{"id":5575,"date":"2012-08-29T00:00:00","date_gmt":"2012-08-28T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=5575"},"modified":"2012-11-23T13:04:47","modified_gmt":"2012-11-23T11:04:47","slug":"viii-b-45-12-verfassungsmaessigkeit-der-korrekturvorschrift-des-par-32a-kstg-ermessensreduzierung-auf-null","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-b-45-12-verfassungsmaessigkeit-der-korrekturvorschrift-des-par-32a-kstg-ermessensreduzierung-auf-null\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;B&nbsp;45\/12 &#8211; Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der Korrekturvorschrift des &sect; 32a KStG &#8211; Ermessensreduzierung auf Null"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 29.8.2012, VIII B 45\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der Korrekturvorschrift des &sect; 32a KStG &#8211; Ermessensreduzierung auf Null<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Es bestehen keine ernstlichen Zweifel an der Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit des &sect; 32a KStG hinsichtlich der &Auml;nderung von Einkommensteuerfestsetzungen, die zum Zeitpunkt des Inkrafttretens der Regelung zwar bestandskr&auml;ftig aber noch nicht festsetzungsverj&auml;hrt waren. <\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die zusammen zur Einkommensteuer veranlagten Antragsteller und Beschwerdef&uuml;hrer (Antragsteller) waren Gesellschafter und Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der A&nbsp;GmbH und der B&nbsp;S.a.r.l. Anl&auml;sslich einer Au&szlig;enpr&uuml;fung bei den beiden Firmen f&uuml;r die Jahre 2002 bis 2004 gelangte die zust&auml;ndige Pr&uuml;ferin zu der Auffassung, dass aufgrund &uuml;berh&ouml;hter Verrechnungspreise eine verdeckte Gewinnaussch&uuml;ttung (vGA) bei der A&nbsp;GmbH und aufgrund nicht betrieblich sondern gesellschaftsrechtlich veranlasster Ausgaben eine vGA bei der B&nbsp;S.a.r.l. vorliege. Die vGA wurden bei der A&nbsp;GmbH mit K&ouml;rperschaftsteuerbescheid vom 28.&nbsp;April 2011 und bei der B&nbsp;S.a.r.l. mit K&ouml;rperschaftsteuerbescheid vom 3.&nbsp;Mai 2011 f&uuml;r die Jahre 2002 bis 2004 ber&uuml;cksichtigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei den Antragstellern setzte der Antragsgegner und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die vGA als Einnahmen aus Kapitalverm&ouml;gen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes an und &auml;nderte f&uuml;r die Streitjahre 2002 bis 2004 mit Bescheiden vom 4.&nbsp;Juli 2011 unter Hinweis auf &sect;&nbsp;32a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes (KStG) die bestandskr&auml;ftigen Einkommensteuerfestsetzungen. Dagegen legten die Antragsteller am 4.&nbsp;August 2011 Einspruch ein und begehrten gleichzeitig die Aussetzung der Vollziehung (AdV).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&Uuml;ber die Einspr&uuml;che hat das FA noch nicht entschieden. Den Antrag auf AdV der Bescheide hat es abgelehnt. Mit nach &sect;&nbsp;32a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 KStG ge&auml;nderten Einkommensteuerbescheiden vom 14.&nbsp;Dezember 2011 setzte das FA die Eink&uuml;nfte der Antragsteller aus Kapitalverm&ouml;gen unter Ber&uuml;cksichtigung einer der H&ouml;he nach geringeren vGA f&uuml;r die Streitjahre herab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Den am 5.&nbsp;Dezember 2011 nach &sect;&nbsp;69 Abs.&nbsp;3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) gestellten Antrag auf AdV lehnte das Finanzgericht (FG) ab (Entscheidungen der Finanzgerichte 2012, 1392).