{"id":55775,"date":"2013-08-07T16:34:07","date_gmt":"2013-08-07T14:34:07","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=55775"},"modified":"2013-08-07T16:34:07","modified_gmt":"2013-08-07T14:34:07","slug":"vi-r-70-11-kindergeldberechtigung-bei-unbeschraenkter-steuerpflicht-nach-par-1-abs-3-estg-monatsprinzip","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-70-11-kindergeldberechtigung-bei-unbeschraenkter-steuerpflicht-nach-par-1-abs-3-estg-monatsprinzip\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;70\/11 &#8211; Kindergeldberechtigung bei unbeschr&auml;nkter Steuerpflicht nach &sect; 1 Abs. 3 EStG; Monatsprinzip"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 18.4.2013, VI R 70\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Kindergeldberechtigung bei unbeschr&auml;nkter Steuerpflicht nach &sect; 1 Abs. 3 EStG; Monatsprinzip<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) ist polnischer Staatsangeh&ouml;riger. Er lebt mit seiner Ehefrau und seiner am &#8230; 2004 geborenen Tochter K in Polen. Von M&auml;rz bis Juli 2008 arbeitete der Kl&auml;ger bei einem Baumschulbetrieb in N. Er war sozialversicherungspflichtig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Mai 2009 beantragte der Kl&auml;ger Kindergeld f&uuml;r K. Mit Bescheid vom 18.&nbsp;Juni 2009 setzte die Beklagte und Revisionsbeklagte (die Familienkasse) Kindergeld f&uuml;r die Monate M&auml;rz bis Juli 2008 unter Anrechnung polnischer Familienleistungen fest. Mit dem hiergegen gerichteten Einspruch begehrte der Kl&auml;ger die Gew&auml;hrung von ganzj&auml;hrigem Kindergeld f&uuml;r 2008 sowie die Korrektur der Anrechnung. Die Familienkasse gab dem Einspruch insoweit statt, als der Anrechnungsbetrag wegen einer Devisenverwechslung zugunsten des Kl&auml;gers korrigiert wurde. Im &Uuml;brigen wies sie den Einspruch als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck. Die hiergegen erhobene Klage wies das Finanzgericht (FG) als unbegr&uuml;ndet ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte das FG im Wesentlichen aus, der Kl&auml;ger sei in den betreffenden Monaten nicht kindergeldberechtigt gewesen, weil er im Inland weder seinen Wohnsitz oder gew&ouml;hnlichen Aufenthalt gehabt habe noch nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) unbeschr&auml;nkt einkommensteuerpflichtig gewesen sei oder nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 EStG als unbeschr&auml;nkt einkommensteuerpflichtig behandelt worden sei. F&uuml;r den ma&szlig;gebenden Zeitraum komme eine Kindergeldberechtigung aufgrund von &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 EStG nicht in Betracht, weil dies nur f&uuml;r Zeitr&auml;ume gelten k&ouml;nne, in denen der Steuerpflichtige inl&auml;ndische Eink&uuml;nfte i.S. des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 EStG erziele. Denn diese Steuerpflicht entstehe nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 EStG nur, soweit inl&auml;ndische Eink&uuml;nfte i.S. des &sect;&nbsp;49 EStG vorl&auml;gen. Dies beinhalte auch ein zeitliches Moment mit der Folge, dass die Eink&uuml;nfte i.S. des &sect;&nbsp;49 EStG den Beginn und das Ende der unbeschr&auml;nkten Steuerpflicht nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 EStG markierten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger r&uuml;gt mit seiner Revision die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Er beantragt,<br \/>das Urteil des FG D&uuml;sseldorf vom 13.&nbsp;Juli 2011&nbsp;&nbsp;15&nbsp;K&nbsp;206\/11&nbsp;Kg sowie die Einspruchsentscheidung vom 13.