{"id":5676,"date":"2012-07-05T00:00:00","date_gmt":"2012-07-04T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=5676"},"modified":"2012-11-23T13:30:48","modified_gmt":"2012-11-23T11:30:48","slug":"iii-r-80-09-verfassungsmaessigkeit-des-abzugs-von-kinderbetreuungskosten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-80-09-verfassungsmaessigkeit-des-abzugs-von-kinderbetreuungskosten\/","title":{"rendered":"III&nbsp;R&nbsp;80\/09 &#8211; Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit des Abzugs von Kinderbetreuungskosten"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 5.7.2012, III R 80\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit des Abzugs von Kinderbetreuungskosten<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Es ist verfassungsgem&auml;&szlig;, den Abzug von Kinderbetreuungskosten vom Vorliegen bestimmter pers&ouml;nlicher Anspruchsvoraussetzungen (Erwerbst&auml;tigkeit, Ausbildung, l&auml;ngerfristige Erkrankung u.&auml;.) abh&auml;ngig zu machen. Bei der Auswahl der ma&szlig;geblichen Gr&uuml;nde kommt dem Gesetzgeber ein Typisierungsspielraum zu, den er mit &sect;&sect; 4f, 9 Abs. 5 Satz 1 und 10 Abs. 1 Nr. 8 EStG i.d.F. des Gesetzes zur steuerlichen F&ouml;rderung von Wachstum und Besch&auml;ftigung vom 26. April 2006 (BGBl I 2006, 1091) noch nicht &uuml;berschritten hat.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Die in diesen Vorschriften enthaltene Beschr&auml;nkung des Abzugs erwerbsbedingter und privater Kinderbetreuungskosten auf zwei Drittel der Aufwendungen und einen H&ouml;chstbetrag von 4.000 EUR je Kind verst&ouml;&szlig;t nicht gegen das Grundgesetz.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Eine Schwangerschaft stellt als solche keine Krankheit dar und berechtigt daher nicht zum Abzug privater Kinderbetreuungskosten.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<\/p>\n<p>4. Die Beschr&auml;nkung der Steuerbefreiung gem&auml;&szlig; &sect; 3 Nr. 33 EStG auf Arbeitnehmer verst&ouml;&szlig;t nicht gegen Art. 3 Abs. 1 GG.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die zusammen zur Einkommensteuer veranlagten Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) hatten im Streitjahr 2006 zwei leibliche Kinder, n&auml;mlich die 2004 geborene T und die im August des Streitjahres (2006) geborene F.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger ist als selbst&auml;ndiger Rechtsanwalt berufst&auml;tig. Die Kl&auml;gerin befand sich bis zur Geburt von T in der Ausbildung zur Erzieherin. Die sodann unterbrochene Ausbildung konnte von ihr auch im Laufe des Streitjahres nicht wieder aufgenommen werden. F&uuml;r die Betreuung ihrer Tochter T bei einer Tagesmutter hatten die Kl&auml;ger 2.063,79&nbsp;EUR zu zahlen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) versagte die steuerliche Ber&uuml;cksichtigung dieser Aufwendungen. Einspruch und Klage blieben erfolglos.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In ihrer Revision legen die Kl&auml;ger zun&auml;chst ausf&uuml;hrlich ihre pers&ouml;nliche und berufliche Lebenssituation im Streit- und in den Folgejahren dar. Sie r&uuml;gen die Verletzung von Bundesrecht, weil das Finanzgericht (FG) eine verfassungskonforme Interpretation der gesetzlichen Regelungen zur Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten (&sect;&sect;&nbsp;4f, 9 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 und 10 Abs.&nbsp;1 Nrn.&nbsp;5 und 8, 35a des Einkommensteuergesetzes &#8211;EStG&#8211;) unterlassen habe. Die im Streitfall anzuwendenden Vorschriften bzw. deren Umsetzung liefen auf eine Ungleichbehandlung ohne sachlichen Grund hinaus und diskriminierten bestimmte Lebensmodelle heutiger Familien. Sie w&uuml;rden schon deshalb in ihren Grundrechten verletzt, weil ein Arbeitnehmer &uuml;ber die Vorschrift des &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;33 EStG unabh&auml;ngig von sozialer Situation, Leistungsf&auml;higkeit und Berufst&auml;tigkeit des Partners Kinderbetreuungskosten im Vorschulalter der Kinder jedenfalls dann unbegrenzt steuerlich freigestellt erhielte, wenn er lediglich den Zahlungsweg &uuml;ber den Arbeitgeber w&auml;hle. Ein sachlicher Grund, warum ein Arbeitnehmer die Kinderbetreuung unbegrenzt steuerfrei erhalten k&ouml;nne, ein Selbst&auml;ndiger jedoch nicht, sei nicht erkennbar. Darin liege zugleich eine Verletzung des Grundrechts aus Art.&nbsp;12 des Grundgesetzes (GG). Dar&uuml;ber hinaus w&uuml;rden die gesetzlichen Regelungen zur Ber&uuml;cksichtigung von Kinderbetreuungskosten in Teilbereichen, aber auch in ihrer Gesamtheit den verfassungsrechtlichen Anforderungen, die das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) aufgestellt habe, nicht gerecht werden. Die Gesamtregelung sei schlicht willk&uuml;rlich. Das zeige schon die wahllose Verteilung der Abzugsm&ouml;glichkeiten auf eine Vielzahl verschiedener Tatbest&auml;nde. Dass die Abziehbarkeit auf zwei Drittel der Aufwendungen und eine H&ouml;chstgrenze beschr&auml;nkt werden k&ouml;nne, sei den Ausf&uuml;hrungen des BVerfG an keiner Stelle zu entnehmen. Dieses habe vielmehr schon die Ber&uuml;cksichtigung einer zumutbaren Eigenbelastung als verfassungswidrig angesehen (BVerfG-Beschluss vom 16.