{"id":55786,"date":"2013-08-07T16:33:57","date_gmt":"2013-08-07T14:33:57","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=55786"},"modified":"2013-08-07T16:33:57","modified_gmt":"2013-08-07T14:33:57","slug":"viii-r-17-09-fehlendes-rechtsschutzbeduerfnis-fuer-klage-gegen-nullbescheid-bei-ausschluss-der-anrechnung-von-abzugssteuer-zurueckweisung-der-revision-nach-par-126-abs-4-fgo-bei-unzulaessiger-anstelle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-17-09-fehlendes-rechtsschutzbeduerfnis-fuer-klage-gegen-nullbescheid-bei-ausschluss-der-anrechnung-von-abzugssteuer-zurueckweisung-der-revision-nach-par-126-abs-4-fgo-bei-unzulaessiger-anstelle\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;R&nbsp;17\/09 &#8211; Fehlendes Rechtsschutzbed&uuml;rfnis f&uuml;r Klage gegen Nullbescheid bei Ausschluss der Anrechnung von Abzugssteuer &#8211;&nbsp;&nbsp;Zur&uuml;ckweisung der Revision nach &sect; 126 Abs. 4 FGO bei unzul&auml;ssiger anstelle unbegr&uuml;ndeter Klage"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 7.5.2013, VIII R 17\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Fehlendes Rechtsschutzbed&uuml;rfnis f&uuml;r Klage gegen Nullbescheid bei Ausschluss der Anrechnung von Abzugssteuer &#8211;&nbsp;&nbsp;Zur&uuml;ckweisung der Revision nach &sect; 126 Abs. 4 FGO bei unzul&auml;ssiger anstelle unbegr&uuml;ndeter Klage<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) wird mit ihrem Ehemann zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Dieser war in den Streitjahren Gesellschafter und Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer einer zwischenzeitlich liquidierten GmbH, deren Gesch&auml;ftsgegenstand die Betreuung von Bauprojekten war. Daneben betrieb er als Einzelgewerbebetrieb ein Bauunternehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Ehemann der Kl&auml;gerin legte im Jahr 1993 bei der A Bank im eigenen Namen Festgeld in H&ouml;he von &#8230; DM an, f&uuml;r das ihm Zinsertr&auml;ge in H&ouml;he von &#8230; DM gutgeschrieben wurden. Er t&auml;tigte zudem Termingeldanlagen auf einem auf seinen Namen gef&uuml;hrten Konto bei der B, aus denen er im Jahr 1993 Kapitalertr&auml;ge in H&ouml;he von &#8230; DM und im Jahr 1994 Kapitalertr&auml;ge in H&ouml;he von &#8230; DM erzielte. Die Kreditinstitute gaben in den Bescheinigungen &uuml;ber die einbehaltene Zinsabschlagsteuer als Gl&auml;ubiger der Ertr&auml;ge den Ehemann der Kl&auml;gerin an. Dieser erkl&auml;rte die Kapitalertr&auml;ge in seinen Einkommensteuererkl&auml;rungen f&uuml;r die Jahre 1993 und 1994 zun&auml;chst nicht. Er erfasste die Festgeldanlage und die Kapitalertr&auml;ge als Betriebsverm&ouml;gen in den Bilanzen der GmbH, die die Kapitalertr&auml;ge unter Anrechnung der von den Banken auf seinen Namen einbehaltenen Kapitalertragsteuer versteuerte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Jahr 1998 beantragte der Ehemann der Kl&auml;gerin im eigenen Namen die Erstattung der von der A Bank und der B einbehaltenen Kapitalertragsteuer in H&ouml;he von &#8230; DM (1993) und in H&ouml;he von &#8230; DM (1994). Diese habe nicht der GmbH, sondern ihm zugestanden, da er der Gl&auml;ubiger der Kapitalertr&auml;ge gewesen sei. Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) lehnte dies in den f&uuml;r die Streitjahre erlassenen Abrechnungsbescheiden ab. Die Voraussetzungen f&uuml;r eine Erstattung seien nach &sect;&nbsp;36 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) nicht erf&uuml;llt, da die mit dem Steuerabzug belasteten Betr&auml;ge bei den Veranlagungen der Kl&auml;gerin und ihres Ehemannes nicht als Eink&uuml;nfte erfasst worden seien. Die hiergegen erhobene Klage hat das Finanzgericht (FG) K&ouml;ln (Az.:&nbsp;2&nbsp;K&nbsp;3780\/01) bis zur rechtskr&auml;ftigen Entscheidung &uuml;ber den vorliegenden Rechtsstreit ausgesetzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Ehemann der Kl&auml;gerin reichte im Jahr 2005 f&uuml;r die Streitjahre jeweils eine Anlage KSO beim FA ein und beantragte, die Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen unter Ber&uuml;cksichtigung der einbehaltenen Kapitalertragsteuer f&uuml;r die Jahre 1993 und 1994 erneut zu veranlagen. F&uuml;r das Jahr 1993 erkl&auml;rte er Kapitalertr&auml;ge in H&ouml;he von &#8230; DM und f&uuml;r das Jahr 1994 Kapitalertr&auml;ge in H&ouml;he von &#8230; DM nach, wobei er in jeweils gleicher H&ouml;he Kreditzinsen als Werbungskosten geltend machte, so dass sich keine Auswirkung auf die H&ouml;he der Steuerfestsetzung ergab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA lehnte den Antrag ab und erkl&auml;rte die auf 0&nbsp;EUR lautenden Einkommensteuerfestsetzungen f&uuml;r die Streitjahre f&uuml;r endg&uuml;ltig. Die dagegen nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhobene Klage wies das FG mit seinem Urteil vom 26.&nbsp;Juni 2007&nbsp;&nbsp;8&nbsp;K&nbsp;898\/07 (Entscheidungen der Finanzgerichte 2009, 1194) ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&Uuml;ber das Verm&ouml;gen des Ehemannes der Kl&auml;gerin wurde am &#8230; 2008 durch das Amtsgericht &#8230; das Insolvenzverfahren er&ouml;ffnet (Az.: &#8230;). Der Insolvenzverwalter (Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger) hat mit Schreiben vom 6.&nbsp;M&auml;rz 2009 den Rechtsstreit aufgenommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision r&uuml;gen die Kl&auml;ger eine Verletzung formellen und materiellen Rechts. Das FG habe seine Pflicht zur Sachaufkl&auml;rung verletzt, da es die beantragte Beweiserhebung nicht durchgef&uuml;hrt habe. Diese h&auml;tte ergeben, dass die beiden Festgeldkonten in den Jahren 1993 und 1994 zum notwendigen Betriebsverm&ouml;gen des Einzelgewerbebetriebes des Ehemannes der Kl&auml;gerin geh&ouml;rten. Es w&auml;re zudem nachgewiesen worden, dass ein Veranlassungszusammenhang zwischen den Zinsen aus den Festgeldkonten und der wesentlichen Beteiligung des Ehemannes der Kl&auml;gerin an der GmbH bestanden habe. Der Ehemann der Kl&auml;gerin habe bei der Geldanlage mit Einkunftserzielungsabsicht gehandelt, denn Verluste seien nicht entstanden. Die Kapitalertr&auml;ge seien danach der Einkommensteuerfestsetzung f&uuml;r die Streitjahre zugrunde zu legen. Sie seien in gleicher H&ouml;he als Werbungskosten anzusetzen, da der Ehemann der Kl&auml;gerin die von ihm erzielten Kapitalertr&auml;ge in voller H&ouml;he als Darlehenszinsen an die GmbH weitergeleitet habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<br \/>die Einkommensteuerbescheide f&uuml;r die Jahre 1993 und 1994, zuletzt ge&auml;ndert durch die Bescheide vom 26.