{"id":5647,"date":"2012-07-05T00:00:00","date_gmt":"2012-07-04T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=5647"},"modified":"2012-11-23T13:31:24","modified_gmt":"2012-11-23T11:31:24","slug":"v-r-10-10-steuerfreiheit-von-lieferungen-an-nato-truppenangehoerige","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-10-10-steuerfreiheit-von-lieferungen-an-nato-truppenangehoerige\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;10\/10 &#8211; Steuerfreiheit von Lieferungen an NATO-Truppenangeh&ouml;rige"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 5.7.2012, V R 10\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Steuerfreiheit von Lieferungen an NATO-Truppenangeh&ouml;rige<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Der Nachweis der Steuerfreiheit einer Lieferung nach Art. 67 Abs. 3 des NATO-Zusatzabkommens kann nicht nur durch die Vorlage eines Abwicklungsscheins (&sect; 73 Abs. 1 Nr. 1 UStDV) oder diesem gleichgestellte Belege und Aufzeichnungen des Unternehmers (&sect; 73 Abs. 3 UStDV) gef&uuml;hrt werden, sondern auch durch andere Unterlagen, aus denen sich die materiellen Voraussetzungen der Steuerbefreiung aufgrund der objektiven Beweislage ergeben (Weiterf&uuml;hrung zum Senatsurteil vom 28. Mai 2009 V R 23\/08, BFHE 226, 177, BStBl II 2010, 517). <\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist die Steuerfreiheit der in 2003 (Streitjahr) erfolgten Lieferungen an amerikanische Truppenangeh&ouml;rige.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist die Tochter des C. Nach dessen Ableben hat sie als seine Gesamtrechtsnachfolgerin erkl&auml;rt, den Rechtsstreit weiterf&uuml;hren zu wollen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>C betrieb ein Einzelunternehmen, dessen Gegenstand der Handel mit Hydraulikschl&auml;uchen war. Im Streitjahr behandelte er die Ums&auml;tze an amerikanische Truppenangeh&ouml;rige in H&ouml;he von 28.281&nbsp;EUR als steuerfrei nach Art.&nbsp;67 Abs.&nbsp;3 des Zusatzabkommens zu dem Abkommen zwischen den Parteien des Nordatlantikvertrags &uuml;ber die Rechtsstellung ihrer Truppen hinsichtlich der in der Bundesrepublik Deutschland stationierten ausl&auml;ndischen Truppen (NATO-Zusatzabkommen) vom 3.&nbsp;August 1959 (BGBl II 1961, 1218) in der Fassung, die dieses Abkommen durch das Abkommen zur &Auml;nderung des Zusatzabkommens zum NATO-Truppenstatut vom 18.&nbsp;M&auml;rz 1993 bekommen hat (BGBl II 1994, 2598). Die einzelnen Ums&auml;tze lagen jeweils unter 2.500&nbsp;EUR und wurden unter Verwendung von sog. IMPAC-VISA-Kreditkarten abgerechnet, ohne dass jedoch sog. Abwicklungsscheine &uuml;ber die einzelnen Lieferungen vorlagen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine vom Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) am 24.&nbsp;Mai 2005 durchgef&uuml;hrte Umsatzsteuer-Sonderpr&uuml;fung f&uuml;hrte zur Versagung der Steuerfreiheit der an amerikanische Truppenangeh&ouml;rige ausgef&uuml;hrten Ums&auml;tze, weil die nach &sect;&nbsp;73 der Umsatzsteuer-Durchf&uuml;hrungsverordnung 1999 (UStDV) zwingend erforderlichen Belegnachweise in Form von Abwicklungsscheinen nicht vorl&auml;gen (Bp-Bericht vom 13.&nbsp;Juni 2005). Das FA folgte den Feststellungen des Pr&uuml;fers und erlie&szlig; unter dem 25.