{"id":55778,"date":"2013-08-07T16:34:05","date_gmt":"2013-08-07T14:34:05","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=55778"},"modified":"2013-08-07T16:34:05","modified_gmt":"2013-08-07T14:34:05","slug":"viii-b-135-12-gewinnerzielungsabsicht-eines-rechtsanwalts-mit-angestellten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-b-135-12-gewinnerzielungsabsicht-eines-rechtsanwalts-mit-angestellten\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;B&nbsp;135\/12 &#8211; Gewinnerzielungsabsicht eines Rechtsanwalts mit Angestellten"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 18.4.2013, VIII B 135\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Gewinnerzielungsabsicht eines Rechtsanwalts mit Angestellten<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet. Ein Zulassungsgrund gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) ist nicht gegeben. Weder ist eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) zur Sicherung der Einheitlichkeit der Rechtsprechung erforderlich noch ist dem Finanzgericht (FG) ein Verfahrensfehler unterlaufen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Eine Zulassung der Revision gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO setzt voraus, dass das angefochtene FG-Urteil bei gleichem oder vergleichbarem Sachverhalt in seinen tragenden Gr&uuml;nden von einer Entscheidung des BFH oder eines anderen Gerichts abweicht (vgl. BFH-Beschluss vom 10.&nbsp;Mai 2012 X&nbsp;B&nbsp;57\/11, BFH\/NV 2012, 1307). Daran fehlt es im Streitfall.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) tragen vor, das FG habe der Entscheidung den abstrakten Rechtssatz zugrunde gelegt, &quot;dass allein die abstrakte M&ouml;glichkeit der Verlustverrechnung mit anderweitigen positiven Eink&uuml;nften auch bei echten Verlusten als Indiz gegen die Gewinnerzielungsabsicht gelte&quot;. Ein solcher Rechtssatz ist der Entscheidung des FG nicht zu entnehmen. Das FG hat ausgef&uuml;hrt, dass zur Feststellung der Gewinnerzielungsabsicht bei den Eink&uuml;nften aus selbst&auml;ndiger Arbeit alle Umst&auml;nde des Einzelfalles einschlie&szlig;lich etwaiger Besonderheiten der Verh&auml;ltnisse zu ber&uuml;cksichtigen seien. Dabei hat es die Steuerersparnis des Kl&auml;gers durch die Verrechnung der aus dem Betrieb der Anwaltskanzlei entstandenen Verluste mit den positiven Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen und aus Vermietung und Verpachtung als ein &#8211;aber nicht einziges&#8211; Indiz daf&uuml;r angesehen, dass die Gewinnerzielungsabsicht fehle. Es hat als weiteres gewichtiges Beweisanzeichen f&uuml;r eine fehlende Gewinnerzielungsabsicht gewertet, dass sich die Verlustsituation verstetigte, ohne dass der Kl&auml;ger effektive Ma&szlig;nahmen zur Herstellung und Steigerung der Rentabilit&auml;t ergriffen habe. Es hat somit auch auf das nicht marktgerechte Verhalten des Kl&auml;gers abgestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Es besteht auch keine Divergenz zu den Urteilen des BFH vom 21.&nbsp;Juli 2004 X&nbsp;R&nbsp;33\/03 (BFHE 207, 183, BStBl II 2004, 1063) und vom 23.&nbsp;Mai 2007 X&nbsp;R&nbsp;33\/04 (BFHE 218, 163, BStBl II 2007, 874). Der BFH hat in diesen Urteilen ausgef&uuml;hrt, dass die M&ouml;glichkeit der Steuerersparnis &quot;f&uuml;r sich genommen&quot; nicht zur Annahme der fehlenden Gewinnerzielungsabsicht f&uuml;hrt und nicht &quot;in tragender Funktion&quot; als pers&ouml;nliches Motiv herangezogen werden kann. Der BFH hat dem Motiv der Steuerersparnis indessen nicht jegliche indizielle Wirkung abgesprochen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Der Rechtsprechung des BFH l&auml;sst sich auch nicht der allgemeine Rechtsgrundsatz entnehmen, dass bei einer Besch&auml;ftigung von Mitarbeitern in einer Anwaltskanzlei und der Erzielung sechsstelliger Honorareinnahmen in der Regel davon auszugehen sei, dass die Kanzlei mit Gewinnerzielungsabsicht betrieben werde. Entscheidend ist, ob die Kanzlei bei einer Gesamtbetrachtung nach der Art ihrer F&uuml;hrung geeignet ist, nachhaltig Gewinn zu erzielen (BFH-Urteil vom 22.