{"id":56825,"date":"2013-08-14T18:48:52","date_gmt":"2013-08-14T16:48:52","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=56825"},"modified":"2013-08-14T18:48:52","modified_gmt":"2013-08-14T16:48:52","slug":"iv-r-11-10-auslegung-eines-antrags-auf-fortgeltung-einer-frueheren-rechtslage-nach-massgabe-einer-verwaltungsseitig-gewaehrten-vertrauensschutzregelung-rechtsfolgen-des-identitaetswahrenden-formwechse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-11-10-auslegung-eines-antrags-auf-fortgeltung-einer-frueheren-rechtslage-nach-massgabe-einer-verwaltungsseitig-gewaehrten-vertrauensschutzregelung-rechtsfolgen-des-identitaetswahrenden-formwechse\/","title":{"rendered":"IV&nbsp;R&nbsp;11\/10 &#8211; Auslegung eines Antrags auf Fortgeltung einer fr&uuml;heren Rechtslage nach Ma&szlig;gabe einer verwaltungsseitig gew&auml;hrten Vertrauensschutzregelung &#8211; Rechtsfolgen des identit&auml;tswahrenden Formwechsels einer Personengesellschaft &#8211; Gesellschafterhaftung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.4.2013, IV R 11\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Auslegung eines Antrags auf Fortgeltung einer fr&uuml;heren Rechtslage nach Ma&szlig;gabe einer verwaltungsseitig gew&auml;hrten Vertrauensschutzregelung &#8211; Rechtsfolgen des identit&auml;tswahrenden Formwechsels einer Personengesellschaft &#8211; Gesellschafterhaftung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>A. Die &#8230; GmbH &#038; Co. GbR mit beschr&auml;nkter Haftung wie eine GmbH &#038; Co. KG (A-GbR) wurde mit notariell beurkundetem Gesellschaftsvertrag vom &#8230; 1994 gegr&uuml;ndet. Ihre T&auml;tigkeit beschr&auml;nkte sich auf die private Verm&ouml;gensverwaltung der im Gesamthandsverm&ouml;gen der Gesellschafter befindlichen Verm&ouml;gensgegenst&auml;nde. Die A-GbR ermittelte ihren Gewinn durch Betriebsverm&ouml;gensvergleich (&sect;&sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;1, 5 des Einkommensteuergesetzes &#8211;EStG&#8211; 1994 ).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Noch 1994 &uuml;bertrug die Z-Gemeinschaft, an der die f&uuml;nf Gesellschafter der A-GbR ebenfalls beteiligt waren, eine R&uuml;cklage nach &sect;&nbsp;6b EStG 1994 in H&ouml;he von &#8230; DM auf Anschaffungskosten der A-GbR f&uuml;r Grundst&uuml;cke, Geb&auml;ude und Wertpapiere. Die Zul&auml;ssigkeit der &Uuml;bertragung war zuvor durch den Beklagten und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) durch verbindliche Auskunft vom 4.&nbsp;Oktober 1994 best&auml;tigt worden, weil nach damaliger und in H&nbsp;138 Abs.&nbsp;6 des Amtlichen Einkommensteuer-Handbuchs 1996 und 1999 ver&ouml;ffentlichter Auffassung der Finanzverwaltung auch verm&ouml;gensverwaltende Personengesellschaften durch das Hinzutreten einer GmbH die gewerbliche Pr&auml;gung erlangten, wenn die rechtsgesch&auml;ftliche Haftung der au&szlig;er der Kapitalgesellschaft an der GbR beteiligten Gesellschafter allgemein und im Au&szlig;enverh&auml;ltnis erkennbar auf ihre Einlage beschr&auml;nkt war. Die Finanzverwaltung folgte insoweit der seinerzeitigen Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) etwa im Urteil vom 11.