&nbsp;Oktober 2005 einen nach &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;2 der Abgabenordnung ge&auml;nderten Umsatzsteuerbescheid, in dem die Ums&auml;tze mit amerikanischen Truppenangeh&ouml;rigen der Umsatzsteuer unterworfen wurden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die nach Zur&uuml;ckweisung des Einspruchs eingelegte Klage vor dem Finanzgericht (FG) blieb ohne Erfolg. Die Abweisung der Klage begr&uuml;ndete das FG in seinem in &quot;Entscheidungen der Finanzgerichte&quot; 2010, 1655 ver&ouml;ffentlichten Urteil mit dem fehlenden Nachweis der Steuerbefreiung. Auf die nach &sect;&nbsp;73 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 UStDV erforderlichen Abwicklungsscheine k&ouml;nne auch im vereinfachten Beschaffungsverfahren nicht verzichtet werden. Dieses Verfahren beruhe auf Verwaltungsanweisungen. Soweit diese einen Verzicht auf den Nachweis nicht vors&auml;hen, sei das Gericht nicht befugt, zugunsten des Steuerpflichtigen hiervon abzuweichen. Einen Verzicht auf den Abwicklungsschein sehe das Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) vom 22.&nbsp;Dezember 2004 IV&nbsp;A&nbsp;6&nbsp;-S&nbsp;7492- 13\/04 (BStBl I 2004, 1200) im vereinfachten Verfahren nicht vor, sondern nur einen Verzicht auf den Beschaffungsauftrag.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&sect;&nbsp;73 Abs.&nbsp;3 UStDV sei nicht anzuwenden. Die Rechnung in Verbindung mit dem Zahlungsbeleg (Kreditkarte) k&ouml;nne den Abwicklungsschein nicht ersetzen, da die dort zu machenden Angaben nicht leicht und einwandfrei aus diesen Belegen erkennbar seien. So sei nicht sicher erkennbar, welche Beschaffungsstelle den Auftrag erteilt habe bzw. ob die auf dem Lieferschein ausgewiesene Empfangsdienststelle identisch mit der den Auftrag erteilenden Beschaffungsstelle gewesen sei. Auch die vom Empf&auml;nger auszuf&uuml;llenden Teile (Empfangs- und Verwendungsbest&auml;tigung sowie Zahlungsbescheinigung) erg&auml;ben sich nicht vollst&auml;ndig. Es sei insoweit nicht erkennbar, welchem Konto der Betrag belastet worden sei. Eine Empfangsbest&auml;tigung k&ouml;nne in der Rechnung auch nicht gesehen werden. Eine Best&auml;tigung der vom Empf&auml;nger zu machenden Angaben durch die Unterschrift einer dazu befugten Person fehle ebenfalls. Der Umstand, dass im Streitfall ein Missbrauch ausgeschlossen erscheine, k&ouml;nne den Anwendungsbereich des &sect;&nbsp;73 Abs.&nbsp;3 UStDV nicht &uuml;ber seinen Wortlaut hinaus ausdehnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der &#8211;vom Senat zugelassenen&#8211; Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin die Verletzung von Bundesrecht. Das FG habe die Vorschriften des Umsatzsteuergesetzes 1999 in der im Streitjahr geltenden Fassung (UStG) und der UStDV unrichtig angewandt. Der Sinn und Zweck des Nachweises der Voraussetzungen der Steuerbefreiung nach Art.&nbsp;67 Abs.&nbsp;3 des NATO-Zusatzabkommens, insbesondere der Vorlage eines sog. Abwicklungsscheins, liege darin, dass nur derjenige das Steuerprivileg in Anspruch nehmen d&uuml;rfe, der hierzu auch berechtigt sei, ein Missbrauch mithin ausgeschlossen werde. Nach den Ausf&uuml;hrungen des FG unter Ziffer&nbsp;2 auf Seite&nbsp;5 des angefochtenen Urteils k&ouml;nne &quot;im Streitfall ein Missbrauch ausgeschlossen&quot; werden. In diesem Falle stelle die Vorlage eines Abwicklungsscheins lediglich &quot;l&#8217;art pour l&#8217;art&quot; dar und sei deshalb verzichtbar. Dabei sei es einerlei, ob dies aus allgemeinen Erw&auml;gungen folge oder auf &sect;&nbsp;73 Abs.&nbsp;3 UStDV zur&uuml;ckgegriffen werde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In diesem Zusammenhang sei es auch von Relevanz, dass es Unternehmern wie dem C nicht m&ouml;glich sei, bei Leistungen bzw. Lieferungen an die Truppe Umsatzsteuer in Rechnung zu stellen oder im Nachhinein die Vorlage von Abwicklungsscheinen zu verlangen, da Lieferungen und Leistungen schnell und meist auch sp&auml;tabends h&auml;tten erledigt werden m&uuml;ssen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/><\/br>die Vorentscheidung des FG Rheinland-Pfalz vom 1.