{"id":5566,"date":"2012-08-17T00:00:00","date_gmt":"2012-08-16T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=5566"},"modified":"2012-11-23T13:07:34","modified_gmt":"2012-11-23T11:07:34","slug":"iii-b-26-12-sicherung-des-anspruchs-auf-abzweigung-von-kindergeld-durch-einstweilige-anordnung-gegen-die-familienkasse-bei-unterkunftsgestellung-durch-den-kindergeldberechtigten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-26-12-sicherung-des-anspruchs-auf-abzweigung-von-kindergeld-durch-einstweilige-anordnung-gegen-die-familienkasse-bei-unterkunftsgestellung-durch-den-kindergeldberechtigten\/","title":{"rendered":"III&nbsp;B&nbsp;26\/12 &#8211; Sicherung des Anspruchs auf Abzweigung von Kindergeld durch einstweilige Anordnung gegen die Familienkasse bei Unterkunftsgestellung durch den Kindergeldberechtigten"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 17.8.2012, III B 26\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Sicherung des Anspruchs auf Abzweigung von Kindergeld durch einstweilige Anordnung gegen die Familienkasse bei Unterkunftsgestellung durch den Kindergeldberechtigten<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Antragsgegnerin und Beschwerdegegnerin (Familienkasse) gew&auml;hrt dem Vater (V) der am &#8230; Juni 1989 geborenen T Kindergeld. T ist schwerbehindert (GdB&nbsp;100&nbsp;%, Merkzeichen&nbsp;G). Sie lebt im Haushalt des V, der zugleich ihr Betreuer ist, und arbeitet in einer Behindertenwerkstatt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Antragsteller und Beschwerdef&uuml;hrer (Antragsteller) gew&auml;hrt T Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nach dem Zw&ouml;lften Buchs Sozialgesetzbuch (SGB&nbsp;XII) in H&ouml;he von derzeit 302,68&nbsp;EUR. V leistet gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;94 Abs.&nbsp;2 SGB&nbsp;XII f&uuml;r seine Tochter einen monatlichen Unterhaltsbeitrag in H&ouml;he von 30,80&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Au&szlig;erdem zahlt der Antragsteller f&uuml;r T Eingliederungshilfe nach &sect;&sect;&nbsp;53&nbsp;ff. SGB&nbsp;XII i.V.m. &sect;&nbsp;41 des Neunten Buchs Sozialgesetzbuch in H&ouml;he von monatlich 1.031,91&nbsp;EUR an die Werkst&auml;tten f&uuml;r behinderte Menschen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Schreiben vom 12.&nbsp;Juli 2010 beantragte der Rechtsvorg&auml;nger des Antragstellers, das gegen&uuml;ber dem V f&uuml;r T festgesetzte Kindergeld an ihn abzuzweigen. Mit Bescheid vom 4.&nbsp;August 2010 lehnte die Familienkasse den Antrag nach Anh&ouml;rung des Kindergeldberechtigten ab, da V den vorgeschriebenen Kostenbeitrag entrichte und ihm weitere Kosten f&uuml;r T entst&uuml;nden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In dem hiergegen gef&uuml;hrten Einspruchsverfahren bezifferte V die ihm im Zeitraum von Dezember 2008 bis Juni 2010 f&uuml;r den Unterhalt der T entstandenen Aufwendungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Familienkasse wies den Einspruch mit Einspruchsentscheidung vom 28.&nbsp;Februar 2011 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck, da V seine Unterhaltspflicht erf&uuml;lle.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen erhob der Antragsteller Klage. Die Familienkasse nahm nach Abweisung des Abzweigungsantrages im August 2010 die Kindergeldzahlung wieder auf und zahlt das Kindergeld fortlaufend an V aus. Sie beabsichtigt auch nicht, die Auszahlung des Kindergeldes bis zu einer Entscheidung im Hauptsacheverfahren einzustellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Schreiben vom 29.&nbsp;November 2011 beantragte der Antragsteller bei der Familienkasse &quot;die Aussetzung der Vollziehung des Bewilligungsbescheides &uuml;ber die Gew&auml;hrung von Kindergeld &#8230; gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;361 Abs.&nbsp;2 Abgabenordnung und somit die vorl&auml;ufige Einstellung der Kindergeldzahlung&quot;. Die Familienkasse lehnte diesen Antrag mit Bescheid vom 12.