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Begr&uuml;ndung der vom FG zugelassenen Beschwerde, der das FG nicht abgeholfen hat, beziehen sich die Antragsteller auf die bereits im FG-Verfahren vorgetragenen Gr&uuml;nde, die sie wie folgt erg&auml;nzen: Die &Auml;nderung der Einkommensteuerbescheide nach &sect;&nbsp;32a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 KStG sei wegen Versto&szlig;es gegen das R&uuml;ckwirkungsverbot verfassungswidrig und daher unzul&auml;ssig. Zum Zeitpunkt des Erlasses der &Auml;nderungsbescheide am 4.&nbsp;Juli 2011 sei die Einkommensteuer f&uuml;r die Jahre 2002 bis 2004 bereits festsetzungsverj&auml;hrt gewesen. Zwar sei bei Inkrafttreten der Regelung des &sect;&nbsp;32a KStG noch keine Festsetzungsverj&auml;hrung eingetreten, jedoch seien die Bescheide bestandskr&auml;ftig gewesen. Die Durchbrechung der formellen Bestandskraft der Steuerbescheide f&uuml;hre zu einer unechten gesetzlichen R&uuml;ckwirkung, die nach der j&uuml;ngeren Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) zwar nicht grunds&auml;tzlich unzul&auml;ssig sei, aber erforderlich sein m&uuml;sse. Die Entt&auml;uschung des Vertrauens des Steuerpflichtigen in die alte Rechtslage sei nur f&uuml;r den Fall hinnehmbar, dass die &ouml;ffentlichen Interessen unter Wahrung der Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit &uuml;berwiegten. Das Ziel einer korrespondierenden Besteuerung auf Gesellschafts- und Gesellschafterebene reiche als sachlicher Grund f&uuml;r die belastende &Auml;nderung bestandskr&auml;ftiger Bescheide jedoch nicht aus, da das Vertrauen in die Bestandskraft der Bescheide insoweit h&ouml;her zu bewerten sei. Insoweit sei das dem FA aufgrund der Regelung des &sect;&nbsp;32a Abs.&nbsp;1 KStG einger&auml;umte Ermessen auf Null reduziert, so dass Steuerbescheide, die zum Zeitpunkt der Einf&uuml;hrung des &sect;&nbsp;32a KStG bereits bestandskr&auml;ftig gewesen seien, nicht mehr ge&auml;ndert werden d&uuml;rften. Da sich weder das FA noch das FG in ihren Entscheidungen mit den in der Literatur ge&auml;u&szlig;erten Zweifeln an der Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der Regelung des &sect;&nbsp;32a KStG bei &Auml;nderungen zu Lasten der Steuerpflichtigen auseinandergesetzt h&auml;tten, sei die Ablehnung der AdV rechtswidrig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Antragsteller haben die aufgrund der ge&auml;nderten Bescheide f&auml;llig gewordenen Einkommensteuernachzahlungen in voller H&ouml;he gezahlt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Antragsteller beantragen,<br \/><\/br>den Beschluss des FG des Saarlandes vom 29.&nbsp;Februar 2012 2&nbsp;V 1406\/11 und die Vollziehung der ge&auml;nderten Einkommensteuerbescheide 2002 bis 2004 vom 14.&nbsp;Dezember 2011 sowie die Verwirkung von S&auml;umniszuschl&auml;gen bis zum Ergehen der gerichtlichen Entscheidung &uuml;ber den Aussetzungsantrag aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/><\/br>die Beschwerde zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;128 Abs.&nbsp;3 FGO statthafte Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet. Das FG hat zu Recht ernstliche Zweifel an der Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit des &sect;&nbsp;32a KStG und an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit der ge&auml;nderten Einkommensteuerbescheide f&uuml;r 2002 bis 2004 verneint. Die Aufhebung der Vollziehung der Steuerbescheide ist auch nicht unter dem Gesichtspunkt einer unbilligen H&auml;rte der Vollstreckung geboten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;69 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 i.V.m. Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 FGO kann das Gericht auf Antrag die Vollziehung eines angefochtenen Verwaltungsaktes aussetzen, soweit ernstliche Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des Verwaltungsaktes bestehen oder seine Vollziehung f&uuml;r den Betroffenen eine unbillige, nicht durch &uuml;berwiegende &ouml;ffentliche Interessen gebotene H&auml;rte zur Folge h&auml;tte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ernstliche Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit eines Verwaltungsaktes bestehen, wenn und soweit bei summarischer Pr&uuml;fung der Sach- und Rechtslage aufgrund des unstreitigen Sachverhalts, der gerichtsbekannten Tatsachen und der pr&auml;senten Beweismittel erkennbar wird, dass aus gewichtigen Gr&uuml;nden Unklarheit in der Beurteilung von Tatfragen oder Unsicherheit oder Unentschiedenheit in der Beurteilung von Rechtsfragen besteht und sich bei abschlie&szlig;ender Kl&auml;rung dieser Fragen der Verwaltungsakt als rechtswidrig erweisen k&ouml;nnte (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. Beschl&uuml;sse des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 16.&nbsp;Juni 2004 I&nbsp;B&nbsp;44\/04, BFHE 206, 284, BStBl II 2004, 882; vom 14.&nbsp;Februar 2006 VIII&nbsp;B&nbsp;107\/04, BFHE 212, 285, BStBl II 2006, 523, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unter den gleichen Voraussetzungen ist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;69 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO die Vollziehung aufzuheben, wenn der Verwaltungsakt im Zeitpunkt der Entscheidung bereits vollzogen ist (BFH-Beschluss vom 10.&nbsp;Dezember 1986 I&nbsp;B&nbsp;121\/86, BFHE 149, 6, BStBl II 1987, 389). Insbesondere k&ouml;nnen bereits verwirkte S&auml;umniszuschl&auml;ge (&sect;&nbsp;240 der Abgabenordnung &#8211;AO&#8211;) ab dem Zeitpunkt, ab dem ernstliche Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des Bescheides bestanden haben, r&uuml;ckwirkend durch Aufhebung der Vollziehung beseitigt werden (BFH-Beschluss vom 23.&nbsp;September 2008 I&nbsp;B&nbsp;92\/08, BFHE 223, 73, BStBl II 2009, 524).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach der im Aussetzungsverfahren gebotenen summarischen Betrachtung bestehen keine ernstlichen Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit der Korrektur der Einkommensteuerbescheide f&uuml;r die Jahre 2002 bis 2004 bzw. an der Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der der &Auml;nderung zugrunde liegenden Regelung des &sect;&nbsp;32a KStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;32a Abs.&nbsp;1 KStG kann ein Steuerbescheid oder ein Feststellungsbescheid gegen&uuml;ber dem Gesellschafter, dem die vGA zuzurechnen ist, aufgehoben oder ge&auml;ndert werden, soweit gegen&uuml;ber einer K&ouml;rperschaft ein Steuerbescheid hinsichtlich der Ber&uuml;cksichtigung einer vGA erlassen, aufgehoben oder ge&auml;ndert wird. Diese Voraussetzungen f&uuml;r eine &Auml;nderung der Einkommensteuerfestsetzung waren in den Streitjahren 2002 bis 2004 erf&uuml;llt. Die K&ouml;rperschaftsteuerbescheide der A&nbsp;GmbH wurden am 28.&nbsp;April 2011 und die der B&nbsp;S.a.r.l. am 3.