&nbsp;Dezember 1986 IV&nbsp;R&nbsp;222\/84 (BFHE 149, 149, BStBl II 1987, 553). Diese beruhte wiederum auf der damaligen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH), wonach durch eine Beschr&auml;nkung der Vertretungsmacht und ein entsprechendes Auftreten des vertretenden Gesellschafters einer GbR eine beschr&auml;nkte Haftung f&uuml;r vertragliche Verbindlichkeiten &#8211;auch hinsichtlich einzelner Gesellschafter&#8211; auf das Gesellschaftsverm&ouml;gen herbeigef&uuml;hrt werden konnte (BGH-Urteile vom 25.&nbsp;Juni 1973 II&nbsp;ZR&nbsp;133\/70, BGHZ 61, 59; vom 26.&nbsp;November 1979 II&nbsp;ZR&nbsp;256\/78, Neue Juristische Wochenschrift &#8211;NJW&#8211; 1980, 784; vom 10.&nbsp;Mai 1971 II&nbsp;ZR&nbsp;177\/68, NJW 1971, 1698; vom 12.&nbsp;M&auml;rz 1990 II&nbsp;ZR&nbsp;312\/88, Neue Juristische Wochenschrift- Rechtsprechungs-Report Zivilrecht &#8211;NJW-RR&#8211; 1990, 867).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Rechtsprechung gab der BGH allerdings mit Urteil vom 27.&nbsp;September 1999 II&nbsp;ZR&nbsp;371\/98 (BGHZ 142, 315) auf und vertrat nunmehr die Auffassung, die Gesellschafter w&uuml;rden f&uuml;r die im Namen einer GbR begr&uuml;ndeten Verbindlichkeiten kraft Gesetzes auch pers&ouml;nlich haften. Diese Haftung k&ouml;nne nicht durch einen Namenszusatz oder einen anderen den Willen, nur beschr&auml;nkt f&uuml;r diese Verpflichtungen einzustehen, verdeutlichenden Hinweis, sondern nur durch eine individualvertragliche Vereinbarung ausgeschlossen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aufgrund der beschriebenen Rechtsprechungs&auml;nderung &auml;nderten die Gesellschafter der A-GbR bereits mit Beschluss vom &#8230; Januar 2000 den Gesellschaftsvertrag und wandelten diese in die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) um. Die A-GbR sollte mit sofortiger Wirkung als Kommanditgesellschaft fortgef&uuml;hrt werden. Die Eintragung der Kl&auml;gerin als GmbH &#038; Co. KG in das Handelsregister erfolgte am &#8230; Februar 2000.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) reagierte auf die angesprochene Rechtsprechungs&auml;nderung mit einer Vertrauensschutzregelung (vgl. BMF-Schreiben vom 18.&nbsp;Juli 2000 IV&nbsp;C&nbsp;2-S&nbsp;2241-56\/00, BStBl I 2000, 1198): Soweit bei entsprechenden GbR auf der Grundlage der alten BGH-Rechtsprechung steuerlich vom Vorliegen einer gewerblich gepr&auml;gten Personengesellschaft i.S. des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 EStG ausgegangen worden sei, erweise sich dies aufgrund der Rechtsprechungs&auml;nderung r&uuml;ckwirkend als unrichtig. Deshalb h&auml;tten solche GbR ertragsteuerrechtlich von Anfang an kein Betriebs-, sondern nur Privatverm&ouml;gen gehabt, welches bei Umwandlung der Gesellschaft in eine Personenhandelsgesellschaft (KG) gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;6 EStG in deren Betriebsverm&ouml;gen eingelegt werde. Zur Vermeidung von Nachteilen f&uuml;r Firmen, welche auf die bisherige Verwaltungsauffassung vertraut hatten, sah das BMF-Schreiben in BStBl I 2000, 1198 allerdings vor, dass das Verm&ouml;gen betroffener GbR auf unwiderruflichen und bis zum 31.&nbsp;Dezember 2000 zu stellenden Antrag weiter als Betriebsverm&ouml;gen zu behandeln war, wenn sie bis zum 31.&nbsp;Dezember 2000 in eine GmbH &#038; Co. KG umgewandelt wurden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit BMF-Schreiben vom 28.&nbsp;August 2001 IV&nbsp;A&nbsp;6-S&nbsp;2240-49\/01 (BStBl I 2001, 614) erging eine weitere Regelung zur Behandlung der F&auml;lle, in denen bis zum 31.