&nbsp;Oktober 2005 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 7.&nbsp;Februar 2007, unter Aufhebung des Urteils des FG K&ouml;ln vom 26.&nbsp;Juni 2007 (Az.:&nbsp;8&nbsp;K&nbsp;898\/07) dahingehend zu &auml;ndern, dass f&uuml;r das Jahr 1993 zus&auml;tzliche Kapitalertr&auml;ge in H&ouml;he von &#8230; DM und in derselben H&ouml;he Betriebsausgaben oder Werbungskosten und f&uuml;r das Jahr 1994 zus&auml;tzliche Kapitalertr&auml;ge in H&ouml;he von &#8230; DM und in derselben H&ouml;he Betriebsausgaben oder Werbungskosten angesetzt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das Urteil des FG verletzt zwar Bundesrecht (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;), soweit es die Klage als unbegr&uuml;ndet, statt als unzul&auml;ssig abgewiesen hat. Es hat aber Bestand, weil der Urteilstenor richtig ist. Die Revision ist deshalb nach &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;4 FGO mit der Ma&szlig;gabe zur&uuml;ckzuweisen, dass die Klage unzul&auml;ssig ist (Senatsurteil vom 12.&nbsp;September 1985 VIII&nbsp;R&nbsp;371\/83, BFHE 146, 99, BStBl II 1986, 537; Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 11.&nbsp;Dezember 2012 VII&nbsp;R&nbsp;69\/11, BFH\/NV 2013, 739; vom 10.&nbsp;Januar 2007 I&nbsp;R&nbsp;75\/05, BFH\/NV 2007, 1506). Die Frage, ob die von den Kl&auml;gern ger&uuml;gten Verfahrensfehler vorliegen, kann danach offenbleiben, da das Urteil nicht auf diesen beruhen kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Klage ist unzul&auml;ssig, da die Kl&auml;ger nicht geltend gemacht haben, durch die angefochtenen Bescheide in ihren Rechten verletzt zu sein (&sect;&nbsp;40 Abs.&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Beschwer durch einen Steuerbescheid ergibt sich grunds&auml;tzlich aus der Steuerfestsetzung. Die Einkommensteuer f&uuml;r die Streitjahre 1993 und 1994 wurde auf 0&nbsp;EUR festgesetzt. Eine auf 0&nbsp;EUR lautende Steuerfestsetzung belastet den Steuerpflichtigen regelm&auml;&szlig;ig nicht. Deshalb ist eine Anfechtungsklage gegen einen sog. Nullbescheid im Allgemeinen unzul&auml;ssig (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. BFH-Urteil vom 15.&nbsp;April 2010 V&nbsp;R&nbsp;11\/09, BFH\/NV 2010, 1830, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Dieser Grundsatz erf&auml;hrt jedoch eine Ausnahme, wenn die zu niedrige Steuerfestsetzung sich in bindender Weise auf einem anderen rechtlichen Gebiet ung&uuml;nstig auswirkt, weil der Regelungsgehalt des Steuerbescheids ausnahmsweise &uuml;ber die blo&szlig;e Steuerfestsetzung hinausreicht (BFH-Urteil vom 17.&nbsp;Juni 2009 VI&nbsp;R&nbsp;46\/07, BFHE 226, 53, BStBl II 2010, 72). Dieser Ma&szlig;stab ist auch bei sog. Null-Festsetzungen anzuwenden (vgl. Senatsbeschluss vom 1.&nbsp;August 2008 VIII&nbsp;B&nbsp;154\/07, juris).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine solche inhaltliche Verkn&uuml;pfung zwischen Steuerfestsetzungs- und Steuererhebungsverfahren stellt die Regelung des &sect;&nbsp;36 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 EStG her. Danach wird auf die Einkommensteuer die durch Steuerabzug erhobene Einkommensteuer angerechnet, soweit sie auf die bei der Veranlagung erfassten Eink&uuml;nfte entf&auml;llt und nicht die Erstattung beantragt oder durchgef&uuml;hrt worden ist. Der BFH hat aus diesem Grunde die Anfechtung des Einkommensteuerbescheids mit dem Ziel der Anrechnung der Abzugssteuer als zul&auml;ssig angesehen (Senatsurteil vom 19.