&nbsp;Mai 2011 hinsichtlich der Ber&uuml;cksichtigung einer vGA ge&auml;ndert, so dass &sect;&nbsp;32a KStG gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;13c Satz&nbsp;1 KStG Anwendung findet. Wie der Senat bereits in seinem Beschluss vom 20.&nbsp;M&auml;rz 2009 VIII&nbsp;B&nbsp;170\/08 (BFHE 224, 439) gekl&auml;rt hat, findet &sect;&nbsp;32a KStG auch auf die &Auml;nderung von Einkommensteuerbescheiden Anwendung. Gleichfalls gekl&auml;rt wurde in diesem Beschluss, dass das der Finanzverwaltung einger&auml;umte Ermessen in den F&auml;llen des &sect;&nbsp;32a KStG regelm&auml;&szlig;ig auf Null reduziert ist, wenn die Steuerfestsetzung f&uuml;r den Gesellschafter ohne die &Auml;nderung sachlich unrichtig w&auml;re und daher jede andere Entscheidung als die der &Auml;nderung der unrichtigen Steuerfestsetzung als ermessenswidrig beurteilt werden m&uuml;sste. Dies gilt entgegen der von den Antragstellern und in der Literatur vertretenen Auffassung (vgl. Kohlhaas, GmbH-Rundschau 2010, 748, 751&nbsp;f. und Steuerberater Woche 2011, 650, 655&nbsp;f.; Neumann, Deutsches Steuerrecht\/Entscheidungsdienst 2011, 689&nbsp;f.) sowohl bei einer &Auml;nderung der Einkommensteuer zu Gunsten als auch zu Lasten des Steuerpflichtigen, da in dem vorliegenden Fall keine verfassungsrechtlichen Bedenken gegen eine Korrektur nach &sect;&nbsp;32a KStG bestehen (s. hierzu die Ausf&uuml;hrungen unter II.2.b des Beschlusses). Es ist auch kein Ermessensfehler darin zu sehen, dass das FA in seiner Entscheidung &uuml;ber die Ablehnung der AdV auf die verfassungsrechtlichen Einwendungen der Antragsteller nicht eingegangen ist, da diese nicht erheblich sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Es bestehen keine ernstlichen Zweifel an der Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der Korrekturvorschrift des &sect;&nbsp;32a KStG. Die Anwendung der Rechtsnorm auf Einkommensteuerfestsetzungen, die zum Zeitpunkt des Inkrafttretens der Neuregelung zwar bestandskr&auml;ftig aber noch nicht festsetzungsverj&auml;hrt waren, f&uuml;hrt nicht zu einer verfassungsrechtlich unzul&auml;ssigen R&uuml;ckwirkung. Weder kommt ein Versto&szlig; gegen Art.&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 i.V.m. Art.&nbsp;20 Abs.&nbsp;3 des Grundgesetzes (GG) noch ein Versto&szlig; gegen Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Frage, ob ein r&uuml;ckwirkendes Gesetz mit den Anforderungen des GG vereinbar ist, richtet sich nach der Rechtsprechung des BVerfG nach folgenden Grunds&auml;tzen (vgl. BVerfG-Beschl&uuml;sse vom 7.&nbsp;Juli 2010&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;14\/02, 2\/04, 13\/05, BVerfGE 127, 1; 2&nbsp;BvL&nbsp;1\/03, 57\/06, 58\/06, BVerfGE 127, 31; 2&nbsp;BvR&nbsp;748\/05, 753\/05, 1738\/05, BVerfGE 127, 61, m.w.N.): Wenn der Gesetzgeber die Rechtsfolge eines der Vergangenheit zugeh&ouml;rigen Verhaltens nachtr&auml;glich belastend &auml;ndert, bedarf dies einer besonderen Rechtfertigung vor dem Rechtsstaatsprinzip und den Grundrechten des GG, unter deren Schutz Sachverhalte &quot;ins Werk gesetzt&quot; worden sind. Die Grundrechte wie auch das Rechtsstaatsprinzip garantieren im Zusammenwirken die Verl&auml;sslichkeit der Rechtsordnung als wesentliche Voraussetzung f&uuml;r die Selbstbestimmung &uuml;ber den eigenen Lebensentwurf und damit als eine Grundbedingung freiheitlicher Verfassungen. Es w&uuml;rde den Einzelnen in seiner Freiheit erheblich gef&auml;hrden, d&uuml;rfte die &ouml;ffentliche Gewalt an sein Verhalten oder an ihn betreffende Umst&auml;nde ohne Weiteres im Nachhinein belastendere Rechtsfolgen kn&uuml;pfen, als