&nbsp;Juli 2008&nbsp;&nbsp;6&nbsp;K&nbsp;1575\/06 sowie den Umsatzsteuerbescheid 2003 vom 25.&nbsp;Oktober 2005 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 24.&nbsp;M&auml;rz 2006 aufzuheben,<br \/><\/br>hilfsweise,<br \/><\/br>die Sache unter Ab&auml;nderung des Urteils der Vorinstanz zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG Rheinland-Pfalz zur&uuml;ckzuverweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table class=\"RspIndent\">\n<tr>\n<th colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\"><\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<br \/><\/br><\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\"><\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Umsatzsteuerbefreiung nach Art.&nbsp;67 Abs.&nbsp;3 des NATO-Zusatzabkommens setze voraus, dass die Lieferung oder sonstige Leistung von einer amtlichen Beschaffungsstelle der jeweiligen Truppe oder des zivilen Gefolges in Auftrag gegeben worden sei; die amtliche Beschaffungsstelle m&uuml;sse demnach an der Begr&uuml;ndung der Leistungspflicht mitgewirkt haben (BMF-Schreiben in BStBl I 2004, 1200, Tz.&nbsp;16). Bei dem im Streitfall angewandten vereinfachten Beschaffungsverfahren der amerikanischen Truppen werde die Beschaffungsbefugnis der amtlichen Beschaffungsstellen durch die Verwendung einer IMPAC-VISA-Kreditkarte auf die Kreditkarteninhaber &uuml;bertragen. Die Inhaber der jeweiligen Kreditkarte seien damit als Beschaffungsbeauftragte der Truppe anzusehen. Die Kreditkarten ersetzten aber nur den schriftlichen Beschaffungsauftrag. Unabh&auml;ngig davon sei der Belegnachweis grunds&auml;tzlich durch Vorlage eines ordnungsgem&auml;&szlig; ausgef&uuml;llten Abwicklungsscheins zu erbringen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG habe einen Missbrauch nicht ausgeschlossen, sondern lediglich erw&auml;hnt, dieser &quot;erscheine&quot; ausgeschlossen. Das sei aber nicht entscheidungsrelevant, da es nach der Rechtsauffassung des FG auf einen Missbrauch nicht ankomme. Das formale Erfordernis des Abwicklungsscheins diene der erleichterten &Uuml;berpr&uuml;fung, ob die Voraussetzungen der Steuerbefreiung erf&uuml;llt seien. Ein Verzicht auf den Abwicklungsschein f&uuml;hre in der Praxis zu einem unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;igen und vom Gesetzgeber nicht gewollten Pr&uuml;fungsaufwand.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beteiligten haben auf die Durchf&uuml;hrung einer m&uuml;ndlichen Verhandlung verzichtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision der Kl&auml;gerin, die den Rechtsstreit wirksam aufgenommen hat (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 15.&nbsp;Juni 2011 XI&nbsp;R&nbsp;10\/11, BFH\/NV 2011, 1722, m.w.N.), ist begr&uuml;ndet. Das angefochtene Urteil ist aufzuheben und die Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG zur&uuml;ckzuverweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Steuerfreiheit einer Lieferung nach Art.&nbsp;67 Abs.&nbsp;3 des NATO-Zusatzabkommens kann nicht nur durch Vorlage des Abwicklungsscheins nach &sect;&nbsp;73 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 UStDV oder diesem gleichgestellte Belege und Aufzeichnungen des Unternehmers nach &sect;&nbsp;73 Abs.&nbsp;3 UStDV nachgewiesen werden, sondern auch durch andere Unterlagen, aus denen sich nach objektiver Beweislage die materiellen Voraussetzungen der Steuerbefreiung ergeben. Die Sache ist nicht spruchreif, weil die vom FG festgestellten Tatsachen dem Senat keine abschlie&szlig;ende Beurteilung erm&ouml;glichen, ob die streitbefangenen Lieferungen von der Umsatzsteuer befreit sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Umsatzsteuerbefreiung nach Art.