&nbsp;M&auml;rz 2005&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;7\/00, BVerfGE 112, 268, BGBl I 2005, 1622). Die danach gebotene volle Abziehbarkeit der Kosten k&ouml;nne auch nicht durch das Vorhandensein anderer Freibetr&auml;ge (&sect;&nbsp;32 EStG) gerechtfertigt werden. Soweit der Gesetzgeber f&uuml;r sich in Anspruch nehme, die Kinderbetreuung pauschal und nicht nach den tats&auml;chlichen Kosten zu ber&uuml;cksichtigen, d&uuml;rfe dies nicht willk&uuml;rlich erfolgen. Es m&uuml;ssten dann die &uuml;blichen Kosten angesetzt werden, die jedenfalls an ihrem Wohnort Hamburg nicht unter 4.560&nbsp;EUR im Jahr anzusetzen seien. Auch in der Festlegung der einzelnen Abzugsvoraussetzungen handele der Gesetzgeber willk&uuml;rlich und halte sich nicht an die Vorgaben des BVerfG. So komme es z.B. in &sect;&nbsp;4f EStG auf die Frage der Erwerbst&auml;tigkeit an, obgleich es hierauf nicht ankommen d&uuml;rfe. Es sei nicht erkennbar, warum nach den Verwaltungserlassen jede Erwerbst&auml;tigkeit, selbst eine geringf&uuml;gige, ausreiche, auf der anderen Seite aber selbst eine vollzeitige Ausbildung nicht gen&uuml;ge. Der numerus clausus von sozialen Gr&uuml;nden, die nach &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;8 EStG den Sonderausgabenabzug erm&ouml;glichten, sei sachlich nicht begr&uuml;ndet. Kinderbetreuungskosten seien danach zwar abziehbar, wenn sie, die Kl&auml;gerin, sich in Ausbildung befinde, nicht aber, wenn der Kinderbetreuungsplatz schlicht gehalten werden m&uuml;sse, um die Ausbildung k&uuml;nftig &uuml;berhaupt fortsetzen zu k&ouml;nnen. Betreuungskosten seien abziehbar, wenn sie (Kl&auml;gerin) krank sei, sie seien nicht abziehbar, wenn sie schon Kinder habe, sich nach Schwangerschaft, Geburt und in der Stillzeit schonen m&uuml;sse und deswegen auf eine Fremdbetreuung angewiesen sei. Der Hinweis des FG, Schwangerschaft sei keine Krankheit, sei zynisch. Auslegungsspielr&auml;ume beim Merkmal der Krankheit w&uuml;rden von Rechtsprechung und Finanzverwaltung nicht genutzt. So seien die lebensbedrohlichen Umst&auml;nde bei der Geburt von F nicht ber&uuml;cksichtigt worden. Andere Differenzierungsm&ouml;glichkeiten f&uuml;r den Sonderausgabenabzug w&uuml;rden dagegen vom Gesetzgeber nicht gew&auml;hlt. So spiele z.B. die Anzahl der bereits vorhandenen Kinder und der damit einhergehende Betreuungsaufwand ebenso wenig eine Rolle wie die gesundheitliche und physische Leistungsf&auml;higkeit der Mutter. Nach der Wertung des Art.&nbsp;6 GG m&uuml;sse es auch anerkannt werden, wenn Eltern die Fremdbetreuung &quot;lediglich&quot; aus p&auml;dagogischen Gr&uuml;nden f&uuml;r sinnvoll hielten. Ma&szlig;stab f&uuml;r die Abzugsf&auml;higkeit sei die freie Entscheidung der Eltern. Allein der Familie obliege die Bestimmung des Kindeswohls und die Entscheidung &uuml;ber die Kinderbetreuung. Eine Familie w&uuml;rde Kinderbetreuungskosten grunds&auml;tzlich nur dann veranlassen, wenn sie es f&uuml;r notwendig erachte. Die Tatsache des Geldeinsatzes indiziere unwiderleglich die Notwendigkeit der Kosten zur Sicherung der famili&auml;ren Existenz. Dies alles zeige, dass Kinderbetreuungskosten in voller H&ouml;he und unabh&auml;ngig von bestimmten Gr&uuml;nden steuerlich anerkannt werden m&uuml;ssten, wie es bei Arbeitnehmern &uuml;ber &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;33 EStG geschehe. Bezogen auf ihre konkrete Lebenssituation sei festzustellen, dass das von ihnen gew&auml;hlte Lebensmodell steuerlich und auch in anderen Rechtsbereichen, z.B. beim Elterngeld, diskriminiert werde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen, den Gerichtsbescheid des FG Hamburg vom 23.&nbsp;Oktober 2009&nbsp;&nbsp;6&nbsp;K&nbsp;123\/09 sowie die Einspruchsentscheidung des FA vom 8.&nbsp;Mai 2009 aufzuheben und den Einkommensteuerbescheid 2006 so zu &auml;ndern, dass die Kinderbetreuungskosten vollst&auml;ndig zum Abzug zugelassen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur&uuml;ckzuweisen. Das EStG in der im Streitjahr geltenden Fassung l&auml;sst den Abzug der bei den Kl&auml;gern angefallenen Kinderbetreuungskosten nicht zu. Das Verfassungsrecht gebietet einen solchen Abzug nicht. Deshalb kommt weder eine Aussetzung des Verfahrens und die Vorlage der Sache an das BVerfG gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;100 Abs.