{"id":5683,"date":"2012-07-05T00:00:00","date_gmt":"2012-07-04T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=5683"},"modified":"2012-11-23T13:30:35","modified_gmt":"2012-11-23T11:30:35","slug":"iii-r-25-10-beitrittsaufforderung-an-das-bmf-entsprechende-anwendung-des-par-71-ao-auf-den-gehilfen-eines-subventionsbetrugs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-25-10-beitrittsaufforderung-an-das-bmf-entsprechende-anwendung-des-par-71-ao-auf-den-gehilfen-eines-subventionsbetrugs\/","title":{"rendered":"III&nbsp;R&nbsp;25\/10 &#8211; Beitrittsaufforderung an das BMF: Entsprechende Anwendung des &sect; 71 AO auf den Gehilfen eines Subventionsbetrugs"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 5.7.2012, III R 25\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Beitrittsaufforderung an das BMF: Entsprechende Anwendung des &sect; 71 AO auf den Gehilfen eines Subventionsbetrugs<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Sachverhalt<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) wendet sich gegen einen nach &sect;&nbsp;71 der Abgabenordnung (AO) ergangenen Bescheid, durch den ihn der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) f&uuml;r eine der W-GmbH zu Unrecht gew&auml;hrte Investitionszulage f&uuml;r 1994 in H&ouml;he von 520.000&nbsp;DM (= 265.871,78&nbsp;EUR) als Haftungsschuldner in Anspruch genommen hat. Der Haftungsinanspruchnahme lag &#8211;verk&uuml;rzt dargestellt&#8211; folgender Sachverhalt zugrunde:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger war alleiniger Gesellschafter und Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der M-GmbH. Er unterzeichnete f&uuml;r die nicht existente XY-GmbH (als Lieferant) im Mai 1991 den &quot;Vertrag Nr.&nbsp;&#8230;&quot; mit einer AG (als Abnehmer). Auf Anweisung des anderweitig verfolgten Beschuldigten &#8230; er&ouml;ffnete der Kl&auml;ger im Oktober 1991 f&uuml;r die M-GmbH als deren Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer ein Gesch&auml;ftskonto bei einer Schweizer Bank. Auf dieses Konto &uuml;berwies die AG im Oktober 1991 einen Betrag von 6,5 Mio.&nbsp;DM als Anzahlung auf den genannten Vertrag. Der Kl&auml;ger &uuml;berwies diesen Betrag entsprechend einem bereits im Voraus abgegebenen &Uuml;berweisungsversprechen unmittelbar wieder an die AG zur&uuml;ck. Am 31.&nbsp;Juli 1993 erkl&auml;rte der Kl&auml;ger gegen&uuml;ber der W-GmbH sinngem&auml;&szlig;, er sei damit einverstanden, dass die W-GmbH bez&uuml;glich des genannten Vertrages an die Stelle der AG trete und die XY-GmbH auf diesen Vertrag eine Anzahlung von 6,5&nbsp;Mio.&nbsp;DM erhalten habe<em>. <\/em>Weiter gab der Kl&auml;ger im August 1993 gegen&uuml;ber dem anderweitig verfolgten Beschuldigten &#8230; &#8211;einem bei der steuerlichen Beraterin der W-GmbH t&auml;tigen Berufstr&auml;gers&#8211; eine von ihm unterschriebene Erkl&auml;rung ab, wonach er mit dem von der AG ermittelten Saldo per 31.&nbsp;Juli 1993 zu &quot;unseren&quot; Lasten bez&uuml;glich des genannten Vertrages in H&ouml;he von 6,5 Mio.