{"id":5567,"date":"2012-08-17T00:00:00","date_gmt":"2012-08-16T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=5567"},"modified":"2012-11-23T13:07:44","modified_gmt":"2012-11-23T11:07:44","slug":"ix-b-44-12-nzb-festsetzungsverjaehrung-abgangsvermerk-der-fa-poststelle-beweiswuerdigung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-b-44-12-nzb-festsetzungsverjaehrung-abgangsvermerk-der-fa-poststelle-beweiswuerdigung\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;B&nbsp;44\/12 &#8211; NZB: Festsetzungsverj&auml;hrung, Abgangsvermerk der FA-Poststelle, Beweisw&uuml;rdigung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 17.8.2012, IX B 44\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">NZB: Festsetzungsverj&auml;hrung, Abgangsvermerk der FA-Poststelle, Beweisw&uuml;rdigung<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde hat keinen Erfolg. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) ist die Revision nicht zur Sicherung der Rechtseinheit (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2&nbsp;&nbsp;2.&nbsp;Alternative der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) ist im Einklang mit der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) zu den Voraussetzungen der Zugangsvermutung des &sect;&nbsp;122 Abs.&nbsp;2 der Abgabenordnung (AO) zutreffend davon ausgegangen, dass es im Falle des Fehlens eines Absendevermerks der Poststelle nach seiner freien, aus dem Gesamtergebnis des Verfahrens gewonnenen &Uuml;berzeugung zu beurteilen habe, ob es die &#8211;zur Wahrung der Festsetzungsfrist nach &sect;&nbsp;169 Abs.&nbsp;1 Satz 3 Nr.&nbsp;1 AO erforderliche&#8211; rechtzeitige Absendung des ma&szlig;geblichen Steuerverwaltungsakts f&uuml;r nachgewiesen h&auml;lt oder nicht, und eine Anwendung der Regeln des Anscheinsbeweises insoweit nicht in Betracht komme (vgl. BFH-Entscheidungen vom 28.&nbsp;September 2000 III&nbsp;R&nbsp;43\/97, BFHE 193, 28, BStBl II 2001, 211; vom 19.&nbsp;August 2002 IX&nbsp;B&nbsp;179\/01, BFH\/NV 2003, 138; vom 26.&nbsp;Januar 2010 X&nbsp;B&nbsp;147\/09, BFH\/NV 2010, 1081).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach diesen Grunds&auml;tzen ist das FG aufgrund der durchgef&uuml;hrten Beweisaufnahme &#8211;insbesondere der Einvernahme mehrerer Zeugen, die zur Organisation des Transports der ausgehenden Post im betreffenden Finanzamt X von den Dienstr&auml;umen der Sachbearbeiter und Mitarbeiter &uuml;ber die Poststelle zur Filiale der Deutschen Post AG geh&ouml;rt wurden&#8211; und den handschriftlichen Bearbeitungsvermerken auf dem in den Feststellungsakten befindlichen Exemplar des streitgegenst&auml;ndlichen Feststellungsbescheids zu der &Uuml;berzeugung gelangt, dass der angefochtene Bescheid bereits am 29.&nbsp;Dezember 1998 in kuvertierter Form in das Postausgangsk&ouml;rbchen der betreffenden Veranlagungsstelle gelegt, von dort am Mittwoch, dem 30.&nbsp;Dezember 1998, von einem Bediensteten der Poststelle des Finanzamts X abgeholt und noch am selben Tag zur Filiale der Deutschen Post AG verbracht und dort zur Post aufgegeben worden ist. Entgegenstehende Indizien mit einem wesentlich hiervon abweichenden Posteingangszeitpunkt hat das FG nicht festgestellt. Auf diese Weise hat das FG im Wege freier Beweisw&uuml;rdigung den 30.&nbsp;Dezember 1998 als Datum der Aufgabe zur Post festgestellt. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit die Kl&auml;gerin das Ergebnis dieser Beweisw&uuml;rdigung, welches ihrer Auffassung nach auf einer unzul&auml;ssigen Anwendung des Anscheinsbeweises beruhe, angreift, legt sie die Erforderlichkeit einer Entscheidung des BFH zur Sicherung der Einheitlichkeit der Rechtsprechung nicht hinreichend dar; denn dazu reichen weder eine Divergenz in der W&uuml;rdigung von Tatsachen noch die (vorgebliche) fehlerhafte Umsetzung von Rechtsprechungsgrunds&auml;tzen auf die Besonderheiten des Einzelfalls noch blo&szlig;e Subsumtionsfehler des FG aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Kl&auml;gerin macht auch zu Unrecht geltend, das FG habe den Sachverhalt nicht ausreichend erforscht und damit &sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 FGO verletzt. Bei verzichtbaren Verfahrensm&auml;ngeln (&sect;&nbsp;155 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;295 der Zivilprozessordnung), zu denen auch die Verletzung der Sachaufkl&auml;rungspflicht geh&ouml;rt, geht das R&uuml;gerecht schon durch das blo&szlig;e Unterlassen einer rechtzeitigen R&uuml;ge verloren. Anders kann dies bei einem fachkundig vertretenen Verfahrensbeteiligten nur dann sein, wenn er aufgrund des Verhaltens des FG die R&uuml;ge f&uuml;r entbehrlich halten durfte (vgl. BFH-Beschluss vom 24.&nbsp;Februar 2003 III&nbsp;B&nbsp;117\/02, BFH\/NV 2003, 810). Die durch einen Steuerberater fachkundig vertretene Kl&auml;gerin hat in der m&uuml;ndlichen Verhandlung vor dem FG weder Beweisantr&auml;ge gestellt noch die Verletzung einer von Amts wegen &#8211;auch ohne entsprechenden Beweisantrag&#8211; gebotenen Sachaufkl&auml;rung ger&uuml;gt, obwohl die Frage des Zugangszeitpunkts ein zentraler Streitpunkt &#8211;die Befragung der hierzu vernommenen Zeugen erstreckte sich ausweislich der Niederschrift &uuml;ber die m&uuml;ndliche Verhandlung &uuml;ber einen Zeitraum von fast zweieinhalb Stunden&#8211; des Verfahrens war. Sie hat auch keinen Sachverhalt geschildert, aufgrund dessen eine solche R&uuml;ge entbehrlich h&auml;tte sein k&ouml;nnen. So geht insbesondere der Hinweis der Kl&auml;gerin, sie habe nicht damit rechnen k&ouml;nnen, dass das FG den letztlich im Urteil eingenommen Rechtsstandpunkt zum Zugangszeitpunkt vertreten werde, fehl; ein fachkundig vertretener Beteiligter muss gerade bei umstrittener Sach- und\/oder Rechtslage grunds&auml;tzlich alle vertretbaren rechtlichen Gesichtspunkte von sich aus in Betracht ziehen und seinen Vortrag darauf einrichten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Von einer weiter gehenden Begr&uuml;ndung wird gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 FGO abgesehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 17.8.2012, IX B 44\/12 NZB: Festsetzungsverj&auml;hrung, Abgangsvermerk der FA-Poststelle, Beweisw&uuml;rdigung Gr&uuml;nde 1&nbsp; Die Beschwerde hat keinen Erfolg. 2&nbsp; 1. Entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) ist die Revision nicht zur Sicherung der Rechtseinheit (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2&nbsp;&nbsp;2.&nbsp;Alternative der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) zuzulassen. 3&nbsp; Das Finanzgericht (FG) ist im Einklang mit der Rechtsprechung &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-b-44-12-nzb-festsetzungsverjaehrung-abgangsvermerk-der-fa-poststelle-beweiswuerdigung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IX&nbsp;B&nbsp;44\/12 &#8211; NZB: Festsetzungsverj&auml;hrung, Abgangsvermerk der FA-Poststelle, Beweisw&uuml;rdigung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-5567","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5567","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5567"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5567\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5567"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5567"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5567"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}