{"id":5559,"date":"2012-08-14T00:00:00","date_gmt":"2012-08-13T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=5559"},"modified":"2012-11-23T13:11:42","modified_gmt":"2012-11-23T11:11:42","slug":"vii-b-108-12-beweiskraft-der-zustellungsurkunde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-108-12-beweiskraft-der-zustellungsurkunde\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;B&nbsp;108\/12 &#8211; Beweiskraft der Zustellungsurkunde"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 14.8.2012, VII B 108\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Beweiskraft der Zustellungsurkunde<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Das Finanzgericht (FG) hat die Klage des Kl&auml;gers und Beschwerdef&uuml;hrers (Kl&auml;ger) gegen den Widerruf seiner Bestellung als Steuerberater wegen Verm&ouml;gensverfalls (&sect;&nbsp;46 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;4 des Steuerberatungsgesetzes &#8211;StBerG&#8211;) abgewiesen. Die Klage sei unzul&auml;ssig, weil der Kl&auml;ger die einmonatige Klagefrist vers&auml;umt habe. Wiedereinsetzung in den vorigen Stand k&ouml;nne nicht gew&auml;hrt werden, weil der Kl&auml;ger die f&uuml;r den Wiedereinsetzungsantrag vorgeschriebene Frist ebenfalls vers&auml;umt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen richtet sich die Nichtzulassungsbeschwerde des Kl&auml;gers, welche er auf den Zulassungsgrund des Verfahrensmangels (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) st&uuml;tzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde hat keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar liegt ein Verfahrensmangel vor, wenn das FG die Zul&auml;ssigkeit der Klage zu Unrecht verneint. Im Streitfall hat das FG jedoch zu Recht angenommen, dass die gegen den Widerrufsbescheid der Beklagten und Beschwerdegegnerin (Steuerberaterkammer) gerichtete Klage versp&auml;tet erhoben und damit unzul&auml;ssig ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect;&nbsp;47 Abs.&nbsp;1 FGO betr&auml;gt die Frist f&uuml;r die Erhebung der Anfechtungsklage einen Monat und beginnt in den F&auml;llen, in denen &#8211;wie im Streitfall&#8211; ein au&szlig;ergerichtlicher Rechtsbehelf nicht gegeben ist, mit der Bekanntgabe des Verwaltungsakts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall hat die Steuerberaterkammer die Bekanntgabe des Widerrufsbescheids vom 27.&nbsp;September 2011 im Wege der Zustellung durch die Post mit Zustellungsurkunde angeordnet (&sect;&nbsp;164a StBerG, &sect;&nbsp;122 Abs.&nbsp;5 der Abgabenordnung, &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 des Verwaltungszustellungsgesetzes &#8211;VwZG&#8211;). Ausweislich der Postzustellungsurkunde wurde der Widerrufsbescheid dem Kl&auml;ger am 28.&nbsp;September 2011 durch Einlegen des Schriftst&uuml;cks in den zum Gesch&auml;ftsraum geh&ouml;renden Briefkasten oder in eine &auml;hnliche Vorrichtung zugestellt, weil seine &Uuml;bergabe an den Adressaten nicht m&ouml;glich war. Der Widerrufsbescheid galt daher mit seiner Einlegung als zugestellt (&sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;2 VwZG i.V.m. &sect;&nbsp;180 Satz&nbsp;2 der Zivilprozessordnung &#8211;ZPO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wie das FG zutreffend ausgef&uuml;hrt hat, gilt nach &sect;&nbsp;182 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 ZPO f&uuml;r die Zustellungsurkunde &sect;&nbsp;418 ZPO. Es handelt sich daher um eine &ouml;ffentliche Urkunde, die den vollen Beweis der in ihr bezeugten Tatsachen begr&uuml;ndet. Ein Gegenbeweis kann nach &sect;&nbsp;418 Abs.&nbsp;2 ZPO nur durch den Beweis der Unrichtigkeit der in der Zustellungsurkunde bezeugten Tatsachen, des Gegenteils also, gef&uuml;hrt werden. Die Ansicht des FG, der Kl&auml;ger habe allein durch die Behauptung, am angegebenen Tag der Zustellung keinen ausw&auml;rtigen Termin gehabt, sondern sich ganzt&auml;gig im B&uuml;ro aufgehalten und zudem seinerzeit 10&nbsp;Angestellte besch&auml;ftigt zu haben, den Gegenbeweis nicht in der Weise erbracht, dass die Richtigkeit der durch die Zustellungsurkunde bezeugten Tatsachen ausgeschlossen sei, ist rechtlich nicht zu beanstanden. Auf die entsprechenden Ausf&uuml;hrungen im angefochtenen Urteil kann insoweit verwiesen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ist somit von der Bekanntgabe des Widerrufsbescheids am 28.&nbsp;September 2011 auszugehen, ist die einmonatige Klagefrist mit der erst am 19.&nbsp;Dezember 2011 erhobenen Klage vers&auml;umt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die vom Kl&auml;ger mit der erhobenen Klage beantragte Wiedereinsetzung in den vorigen Stand hat das FG zu Recht abgelehnt. Der Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand ist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;56 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 FGO binnen zwei Wochen nach Wegfall des Hindernisses zu stellen. Das FG hat zu Recht angenommen, das der Klageerhebung entgegenstehende Hindernis sei jedenfalls am 11.&nbsp;November 2011 mit dem Zugang des Schreibens der Steuerberaterkammer vom 8.&nbsp;November 2011 weggefallen, mit dem der Kl&auml;ger &uuml;ber den Widerruf seiner Bestellung als Steuerberater durch Bescheid vom 27.&nbsp;September 2011 unterrichtet worden war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die von der Beschwerde vertretene Ansicht, &uuml;ber die beantragte Wiedereinsetzung h&auml;tte nicht das FG, sondern das Verwaltungsgericht entscheiden m&uuml;ssen, trifft nicht zu. Im &Uuml;brigen ist die Zul&auml;ssigkeit des beschrittenen Rechtswegs im Verfahren der Nichtzulassungsbeschwerde ohnehin nicht zu pr&uuml;fen (&sect;&nbsp;17a Abs.&nbsp;5 des Gerichtsverfassungsgesetzes).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 14.8.2012, VII B 108\/12 Beweiskraft der Zustellungsurkunde Tatbestand 1&nbsp; I. Das Finanzgericht (FG) hat die Klage des Kl&auml;gers und Beschwerdef&uuml;hrers (Kl&auml;ger) gegen den Widerruf seiner Bestellung als Steuerberater wegen Verm&ouml;gensverfalls (&sect;&nbsp;46 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;4 des Steuerberatungsgesetzes &#8211;StBerG&#8211;) abgewiesen. Die Klage sei unzul&auml;ssig, weil der Kl&auml;ger die einmonatige Klagefrist vers&auml;umt habe. 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