{"id":55773,"date":"2013-08-07T16:35:26","date_gmt":"2013-08-07T14:35:26","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=55773"},"modified":"2013-08-07T16:35:26","modified_gmt":"2013-08-07T14:35:26","slug":"viii-r-19-11-aktienoption-fuer-aufsichtsrat-art-hoehe-und-zuflusszeitpunkt-der-einkuenfte-bei-aktienrueckgabe-innerhalb-bestimmter-frist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-19-11-aktienoption-fuer-aufsichtsrat-art-hoehe-und-zuflusszeitpunkt-der-einkuenfte-bei-aktienrueckgabe-innerhalb-bestimmter-frist\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;R&nbsp;19\/11 &#8211; Aktienoption f&uuml;r Aufsichtsrat &#8211; Art, H&ouml;he und Zuflusszeitpunkt der Eink&uuml;nfte bei Aktienr&uuml;ckgabe innerhalb bestimmter Frist"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.4.2013, VIII R 19\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Aktienoption f&uuml;r Aufsichtsrat &#8211; Art, H&ouml;he und Zuflusszeitpunkt der Eink&uuml;nfte bei Aktienr&uuml;ckgabe innerhalb bestimmter Frist<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Nimmt ein Aufsichtsrat einer nicht b&ouml;rsennotierten Aktiengesellschaft an einer Ma&szlig;nahme zum Bezug neuer Aktien teil, die nur Mitarbeitern und Aufsichtsratsmitgliedern der Gesellschaft er&ouml;ffnet ist, und hat er die Option, die von ihm gezeichneten Aktien innerhalb einer bestimmten Frist zum Ausgabekurs an die Gesellschaft zur&uuml;ckzugeben, so erzielt er Eink&uuml;nfte aus selbst&auml;ndiger Arbeit, wenn er die unter dem Ausgabepreis notierenden Aktien innerhalb der vereinbarten Frist zum Ausgabepreis an die Gesellschaft zur&uuml;ckgibt.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Die H&ouml;he der Eink&uuml;nfte bemisst sich nach der Differenz zwischen Ausgabepreis und dem tats&auml;chlichen Wert der Aktien im Zeitpunkt der Aus&uuml;bung der Option.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Der Zufluss erfolgt im Zeitpunkt der Aus&uuml;bung der Option.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Beteiligten streiten um die Frage, ob aus dem Verkauf von 10&nbsp;000&nbsp;Aktien der F-AG im Jahr 2002 ein geldwerter Vorteil bei den Eink&uuml;nften des Kl&auml;gers und Revisionskl&auml;gers (Kl&auml;ger) aus selbst&auml;ndiger Arbeit anzusetzen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und seine Ehefrau, die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin, werden zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Der Kl&auml;ger war Vorstand des Aufsichtsrats der nicht b&ouml;rsennotierten F-AG, die im Jahr 2000 im Zuge eines Mitarbeiterbeteiligungsprogramms neue Aktien ausgegeben hat. Zum Erwerb waren Mitarbeiter und Aufsichtsratsmitglieder der F-AG berechtigt. Der Kl&auml;ger erwarb 2000 insgesamt 10&nbsp;000&nbsp;Aktien zum St&uuml;ckpreis von 11,50&nbsp;EUR. Ihm war vertraglich die M&ouml;glichkeit einger&auml;umt, die von ihm gezeichneten Aktien bis zum 31.