{"id":55793,"date":"2013-08-07T16:33:32","date_gmt":"2013-08-07T14:33:32","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=55793"},"modified":"2013-08-07T16:33:32","modified_gmt":"2013-08-07T14:33:32","slug":"v-s-20-13-umsatzsteuerpflicht-bei-schoenheitsoperationen-in-einem-krankenhaus-beweiserhebung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-s-20-13-umsatzsteuerpflicht-bei-schoenheitsoperationen-in-einem-krankenhaus-beweiserhebung\/","title":{"rendered":"V&nbsp;S&nbsp;20\/13 &#8211; Umsatzsteuerpflicht bei Sch&ouml;nheitsoperationen in einem Krankenhaus &#8211; Beweiserhebung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 19.6.2013, V S 20\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Umsatzsteuerpflicht bei Sch&ouml;nheitsoperationen in einem Krankenhaus &#8211; Beweiserhebung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Antragstellerin, Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Antragstellerin) betreibt eine Klinik, in der im Streitjahr 2002 durch approbierte &Auml;rzte vorwiegend &auml;sthetisch-chirurgische Ma&szlig;nahmen wie Fettabsaugungen, Gesichts-, Hals- und Augenlid-Straffungen sowie Brustvergr&ouml;&szlig;erungen, -verkleinerungen und -straffungen durchgef&uuml;hrt wurden. Die Antragstellerin ging davon aus, dass ihre Leistungen im Zusammenhang mit diesen Operationen nach &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;14 des Umsatzsteuergesetzes 1999 (UStG) steuerbefreit seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Demgegen&uuml;ber war der Antragsgegner, Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) der Auffassung, dass die Leistungen steuerpflichtig seien und behandelte die Ums&auml;tze in dem Umsatzsteuerbescheid vom 25.&nbsp;September 2003, ge&auml;ndert durch Bescheid vom 6.&nbsp;September 2004, als umsatzsteuerpflichtig. Einspruch und Klage hatten keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r die Klageabweisung f&uuml;hrte das Finanzgericht (FG) an, dass der Bundesfinanzhof (BFH) mit Urteil vom 15.&nbsp;Juli 2004 V&nbsp;R&nbsp;27\/03 (BFHE 206, 471, BStBl II 2004, 862) entschieden habe, dass es f&uuml;r die Umsatzsteuerfreiheit von Sch&ouml;nheitsoperationen nach &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;14 UStG nicht ausreiche, dass die Operationen nur von einem Arzt ausgef&uuml;hrt werden k&ouml;nnten. Die Operationen m&uuml;ssten vielmehr der medizinischen Behandlung einer Krankheit oder einer anderen Gesundheitsst&ouml;rung und damit dem Schutz der menschlichen Gesundheit dienen. Die gebotene enge Auslegung des autonomen gemeinschaftsrechtlichen Begriffs der Heilbehandlung gebiete danach, dass nur diejenigen Leistungen steuerbefreit seien, deren Zweck der Schutz der menschlichen Gesundheit sei. Im Streitfall spreche bereits der erste Eindruck dagegen, dass das Hauptziel ihrer Leistungen der Schutz oder die Wiederherstellung der Gesundheit ihrer Kunden sei, wie sich aus dem Internet-Auftritt der Antragstellerin ergebe. Zu ber&uuml;cksichtigen sei, dass der Gegenstand der Leistung bei &auml;sthetisch-plastischen Operationen gerade nicht die Behandlung oder Heilung einer Krankheit sei, sondern die optische Korrektur. Die Operation sei daher nicht Mittel der Behandlung, sondern der essenzielle Inhalt der vertraglichen Leistung. Die Revision wurde vom FG wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung der Rechtssache und zur Fortbildung des Rechts (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 und 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) zugelassen. Die von der Antragstellerin eingelegte Revision ist beim Senat unter dem Az.&nbsp;V&nbsp;R&nbsp;16\/12 anh&auml;ngig. Einen Antrag auf Aussetzung der Vollziehung (AdV) wies das FG mit Beschluss vom 6.&nbsp;Dezember 2004 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Beschluss vom 19.