&nbsp;Dezember 2010 aufzuheben und die Familienkasse zu verpflichten, f&uuml;r K Kindergeld f&uuml;r die Monate Januar, Februar, August, September, Oktober, November und Dezember 2008 unter Anrechnung der polnischen Familienleistungen zu gew&auml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Familienkasse beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des Kl&auml;gers ist begr&uuml;ndet. Das Urteil des FG war aufzuheben und die Sache zur erneuten Verhandlung und Entscheidung an das FG zur&uuml;ckzuverweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zu Recht entschieden, dass dem Kl&auml;ger ein Anspruch auf Kindergeld nur f&uuml;r diejenigen Kalendermonate zusteht, in denen er im Inland unbeschr&auml;nkt steuerpflichtige Eink&uuml;nfte i.S. von &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 i.V.m. &sect;&nbsp;49 EStG erzielt hat. Hierzu sind jedoch noch weitere Feststellungen zur &quot;Behandlung als unbeschr&auml;nkt Steuerpflichtiger&quot; durch das Finanzamt (FA) sowie zum Zeitpunkt des Zuflusses der Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit zu treffen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Familienkasse &#8230; der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit ist aufgrund eines Organisationsaktes (Beschluss des Vorstands der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit Nr.&nbsp;21\/2013 vom 18.&nbsp;April 2013 gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;11 des Finanzverwaltungsgesetzes, Amtliche Nachrichten der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit, Ausgabe Mai 2013, S.&nbsp;6&nbsp;ff., Nr.&nbsp;2.2 der Anlage 2) im Wege des gesetzlichen Parteiwechsels in die Beteiligtenstellung der Agentur f&uuml;r Arbeit &#8230; &#8211; Familienkasse eingetreten (s. dazu Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 3.&nbsp;M&auml;rz 2011 V&nbsp;B&nbsp;17\/10, BFH\/NV 2011, 1105, unter II.A.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. F&uuml;r Kinder i.S. des &sect;&nbsp;63 EStG hat nach &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b EStG Anspruch auf Kindergeld, wer ohne Wohnsitz oder gew&ouml;hnlichen Aufenthalt im Inland nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 EStG &quot;als unbeschr&auml;nkt einkommensteuerpflichtig behandelt&quot; wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 EStG werden auf Antrag auch nat&uuml;rliche Personen als unbeschr&auml;nkt einkommensteuerpflichtig behandelt, die im Inland weder einen Wohnsitz noch ihren gew&ouml;hnlichen Aufenthalt haben, soweit sie inl&auml;ndische Eink&uuml;nfte i.S. des &sect;&nbsp;49 EStG haben. Dies gilt nur, wenn ihre Eink&uuml;nfte im Kalenderjahr zu mindestens 90&nbsp;% der deutschen Einkommensteuer unterliegen oder die nicht der deutschen Einkommensteuer unterliegenden Eink&uuml;nfte den Grundfreibetrag nach &sect;&nbsp;32a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 EStG nicht &uuml;bersteigen. Voraussetzung ist weiter u.a., dass die H&ouml;he der nicht der deutschen Einkommensteuer unterliegenden Eink&uuml;nfte durch eine Bescheinigung der zust&auml;ndigen ausl&auml;ndischen Steuerbeh&ouml;rde nachgewiesen wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Bei Anwendung des &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b EStG liegt eine Behandlung &quot;nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 als unbeschr&auml;nkt einkommensteuerpflichtig&quot; nur f&uuml;r die Kalendermonate vor, in denen der Kindergeldberechtigte Eink&uuml;nfte i.S. des &sect;&nbsp;49 EStG erzielt, die nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 EStG der Einkommensteuer unterliegen (gl.A. BFH-Urteil vom 24.