&nbsp;1 GG in Betracht noch besteht Anlass f&uuml;r eine verfassungskonforme Auslegung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Im Streitfall ist kein im Veranlagungszeitraum 2006 geltender Tatbestand des EStG, der den Abzug von Kinderbetreuungskosten erm&ouml;glicht, erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) &sect;&nbsp;4f EStG, der den Abzug erwerbsbedingter Kinderbetreuungskosten im Bereich der Gewinneinkunftsarten regelt, ist unanwendbar, weil die zusammenlebenden Kl&auml;ger nicht beiderseits erwerbst&auml;tig waren (&sect;&nbsp;4f Satz&nbsp;2 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 EStG ist nicht einschl&auml;gig, weil die Kinder der Kl&auml;ger im Streitjahr nicht zwischen drei und sechs Jahre alt waren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Auch der Sonderausgabenabzug gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;8 EStG scheidet aus, weil die auf den Steuerpflichtigen bezogenen Abzugsvoraussetzungen nicht vorliegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Aufwendungen f&uuml;r Dienstleistungen zur Betreuung eines haushaltszugeh&ouml;rigen Kindes, das das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, k&ouml;nnen dann abgezogen werden, wenn der Steuerpflichtige sich in Ausbildung befindet, k&ouml;rperlich, geistig oder seelisch behindert oder krank ist (&sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;8 Satz&nbsp;1 EStG). Erwachsen die Aufwendungen wegen Krankheit des Steuerpflichtigen, muss die Krankheit innerhalb eines zusammenh&auml;ngenden Zeitraums von mindestens drei Monaten bestanden haben, es sei denn, der Krankheitsfall tritt unmittelbar im Anschluss an eine Erwerbst&auml;tigkeit oder eine Ausbildung ein (&sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;8 Satz&nbsp;2 EStG). Bei zusammenlebenden Eltern ist der Abzug nur zul&auml;ssig, wenn bei beiden Elternteilen die Voraussetzungen nach Satz&nbsp;1 vorliegen oder ein Elternteil erwerbst&auml;tig ist und der andere Elternteil sich in Ausbildung befindet, k&ouml;rperlich, geistig oder seelisch behindert oder krank ist (&sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;8 Satz&nbsp;3 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die pers&ouml;nlichen Abzugsvoraussetzungen lagen nur beim erwerbst&auml;tigen Kl&auml;ger, nicht aber bei der Kl&auml;gerin vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Das FG ist rechtsfehlerfrei davon ausgegangen, dass die Kl&auml;gerin sich nicht &#8211;mehr&#8211; in Ausbildung befand, als sie diese nach der Geburt der &auml;ltesten Tochter unterbrach. Schon der Wortlaut des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;8 Satz&nbsp;1 EStG stellt mit der Formulierung &quot;sich in Ausbildung befindet&quot; nicht auf ein formales Weiterbestehen eines Ausbildungsverh&auml;ltnisses ab, sondern darauf, dass auf die Ausbildung gerichtete Ma&szlig;nahmen tats&auml;chlich durchgef&uuml;hrt werden. Es tritt grunds&auml;tzlich dann eine Unterbrechung der Ausbildung ein, sobald es an Ma&szlig;nahmen fehlt, die geeignet sind, dem Erwerb von Kenntnissen, F&auml;higkeiten und Erfahrungen im Hinblick auf die Aus&uuml;bung des angestrebten Berufs zu dienen. Nach der zum Berufsausbildungsbegriff des &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a EStG ergangenen Senatsrechtsprechung befindet sich daher eine Person nicht in einer Ausbildung, wenn sie diese unterbricht, um ein eigenes Kind zu betreuen (Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211;vom 15.&nbsp;Juli 2003 VIII&nbsp;R&nbsp;47\/02, BFHE 203, 106, BStBl II 2003, 848; vom 24.&nbsp;September 2009 III&nbsp;R&nbsp;79\/06, BFH\/NV 2010, 614). Gesichtspunkte f&uuml;r eine abweichende Beurteilung im Anwendungsbereich des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;8 EStG vermag der Senat nicht zu erkennen. Vielmehr entspricht es dem Zweck dieser Vorschrift, den Abzug der Kinderbetreuungskosten nur in solchen F&auml;llen zuzulassen, in denen die Eltern wegen Erwerbst&auml;tigkeit, tats&auml;chlich durchgef&uuml;hrter Ausbildung, l&auml;ngerer Erkrankung oder Behinderung an der pers&ouml;nlichen Betreuung ihres Kindes gehindert sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Der Senat pflichtet dem FG auch darin bei, dass eine Schwangerschaft als solche keine Krankheit darstellt (vgl. Urteil des Bundessozialgerichts vom 13.&nbsp;Februar 1975&nbsp;&nbsp;3&nbsp;RK&nbsp;68\/73, BSGE 39, 167; Sch&uuml;tze in: jurisPK-SGB&nbsp;V, 2.&nbsp;Aufl. 2012, &sect;&nbsp;24b Rz&nbsp;16, zur Rechtslage im Sozialversicherungsrecht; a.A. Steiner in Lademann, EStG, &sect;&nbsp;9c Rz&nbsp;38). Denn der Begriff der Krankheit setzt einen anormalen k&ouml;rperlichen, geistigen oder seelischen Zustand voraus, der den Betroffenen &quot;in der Aus&uuml;bung normaler psychischer oder k&ouml;rperlicher Funktionen&quot; derart beeintr&auml;chtigt, dass er nach herrschender Auffassung einer medizinischen Behandlung bedarf (BFH-Urteil vom 10.&nbsp;Mai 2007 III&nbsp;R&nbsp;47\/05, BFHE 218, 141, BStBl II 2007, 871). Anormal ist der k&ouml;rperliche Zustand einer Frau nicht, wenn sie schwanger wird, sondern dann, wenn sie nicht schwanger werden kann (zur Empf&auml;ngnisunf&auml;higkeit als Krankheit vgl. BFH-Urteil in BFHE 218, 141, BStBl II 2007, 871). Krank i.S. des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;8 EStG ist eine Schwangere demnach nur in solchen F&auml;llen, in denen w&auml;hrend der Schwangerschaft l&auml;nger als drei Monate andauernde gesundheitliche Komplikationen auftreten (schwangerschaftsbedingte Erkrankung, z.B. wochenlanger Krankenhausaufenthalt oder medizinisch indizierte Schonung zur Vermeidung einer Fr&uuml;hgeburt).