&nbsp;Dezember 2012 V&nbsp;S&nbsp;30\/12 (BFH\/NV 2013, 779) setzte der Senat im Hinblick auf die beim Gerichtshof der Europ&auml;ischen Union (EuGH) anh&auml;ngige Rechtssache PCF&nbsp;Clinic&nbsp;AB C-91\/12 die Vollziehung des Umsatzsteuerbescheids 2002 bis zum Ergehen einer Entscheidung des EuGH in der Rechtssache PCF&nbsp;Clinic&nbsp;AB C-91\/12 aus. Das FA gew&auml;hrte daraufhin AdV bis zum Ablauf eines Monats nach Ergehen dieser Entscheidung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einen im Anschluss an das in der Rechtssache ergangene EuGH-Urteil vom 21.&nbsp;M&auml;rz 2013 C-91\/12 PCF&nbsp;Clinic, Umsatzsteuer-Rundschau &#8211;UR&#8211; 2013, 335 gestellten Aussetzungsantrag lehnte das FA mit Bescheid vom 23.&nbsp;Mai 2013 ab und k&uuml;ndigte mit Schreiben vom 29.&nbsp;Mai 2013 die Vollstreckung an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Der Antrag auf Vollziehungsaussetzung ist unbegr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;69 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1, Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 FGO ist die Vollziehung eines angefochtenen Verwaltungsaktes ganz oder teilweise auszusetzen, wenn ernstliche Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des angefochtenen Verwaltungsaktes bestehen. Ernstliche Zweifel i.S. von &sect;&nbsp;69 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 FGO liegen bereits dann vor, wenn bei summarischer Pr&uuml;fung des angefochtenen Bescheids neben f&uuml;r seine Rechtm&auml;&szlig;igkeit sprechenden Umst&auml;nden gewichtige Gr&uuml;nde zutage treten, die Unentschiedenheit oder Unsicherheit in der Beurteilung von Rechtsfragen oder Unklarheit in der Beurteilung entscheidungserheblicher Tatfragen bewirken (st&auml;ndige Rechtsprechung seit dem BFH-Beschluss vom 10.&nbsp;Februar 1967 III&nbsp;B&nbsp;9\/66, BFHE 87, 447, BStBl III 1967, 182; BFH-Beschluss vom 8.&nbsp;April 2009 I&nbsp;B&nbsp;223\/08, BFH\/NV 2009, 1437). Die Entscheidung hier&uuml;ber ergeht bei der im AdV-Verfahren gebotenen summarischen Pr&uuml;fung aufgrund des Sachverhalts, der sich aus dem Vortrag der Beteiligten und der Aktenlage ergibt (vgl. BFH-Beschluss vom 7.&nbsp;September 2011 I&nbsp;B&nbsp;157\/10, BFHE 235, 215, BStBl II 2012, 590, unter II.2., m.w.N.). Zur Gew&auml;hrung der AdV ist es nicht erforderlich, dass die f&uuml;r die Rechtswidrigkeit sprechenden Gr&uuml;nde im Sinne einer Erfolgswahrscheinlichkeit &uuml;berwiegen (BFH-Beschluss in BFHE 235, 215, BStBl II 2012, 590, unter II.2.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Ernstliche Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des im Hauptsacheverfahren angefochtenen Steuerbescheids bestehen nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;16 Buchst.&nbsp;b UStG waren in den Streitjahren steuerfrei &quot;die mit dem Betrieb der Krankenh&auml;user &#8230; eng verbundenen Ums&auml;tze, wenn &#8230; bei Krankenh&auml;usern im vorangegangenen Kalenderjahr die in &sect;&nbsp;67 Abs.&nbsp;1 oder 2 der Abgabenordnung bezeichneten Voraussetzungen erf&uuml;llt &#8230; sind &#8230; .&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unionsrechtliche Grundlage war hierf&uuml;r Art.&nbsp;13 Teil&nbsp;A Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b der Sechsten Richtlinie des Rates vom 17.&nbsp;Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern 77\/388\/EWG (Richtlinie 77\/388\/EWG), wonach die Mitgliedstaaten &quot;die Krankenhausbehandlung und die &auml;rztliche Heilbehandlung sowie die mit ihnen eng verbundenen Ums&auml;tze, die von Einrichtungen des &ouml;ffentlichen Rechts oder unter Bedingungen, welche mit den Bedingungen f&uuml;r diese Einrichtungen in sozialer Hinsicht vergleichbar sind, von Krankenanstalten, Zentren f&uuml;r &auml;rztliche Heilbehandlung und Diagnostik und anderen ordnungsgem&auml;&szlig; anerkannten Einrichtungen gleicher Art durchgef&uuml;hrt beziehungsweise bewirkt werden&quot;, von der Steuer befreien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;16 Buchst.