&nbsp;Dezember 2011 als unzul&auml;ssig ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Den mit Schriftsatz vom 4.&nbsp;Januar 2012 gestellten Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung wies das Finanzgericht (FG) zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Beschwerde, verfolgt der Antragsteller sein Begehren auf Erlass einer einstweiligen Anordnung weiter. Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrt er im Wesentlichen aus, dass die Familienkasse das Kindergeld weiter auszahle. Bereits ausgezahltes Kindergeld k&ouml;nne nicht mehr abgezweigt werden, so dass f&uuml;r den Antragsteller keine M&ouml;glichkeit bestehe, seine Anspr&uuml;che durchzusetzen. Die FG-Entscheidung versto&szlig;e gegen die im Senatsurteil vom 9.&nbsp;Februar 2009 III&nbsp;R&nbsp;37\/07 (BFHE 224, 290, BStBl II 2009, 928) aufgestellten Grunds&auml;tze, da sie davon ausgehe, dass bei vollj&auml;hrigen behinderten Kindern, die in den Haushalt des Kindergeldberechtigten aufgenommen worden sind, grunds&auml;tzlich davon ausgegangen werden k&ouml;nne, dass der Kindergeldberechtigte Unterhaltsleistungen erbringe, die den Betrag des Kindergeldes &uuml;bersteigen w&uuml;rden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Antragsteller beantragt sinngem&auml;&szlig;, den angefochtenen Beschluss aufzuheben und die Einstellung der Auszahlung des Kindergeldes bis zu einer endg&uuml;ltigen Entscheidung &uuml;ber den Abzweigungsantrag im Hauptsacheverfahren anzuordnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Familienkasse beantragt, die Beschwerde als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde des Antragstellers ist unbegr&uuml;ndet; die tats&auml;chlichen Grundlagen des erhobenen Anspruchs sind auch im Beschwerdeverfahren nicht hinreichend dargetan worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;114 Abs.&nbsp;1 S&auml;tze&nbsp;1 und 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) kann das Gericht auf Antrag eine einstweilige Anordnung in Bezug auf den Streitgegenstand treffen, wenn die Gefahr besteht, dass durch eine Ver&auml;nderung des bestehenden Zustands die Verwirklichung eines Rechts des betreffenden Antragstellers vereitelt oder wesentlich erschwert werden k&ouml;nnte (Satz&nbsp;1). Einstweilige Anordnungen sind auch zur Regelung eines vorl&auml;ufigen Zustands in Bezug auf ein streitiges Rechtsverh&auml;ltnis zul&auml;ssig, wenn diese Regelung, vor allem bei dauernden Rechtsverh&auml;ltnissen, um wesentliche Nachteile abzuwenden oder drohende Gewalt zu verhindern oder aus anderen Gr&uuml;nden n&ouml;tig erscheint (Satz&nbsp;2).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese gesetzlichen Grundlagen f&uuml;r den Erlass von einstweiligen Anordnungen nach &sect;&nbsp;114 Abs.&nbsp;1 FGO unterscheiden sich u.a. darin, dass im erstgenannten Falle (Satz&nbsp;1) die Sicherung eines bestehenden Zustands (Sicherungsanordnung) und im zweiten Falle (Satz&nbsp;2) eine Verbesserung der bisherigen Rechtsposition in Bezug auf ein streitiges Rechtsverh&auml;ltnis (Regelungsanordnung) erreicht werden kann. Dagegen stimmen beide Grundlagen insoweit &uuml;berein, als auch f&uuml;r die einstweilige Anordnung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;114 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 FGO aufgrund der Verweisung in &sect;&nbsp;114 Abs.&nbsp;3 FGO auf Vorschriften der Zivilprozessordnung (ZPO) der Antragsteller den Anspruch und den Grund f&uuml;r den Erlass einer einstweiligen Anordnung glaubhaft zu machen hat (vgl. &sect;&sect;&nbsp;920 Abs.&nbsp;2 und 294 ZPO), wobei als Anspruch in diesem Sinne der Anspruch aus dem Rechtsverh&auml;ltnis anzusehen ist, der vom Antragsteller in der Hauptsache verfochten wird oder werden soll (vgl. Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 12.