&nbsp;Dezember 2002 zum Ausgabekurs an die F-AG zur&uuml;ckzugeben. Von dieser M&ouml;glichkeit machte der Kl&auml;ger Gebrauch. Nach einer Au&szlig;enpr&uuml;fung kam der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) zu dem Schluss, im Zeitpunkt der R&uuml;ckgabe h&auml;tten die Aktien nur noch einen Wert von 4&nbsp;EUR je St&uuml;ck besessen. Demgem&auml;&szlig; ermittelte das FA f&uuml;r den Kl&auml;ger einen geldwerten Vorteil von 75.000&nbsp;EUR und &auml;nderte die unter Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung erfolgte Veranlagung f&uuml;r das Streitjahr entsprechend, wobei das FA den geldwerten Vorteil bei den Eink&uuml;nften des Kl&auml;gers aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit ansetzte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Den dagegen eingelegten Einspruch wies das FA in der Sache als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck; es erfasste indes den geldwerten Vorteil nunmehr bei den Eink&uuml;nften des Kl&auml;gers aus selbst&auml;ndiger Arbeit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die dagegen erhobene Klage hatte nur teilweise Erfolg. Im erstinstanzlichen Verfahren einigten sich die Beteiligten auf einen Wert der Aktien zum Zeitpunkt der R&uuml;ckgabe von 6&nbsp;EUR (geldwerter Vorteil des Kl&auml;gers daher nur 5,50&nbsp;EUR je Aktie). Das Finanzgericht (FG) setzte unter Zugrundelegung dieses Wertes einen geldwerten Vorteil von 55.000&nbsp;EUR an und wies die Klage im &Uuml;brigen ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gen die Kl&auml;ger die Verletzung materiellen Rechts (&sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 des Einkommensteuergesetzes &#8211;EStG&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<br \/>das Urteil des Nieders&auml;chsischen FG vom 3.&nbsp;M&auml;rz 2010&nbsp;&nbsp;2&nbsp;K&nbsp;324\/08 aufzuheben und die Einkommensteuer 2002 unter &Auml;nderung des Einkommensteuerbescheides 2002 vom 3.&nbsp;Mai 2010 sowie der Einspruchsentscheidung vom 28.&nbsp;Juli 2008 so weit herabzusetzen, wie sie sich bei einer Verminderung der Eink&uuml;nfte des Kl&auml;gers aus selbst&auml;ndiger Arbeit um 55.000&nbsp;EUR ergibt,<br \/>hilfsweise,<br \/>den Betrag von 55.000&nbsp;EUR als Eink&uuml;nfte des Kl&auml;gers aus Kapitalverm&ouml;gen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 i.V.m. Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG zu behandeln.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und deshalb zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Auffassung des FG, der Kl&auml;ger habe einen geldwerten Vorteil erlangt, der zu Einnahmen i.S. des &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EStG f&uuml;hre, weil er die M&ouml;glichkeit gehabt habe, die im Zeitpunkt der R&uuml;ck&uuml;bertragung nur mit 6&nbsp;EUR je Aktie zu bewertenden Papiere zum Ausgabepreis von 11,50&nbsp;EUR an die F-AG zur&uuml;ck zu &uuml;bertragen, h&auml;lt der revisionsrechtlichen &Uuml;berpr&uuml;fung stand.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EStG z&auml;hlen Verg&uuml;tungen f&uuml;r die T&auml;tigkeit als Aufsichtsratsmitglied zu den Eink&uuml;nften aus selbst&auml;ndiger Arbeit. Darunter k&ouml;nnen auch geldwerte Vorteile fallen, wie z.B. Sachzuwendungen, sofern diese durch die T&auml;tigkeit des Kl&auml;gers als Aufsichtsratsmitglied der F-AG veranlasst sind. Zutreffend geht das FG insoweit davon aus, dass hinsichtlich des Umfangs der sachlichen Steuerpflicht von Zuwendungen zwischen den Eink&uuml;nften aus selbst&auml;ndiger Arbeit und denen aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit kein Unterschied besteht. Zwischen steuerpflichtigen Einnahmen bei den &Uuml;berschusseink&uuml;nften (&sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 EStG) und den gesetzlich nicht definierten Betriebseinnahmen (vgl. dazu Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 27.