&nbsp;b UStG ist nach der Rechtsprechung des Senats entsprechend Art.&nbsp;13 Teil&nbsp;A Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b der Richtlinie 77\/388\/EWG richtlinienkonform auszulegen (BFH-Urteil vom 26.&nbsp;August 2010 V&nbsp;R&nbsp;5\/08, BFHE 231, 298, BStBl II 2011, 296, unter II.3.b&nbsp;bb). Im Rahmen dieser richtlinienkonformen Auslegung ist auch die zu Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b der Richtlinie des Rates vom 28.&nbsp;November 2006 &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem 2006\/112\/EG (MwStSystRL) ergangene EuGH-Rechtsprechung zu ber&uuml;cksichtigen, da die Neuregelung durch diese Bestimmung zu keiner materiell-rechtlichen &Auml;nderung gegen&uuml;ber Art.&nbsp;13 Teil&nbsp;A Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b der Richtlinie 77\/388\/EWG gef&uuml;hrt hat (ebenso zum Verh&auml;ltnis von Art.&nbsp;13 Teil&nbsp;A Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;c der Richtlinie 77\/388\/EWG zu Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;c MwStSystRL, Senatsurteil vom 7.&nbsp;Februar 2013 V&nbsp;R&nbsp;22\/12, unter II.2.a).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Zur Steuerfreiheit sog. Sch&ouml;nheitsoperationen nach Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b und c MwStSystRL hat der EuGH mit Urteil PCF&nbsp;Clinic in UR 2013, 335 wie folgt entschieden:<br \/>&quot;- Dienstleistungen wie &#8230; &auml;sthetische Operationen und &auml;sthetische Behandlungen &#8230; fallen unter den Begriff &#8218;&auml;rztliche Heilbehandlungen&#8216; oder &#8218;Heilbehandlungen im Bereich der Humanmedizin&#8216; &#8230;, wenn diese Leistungen dazu dienen, Krankheiten oder Gesundheitsst&ouml;rungen zu diagnostizieren, zu behandeln oder zu heilen oder die Gesundheit zu sch&uuml;tzen, aufrechtzuerhalten oder wiederherzustellen.<br \/>&#8211; Die rein subjektive Vorstellung, die die Person, die sich einem &auml;sthetischen Eingriff unterzieht, von diesem Eingriff hat, ist als solche f&uuml;r die Beurteilung, ob der Eingriff einem therapeutischen Zweck dient, nicht ma&szlig;geblich.<br \/>&#8211; F&uuml;r die Beurteilung, ob Eingriffe wie die im Ausgangsverfahren unter den Begriff &#8218;&auml;rztliche Heilbehandlungen&#8216; oder &#8218;Heilbehandlungen im Bereich der Humanmedizin&#8216; &#8230; fallen, ist es von Bedeutung, dass Dienstleistungen &#8230; von einer Person erbracht werden, die zur Aus&uuml;bung eines Heilberufs zugelassen ist, oder dass der Zweck des Eingriffs von einer solchen Person bestimmt wird. &#8230;&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Begr&uuml;ndung weist der EuGH unter Bezugnahme auf seine bisherige Rechtsprechung darauf hin, dass es f&uuml;r die Steuerfreiheit als &auml;rztliche Heilbehandlung und Heilbehandlung im Bereich der Humanmedizin darauf ankommt, Krankheiten oder Gesundheitsst&ouml;rungen zu diagnostizieren, zu behandeln oder zu heilen oder die Gesundheit zu sch&uuml;tzen, aufrechtzuerhalten oder wiederherzustellen (EuGH-Urteil PCF&nbsp;Clinic in UR 2013, 335 Rdnr.&nbsp;28). Auch &auml;sthetische Operationen und &auml;sthetische Behandlungen k&ouml;nnen, &quot;soweit sie dazu dienen, Personen zu behandeln oder zu heilen, bei denen aufgrund einer Krankheit, Verletzung oder eines angeborenen k&ouml;rperlichen Mangels ein Eingriff &auml;sthetischer Natur erforderlich ist, unter die Begriffe &#8218;&auml;rztliche Heilbehandlungen&#8216; oder &#8218;Heilbehandlungen im Bereich der Humanmedizin&#8216; &#8230; fallen. Wenn der Eingriff jedoch zu rein kosmetischen Zwecken erfolgt, f&auml;llt er nicht unter diese Begriffe&quot; (EuGH-Urteil PCF Clinic in UR 2013, 335 Rdnr.&nbsp;29). Weiter weist der EuGH darauf hin, dass gesundheitliche Probleme, die nach Art.&nbsp;132 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b und c MwStSystRL unter die von der Mehrwertsteuer befreiten Eingriffe fallen, zwar auch psychologischer Art sein k&ouml;nnen (EuGH-Urteil PCF&nbsp;Clinic in UR 2013, 335 Rdnr.