sie zum Zeitpunkt seines rechtserheblichen Verhaltens galten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Rechtsnorm entfaltet &quot;echte&quot; R&uuml;ckwirkung, wenn ihre Rechtsfolge mit belastender Wirkung schon vor dem Zeitpunkt ihrer Verk&uuml;ndung f&uuml;r bereits abgeschlossene Tatbest&auml;nde gelten soll (&quot;R&uuml;ckbewirkung von Rechtsfolgen&quot;). Das ist grunds&auml;tzlich verfassungsrechtlich unzul&auml;ssig. Erst mit der Verk&uuml;ndung, d.h. mit der Ausgabe des ersten St&uuml;cks des Verk&uuml;ndungsblattes, ist eine Norm rechtlich existent. Bis zu diesem Zeitpunkt, zumindest aber bis zum endg&uuml;ltigen Gesetzesbeschluss, muss der von einem Gesetz Betroffene grunds&auml;tzlich darauf vertrauen k&ouml;nnen, dass seine auf geltendes Recht gegr&uuml;ndete Rechtsposition nicht durch eine zeitlich r&uuml;ckwirkende &Auml;nderung der gesetzlichen Rechtsfolgenanordnung nachteilig ver&auml;ndert wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit belastende Rechtsfolgen einer Norm erst nach ihrer Verk&uuml;ndung eintreten, tatbestandlich aber von einem bereits ins Werk gesetzten Sachverhalt ausgel&ouml;st werden (&quot;tatbestandliche R&uuml;ckankn&uuml;pfung&quot;), liegt eine &quot;unechte&quot; R&uuml;ckwirkung vor. Eine solche unechte R&uuml;ckwirkung ist nicht grunds&auml;tzlich unzul&auml;ssig, denn die Gew&auml;hrung vollst&auml;ndigen Schutzes zu Gunsten des Fortbestehens der bisherigen Rechtslage w&uuml;rde den dem Gemeinwohl verpflichteten Gesetzgeber in wichtigen Bereichen l&auml;hmen und den Konflikt zwischen der Verl&auml;sslichkeit der Rechtsordnung und der Notwendigkeit ihrer &Auml;nderung im Hinblick auf einen Wandel der Lebensverh&auml;ltnisse in nicht mehr vertretbarer Weise zu Lasten der Anpassungsf&auml;higkeit der Rechtsordnung l&ouml;sen. Der verfassungsrechtliche Vertrauensschutz geht insbesondere nicht so weit, den Staatsb&uuml;rger vor jeder Entt&auml;uschung zu bewahren. Soweit nicht besondere Momente der Schutzw&uuml;rdigkeit hinzutreten, genie&szlig;t die blo&szlig; allgemeine Erwartung, das geltende Recht werde zuk&uuml;nftig unver&auml;ndert fortbestehen, keinen besonderen verfassungsrechtlichen Schutz.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Gesetzgeber muss aber, soweit er f&uuml;r k&uuml;nftige Rechtsfolgen an zur&uuml;ckliegende Sachverhalte ankn&uuml;pft, dem verfassungsrechtlich gebotenen Vertrauensschutz in hinreichendem Ma&szlig; Rechnung tragen. Die Interessen der Allgemeinheit, die mit der Regelung verfolgt werden, und das Vertrauen des Einzelnen auf die Fortgeltung der Rechtslage sind abzuw&auml;gen. Der Grundsatz der Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit muss gewahrt sein. Eine unechte R&uuml;ckwirkung ist mit den Grunds&auml;tzen grundrechtlichen und rechtsstaatlichen Vertrauensschutzes daher nur vereinbar, wenn sie zur F&ouml;rderung des Gesetzeszwecks geeignet und erforderlich ist und wenn bei einer Gesamtabw&auml;gung zwischen dem Gewicht des entt&auml;uschten Vertrauens und dem Gewicht und der Dringlichkeit der die Rechts&auml;nderung rechtfertigenden Gr&uuml;nde die Grenze der Zumutbarkeit gewahrt bleibt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Nach diesen Grunds&auml;tzen f&uuml;hrt die Neueinf&uuml;hrung der Hemmung der Festsetzungsfrist der Einkommensteuer bei der &Auml;nderung eines K&ouml;rperschaftsteuerbescheides hinsichtlich der Ber&uuml;cksichtigung einer vGA und die korrespondierende Korrektur der Einkommensteuerfestsetzung nach &sect;&nbsp;32a KStG im Streitfall nicht zu einer verfassungsrechtlich unzul&auml;ssigen R&uuml;ckwirkung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Korrekturvorschrift des &sect;&nbsp;32a KStG i.d.F. des Art.