&nbsp;Mai 1998 X&nbsp;R&nbsp;17\/95, BFHE 186, 256, BStBl II 1998, 618) besteht jedenfalls &Uuml;bereinstimmung darin, dass die Zuwendung von geldwerten G&uuml;tern steuerpflichtig ist, sofern zwischen der Zuwendung und der Einkunftsart ein konkreter sachlicher und wirtschaftlicher Veranlassungszusammenhang gegeben ist (BFH-Urteile in BFHE 186, 256, BStBl II 1998, 618; vom 22.&nbsp;Juli 1988 III&nbsp;R&nbsp;175\/85, BFHE 154, 218, BStBl II 1988, 995; in diesem Sinn auch BFH-Urteil vom 18.&nbsp;September 2012 VI&nbsp;R&nbsp;90\/10, BFHE 239, 221, BStBl II 2013, 289).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r die Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit hat der BFH mehrfach entschieden, dass zu den Einnahmen aus dieser Einkunftsart alle G&uuml;ter zu rechnen sind, die in Geld oder Geldeswert bestehen und die dem Arbeitnehmer aus dem Dienstverh&auml;ltnis f&uuml;r das Zurverf&uuml;gungstellen seiner individuellen Arbeit zuflie&szlig;en; d.h. der Vorteil muss mit R&uuml;cksicht auf das Dienstverh&auml;ltnis einger&auml;umt werden und die Leistung muss sich im weitesten Sinn als Gegenleistung f&uuml;r das Zurverf&uuml;gungstellen der individuellen Arbeitskraft erweisen (vgl. nur BFH-Urteil vom 19.&nbsp;Juni 2008 VI&nbsp;R&nbsp;4\/05, BFHE 222, 353, BStBl II 2008, 826). Ob die Einnahmen auf einem Leistungsaustausch zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer beruhen, sie also zu den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit z&auml;hlen, oder ob sie aufgrund einer Sonderrechtsbeziehung einer anderen Einkunftsart oder dem nichtsteuerbaren Bereich zuzurechnen sind, ist aufgrund einer tats&auml;chlichen W&uuml;rdigung der Gesamtumst&auml;nde des Einzelfalles zu entscheiden, die dem FG als Tatsacheninstanz obliegt (BFH-Urteile in BFHE 222, 353, BStBl II 2008, 826; vom 20.&nbsp;November 2008 VI&nbsp;R&nbsp;25\/05, BFHE 223, 419, BStBl II 2009, 382). N&auml;mliches gilt f&uuml;r die kapitalm&auml;&szlig;ige Beteiligung eines Arbeitnehmers am Unternehmen seines Arbeitgebers; die Beteiligung kann eine eigenst&auml;ndige Erwerbsgrundlage darstellen, so dass die damit im Zusammenhang stehenden Einnahmen und Aufwendungen keinen Veranlassungszusammenhang zum Arbeitsverh&auml;ltnis aufweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r die verbilligte &Uuml;berlassung von Aktien ist bereits h&ouml;chstrichterlich entschieden, dass die &Uuml;berlassung einen geldwerten Vorteil darstellen und zu Arbeitslohn f&uuml;hren kann, sofern der Vorteil dem Arbeitnehmer &quot;f&uuml;r&quot; seine Arbeitsleistung gew&auml;hrt wird, d.h. wenn der Vorteil entsprechend den vorstehend genannten Grunds&auml;tzen durch das individuelle Dienstverh&auml;ltnis veranlasst ist (BFH-Urteil vom 1.&nbsp;Februar 2007 VI&nbsp;R&nbsp;72\/05, BFH\/NV 2007, 898).