&nbsp;Juli 1994 VIII&nbsp;R&nbsp;58\/92, BFHE 176, 317, BStBl II 1995, 362; vgl. auch BFH-Urteile vom 8.&nbsp;November 1985 VI&nbsp;R&nbsp;238\/80, BFHE 145, 198, BStBl II 1986, 186, und vom 13.&nbsp;November 1987 VI&nbsp;R&nbsp;4\/84, BFH\/NV 1988, 566).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine solche Situation liegt aber im Streitfall nicht vor, da bei der notwendigen Gesamtbetrachtung eine &Auml;nderung der Steuerfestsetzung keinerlei Auswirkung auf die Anrechnung der Kapitalertragsteuer haben kann; denn der Anspruch auf Erstattung der von den Banken einbehaltenen Kapitalertragsteuer ist bereits erloschen, worauf der Senat die Parteien in der m&uuml;ndlichen Verhandlung hingewiesen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Dies gilt unabh&auml;ngig davon, ob die streitigen Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen &#8211;wie von Kl&auml;gerseite behauptet&#8211; dem Ehemann der Kl&auml;gerin oder &#8211;wie vom FA geltend gemacht&#8211; aufgrund eines Treuhandverh&auml;ltnisses von der GmbH erzielt wurden:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Sind die Kapitaleink&uuml;nfte dem Ehemann der Kl&auml;gerin und nicht der GmbH zuzurechnen, wof&uuml;r der Umstand spricht, dass er gegen&uuml;ber den Banken als Inhaber der Konten und Gl&auml;ubiger der Kapitalertr&auml;ge aufgetreten ist, ist eine erneute Erstattung der Kapitalertragsteuer bereits nach dem Wortlaut des &sect;&nbsp;36 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 EStG ausgeschlossen. Denn die Regelung setzt f&uuml;r die Anrechnung der durch Steuerabzug erhobenen Einkommensteuer voraus, dass die Erstattung nicht durchgef&uuml;hrt worden ist. Dies ist jedoch vorliegend der Fall.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Als Gl&auml;ubiger der Kapitaleink&uuml;nfte war der Ehemann der Kl&auml;gerin Inhaber des Anspruchs auf Anrechnung der einbehaltenen Kapitalertragsteuer auf seine Einkommensteuerschuld. Bei der Kapitalertragsteuer handelt es sich um eine Vorauszahlung auf die sp&auml;ter festzusetzende Einkommensteuer (BFH-Urteil vom 22.&nbsp;November 1995 I&nbsp;R&nbsp;114\/94, BFHE 179, 296, BStBl II 1996, 531). Sie ist auf die Steuerschuld desjenigen anzurechnen, auf dessen Rechnung die Vorauszahlung bewirkt worden ist. Es kommt dabei allein auf den Willen des Zahlenden an, wie er im Zeitpunkt der Zahlung dem Finanzamt gegen&uuml;ber erkennbar hervorgetreten ist (BFH-Urteil vom 22.&nbsp;M&auml;rz 2011 VII&nbsp;R&nbsp;42\/10, BFHE 233, 10, BStBl II 2011, 607). Nach dem in den Bescheinigungen &uuml;ber die einbehaltene Kapitalertragsteuer dokumentierten Willen der Banken erfolgte die Abf&uuml;hrung der Kapitalertragsteuer auf Rechnung des Ehemannes der Kl&auml;gerin als Gl&auml;ubiger der Kapitalertr&auml;ge.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Erstattungsanspruch des Ehemannes der Kl&auml;gerin ist durch die Anrechnung der Kapitalertragsteuer auf die Steuerschuld der GmbH und die Erstattung der nicht durch die Anrechnung verbrauchten Kapitalertragsteuer erloschen. Leistungsempf&auml;nger einer Erstattung ist derjenige, demgegen&uuml;ber die Finanzbeh&ouml;rde ihre &#8211;vermeintliche oder tats&auml;chliche&#8211; abgabenrechtliche Verpflichtung erf&uuml;llen will (vgl. BFH-Urteil vom 18.