&nbsp;Dezember 2000 noch kein Antrag im Sinne des BMF-Schreibens in BStBl I 2000, 1198 gestellt worden war. Danach wurde die Frist zur Stellung eines solchen Antrags sowie zur Umwandlung der betreffenden GbR in eine GmbH &#038; Co. KG bis zum 31.&nbsp;Dezember 2001 verl&auml;ngert. Zur Begr&uuml;ndung wurde ausgef&uuml;hrt, in den angesprochenen F&auml;llen seien stille Reserven, die auf eine bisher irrigerweise als gewerblich angesehene GbR &uuml;bergegangen seien, auch dann noch zu besteuern, wenn die entsprechenden Bescheide bereits bestandskr&auml;ftig geworden seien. Eine &Auml;nderung der fraglichen Bescheide sei auf &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;3 der Abgabenordnung (AO) zu st&uuml;tzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Schreiben vom 20.&nbsp;Dezember 2001 stellte die Kl&auml;gerin gem&auml;&szlig; dem BMF-Schreiben in BStBl I 2001, 614 den Antrag, ihr Verm&ouml;gen weiterhin als Betriebsverm&ouml;gen zu behandeln. Dies begr&uuml;ndete sie damit, dass die von der Finanzverwaltung avisierte &Auml;nderung bestandskr&auml;ftiger Bescheide nach &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;3 AO ein f&uuml;r sie untragbares Risiko darstelle.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In ihrer ohne Bilanz 2000 eingereichten Feststellungserkl&auml;rung 2000 vom 21.&nbsp;Mai 2002 erkl&auml;rte die Kl&auml;gerin Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb in H&ouml;he von &#8230; DM. Das FA folgte dem und erlie&szlig; am 28.&nbsp;Juni 2002 unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;1 AO einen Feststellungsbescheid f&uuml;r 2000. Der Bescheid enthielt zugleich die Aufforderung, die Bilanz 2000 bis zum 20.&nbsp;Juli 2002 nachzureichen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 5.&nbsp;Juli 2002 legte die Kl&auml;gerin dem FA ihre bereits am 7.&nbsp;Mai 2001 aufgestellte Bilanz zum 31.&nbsp;Dezember 2000 vor. Darin setzte sie f&uuml;r die nach dem Formwechsel in ihrem Betriebsverm&ouml;gen befindlichen Verm&ouml;gensgegenst&auml;nde nicht mehr die fortgef&uuml;hrten Buchwerte, sondern erstmals die jeweiligen Teilwerte an. In den Erl&auml;uterungen zum Jahresabschluss (unter B.V. Sonstiges, &quot;Steuerliche Verh&auml;ltnisse&quot;, S.&nbsp;8) wurde insoweit ausgef&uuml;hrt, &quot;ein Antrag gem&auml;&szlig; BMF-Schreiben vom 18.&nbsp;Juli 2000 zur Haftungsbeschr&auml;nkung bei einer GbR wurde nicht gestellt&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In ihrer am 26.&nbsp;Mai 2003 f&uuml;r 2001 eingereichten Feststellungserkl&auml;rung erkl&auml;rte die Kl&auml;gerin Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb in H&ouml;he von &#8230; DM. Das FA folgte dem ebenfalls zun&auml;chst mit unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung stehendem Feststellungsbescheid vom 1.&nbsp;August 2003. In den Erl&auml;uterungen zu der nach Abgabe der Feststellungserkl&auml;rung eingereichten Bilanz zum 31.&nbsp;Dezember 2001 (wiederum unter B.V. Sonstiges, &quot;Steuerliche Verh&auml;ltnisse&quot;, S.&nbsp;8) war insoweit ausgef&uuml;hrt: &quot;Im Januar 2000 wurden mit Umwandlung in eine Kommanditgesellschaft die Grundst&uuml;cke und Geb&auml;ude mit dem Teilwert eingelegt. Mit Schreiben vom 20.&nbsp;Dezember 2001 wurde ein Antrag gem&auml;&szlig; BMF-Schreiben vom 28.&nbsp;August 2001 gestellt. Die Teilwerte wurden fortgef&uuml;hrt&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen einer vom FA bei der Kl&auml;gerin durchgef&uuml;hrten Au&szlig;enpr&uuml;fung gelangte der Pr&uuml;fer zu dem Ergebnis, aufgrund des Antrags der Kl&auml;gerin vom 20.