&nbsp;Oktober 2012 V&nbsp;R&nbsp;43\/11, BFHE 239, 327).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Mit dem Tatbestandsmerkmal &quot;als unbeschr&auml;nkt einkommensteuerpflichtig behandelt&quot; i.S. von &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 EStG stellt die Vorschrift steuersystematisch auf die &quot;Behandlung&quot; bei der Einkommensteuerfestsetzung ab. Dabei ist zu ber&uuml;cksichtigen, dass die Einkommensteuer nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;7 Satz&nbsp;1 EStG eine Jahressteuer ist und ihre Grundlagen bei der Steuerfestsetzung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;7 Satz&nbsp;2 EStG jeweils f&uuml;r das Kalenderjahr zu ermitteln sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Aus &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;7 EStG folgt jedoch nicht, dass sich die Behandlung als unbeschr&auml;nkt einkommensteuerpflichtig jeweils auf ein Kalenderjahr bezieht. Endet z.B. die am Jahresanfang bestehende unbeschr&auml;nkte Steuerpflicht nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 EStG w&auml;hrend eines Kalenderjahres &#8211;nach Wegzug aus dem Inland und damit nach der Aufgabe des Wohnsitzes oder gew&ouml;hnlichen Aufenthaltes im Inland&#8211;, erfolgt eine &quot;Behandlung&quot; als unbeschr&auml;nkt einkommensteuerpflichtig f&uuml;r den nachfolgenden Zeitraum bis zum Ende des Kalenderjahres nur nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 EStG. Die Behandlung als unbeschr&auml;nkt einkommensteuerpflichtig gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 EStG beschr&auml;nkt sich dann auf den Zeitraum, f&uuml;r den die Steuerpflicht nach dieser Vorschrift besteht (Lehner\/Waldhoff, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, EStG, &sect;&nbsp;1 Rz&nbsp;D&nbsp;212).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Dass sich die Behandlung als unbeschr&auml;nkt einkommensteuerpflichtig i.S. von &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 EStG wie im Fall des Wegzugs auf einen Teil eines Kalenderjahres beschr&auml;nkt, zeigt, dass eine Behandlung als unbeschr&auml;nkt einkommensteuerpflichtig nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 EStG i.S. des &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b EStG nur f&uuml;r die Zeitr&auml;ume eines Kalenderjahres vorliegt, in denen der Steuerpflichtige die nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 EStG steuerpflichtigen Eink&uuml;nfte bezieht. Dies steht auch im Einklang mit dem Wortlaut des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 EStG, wonach die Behandlung von Personen als unbeschr&auml;nkt einkommensteuerpflichtig nur erfolgt, &quot;soweit sie inl&auml;ndische Eink&uuml;nfte im Sinne des &sect;&nbsp;49 EStG haben&quot;. Dabei handelt es sich somit nicht nur um eine gegenst&auml;ndliche Definition im Hinblick auf die Bestimmung des sachlichen Umfangs der Eink&uuml;nfte, sondern auch um eine zeitliche Einschr&auml;nkung auf den Zeitraum der Behandlung als unbeschr&auml;nkt einkommensteuerpflichtig (BFH-Urteil in BFHE 239, 327).