&nbsp;4 Nr.&nbsp;7 des Jahressteuergesetzes 2007 vom 13.&nbsp;Dezember 2006 (BGBl I 2006, 2878) f&uuml;hrt hinsichtlich der &Auml;nderung der Einkommensteuerfestsetzungen f&uuml;r die Jahre 2002 bis 2004 zu einer unechten R&uuml;ckwirkung. Die Regelung ist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;13c KStG i.d.F. des Art.&nbsp;2 Nr.&nbsp;13 Buchst.&nbsp;k des Unternehmensteuerreformgesetzes 2008 vom 14.&nbsp;August 2007 (BGBl I 2007, 1912) erstmals anzuwenden, wenn nach dem 18.&nbsp;Dezember 2006 ein (K&ouml;rperschaft-)Steuerbescheid erlassen, aufgehoben oder ge&auml;ndert worden ist. Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;32a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 KStG endet die Festsetzungsfrist f&uuml;r die Einkommensteuer insoweit nicht vor Ablauf eines Jahres nach Unanfechtbarkeit des Steuerbescheides der K&ouml;rperschaft. Die Korrekturvorschrift des &sect;&nbsp;32a KStG trat danach am 19.&nbsp;Dezember 2006 in Kraft. Die Festsetzungsfrist f&uuml;r die Einkommensteuer 2002 bis 2004 war zu diesem Zeitpunkt gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;169 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 i.V.m. &sect;&nbsp;170 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO noch nicht abgelaufen, so dass eine Korrektur der bestandskr&auml;ftigen Einkommensteuerfestsetzungen nach &sect;&nbsp;172 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;d AO noch grunds&auml;tzlich m&ouml;glich war, da diese gesetzlich zugelassen war. Die Hemmung der Festsetzungsfrist und Korrektur der Einkommensteuerfestsetzungen nach &sect;&nbsp;32a KStG hat somit Auswirkung auf einen hinsichtlich der Festsetzungsverj&auml;hrung noch nicht abgeschlossenen Tatbestand, so dass ihre verfassungsrechtliche Zul&auml;ssigkeit am Ma&szlig;stab einer unechten R&uuml;ckwirkung zu &uuml;berpr&uuml;fen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die unechte R&uuml;ckwirkung des &sect;&nbsp;32a i.V.m. &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;13c KStG ist mit den verfassungsrechtlichen Anforderungen vereinbar. Eine unechte R&uuml;ckwirkung ist nicht grunds&auml;tzlich unzul&auml;ssig. Indem der Gesetzgeber mit der Regelung des &sect;&nbsp;32a KStG der materiellen Richtigkeit der Besteuerung den Vorrang vor der Rechtssicherheit einr&auml;umt, &uuml;berschreitet er unter Ber&uuml;cksichtigung des verfassungsrechtlich gebotenen Vertrauensschutzes nicht die Grenze des ihm zukommenden Gestaltungsspielraums.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Voraussetzung f&uuml;r einen Vertrauensschutz ist regelm&auml;&szlig;ig, dass der Betroffene sein Vertrauen bet&auml;tigt hat, d.h. sich in seinem Verhalten auf die Vertrauensbasis eingerichtet hat (BVerfG-Beschluss vom 18.