&nbsp;Dezember 2001 seien die von der A-GbR bis zum 31.&nbsp;Dezember 1999 bilanzierten Buchwerte der inzwischen im Betriebsverm&ouml;gen der Kl&auml;gerin befindlichen Grundst&uuml;cke und Geb&auml;ude bzw. Aktien auch in 2000 und 2001 (Streitjahre) fortzuf&uuml;hren. Dem folgte das FA durch ge&auml;nderte Feststellungsbescheide vom 18.&nbsp;April 2005, mit denen die Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb f&uuml;r 2000 auf &#8230; DM und f&uuml;r 2001 auf &#8230; DM festgestellt wurden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhob die Kl&auml;gerin gegen die ge&auml;nderten Feststellungsbescheide vom 18.&nbsp;April 2005 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 20.&nbsp;Dezember 2006 Klage vor dem Finanzgericht (FG), mit der sie geltend machte, die am 18.&nbsp;Januar 2000 im Gesamthandsverm&ouml;gen der A-GbR befindlichen Verm&ouml;gensgegenst&auml;nde h&auml;tten sich von Anfang an nicht in einem Betriebsverm&ouml;gen derselben, sondern im Privatverm&ouml;gen ihrer Gesellschafter befunden. Die Umwandlung der A-GbR in eine KG habe zu entsprechenden Einlagen der betreffenden Wirtschaftsg&uuml;ter in das Betriebsverm&ouml;gen der KG, also der Kl&auml;gerin, gef&uuml;hrt, die gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;6 i.V.m. Nr.&nbsp;5 EStG mit dem Teilwert h&auml;tten bewertet werden m&uuml;ssen. Dies entspreche der Gesetzeslage.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2010, 1022 ver&ouml;ffentlichten Urteil gab das FG der Klage statt und stellte die Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb unter &Auml;nderung der Feststellungen des FA und der dazu ergangenen Einspruchsentscheidung antragsgem&auml;&szlig; auf &#8230; DM f&uuml;r 2000 und auf &#8230; DM f&uuml;r 2001 fest. Das FG f&uuml;hrte aus, die Bilanzen der Kl&auml;gerin auf den 31.&nbsp;Dezember 2000 und auf den 31.&nbsp;Dezember 2001 entspr&auml;chen den zwingenden gesetzlichen Grundlagen. Der von ihr am 20.&nbsp;Dezember 2001 gestellte Antrag begr&uuml;nde nach dem Grundsatz von Treu und Glauben keine Bindungswirkung dahingehend, dass die Kl&auml;gerin die Buchwerte der Bilanz der A-GbR auf den 31.&nbsp;Dezember 1999 fortzuf&uuml;hren h&auml;tte. Das FA habe insoweit auch keine Dispositionen getroffen, die sich nicht mehr r&uuml;ckg&auml;ngig machen lie&szlig;en oder deren R&uuml;ckg&auml;ngigmachung unzumutbar sei. Nichts anderes ergebe sich mit Blick auf die im Jahr 1994 beantragte und erteilte verbindliche Auskunft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dagegen richtet sich die Revision des FA, mit der dieses die Verletzung des Grundsatzes von Treu und Glauben geltend macht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, das FG-Urteil in EFG 2010, 1022 aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>B. Die Revision ist begr&uuml;ndet; sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des FG-Urteils und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG ist zun&auml;chst zu Recht davon ausgegangen, dass es durch die Umwandlung der A-GbR in die Kl&auml;gerin zu einer Einlage der zum Gesamthandsverm&ouml;gen der verm&ouml;gensverwaltenden A-GbR geh&ouml;renden Wirtschaftsg&uuml;ter in das Betriebsverm&ouml;gen der Kl&auml;gerin gekommen ist, die nach &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;6 i.V.m. Nr.