{"id":5668,"date":"2012-07-31T00:00:00","date_gmt":"2012-07-30T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=5668"},"modified":"2012-11-23T13:18:04","modified_gmt":"2012-11-23T11:18:04","slug":"x-b-164-11-sachaufklaerungspflicht-des-fg-verletzung-rechtlichen-gehoers-durch-unterbliebene-mitteilung-des-ergebnisses-einer-in-einem-anderen-verfahren-durchgefuehrten-beweisaufnahme","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-164-11-sachaufklaerungspflicht-des-fg-verletzung-rechtlichen-gehoers-durch-unterbliebene-mitteilung-des-ergebnisses-einer-in-einem-anderen-verfahren-durchgefuehrten-beweisaufnahme\/","title":{"rendered":"X&nbsp;B&nbsp;164\/11 &#8211; Sachaufkl&auml;rungspflicht des FG; Verletzung rechtlichen Geh&ouml;rs durch unterbliebene Mitteilung des Ergebnisses einer in einem anderen Verfahren durchgef&uuml;hrten Beweisaufnahme"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 31.7.2012, X B 164\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Sachaufkl&auml;rungspflicht des FG; Verletzung rechtlichen Geh&ouml;rs durch unterbliebene Mitteilung des Ergebnisses einer in einem anderen Verfahren durchgef&uuml;hrten Beweisaufnahme<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) &uuml;bergab am 27.&nbsp;September 2007 ge&auml;nderte Einkommensteuerbescheide f&uuml;r die Streitjahre 2000 und 2001, in denen es die Steuerfestsetzungen erh&ouml;ht hatte, an einen privaten Postdienstleister (P) zum Zwecke der &Uuml;bermittlung an den Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger). Dieser legte hiergegen am 17.&nbsp;Dezember 2007 Einspruch ein. Nachdem das FA darauf hingewiesen hatte, dass der Einspruch nach Ablauf der Monatsfrist eingegangen sei, behauptete der Kl&auml;ger, die Bescheide seien ihm erst am 20.&nbsp;November 2007 zugegangen. Er f&uuml;gte Kopien von drei Briefumschl&auml;gen bei, die Poststempel des P vom 20.&nbsp;November 2007 tragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA verwarf den Einspruch als unzul&auml;ssig. Inhalt der am 20.&nbsp;November 2007 abgestempelten Sendungen seien die Bescheide &uuml;ber Einkommensteuer 2004 bis 2006 sowie Umsatzsteuer 2000 und 2001 gewesen, die das FA am 19.&nbsp;November 2007 an P &uuml;bergeben habe. Unter Bezugnahme auf eine Auskunft des P vom 9.&nbsp;Juni 2008 behauptete das FA weiter, die streitgegenst&auml;ndlichen Einkommensteuerbescheide 2000 und 2001 seien mit Postsendungen vom 2.&nbsp;Oktober 2007 am 3.&nbsp;Oktober 2007 in den Briefkasten des Kl&auml;gers eingelegt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Klageverfahren benannte der Kl&auml;ger seine Lebensgef&auml;hrtin (L) als Zeugin zum Beweis der Tatsache, dass die Bescheide nicht am 3.&nbsp;Oktober 2007 (gesetzlicher Feiertag, Tag der Deutschen Einheit) in seinen Briefkasten eingelegt worden seien. Das FA legte das Ergebnis einer erneuten Anfrage bei P vor, wonach die Sendungen vom 2.&nbsp;Oktober 2007 nicht vom FA, sondern von einer anderen Dienststelle der Finanzverwaltung eingeliefert worden seien. Ferner best&auml;tigte P unter Vorlage von Protokollen &uuml;ber den Sendungsstatus, dass das FA drei an den Kl&auml;ger gerichtete Briefe am 27.&nbsp;September 2007 eingeliefert und P diese am 28.&nbsp;September 2007 an den Kl&auml;ger ausgeliefert habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) forderte den Kl&auml;ger unter Fristsetzung nach &sect;&nbsp;79b Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) auf, die ihm zugegangenen Bescheide dem Gericht zumindest in Kopie vorzulegen, weil sich im Anschriftenfeld dieser Bescheide ein Barcode befinde, der Informationen zum Tag der &Uuml;bergabe an P enthalte. Der Kl&auml;ger behauptete, er habe die Bescheide nicht mehr.