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dass die Kl&auml;gerin, abgesehen von der Schwangerschaft, im Sinne des Gesetzestatbestands mehrmonatig krank gewesen ist, hat das FG als Tatsacheninstanz nicht festgestellt. Verfahrensr&uuml;gen, etwa einen Versto&szlig; gegen &sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO oder gegen &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO, haben die Kl&auml;ger nicht erhoben. Ihr Revisionsvorbringen, wonach sich an die unter lebensbedrohlichen Umst&auml;nden erfolgte Geburt von F eine mehrw&ouml;chige Erkrankung der Kl&auml;gerin anschloss, kann daher nicht ber&uuml;cksichtigt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Eine Steuererm&auml;&szlig;igung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;35a EStG scheidet aus, weil die Dienstleistungen der Tagesmutter nicht im Haushalt der Kl&auml;ger erbracht wurden (Schmidt\/Kr&uuml;ger, EStG, 31.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;35a Rz&nbsp;4&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die im EStG vorgesehenen Einschr&auml;nkungen f&uuml;r den Abzug von Kinderbetreuungskosten versto&szlig;en nicht gegen Grundrechte der Kl&auml;ger.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das GG gebietet die einkommensteuerliche Ber&uuml;cksichtigung des Betreuungsbedarfs eines Kindes nach folgenden Ma&szlig;st&auml;ben:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach der Rechtsprechung des BVerfG besteht der Betreuungsbedarf eines Kindes als notwendiger Bestandteil des famili&auml;ren Existenzminimums unabh&auml;ngig von Krankheit, Behinderung oder Erwerbst&auml;tigkeit der Eltern. Die auf diesem Bedarf beruhende Minderung der steuerlichen Leistungsf&auml;higkeit muss deswegen bei allen Eltern ber&uuml;cksichtigt werden, ohne dass danach unterschieden werden d&uuml;rfte, in welcher Weise dieser Bedarf gedeckt wird (BVerfG-Beschluss vom 10.&nbsp;November 1998&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;1057\/91 u.a., BVerfGE 99, 216, BStBl II 1999, 182; vgl. auch BVerfG-Beschluss vom 23.&nbsp;November 1999&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;1455\/98, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung &#8211;HFR&#8211; 2000, 219).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Hinblick auf erwerbsbedingte Kinderbetreuungskosten hat das BVerfG nach Auffassung des Senats seine Rechtsprechung dahingehend pr&auml;zisiert, dass das Gebot der horizontalen Steuergleichheit sowie das Benachteiligungsverbot aus Art.&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 GG es zumindest gebieten, die durch solche Kosten entstandene tats&auml;chliche Minderung der finanziellen Leistungsf&auml;higkeit zu ber&uuml;cksichtigen. Denn Kinderlose mit gleichem Einkommen haben eine solche Einbu&szlig;e an finanzieller Leistungsf&auml;higkeit nicht. Bei der Umsetzung dieser Mindestanforderung steht es dem Gesetzgeber grunds&auml;tzlich frei, ob er solche Aufwendungen wegen ihrer Veranlassung durch die Erwerbst&auml;tigkeit den Werbungskosten und Betriebsausgaben zuordnet oder durch eine spezielle Norm, wie z.B. &sect;&nbsp;33c EStG 1997, als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen fingiert und damit die private (Mit-)Veranlassung &#8211;die elterliche Entscheidung f&uuml;r Kinder, die eine Betreuung erst erforderlich macht&#8211; systematisch in den Vordergrund stellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Gesetzgeber hat in jedem Fall aber zu beachten, dass Art.&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 GG die elterliche Entscheidung f&uuml;r Kinder unter besonderen Schutz stellt und verbietet, erwerbst&auml;tigen Eltern bei der Einkommensbesteuerung die &quot;Vermeidbarkeit&quot; ihrer Kinder entgegenzuhalten. Erwerbsbedingt notwendige Kinderbetreuungskosten m&uuml;ssen daher zumindest als zwangsl&auml;ufige Aufwendungen der grundrechtlich gesch&uuml;tzten privaten Lebensf&uuml;hrung grunds&auml;tzlich in realit&auml;tsgerechter H&ouml;he abziehbar sein. Der Gesetzgeber ist allerdings berechtigt, mit einer sachgerechten Pauschalierung eine Obergrenze festzulegen und damit zu bestimmen, wieweit die dem Grunde nach zwangsl&auml;ufigen Kinderbetreuungskosten im typischen Fall auch der H&ouml;he nach zwangsl&auml;ufig sind (BVerfG-Beschluss in BVerfGE 112, 268, BGBl I 2005, 1622).