&nbsp;5 EStG zum Teilwert zu bewerten waren (dazu unter I.). Die auf dieser Grundlage zun&auml;chst unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung festgestellten Eink&uuml;nfte der Kl&auml;gerin aus Gewerbebetrieb waren nach der zutreffenden Auffassung des FG auch nicht deshalb zu ihren Lasten zu &auml;ndern, weil die Kl&auml;gerin am 20.&nbsp;Dezember 2001 einen Antrag gem&auml;&szlig; BMF-Schreiben in BStBl I 2001, 614 gestellt hat (dazu unter II.). Das FG hat allerdings zu Unrecht die Erstellung einer Er&ouml;ffnungsbilanz auf den Umwandlungsstichtag (Tag der Eintragung der Umwandlung in das Handelsregister) als nicht erforderlich angesehen und des Weiteren zu Unrecht &#8211;dem Bewertungsansatz der Kl&auml;gerin folgend&#8211; die Teilwerte der eingelegten Wirtschaftsg&uuml;ter zum &#8230; Januar 2000 (Abschluss des Umwandlungsvertrages) ermittelt (dazu unter III.). Entsprechend fehlen Feststellungen des FG, die es dem Senat erm&ouml;glichen w&uuml;rden, die auf den &#8230; Februar 2000 anzusetzenden Teilwerte ermitteln bzw. &uuml;berpr&uuml;fen zu k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I.1. Die Gesellschafter einer GbR haften nach der neueren Rechtsprechung des BGH f&uuml;r die Verbindlichkeiten der GbR wie die Gesellschafter einer OHG in entsprechender Anwendung der &sect;&sect;&nbsp;128&nbsp;ff. des Handelsgesetzbuchs grunds&auml;tzlich pers&ouml;nlich. Diese Haftung kann nicht durch einen Namenszusatz oder einen anderen verdeutlichenden Hinweis, nur beschr&auml;nkt f&uuml;r diese Verpflichtungen einstehen zu wollen, ausgeschlossen werden (BGH-Urteile in BGHZ 142, 315; vom 29.&nbsp;Januar 2001 II&nbsp;ZR&nbsp;331\/00, BGHZ 146, 341; vom 24.&nbsp;Februar 2003 II&nbsp;ZR&nbsp;385\/99, BGHZ 154, 88, und vom 3.&nbsp;Mai 2007 IX&nbsp;ZR&nbsp;218\/05, NJW 2007, 2490). Die pers&ouml;nliche Haftung aller Gesellschafter schlie&szlig;t die Annahme einer gewerblich gepr&auml;gten Personengesellschaft aus (BFH-Urteil vom 4.&nbsp;Februar 2009 II&nbsp;R&nbsp;41\/07, BFHE 225, 85, BStBl II 2009, 600). Im Streitfall verf&uuml;gte die A-GbR deshalb vor ihrer &quot;Umwandlung&quot; in die Kl&auml;gerin auch nicht &uuml;ber Betriebsverm&ouml;gen. Es lag insoweit von Anfang an Privatverm&ouml;gen ihrer Gesellschafter vor (ebenso BMF-Schreiben in BStBl I 2000, 1198, unter 1.a).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Zwar kann, wie sich aus &sect;&nbsp;191 Abs.&nbsp;1 des Umwandlungsgesetzes (UmwG) ergibt, eine GbR nicht formwechselnder Rechtstr&auml;ger einer Umwandlung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4, &sect;&nbsp;190 Abs.&nbsp;1 UmwG sein. Eine Personengesellschaft kann ihre Form aber auch au&szlig;erhalb des UmwG kraft Gesetzes oder durch Rechtsgesch&auml;ft unter Wahrung der Identit&auml;t &auml;ndern (&sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2, &sect;&nbsp;190 Abs.&nbsp;2 UmwG). So kann durch vertragliche Beteiligungsumwandlung der Gesellschafter und Eintragung im Handelsregister aus einer GbR eine KG werden (vgl. Beschluss des Bayerischen Obersten Landesgerichts vom 7.