&nbsp;33), dass aber die &quot;rein subjektive Vorstellung, die die Person, die sich einem &auml;sthetischen Eingriff unterzieht, von diesem Eingriff hat, &#8230; als solche f&uuml;r die Beurteilung, ob der Eingriff einem therapeutischen Zweck dient, nicht ma&szlig;geblich&quot; ist (EuGH-Urteil PCF&nbsp;Clinic in UR 2013, 335 Rdnr.&nbsp;34). Die Beurteilung dieser &quot;medizinischen Frage &#8230; muss &#8230; auf medizinischen Feststellungen beruhen, die von dem entsprechenden Fachpersonal getroffen worden sind&quot; (EuGH-Urteil PCF Clinic in UR 2013, 335 Rdnr.&nbsp;35). Daher ist f&uuml;r die Frage der Steuerfreiheit von Bedeutung, ob die Dienstleistungen von einer Person erbracht werden, die zur Aus&uuml;bung eines Heilberufs zugelassen ist, oder dass der Zweck des Eingriffs von einer solchen Person bestimmt wird (EuGH-Urteil PCF&nbsp;Clinic in UR 2013, 335 Rdnr.&nbsp;36).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Damit in &Uuml;bereinstimmung steht die bisherige Rechtsprechung des erkennenden Senats, nach der als Heilbehandlung nur die T&auml;tigkeiten steuerfrei sind, die zum Zweck der Vorbeugung, der Diagnose, der Behandlung und, soweit m&ouml;glich, der Heilung von Krankheiten oder Gesundheitsst&ouml;rungen f&uuml;r bestimmte Patienten ausgef&uuml;hrt werden, so dass eine &auml;rztliche Leistung, die in einem Zusammenhang erbracht wird, der die Feststellung zul&auml;sst, dass ihr Hauptziel nicht der Schutz der Gesundheit ist, nicht steuerfrei ist und es daher f&uuml;r die Umsatzsteuerfreiheit von Sch&ouml;nheitsoperationen nicht ausreicht, dass die Operationen nur von einem Arzt ausgef&uuml;hrt werden k&ouml;nnen, sondern es vielmehr erforderlich ist, dass auch derartige Operationen dem Schutz der menschlichen Gesundheit dienen, womit es nicht zu vereinbaren ist, Leistungen der Sch&ouml;nheitschirurgen ohne R&uuml;cksicht auf ihre medizinische Indikation als steuerfrei zu behandeln (vgl. zuletzt BFH-Urteil vom 7.&nbsp;Oktober 2010 V&nbsp;R&nbsp;17\/09, BFH\/NV 2011, 865, unter II.3.b).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Im Streitfall hat das FG bei summarischer Pr&uuml;fung zu Recht entschieden, dass die Leistungen der Antragstellerin nicht steuerfrei sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) &Auml;sthetische Operationen und &auml;sthetische Behandlungen sind nur steuerfrei, wenn sie dazu dienen, Personen zu behandeln oder zu heilen, bei denen aufgrund einer Krankheit, Verletzung oder eines angeborenen k&ouml;rperlichen Mangels ein Eingriff &auml;sthetischer Natur &quot;erforderlich&quot; ist, w&auml;hrend Eingriffe zu rein kosmetischen Zwecken steuerpflichtig sind (EuGH-Urteil PCF&nbsp;Clinic in UR 2013, 335 Rdnr.&nbsp;29).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gesundheitliche Probleme psychologischer Art begr&uuml;nden nur dann die Steuerfreiheit &auml;sthetischer Operationen und &auml;sthetischer Behandlungen, wenn hierzu medizinische Feststellungen vorliegen, die von dem &quot;entsprechenden Fachpersonal&quot; zu treffen sind (EuGH-Urteil PCF&nbsp;Clinic in UR 2013, 335 Rdnr.&nbsp;29). Dabei geh&ouml;rt der die &auml;sthetische Operation z.B. als Chirurg durchf&uuml;hrende Arzt &#8211;anders als z.B. psychologische Psychotherapeuten und auf Leiden psychologischer Art spezialisierte Fach&auml;rzte&#8211; nicht zu dem &quot;Fachpersonal&quot;, das &quot;medizinische Feststellungen&quot; zu &quot;gesundheitlichen Problemen psychologischer Art&quot; treffen kann, da ihm die hierf&uuml;r erforderliche unmittelbare berufliche Qualifikation fehlt und zudem die abstrakte Gefahr besteht, dass &auml;sthetische Operationen und &auml;sthetische Behandlungen vorgenommen werden, obwohl diese f&uuml;r die Behandlung gesundheitlicher Probleme psychologischer Art nicht &quot;erforderlich&quot; sind (EuGH-Urteil PCF Clinic in UR 2013, 335 Rdnr.