&nbsp;September 2012 VII&nbsp;R&nbsp;53\/11, BFHE 239, 292, BStBl II 2013, 270). Dies war im vorliegenden Fall der Ehemann der Kl&auml;gerin. Dieser beantragte bei dem FA unter Vorlage der auf seinen Namen lautenden Bescheinigungen der Banken, dass die einbehaltene Kapitalertragsteuer nicht auf seine Steuerschuld, sondern auf die der GmbH angerechnet oder an diese erstattet wird. Mit der antragsgem&auml;&szlig;en Durchf&uuml;hrung der Verrechnung und Erstattung wollte das FA nicht zu Gunsten der GmbH, sondern mit befreiender Wirkung gegen&uuml;ber dem anspruchsberechtigten Ehemann der Kl&auml;gerin leisten. Die GmbH war nicht Leistungsempf&auml;ngerin, sondern lediglich die von dem Ehemann der Kl&auml;gerin angegebene &quot;Zahlstelle&quot;, sodass dessen Anspruch durch Erf&uuml;llung erloschen und eine erneute Anrechnung oder Erstattung ausgeschlossen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Sollten die Einnahmen aus Kapitalverm&ouml;gen hingegen der GmbH als Treugeberin zuzurechnen sein, erfolgte die vom Ehemann der Kl&auml;gerin als deren Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer beantragte Anrechnung oder Erstattung der Kapitalertragsteuer zu Recht bei der GmbH, da bei deren K&ouml;rperschaftsteuerfestsetzung die Kapitaleink&uuml;nfte erfasst worden waren und ihr als Treugeberin auch das Kapitalertragsteuerguthaben zugestanden h&auml;tte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Da folglich die begehrte &Auml;nderung der Steuerfestsetzung keine Auswirkung auf die Anrechnung der Kapitalertragsteuer haben konnte, war die Klage mangels Beschwer unzul&auml;ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 7.5.2013, VIII R 17\/09 Fehlendes Rechtsschutzbed&uuml;rfnis f&uuml;r Klage gegen Nullbescheid bei Ausschluss der Anrechnung von Abzugssteuer &#8211;&nbsp;&nbsp;Zur&uuml;ckweisung der Revision nach &sect; 126 Abs. 4 FGO bei unzul&auml;ssiger anstelle unbegr&uuml;ndeter Klage Tatbestand 1&nbsp; I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) wird mit ihrem Ehemann zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Dieser war in den Streitjahren Gesellschafter &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-17-09-fehlendes-rechtsschutzbeduerfnis-fuer-klage-gegen-nullbescheid-bei-ausschluss-der-anrechnung-von-abzugssteuer-zurueckweisung-der-revision-nach-par-126-abs-4-fgo-bei-unzulaessiger-anstelle\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VIII&nbsp;R&nbsp;17\/09 &#8211; Fehlendes Rechtsschutzbed&uuml;rfnis f&uuml;r Klage gegen Nullbescheid bei Ausschluss der Anrechnung von Abzugssteuer &#8211;&nbsp;&nbsp;Zur&uuml;ckweisung der Revision nach &sect; 126 Abs. 4 FGO bei unzul&auml;ssiger anstelle unbegr&uuml;ndeter Klage<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-55786","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/55786","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=55786"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/55786\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=55786"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=55786"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=55786"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}