{"id":5653,"date":"2012-07-05T00:00:00","date_gmt":"2012-07-04T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=5653"},"modified":"2012-11-23T13:31:14","modified_gmt":"2012-11-23T11:31:14","slug":"v-r-58-10-zeitliche-bindungswirkung-der-aufhebung-einer-kindergeldfestsetzung-zum-zeitlichen-umfang-der-pruefung-der-kindergeldansprueche-durch-das-fg-ablaufhemmung-bei-kindergeldanspruechen-sprungkla","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-58-10-zeitliche-bindungswirkung-der-aufhebung-einer-kindergeldfestsetzung-zum-zeitlichen-umfang-der-pruefung-der-kindergeldansprueche-durch-das-fg-ablaufhemmung-bei-kindergeldanspruechen-sprungkla\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;58\/10 &#8211; Zeitliche Bindungswirkung der Aufhebung einer Kindergeldfestsetzung &#8211; Zum zeitlichen Umfang der Pr&uuml;fung der Kindergeldanspr&uuml;che durch das FG &#8211; Ablaufhemmung bei Kindergeldanspr&uuml;chen &#8211; Sprungklage &#8211; Verpflichtungsklage wegen Unterlassen eines Verwaltungsakts"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 5.7.2012, V R 58\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Zeitliche Bindungswirkung der Aufhebung einer Kindergeldfestsetzung &#8211; Zum zeitlichen Umfang der Pr&uuml;fung der Kindergeldanspr&uuml;che durch das FG &#8211; Ablaufhemmung bei Kindergeldanspr&uuml;chen &#8211; Sprungklage &#8211; Verpflichtungsklage wegen Unterlassen eines Verwaltungsakts<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) ist Vater des am 5.&nbsp;September 1988 geborenen Kindes F. F absolvierte in der Zeit vom 6.&nbsp;August 2007 bis Ende August 2008 einen Aufenthalt als Au-pair in den USA.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Bescheid vom 8.&nbsp;August 2007 hob die Beklagte und Revisionsbeklagte (Familienkasse) die Festsetzung des Kindergeldes ab September 2007 auf, da F eine Besch&auml;ftigung aufgenommen habe, die den Anspruch auf Kindergeld ausschlie&szlig;e. Den hiergegen gerichteten Einspruch vom 9.&nbsp;August 2007 wies die Familienkasse mit Bescheid vom 17.&nbsp;Oktober 2007 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Klage vor dem Finanzgericht (FG) verfolgte der Kl&auml;ger sein Begehren weiter. Mit Schriftsatz vom 4.&nbsp;Dezember 2008 k&uuml;ndigte die Familienkasse an, dem Klagebegehren teilweise abzuhelfen. Zwischenzeitlich sei der Kindergeldanspruch bis November 2007 nachgewiesen worden. &Uuml;ber den Zeitraum ab Dezember 2007 habe die Familienkasse noch nicht entschieden. Einen entsprechenden Kindergeldantrag habe der Kl&auml;ger bislang nicht gestellt. Mit Bescheid vom 15.&nbsp;Dezember 2008 setzte die Familienkasse f&uuml;r den Zeitraum September bis November 2007 Kindergeld fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beteiligten haben hinsichtlich der Monate September bis November 2007 den Rechtsstreit in der Hauptsache f&uuml;r erledigt erkl&auml;rt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG wies die Klage wegen Kindergeld Dezember 2007 bis August 2008 ab. Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte es im Wesentlichen aus, es k&ouml;nne dahinstehen, ob die Klage f&uuml;r den Zeitraum ab Dezember 2007 zul&auml;ssig sei, denn jedenfalls sei sie unbegr&uuml;ndet, da F keine Berufsausbildung absolviert habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen wendet sich der Kl&auml;ger mit der Revision, die er auf die Verletzung materiellen Rechts st&uuml;tzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage sei zul&auml;ssig und begr&uuml;ndet. Das Gericht sei nicht aufgrund einer Bindungswirkung des ablehnenden Bescheides an einer Entscheidung gehindert. Es habe im Rahmen der Verpflichtungsklage nach rechtsstaatlichen Prinzipien die Voraussetzungen f&uuml;r den Bezug des Kindergeldes selbst weiter aufzukl&auml;ren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/><\/br>das angefochtene Urteil aufzuheben und die Familienkasse unter Aufhebung des Bescheides vom 8.&nbsp;August 2007 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 17.