{"id":56827,"date":"2013-08-14T18:48:49","date_gmt":"2013-08-14T16:48:49","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=56827"},"modified":"2013-08-14T18:48:49","modified_gmt":"2013-08-14T16:48:49","slug":"ii-r-12-11-bewertung-einer-gesellschafterforderung-fuer-zwecke-der-erbschaftsteuer-rechtslage-bis-zum-1-januar-2009-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-12-11-bewertung-einer-gesellschafterforderung-fuer-zwecke-der-erbschaftsteuer-rechtslage-bis-zum-1-januar-2009-4\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;12\/11 &#8211; Bewertung einer Gesellschafterforderung f&uuml;r Zwecke der Erbschaftsteuer (Rechtslage bis zum 1. Januar 2009)"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.4.2013, II R 12\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Bewertung einer Gesellschafterforderung f&uuml;r Zwecke der Erbschaftsteuer (Rechtslage bis zum 1. Januar 2009) <\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>F&uuml;r die Wertermittlung des Betriebsverm&ouml;gens f&uuml;r Zwecke der Erbschaftsteuer sind bis zum 1. Januar 2009 die Steuerbilanzwerte ma&szlig;gebend, die unter Zugrundelegung der ertragsteuerrechtlichen Bilanzierungs- und Gewinnermittlungsvorschriften zutreffend sind.<\/p>\n<\/p>\n<p>Erwirbt der Erbe eine Kommanditbeteiligung des Erblassers, ist eine zum Sonderbetriebsverm&ouml;gen des Erblassers geh&ouml;rende Forderung gegen&uuml;ber der Gesellschaft beim Erben im Falle des Fortbestehens der Gesellschaft mit dem Nennwert der Besteuerung zugrunde zu legen, selbst wenn die Forderung zum Zeitpunkt des Ablebens des Erblassers wertlos ist.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) ist Alleinerbe seines am 2.&nbsp;August 2002 verstorbenen Gro&szlig;- und Adoptivvaters. Zum Nachlass geh&ouml;rte u.a. eine Kommanditbeteiligung des Erblassers an der C-GmbH &#038; Co. KG (C-KG). Die C-KG war Inhaberin eines Erbbaurechts an einem Grundst&uuml;ck mit aufstehender Hotelanlage. Der Erblasser war Eigent&uuml;mer des mit dem Erbbaurecht belasteten Grundst&uuml;cks. Anfang 1993 vermietete der Erblasser der C-KG weitere Grundst&uuml;cksfl&auml;chen zum Zwecke des Betriebs eines Golfplatzes.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Anspr&uuml;che des Erblassers gegen&uuml;ber der C-KG auf Erbpachtzinsen f&uuml;r das Hotelgrundst&uuml;ck, auf Zahlung der Pachten f&uuml;r den Golfplatz und auf Provisionen f&uuml;r &uuml;bernommene B&uuml;rgschaften wurden auf einem Verrechnungskonto des Erblassers verbucht. Das Guthaben auf diesem Konto belief sich ausweislich der Bilanz zum 31.&nbsp;Dezember 2001 auf 711.517,46&nbsp;EUR. Nach dem Tod des Erblassers wurde f&uuml;r die C-KG ein Notgesch&auml;ftsf&uuml;hrer bestellt. Das Insolvenzverfahren &uuml;ber das Verm&ouml;gen der C-KG wurde am 12.&nbsp;November 2002 er&ouml;ffnet und am 23.&nbsp;Januar 2006 mangels kostendeckender Masse eingestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) setzte mit Bescheid vom 9.&nbsp;Dezember 2003 die Erbschaftsteuer unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung auf 2.601.346&nbsp;EUR fest. Im Anschluss an eine Au&szlig;enpr&uuml;fung setzte das FA die Erbschaftsteuer mit Bescheid vom 4.&nbsp;Mai 2006 auf 2.711.232&nbsp;EUR fest. Es vertrat dabei u.a. die Auffassung, dass die Forderung des Erblassers gegen&uuml;ber der C-KG als Sonderbetriebsverm&ouml;gen mit dem Nennwert zu erfassen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auf den Einspruch des Kl&auml;gers setzte das FA die Erbschaftsteuer wegen ge&auml;nderter Grundbesitzwerte durch Einspruchsentscheidung vom 2.