die Vorschrift des &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) d&uuml;rfe keinen Strafcharakter erlangen. Die von der Finanzverwaltung vorgenommene Differenzierung zwischen Mehrsteuern infolge einer Au&szlig;enpr&uuml;fung einerseits und einer Steuerfahndungspr&uuml;fung andererseits sei weder dogmatisch gerechtfertigt noch praktikabel. Der Steuerpflichtige k&ouml;nne nicht immer erkennen, in welchem Zeitpunkt die Mehrsteuern zu passivieren seien. Dies verk&uuml;rze seine Rechtsschutzm&ouml;glichkeit. Auch f&uuml;r das FG sei nicht erkennbar, welche Feststellungen es in derartigen F&auml;llen hinsichtlich des objektiven und subjektiven Tatbestands der Steuerhinterziehung treffen m&uuml;sse und wie der Grad der Wahrscheinlichkeit der drohenden Aufdeckung der Tat beurteilt werden m&uuml;sse.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r den Streitfall komme hinzu, dass die Mehrsteuern bereits festgesetzt worden seien. Auch habe die Steuerfahndung hinsichtlich des Zeitpunkts der R&uuml;ckstellungsbildung in verschiedene Richtungen zu &quot;manipulieren&quot; versucht. So seien die Mehrsteuern im Ermittlungsbericht zu Lasten der Streitjahre abgezogen worden, weil dies f&uuml;r die Strafzumessung von Bedeutung sei. Im Entwurf des Strafbefehls seien die Mehrsteuern dann zu Lasten des Jahres der Tataufdeckung passiviert worden, weil dadurch die Einkommensteuer des Jahres 2005 auf Null habe reduziert und der Tatvorwurf insoweit habe beseitigt werden k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision r&uuml;gt das FA eine Abweichung von der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung zum Zeitpunkt der Passivierung bei Verpflichtungen, deren Bestehen dem jeweiligen Gl&auml;ubiger noch unbekannt sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/><\/br>das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<br \/><\/br>die Revision als unzul&auml;ssig zu verwerfen,<br \/><\/br>hilfsweise als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen,<br \/><\/br>weiter hilfsweise, die Sache dem Gro&szlig;en Senat vorzulegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie sind &#8211;ohne dies weiter auszuf&uuml;hren&#8211; der Auffassung, die Ausf&uuml;hrungen des FA gen&uuml;gten nicht den an eine Revisionsbegr&uuml;ndungsschrift zu stellenden Anforderungen. In der Sache selbst schlie&szlig;en sie sich dem vorinstanzlichen Urteil an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist zul&auml;ssig und begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Abweisung der Klage (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Revision ist zul&auml;ssig. Insbesondere erf&uuml;llt die Revisionsbegr&uuml;ndungsschrift die Anforderungen des &sect;&nbsp;120 Abs.&nbsp;3 FGO. Von weiteren Ausf&uuml;hrungen hierzu sieht der Senat ab, zumal die Kl&auml;ger ihre gegenteilige Auffassung nicht n&auml;her begr&uuml;ndet haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Revision ist auch begr&uuml;ndet. Die Entscheidung des FG, bereits in den Streitjahren eine R&uuml;ckstellung f&uuml;r die hinterzogenen Steuern zuzulassen, verletzt Bundesrecht. Im Streitfall konnte der Kl&auml;ger zu den streitgegenst&auml;ndlichen Bilanzstichtagen (31.