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei der steuerlichen Behandlung von Unterhaltskosten, zu denen auch Aufwendungen f&uuml;r die Kinderbetreuung rechnen, ist schlie&szlig;lich die grunds&auml;tzliche Befugnis des Gesetzgebers zur Vereinfachung und Typisierung zu beachten. Diese Befugnis erlaubt es ihm, generalisierende, typisierende und pauschalierende Regelungen zu treffen, ohne wegen der damit unvermeidlich verbundenen H&auml;rten gegen den allgemeinen Gleichheitssatz zu versto&szlig;en (BVerfG-Beschluss in BVerfGE 112, 268, BGBl I 2005, 1622, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Erg&auml;nzend zur Rechtsprechung des BVerfG zur Ber&uuml;cksichtigung erwerbsbedingter Kinderbetreuungskosten ist es verfassungsrechtlich nach Auffassung des Senats auch geboten, Kinderbetreuungskosten, die aus anderen Gr&uuml;nden als der Erwerbst&auml;tigkeit eines alleinstehenden Elternteils oder der beiderseitigen Erwerbst&auml;tigkeit der zusammenlebenden Eltern notwendig sind, als zwangsl&auml;ufige Aufwendungen der grundrechtlich gesch&uuml;tzten privaten Lebensf&uuml;hrung grunds&auml;tzlich in realit&auml;tsgerechter H&ouml;he zum Abzug zuzulassen. Denn auch alleinstehenden kranken oder behinderten Eltern oder zusammenlebenden Eltern, die wegen Erwerbst&auml;tigkeit des einen Elternteils und Behinderung, l&auml;ngerer Erkrankung oder Ausbildung des anderen Elternteils den Betreuungsbedarf ihrer Kinder nicht selbst abdecken k&ouml;nnen, erwachsen beim Fehlen kostenfreier Betreuungsm&ouml;glichkeiten (z.B. bei den Gro&szlig;eltern) zwangsl&auml;ufige Aufwendungen f&uuml;r die Betreuung, die ihre finanzielle Leistungsf&auml;higkeit im Vergleich zu kinderlosen Steuerpflichtigen mindern. Daher sind neben erwerbsbedingten Betreuungskosten unter bestimmten Voraussetzungen auch zwangsl&auml;ufige &quot;private&quot; Betreuungskosten in realit&auml;tsgerechter H&ouml;he zum Abzug zuzulassen (gleicher Auffassung z.B. Sch&ouml;n, Deutsches Steuerrecht &#8211;DStR&#8211; 1999, 1677; Tiedchen, Betriebs-Berater 1999, 1681; Kr&ouml;mker in Herrmann\/ Heuer\/Raupach &#8211;HHR&#8211;, Stand September&nbsp;2010, &sect;&nbsp;9c EStG Rz&nbsp;3; vgl. auch BVerfG-Urteil vom 3.&nbsp;November 1982&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;620\/78 u.a., BVerfGE 61, 319).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die gesetzlichen Vorschriften zur Ber&uuml;cksichtigung des Betreuungsbedarfs gen&uuml;gten im Streitjahr 2006 den dargestellten verfassungsrechtlichen Anforderungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Dem Betreuungsbedarf von F und T wurde durch den Freibetrag f&uuml;r Betreuung und Erziehung oder Ausbildung &#8211;BEA-Freibetrag&#8211; gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;6 EStG Rechnung getragen. Mit dem BEA-Freibetrag werden auch Fremdbetreuungskosten abgegolten (BFH-Urteile vom 29.&nbsp;Mai 2008 III&nbsp;R&nbsp;108\/07, BFH\/NV 2008, 1822; vom 23.&nbsp;April 2009 VI&nbsp;R&nbsp;60\/06, BFHE 225, 28, BStBl II 2010, 267; BVerfG-Beschluss vom 20.&nbsp;Oktober 2010&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;2064\/08, HFR 2011, 208). Die von den Kl&auml;gern im Streitjahr aufgewandten Betr&auml;ge f&uuml;r die Tagesmutter blieben steuerlich demnach nicht unber&uuml;cksichtigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Soweit die mit dem Gesetz zur steuerlichen F&ouml;rderung von Wachstum und Besch&auml;ftigung vom 26.&nbsp;April 2006 (BGBl I 2006, 1091) eingef&uuml;hrten Tatbest&auml;nde der &sect;&sect;&nbsp;4f, 9 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 EStG (erwerbsbedingte Kinderbetreuungskosten) und &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;8 EStG (&quot;private&quot; Kinderbetreuungskosten) den Abzug auf zwei Drittel der Aufwendungen und einen H&ouml;chstbetrag beschr&auml;nken, werden dadurch &#8211;entgegen der Meinung der Revision&#8211; Grundrechte von Steuerpflichtigen mit unterhaltsberechtigten Kindern nicht verletzt. Ein Abzug der Kosten in der tats&auml;chlich angefallenen H&ouml;he ist verfassungsrechtlich nicht geboten. Zur n&auml;heren Begr&uuml;ndung verweist der Senat auf sein Urteil vom 9.&nbsp;Februar 2012 III&nbsp;R&nbsp;67\/09 (BStBl II 212, 567, DStR 2012, 1220).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Auch die in &sect;&sect;&nbsp;4f, 9 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 und 10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;8 EStG enthaltenen Beschr&auml;nkungen des Abzugs dem Grunde nach &#8211;und damit der Ausschluss der Kl&auml;ger von den &uuml;ber den BEA-Freibetrag hinausgehenden Entlastungen&#8211; sind verfassungsrechtlich noch hinnehmbar. Der Gesetzgeber war ausgehend von seiner Vereinfachungsbefugnis grunds&auml;tzlich berechtigt, den Abzug auf die typischen F&auml;lle zu beschr&auml;nken, in denen Kinderbetreuungskosten zwangsl&auml;ufig anfallen. Die mit der Beschr&auml;nkung verbundene H&auml;rte, dass im Einzelfall vom Gesetz nicht erfasste Umst&auml;nde eintreten k&ouml;nnen, die eine Fremdbetreuung und die Entstehung entsprechender Aufwendungen ebenso unabweisbar machen, haben die davon betroffenen Steuerpflichtigen hinzunehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Bezogen auf die im Streitfall zur Beurteilung anstehende Personengruppe der zusammenlebenden Eltern mit Kindern, die das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, erm&ouml;glichen die Tatbest&auml;nde der &sect;&sect;&nbsp;4f, 9 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 und 10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;8 EStG den Abzug von Kinderbetreuungskosten bei Vorliegen der Zwangsl&auml;ufigkeitsgr&uuml;nde Erwerbst&auml;tigkeit, Ausbildung, l&auml;ngere Erkrankung und Behinderung. In Person eines jeden Elternteils muss mindestens einer der Gr&uuml;nde verwirklicht sein. Liegt in der Person eines Elternteils ein solcher Grund nicht vor, dann geht der Gesetzgeber typisierend davon aus, dass dieser Elternteil die Eigenbetreuung des Kindes &uuml;bernehmen kann und Aufwendungen f&uuml;r die Kinderbetreuung nicht oder jedenfalls nicht zwangsl&auml;ufig entstehen (vgl. HHR\/Kr&ouml;mker, Stand September 2010, &sect;&nbsp;9c EStG Rz&nbsp;3).