{"id":55780,"date":"2013-08-07T16:35:21","date_gmt":"2013-08-07T14:35:21","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=55780"},"modified":"2013-08-07T16:54:41","modified_gmt":"2013-08-07T14:54:41","slug":"ii-r-12-11-bewertung-einer-gesellschafterforderung-fuer-zwecke-der-erbschaftsteuer-rechtslage-bis-zum-1-januar-2009-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-12-11-bewertung-einer-gesellschafterforderung-fuer-zwecke-der-erbschaftsteuer-rechtslage-bis-zum-1-januar-2009-3\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;12\/11 &#8211; Bewertung einer Gesellschafterforderung f&uuml;r Zwecke der Erbschaftsteuer (Rechtslage bis zum 1. Januar 2009)"},"content":{"rendered":"<p class=\"ueberschrift\">BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.4.2013, II R 12\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Bewertung einer Gesellschafterforderung f\u00fcr Zwecke der Erbschaftsteuer (Rechtslage bis zum 1. Januar 2009)<\/p>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Leits\u00e4tze<\/p>\n<div>\n<p>F\u00fcr die <a href=\"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/erbschaftssteuer.htm\">Wertermittlung des Betriebsverm\u00f6gens f\u00fcr Zwecke der Erbschaftsteuer<\/a> sind bis zum 1. Januar 2009 die Steuerbilanzwerte ma\u00dfgebend, die unter Zugrundelegung der ertragsteuerrechtlichen Bilanzierungs- und Gewinnermittlungsvorschriften zutreffend sind.<\/p>\n<p>Erwirbt der Erbe eine Kommanditbeteiligung des Erblassers, ist eine zum Sonderbetriebsverm\u00f6gen des Erblassers geh\u00f6rende Forderung gegen\u00fcber der Gesellschaft beim Erben im Falle des Fortbestehens der Gesellschaft mit dem Nennwert der Besteuerung zugrunde zu legen, selbst wenn die Forderung zum Zeitpunkt des Ablebens des Erblassers wertlos ist.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I. Der Kl\u00e4ger und Revisionskl\u00e4ger (Kl\u00e4ger) ist Alleinerbe seines am 2.\u00a0August 2002 verstorbenen Gro\u00df- und Adoptivvaters. Zum Nachlass geh\u00f6rte u.a. eine Kommanditbeteiligung des Erblassers an der C-GmbH &amp; Co. KG (C-KG). Die C-KG war Inhaberin eines Erbbaurechts an einem Grundst\u00fcck mit aufstehender Hotelanlage. Der Erblasser war Eigent\u00fcmer des mit dem Erbbaurecht belasteten Grundst\u00fccks. Anfang 1993 vermietete der Erblasser der C-KG weitere Grundst\u00fccksfl\u00e4chen zum Zwecke des Betriebs eines Golfplatzes.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Anspr\u00fcche des Erblassers gegen\u00fcber der C-KG auf Erbpachtzinsen f\u00fcr das Hotelgrundst\u00fcck, auf Zahlung der Pachten f\u00fcr den Golfplatz und auf Provisionen f\u00fcr \u00fcbernommene B\u00fcrgschaften wurden auf einem Verrechnungskonto des Erblassers verbucht. Das Guthaben auf diesem Konto belief sich ausweislich der Bilanz zum 31.\u00a0Dezember 2001 auf 711.517,46\u00a0EUR. Nach dem Tod des Erblassers wurde f\u00fcr die C-KG ein Notgesch\u00e4ftsf\u00fchrer bestellt. Das Insolvenzverfahren \u00fcber das Verm\u00f6gen der C-KG wurde am 12.\u00a0November 2002 er\u00f6ffnet und am 23.\u00a0Januar 2006 mangels kostendeckender Masse eingestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) setzte mit Bescheid vom 9.\u00a0Dezember 2003 die Erbschaftsteuer unter dem Vorbehalt der Nachpr\u00fcfung auf 2.601.346\u00a0EUR fest. Im Anschluss an eine Au\u00dfenpr\u00fcfung setzte das FA die Erbschaftsteuer mit Bescheid vom 4.\u00a0Mai 2006 auf 2.711.232\u00a0EUR fest. Es vertrat dabei u.a. die Auffassung, dass die Forderung des Erblassers gegen\u00fcber der C-KG als Sonderbetriebsverm\u00f6gen mit dem Nennwert zu erfassen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Auf den Einspruch des Kl\u00e4gers setzte das FA die Erbschaftsteuer wegen ge\u00e4nderter Grundbesitzwerte durch Einspruchsentscheidung vom 2.