&nbsp;29). Dass es bei Durchf&uuml;hrung &auml;sthetischer Operationen und &auml;sthetischer Behandlungen zur Linderung gesundheitlicher Probleme psychologischer Art zu einer Erh&ouml;hung der Heilbehandlungskosten dadurch kommt, dass &uuml;ber die &quot;Erforderlichkeit&quot; der Ma&szlig;nahme eine zweite &auml;rztliche Beurteilung einzuholen ist, spielt entgegen der Auffassung der Antragstellerin keine Rolle. Zudem bedarf es f&uuml;r die Feststellung der Steuerfreiheit in diesem Bereich einer Einzelfallbeurteilung, f&uuml;r die der Steuerpflichtige im Hinblick auf seine Beweisn&auml;he im gesteigerten Ma&szlig; darlegungspflichtig ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Danach ist bei der gebotenen summarischen Pr&uuml;fung davon auszugehen, dass die Leistungen der Antragstellerin steuerpflichtig sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat zutreffend entschieden, dass es f&uuml;r die Steuerfreiheit auf die im jeweiligen Einzelfall bestehende medizinische Indikation ankommt. Das FG hat auch zutreffend entschieden, dass es Sache des Steuerpflichtigen ist, der sich auf eine Steuerbefreiung beruft, die tats&auml;chlichen Voraussetzungen hierf&uuml;r darzulegen. Es ist nicht zu beanstanden, dass das FG diesen Nachweis nicht als durch die von Dr.&nbsp;X getroffenen Feststellungen erbracht angesehen hat, da Dr.&nbsp;X bei der Antragstellerin als Arzt besch&auml;ftigt ist und er selbst die Operationen durchgef&uuml;hrt hat, die den streitigen Ums&auml;tzen zugrunde liegen. Auch die Beurteilung durch Dr.&nbsp;Y, bei dem es sich um einen plastischen Gesichtschirurgen, nicht aber um einen Psychologen, Psychiater oder Neurologen handelt, ist ohne Bedeutung. Das FG ist weiter zutreffend davon ausgegangen, dass in bestimmten medizinischen Bereichen ein Einzelfallnachweis entbehrlich ist, da eine bestimmte Behandlungsform immer der Heilung einer Krankheit dient, dies aber f&uuml;r den Sonderfall einer Sch&ouml;nheitsoperation, die im Hinblick auf Gesundheitsprobleme durchgef&uuml;hrt wird, die psychologischer Art sind, nicht zutrifft, da psychische St&ouml;rungen auch und ggf. sogar vorrangig mit den Mitteln der Psychiatrie und Psychotherapie behandelt werden k&ouml;nnen. Feststellungen des operierenden Arztes reichen daher nicht aus, um in F&auml;llen wie Fettabsaugungen, Soft-Liftings, Augenlid- und Brustoperationen, den f&uuml;r die Steuerfreiheit erforderlichen Nachweis der Behandlung gesundheitlicher Probleme psychologischer Art zu erbringen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In &Uuml;bereinstimmung mit dem EuGH-Urteil PCF Clinic in UR 2013, 335 steht bei der gebotenen summarischen Pr&uuml;fung auch, dass das FG entschieden hat, dass beim Vorliegen von fachpsychiatrischen oder fachpsychotherapeutischen Befunden oder von konsiliarisch durch einen Psychiater erstellten Eigenbefunden oder durch den Nachweis einer kontinuierlichen Therapie wegen psychischer St&ouml;rungen vor Beginn des plastischen Eingriffs durch einen Arzt f&uuml;r Psychiatrie und Psychotherapie, Nervenarzt, Facharzt f&uuml;r psychosomatische Medizin oder psychologischen Psychotherapeuten oder durch den Nachweis einer psychiatrischen\/psychotherapeutischen Krankenhausbehandlung oder Rehabilitation wegen einer psychischen St&ouml;rung von einer Steuerfreiheit auszugehen sein kann. Kann danach die erforderliche Einzelfallpr&uuml;fung im Hinblick auf nach &sect;&nbsp;203 des Strafgesetzbuches strafbew&auml;hrte Offenbarungsverbote nicht nachgewiesen werden, geht dies zu Lasten der Antragstellerin. Dass sich die Antragstellerin von den insoweit m&ouml;glicherweise bestehenden Schweigepflichten im Hinblick auf das bei ihr durchzuf&uuml;hrende Besteuerungsverfahren nicht hat entbinden lassen, begr&uuml;ndet, wie das FG zu Recht entschieden hat, keine Steuerfreiheit. Schlie&szlig;lich ist das FG-Urteil auch insoweit zutreffend, als es den Gesundheitsbegriff der WHO, auf den es auch nach dem EuGH-Urteil PCF Clinic in UR 2013, 335 nicht ankommt, als nicht ma&szlig;geblich angesehen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Einwendungen der Antragstellerin hiergegen greifen bei der gebotenen summarischen Pr&uuml;fung nicht durch.