&nbsp;Mai 2002&nbsp;&nbsp;3Z&nbsp;BR&nbsp;55\/02, NJW-RR 2002, 1363). Dabei bleibt die Zuordnung des Verm&ouml;gens der Gesellschaft wegen des identit&auml;tswahrenden Rechtsformwechsels unber&uuml;hrt. Dem FG ist darin zuzustimmen, dass die Gesellschafter der A-GbR durch den Vertrag vom &#8230; Januar 2000 eindeutig zum Ausdruck gebracht haben, die A-GbR identit&auml;tswahrend in die Kl&auml;gerin &quot;umwandeln&quot; zu wollen. Die Rechtsfolgen des identit&auml;tswahrenden Formwechsels treten allerdings erst mit der Eintragung der Umwandlung in das Handelsregister, hier also am &#8230; Februar 2000, ein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die gesonderte und einheitliche Feststellung der Eink&uuml;nfte nach &sect;&nbsp;180 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a AO erstreckt sich grunds&auml;tzlich auf ein volles Wirtschaftsjahr, denn die einheitliche Feststellung soll die Grundlage f&uuml;r die Festsetzung der Einkommensteuer abgeben. Da der Gewinn eines Gewerbebetriebs nach dessen Wirtschaftsjahr zu ermitteln ist (&sect;&nbsp;4a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG), sind auch die einheitlichen und gesonderten Gewinnfeststellungen nach &sect;&nbsp;180 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a AO grunds&auml;tzlich f&uuml;r das Wirtschaftsjahr zu treffen (BFH-Urteil vom 19.&nbsp;April 1994 VIII&nbsp;R&nbsp;48\/93, BFH\/NV 1995, 84). Allerdings ist im Streitfall zu ber&uuml;cksichtigen, dass ein Gewerbebetrieb erst zum &#8230; Februar 2000 entstanden ist, weil die A-GbR bis zu diesem Stichtag gerade nicht gewerblich gepr&auml;gt war und deshalb auch &uuml;ber kein Betriebsverm&ouml;gen verf&uuml;gte (siehe dazu B.I.1.). Entsprechend war zu diesem Stichtag von einer Betriebser&ouml;ffnung i.S. der &sect;&sect;&nbsp;6, 8b Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 der Einkommensteuer-Durchf&uuml;hrungsverordnung (EStDV) auszugehen und auf diesen Stichtag eine steuerliche Er&ouml;ffnungsbilanz zu erstellen. Anders als das FG mit Blick auf &sect;&nbsp;8b Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 EStDV ausgef&uuml;hrt hat, bestand im Streitfall also gerade keine durchg&auml;ngige Mitunternehmerschaft, bei der die Er&ouml;ffnung eines Betriebs im Sinne der Norm zu verneinen w&auml;re (vgl. auch Urteil des FG M&uuml;nster vom 12.&nbsp;September 1989 XII&nbsp;8678\/88&nbsp;F, EFG 1990, 112).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Im Streitfall f&uuml;hrte der zum &#8230; Februar 2000 durchgef&uuml;hrte identit&auml;tswahrende Formwechsel der A-GbR in eine KG dazu, dass die vormals dem Privatverm&ouml;gen der Gesellschafter der A-GbR zuzuordnenden Wirtschaftsg&uuml;ter nunmehr als zum Betriebsverm&ouml;gen der Kl&auml;gerin geh&ouml;rig zu behandeln waren. Insoweit ist von einer an diesem Stichtag durchgef&uuml;hrten Einlage der betroffenen Wirtschaftsg&uuml;ter in das Betriebsverm&ouml;gen der KG auszugehen, die jeweils nach &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;6 i.V.m. Nr.&nbsp;5 EStG f&uuml;r den Zeitpunkt der Zuf&uuml;hrung mit dem Teilwert anzusetzen waren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Der am 20.