&nbsp;Dezember der Jahre 2001 und 2003) noch nicht mit hinreichender Wahrscheinlichkeit von seiner Inanspruchnahme hinsichtlich der erst im Jahr 2008 festgesetzten Mehrsteuern ausgehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG hat der Kl&auml;ger in seinen Bilanzen das Betriebsverm&ouml;gen anzusetzen, das nach den handelsrechtlichen Grunds&auml;tzen ordnungsm&auml;&szlig;iger Buchf&uuml;hrung auszuweisen ist. Auf diesen Grunds&auml;tzen beruht u.a. die Vorschrift des &sect;&nbsp;249 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 des Handelsgesetzbuchs (HGB). Danach sind f&uuml;r ungewisse Verbindlichkeiten R&uuml;ckstellungen zu bilden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Bildung einer R&uuml;ckstellung f&uuml;r ungewisse Verbindlichkeiten setzt eine betrieblich veranlasste, aber ungewisse Verpflichtung gegen&uuml;ber einem Dritten voraus, die mit hinreichender Wahrscheinlichkeit entstehen und zu einer Inanspruchnahme des Steuerpflichtigen f&uuml;hren wird, und die ihre wirtschaftliche Verursachung im Zeitraum vor dem Bilanzstichtag findet (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 30.&nbsp;November 2005 I&nbsp;R&nbsp;110\/04, BFHE 212, 83, BStBl II 2007, 251, unter II.2. vor a, mit zahlreichen weiteren Nachweisen).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach st&auml;ndiger h&ouml;chstrichterlicher Rechtsprechung d&uuml;rfen sowohl R&uuml;ckstellungen wegen zivilrechtlicher Schadensersatzverpflichtungen als auch wegen &ouml;ffentlich-rechtlicher Verpflichtungen erst gebildet werden, wenn derjenige, der Inhaber des gegen den Steuerpflichtigen gerichteten Anspruchs ist, von den anspruchsbegr&uuml;ndenden Umst&auml;nden Kenntnis hat oder eine solche Kenntniserlangung unmittelbar bevorsteht, so dass eine Inanspruchnahme wahrscheinlich ist (vgl. Schmidt\/ Weber-Grellet, EStG, 31.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;5 Rz&nbsp;379). F&uuml;r eine hinreichende Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme reicht es nicht schon aus, dass es einen Gl&auml;ubiger gibt; vielmehr muss dieser auch seinen Anspruch kennen. Aus dem Vorsichtsprinzip folgt lediglich, dass nicht nur die bestehende Kenntnis, sondern auch eine unmittelbar bevorstehende Kenntniserlangung des Gl&auml;ubigers die Bildung einer R&uuml;ckstellung rechtfertigt (ausf&uuml;hrlich zum Ganzen BFH-Urteil vom 19.&nbsp;Oktober 1993 VIII&nbsp;R&nbsp;14\/92, BFHE 172, 456, BStBl II 1993, 891, betr. &ouml;ffentlich-rechtliche Verpflichtungen; BFH-Urteil vom 25.&nbsp;April 2006 VIII&nbsp;R&nbsp;40\/04, BFHE 213, 364, BStBl II 2006, 749, betr. zivilrechtliche Schadensersatzverpflichtungen; beide mit zahlreichen weiteren Nachweisen).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei Verpflichtungen, die aus Straftaten resultieren, entsteht die Verbindlichkeit nach den ma&szlig;gebenden zivil- oder &ouml;ffentlich-rechtlichen Grunds&auml;tzen zwar bereits mit Begehung der Tat. Solange der Steuerpflichtige aber davon ausgehen kann, dass die Tat unentdeckt bleibt, stellt die Verbindlichkeit f&uuml;r ihn keine wirtschaftliche Belastung dar (BFH-Urteile vom 3.&nbsp;Juli 1991 X&nbsp;R&nbsp;163, 164\/87, BFHE 164, 556, BStBl II 1991, 802, unter 2. vor a, und vom 2.&nbsp;Oktober 1992 III&nbsp;R&nbsp;54\/91, BFHE 169, 423, BStBl II 1993, 153, unter&nbsp;2.); es fehlt an der hinreichenden Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ob eine Inanspruchnahme aus der ungewissen Verbindlichkeit zu erwarten ist, richtet sich nach den Verh&auml;ltnissen des jeweiligen Bilanzstichtags unter Ber&uuml;cksichtigung der bis zur Bilanzaufstellung &#8211;oder bis zu dem Zeitpunkt, zu dem die Bilanz im ordnungsgem&auml;&szlig;en Gesch&auml;ftsgang (&sect;&nbsp;243 Abs.&nbsp;3 HGB) aufzustellen gewesen w&auml;re (vgl. hierzu Senatsurteil in BFHE 164, 556, BStBl II 1991, 802, unter 2.d)&#8211; bekannt werdenden wertaufhellenden Umst&auml;nde (BFH-Urteil in BFHE 169, 423, BStBl II 1993, 153, unter&nbsp;3.