&nbsp;67 Abs.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;a Ziff.&nbsp;(ii) i.V.m. Ziff.&nbsp;(i) des NATO-Zusatzabkommens gilt &quot;f&uuml;r Lieferungen und sonstige Leistungen an eine Truppe oder ein ziviles Gefolge, die von einer amtlichen Beschaffungsstelle der Truppe oder des zivilen Gefolges in Auftrag gegeben werden und f&uuml;r den Gebrauch oder den Verbrauch durch die Truppe, das zivile Gefolge, ihre Mitglieder oder deren Angeh&ouml;rige bestimmt sind (&#8230;)&quot;. Dabei sind die Abgabenverg&uuml;nstigungen &quot;bei der Berechnung des Preises zu ber&uuml;cksichtigen&quot; (Art.&nbsp;67 Abs.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;a Ziff.&nbsp;(i) des NATO-Zusatzabkommens).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dar&uuml;ber hinaus erfordert die Steuerbefreiung nach Art.&nbsp;67 Abs.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;c des NATO-Zusatzabkommens, &quot;dass das Vorliegen ihrer Voraussetzungen den zust&auml;ndigen deutschen Beh&ouml;rden nachgewiesen wird. Die Art dieses Nachweises wird durch die Vereinbarungen zwischen den deutschen Beh&ouml;rden und den Beh&ouml;rden des betreffenden Entsendestaates festgelegt&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dieser Nachweis ist auf der Grundlage des &sect;&nbsp;26 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;2 UStG gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;73 Abs.&nbsp;1 UStDV<br \/><\/br>&quot;1. bei Lieferungen und sonstigen Leistungen, die von einer amtlichen Beschaffungsstelle in Auftrag gegeben worden sind, durch eine Bescheinigung der amtlichen Beschaffungsstelle nach amtlich vorgeschriebenem Vordruck (Abwicklungsschein)&quot; zu f&uuml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;73 Abs.&nbsp;3 UStDV kann &quot;das Finanzamt auf die in Absatz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 bezeichnete Bescheinigung verzichten, wenn die vorgeschriebenen Angaben aus anderen Belegen und aus den Aufzeichnungen des Unternehmers eindeutig und leicht nachpr&uuml;fbar zu ersehen sind&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Unionsrechtliche Grundlage der Steuerbefreiung nach dem NATO-Zusatzabkommen &#8211;ebenso wie f&uuml;r die in materiell-rechtlicher Hinsicht inhaltsgleiche Auffangvorschrift des &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;7 Buchst.&nbsp;a UStG&#8211; ist Art.&nbsp;15 Nr.&nbsp;10 dritter Gedankenstrich der Sechsten Richtlinie des Rates vom 17.&nbsp;Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern 77\/388\/EWG (Richtlinie 77\/388\/EWG) bzw. &#8211;seit 1.&nbsp;Januar 2007&#8211; Art.&nbsp;151 der Richtlinie des Rates vom 28.&nbsp;November 2006 &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem 2006\/112\/EG &#8211;MwStSystRL&#8211; (vgl. Hummel in Rau\/D&uuml;rrw&auml;chter, Umsatzsteuergesetz, &sect;&nbsp;26 Rz&nbsp;321; Urteil des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union &#8211;EuGH&#8211; vom 26.&nbsp;April 2012 C-225\/11, Able UK Ltd., Umsatzsteuer-Rundschau 2012, 554). Danach befreien die Mitgliedstaaten u.a. die Lieferungen von Gegenst&auml;nden und Dienstleistungen von der Steuer, &quot;die in den Mitgliedstaaten, die Vertragsparteien des Nordatlantikvertrags sind, an die Streitkr&auml;fte anderer Vertragsparteien bewirkt werden, wenn diese Ums&auml;tze f&uuml;r den Gebrauch oder Verbrauch dieser Streitkr&auml;fte oder ihres zivilen Begleitpersonals oder f&uuml;r die Versorgung ihrer Kasinos oder Kantinen bestimmt sind und wenn diese Streitkr&auml;fte der gemeinsamen Verteidigungsanstrengung dienen. &#8230; Diese Befreiung gilt unter den vom Gastmitgliedstaat festgelegten Beschr&auml;nkungen so lange, bis eine einheitliche Steuerregelung getroffen ist.