&nbsp;Juni 2008 auf 2.466.796&nbsp;EUR herab und wies den Einspruch im &Uuml;brigen als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck. Die dagegen erhobene Klage hatte teilweise Erfolg. Das Finanzgericht (FG) gab ihr insoweit statt, als es eine bislang vom FA nicht ber&uuml;cksichtigte B&uuml;rgschaftsverpflichtung als Nachlassverbindlichkeit anerkannte. Im &Uuml;brigen, also insbesondere wegen des Ansatzes der Gesellschafterforderung, wies es die Klage ab. Die Entscheidung ist in Entscheidungen der Finanzgerichte 2011, 1009 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision wendet sich der Kl&auml;ger gegen den Ansatz der Forderung des Erblassers gegen&uuml;ber der C-KG. Seiner Ansicht nach sei diese bereits am Todestag wertlos gewesen. Dies ergebe sich aus der kurzfristig nach dem Tod des Erblassers er&ouml;ffneten Insolvenz infolge der Zahlungsunf&auml;higkeit und &Uuml;berschuldung der Gesellschaft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Bescheid vom 6.&nbsp;April 2011 setzte das FA die Entscheidung des FG inhaltlich um und die Erbschaftsteuer auf 2.302.162&nbsp;EUR herab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt, das angefochtene Urteil aufzuheben und den Bescheid &uuml;ber Erbschaftsteuer vom 6.&nbsp;April 2011 dahingehend zu &auml;ndern, dass die Erbschaftsteuer in H&ouml;he von 2.138.517&nbsp;EUR festgesetzt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist aus verfahrensrechtlichen Gr&uuml;nden begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung, weil sich w&auml;hrend des Revisionsverfahrens der Verfahrensgegenstand, &uuml;ber dessen Rechtm&auml;&szlig;igkeit das FG zu entscheiden hatte, ge&auml;ndert hat (&sect;&nbsp;127 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). An die Stelle des angefochtenen Erbschaftsteuerbescheids vom 4.&nbsp;Mai 2006 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 2.&nbsp;Juni 2008, &uuml;ber den das FG entschieden hat, ist w&auml;hrend des Revisionsverfahrens der Bescheid vom 6.&nbsp;April 2011 getreten. Das angefochtene Urteil ist daher gegenstandslos und aufzuheben (Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 2.&nbsp;M&auml;rz 2011 II&nbsp;R&nbsp;5\/09, BFH\/NV 2011, 1147, Rz&nbsp;23, und vom 28.&nbsp;Juni 2012 III&nbsp;R&nbsp;86\/09, BFHE 238, 68, Rz&nbsp;8, jeweils m.w.N.). Da das finanzgerichtliche Urteil nicht an einem Verfahrensmangel leidet, fallen die tats&auml;chlichen Feststellungen des FG nicht weg und bilden die Grundlage f&uuml;r die Entscheidung des BFH (BFH-Urteile in BFH\/NV 2011, 1147, Rz&nbsp;23, und in BFHE 238, 68, Rz&nbsp;9, jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<table style=\"margin-left:90\"pt>\n<tr>\n<td>III.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Sache ist spruchreif. Die Klage ist unbegr&uuml;ndet und war daher abzuweisen. Der angefochtene Erbschaftsteuerbescheid in Gestalt des &Auml;nderungsbescheids vom 6.&nbsp;April 2011 ist rechtm&auml;&szlig;ig und verletzt den Kl&auml;ger nicht in seinen Rechten. Zutreffend hat das FA die Gesellschafterforderung in H&ouml;he von 711.517,46&nbsp;EUR in die Bemessungsgrundlage f&uuml;r die Erbschaftsteuer einbezogen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 des Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetzes (ErbStG) in der im Streitjahr geltenden Fassung der Bekanntmachung vom 27.