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Diese allgemein f&uuml;r die Bildung von R&uuml;ckstellungen geltenden Grunds&auml;tze des Handels- und Steuerbilanzrechts werden von der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung auch auf R&uuml;ckstellungen f&uuml;r die drohende Inanspruchnahme des Steuerpflichtigen aus von ihm hinterzogenen Steuern angewendet. Folglich darf f&uuml;r Bilanzstichtage, die &#8211;vorbehaltlich einer etwaigen Wertaufhellung bis zur Bilanzaufstellung&#8211; vor dem Zeitpunkt liegen, zu dem die Aufdeckung der Tat unmittelbar bevorsteht, keine R&uuml;ckstellung gebildet werden. F&uuml;r die R&uuml;ckstellungsbildung reicht es weder aus, dass der Steuerpflichtige <em>selbst<\/em> von der Steuerhinterziehung Kenntnis hat, noch dass nach allgemeiner Erfahrung im Anschluss an Au&szlig;en- und Fahndungspr&uuml;fungen h&auml;ufig mit der Festsetzung von Mehrsteuern zu rechnen ist. Eine R&uuml;ckstellung ist vielmehr erst zu dem Bilanzstichtag zu bilden, zu dem der Steuerpflichtige aufgrund eines hinreichend konkreten Sachverhalts ernsthaft mit einer quantifizierbaren Steuernachforderung rechnen muss, also fr&uuml;hestens dann, wenn der Pr&uuml;fer eine bestimmte Sachbehandlung beanstandet hat, was in der Rechtsprechung mit dem Begriff der &quot;aufdeckungsorientierten Ma&szlig;nahme&quot; bezeichnet wird (zum Ganzen BFH-Urteil vom 16.&nbsp;Februar 1996 I&nbsp;R&nbsp;73\/95, BFHE 180, 110, BStBl II 1996, 592, unter II.A.3., unter Verweis auf die bereits damals herrschende Literaturauffassung zu dieser Frage; ferner BFH-Entscheidungen vom 27.&nbsp;November 2001 VIII&nbsp;R&nbsp;36\/00, BFHE 197, 394, BStBl II 2002, 731, unter II.2.c bb, und vom 13.&nbsp;Februar 2008 I&nbsp;B&nbsp;175\/07, nicht ver&ouml;ffentlicht, juris).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach den Feststellungen des FG liegen der im Streitfall vom Kl&auml;ger begehrten R&uuml;ckstellung hinterzogene Steuern zugrunde. Die Au&szlig;enpr&uuml;fung, die sp&auml;ter in die Fahndungspr&uuml;fung &uuml;berging, ist erst im Jahr 2005 angeordnet worden. Anhaltspunkte daf&uuml;r, dass die Tatumst&auml;nde dem FA bereits zu einem fr&uuml;heren Zeitpunkt bekannt waren, sind vom FG nicht festgestellt worden. Danach k&ouml;nnen zum 31.&nbsp;Dezember der Streitjahre 2001 und 2003 noch keine R&uuml;ckstellungen f&uuml;r das Risiko einer k&uuml;nftigen Inanspruchnahme aus den hinterzogenen Steuern gebildet werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Die vom FG angestellten Erw&auml;gungen geben keinen Anlass, von der st&auml;ndigen h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung zur Bildung von R&uuml;ckstellungen f&uuml;r hinterzogene Steuern abzuweichen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Das FG hat ausgef&uuml;hrt, es k&ouml;nne keine Kriterien erkennen, die f&uuml;r eine unterschiedliche Behandlung solcher Mehrsteuern, die auf Steuerhinterziehungen beruhen, im Vergleich zu Mehrsteuern infolge &quot;&uuml;blicher&quot; Au&szlig;enpr&uuml;fungen spr&auml;chen. Dem ist zu entgegnen, dass es eine st&auml;ndige h&ouml;chstrichterliche Rechtsprechung lediglich f&uuml;r R&uuml;ckstellungen aufgrund hinterzogener Mehrsteuer gibt (vgl. die Nachweise unter c). Demgegen&uuml;ber ist die h&ouml;chstrichterliche Rechtsprechung zur Frage des Zeitpunkts der Ber&uuml;cksichtigung von Mehrsteuern infolge einer Au&szlig;enpr&uuml;fung uneinheitlich (f&uuml;r eine Ber&uuml;cksichtigung erst im Jahr der Kenntnis des Steuerpflichtigen von den Mehrsteuern BFH-Urteil vom 16.