&nbsp;Oktober 2007 zu verpflichten, Kindergeld f&uuml;r F f&uuml;r den Zeitraum Dezember 2007 bis August 2008 festzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Familienkasse beantragt,<br \/><\/br>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des Kl&auml;gers ist unbegr&uuml;ndet. Das FG hat zwar zu Unrecht dahinstehen lassen, ob die Klage zul&auml;ssig ist und die Klage als unbegr&uuml;ndet abgewiesen. Gleichwohl ist der Tenor seines Urteils zutreffend. Die Revision ist deshalb insgesamt gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;4 der Finanzgerichtsordnung (FGO) mit der Ma&szlig;gabe zur&uuml;ckzuweisen, dass die Klage unzul&auml;ssig war (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 10.&nbsp;Januar 2007 I&nbsp;R&nbsp;75\/05, BFH\/NV 2007, 1506, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die auf Verurteilung zum Erlass eines Kindergeldbescheides f&uuml;r die Monate Dezember 2007 bis August 2008 gerichtete Klage ist unzul&auml;ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Eine Klage, die auf Verurteilung zum Erlass eines unterlassenen Verwaltungsakts gerichtet ist (&sect;&nbsp;40 Abs.&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2 FGO), ist &#8211;vorbehaltlich der &sect;&sect;&nbsp;45 und 46 FGO&#8211; nur zul&auml;ssig, wenn das Vorverfahren &uuml;ber den au&szlig;ergerichtlichen Rechtsbehelf ganz oder zum Teil erfolglos geblieben ist (&sect;&nbsp;44 Abs.&nbsp;1 FGO). Daran fehlt es hier.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das mit dem Einspruch des Kl&auml;gers vom 9.&nbsp;August 2007 eingeleitete und mit der Einspruchsentscheidung der Familienkasse vom 17.&nbsp;Oktober 2007 abgeschlossene Vorverfahren betrifft nicht den Gegenstand der noch anh&auml;ngigen Klage. Einspruch und Einspruchsentscheidung beziehen sich auf den Aufhebungsbescheid vom 8.&nbsp;August 2007. Dieser entfaltet keine Bindungswirkung f&uuml;r den Zeitraum Dezember 2007 bis August 2008.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH bindet die Ablehnung oder Aufhebung der Kindergeldfestsetzung nur bis zum Ende des Monats der Bekanntgabe des Bescheides bzw. der Einspruchsentscheidung (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 2.&nbsp;November 2011 III&nbsp;B&nbsp;48\/11, BFH\/NV 2012, 265, m.w.N.; BFH-Urteil vom 4.&nbsp;August 2011 III&nbsp;R&nbsp;71\/10, BFHE 235, 203, m.w.N.). Daraus ergibt sich zugleich, dass sich eine gegen einen Aufhebungsbescheid gerichtete Klage in der Hauptsache erledigt, wenn w&auml;hrend des finanzgerichtlichen Verfahrens der Aufhebungsbescheid aufgehoben und Kindergeld bis zu dem Monat der Einspruchsentscheidung bewilligt wird (vgl. BFH-Beschluss vom 19.&nbsp;Dezember 2008 III&nbsp;B&nbsp;163\/07, BFH\/NV 2009, 578).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Aufhebungsbescheid vom 8.&nbsp;August 2007 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 17.&nbsp;Oktober 2007 traf daher aufgrund seiner beschr&auml;nkten Bindungswirkung nur f&uuml;r den Zeitraum bis Oktober 2007 eine Entscheidung. Mit Bescheid vom 15.&nbsp;Dezember 2008, in dem Kindergeld f&uuml;r die Monate September bis November 2007 gew&auml;hrt worden ist, ist dem Begehren des Kl&auml;gers auf Aufhebung des Aufhebungsbescheides in Gestalt der Einspruchsentscheidung daher abgeholfen worden. Dementsprechend haben die Beteiligten den Rechtsstreit u.a. f&uuml;r September und Oktober 2007 &uuml;bereinstimmend f&uuml;r erledigt erkl&auml;rt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Bringt der Berechtigte &#8211;wie im Streitfall&#8211; im finanzgerichtlichen Verfahren zum Ausdruck, auch Kindergeld f&uuml;r einen nach Bekanntgabe der Einspruchsentscheidung liegenden Zeitraum erhalten zu wollen, ist zur Wahrung der Rechte des Kindergeldberechtigten ausnahmsweise davon auszugehen, dass ein &#8211;au&szlig;er-halb des Klageverfahrens liegender&#8211; Antrag auf Kindergeld vorliegt (BFH-Urteil vom 22.&nbsp;Dezember 2011 III&nbsp;R&nbsp;41\/07, BFHE 236, 144). &Uuml;ber diesen hat die Familienkasse bisher nicht entschieden. Insbesondere enth&auml;lt der Bescheid vom 15.&nbsp;Dezember 2008, wie die Familienkasse im Schriftsatz vom 4.&nbsp;Dezember 2008 mitgeteilt hat, keine Regelung f&uuml;r den Zeitraum ab Dezember 2007.