&nbsp;DM und der &Uuml;bernahme dieses Vertrages durch die W-GmbH einverstanden sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In einem von der steuerlichen Beraterin der W-GmbH im August 1993 erstellten Bericht &uuml;ber die Pr&uuml;fung einer Kapitalerh&ouml;hung im Wege von Sacheinlagen der W-GmbH wurde u.a. ausgef&uuml;hrt, Sacheinlagen im Wert von 31.631.000&nbsp;DM seien dadurch erbracht worden, dass die AG ihre Rechte und Pflichten aus den im Einzelnen genannten Vertr&auml;gen mit bereits vorgenommenen Zahlungen auf die W-GmbH &uuml;bertragen habe. Unter den &uuml;bertragenen Vertr&auml;gen und Zahlungen wird die im Oktober 1991 geleistete &quot;Anzahlung&quot; in H&ouml;he von 6,5 Mio.&nbsp;DM aus dem oben genannten Vertrag angef&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die W-GmbH beantragte bereits f&uuml;r das Jahr 1993 ohne Erfolg Investitionszulage im Zusammenhang mit der im Jahr 1991 geleisteten Anzahlung. Aufgrund eines &Auml;nderungsantrags vom Oktober 1995 wurde der W-GmbH durch ge&auml;nderten Investitionszulagenbescheid f&uuml;r 1994 vom 29.&nbsp;Dezember 1995 eine Investitionszulage gew&auml;hrt, in deren Bemessungsgrundlage die genannte Anzahlung in H&ouml;he von 6,5 Mio.&nbsp;DM einbezogen war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach Er&ouml;ffnung des Gesamtvollstreckungsverfahrens &uuml;ber das Verm&ouml;gen der W-GmbH am 1.&nbsp;Mai 1996 meldete das FA den Anspruch auf R&uuml;ckzahlung der streitgegenst&auml;ndlichen Investitionszulage mit Schreiben vom 25.&nbsp;Juni 1996 zum Forderungsverzeichnis an. Der Anspruch wurde festgestellt. Zahlungen hierauf sind nicht erfolgt. Das Gesamtvollstreckungsverfahren wurde am 2.&nbsp;November 2007 eingestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Strafrechtlich wurde der Kl&auml;ger in dieser Sache mit Strafbefehl wegen Beihilfe zum Subventionsbetrug (&sect;&sect;&nbsp;264, 27 des Strafgesetzbuches &#8211;StGB&#8211;) verurteilt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA nahm den Kl&auml;ger mit Bescheid vom 19.&nbsp;September 2003 nach &sect;&nbsp;71 AO wegen Beihilfe zum Subventionsbetrug in H&ouml;he von 520.000&nbsp;DM (= 6,5 Mio.&nbsp;DM x 8&nbsp;%; dies entspricht 265.871,78&nbsp;EUR) f&uuml;r die im Zusammenhang mit der nicht geleisteten Anzahlung zu Unrecht ausbezahlte Investitionszulage f&uuml;r 1994 in Haftung. Einspruch und Klage blieben erfolglos. Das Urteil des S&auml;chsischen Finanzgerichts (FG) vom 24.&nbsp;Juni 2009&nbsp;&nbsp;4&nbsp;K&nbsp;2207\/04 ist in Entscheidungen der Finanzgerichte 2011, 691 abgedruckt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger st&uuml;tzt seine Revision auf die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Er beantragt, dass angegriffene Urteil des FG, den Haftungsbescheid und die hierzu ergangene Einspruchsentscheidung aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Rechtsfrage<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall kann die Rechtsfrage entscheidungserheblich sein, ob auf den Kl&auml;ger, der sich als Gehilfe eines Subventionsbetrugs strafbar gemacht hat, die Haftungsnorm des &sect;&nbsp;71 AO entsprechend anwendbar ist. Diese Rechtsfrage ist nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) bereits gekl&auml;rt. Da jedoch Zweifel an der bisherigen Rechtsprechung aufgetreten sind, beabsichtigt der Senat, hier&uuml;ber erneut zu entscheiden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach bisheriger Rechtsprechung m&uuml;sste &sect;&nbsp;71 AO entsprechend angewendet werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat hat dies in seinem zum Investitionszulagengesetz 1982 (InvZulG&nbsp;1982) ergangenen Urteil vom 27.