&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Soweit Art.&nbsp;67 Abs.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;c des NATO-Zusatzabkommens die Verg&uuml;nstigung vom Nachweis ihrer Voraussetzungen abh&auml;ngig macht und &sect;&nbsp;26 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;2 UStG i.V.m. &sect;&nbsp;73 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 UStDV hierf&uuml;r die Vorlage eines Abwicklungsscheins fordert, handelt es sich um keine materielle Voraussetzung der Steuerbefreiung, sondern &#8211;ebenso wie beim Belegnachweis f&uuml;r innergemeinschaftliche Lieferungen und f&uuml;r Ausfuhrlieferungen&#8211; lediglich um eine formelle Nachweisverpflichtung (vgl. Hummel in Rau\/D&uuml;rrw&auml;chter, a.a.O., &sect;&nbsp;26 Rz&nbsp;420&nbsp;ff.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) F&uuml;r die Steuerbefreiung innergemeinschaftlicher Lieferungen nach Art.&nbsp;28c Teil&nbsp;A Buchst.&nbsp;a der Richtlinie 77\/388\/EWG hat der EuGH im Urteil vom 27.&nbsp;September 2007 C-146\/05, Coll&eacute;e (Slg.&nbsp;2007, I-7861, Leitsatz&nbsp;1) festgestellt: &quot;Eine nationale Ma&szlig;nahme, die das Recht auf Steuerbefreiung einer innergemeinschaftlichen Lieferung im Wesentlichen von der Einhaltung formeller Pflichten abh&auml;ngig macht, ohne die materiellen Anforderungen zu ber&uuml;cksichtigen und insbesondere ohne in Betracht zu ziehen, ob diese erf&uuml;llt sind, geht &uuml;ber das hinaus, was erforderlich ist, um eine genaue Erhebung der Steuer sicherzustellen. Die Ums&auml;tze sind n&auml;mlich unter Ber&uuml;cksichtigung ihrer objektiven Merkmale zu besteuern. Was die Feststellung des innergemeinschaftlichen Charakters einer Lieferung betrifft, so wird f&uuml;r eine Lieferung keine Mehrwertsteuer geschuldet, wenn sie die Voraussetzungen des Art.&nbsp;28c Teil&nbsp;A Buchst.&nbsp;a Unterabs.&nbsp;1 der Richtlinie 77\/388\/EWG erf&uuml;llt. Da unbestreitbar eine innergemeinschaftliche Lieferung ausgef&uuml;hrt wurde, erfordert der Grundsatz der steuerlichen Neutralit&auml;t, dass die Steuerbefreiung gew&auml;hrt wird, wenn die materiellen Anforderungen erf&uuml;llt sind, selbst wenn der Steuerpflichtige bestimmten formellen Anforderungen nicht gen&uuml;gt hat. Anders verhielte es sich nur, wenn der Versto&szlig; gegen die formellen Anforderungen den sicheren Nachweis verhinderte, dass die materiellen Anforderungen erf&uuml;llt wurden&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Senat hat diese Grunds&auml;tze wegen der rechtssystematischen Gemeinsamkeiten von innergemeinschaftlichen Lieferungen (&sect;&nbsp;6a UStG) zu Ausfuhrlieferungen (&sect;&nbsp;6 UStG) mit Urteil vom 28.&nbsp;Mai 2009 V&nbsp;R&nbsp;23\/08 (BFHE 226, 177, BStBl II 2010, 517) auf Ausfuhrlieferungen erstreckt. Die rechtssystematischen Gemeinsamkeiten der Steuerfreiheit nach Art.&nbsp;67 Abs.&nbsp;3 des NATO-Zusatzabkommens mit der Steuerfreiheit von Ausfuhrlieferungen erfordern eine Anwendung dieser Rechtsprechungsgrunds&auml;tze auch auf den Nachweis der Steuerfreiheit nach Art.&nbsp;67 Abs.&nbsp;3 des NATO-Zusatzabkommens: Derartige Ums&auml;tze geh&ouml;ren, wie bereits die &Uuml;berschrift von Art.&nbsp;15 der Richtlinie 77\/388\/EWG belegt, zu den Ums&auml;tzen, die den Ausfuhren nach einem Drittland gleichgestellt sind. Weiterhin setzt die Steuerfreiheit nach Art.&nbsp;67 Abs.