&nbsp;Dezember 2009 I&nbsp;R&nbsp;43\/08, BFHE 227, 469, unter II.2.b; f&uuml;r eine Passivierung zu Lasten des Jahres der Steuerentstehung BFH-Urteil vom 15.&nbsp;M&auml;rz 2012 III&nbsp;R&nbsp;96\/07, Deutsches Steuerrecht 2012, 1495).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine auf die Anwendung der Grunds&auml;tze ordnungsm&auml;&szlig;iger Buchf&uuml;hrung gest&uuml;tzte Pflicht zur nachtr&auml;glichen Bildung einer R&uuml;ckstellung f&uuml;r das Jahr des Entstehens der Steuern ist in der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung ferner insoweit ausgesprochen worden, als ein FA, wenn es bereits im <em>Veranlagungsverfahren<\/em> anl&auml;sslich der &Uuml;berpr&uuml;fung der Steuererkl&auml;rung eine Erh&ouml;hung des Gewinns vornimmt, verpflichtet ist, zugleich eine entsprechende Anpassung der Steuerr&uuml;ckstellungen vorzunehmen (BFH-Urteil vom 3.&nbsp;Dezember 1969 I&nbsp;R&nbsp;107\/69, BFHE 97, 524, BStBl II 1970, 229). Diese Situation ist derjenigen nach einer Au&szlig;enpr&uuml;fung nicht gleichzusetzen. Soweit sich aus dem Umstand, dass diese &#8211;nicht zu Au&szlig;enpr&uuml;fungen ergangene&#8211; Entscheidung in den einschl&auml;gigen Verwaltungsanweisungen zitiert wird (z.B. H 4.9 &quot;R&uuml;ckstellung f&uuml;r k&uuml;nftige Steuernachforderungen&quot; Satz&nbsp;2 der Einkommensteuer-Hinweise 2010), in der Praxis die Handhabung entwickelt haben sollte, dass auch nach Au&szlig;enpr&uuml;fungen eine Passivierung zus&auml;tzlich anfallender Steuern im Jahr ihrer wirtschaftlichen Verursachung zugelassen wird, kann dies den Senat f&uuml;r seine Beurteilung des Zeitpunkts der Passivierung hinterzogener Steuern nicht binden. Die Zulassung einer nachtr&auml;glichen R&uuml;ckstellungsbildung f&uuml;r Steuernachforderungen infolge einer Au&szlig;enpr&uuml;fung bedeutete eine Ausnahme von den allgemeinen Bilanzierungsgrunds&auml;tzen (so bereits BFH-Urteil vom 19.&nbsp;Dezember 1961 I&nbsp;66\/61&nbsp;U, BFHE 74, 165, BStBl III 1962, 64).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Das FG hat ferner ausgef&uuml;hrt, es k&ouml;nne nicht erkennen, welche Feststellungen es hinsichtlich des subjektiven und objektiven Tatbestands der Steuerhinterziehung treffen m&uuml;sse und wie es den Grad der Wahrscheinlichkeit der Aufdeckung der Steuerhinterziehung beurteilen solle.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Insoweit ist auf die Vorschrift des &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO sowie auf den Grundsatz zu verweisen, wonach im Einzelfall auftretende Schwierigkeiten bei der Sachverhaltsermittlung &#8211;die im vorliegenden Verfahren allerdings nicht erkennbar sind&#8211; es nicht erlauben, eine zutreffende Rechtsanwendung zu unterlassen. F&uuml;r die Feststellung des Tatbestands einer Steuerhinterziehung gelten dieselben Ma&szlig;st&auml;be wie auch in allen anderen F&auml;llen, in denen Finanzgerichte &uuml;ber das Vorliegen eines solchen Sachverhalts entscheiden m&uuml;ssen (z.B. im Rahmen der Anwendung des &sect;&nbsp;169 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 oder des &sect;&nbsp;235 der Abgabenordnung).