&nbsp;April 1999 III&nbsp;R&nbsp;21\/96 (BFHE 189, 255, BStBl II 1999, 670) im Wesentlichen mit der in &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 InvZulG&nbsp;1982 (= &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 InvZulG&nbsp;1993) enthaltenen Gesetzesverweisung begr&uuml;ndet, wonach die f&uuml;r Steuerverg&uuml;tungen geltenden Vorschriften der AO entsprechend anwendbar seien. Diese allgemein gehaltene Verweisung auf die AO umfasse auch die Vorschriften &uuml;ber die Haftung (&sect;&sect;&nbsp;69&nbsp;ff. AO). Insbesondere scheitere eine entsprechende Anwendbarkeit des &sect;&nbsp;71 AO nicht daran, dass diese Vorschrift lediglich eine Haftung (u.a.) des Steuerhinterziehers, nicht jedoch des Subventionsbetr&uuml;gers normiere. Die in der Gesetzesverweisung angeordnete entsprechende Anwendung der Steuerverg&uuml;tungsvorschriften sei vielmehr so zu verstehen, dass in F&auml;llen einer deliktisch &#8211;also im Wege eines Subventionsbetrugs&#8211; erlangten Investitionszulage der Subventionsbetr&uuml;ger ebenso wie der Steuerhinterzieher im Falle einer deliktisch erlangten Steuerverg&uuml;tung in Haftung genommen werden k&ouml;nne. Der Fall des Subventionsbetrugs sei im Rahmen der Haftung nach &sect;&nbsp;71 AO abgabenrechtlich wie ein Fall der Steuerhinterziehung zu behandeln.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die gleichen &Uuml;berlegungen finden sich bereits in einem hinsichtlich der hier zu er&ouml;rternden Rechtsfrage vergleichbaren Fall, den der BFH mit Urteil vom 18.&nbsp;Februar 1977 VI&nbsp;R&nbsp;177\/75 (BFHE 121, 572, BStBl II 1977, 524) zu dem Wohnungsbau-Pr&auml;miengesetz (WoPG) 1960 bzw. 1967 entschieden hat. Nach &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;4 WoPG 1960 bzw. 1967 waren auf die Festsetzung und Beitreibung der zur&uuml;ckzuzahlenden Wohnungsbau-Pr&auml;mie die Vorschriften der Reichsabgabenordnung (RAO) entsprechend anwendbar. Diese Verweisung &#8211;so der BFH&#8211; umfasse auch die Vorschrift des &sect;&nbsp;144 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 letzter Halbsatz RAO mit der Folge, dass der dort verwendete Ausdruck &quot;hinterzogene Betr&auml;ge&quot; bei entsprechender Anwendung auf Wohnungsbau-Pr&auml;mien im Sinne von &quot;erschlichene Wohnungsbau-Pr&auml;mie&quot; zu verstehen sei. Damit verj&auml;hre der R&uuml;ckforderungsanspruch erst in zehn Jahren (s. auch BFH-Urteil vom 8.&nbsp;Oktober 1976 VI&nbsp;R&nbsp;251\/74, BFHE 120, 324, BStBl II 1977, 223).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Schlie&szlig;lich enth&auml;lt auch das zu &sect;&nbsp;19 des Berlinf&ouml;rderungsgesetzes (BerlinFG) ergangene Senatsurteil vom 28.&nbsp;August 1997 III&nbsp;R&nbsp;3\/94 (BFHE 183, 324, BStBl II 1997, 827) die gleiche Argumentation. Danach k&ouml;nne eine nach &sect;&nbsp;19 BerlinFG durch Subventionsbetrug erlangte Investitionszulage f&uuml;r Investitionen in Berlin (West) innerhalb der verl&auml;ngerten Festsetzungsfristen des &sect;&nbsp;169 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 AO zur&uuml;ckgefordert werden, sofern das betreffende Zulagengesetz &#8211;wie hier &sect;&nbsp;19 Abs.&nbsp;7 BerlinFG&#8211; allgemein die Steuerverg&uuml;tungsvorschriften der AO f&uuml;r entsprechend anwendbar erkl&auml;rte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Verwaltung hat sich der vorstehend dargestellten Rechtsprechung angeschlossen (Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen &#8211;BMF&#8211; vom 28.