&nbsp;3 des NATO-Zusatzabkommens &#8211;ebenso wie die Steuerfreiheit von Ausfuhrlieferungen&#8211; neben dem Vorliegen der Tatbestandsvoraussetzungen deren beleg- und buchm&auml;&szlig;igen Nachweis voraus (&sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;4 UStG i.V.m. &sect;&sect;&nbsp;8 bis 17 UStDV bei Ausfuhren, &sect;&nbsp;25 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;3 UStG i.V.m. &sect;&nbsp;73 Abs.&nbsp;1 und 2 UStDV bei NATO-Lieferungen). Bei diesen Nachweisanforderungen handelt es sich unionsrechtlich um sog. Anwendungsbedingungen, die sich f&uuml;r Ausfuhrlieferungen aus Art.&nbsp;28c Teil&nbsp;A der Richtlinie 77\/388\/EWG, f&uuml;r Leistungen nach Art.&nbsp;67 Abs.&nbsp;3 des NATO-Zusatzabkommens sowohl aus dem Einleitungssatz des Art.&nbsp;15 der Richtlinie 77\/388\/EWG (&quot;Bedingungen, die sie [die Mitgliedstaaten] zur Gew&auml;hrleistung einer korrekten und einfachen Anwendung der nachstehenden Befreiungen sowie zur Verh&uuml;tung von Steuerhinterziehungen, Steuerumgehungen und etwaigen Missbr&auml;uchen festsetzen&quot;) als auch aus Art.&nbsp;15 Nr.&nbsp;10 Satz&nbsp;2 der Richtlinie 77\/388\/EWG (&quot;Diese Befreiung gilt unter den vom Gastmitgliedstaat festgelegten Beschr&auml;nkungen so lange, bis eine einheitliche Steuerregelung getroffen ist&quot;) ergeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dar&uuml;ber hinaus hat es der Senat im Hinblick auf die einem Ausfuhrnachweis vergleichbare Funktion eines Abwicklungsscheines nach &sect;&nbsp;73 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 UStDV im Urteil vom 29.&nbsp;Januar 1981 V&nbsp;R&nbsp;43\/77 (BFHE 133, 103, BStBl II 1981, 542) f&uuml;r sachgerecht erachtet, f&uuml;r die Frage, bis zu welchem Zeitpunkt der Abwicklungsschein vorzulegen ist, auf die zu Ausfuhrlieferungen entwickelten Grunds&auml;tze zur&uuml;ckzugreifen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die danach gebotene unionsrechtskonforme Auslegung von &sect;&nbsp;73 Abs.&nbsp;1 und 3 UStDV unter Ber&uuml;cksichtigung des Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeitsprinzips und des Neutralit&auml;tsgrundsatzes f&uuml;hrt dazu, dass Leistungen nach Art.&nbsp;67 Abs.&nbsp;3 des NATO-Zusatzabkommens nicht nur bei Erf&uuml;llung des in &sect;&nbsp;73 UStDV bezeichneten Beleg- und Buchnachweises steuerfrei sind, sondern auch dann, wenn nach objektiver Beweislage feststeht, dass die materiellen Voraussetzungen der Steuerbefreiung vorliegen (vgl. BFH-Urteil vom 8.&nbsp;November 2007 V&nbsp;R&nbsp;72\/05, BFHE 219, 422, BStBl II 2009, 55 zu innergemeinschaftlichen Lieferungen; BFH-Urteil in BFHE 226, 177, BStBl II 2010, 517 zu Ausfuhrlieferungen).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Nach diesen Grunds&auml;tzen ist das Urteil des FG aufzuheben. Das FG hat in seiner Entscheidung die unionsrechtskonforme Auslegung von &sect;&nbsp;73 Abs.&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;73 Abs.&nbsp;3 UStDV und damit die M&ouml;glichkeit eines Alternativnachweises nicht ber&uuml;cksichtigt, sondern die Vorlage des Abwicklungsscheins als unverzichtbare und damit materielle Voraussetzung der Steuerbefreiung angesehen. Soweit es &sect;&nbsp;73 Abs.&nbsp;3 UStDV f&uuml;r nicht anwendbar gehalten hat, weil sich die im Abwicklungsschein zu machenden Angaben nicht leicht und einwandfrei aus anderen Belegen erg&auml;ben, hat das FG nicht beachtet, dass es f&uuml;r die Frage der Umsatzsteuerfreiheit nach Art.&nbsp;67 Abs.&nbsp;3 des NATO-Zusatzabkommens nicht darauf ankommt, ob sich die in einem Abwicklungsschein zu machenden Angaben leicht und einwandfrei aus anderen Belegen ergeben, sondern darauf, ob die materiellen Voraussetzungen der Steuerbefreiung des Art.