\u00a0Juni 2008 auf 2.466.796\u00a0EUR herab und wies den Einspruch im \u00dcbrigen als unbegr\u00fcndet zur\u00fcck. Die dagegen erhobene Klage hatte teilweise Erfolg. Das Finanzgericht (FG) gab ihr insoweit statt, als es eine bislang vom FA nicht ber\u00fccksichtigte B\u00fcrgschaftsverpflichtung als Nachlassverbindlichkeit anerkannte. Im \u00dcbrigen, also insbesondere wegen des Ansatzes der Gesellschafterforderung, wies es die Klage ab. Die Entscheidung ist in Entscheidungen der Finanzgerichte 2011, 1009 ver\u00f6ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit der Revision wendet sich der Kl\u00e4ger gegen den Ansatz der Forderung des Erblassers gegen\u00fcber der C-KG. Seiner Ansicht nach sei diese bereits am Todestag wertlos gewesen. Dies ergebe sich aus der kurzfristig nach dem Tod des Erblassers er\u00f6ffneten Insolvenz infolge der Zahlungsunf\u00e4higkeit und \u00dcberschuldung der Gesellschaft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit Bescheid vom 6.\u00a0April 2011 setzte das FA die Entscheidung des FG inhaltlich um und die Erbschaftsteuer auf 2.302.162\u00a0EUR herab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Kl\u00e4ger beantragt, das angefochtene Urteil aufzuheben und den Bescheid \u00fcber Erbschaftsteuer vom 6.\u00a0April 2011 dahingehend zu \u00e4ndern, dass die Erbschaftsteuer in H\u00f6he von 2.138.517\u00a0EUR festgesetzt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>9<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist aus verfahrensrechtlichen Gr\u00fcnden begr\u00fcndet. Sie f\u00fchrt zur Aufhebung der Vorentscheidung, weil sich w\u00e4hrend des Revisionsverfahrens der Verfahrensgegenstand, \u00fcber dessen Rechtm\u00e4\u00dfigkeit das FG zu entscheiden hatte, ge\u00e4ndert hat (\u00a7\u00a0127 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). An die Stelle des angefochtenen Erbschaftsteuerbescheids vom 4.\u00a0Mai 2006 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 2.\u00a0Juni 2008, \u00fcber den das FG entschieden hat, ist w\u00e4hrend des Revisionsverfahrens der Bescheid vom 6.\u00a0April 2011 getreten. Das angefochtene Urteil ist daher gegenstandslos und aufzuheben (Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 2.\u00a0M\u00e4rz 2011 II\u00a0R\u00a05\/09, BFH\/NV 2011, 1147, Rz\u00a023, und vom 28.\u00a0Juni 2012 III\u00a0R\u00a086\/09, BFHE 238, 68, Rz\u00a08, jeweils m.w.N.). Da das finanzgerichtliche Urteil nicht an einem Verfahrensmangel leidet, fallen die tats\u00e4chlichen Feststellungen des FG nicht weg und bilden die Grundlage f\u00fcr die Entscheidung des BFH (BFH-Urteile in BFH\/NV 2011, 1147, Rz\u00a023, und in BFHE 238, 68, Rz\u00a09, jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<table style=\"margin-left: 90;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>III.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>10<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Sache ist spruchreif. Die Klage ist unbegr\u00fcndet und war daher abzuweisen. Der angefochtene Erbschaftsteuerbescheid in Gestalt des \u00c4nderungsbescheids vom 6.\u00a0April 2011 ist rechtm\u00e4\u00dfig und verletzt den Kl\u00e4ger nicht in seinen Rechten. Zutreffend hat das FA die Gesellschafterforderung in H\u00f6he von 711.517,46\u00a0EUR in die Bemessungsgrundlage f\u00fcr die Erbschaftsteuer einbezogen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>11<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1. Nach \u00a7\u00a012 Abs.\u00a05 Satz\u00a02 des Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetzes (ErbStG) in der im Streitjahr geltenden Fassung der Bekanntmachung vom 27.\u00a0Februar 1997 (BGBl I 1997, 378, BStBl I 1997, 298) &#8211;a.F.&#8211; sind die \u00a7\u00a7\u00a095 bis 99, 103, 104 und 109 Abs.