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Auf die Beurteilung in anderen Mitgliedstaaten kommt es aufgrund der durch das EuGH-Urteil PCF Clinic in UR 2013, 335 eingetretenen Kl&auml;rung nicht an. Ebenso unerheblich f&uuml;r die Beurteilung in einem Revisionsverfahren ist eine m&ouml;glicher-weise nicht einheitliche Rechtsprechung unterschiedlicher FG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die &quot;Zeugenbefragung des verantwortlich handelnden Arztes&quot; ist bei der gebotenen summarischen Pr&uuml;fung f&uuml;r die Beurteilung einer &quot;psychisch-medizinischen Indikation&quot; nicht von Bedeutung. Ebenso kommt es in diesem Bereich nicht auf die Vertretbarkeit der Sichtweise durch den behandelnden Arzt an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Dass die Kosten f&uuml;r eine Liposuktion bei der Behandlung eines Lip&ouml;dems nach dem Urteil des Sozialgerichts Chemnitz vom 1.&nbsp;M&auml;rz 2012 S&nbsp;10&nbsp;KR&nbsp;189\/10 (Anwalt\/Anw&auml;ltin im Sozialrecht 2012, 188) im Einzelfall von einer gesetzlichen Krankenkasse zu &uuml;bernehmen sein k&ouml;nnen, f&uuml;hrt bei der gebotenen summarischen Pr&uuml;fung nicht dazu, die Liposuktion allgemein als umsatzsteuerfreie Heilbehandlungsma&szlig;nahme anzusehen und kann die erforderliche Einzelfallbeurteilung nicht ersetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Soweit die Antragstellerin f&uuml;r die Steuerfreiheit ihrer Leistungen geltend macht, dass die Gesundheit auch dann beeintr&auml;chtigt sei, wenn das subjektive Wohlbefinden durch die k&ouml;rperliche oder psychische Verfassung beeintr&auml;chtigt werde, da das &auml;u&szlig;ere Erscheinungsbild eines Menschen Auswirkungen auf seine psychische Verfassung habe und so zu gesundheitlichen Beeintr&auml;chtigungen f&uuml;hren k&ouml;nne, wenn Abweichungen vom Sch&ouml;nheitsideal vorliegen (Tehler, Umsatzsteuer- und Verkehrsteuer-Recht 2011, 43) und dass ein Facharzt f&uuml;r plastische Chirurgie ebenso wie ein psychologischer Psychotherapeut eine Heilbehandlung durch Linderung und Heilen von psychischen Leiden und seelischen Beeintr&auml;chtigungen erbringen k&ouml;nne, da der Facharzt f&uuml;r plastische Chirurgie gleicherma&szlig;en wie der psychologische Psychotherapeut zur Heilung oder Linderung von psychischen Leiden t&auml;tig sei, da eine erfolgreich durchgef&uuml;hrte Operation in der Regel zum Wegfall der psychischen Belastung und des empfundenen Unwohlsein f&uuml;hre und damit das pers&ouml;nliche und soziale Wohlbefinden vergr&ouml;&szlig;ere (Eisolt, Betriebs-Berater 2003, 1819), ist dies mit dem EuGH-Urteil PCF&nbsp;Clinic in UR 2013, 335 nicht vereinbar. Entgegen der Auffassung der Antragstellerin sieht der Senat bei der gebotenen summarischen Pr&uuml;fung auch keinen Neutralit&auml;tsversto&szlig; darin, Leistungen eines &auml;sthetisch-plastischen Chirurgen bei der Behandlung gesundheitlicher Probleme psychologischer Art nicht als gleichwertig mit den Leistungen eines Psychotherapeuten zu behandeln.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Auch die von der Antragstellerin geltend gemachten Verfahrensfehler liegen bei summarischer Pr&uuml;fung nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Am Urteil des FG hat kein kraft Gesetzes ausgeschlossener Richter mitgewirkt. Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;51 Abs.&nbsp;2 FGO ist von der Aus&uuml;bung des Amtes als Richter auch ausgeschlossen, wer bei dem vorausgegangenen Verwaltungsverfahren mitgewirkt hat. Aus der dienstlichen &Auml;u&szlig;erung der Richterin X vom 27.