&nbsp;67 Abs.&nbsp;3 des NATO-Zusatzabkommens aufgrund objektiver Beweislage vorliegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Der Senat kann im Streitfall nicht abschlie&szlig;end entscheiden, ob alle Voraussetzungen der Steuerbefreiung nach Art.&nbsp;67 Abs.&nbsp;3 des NATO-Zusatzabkommens vorliegen, da Feststellungen des FG zur Bestimmung der Lieferungen zum ausschlie&szlig;lichen Gebrauch oder Verbrauch durch die Truppe, ihr ziviles Gefolge oder berechtigter Personen fehlen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Lieferungen des C sind, wovon auch das FG zu Recht ausgegangen ist, von einer amtlichen Beschaffungsstelle i.S. des Art.&nbsp;67 Abs.&nbsp;3 des NATO-Zusatzabkommens &quot;in Auftrag gegeben&quot; worden. Dies setzt voraus, dass diese Stelle durch Abgabe des Vertragsangebots oder durch Annahme eines Vertragsangebots am Zustandekommen des betreffenden Umsatzgesch&auml;fts mitgewirkt hat (vgl. BFH-Urteile vom 14.&nbsp;April 2010 XI&nbsp;R&nbsp;12\/09, BFHE 230, 235, BStBl II 2011, 138; vom 29.&nbsp;September 1988 V&nbsp;R&nbsp;53\/83, BFHE 154, 395, BStBl II 1988, 1022).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Im Streitfall wurden die Lieferungen des C durch eine amtliche Beschaffungsstelle im Rahmen des sog. &quot;vereinfachten Beschaffungsverfahrens&quot; in Auftrag gegeben. Dieses vom Hauptquartier der amerikanischen Truppen in Deutschland ab 1.&nbsp;Oktober 1991 eingef&uuml;hrte Verfahren soll den Mitgliedern der Truppe und des zivilen Gefolges oder deren Angeh&ouml;rigen die umsatzsteuerfreie Beschaffung von Waren und Dienstleistungen bis zu einer bestimmten Wertgrenze erleichtern (vgl. BMF-Schreiben vom 1.&nbsp;Oktober 1991 IV&nbsp;A&nbsp;3&nbsp;-S&nbsp;7492- 40\/91, BStBl I 1991, 961); es galt im Streitjahr f&uuml;r Beschaffungsauftr&auml;ge der amerikanischen Truppen bis zu einem Wert von 2.500&nbsp;EUR (BMF-Schreiben vom 29.&nbsp;November 2001 IV&nbsp;D&nbsp;1&nbsp;-S&nbsp;7492- 68\/01, BStBl I 2001, 1006).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen des vereinfachten Beschaffungsverfahrens wird die Beschaffungsbefugnis der amtlichen Beschaffungsstellen durch die Verwendung einer IMPAC-VISA-Kreditkarte auf die Kreditkarteninhaber (Mitglieder der Truppe und des zivilen Gefolges) &uuml;bertragen. Die Kreditkarteninhaber sind damit als Beschaffungsbeauftragte der Truppe oder des zivilen Gefolges anzusehen. Die ausgegebenen IMPAC-VISA-Kreditkarten sind an den ersten vier Stellen der Kreditkartennummer (4716) zu erkennen. Die IMPAC-VISA-Kreditkarte ersetzt den in anderen F&auml;llen erforderlichen schriftlichen Beschaffungsauftrag (BMF-Schreiben vom 31.&nbsp;M&auml;rz 2000 IV&nbsp;D&nbsp;2&nbsp;-S&nbsp;7492- 12\/00, BStBl I 2000, 459, unter (3).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Im Streitfall lagen nach den Feststellungen des FG die einzelnen Ums&auml;tze jeweils unter 2.500&nbsp;EUR. Sie wurden auch unter Verwendung von IMPAC-VISA-Kreditkarten abgerechnet, die mit der Nr.&nbsp;4716 beginnen, sodass &#8211;&uuml;ber die insoweit bevollm&auml;chtigten Kreditkarteninhaber&#8211; eine Mitwirkung der amtlichen Beschaffungsstelle am Zustandekommen des jeweiligen Umsatzgesch&auml;ftes vorliegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Im Hinblick darauf, dass sich nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des Senats die Person des Leistungsempf&auml;ngers nach dem der Leistung zugrunde liegenden Rechtsverh&auml;ltnis richtet (BFH-Urteil vom 18.&nbsp;Februar 2009 V&nbsp;R&nbsp;82\/07, BFHE 225, 198, BStBl II 2009, 876, unter II.2.a&nbsp;aa, m.w.N.; vgl. BFH-Beschluss vom 22.