\u00a01 und 2 und \u00a7\u00a0137 des Bewertungsgesetzes (BewG) in der im Streitjahr geltenden Fassung (a.F.) f\u00fcr die Bewertung des Betriebsverm\u00f6gens zu Erbschaftsteuerzwecken entsprechend anzuwenden; ma\u00dfgebend f\u00fcr die Bewertung sind die Verh\u00e4ltnisse zur Zeit der Entstehung der Steuer (\u00a7\u00a012 Abs.\u00a05 Satz\u00a01 ErbStG\u00a0a.F.). Nach \u00a7\u00a0109 Abs.\u00a01 BewG a.F. sind bei bilanzierenden Steuerpflichtigen die zu dem Gewerbebetrieb geh\u00f6renden Wirtschaftsg\u00fcter mit den Steuerbilanzwerten anzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>12<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Das Betriebsverm\u00f6gen umfasst gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a095 Abs.\u00a01 BewG\u00a0a.F. alle Teile eines Gewerbebetriebs i.S. des \u00a7\u00a015 Abs.\u00a01 und 2 des Einkommensteuergesetzes, die bei der steuerlichen Gewinnermittlung zum Betriebsverm\u00f6gen geh\u00f6ren. Der Gesetzgeber hat klargestellt, dass sich der Umfang des Betriebsverm\u00f6gens weitgehend danach richtet, was ertragsteuerrechtlich dem Betriebsverm\u00f6gen zugerechnet wird (BFH-Beschluss vom 27.\u00a0Januar 1999 II\u00a0B\u00a07\/98, BFHE 187, 332, BStBl II 1999, 206; BFH-Urteil vom 31.\u00a0M\u00e4rz 2004 II\u00a0R\u00a067\/01, BFH\/NV 2004, 1074). Zum Betriebsverm\u00f6gen geh\u00f6ren danach grunds\u00e4tzlich alle Wirtschaftsg\u00fcter und sonstigen aktiven Ans\u00e4tze sowie Schulden und sonstigen Abz\u00fcge einschlie\u00dflich des Sonderbetriebsverm\u00f6gens einzelner Gesellschafter (\u00a7\u00a097 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 Nr.\u00a05 Satz\u00a02 BewG\u00a0a.F.; Viskorf in Viskorf\/Glier\/H\u00fcbner\/Knobel\/Schuck, Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz, Bewertungsgesetz, 2.\u00a0Aufl., \u00a7\u00a012 ErbStG Rz\u00a038).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>13<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>3. F\u00fcr die Bestands- und Wertermittlung des Betriebsverm\u00f6gens f\u00fcr Zwecke der Festsetzung von Erbschaftsteuer sind die Steuerbilanzwerte ma\u00dfgebend, die unter Zugrundelegung der ertragsteuerrechtlichen Bilanzierungs- und Gewinnermittlungsvorschriften zutreffend sind bzw. richtigerweise anzusetzen gewesen w\u00e4ren (BFH-Urteile vom 5.\u00a0Mai 2010 II\u00a0R\u00a016\/08, BFHE 230, 188, BStBl II 2010, 923, und vom 1.\u00a0September 2011 II\u00a0R\u00a067\/09, BFHE 239, 137, BStBl II 2013, 210; H\u00fcbner, Deutsches Steuerrecht 2000, 1205). Ma\u00dfgebend f\u00fcr die Bewertung von Forderungen des Gesellschafters gegen die Gesellschaft ist dabei der Steuerbilanzwert, der in einer auf den Zeitpunkt des Todes des Gesellschafters erstellten Sonderbilanz und korrespondierend als Schuldposten in der Bilanz der Gesellschaft enthalten ist oder auszuweisen gewesen w\u00e4re (vgl. BFH-Urteil in BFHE 230, 188, BStBl II 2010, 923 zum Fall einer Pensionsverpflichtung).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>14<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>4. Durch die Rechtsprechung ist gekl\u00e4rt, dass der Gesamtgewinn der Mitunternehmerschaft bei Sonderverg\u00fctungen einer Personengesellschaft an einen ihrer Gesellschafter in der Weise ermittelt wird, dass die in der Steuerbilanz der Gesellschaft passivierte Verbindlichkeit zur Zahlung der Sonderverg\u00fctung durch einen gleich hohen Aktivposten in der Sonderbilanz des beg\u00fcnstigten Gesellschafters ausgeglichen wird (BFH-Beschluss vom 9.