&nbsp;Juni 2001 IV&nbsp;A&nbsp;5 -InvZ&nbsp;1271- 21\/01, BStBl I 2001, 379, Tz.&nbsp;188; s. auch Verf&uuml;gung der Oberfinanz-direktion Magdeburg vom 6.&nbsp;August 2009 InvZ 1460-2-St&nbsp;221, juris, zu &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;2 AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. In der Literatur findet sich zu der aufgeworfenen Rechtsfrage ein geteiltes Meinungsbild.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die bisherige Auffassung des Senats, wonach &sect;&nbsp;71 AO in einem Fall wie dem vorliegenden entsprechend anwendbar sei, wird in der Literatur weitgehend geteilt (Klein\/R&uuml;sken, AO, 11.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;71 Rz&nbsp;4 a.E.; Boeker in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler &#8211;HHSp&#8211;, &sect;&nbsp;71 AO Rz&nbsp;40; Loose in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;71 AO Rz&nbsp;5; Schwarz in Schwarz, AO, &sect;&nbsp;71 Rz&nbsp;2a; Jatzke in Beermann\/Gosch, AO &sect;&nbsp;71 Rz&nbsp;9).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Auffassung, dass im Falle einer durch Subventionsbetrug erlangten Investitionszulage &sect;&nbsp;169 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 AO entsprechend anwendbar sei, wird hingegen von zahlreichen Stimmen abgelehnt (Banniza in HHSp, &sect;&nbsp;169 AO Rz 42; Kruse in Tipke\/ Kruse, a.a.O., &sect;&nbsp;169 AO Rz&nbsp;17; Frotscher in Schwarz, AO, &sect;&nbsp;169 Rz&nbsp;21; Pahlke\/Koenig\/C&ouml;ster, Abgabenordnung, 2.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;169 Rz&nbsp;60). Als Argument wird insbesondere angef&uuml;hrt, der eindeu-tige &#8211;auf konkrete Steuerstraftatbest&auml;nde Bezug nehmende&#8211; Wortlaut des &sect;&nbsp;71 AO erlaube keine entsprechende Anwendung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die bisherige Senatsrechtsprechung, wonach die im InvZulG enthaltene Verweisung auf die Steuerverg&uuml;tungsvorschriften der AO die entsprechende Anwendung des &sect;&nbsp;71 AO rechtfertige, st&ouml;&szlig;t auf Bedenken.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Investitionszulage ist keine Steuer i.S. des &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 AO (Musil in HHSp, &sect;&nbsp;1 AO Rz&nbsp;23). Der Gesetzgeber hat die Investitionszulage materiell-rechtlich auch nicht als eine Steuerverg&uuml;tung ausgestaltet. Es fehlt &#8211;anders als z.B. f&uuml;r das Kindergeld (s. dazu &sect;&nbsp;31 Satz&nbsp;3 des Einkommensteuergesetzes)&#8211; eine Norm, welche die Investitionszulage als Steuerverg&uuml;tung qualifiziert. Etwas anderes ergibt sich auch nicht aus der in den Investitionszulagengesetzen enthaltenen Gesetzesverweisung (z.B. &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 InvZulG&nbsp;1982, &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 InvZulG&nbsp;1993), die eine entsprechende Anwendung der Steuerverg&uuml;tungsvorschriften der AO anordnet. Durch diese Verweisungsnorm wird die Investitionszulage abgabenrechtlich nicht in eine Steuerverg&uuml;tung umqualifiziert, sondern allgemein das Investitionszulageverfahren geregelt (ebenso Urteil des Bundesgerichtshofs &#8211;BGH&#8211; vom 6.