&nbsp;Dezember 2011 V&nbsp;R&nbsp;29\/10, BFHE 236, 242, BStBl II 2012, 441, unter II.3.b) folgt aus der Auftragsvergabe durch die amtliche Beschaffungsstelle die Lieferung an die Truppe, f&uuml;r die diese Beschaffungsstelle t&auml;tig ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Umsatzsteuerbefreiung ist nach Art.&nbsp;67 Abs.&nbsp;3 des NATO-Zusatzabkommens bei der Berechnung des Lieferpreises zu ber&uuml;cksichtigen (vgl. hierzu M&ouml;&szlig;lang in S&ouml;lch\/Ringleb, Umsatzsteuer, &sect;&nbsp;26 UStG Rz&nbsp;28: &quot;Abgabenverg&uuml;nstigung&quot;), indem der Unternehmer das Entgelt erkennbar in H&ouml;he der Steuerbelastung mindert. Dies ist vorliegend der Fall, da ausweislich des Tatbestands des FG-Urteils die Abrechnung gegen&uuml;ber der Truppe als steuerfreie Leistung und damit ohne Umsatzsteuer erfolgte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Zweifelhaft ist jedoch die Bestimmung der Lieferungen oder der sonstigen Leistungen zum ausschlie&szlig;lichen Gebrauch oder Verbrauch durch die Truppe, ihr ziviles Gefolge oder berechtigte Personen. Die Art der gelieferten Gegenst&auml;nde (Hydraulikschl&auml;uche) und das Auftreten von Truppenangeh&ouml;rigen als Beschaffungsbeauftragte mit IMPAC-VISA-Kreditkarten sind zwar Indiz daf&uuml;r, dass die Lieferungen zum ausschlie&szlig;lichen Ge- oder Verbrauch durch die Truppe bestimmt waren, es erscheint aber nicht ausgeschlossen, dass der jeweilige Beschaffungsbeauftragte auf eigene Rechnung handelte und die mit der Kreditkarte bezahlte Ware anderweitig im Inland verkaufte. Da insoweit Feststellungen des FG fehlen, sind diese im zweiten Rechtsgang nachzuholen. Dabei k&ouml;nnen insbesondere die vom FG bereits im ersten Rechtsgang angeforderten und daraufhin von C vorgelegten Rechnungen mit Belastungsbelegen der Kreditkarten nebst den dazu geh&ouml;rigen Lieferscheinen zu ber&uuml;cksichtigen sein. Das FG hat im Rahmen einer tats&auml;chlichen Gesamtw&uuml;rdigung der vorliegenden Beweise zu entscheiden, ob es trotz Nichtvorliegens der Abwicklungsscheine davon &uuml;berzeugt ist, dass die materiellen Voraussetzungen der Steuerfreiheit nach Art.&nbsp;67 Abs.&nbsp;3 des NATO-Zusatzabkommens erf&uuml;llt sind. Dabei gehen verbleibende Zweifel zulasten des Steuerpflichtigen, der sich auf die Befreiung beruft (vgl. BFH-Urteil vom 12.&nbsp;Mai 2009 V&nbsp;R&nbsp;65\/06, BFHE 225, 264, BStBl II 2010, 511, unter II.B.2.b&nbsp;aa, m.w.N. zum Belegnachweis bei innergemeinschaftlichen Lieferungen).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 5.7.2012, V R 10\/10 Steuerfreiheit von Lieferungen an NATO-Truppenangeh&ouml;rige Leits&auml;tze Der Nachweis der Steuerfreiheit einer Lieferung nach Art. 67 Abs. 3 des NATO-Zusatzabkommens kann nicht nur durch die Vorlage eines Abwicklungsscheins (&sect; 73 Abs. 1 Nr. 1 UStDV) oder diesem gleichgestellte Belege und Aufzeichnungen des Unternehmers (&sect; 73 Abs. 3 UStDV) gef&uuml;hrt &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-10-10-steuerfreiheit-von-lieferungen-an-nato-truppenangehoerige\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;R&nbsp;10\/10 &#8211; Steuerfreiheit von Lieferungen an NATO-Truppenangeh&ouml;rige<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-5647","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5647","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5647"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5647\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5647"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5647"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5647"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}