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) F&uuml;r diese Auslegung sprechen zudem Sinn und Zweck des &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b EStG. Danach sollen nat&uuml;rliche Personen, die im Inland weder einen Wohnsitz noch einen gew&ouml;hnlichen Aufenthalt haben und auf Antrag nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 EStG als unbeschr&auml;nkt steuerpflichtig behandelt werden, kindergeldrechtlich den nat&uuml;rlichen Personen mit Wohnsitz oder gew&ouml;hnlichem Aufenthalt im Inland gleichgestellt werden. Wer ohne inl&auml;ndischen Wohnsitz oder gew&ouml;hnlichen Aufenthalt als nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 EStG unbeschr&auml;nkt Steuerpflichtiger keine Eink&uuml;nfte im Inland (als anspruchsbegr&uuml;ndendes Merkmal nach &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b i.V.m. &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 EStG) erzielt, kann kindergeldrechtlich nicht besser gestellt werden als der Steuerpflichtige, der durch seinen Wegzug ins Ausland seinen inl&auml;ndischen Wohnsitz oder seinen gew&ouml;hnlichen Aufenthalt im Inland (als anspruchsbegr&uuml;ndendes Merkmal nach &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG) aufgibt und mit Beendigung des Monats des Wegzugs seinen Anspruch auf Kindergeld verliert. Gleiches gilt f&uuml;r den Zeitraum vor Begr&uuml;ndung seines inl&auml;ndischen Wohnsitzes oder gew&ouml;hnlichen Aufenthalts (BFH-Urteil in BFHE 239, 327).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Der Kl&auml;ger kann sich f&uuml;r seine Auffassung auch nicht auf &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG in der im Streitjahr geltenden Fassung st&uuml;tzen, wonach ein Kind nur ber&uuml;cksichtigt werden darf, wenn es Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge, die zur Bestreitung des Unterhalts oder der Berufsausbildung bestimmt oder geeignet sind, von nicht mehr als 7.680&nbsp;EUR &quot;im Kalenderjahr&quot; hat (sog. Jahresgrenzbetrag). Auch hier ist eine Monatsbetrachtung erforderlich, wenn die kindbezogenen Voraussetzungen f&uuml;r den Anspruch auf Kindergeld nicht ganzj&auml;hrig vorliegen (&sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 S&auml;tze&nbsp;7 und 8 EStG). Denn nach Satz&nbsp;7 dieser Regelung erm&auml;&szlig;igt sich der Betrag nach Satz&nbsp;2 oder 3 (der Jahresgrenzbetrag von 7.680&nbsp;EUR) f&uuml;r jeden Kalendermonat, in dem die Voraussetzungen nach Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 oder 2 an keinem Tag vorliegen. Nach Satz&nbsp;8 bleiben Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge des Kindes, die auf diese Kalendermonate entfallen, au&szlig;er Ansatz (BFH-Urteil in BFHE 239, 327).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Diese Auslegung steht &#8211;entgegen den Ausf&uuml;hrungen des Kl&auml;gers in der m&uuml;ndlichen Verhandlung&#8211; nicht im Widerspruch zum Urteil des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union (EuGH) vom 14.&nbsp;Februar 1995 C-279\/93, Schumacker, Slg.&nbsp;1995, I-225.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Danach befinden sich bei der Besteuerung des Einkommens Gebietsans&auml;ssige und Gebietsfremde grunds&auml;tzlich nicht in einer vergleichbaren Lage. Daher ist der Wohnsitzstaat f&uuml;r die Ber&uuml;cksichtigung der pers&ouml;nlichen und famili&auml;ren Umst&auml;nde verantwortlich (EuGH-Urteil in Slg.&nbsp;1995, I-225, Rz&nbsp;32 bis 35). Ausnahmsweise muss jedoch der T&auml;tigkeitsstaat die pers&ouml;nliche und famili&auml;re Lage ber&uuml;cksichtigen, wenn der Gebietsfremde sein Welteinkommen ausschlie&szlig;lich oder nahezu ausschlie&szlig;lich im T&auml;tigkeitsstaat erzielt, weil andernfalls seiner pers&ouml;nlichen Lage und seinem Familienstand weder im Wohnsitzstaat noch im Besch&auml;ftigungsstaat Rechnung getragen w&uuml;rden (EuGH-Urteil in Slg. 1995, I-225, Rz&nbsp;37 bis 38).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b EStG tr&auml;gt den gemeinschaftsrechtlichen Anforderungen des Art.