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da es keine sachliche Rechtfertigung gibt, insoweit zu unterscheiden, ob Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit oder aus selbst&auml;ndiger T&auml;tigkeit gegeben sind, gelten die n&auml;mlichen Grunds&auml;tze auch dann, wenn Vorteile im Bereich der Eink&uuml;nfte aus selbst&auml;ndiger T&auml;tigkeit gew&auml;hrt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben ist die W&uuml;rdigung des FG, der Kl&auml;ger habe die ihm gew&auml;hrten Vorteile ausschlie&szlig;lich wegen seiner T&auml;tigkeit als Aufsichtsratsmitglied f&uuml;r die F-AG und damit im Rahmen seiner Eink&uuml;nfte aus selbst&auml;ndiger Arbeit erlangt, revisionsrechtlich nicht zu beanstanden und f&uuml;r den Senat bindend (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO). Denn die tatrichterliche &Uuml;berzeugungsbildung der Vorinstanz (&sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 FGO) ist nur insoweit revisibel, als Verst&ouml;&szlig;e gegen die Verfahrensordnung, gegen Denkgesetze oder allgemeine Erfahrungss&auml;tze vorliegen (st&auml;ndige Rechtsprechung, Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 7.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;118 Rz&nbsp;30; Seer in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;118 FGO Rz&nbsp;87, m.w.N.). Solche Verst&ouml;&szlig;e sind im Streitfall nicht erkennbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach der zwischen den Beteiligten unstreitigen vertraglichen Gestaltung hatten lediglich Mitarbeiter der F-AG sowie Aufsichtsratsmitglieder die M&ouml;glichkeit, sich mittels Aktienerwerbs an der F-AG zu beteiligen; fremde Dritte hatten diese M&ouml;glichkeit nicht, weil das Beteiligungsprogramm allein dazu dienen sollte, Mitarbeiter und Aufsichtsr&auml;te an das Unternehmen zu binden. Entsprechendes gilt f&uuml;r die M&ouml;glichkeit, die erworbenen Aktien bis zum 31.&nbsp;Dezember 2002 zum Einstandspreis an die F-AG zur&uuml;ckzugeben; auch diese M&ouml;glichkeit stand nur Mitarbeitern und Aufsichtsratsmitgliedern der F-AG offen. Diese M&ouml;glichkeit der R&uuml;ck&uuml;bertragung ist &#8211;wie vom FG zutreffend festgestellt&#8211; letztlich untrennbar mit der T&auml;tigkeit des Kl&auml;gers als Vorsitzender des Aufsichtsrats der F-AG verkn&uuml;pft und damit Ertrag aus einer T&auml;tigkeit i.S. des &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EStG und nicht Ertrag einer Beteiligung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Demnach hat der Kl&auml;ger mit der R&uuml;ckgabe der Aktien zum Ausgabepreis von 11,50&nbsp;EUR, obwohl deren tats&auml;chlicher Wert im Zeitpunkt der R&uuml;ckgabe lediglich 6&nbsp;EUR betrug, einen &#8211;der H&ouml;he nach zwischen den Beteiligten unstreitigen&#8211; geldwerten Vorteil i.S. des &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EStG von 5,50&nbsp;EUR je Aktie erlangt. Im Ausgleich des zwischenzeitlich eingetretenen Wertverlusts der Aktien liegt der geldwerte Vorteil i.S. des &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EStG, denn ein fremder Dritter, dem die M&ouml;glichkeit der R&uuml;ckgabe der Aktien zum Ausgabepreis nicht er&ouml;ffnet gewesen w&auml;re, h&auml;tte je Aktie einen Verlust von 5,50&nbsp;EUR erlitten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zugeflossen ist dieser Vorteil dem Kl&auml;ger im Streitjahr, d.h. im Zeitpunkt der Aus&uuml;bung der Option (vgl. BFH-Urteil in BFHE 223, 419, BStBl II 2009, 382 zum Zuflusszeitpunkt bei handelbaren Optionsrechten sowie BFH-Urteil in BFHE 239, 221, BStBl II 2013, 289 zum Zuflusszeitpunkt von Aktienoptionsrechten f&uuml;r Arbeitnehmer erst bei Aus&uuml;bung