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Der Senat ist der Auffassung, dass sich der Gesetzgeber mit der Auswahl der rechtlich relevanten Zwangsl&auml;ufigkeitsgr&uuml;nde noch innerhalb der Grenzen seiner Typisierungsbefugnis gehalten hat. Bei s&auml;mtlichen im Gesetz genannten Gr&uuml;nden handelt es sich zweifelsohne um Lebenssituationen, in denen eine Fremdbetreuung notwendig werden kann. Der Gesetzgeber kn&uuml;pfte insoweit an eine l&auml;ngere Gesetzgebungstradition an. So enthielt bereits &sect;&nbsp;33c EStG i.d.F. des Steuersenkungsgesetzes 1986\/1988 vom 26.&nbsp;Juni 1985 (BGBl I 1985, 1153) dieselben &quot;Zwangsl&auml;ufigkeitsgr&uuml;nde&quot;. Bereits in dieser Fassung war die Ber&uuml;cksichtigung des Krankheitsfalles an die zus&auml;tzliche Voraussetzung gekn&uuml;pft, dass diese innerhalb eines zusammenh&auml;ngenden Zeitraums von drei Monaten bestanden haben muss. Der damit verbundene Ausschluss k&uuml;rzerer Erkrankungen kann im Einzelfall zwar zu H&auml;rten f&uuml;hren, diese sind aber von den Steuerpflichtigen als unvermeidliche Folge jeder Typisierung hinzunehmen. Keine Willk&uuml;r stellt es &#8211;entgegen der Auffassung der Revision&#8211; dar, dass der Gesetzgeber Schwangerschaft nicht erfasst hat. Denn die Erw&auml;gung, dass gesundheitliche Gr&uuml;nde der Eigenbetreuung bereits vorhandener Kinder durch die schwangere Mutter typischerweise nicht entgegenstehen, ist sachlich noch nachvollziehbar. Denn Schwangere sind, wie oben dargestellt, eben nicht per se krank. Der Gesetzgeber konnte zudem davon ausgehen, dass beim Auftreten von besonderen Erschwernissen und Beschwerden w&auml;hrend der Schwangerschaft h&auml;ufig der Krankheitsbegriff erf&uuml;llt sein wird. Allerdings erscheint es dem Senat durchaus zweifelhaft, ob nicht weitere Zwangsl&auml;ufigkeitsgr&uuml;nde h&auml;tten einbezogen werden m&uuml;ssen. Ein Bedarf an Fremdbetreuung kann n&auml;mlich insbesondere auch dann unabweisbar entstehen, wenn bei Erwerbst&auml;tigkeit des einen Elternteils eine gr&ouml;&szlig;ere Zahl minderj&auml;hriger Kinder zu betreuen ist (vgl. Seiler, DStR 2006, 1631). Auch bei dem gesellschaftlich festzustellenden Trend zur Ein- oder Zwei-Kind-Familie d&uuml;rfte es sich immer noch um einen typischen Lebenssachverhalt handeln. Eine &quot;Hinwegtypisierung&quot; dieser F&auml;lle d&uuml;rfte zudem mit Art.&nbsp;6 GG schwerlich zu vereinbaren sein. Im Streitfall war eine solche Situation allerdings nicht gegeben. Vorliegend kumulierten nach dem Revisionsvorbringen der Kl&auml;ger vielmehr Belastungen verschiedenster Art (Z&ouml;liakieerkrankung der &auml;lteren Tochter, unzureichende staatliche Betreuungsangebote, Schwangerschaft, Risikogeburt, nicht unbegrenzt zul&auml;ssige Unterbrechung der Berufsausbildung der Kl&auml;gerin, hohe berufliche Beanspruchung des Kl&auml;gers u.&auml;.) zu einer Gesamtsituation, die die Kl&auml;ger ohne Inanspruchnahme einer Tagesmutter nicht meistern zu k&ouml;nnen glaubten. Nach Auffassung des Senats handelte es sich hierbei allerdings um eine H&auml;rte des Einzelfalles, die die Verfassungswidrigkeit eines Gesetzes nicht zu begr&uuml;nden vermag.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Der vom Vorliegen bestimmter Zwangsl&auml;ufigkeitsgr&uuml;nde unabh&auml;ngige Abzug von Kinderbetreuungskosten, den die Kl&auml;ger fordern und der mit Inkrafttreten des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 EStG i.d.F. des Steuervereinfachungsgesetzes 2011 vom 1.&nbsp;November 2011 (BGBl I 2011, 2131, BStBl I 2011, 986; vgl. BTDrucks 17\/5125, S.&nbsp;37) Wirklichkeit geworden ist, ist verfassungsrechtlich nicht zwingend geboten. Zwar werden Eltern Aufwendungen f&uuml;r die Kinderbetreuung typischerweise nur dann in nennenswertem Umfang t&auml;tigen, wenn dies aus beruflichen, gesundheitlichen, p&auml;dagogischen, famili&auml;ren oder sonstigen Gr&uuml;nden notwendig ist, so dass die ab 2012 geltende Regelung rechtspolitisch begr&uuml;&szlig;enswert erscheint. Verfassungsrechtlich war der Gesetzgeber jedoch nur gehalten, zwangsl&auml;ufige Aufwendungen f&uuml;r Kinderbetreuung zum Abzug zuzulassen, und ferner dazu berechtigt, die Zwangsl&auml;ufigkeitsgr&uuml;nde typisierend und abschlie&szlig;end tatbestandlich zu erfassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Der Senat ist ferner nicht davon &uuml;berzeugt, dass die Beschr&auml;nkung der Steuerbefreiung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;33 EStG auf Arbeitnehmer gegen Verfassungsrecht verst&ouml;&szlig;t.