&nbsp;Dezember 2001 gestellte Antrag der Kl&auml;gerin, ihr Verm&ouml;gen gem&auml;&szlig; dem BMF-Schreiben in BStBl I 2001, 614 weiterhin als Betriebsverm&ouml;gen zu behandeln, hat nicht zur Folge, dass der Sachverhalt abweichend von der vorstehend beschriebenen Rechtslage als Fortf&uuml;hrung eines schon seit Gr&uuml;ndung der A-GbR bestehenden Gewerbebetriebs zu beurteilen ist, in dem Buchwerte f&uuml;r die Wirtschaftsg&uuml;ter des Gesamthandsverm&ouml;gens fortzuf&uuml;hren w&auml;ren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Kl&auml;gerin hat keinen eindeutigen Antrag im Sinne des BMF-Schreibens gestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach Auffassung des Senats waren die Erkl&auml;rungen der Kl&auml;gerin widerspr&uuml;chlich. Zwar hat die Kl&auml;gerin mit Schreiben an das FA unter Bezugnahme auf das BMF-Schreiben in BStBl I 2001, 614 den Antrag gestellt, ihr Verm&ouml;gen &quot;weiterhin als Betriebsverm&ouml;gen zu behandeln&quot;. Tats&auml;chlich hatte die Kl&auml;gerin aber bereits im Mai 2001 einen handelsrechtlichen Jahresabschluss auf den 31.&nbsp;Dezember 2000 aufgestellt, zu dessen Erl&auml;uterung sie auf die steuerlichen Verh&auml;ltnisse dahingehend hingewiesen hatte, dass kein Antrag nach dem BMF-Schreiben in BStBl I 2000, 1198 gestellt und eine Einlage zum Teilwert vorgenommen worden sei. Nur dieser Jahresabschluss wurde dem FA im Juli 2002 vorgelegt, nachdem im Rahmen der Feststellungserkl&auml;rung ein Gewinn auf der Grundlage der Handelsbilanz ohne Korrekturen in Bezug auf die Einlagewerte angegeben worden war. Bereits in ihrem Antragsschreiben vom 20.&nbsp;Dezember 2001 hatte sich die Kl&auml;gerin von der Buchwertfortf&uuml;hrung distanziert, indem sie darauf hingewiesen hatte, dass der Antrag nur zur Vermeidung der angedrohten &Auml;nderung bestandskr&auml;ftiger Steuerbescheide gestellt werde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach den Auslegungsregeln f&uuml;r Willenserkl&auml;rungen in &sect;&sect;&nbsp;133, 157 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs, die auch zur Auslegung einer &ouml;ffentlich-rechtlichen Willenserkl&auml;rung heranzuziehen sind, enthielt das Antragsschreiben nicht die eindeutige Erkl&auml;rung, sich auch f&uuml;r die Zukunft den Rechtsfolgen unterwerfen zu wollen, die f&uuml;r einen fortgef&uuml;hrten Gewerbebetrieb gegolten h&auml;tten. Die daran bestehenden Zweifel verdichteten sich mit der Vorlage des Jahresabschlusses auf den 31.&nbsp;Dezember 2001 in Verbindung mit der Gewinnfeststellungserkl&auml;rung zumindest, wenn nicht sogar schon mit Gewissheit erkennbar war, dass sich die Kl&auml;gerin f&uuml;r die Zukunft nicht daran gebunden sah, ihre Eink&uuml;nfte als solche aus einem fortbestehenden Gewerbebetrieb behandeln zu lassen. Von einer Wirksamkeit des Antrags konnte das FA bei dieser Sachlage jedenfalls noch nicht ausgehen und h&auml;tte zumindest zur Kl&auml;rung des Widerspruchs zwischen Antrag und steuerlicher Gewinnermittlung auffordern m&uuml;ssen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Da der Widerspruch weder bisher von den Beteiligten aufgel&ouml;st worden ist noch vom erkennenden Senat aufgel&ouml;st werden kann, ist f&uuml;r die Entscheidung des Verfahrens nicht von einem wirksamen Antrag im Sinne des BMF-Schreibens in BStBl I 2001, 614 auszugehen. Es bedarf deshalb keiner Entscheidung, ob und auf welcher Rechtsgrundlage das BMF-Schreiben einen Rechtsgrund daf&uuml;r h&auml;tte liefern k&ouml;nnen, den Betrieb der Kl&auml;gerin aufgrund eines entsprechenden Antrags nicht erst mit der Eintragung im Handelsregister als er&ouml;ffnet anzusehen und die diesbez&uuml;glichen Steuerrechtsfolgen daraus zu ziehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>III. Aus den vorstehenden Ausf&uuml;hrungen folgt, dass die Kl&auml;gerin bezogen auf die von der Umwandlung betroffenen Wirtschaftsg&uuml;ter zwar zu Recht den Teilwert angesetzt hat. Allerdings hat sie weder &#8211;wie dies erforderlich gewesen w&auml;re&#8211; auf den &#8230; Februar 2000 eine steuerliche Er&ouml;ffnungsbilanz erstellt noch &uuml;berhaupt die Teilwerte auf den angegebenen Stichtag ermittelt. Vielmehr enth&auml;lt der handelsrechtliche Jahresabschluss auf den 31.