der Option). Wenn das FG davon ausgeht, der f&uuml;r den Zufluss beim Kl&auml;ger im Streitfall ma&szlig;gebliche Vorteil von 5,50&nbsp;EUR pro Aktie sei diesem im Zeitpunkt der R&uuml;ck&uuml;bertragung gew&auml;hrt worden, d.h. im Jahr 2002, ist das revisionsrechtlich nicht zu beanstanden. Zum einen handelt es sich beim An- und Verkauf der Aktien um unterschiedliche Rechtsgesch&auml;fte, die eigene steuerrechtliche Folgen ausl&ouml;sen. Zum anderen ist dem Kl&auml;ger der bei den Aktien eingetretene tats&auml;chliche Wertverlust aufgrund der mit der F-AG vereinbarten Wertsicherungsklausel im Streitjahr erstattet worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Unbegr&uuml;ndet ist auch der Hilfsantrag der Kl&auml;ger. Die Auffassung des FG, auf die Gew&auml;hrung des steuerpflichtigen geldwerten Vorteils des Kl&auml;gers finde das Halbeink&uuml;nfteverfahren gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 EStG a.F. i.V.m. &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;40 Buchst.&nbsp;f EStG a.F. keine Anwendung, ist revisionsrechtlich ebenfalls nicht zu beanstanden. Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG a.F. geh&ouml;ren zu den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen auch besondere Entgelte oder Vorteile, die neben den in den Abs.&nbsp;1 und 2 bezeichneten Einnahmen oder an deren Stelle gew&auml;hrt werden. &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;40 Buchst.&nbsp;f EStG a.F. regelt die Steuerfreiheit der H&auml;lfte der besonderen Entgelte oder Vorteile i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG a.F., die neben den in &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 und Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a EStG a.F. bezeichneten Einnahmen oder an deren Stelle gew&auml;hrt werden. Zwar ist &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG a.F. weit auszulegen und erfasst alle Verm&ouml;gensmehrungen, die bei wirtschaftlicher Betrachtung ein Entgelt f&uuml;r die Kapital&uuml;berlassung darstellen (BFH-Urteil vom 21.&nbsp;Oktober 1997 VIII&nbsp;R&nbsp;18\/96, BFH\/NV 1998, 582, m.w.N.; vgl. dazu auch BFH-Urteile vom 6.&nbsp;April 1993 VIII&nbsp;R&nbsp;68\/90, BFHE 172, 25, BStBl II 1993, 825; vom 16.&nbsp;M&auml;rz 2010 VIII&nbsp;R&nbsp;4\/07, BFHE 229, 141, BFH\/NV 2010, 1527). Der hier dem Kl&auml;ger erstattete Wertverlust ist indes kein Entgelt, das f&uuml;r eine Kapital&uuml;berlassung im weitesten Sinne zugeflossen ist. Der Kl&auml;ger hat diesen Vorteil nicht erhalten, weil er Aktien der F-AG gegen Entgelt erworben hat, sondern weil ihm als Mitglied des Aufsichtsrats der F-AG die M&ouml;glichkeit er&ouml;ffnet werden sollte, Aktien der F-AG ohne jedes wirtschaftliche Risiko zu zeichnen. Auch wenn der Vorteil an den Erwerb neuer Aktien gekn&uuml;pft ist, steht doch &#8211;so auch die zutreffende W&uuml;rdigung des FG&#8211; im Vordergrund, dass dieser Vorteil untrennbar mit der pers&ouml;nlichen Eigenschaft des Kl&auml;gers als Vorstand des Aufsichtsrats der F-AG verkn&uuml;pft war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.4.2013, VIII R 19\/11 Aktienoption f&uuml;r Aufsichtsrat &#8211; Art, H&ouml;he und Zuflusszeitpunkt der Eink&uuml;nfte bei Aktienr&uuml;ckgabe innerhalb bestimmter Frist Leits&auml;tze 1. 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