\u00a0Dezember 2009 IV\u00a0B\u00a0129\/08, BFH\/NV 2010, 640, m.w.N.). Die in der Sonderbilanz zu bildende Forderung des Gesellschafters wird in der Gesamtbilanz der Mitunternehmerschaft wie Eigenkapital behandelt. Auch wenn feststeht, dass die Forderung wertlos ist, folgt aus der Behandlung als Eigenkapital, dass eine Wertberichtigung w\u00e4hrend des Bestehens der Gesellschaft nicht in Betracht kommt. Der Verlust im Sonderbetriebsverm\u00f6gen &#8211;ebenso wie der Verlust der Einlage in das Gesellschaftsverm\u00f6gen&#8211; wird grunds\u00e4tzlich erst im Zeitpunkt der Beendigung der Mitunternehmerstellung realisiert (st\u00e4ndige Rechtsprechung, z.B. BFH-Urteil vom 1.\u00a0M\u00e4rz 2005 VIII\u00a0R\u00a05\/03, BFH\/NV 2005, 1523, m.w.N., und BFH-Beschluss in BFH\/NV 2010, 640).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>15<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>5. Ausgehend von diesen Grunds\u00e4tzen ist die auf den Kl\u00e4ger \u00fcbergegangene Forderung des Erblassers gegen die Gesellschaft zutreffend mit dem Nennwert bei der Bemessung der Erbschaftsteuer angesetzt worden. Bei dem Verrechnungskonto handelt es sich um eine Forderung des Gesellschafters, die ertragsteuer-rechtlich wie Eigenkapital behandelt wird. Das Guthaben auf dem Konto wurde ertragsteuerrechtlich zutreffend in der Sonderbilanz des Erblassers auf den 31.\u00a0Dezember 2001 und in der Zwischenbilanz auf den Todeszeitpunkt in H\u00f6he von 711.517,46\u00a0EUR angesetzt. Dieser Wert aus der Steuerbilanz war gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a012 Abs.\u00a05 Satz\u00a02 ErbStG\u00a0a.F. i.V.m. \u00a7\u00a7\u00a095, 97, 109 BewG\u00a0a.F. bei der Festsetzung der Erbschaftsteuer zugrunde zu legen. Auf den tats\u00e4chlichen Wert der Forderung kommt es nach dem Verweis auf die Steuerbilanzwerte in \u00a7\u00a0109 Abs.\u00a01 BewG\u00a0a.F. nicht an. Selbst wenn die Forderung wertlos gewesen w\u00e4re, w\u00e4re eine Wertberichtigung im Todeszeitpunkt ertragsteuerrechtlich nicht m\u00f6glich gewesen, denn zu diesem Zeitpunkt bestand die Gesellschaft fort. Diese Grunds\u00e4tze sind auch f\u00fcr die Erbschaftsteuer ma\u00dfgeblich. Anhaltspunkte f\u00fcr eine \u00dcberma\u00dfbesteuerung sind nicht ersichtlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>16<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Aus dem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) vom 7.\u00a0November 2006\u00a0\u00a01\u00a0BvL\u00a010\/02 (BVerfGE 117, 1, BStBl II 2007, 192) folgt entgegen der Ansicht des Kl\u00e4gers nichts anderes. Zwar hat das BVerfG aufgrund der unterschiedlichen Bewertung einzelner Wirtschaftsg\u00fcter die Unvereinbarkeit der Tarifvorschrift des \u00a7\u00a019 Abs.\u00a01 ErbStG\u00a0a.F. mit dem Grundgesetz festgestellt. Es hat aber diese Vorschrift nicht f\u00fcr nichtig erkl\u00e4rt (\u00a7\u00a078 des Bundesverfassungsgerichtsgesetzes), sondern ihre weitere Anwendung f\u00fcr Besteuerungszeitpunkte bis zum 31.\u00a0Dezember 2008 zugelassen. Somit ist \u00a7\u00a012 Abs.\u00a05 ErbStG\u00a0a.F. i.V.m. \u00a7\u00a0109 Abs.\u00a01 BewG\u00a0a.F. auch im Streitjahr anwendbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p><!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.4.2013, II R 12\/11 Bewertung einer Gesellschafterforderung f\u00fcr Zwecke der Erbschaftsteuer (Rechtslage bis zum 1. Januar 2009) Leits\u00e4tze F\u00fcr die Wertermittlung des Betriebsverm\u00f6gens f\u00fcr Zwecke der Erbschaftsteuer sind bis zum 1. Januar 2009 die Steuerbilanzwerte ma\u00dfgebend, die unter Zugrundelegung der ertragsteuerrechtlichen Bilanzierungs- und Gewinnermittlungsvorschriften zutreffend sind. Erwirbt der Erbe eine Kommanditbeteiligung des &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-12-11-bewertung-einer-gesellschafterforderung-fuer-zwecke-der-erbschaftsteuer-rechtslage-bis-zum-1-januar-2009-3\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;R&nbsp;12\/11 &#8211; Bewertung einer Gesellschafterforderung f&uuml;r Zwecke der Erbschaftsteuer (Rechtslage bis zum 1. 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