&nbsp;Mai 2013 ergibt sich, dass sie bereits seit Juni&nbsp;1995 &#8211;zun&auml;chst im Wege der Abordnung&#8211; am FG t&auml;tig war. Eine Mitwirkung an dem die Um-satzsteuerfestsetzung 2002 betreffenden Verwaltungsverfahren ist damit ausgeschlossen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das FG hat dadurch, dass es sich der Auffassung in den von der Antragstellerin vorgelegten Privatgutachten nicht angeschlossen hat, nicht den Anspruch der Antragstellerin auf rechtliches Geh&ouml;r verletzt. Wie die Antragstellerin selbst ausf&uuml;hrt, sind Privatgutachten als urkundlich belegter Parteivortrag zu behandeln (BFH-Urteil vom 29.&nbsp;M&auml;rz 2012 VI&nbsp;R&nbsp;21\/11, BFHE 237, 93, BStBl II 2012, 574). Dabei ist auch zu ber&uuml;cksichtigen, dass dem Gutachten des Dr.&nbsp;Y ebenso wie dem Gutachten des Prof.&nbsp;B keine einzelfallbezogenen Feststellungen zu entnehmen sind und sich beide Gutachten im Wesentlichen auf Ausf&uuml;hrungen allgemeiner Art beschr&auml;nken.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Es liegt auch kein Versto&szlig; gegen die Sachaufkl&auml;rungspflicht (&sect;&nbsp;76 FGO) vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach &sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO erforscht das Gericht den Sachverhalt von Amts wegen. Das Gericht ist dabei an das Vorbringen und an die Beweisantr&auml;ge der Beteiligten nicht gebunden (&sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;5 FGO). Das gilt aber nur in dem Sinne, dass das FG von sich aus auch Beweise erheben kann, die von den Parteien nicht angeboten worden sind (vgl. BFH-Urteil vom 22.&nbsp;April 1988 III&nbsp;R&nbsp;59\/83, BFH\/NV 1989, 38). Von den Verfahrensbeteiligten angebotene Beweise muss das FG grunds&auml;tzlich erheben, wenn es einen Verfahrensmangel vermeiden will. Auf die beantragte Beweiserhebung kann es im Regelfall nur verzichten, wenn es auf das Beweismittel f&uuml;r die Entscheidung nicht ankommt oder das Gericht die Richtigkeit der durch das Beweismittel zu beweisenden Tatsachen zugunsten der betreffenden Partei unterstellt, das Beweismittel nicht erreichbar ist oder v&ouml;llig ungeeignet ist, den Beweis zu erbringen. Auch ist das FG nicht verpflichtet, unsubstantiierten Beweisantr&auml;gen nachzugehen (vgl. BFH-Urteil vom 21.&nbsp;Juni 1988 VII&nbsp;R&nbsp;135\/85, BFHE 153, 393, BStBl II 1988, 841; BFH-Beschluss vom 13.&nbsp;August 2002 VII&nbsp;B&nbsp;267\/01, BFH\/NV 2003, 63).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In welchem Ma&szlig;e eine derartige Substantiierung erforderlich ist, h&auml;ngt von der im Einzelfall bestehenden Mitwirkungspflicht des Beteiligten ab. Dabei stehen der zumutbare Inhalt und die Intensit&auml;t der richterlichen Ermittlungen notwendigerweise im Zusammenhang mit dem Vorbringen der Beteiligten, die gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 S&auml;tze&nbsp;2 und 3 FGO eine Pflicht zur F&ouml;rderung des finanzgerichtlichen Verfahrens haben. Zu ber&uuml;cksichtigen ist auch, ob die Tatsachen, &uuml;ber die Beweis erhoben werden soll, dem Wissens- und Einflussbereich des Beteiligten (Beweisf&uuml;hrers) zuzurechnen sind, der die Verletzung der Sachaufkl&auml;rungspflicht r&uuml;gt (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 7.&nbsp;November 2012 I&nbsp;B&nbsp;172\/11, BFH\/NV 2013, 561).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Der Senat kann bei der gebotenen summarischen Pr&uuml;fung dahinstehen lassen, ob das FG die Beweisantr&auml;ge der fachkundig vertretenen Antragstellerin mit zutreffenden Erw&auml;gungen abgelehnt hat, denn selbst wenn das FG insoweit einen Verfahrensfehler begangen h&auml;tte, ist dieser nach &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;4 FGO unbeachtlich. Denn die Beweisantritte der Antragstellerin waren unsubstantiiert. Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;82 FGO i.V.m. &sect;&sect;&nbsp;373, 402 der Zivilprozessordnung wird Beweis durch die Bezeichnung der beweiserheblichen Tatsachen angetreten. In welchem Ma&szlig;e eine Substantiierung entsprechender Beweisantr&auml;ge zu fordern ist, h&auml;ngt angesichts des Amtsermittlungsgrundsatzes entscheidend auch von den Mitwirkungspflichten der Antragstellerin ab. Denn zumutbarer Inhalt und Intensit&auml;t der richterlichen Ermittlungen stehen notwendig im Zusammenhang mit dem Vorbringen der Beteiligten. Diese haben gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 FGO eine Pflicht zur F&ouml;rderung des finanzgerichtlichen Verfahrens (BFH-Beschluss in BFH\/NV 2003, 63).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Danach h&auml;tte das FG Beweisantr&auml;ge der fachkundig vertretenen Antragstellerin nur dann zu Unrecht &uuml;bergangen und w&auml;re nur dann zu einer weiter gehenden Beweiserhebung von Amts wegen verpflichtet gewesen, wenn sich die Beweisantr&auml;ge der Antragstellerin in hinreichend substantiierter Form auf den jeweiligen Einzelfall bezogen h&auml;tten und dabei f&uuml;r den jeweiligen Behandlungsfall die Tatsachen angegeben worden w&auml;ren, aus denen sich ergibt, aufgrund welcher Krankheit, Verletzung oder welchen angeborenen k&ouml;rperlichen Mangels ein Eingriff &auml;sthetischer Natur im jeweiligen Einzelfall erforderlich war. Insbesondere w&auml;re es notwendig gewesen, die Tatsachen unter Beweis zu stellen, aus denen sich die Erforderlichkeit derartiger Eingriffe aus gesundheitlichen Problemen psychologischer Art im jeweiligen Einzelfall ergibt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Demgegen&uuml;ber beschr&auml;nkten sich die Beweisangebote der Antragstellerin auf die Feststellung der Person des behandelnden Arztes, auf die Feststellung, dass dieser im jeweiligen Einzelfall die medizinische Indikation gepr&uuml;ft und bejaht habe, weiter darauf, dass die Bejahung dieser Indikation nur erfolgt sei, wenn die Ma&szlig;nahme der Behandlung einer Krankheit oder Gesundheitsst&ouml;rung gedient habe, dass diese medizinische Beurteilung zutreffend, zumindest aber vertretbar gewesen sei, dass eine &Uuml;berpr&uuml;fung auch ohne Zustimmung der Patienten aus medizinischer Sicht m&ouml;glich gewesen sei, dass hierf&uuml;r anonymisierte Patientenunterlagen ausreichten, dass s&auml;mtliche Eingriffe medizinisch indiziert gewesen seien, dass die Antragstellerin eine rein kosmetische Motivation nicht akzeptiert habe, dass auch Brustvergr&ouml;&szlig;erungen und &#8211;verkleinerungen medizinisch indiziert gewesen seien, dass Ma&szlig;nahmen ohne medizinische Indikation nicht durchgef&uuml;hrt worden seien, dass eine behandlungsbed&uuml;rftige Gesundheitsst&ouml;rung ab einem BMI von &uuml;ber 25 vorliege, dass s&auml;mtliche Liposuktion-Patienten im medizinischen Sinn fettleibig gewesen seien, dass die Patientinnen, bei denen Brustkorrekturen vorgenommen worden seien, ausnahmslos unter psychischen Gesundheitsst&ouml;rungen gelitten h&auml;tten, dass die Bereitschaft eines Patienten, sich operieren zu lassen, als Beleg f&uuml;r eine Gesundheitsst&ouml;rung ausreiche, dass Liposuktion bei Fettsucht besser geeignet sei, Depressionen entgegen zu wirken als Di&auml;ten und dass die Liposuktion als Behandlung der Fettleibigkeit stets medizinisch indiziert sei. Diese Beweisangebote sind nicht auf Kl&auml;rung des Sachverhalts im Rahmen der erforderlichen Einzelpr&uuml;fung gerichtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 19.6.2013, V S 20\/13 Umsatzsteuerpflicht bei Sch&ouml;nheitsoperationen in einem Krankenhaus &#8211; Beweiserhebung Tatbestand 1&nbsp; I. Die Antragstellerin, Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Antragstellerin) betreibt eine Klinik, in der im Streitjahr 2002 durch approbierte &Auml;rzte vorwiegend &auml;sthetisch-chirurgische Ma&szlig;nahmen wie Fettabsaugungen, Gesichts-, Hals- und Augenlid-Straffungen sowie Brustvergr&ouml;&szlig;erungen, -verkleinerungen und -straffungen durchgef&uuml;hrt wurden. 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