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG wies die Klage ab. Es hatte keinen Zweifel daran, dass die streitgegenst&auml;ndlichen Bescheide &quot;sp&auml;testens&quot; am 27.&nbsp;September 2007 dem P &uuml;bergeben und dann von diesem Unternehmen ordnungsgem&auml;&szlig; weiterverarbeitet worden seien. Damit sei die gesetzliche Vermutung, dass die Verwaltungsakte am dritten Tage nach der Aufgabe zur Post als bekannt gegeben gelten (&sect;&nbsp;122 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 der Abgabenordnung &#8211;AO&#8211;) vom Kl&auml;ger nicht substantiiert in Zweifel gezogen worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Beschwerde begehrt der Kl&auml;ger die Zulassung der Revision wegen behaupteter Verfahrensm&auml;ngel.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA h&auml;lt die Beschwerde f&uuml;r unzul&auml;ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist &#8211;bei Zweifeln daran, ob die gesetzlichen Darlegungsanforderungen des &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) &uuml;berhaupt erf&uuml;llt sind&#8211; jedenfalls unbegr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das FG hat nicht dadurch gegen seine aus &sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO folgende Pflicht zur Sachaufkl&auml;rung versto&szlig;en, dass es L nicht als Zeugin vernommen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Ein ordnungsgem&auml;&szlig; gestellter Beweisantrag darf nur unber&uuml;cksichtigt bleiben, wenn das Beweismittel f&uuml;r die zu treffende Entscheidung unerheblich, das Beweismittel unerreichbar bzw. unzul&auml;ssig oder absolut untauglich ist oder wenn die in Frage stehende Tatsache zugunsten des Beweisf&uuml;hrenden als wahr unterstellt werden kann (st&auml;ndige h&ouml;chstrichterliche Rechtsprechung, vgl. Beschl&uuml;sse des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 17.&nbsp;November 2009 VI&nbsp;B&nbsp;11\/09, BFH\/NV 2010, 650, unter II.1.a, und vom 28.&nbsp;September 2011 X&nbsp;B&nbsp;69\/11, BFH\/NV 2012, 32, unter II.2., beide m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Kl&auml;ger gibt in der Beschwerdebegr&uuml;ndung an, er habe L zum Beweis der Tatsache benannt, dass die Bescheide nicht am Feiertag (3.&nbsp;Oktober 2007) in seinen Briefkasten eingelegt worden seien. Diese Tatsache ist aber vom FG ersichtlich als wahr unterstellt worden. Denn das FG ist davon ausgegangen, dass die Bescheide am 27.&nbsp;September 2007 an P &uuml;bergeben und innerhalb des in &sect;&nbsp;122 Abs.&nbsp;2 AO genannten Drei-Tages-Zeitraums dem Kl&auml;ger bekanntgegeben worden seien. Damit war das FG selbst davon &uuml;berzeugt, dass die Bescheide nicht am 3.&nbsp;Oktober 2007 in den Briefkasten des Kl&auml;gers eingelegt worden sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Ohne Erfolg bleibt auch die R&uuml;ge, das FG h&auml;tte die im Schriftsatz vom 26.&nbsp;September 2011 benannte Frau K vernehmen m&uuml;ssen, die unter derselben Anschrift wie der Kl&auml;ger wohnt und bezeugen sollte, es komme immer wieder vor, dass Sendungen, die f&uuml;r das Nachbarhaus bestimmt seien, in den Briefkasten des vom Kl&auml;ger und der Zeugin bewohnten Geb&auml;udes eingeworfen w&uuml;rden, und umgekehrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat sich aufgrund von Protokollen der P &uuml;ber den Sendungsstatus einen Eindruck vom konkreten Lauf der angefochtenen Bescheide sowie aufgrund der Auskunft des Arbeitgebers einen