&nbsp;Dezember 2000 den Hinweis, die eingelegten Wirtschaftsg&uuml;ter seien steuerlich auf den &#8230; Januar 2000 zum Teilwert bewertet worden. Da das FG diese auf den falschen Stichtag vorgenommene Teilwertermittlung unbeanstandet gelassen hat, war sein Urteil aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>IV. Die Sache ist nicht spruchreif. Es fehlen Feststellungen des FG, die es dem Senat erm&ouml;glichen w&uuml;rden, die Teilwerte auf den &#8230; Februar 2000 zu ermitteln. Entsprechend war die Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG zur&uuml;ckzuverweisen, um die erforderlichen Feststellungen nachzuholen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das FG wird dabei zun&auml;chst zu ber&uuml;cksichtigen haben, dass die Kl&auml;gerin auf den &#8230; Februar 2000 eine Er&ouml;ffnungsbilanz zu erstellen hat und auf den &#8230; Februar 2000 (Anmerkung des Dokumentars: den vorherigen Tag) eine Schlussbilanz der A-GbR vorzulegen ist. Davon ausgehend ist der Gewinn f&uuml;r die Rumpfwirtschaftsjahre 1.&nbsp;Januar bis &#8230; Februar und &#8230; Februar bis 31.&nbsp;Dezember 2000 festzustellen. Bislang hat die Kl&auml;gerin keine derartigen Bilanzen erstellt, sondern eine Bilanz f&uuml;r das volle Wirtschaftsjahr 2000 (1.&nbsp;Januar bis 31.&nbsp;Dezember 2000) vorgelegt. Es ist insoweit nicht auszuschlie&szlig;en, dass sich dieser Umstand auf die H&ouml;he des festzustellenden Gewinns ausgewirkt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Bezogen auf die auf den &#8230; Februar 2000 festzustellenden Teilwerte der eingelegten Aktien ist offensichtlich, dass der von der Kl&auml;gerin bislang ber&uuml;cksichtigte Kurs zum &#8230; Januar 2000 schwerlich demjenigen zum &#8230; Februar 2000 entsprochen haben wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Im &Uuml;brigen hat das FG bisher keine Feststellungen zur H&ouml;he der zu ber&uuml;cksichtigenden Absetzung f&uuml;r Abnutzung (AfA) f&uuml;r die anderen eingelegten Wirtschaftsg&uuml;ter getroffen. Die Ans&auml;tze in den Bilanzen auf den 31.&nbsp;Dezember 2000 bzw. 2001 sind schon rein rechnerisch nicht nachzuvollziehen. Insoweit wird es vor allem Aufgabe des FG sein, die zutreffende AfA-Bemessungsgrundlage und die H&ouml;he der ratierlichen AfA-Betr&auml;ge zu ermitteln. Dabei wird es zu pr&uuml;fen haben, ob die Bemessungsgrundlage der AfA (ausgehend von dem jeweiligen Teilwert) um die bis zu diesem Zeitpunkt bereits geltend gemachten AfA-Betr&auml;ge zu k&uuml;rzen und die Nutzungsdauer neu zu ermitteln ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.4.2013, IV R 11\/10 Auslegung eines Antrags auf Fortgeltung einer fr&uuml;heren Rechtslage nach Ma&szlig;gabe einer verwaltungsseitig gew&auml;hrten Vertrauensschutzregelung &#8211; Rechtsfolgen des identit&auml;tswahrenden Formwechsels einer Personengesellschaft &#8211; Gesellschafterhaftung Tatbestand 1&nbsp; A. Die &#8230; GmbH &#038; Co. GbR mit beschr&auml;nkter Haftung wie eine GmbH &#038; Co. 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