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Prognose, ob zum jeweiligen Bilanzstichtag eine Kenntniserlangung des Gl&auml;ubigers von seinem bestehenden Anspruch wahrscheinlich ist, ist nach st&auml;ndiger Rechtsprechung anhand der erkennbaren tats&auml;chlichen Verh&auml;ltnisse zu treffen (BFH-Urteil in BFHE 172, 456, BStBl II 1993, 891, unter 1.b&nbsp;cc). Die materiell-rechtlichen Grundlagen sowie die Anforderungen an die Sachaufkl&auml;rung und &Uuml;berzeugungsbildung der Tatsacheninstanz unterscheiden sich insoweit nicht von der Behandlung aller anderen R&uuml;ckstellungen f&uuml;r zivil- oder &ouml;ffentlich-rechtliche Verpflichtungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Der vom FG hervorgehobene Umstand, dass im Streitfall bereits Steuerfestsetzungen &uuml;ber die Mehrsteuern vorlagen, ist f&uuml;r den Zeitpunkt der R&uuml;ckstellungsbildung unerheblich. Denn nach der vorstehend angef&uuml;hrten Rechtsprechung sind die am jeweiligen Bilanzstichtag erkennbaren Verh&auml;ltnisse ma&szlig;gebend. Zu diesen Zeitpunkten brauchte der Kl&auml;ger aber nicht mit einer Erh&ouml;hung der Steuerfestsetzungen zu rechnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Das FG kann sich f&uuml;r seine abweichende Auffassung auch nicht auf das BFH-Urteil vom 3.&nbsp;Februar 2010 I&nbsp;R&nbsp;21\/06 (BFHE 228, 259, BStBl II 2010, 692, unter II.4.) berufen. Darin hat der BFH ausgef&uuml;hrt, dass die Bilanz eines Steuerpflichtigen, der bei Erstellung seines Jahresabschlusses in einer Rechtsfrage, deren Entscheidung f&uuml;r die H&ouml;he des von ihm auszuweisenden Gewinns ma&szlig;geblich ist, eine andere Rechtsauffassung als das FA vertritt, hinsichtlich der Steuerr&uuml;ckstellungen auch dann &quot;richtig&quot; ist, wenn er bei Ermittlung der H&ouml;he dieser R&uuml;ckstellungen diejenige Steuer zugrunde legt, die bei Ber&uuml;cksichtigung der Verwaltungsauffassung anfallen w&uuml;rde, sofern er gegen&uuml;ber dem FA die ma&szlig;gebenden Tatsachen offen legt (&quot;&#8230; Folge der von der Kl&auml;gerin <em>deklarierten<\/em> Umstrukturierung &#8230;&quot;). In einem solchen Fall bleibt es nach der Entscheidung des I. Senats auch dann bei der urspr&uuml;nglich gebildeten Steuerr&uuml;ckstellung, wenn die Steuer sp&auml;ter nach der Durchf&uuml;hrung eines Rechtsmittelverfahrens herabgesetzt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auf den Streitfall ist dies schon deshalb nicht &uuml;bertragbar, weil der Kl&auml;ger in seinen urspr&uuml;nglichen Bilanzen weder eine Steuerr&uuml;ckstellung in der jetzt von ihm begehrten H&ouml;he gebildet noch den tats&auml;chlichen Sachverhalt gegen&uuml;ber dem FA offengelegt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ee) Soweit das FG Abgrenzungsschwierigkeiten zwischen der bilanzsteuerrechtlichen und der steuerstrafrechtlichen Beurteilung des Zeitpunkts einer R&uuml;ckstellungsbildung sieht, ist darauf zu verweisen, dass beide Rechtsgebiete ihren jeweils eigenen Zwecksetzungen folgen und die einkommensteuerrechtliche Beurteilung allein nach bilanzsteuerrechtlichen Grunds&auml;tzen vorzunehmen ist; die strafrechtliche Behandlung ist insoweit unerheblich. Erg&auml;nzend weist der Senat darauf hin, dass nach dem Akteninhalt f&uuml;r den vom FG erhobenen Vorwurf einer &quot;Manipulation&quot; durch die Strafverfolgungsbeh&ouml;rden keine Anhaltspunkte bestehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ff) Auf die vom FG aufgeworfenen Fragen zur Bilanzberichtigung oder -&auml;nderung nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;2 EStG kommt es f&uuml;r die Entscheidung des Streitfalls nicht an. Denn die urspr&uuml;nglich vom Kl&auml;ger aufgestellten Bilanzen f&uuml;r die Streitjahre 2001 und 2003 waren hinsichtlich des Fehlens der R&uuml;ckstellungen f&uuml;r die hinterzogenen Steuern