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;33 EStG sind steuerfrei zus&auml;tzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbrachte Leistungen des Arbeitgebers zur Unterbringung und Betreuung von nicht schulpflichtigen Kindern der Arbeitnehmer in Kinderg&auml;rten oder vergleichbaren Einrichtungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Kl&auml;ger erf&uuml;llen die tatbestandlichen Voraussetzungen der Steuerbefreiungsnorm nicht. Sie sind keine Arbeitnehmer und bezogen im Streitjahr weder Arbeitslohn noch zus&auml;tzliche Leistungen f&uuml;r die Betreuung ihrer Kinder von einem Arbeitgeber. Die von ihnen begehrte Steuerbefreiung eines entsprechenden Teils der Einnahmen des Kl&auml;gers aus freiberuflicher T&auml;tigkeit kann ihnen auch im Wege verfassungskonformer Auslegung nicht gew&auml;hrt werden. Die verfassungskonforme Auslegung einer Norm ist dann geboten, wenn unter Ber&uuml;cksichtigung von Wortlaut, Entstehungsgeschichte, Gesamtzusammenhang und Zweck mehrere Deutungen m&ouml;glich sind, von denen jedenfalls eine zu einem verfassungsgem&auml;&szlig;en Ergebnis f&uuml;hrt. Grenzen werden der verfassungskonformen Auslegung durch den Wortlaut und den Gesetzeszweck gezogen. Ein Normverst&auml;ndnis, das mit dem Wortlaut nicht mehr in Einklang zu bringen ist, kann durch verfassungskonforme Auslegung ebenso wenig gewonnen werden wie ein solches, das in Widerspruch zu dem klar erkennbaren Willen des Gesetzes treten w&uuml;rde (z.B. BVerfG-Beschluss vom 15.&nbsp;Oktober 1996&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvL&nbsp;44\/92, 1&nbsp;BvL&nbsp;48\/92, BVerfGE 95, 64, BGBl I 1997, 549, m.w.N.). Vorliegend setzt der m&ouml;gliche Wortsinn der &#8211;steuerrechtlich gekl&auml;rten&#8211; Begriffe Arbeitnehmer, Arbeitgeber und Arbeitslohn der Auslegung klare Grenzen. Der Anwendungsbereich der Norm kann im Auslegungswege nicht auf die Kl&auml;ger erstreckt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Der Gesetzgeber war auch nicht von Verfassungs wegen aus Gr&uuml;nden der Gleichbehandlung (Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG) verpflichtet, die f&uuml;r die Betreuung der Kinder eingesetzten Teile des vom Kl&auml;ger erzielten Gewinns aus freiberuflicher T&auml;tigkeit steuerfrei zu belassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Da mit dem BEA-Freibetrag und den Abz&uuml;gen gem&auml;&szlig; &sect;&sect;&nbsp;4f, 9 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 und 10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;8 EStG die verfassungsrechtlichen Vorgaben zur steuerlichen Ber&uuml;cksichtigung des Betreuungsbedarfs von Kindern bei allen Steuerpflichtigen &#8211;einschlie&szlig;lich derjenigen, die Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit erzielen&#8211; bereits erf&uuml;llt werden, kommt der Steuerbefreiung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;33 EStG lediglich eine erg&auml;nzende Funktion zu. Mit der Vorschrift wollte der Gesetzgeber erreichen, dass insbesondere Zusch&uuml;sse des Arbeitgebers f&uuml;r die Betreuung von Kindern in betriebsfremden Kinderg&auml;rten &#8211;nach damaliger Rechtsprechung steuerpflichtiger Arbeitslohn (BFH-Urteil vom 25.&nbsp;Juli 1986 VI&nbsp;R&nbsp;203\/83, BFHE 147, 357, BStBl II 1986, 868)&#8211; und der Vorteil aus der kostenlosen Betreuung in Betriebskinderg&auml;rten &#8211;nach fr&uuml;herer Rechtsprechung kein Arbeitslohn (so BFH-Urteil vom 24.&nbsp;Januar 1975 VI&nbsp;R&nbsp;242\/71, BFHE 114, 496, BStBl II 1975, 340)&#8211; aus Gr&uuml;nden der Gleichbehandlung steuerlich nicht erfasst werden. Er erkannte zwar, dass sich die Gleichbehandlung auch durch Besteuerung erreichen l&auml;sst. Doch hielt er die Nichtbesteuerung beider Fallgruppen f&uuml;r eine sachgerechte soziale Ma&szlig;nahme (BTDrucks 12\/1466, S.&nbsp;1). Demnach verfolgte der Gesetzgeber mit &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;33 EStG keine Fiskalzwecke, sondern F&ouml;rderungs- und Lenkungszwecke (vgl. Seiler, Zeitschrift f&uuml;r das gesamte Familienrecht 2006, 1717; v.&nbsp;Beckerath, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, EStG, &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;33 Rz&nbsp;B&nbsp;33\/14).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Derartige Normen, mit denen der Gesetzgeber ein ihm aus wirtschafts-, sozial-, umwelt- oder gesellschaftspolitischen Gr&uuml;nden erw&uuml;nschtes Verhalten der B&uuml;rger f&ouml;rdern will, m&uuml;ssen gleichheitsgerecht ausgestaltet sein. Der F&ouml;rderungs- und Lenkungszweck muss zudem von einer erkennbaren gesetzgeberischen Entscheidung getragen sein. Allerdings kommt dem Gesetzgeber insbesondere hinsichtlich der sachgerechten Abgrenzung des Kreises der Beg&uuml;nstigten ein weiter Beurteilungs- und Entscheidungsspielraum zu (vgl. BVerfG-Urteil vom 20.&nbsp;April 2004&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;1748\/99, 1&nbsp;BvR&nbsp;905\/00, BVerfGE 110, 274; BVerfG-Beschluss vom 21.