Eindruck der Zuverl&auml;ssigkeit der eingesetzten Zustellerin verschafft. Der Kl&auml;ger macht selbst nicht geltend, die Bescheide &#8211;die ihm unstreitig tats&auml;chlich zugegangen sind&#8211; h&auml;tten ihn nur deshalb versp&auml;tet erreicht, weil sie zuvor in einen falschen Briefkasten eingeworfen worden seien. Vor diesem Hintergrund durfte das FG allgemeine Bekundungen einer Hausbewohnerin &uuml;ber gelegentliche Fehlleitungen von Postsendungen als f&uuml;r das konkrete Verfahren unerheblich ansehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Unzul&auml;ssig ist die R&uuml;ge, das FG h&auml;tte die Zustellerin zu ihrer Zuverl&auml;ssigkeit vernehmen m&uuml;ssen. Der Kl&auml;ger hatte w&auml;hrend des finanzgerichtlichen Verfahrens keinen entsprechenden Beweisantrag gestellt. Das FG w&auml;re daher nur dann zu einer Sachaufkl&auml;rung von Amts wegen verpflichtet gewesen, wenn sich ihm diese Beweiserhebung h&auml;tte aufdr&auml;ngen m&uuml;ssen (vgl. zu den bei derartigen R&uuml;gen zu beachtenden Darlegungsanforderungen Senatsbeschluss vom 18.&nbsp;Mai 2011 X&nbsp;B&nbsp;124\/10, BFH\/NV 2011, 1838, unter II.2.d, m.w.N.). Hierzu fehlt jeder Vortrag.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Unzul&auml;ssig ist auch die im Schriftsatz vom 29.&nbsp;Februar 2012 &#8211;sinngem&auml;&szlig;&#8211; enthaltene R&uuml;ge, das FG habe im Zusammenhang mit der von ihm durchgef&uuml;hrten Betriebsbesichtigung bei P den Anspruch des Kl&auml;gers auf Gew&auml;hrung rechtlichen Geh&ouml;rs verletzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar deutet es in der Tat auf einen solchen Geh&ouml;rsversto&szlig; hin, dass das FG seine Entscheidung einerseits tragend auf eine bei P durchgef&uuml;hrte Besichtigung des Betriebs und der dortigen organisatorischen Abl&auml;ufe st&uuml;tzt, andererseits den Akten und dem Protokoll der m&uuml;ndlichen Verhandlung aber kein Hinweis darauf zu entnehmen ist, dass die Beteiligten &uuml;ber das Ergebnis dieser Betriebsbesichtigung unterrichtet worden sind. Selbst wenn das FG seine Erkenntnisse in einem anderen Verfahren gewonnen haben sollte, h&auml;tte es diese jedenfalls ordnungsgem&auml;&szlig; in das vorliegende Verfahren einf&uuml;hren m&uuml;ssen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die entsprechende R&uuml;ge des Kl&auml;gers ist allerdings versp&auml;tet beim BFH eingegangen. Das angefochtene Urteil ist den Prozessbevollm&auml;chtigten der Kl&auml;ger am 18.&nbsp;Oktober 2011 zugestellt worden. Die zweimonatige Beschwerdebegr&uuml;ndungsfrist des &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 FGO endete damit am 19.&nbsp;Dezember 2011 (Montag). Der am 29.&nbsp;Februar 2012 beim BFH eingegangene Schriftsatz vom selben Tage konnte diese Frist nicht wahren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach Ablauf der Begr&uuml;ndungsfrist k&ouml;nnen neue Zulassungsgr&uuml;nde nicht mehr nachgeschoben werden (BFH-Beschluss vom 7.&nbsp;Dezember 2010 X&nbsp;B&nbsp;212\/09, BFH\/NV 2011, 564, unter 2., m.w.N.). Weitere Schrifts&auml;tze sind nur noch als Erg&auml;nzung oder Erl&auml;uterung zu den innerhalb der Frist ordnungsgem&auml;&szlig; dargelegten Zulassungsgr&uuml;nden zu ber&uuml;cksichtigen (BFH-Beschluss vom 6.&nbsp;Juni 2003 III&nbsp;B&nbsp;98\/02, BFH\/NV 2003, 1214, unter&nbsp;3.). Die im Zusammenhang mit der vom FG vorgenommenen Betriebsbesichtigung erhobene Geh&ouml;rsr&uuml;ge beschr&auml;nkt sich aber nicht auf die Erg&auml;nzung eines bereits dargelegten Zulassungsgrundes, sondern ist als Vortrag eines neuen, eigenst&auml;ndigen Zulassungsgrundes anzusehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>(&#8230;)<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>7. Aus Rechtsschutzerw&auml;gungen weist der Senat &#8211;au&szlig;erhalb des vorliegenden Rechtsstreits&#8211; auf das vom FA w&auml;hrend des Klageverfahrens eingereichte Schreiben vom 24.