&nbsp;39 des Vertrags zur Gr&uuml;ndung der Europ&auml;ischen Gemeinschaften i.d.F. des Vertrags von Amsterdam zur &Auml;nderung des Vertrags &uuml;ber die Europ&auml;ische Union, der Vertr&auml;ge zur Gr&uuml;ndung der Europ&auml;ischen Gemeinschaften sowie einiger damit zusammenh&auml;ngender Rechtsakte &#8211;EG&#8211; (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Gemeinschaften &#8211;ABlEG&#8211; 1997, Nr.&nbsp;C&nbsp;340, 1) Rechnung und bezweckt, Steuerpflichtigen mit steuerbaren und steuerpflichtigen inl&auml;ndischen Eink&uuml;nften i.S. des &sect;&nbsp;49 EStG unter den in &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 EStG genannten Voraussetzungen im Rahmen der Besteuerung der inl&auml;ndischen Eink&uuml;nfte die Ber&uuml;cksichtigung der personen- und familienbezogenen Steuerentlastungen zu erm&ouml;glichen. Entsprechend wird bei der Veranlagung zur Einkommensteuer unabh&auml;ngig davon, ob die unbeschr&auml;nkte Steuerpflicht auf &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 EStG beruht oder ob der Steuerpflichtige nach &sect; 1 Abs.&nbsp;3 EStG als unbeschr&auml;nkt steuerpflichtig behandelt wird, f&uuml;r jedes zu ber&uuml;cksichtigende Kind nach &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;6 EStG unter den dort genannten weiteren Voraussetzungen ein Kinderfreibetrag f&uuml;r das s&auml;chliche Existenzminimum sowie ein Freibetrag f&uuml;r den Betreuungs-, Erziehungs- und Ausbildungsbedarf vom Einkommen abgezogen. Diese Regelungen gen&uuml;gen den Vorgaben des EuGH-Urteils &quot;Schumacker&quot; in Slg.&nbsp;1995, I-225 (EuGH-Urteil vom 14.&nbsp;September 1999 Rs.&nbsp;C-391\/97, Gschwind, Slg.&nbsp;I&nbsp;1999, 5451, BStBl II 1999, 841; BFH-Urteil vom 15.&nbsp;Mai 2002 I&nbsp;R&nbsp;40\/01, BFHE 199, 224, BStBl II 2002, 660).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Wird das Existenzminimum eines Kindes einschlie&szlig;lich des Bedarfs f&uuml;r Betreuung, Erziehung und Ausbildung nicht durch &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;6 EStG freigestellt, wird dies durch das Kindergeld nach &sect;&sect;&nbsp;62&nbsp;ff. EStG bewirkt. Soweit das Kindergeld daf&uuml;r nicht erforderlich ist, dient es der F&ouml;rderung der Familie (&sect;&nbsp;31 Satz&nbsp;2 EStG) und hat eine sozialrechtliche Funktion (Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 11.&nbsp;Januar 2005&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;167\/02, BVerfGE 112, 164; BFH-Urteil vom 22.&nbsp;November 2007 III&nbsp;R&nbsp;60\/99, BFHE 220, 39, BStBl II 2009, 910).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Auch soweit das Kindergeld eine sozialrechtliche Funktion hat, besteht keine gemeinschaftsrechtliche Verpflichtung, Kindergeld auch f&uuml;r Monate zu gew&auml;hren, in denen der Kl&auml;ger keine inl&auml;ndischen Eink&uuml;nfte i.S. des &sect;&nbsp;49 EStG hatte (vgl. EuGH-Urteil vom 12.&nbsp;Juni 2012 C-611\/10 und 612\/10, Deutsches Steuerrecht\/Entscheidungsdienst &#8211;DStRE&#8211; 2012, 999, Rz&nbsp;45).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Eine dementsprechende Verpflichtung ergibt sich insbesondere nicht aus der Verordnung (EWG) Nr.&nbsp;1408\/71 des Rates vom 14.&nbsp;Juni 1971 zur Anwendung der Systeme der sozialen Sicherheit auf Arbeitnehmer und Selbst&auml;ndige sowie deren Familienangeh&ouml;rige, die innerhalb der Gemeinschaft zu- und abwandern, in der durch die Verordnung (EG) Nr.&nbsp;118\/97 des Rates vom 2.&nbsp;Dezember 1996 (ABlEG&nbsp;1997, L&nbsp;28, S.