&nbsp;Januar 1993 VII&nbsp;B&nbsp;169\/92, BFH\/NV 1994, 554, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Seiner verfahrensm&auml;&szlig;igen Last der hinreichenden Darlegung und Glaubhaftmachung ist der Antragsteller zumindest in Beziehung auf den Anordnungsanspruch auch in der Beschwerdeinstanz nicht nachgekommen, so dass nach den unter 1. dargelegten Grunds&auml;tzen unentschieden bleiben kann, auf welche der beiden gesetzlichen Grundlagen im Falle der Stattgabe eine einstweilige Anordnung zu st&uuml;tzen w&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Als Anspruch im er&ouml;rterten Sinne kommt allein das vom Antragsteller geltend gemachte Recht in Betracht, von der Familienkasse gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;74 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 des Einkommensteuergesetzes (EStG) die Abzweigung des zugunsten des V festgesetzten Kindergeldes an sich zu verlangen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da es sich bei der Entscheidung &uuml;ber die Abzweigung um eine Ermessensentscheidung der Familienkasse handelt, ist dem FG nach &sect;&nbsp;102 FGO nur eine auf Ermessensfehler beschr&auml;nkte &Uuml;berpr&uuml;fungsm&ouml;glichkeit einger&auml;umt (z.B. Senatsurteil vom 9.&nbsp;Februar 2009 III&nbsp;R&nbsp;38\/07, BFH\/NV 2009, 1107, unter II.3.a). Wird im Hauptsacheverfahren eine im Ermessen der Beh&ouml;rde stehende Entscheidung begehrt, so besteht nach der Rechtsprechung des BFH ein Anordnungsanspruch nicht erst, wenn nach dem Vorbringen zur Begr&uuml;ndung der einstweiligen Anordnung der Ermessensspielraum soweit eingeengt ist, dass nur eine dem Antragsteller g&uuml;nstige Ermessensentscheidung in Betracht kommt, sondern bereits dann, wenn danach f&uuml;r eine ihm g&uuml;nstige Ermessensentscheidung eine hinreichende Wahrscheinlichkeit besteht (z.B. BFH-Beschluss vom 12.&nbsp;Februar 1991 VII&nbsp;B&nbsp;170\/90, BFH\/NV 1992, 42, unter II.2., m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Im Streitfall besteht unter den gegebenen Umst&auml;nden keine hinreichende Wahrscheinlichkeit daf&uuml;r, dass dem Begehren des Antragstellers auf Abzweigung des Kindergeldes stattgegeben werden wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;74 Abs.&nbsp;1 S&auml;tze&nbsp;1, 3 und 4 EStG kann das f&uuml;r ein Kind festgesetzte Kindergeld an die Stelle ausgezahlt werden, die dem Kind Unterhalt gew&auml;hrt, wenn der Kindergeldberechtigte ihm gegen&uuml;ber seiner gesetzlichen Unterhaltspflicht nicht nachkommt, mangels Leistungsf&auml;higkeit nicht unterhaltspflichtig ist oder nur Unterhalt in H&ouml;he eines Betrags zu leisten braucht, der geringer ist als das f&uuml;r die Auszahlung in Betracht kommende Kindergeld.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Kindergeldberechtigte V ist als Verwandter in gerader Linie nach den &sect;&sect;&nbsp;1601&nbsp;ff. des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuches (BGB) zur Gew&auml;hrung von Unterhalt verpflichtet, da T sich nicht selbst unterhalten kann. Der Unterhaltsanspruch umfasst nach &sect;&nbsp;1610 Abs.&nbsp;2 BGB den gesamten Lebensbedarf. Dazu geh&ouml;rt auch der behinderungsbedingte Mehrbedarf der T.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Unterhaltsverpflichtung wird nicht durch die Gew&auml;hrung von Eingliederungshilfe an T ausgeschlossen, da es sich um eine subsidi&auml;re Sozialleistung handelt, die den Unterhaltspflichtigen nicht von seiner Verpflichtung befreien soll (Senatsurteil vom 23.&nbsp;Februar 2006 III&nbsp;R&nbsp;65\/04, BFHE 212, 481, BStBl II 2008, 753, unter II.1.a, m.w.N.). Der Unterhaltsanspruch des Kindes, f&uuml;r das Sozialleistungen gew&auml;hrt werden, geht grunds&auml;tzlich nach &sect;&nbsp;94 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 SGB&nbsp;XII in H&ouml;he der geleisteten Aufwendungen auf den Sozialleistungstr&auml;ger &uuml;ber. Die Verpflichtung zur Unterhaltsgew&auml;hrung bleibt auch insoweit bestehen, als der Unterhaltsanspruch eines vollj&auml;hrigen behinderten Kindes &#8211;wie im Streitfall&#8211; nach &sect;&nbsp;94 Abs.