richtig, so dass eine Bilanzberichtigung &#8211;die gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG einen Versto&szlig; gegen die Grunds&auml;tze ordnungsm&auml;&szlig;iger Buchf&uuml;hrung oder Vorschriften des EStG voraussetzt&#8211; ausscheidet. Auch eine Bilanz&auml;nderung (&sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 EStG) kommt nicht in Betracht, weil hinsichtlich des Zeitpunkts der Passivierung hinterzogener Steuern kein Bilanzierungswahlrecht besteht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) F&uuml;r die Behauptung der Kl&auml;ger, Gegenstand der tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung sei auch der Zeitpunkt der R&uuml;ckstellungsbildung gewesen, findet sich im Text der tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung kein Anhaltspunkt. Im &Uuml;brigen ist eine tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung &uuml;ber Rechtsfragen ausgeschlossen (BFH-Urteil vom 31.&nbsp;M&auml;rz 2004 I&nbsp;R&nbsp;71\/03, BFHE 206, 42, BStBl II 2004, 742, unter II.11.b). Die Frage, ob die Bildung einer R&uuml;ckstellung voraussetzt, dass aus Sicht des jeweiligen Bilanzstichtags eine hinreichende Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme des Steuerpflichtigen besteht, ist aber materiell-rechtlicher &#8211;und nicht tats&auml;chlicher&#8211; Art.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>f) Nicht nachvollziehbar ist der Antrag der Kl&auml;ger, die streitentscheidende Rechtsfrage wegen einer Divergenz zwischen der vom erkennenden Senat vertretenen Auffassung und dem Urteil des VIII.&nbsp;Senats des BFH in BFHE 197, 394, BStBl II 2002, 731 dem Gro&szlig;en Senat des BFH zur Entscheidung vorzulegen. Der erkennende Senat st&uuml;tzt sich f&uuml;r seine Auffassung vielmehr gerade auf die angef&uuml;hrte Entscheidung des VIII. Senats (vgl. die Nachweise unter&nbsp;c).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>g) Diese Grunds&auml;tze gelten gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;7 Satz&nbsp;1 des Gewerbesteuergesetzes auch f&uuml;r die Ermittlung des Gewerbeertrags.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.8.2012, X R 23\/10 Zeitpunkt der Bildung einer R&uuml;ckstellung f&uuml;r hinterzogene Mehrsteuern &#8211; keine tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung &uuml;ber Rechtsfragen Leits&auml;tze Eine R&uuml;ckstellung f&uuml;r hinterzogene Mehrsteuern kann erst zu dem Bilanzstichtag gebildet werden, zu dem der Steuerpflichtige mit der Aufdeckung der Steuerhinterziehung rechnen musste. Tatbestand 1&nbsp; I. Die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) sind Eheleute, &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-23-10-zeitpunkt-der-bildung-einer-rueckstellung-fuer-hinterzogene-mehrsteuern-keine-tatsaechliche-verstaendigung-ueber-rechtsfragen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;R&nbsp;23\/10 &#8211; Zeitpunkt der Bildung einer R&uuml;ckstellung f&uuml;r hinterzogene Mehrsteuern &#8211; keine tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung &uuml;ber Rechtsfragen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-5557","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5557","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5557"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5557\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5557"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5557"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5557"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}