&nbsp;1) ge&auml;nderten und aktualisierten Fassung, diese wiederum ge&auml;ndert durch die Verordnung (EG) Nr.&nbsp;647\/2005 des Europ&auml;ischen Parlaments und des Rates vom 13.&nbsp;April 2005 (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Union 2005, L&nbsp;117, S.&nbsp;1) (im Folgenden: VO Nr.&nbsp;1408\/71), sowie den Bestimmungen &uuml;ber die Freiz&uuml;gigkeit der Arbeitnehmer und das Diskriminierungsverbot (Art. 39 und 42 EG; jetzt Art.&nbsp;45 und 48 des Vertrags &uuml;ber die Arbeitsweise der Europ&auml;ischen Union).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach Art. &nbsp;13 Abs.&nbsp;1 VO Nr. 1408\/71 unterliegt ein Arbeitnehmer den Rechtsvorschriften nur eines Mitgliedstaates. Dies ist grunds&auml;tzlich der Mitgliedstaat, in dem der Arbeitnehmer besch&auml;ftigt ist, auch wenn er im Gebiet eines anderen Mitgliedstaates wohnt (Art.&nbsp;13 Abs.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a VO Nr.&nbsp;1408\/71). Dies gilt jedoch nicht, wenn der Arbeitnehmer seine T&auml;tigkeit gew&ouml;hnlich im Gebiet von zwei oder mehr Mitgliedstaaten aus&uuml;bt. Dann sind die Rechtsvorschriften des Mitgliedstaates ma&szlig;geblich, in dessen Gebiet er wohnt (Art.&nbsp;14 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b Buchst.&nbsp;i VO Nr.&nbsp;1408\/71). Diese Regelung verst&ouml;&szlig;t nicht gegen EU-Prim&auml;rrecht, und zwar auch dann nicht, wenn die Regelungen des Wohnsitzstaates f&uuml;r den Arbeitnehmer ung&uuml;nstiger sind als diejenigen des Mitgliedstaates, in dem z.T. die T&auml;tigkeit ausge&uuml;bt wird (EuGH-Urteil in DStRE 2012, 999, Rz&nbsp;43 und 44). Im Streitfall sind daher &#8211;jedenfalls f&uuml;r die Zeit, in der der Kl&auml;ger in Deutschland nicht gearbeitet hat&#8211; die polnischen Regelungen &uuml;ber Familienleistungen einschl&auml;gig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im &Uuml;brigen liegt eine Schlechterstellung von gebietsfremden Ausl&auml;ndern gegen&uuml;ber gebietsans&auml;ssigen Inl&auml;ndern durch die Beschr&auml;nkung der Gew&auml;hrung von Kindergeld auf den Zeitraum des Bezugs inl&auml;ndischer Eink&uuml;nfte i.S. von &sect;&nbsp;49 EStG nicht vor. In diesem Zusammenhang ist die gesetzgeberische Grundentscheidung zu ber&uuml;cksichtigen, dass die Anspruchsvoraussetzungen f&uuml;r die Kindergeldgew&auml;hrung nach &sect;&nbsp;66 Abs.&nbsp;2 EStG monatsweise zu pr&uuml;fen sind. Dementsprechend besteht in den F&auml;llen der unbeschr&auml;nkten Steuerpflicht nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 EStG gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG der Kindergeldanspruch nur f&uuml;r diejenigen Kalendermonate, in denen der Anspruchsberechtigte im Inland einen Wohnsitz oder gew&ouml;hnlichen Aufenthalt hat (BFH-Urteil vom 20.&nbsp;November 2008 III&nbsp;R&nbsp;53\/05, BFH\/NV 2009, 564). Die unbeschr&auml;nkte Einkommensteuerpflicht nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 EStG tritt f&uuml;r Zwecke der Kindergeldberechtigung nach &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b EStG an die Stelle des nach &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG erforderlichen Ankn&uuml;pfungspunkts des Wohnsitzes oder gew&ouml;hnlichen Aufenthalts. Der Kindergeldberechtigung nach &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b EStG ist demnach gleichfalls eine monatsbezogene Pr&uuml;fung zugrunde zu legen, deren Ankn&uuml;pfungspunkt die Eink&uuml;nfte i.S. des &sect;&nbsp;49 EStG darstellen. Dies bedeutet, dass f&uuml;r In- und Ausl&auml;nder das Monatsprinzip