&nbsp;2 S&auml;tze&nbsp;1 und 3 SGB&nbsp;XII nur in H&ouml;he eines Betrags von 26&nbsp;EUR monatlich &#8211;bzw. des an die jeweilige Kindergelderh&ouml;hung angepassten Betrags&#8211; auf den Sozialleistungstr&auml;ger &uuml;bergeht (Senatsurteil in BFHE 224, 290, BStBl II 2009, 928, unter II.1.a). Denn diese Regelung hat nur zur Folge, dass der gesetzliche &Uuml;bergang des Unterhaltsanspruchs auf den Sozialleistungstr&auml;ger, soweit er den Betrag von 26&nbsp;EUR &uuml;berschreitet, ausgeschlossen ist, setzt also voraus, dass &uuml;berhaupt ein Unterhaltsanspruch besteht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die Unterhaltsverpflichtung wird auch nicht wegen der f&uuml;r T gew&auml;hrten Grundsicherungsleistungen wegen Erwerbsminderung ausgeschlossen. Wie der Senat mit Urteil vom 17.&nbsp;Dezember 2008 III&nbsp;R&nbsp;6\/07 (BFHE 224, 228, BStBl II 2009, 926, unter II.1.) entschieden hat, z&auml;hlen zum unterhaltsrechtlich ma&szlig;geblichen Einkommen des Kindes auch Grundsicherungsleistungen, soweit sie nicht subsidi&auml;r sind. Sofern das Einkommen der Eltern unter der nach &sect;&nbsp;43 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 SGB&nbsp;XII geltenden Grenze von 100.000&nbsp;EUR liegt, bleiben die gegen sie bestehenden Unterhaltsanspr&uuml;che des Kindes unber&uuml;cksichtigt. Daher mindern die Grundsicherungsleistungen den unterhaltsrechtlichen Bedarf des Kindes. &sect;&nbsp;43 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 SGB&nbsp;XII steht jedoch nur der Anrechnung von Unterhaltsanspr&uuml;chen, nicht jedoch der Ber&uuml;cksichtigung von tats&auml;chlich geleisteten Unterhaltszahlungen entgegen. Zum Einkommen des Grundsicherungsberechtigten geh&ouml;ren deshalb tats&auml;chlich an ihn erbrachte Unterhaltszahlungen, selbst wenn das Einkommen des Unterhaltsverpflichteten die Einkommensgrenze des &sect;&nbsp;43 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 SGB&nbsp;XII unterschreitet (Urteil des Bundesgerichtshofs vom 20.&nbsp;Dezember 2006 XII&nbsp;ZR&nbsp;84\/04, Zeitschrift f&uuml;r das gesamte Familienrecht 2007, 1158).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) V ist seiner gesetzlichen Unterhaltspflicht nicht nachgekommen, da er die von dem Sozialleistungstr&auml;ger erbrachten Kosten &#8211;mit Ausnahme des Kostenbeitrags in H&ouml;he von 30,80&nbsp;EUR&#8211; nicht &uuml;bernommen hat. Ob er diese Kosten trotz Leistungsf&auml;higkeit oder mangels Leistungsf&auml;higkeit nicht &uuml;bernommen hat, kann dahingestellt bleiben, da nach &sect;&nbsp;74 Abs.&nbsp;1 S&auml;tze&nbsp;1 und 3 EStG dem Grunde nach in beiden F&auml;llen eine Abzweigung in Betracht kommt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Zu Recht ist das FG f&uuml;r Zwecke des einstweiligen Rechtsschutzes davon ausgegangen, dass ein Ermessensfehler ausscheidet, da allein die Ablehnung der Abzweigung ermessensgerecht war (sog. Ermessensreduzierung auf Null).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach der Rechtsprechung des Senats sind bei der Aus&uuml;bung des Ermessens, ob und in welcher H&ouml;he das Kindergeld an den &#8211;dem Kind anstelle des Kindergeldberechtigten Unterhalt gew&auml;hrenden&#8211; Sozialleistungstr&auml;ger abzuzweigen ist, auch geringe Unterhaltsleistungen der Eltern zu ber&uuml;cksichtigen. Sind die Leistungen mindestens so hoch wie das Kindergeld, wird eine Abzweigung jedoch nicht als ermessensgerecht angesehen (Senatsurteil in BFHE 212, 481, BStBl II 2008, 753, unter II.2., m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb)Im vorliegenden Fall war das Kind &#8211;anders als in dem Sachverhalt, der der von dem Antragsteller zitierten Entscheidung in BFHE 224, 290, BStBl II 2009, 928 zugrunde lag&#8211; nicht vollstation&auml;r untergebracht, sondern befand sich nur tags&uuml;ber in der Behindertenwerkstatt. &Uuml;ber Nacht und an den freien Tagen befand sich T im Haushalt des Kindergeldberechtigten. Im Unterschied zu dem der Entscheidung in BFHE 224, 228, BStBl II 2009, 926 (unter II.2.) zugrunde liegenden Sachverhalt war der auf das Kind entfallende Anteil an den Kosten f&uuml;r Unterkunft und Heizung nach den von dem Antragsteller nicht bestrittenen Feststellungen des FG auch nicht in die f&uuml;r T gew&auml;hrte Leistung der Grundsicherung nach dem SGB&nbsp;XII einbezogen. Vielmehr erbrachte V insoweit selbst Unterhaltsleistungen gegen&uuml;ber T.