&nbsp;Februar 1993&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;1196\/88, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 1993, 408). Im vorliegenden Fall ist bereits zweifelhaft, ob sich bei den Antragstellern ein schutzw&uuml;rdiges Vertrauen auf eine Nichtber&uuml;cksichtigung der bei der K&ouml;rperschaft angesetzten vGA bei der Einkommensteuerfestsetzung bilden konnte. Eine Vertrauensschutz begr&uuml;ndende Disposition wurde von den Antragstellern nicht dargelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unabh&auml;ngig von einer konkreten Vertrauensposition der Antragsteller wiegt ein etwaiges Vertrauen Steuerpflichtiger darauf, dass der Gesetzgeber vor Ablauf der Festsetzungsfrist keine Regelung einf&uuml;hrt, die zu einer Hemmung der Festsetzungsverj&auml;hrung und Korrektur der Einkommensteuerfestsetzung f&uuml;hrt, nicht so schwer, dass der Gesetzgeber an einer solchen Ma&szlig;nahme gehindert w&auml;re. Dabei ist zu ber&uuml;cksichtigen, dass das BVerfG bei der Frage nach der Zul&auml;ssigkeit der Aufhebung oder &Auml;nderung bestandskr&auml;ftiger Verwaltungsentscheidungen stets die Befugnis des Gesetzgebers zur Ausgestaltung des hierbei jeweils auftretenden Konflikts zwischen Rechtssicherheit, Rechtsfrieden, Gerechtigkeit und Gesetzm&auml;&szlig;igkeit der Verwaltung betont hat (vgl. BVerfG-Entscheidungen vom 14.&nbsp;M&auml;rz 1963&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvL&nbsp;28\/62, BVerfGE 15, 313, 319; vom 3.&nbsp;November 1965&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;62\/61, BVerfGE 19, 150, 166; vom 17.&nbsp;Dezember 1969&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;23\/65, BVerfGE 27, 297, 305&nbsp;f., 309; vom 10.&nbsp;Juni 2009&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;571\/07, Kammerentscheidungen des Bundesverfassungsgerichts &#8211;BVerfGK&#8211; 15, 545). Danach kann sich ein Steuerpflichtiger nicht auf Vertrauensschutz berufen, wenn sein Vertrauen auf den Fortbestand einer bestimmten Position eine R&uuml;cksichtnahme billigerweise nicht beanspruchen konnte. Dies ist vorliegend der Fall. &sect;&nbsp;32a KStG dient dem Ziel, die verfahrensrechtlichen Hemmnisse, die einer zutreffenden materiellen Besteuerung von K&ouml;rperschaften und Anteilseignern entgegenstehen, zu beseitigen (BTDrucks 16\/2712, S.&nbsp;71). Die Regelung ist danach im Ergebnis auf die Kongruenz der Besteuerung der Ebenen der Gesellschaft bzw. des Anteilseigners angelegt (Senatsurteil vom 6.&nbsp;September 2011 VIII&nbsp;R&nbsp;55\/10, BFH\/NV 2012, 269, 270). Der durch diese Vorschrift gew&auml;hrte Vorrang einer materiell richtigen Einkommensteuerfestsetzung gegen&uuml;ber dem Vertrauen des Steuerpflichtigen auf den Ablauf der Festsetzungsfrist gem&auml;&szlig; &sect;&sect;&nbsp;169, 170 AO ist weder unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig noch unangemessen. Der Gesetzgeber ist danach nicht gehindert, dem Gedanken der Rechtsrichtigkeit und des Korrespondenzprinzips Vorrang gegen&uuml;ber dem Vertrauensschutz des Steuerpflichtigen einzur&auml;umen. Dies gilt umso mehr, als der Ausgewogenheit zwischen Vertrauensschutz und materieller Richtigkeit auch dadurch Rechnung getragen wird, dass eine Korrektur nach &sect;&nbsp;32a KStG nicht nur zu Lasten, sondern auch zu Gunsten des Steuerpflichtigen erfolgen kann (vgl. BVerfG-Beschluss in BVerfGK 15, 545, 557&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 29.8.2012, VIII B 45\/12 Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der Korrekturvorschrift des &sect; 32a KStG &#8211; Ermessensreduzierung auf Null Leits&auml;tze Es bestehen keine ernstlichen Zweifel an der Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit des &sect; 32a KStG hinsichtlich der &Auml;nderung von Einkommensteuerfestsetzungen, die zum Zeitpunkt des Inkrafttretens der Regelung zwar bestandskr&auml;ftig aber noch nicht festsetzungsverj&auml;hrt waren. Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. 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