anzuwenden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine unzul&auml;ssige Diskriminierung liegt auch nicht deshalb vor, weil der im Inland Ans&auml;ssige Kindergeld unabh&auml;ngig von jeglicher Einkunftserzielung erh&auml;lt, w&auml;hrend der nach &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b EStG Kindergeldberechtigte nur f&uuml;r diejenigen Monate Kindergeld beziehen kann, in denen inl&auml;ndische Eink&uuml;nfte vorliegen. Eine gemeinschaftsrechtliche Verpflichtung, die Kindergeldberechtigung bei Ans&auml;ssigkeit im Inland von der Erzielung von Eink&uuml;nften abh&auml;ngig zu machen, besteht nicht. Der Ankn&uuml;pfungspunkt f&uuml;r die Kindergeldberechtigung wird hier durch den inl&auml;ndischen Wohnsitz bzw. gew&ouml;hnlichen Aufenthalt vermittelt. Ankn&uuml;pfungspunkt f&uuml;r die Kindergeldberechtigung nach &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b EStG sind inl&auml;ndische Eink&uuml;nfte i.S. des &sect;&nbsp;49 EStG. Gew&auml;hrte man f&uuml;r diejenigen Monate, in denen der Kindergeldberechtigte keine inl&auml;ndischen Eink&uuml;nfte erzielt, Kindergeld, fehlte es an jeglichem Ankn&uuml;pfungspunkt f&uuml;r eine Kindergeldberechtigung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Schlie&szlig;lich liegt auch keine Ungleichbehandlung gegen&uuml;ber Grenzpendlern vor. Grenzpendler haben im Inland regelm&auml;&szlig;ig weder einen Wohnsitz noch einen gew&ouml;hnlichen Aufenthalt, so dass eine Kindergeldberechtigung nach &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG ausscheidet. Liegen die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 EStG vor, kommt eine Kindergeldberechtigung nach &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b EStG in Betracht, soweit inl&auml;ndische Eink&uuml;nfte erzielt werden. Dies bedeutet, dass auch der Grenzpendler nur ganzj&auml;hrig Kindergeld erh&auml;lt, wenn sich die grenz&uuml;berschreitende T&auml;tigkeit auf das gesamte Kalenderjahr erstreckt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Die Sache ist gleichwohl nicht spruchreif.<br \/>Eine Kindergeldberechtigung nach &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b EStG setzt voraus, dass der Anspruchsteller aufgrund eines entsprechenden Antrags vom zust&auml;ndigen FA nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 EStG als unbeschr&auml;nkt einkommensteuerpflichtig behandelt wird (BFH-Urteil vom 24.&nbsp;Mai 2012 III&nbsp;R&nbsp;14\/10, BFHE 237, 239, BStBl II 2012, 897). Ob der Kl&auml;ger beim FA einen Antrag nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 EStG gestellt hatte und entsprechend zur Einkommensteuer veranlagt wurde, l&auml;sst sich den Feststellungen des FG nicht zweifelsfrei entnehmen. Ebenso fehlen Feststellungen zum Zeitpunkt, zu dem dem Kl&auml;ger die Eink&uuml;nfte nach &sect;&nbsp;49 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 EStG i.V.m. &sect;&nbsp;11 EStG zugeflossen sind (vgl. BFH-Urteil vom 22.&nbsp;Dezember 2011 III&nbsp;R&nbsp;69\/09, BFHE 236, 298, BStBl II 2012, 888).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>7. Auf die Verfahrensr&uuml;ge kam es wegen der Zur&uuml;ckverweisung an das FG nicht mehr an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 18.4.2013, VI R 70\/11 Kindergeldberechtigung bei unbeschr&auml;nkter Steuerpflicht nach &sect; 1 Abs. 3 EStG; Monatsprinzip Tatbestand 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) ist polnischer Staatsangeh&ouml;riger. Er lebt mit seiner Ehefrau und seiner am &#8230; 2004 geborenen Tochter K in Polen. 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