&nbsp;Juni 2006&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;2\/99, BVerfGE 116, 164, BGBl I 2006, 1857). Nach der Rechtsprechung des BVerfG erw&auml;chst aus Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG aus einer Steuerverg&uuml;nstigung f&uuml;r eine Gruppe grunds&auml;tzlich kein Anspruch einer anderen Gruppe auf eine andere Steuerverg&uuml;nstigung, die wirtschaftlich zu einer vergleichbaren Entlastung f&uuml;hrt (BVerfG-Urteil in BVerfGE 110, 274; BVerfG-Beschluss vom 20.&nbsp;April 2004&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;610\/00, HFR 2004, 696; vgl. auch BFH-Urteil vom 15.&nbsp;September 2011 VI&nbsp;R&nbsp;6\/09, BFHE 235, 252, BStBl II 2012, 144).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Der Gesetzgeber hat seinen Beurteilungsspielraum nicht &uuml;berschritten. Die Kl&auml;ger haben aus Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG keinen Anspruch auf eine &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;33 EStG vergleichbare Entlastung. Es ist sachlich vertretbar, diese Steuerverg&uuml;nstigung auf Arbeitnehmer zu beschr&auml;nken. Arbeitnehmer sind typischerweise in der Festlegung ihrer Arbeitszeiten fremdbestimmt und von daher besonders auf die arbeitsbegleitende Betreuung ihrer Kinder angewiesen. Nach der konkreten Ausgestaltung der Norm werden au&szlig;erdem nur zus&auml;tzliche Arbeitgeberleistungen beg&uuml;nstigt. Mit dieser Regelung soll die Umwandlung von ohnehin geschuldetem Arbeitslohn in steuerfreie Kinderbetreuungszusch&uuml;sse ausgeschlossen werden (vgl. BTDrucks 12\/5016, S.&nbsp;85; vgl. auch Urteil des Nieders&auml;chsischen FG vom 16.&nbsp;Juni 2011&nbsp;&nbsp;11&nbsp;K&nbsp;192\/10, Entscheidungen der Finanzgerichte 2012, 556, nicht rechtskr&auml;ftig, Revision VI&nbsp;R&nbsp;54\/11 anh&auml;ngig). Mit dem Angebot der Steuerfreiheit will der Gesetzgeber also einen Anreiz schaffen, dass der Arbeitgeber derartige arbeitsvertraglich nicht geschuldete Zusatzleistungen &#8211;Zusch&uuml;sse oder Zurverf&uuml;gungstellung betrieblicher Betreuungsm&ouml;glichkeiten&#8211; &uuml;berhaupt erst gew&auml;hrt. Die damit beabsichtigte Verhaltenslenkung beim Arbeitgeber, die die Bereitstellung erheblicher Mittel zugunsten der gesamtgesellschaftlichen Aufgabe &quot;qualifizierte Kinderbetreuung&quot; ausl&ouml;sen soll, ist bei der Gruppe der Selbst&auml;ndigen so nicht erreichbar. Gleichzeitig greift das vom Gesetzgeber gew&auml;hlte Instrument bei dem sehr gro&szlig;en Personenkreis der abh&auml;ngig Besch&auml;ftigten und l&auml;sst die Erwartung nachvollziehbar erscheinen, dass der gew&uuml;nschte sozial- und bildungspolitische Effekt (F&ouml;rderung des Kindergartenbesuchs, Einrichtung von Betriebskinderg&auml;rten durch den Arbeitgeber und Inanspruchnahme dieser Leistung durch den Arbeitnehmer) in der Breite erreicht werden kann. Betrachtet man die Entstehungsgeschichte der Vorschrift und ihre konkrete tatbestandliche Ausgestaltung, so wird deutlich, dass die Verfolgung dieses sozialen F&ouml;rderzwecks auf einer erkennbaren gesetzgeberischen Entscheidung beruht. Unberechtigte Doppelbeg&uuml;nstigungen der Arbeitnehmer, die gegen die Norm ins Feld gef&uuml;hrt werden k&ouml;nnten, sind ausgeschlossen. Denn soweit Arbeitnehmer gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;33 EStG steuerfreien Ersatz ihrer Aufwendungen erhalten, sind sie vom Abzug nach &sect;&sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 und 10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 und 8 EStG ausgeschlossen (Schmidt\/Heinicke, EStG, 31.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;9c Rz&nbsp;4; Geserich, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, a.a.O., &sect;&nbsp;4f Rz&nbsp;A&nbsp;33).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 5.7.2012, III R 80\/09 Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit des Abzugs von Kinderbetreuungskosten Leits&auml;tze 1. Es ist verfassungsgem&auml;&szlig;, den Abzug von Kinderbetreuungskosten vom Vorliegen bestimmter pers&ouml;nlicher Anspruchsvoraussetzungen (Erwerbst&auml;tigkeit, Ausbildung, l&auml;ngerfristige Erkrankung u.&auml;.) abh&auml;ngig zu machen. Bei der Auswahl der ma&szlig;geblichen Gr&uuml;nde kommt dem Gesetzgeber ein Typisierungsspielraum zu, den er mit &sect;&sect; 4f, 9 Abs. 5 Satz &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-80-09-verfassungsmaessigkeit-des-abzugs-von-kinderbetreuungskosten\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">III&nbsp;R&nbsp;80\/09 &#8211; Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit des Abzugs von Kinderbetreuungskosten<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-5676","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5676","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5676"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5676\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5676"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5676"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5676"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}