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Ein Vorverfahren ist im Streitfall auch nicht ausnahmsweise unter den Voraussetzungen einer sog. Sprungverpflichtungsklage nach &sect;&nbsp;45 Abs.&nbsp;1 FGO entbehrlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine zul&auml;ssige Sprungklage setzt voraus, dass die Familienkasse zuvor einen Antrag auf Erlass des begehrten Verwaltungsaktes mindestens durch einen Verwaltungsakt abgelehnt hat (BFH-Urteil vom 19.&nbsp;Mai 2004 III&nbsp;R&nbsp;36\/02, BFH\/NV 2004, 1655, m.w.N.). Daran fehlt es f&uuml;r den Zeitraum ab Dezember 2007.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Voraussetzungen f&uuml;r eine von Amts wegen zu pr&uuml;fende Unt&auml;tigkeitsklage nach &sect;&nbsp;46 FGO liegen ebenfalls nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect;&nbsp;46 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO ist eine Verpflichtungsklage ab-weichend von &sect;&nbsp;44 FGO ohne vorherigen Abschluss des Vorverfahrens zul&auml;ssig, wenn &uuml;ber einen au&szlig;ergerichtlichen Rechtsbehelf ohne Mitteilung eines zureichenden Grundes in angemessener Frist sachlich nicht entschieden worden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ist kein Einspruch m&ouml;glich, weil die Familienkasse &uuml;ber den Antrag auf Erlass eines Verwaltungsakts nicht entscheidet, muss vor Erhebung der Klage ein sog. Unt&auml;tigkeitseinspruch gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;347 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 der Abgabenordnung (AO) eingelegt werden. Nach dieser Vorschrift ist ein Einspruch auch dann statthaft, wenn geltend gemacht wird, dass &uuml;ber einen vom Einspruchsf&uuml;hrer gestellten Antrag auf Erlass eines Verwaltungsakts ohne Mitteilung eines zureichenden Grundes binnen angemessener Frist sachlich nicht entschieden worden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ist &#8211;wie im Streitfall&#8211; der Einspruch als Rechtsbehelf nicht nach &sect;&nbsp;348 AO ausgeschlossen, so ist eine Verpflichtungsklage wegen Unterlassens eines beantragten Verwaltungsaktes grunds&auml;tzlich erst nach erfolglosem Unt&auml;tigkeitseinspruch zul&auml;ssig (vgl. BFH-Urteile in BFH\/NV 2004, 1655; vom 3.&nbsp;August 2005 I&nbsp;R&nbsp;74\/02, BFH\/NV 2006, 19).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Der Senat weist vorsorglich darauf hin, dass bez&uuml;glich des Kindergeldanspruchs ab Monat Dezember 2007 noch keine Festsetzungsverj&auml;hrung (&sect;&nbsp;31 Satz&nbsp;3 der im Streitjahr g&uuml;ltigen Fassung des Einkommensteuergesetzes &#8211;EStG&#8211;, &sect;&nbsp;155 Abs.&nbsp;4 AO, &sect;&sect;&nbsp;169 bis 171 AO) eingetreten ist. Es greift eine Ablaufhemmung nach &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;3 AO ein, da der Kl&auml;ger im finanzgerichtlichen Verfahren zum Ausdruck gebracht hat, Kindergeld auch f&uuml;r einen nach Bekanntgabe der Einspruchsentscheidung lie-genden Zeitraum erhalten zu wollen (BFH-Urteil in BFHE 236, 144 Rz&nbsp;48).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei der Entscheidung &uuml;ber den Kindergeldantrag wird die Familienkasse unter Ber&uuml;cksichtigung des BFH-Urteils vom 15.&nbsp;M&auml;rz 2012 III&nbsp;R&nbsp;58\/08 (BFH\/NV 2012, 1224) zu pr&uuml;fen haben, ob im Streitfall der Sprachaufenthalt der F im Rahmen des Au-Pair Verh&auml;ltnisses als Berufsausbildung i.S. von &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;63 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 i.V.m. &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a EStG anzusehen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 5.7.2012, V R 58\/10 Zeitliche Bindungswirkung der Aufhebung einer Kindergeldfestsetzung &#8211; Zum zeitlichen Umfang der Pr&uuml;fung der Kindergeldanspr&uuml;che durch das FG &#8211; Ablaufhemmung bei Kindergeldanspr&uuml;chen &#8211; Sprungklage &#8211; Verpflichtungsklage wegen Unterlassen eines Verwaltungsakts Tatbestand 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) ist Vater des am 5.&nbsp;September 1988 geborenen Kindes F. 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