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Wie der Senat in der Entscheidung in BFHE 224, 290, BStBl II 2009, 928 (unter II.3.a) ausgef&uuml;hrt hat, ist zwar die Ber&uuml;cksichtigung fiktiver Kosten des Kindergeldberechtigten ausgeschlossen. Handelt es sich indessen &#8211;wie im Streitfall&#8211; um tats&auml;chlich entstandene Kosten f&uuml;r die Unterkunft, sind diese n&auml;her zu beziffern oder gegebenenfalls zu sch&auml;tzen. Nach Aktenlage hat V die Kosten f&uuml;r die der T &uuml;berlassenen R&auml;umlichkeiten im Dachgeschoss seines Hauses mit 350&nbsp;EUR zzgl. 50&nbsp;EUR Nebenkosten beziffert, diese Kosten jedoch nicht nachgewiesen bzw. glaubhaft gemacht. Somit ist f&uuml;r Zwecke des einstweiligen Rechtsschutzes zun&auml;chst eine Sch&auml;tzung der dem V entstandenen Aufwendungen vorzunehmen. Der Senat hat aus Gr&uuml;nden der Vereinfachung insoweit keine Bedenken, f&uuml;r die Frage der Bewertung der T &uuml;berlassenen Unterkunft auf die Verordnung &uuml;ber die sozialversicherungsrechtliche Beurteilung von Zuwendungen des Arbeitgebers als Arbeitsentgelt (Sozialversicherungsentgeltverordnung &#8211;SvEV&#8211;) in der jeweils geltenden Fassung zur&uuml;ckzugreifen. Der Wert einer als Sachbezug zur Verf&uuml;gung gestellten Unterkunft wird gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 SvEV i.d.F. vom 2.&nbsp;Dezember 2011 (BGBl I 2011, 2453) auf monatlich 212&nbsp;EUR festgelegt. Unter zus&auml;tzlicher Ber&uuml;cksichtigung des von V geleisteten Kostenbeitrags in H&ouml;he von 30,80&nbsp;EUR hat der Kindergeldberechtigte bereits Unterhaltsaufwendungen getragen, die den gesetzlichen Kindergeldbetrag von 184&nbsp;EUR deutlich &uuml;berschreiten. Es kann daher auch dahingestellt bleiben, ob V dar&uuml;ber hinaus weitere Aufwendungen entstanden sind. Eine Abzweigung scheidet folglich nach der sich aus &sect;&nbsp;74 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Alternative&nbsp;2 EStG ergebenden gesetzlichen Wertung aus (vgl. Senatsurteil in BFHE 212, 481, BStBl II 2008, 753, unter II.2., m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 17.8.2012, III B 26\/12 Sicherung des Anspruchs auf Abzweigung von Kindergeld durch einstweilige Anordnung gegen die Familienkasse bei Unterkunftsgestellung durch den Kindergeldberechtigten Tatbestand 1&nbsp; I. Die Antragsgegnerin und Beschwerdegegnerin (Familienkasse) gew&auml;hrt dem Vater (V) der am &#8230; Juni 1989 geborenen T Kindergeld. T ist schwerbehindert (GdB&nbsp;100&nbsp;%, Merkzeichen&nbsp;G). Sie lebt im Haushalt des &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-26-12-sicherung-des-anspruchs-auf-abzweigung-von-kindergeld-durch-einstweilige-anordnung-gegen-die-familienkasse-bei-unterkunftsgestellung-durch-den-kindergeldberechtigten\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">III&nbsp;B&nbsp;26\/12 &#8211; Sicherung des Anspruchs auf Abzweigung von Kindergeld durch einstweilige Anordnung gegen die Familienkasse bei Unterkunftsgestellung durch den Kindergeldberechtigten<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-5566","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5566","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5566"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5566\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5566"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5566"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5566"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}