&nbsp;Februar 1997 (BGBl I 1997, 378, BStBl I 1997, 298) &#8211;a.F.&#8211; sind die &sect;&sect;&nbsp;95 bis 99, 103, 104 und 109 Abs.&nbsp;1 und 2 und &sect;&nbsp;137 des Bewertungsgesetzes (BewG) in der im Streitjahr geltenden Fassung (a.F.) f&uuml;r die Bewertung des Betriebsverm&ouml;gens zu Erbschaftsteuerzwecken entsprechend anzuwenden; ma&szlig;gebend f&uuml;r die Bewertung sind die Verh&auml;ltnisse zur Zeit der Entstehung der Steuer (&sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 ErbStG&nbsp;a.F.). Nach &sect;&nbsp;109 Abs.&nbsp;1 BewG a.F. sind bei bilanzierenden Steuerpflichtigen die zu dem Gewerbebetrieb geh&ouml;renden Wirtschaftsg&uuml;ter mit den Steuerbilanzwerten anzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das Betriebsverm&ouml;gen umfasst gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;95 Abs.&nbsp;1 BewG&nbsp;a.F. alle Teile eines Gewerbebetriebs i.S. des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 und 2 des Einkommensteuergesetzes, die bei der steuerlichen Gewinnermittlung zum Betriebsverm&ouml;gen geh&ouml;ren. Der Gesetzgeber hat klargestellt, dass sich der Umfang des Betriebsverm&ouml;gens weitgehend danach richtet, was ertragsteuerrechtlich dem Betriebsverm&ouml;gen zugerechnet wird (BFH-Beschluss vom 27.&nbsp;Januar 1999 II&nbsp;B&nbsp;7\/98, BFHE 187, 332, BStBl II 1999, 206; BFH-Urteil vom 31.&nbsp;M&auml;rz 2004 II&nbsp;R&nbsp;67\/01, BFH\/NV 2004, 1074). Zum Betriebsverm&ouml;gen geh&ouml;ren danach grunds&auml;tzlich alle Wirtschaftsg&uuml;ter und sonstigen aktiven Ans&auml;tze sowie Schulden und sonstigen Abz&uuml;ge einschlie&szlig;lich des Sonderbetriebsverm&ouml;gens einzelner Gesellschafter (&sect;&nbsp;97 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 BewG&nbsp;a.F.; Viskorf in Viskorf\/Glier\/H&uuml;bner\/Knobel\/Schuck, Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz, Bewertungsgesetz, 2.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;12 ErbStG Rz&nbsp;38).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. F&uuml;r die Bestands- und Wertermittlung des Betriebsverm&ouml;gens f&uuml;r Zwecke der Festsetzung von Erbschaftsteuer sind die Steuerbilanzwerte ma&szlig;gebend, die unter Zugrundelegung der ertragsteuerrechtlichen Bilanzierungs- und Gewinnermittlungsvorschriften zutreffend sind bzw. richtigerweise anzusetzen gewesen w&auml;ren (BFH-Urteile vom 5.&nbsp;Mai 2010 II&nbsp;R&nbsp;16\/08, BFHE 230, 188, BStBl II 2010, 923, und vom 1.&nbsp;September 2011 II&nbsp;R&nbsp;67\/09, BFHE 239, 137, BStBl II 2013, 210; H&uuml;bner, Deutsches Steuerrecht 2000, 1205). Ma&szlig;gebend f&uuml;r die Bewertung von Forderungen des Gesellschafters gegen die Gesellschaft ist dabei der Steuerbilanzwert, der in einer auf den Zeitpunkt des Todes des Gesellschafters erstellten Sonderbilanz und korrespondierend als Schuldposten in der Bilanz der Gesellschaft enthalten ist oder auszuweisen gewesen w&auml;re (vgl. BFH-Urteil in BFHE 230, 188, BStBl II 2010, 923 zum Fall einer Pensionsverpflichtung).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Durch die Rechtsprechung ist gekl&auml;rt, dass der Gesamtgewinn der Mitunternehmerschaft bei Sonderverg&uuml;tungen einer Personengesellschaft an einen ihrer Gesellschafter in der Weise ermittelt wird, dass die in der Steuerbilanz der Gesellschaft passivierte Verbindlichkeit zur Zahlung der Sonderverg&uuml;tung durch einen gleich hohen Aktivposten in der Sonderbilanz des beg&uuml;nstigten Gesellschafters ausgeglichen wird (BFH-Beschluss vom 9.