&nbsp;April 1998 XI&nbsp;R&nbsp;10\/97, BFHE 186, 206, BStBl II 1998, 663). Dies hat das FG im vorliegenden Fall aufgrund der hohen Personalkosten im Verh&auml;ltnis zu den Ums&auml;tzen verneint. Es hat festgestellt, dass &quot;keine entsprechenden Mandate f&uuml;r drei Anw&auml;lte vorhanden waren&quot; und der Kl&auml;ger nicht ausreichend auf die Verlustsituation reagiert habe. Das FG konnte deshalb auch zu der Schlussfolgerung gelangen, dass der Kl&auml;ger die Kanzlei nicht mehr in der Absicht der Gewinnerzielung gef&uuml;hrt hat (vgl. Senatsurteil vom 19.&nbsp;November 1985 VIII&nbsp;R&nbsp;4\/83, BFHE 145, 375, BStBl II 1986, 289).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das angefochtene Urteil leidet auch nicht unter Verfahrensfehlern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Es liegt keine &Uuml;berraschungsentscheidung vor. Ausweislich des Protokolls &uuml;ber den Er&ouml;rterungstermin vom 28.&nbsp;M&auml;rz 2012 hat das Gericht mit den Parteien die Frage er&ouml;rtert, ob die von dem Kl&auml;ger ergriffenen Ma&szlig;nahmen gen&uuml;gten, um der Verlustsituation zu begegnen. Die Behauptung der Kl&auml;ger, es sei die generelle Eignung der Ma&szlig;nahmen nicht er&ouml;rtert worden, ist danach weder schl&uuml;ssig dargelegt noch nachvollziehbar. Die R&uuml;ge ist zudem unbegr&uuml;ndet. Der Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r nach Art.&nbsp;103 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes erfordert nicht, dass nahe liegende oder tats&auml;chliche Gesichtspunkte er&ouml;rtert werden, wenn die Beteiligten wie im Streitfall ordnungsgem&auml;&szlig; vertreten sind (BFH-Beschluss vom 20.&nbsp;August 1998 XI&nbsp;B&nbsp;110\/95, BFH\/NV 1999, 329).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das FG hat den Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r auch nicht dadurch verletzt, dass es den Vortrag des Kl&auml;gers, er sei aus gesundheitlichen Gr&uuml;nden nicht in der Lage gewesen, den Gesch&auml;ftsbetrieb allein aufrechtzuerhalten, in seiner Entscheidung nicht gew&uuml;rdigt hat. Das FG ist nicht verpflichtet, sich in der Urteilsbegr&uuml;ndung mit jedem Vorbringen der Beteiligten ausdr&uuml;cklich zu befassen. Es ist vielmehr grunds&auml;tzlich davon auszugehen, dass das Gericht das Vorbringen der Beteiligten zur Kenntnis genommen hat (BFH-Beschluss vom 18.&nbsp;Juni 2001 II&nbsp;B&nbsp;129\/00, BFH\/NV 2001, 1292). Daher liegt in derartigen F&auml;llen eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Geh&ouml;r nur vor, wenn sich aus den besonderen Umst&auml;nden des Einzelfalles deutlich ergibt, dass das FG Vorbringen entweder &uuml;berhaupt nicht zur Kenntnis genommen oder doch bei seiner Entscheidung ersichtlich nicht in Erw&auml;gung gezogen hat (BFH-Beschluss vom 19.&nbsp;November 2002 X&nbsp;B&nbsp;78\/01, BFH\/NV 2003, 335, m.w.N.). Dass dies vorliegend der Fall ist, ist weder dargelegt worden noch ersichtlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Soweit der Kl&auml;ger ausf&uuml;hrt, die Revision sei zuzulassen, weil die Entscheidung des FG willk&uuml;rlich sei, fehlt es an einer ordnungsgem&auml;&szlig;en Darlegung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dieser Zulassungsgrund ist nur gegeben, wenn die Entscheidung des FG schwerwiegende Rechtsfehler aufweist und deshalb objektiv willk&uuml;rlich erscheint oder greifbar gesetzwidrig ist. Diese besonderen Umst&auml;nde sind in der Beschwerdeschrift darzulegen, insbesondere der schwerwiegende Fehler, seine Offensichtlichkeit sowie seine Korrekturm&ouml;glichkeit im Revisionsverfahren (BFH-Beschluss vom 24.&nbsp;Juli 2006 IX&nbsp;B&nbsp;208\/05, BFH\/NV 2006, 2269). Hieran fehlt es in der Beschwerdebegr&uuml;ndung. Soweit die Kl&auml;ger u.a. vortragen, das Gericht habe seine Feststellungen nicht substantiiert begr&uuml;ndet, r&uuml;gen sie eine vermeintlich fehlerhafte Rechtsanwendung, nicht jedoch eine greifbare Gesetzeswidrigkeit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 18.4.2013, VIII B 135\/12 Gewinnerzielungsabsicht eines Rechtsanwalts mit Angestellten Gr&uuml;nde 1&nbsp; Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet. Ein Zulassungsgrund gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) ist nicht gegeben. Weder ist eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) zur Sicherung der Einheitlichkeit der Rechtsprechung erforderlich noch ist dem Finanzgericht (FG) ein Verfahrensfehler unterlaufen. 2&nbsp; 1. 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