&nbsp;November 2008 hin. Darin hat das FA mitgeteilt, dass die angegriffenen Bescheide noch unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung st&uuml;nden. Auch sei die regul&auml;re Festsetzungsfrist nicht vor dem 31.&nbsp;Dezember 2007 abgelaufen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Vor diesem Hintergrund w&auml;re es m&ouml;glicherweise in Betracht gekommen, den &#8211;erkennbar verfristeten&#8211; &quot;Einspruch&quot; vom 17.&nbsp;Dezember 2007 in Anwendung des Grundsatzes rechtsschutzgew&auml;hrender Auslegung als nicht fristgebundenen Antrag auf &Auml;nderung nach &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;2 AO zu werten. Ein solcher Antrag &#8211;&uuml;ber den das FA offenbar noch nicht entschieden hat&#8211; h&auml;tte den Ablauf der Festsetzungsfrist bis zu seiner unanfechtbaren Bescheidung gehemmt (&sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;3 AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sollte das &#8211;dem erkennenden Senat nicht vorliegende&#8211; &quot;Einspruchsschreiben&quot; allerdings von einem Angeh&ouml;rigen der rechts- oder steuerberatenden Berufe verfasst worden sein und in seinen Formulierungen so klar und eindeutig sein, dass es keine M&ouml;glichkeit einer Auslegung im Sinne eines formlosen &Auml;nderungsantrags bietet, wird das FA zu erw&auml;gen haben, ob auch bei eindeutigen Verfahrenserkl&auml;rungen fachkundiger Personen die M&ouml;glichkeit einer &#8211;&uuml;ber die blo&szlig;e Auslegung unklarer Erkl&auml;rungen hinausgehenden&#8211; Umdeutung besteht (vgl. hierzu verneinend BFH-Urteil vom 26.&nbsp;April 2006 II&nbsp;R&nbsp;35\/06, BFH\/NV 2006, 1800, unter II.1.; bejahend BFH-Urteil vom 20.&nbsp;August 2003 I&nbsp;R&nbsp;61\/01, BFHE 203, 135, BStBl II 2004, 616, unter&nbsp;II.2.b).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 31.7.2012, X B 164\/11 Sachaufkl&auml;rungspflicht des FG; Verletzung rechtlichen Geh&ouml;rs durch unterbliebene Mitteilung des Ergebnisses einer in einem anderen Verfahren durchgef&uuml;hrten Beweisaufnahme Tatbestand 1&nbsp; I. Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) &uuml;bergab am 27.&nbsp;September 2007 ge&auml;nderte Einkommensteuerbescheide f&uuml;r die Streitjahre 2000 und 2001, in denen es die Steuerfestsetzungen erh&ouml;ht hatte, an &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-164-11-sachaufklaerungspflicht-des-fg-verletzung-rechtlichen-gehoers-durch-unterbliebene-mitteilung-des-ergebnisses-einer-in-einem-anderen-verfahren-durchgefuehrten-beweisaufnahme\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;B&nbsp;164\/11 &#8211; Sachaufkl&auml;rungspflicht des FG; Verletzung rechtlichen Geh&ouml;rs durch unterbliebene Mitteilung des Ergebnisses einer in einem anderen Verfahren durchgef&uuml;hrten Beweisaufnahme<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-5668","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5668","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5668"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5668\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5668"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5668"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5668"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}