&nbsp;Dezember 2009 IV&nbsp;B&nbsp;129\/08, BFH\/NV 2010, 640, m.w.N.). Die in der Sonderbilanz zu bildende Forderung des Gesellschafters wird in der Gesamtbilanz der Mitunternehmerschaft wie Eigenkapital behandelt. Auch wenn feststeht, dass die Forderung wertlos ist, folgt aus der Behandlung als Eigenkapital, dass eine Wertberichtigung w&auml;hrend des Bestehens der Gesellschaft nicht in Betracht kommt. Der Verlust im Sonderbetriebsverm&ouml;gen &#8211;ebenso wie der Verlust der Einlage in das Gesellschaftsverm&ouml;gen&#8211; wird grunds&auml;tzlich erst im Zeitpunkt der Beendigung der Mitunternehmerstellung realisiert (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. BFH-Urteil vom 1.&nbsp;M&auml;rz 2005 VIII&nbsp;R&nbsp;5\/03, BFH\/NV 2005, 1523, m.w.N., und BFH-Beschluss in BFH\/NV 2010, 640).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Ausgehend von diesen Grunds&auml;tzen ist die auf den Kl&auml;ger &uuml;bergegangene Forderung des Erblassers gegen die Gesellschaft zutreffend mit dem Nennwert bei der Bemessung der Erbschaftsteuer angesetzt worden. Bei dem Verrechnungskonto handelt es sich um eine Forderung des Gesellschafters, die ertragsteuer-rechtlich wie Eigenkapital behandelt wird. Das Guthaben auf dem Konto wurde ertragsteuerrechtlich zutreffend in der Sonderbilanz des Erblassers auf den 31.&nbsp;Dezember 2001 und in der Zwischenbilanz auf den Todeszeitpunkt in H&ouml;he von 711.517,46&nbsp;EUR angesetzt. Dieser Wert aus der Steuerbilanz war gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 ErbStG&nbsp;a.F. i.V.m. &sect;&sect;&nbsp;95, 97, 109 BewG&nbsp;a.F. bei der Festsetzung der Erbschaftsteuer zugrunde zu legen. Auf den tats&auml;chlichen Wert der Forderung kommt es nach dem Verweis auf die Steuerbilanzwerte in &sect;&nbsp;109 Abs.&nbsp;1 BewG&nbsp;a.F. nicht an. Selbst wenn die Forderung wertlos gewesen w&auml;re, w&auml;re eine Wertberichtigung im Todeszeitpunkt ertragsteuerrechtlich nicht m&ouml;glich gewesen, denn zu diesem Zeitpunkt bestand die Gesellschaft fort. Diese Grunds&auml;tze sind auch f&uuml;r die Erbschaftsteuer ma&szlig;geblich. Anhaltspunkte f&uuml;r eine &Uuml;berma&szlig;besteuerung sind nicht ersichtlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aus dem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) vom 7.&nbsp;November 2006&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvL&nbsp;10\/02 (BVerfGE 117, 1, BStBl II 2007, 192) folgt entgegen der Ansicht des Kl&auml;gers nichts anderes. Zwar hat das BVerfG aufgrund der unterschiedlichen Bewertung einzelner Wirtschaftsg&uuml;ter die Unvereinbarkeit der Tarifvorschrift des &sect;&nbsp;19 Abs.&nbsp;1 ErbStG&nbsp;a.F. mit dem Grundgesetz festgestellt. Es hat aber diese Vorschrift nicht f&uuml;r nichtig erkl&auml;rt (&sect;&nbsp;78 des Bundesverfassungsgerichtsgesetzes), sondern ihre weitere Anwendung f&uuml;r Besteuerungszeitpunkte bis zum 31.&nbsp;Dezember 2008 zugelassen. Somit ist &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;5 ErbStG&nbsp;a.F. i.V.m. &sect;&nbsp;109 Abs.&nbsp;1 BewG&nbsp;a.F. auch im Streitjahr anwendbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.4.2013, II R 12\/11 Bewertung einer Gesellschafterforderung f&uuml;r Zwecke der Erbschaftsteuer (Rechtslage bis zum 1. 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