&nbsp;Juni 2007&nbsp;&nbsp;5&nbsp;StR&nbsp;127\/07, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung &#8211;HFR&#8211; 2007, 1157, zur Eigenheimzulage). Demnach hat der Gesetzgeber in Anbetracht des in &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO geregelten Anwendungsbereichs der AO und des Umstands, dass die Investitionszulage gerade keine Steuerverg&uuml;tung ist, in &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 InvZulG&nbsp;1993 folgerichtig nur eine entsprechende Anwendung der Steuerverg&uuml;tungsvorschriften der AO angeordnet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese allgemein gehaltene Gesetzesverweisung f&uuml;hrt zwar dazu, dass auch die Haftungsnormen der &sect;&sect;&nbsp;69&nbsp;ff. AO entsprechend anwendbar sind. Die Vorschrift des &sect;&nbsp;71 AO begr&uuml;ndet aber nur dann eine Haftung, wenn ganz bestimmte Steuerstraftatbest&auml;nde, insbesondere der einer Steuerhinterziehung (&sect;&nbsp;370 AO), erf&uuml;llt ist. Das auf &quot;Erschleichung&quot; einer Investitionszulage gerichtete Verhalten stellt strafrechtlich allerdings gerade keine Steuerhinterziehung, sondern einen Betrug (&sect;&nbsp;263 StGB) bzw. einen Subventionsbetrug (&sect;&nbsp;264 StGB) dar (s. auch BGH-Be-schluss vom 7.&nbsp;Februar 1984&nbsp;&nbsp;1&nbsp;StR&nbsp;10\/83, HFR 1984, 391). Auch wenn die Abgrenzung zwischen den unter &sect;&nbsp;370 AO fallenden Steuern bzw. Steuervorteilen und den von &sect;&nbsp;264 StGB erfassten Subventionen schwierig sein kann, geh&ouml;rt doch die Investitionszulage zu den Subventionen i.S. des &sect;&nbsp;264 Abs.&nbsp;7 StGB und nicht zu den Steuern oder Steuervorteilen (s. auch Perron in Sch&ouml;nke\/Schr&ouml;der, Strafgesetzbuch, 28.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;264 Rz&nbsp;10 a.E.). Abweichendes ergibt sich auch nicht aus &sect;&nbsp;370 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 AO, wonach auch Steuerverg&uuml;tungen Steuervorteile sind. Die Investitionszulage ist &#8211;wie aufgezeigt&#8211; materiell-rechtlich gerade keine Steuerverg&uuml;tung. Schlie&szlig;lich l&auml;sst sich etwas anderes auch nicht aus dem &sect;&nbsp;9 InvZulG&nbsp;1993 (= &sect;&nbsp;5a InvZulG&nbsp;1977\/1982\/1986) entnehmen, nach dem die Vorschriften der AO &uuml;ber die Verfolgung von Steuerstraftaten entsprechend gelten. Hierdurch werden lediglich die Verfahrensvorschriften der &sect;&sect;&nbsp;385&nbsp;ff. AO einschlie&szlig;lich der Ermittlungszust&auml;ndigkeit der Finanzbeh&ouml;rden (vgl. &sect;&nbsp;386 Abs.&nbsp;2 AO) f&uuml;r anwendbar erkl&auml;rt (ebenso BGH-Urteil in HFR 2007, 1157, zur Eigenheimzulage).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es ist daher zweifelhaft, ob der m&ouml;gliche Wortsinn des &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 InvZulG&nbsp;1993 noch den Gesetzesbefehl umfasst, dass das auf &quot;Erschleichung&quot; einer Investitionszulage gerichtete Verhalten abgabenrechtlich als Steuerhinterziehung zu behandeln ist, obwohl die Investitionszulage abgabenrechtlich gerade keine Steuerverg&uuml;tung ist und deren Vergabe strafrechtlich &uuml;ber die &sect;&sect;&nbsp;263, 264 StGB gesch&uuml;tzt ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Diese Zweifel werden durch die Regelung des &sect;&nbsp;9 InvZulG&nbsp;1993 (= &sect;&nbsp;5a InvZulG&nbsp;1977\/1982\/1986) best&auml;tigt, nach der die Vorschriften der AO &uuml;ber die Verfolgung von Steuerstraftaten (&sect;&sect;&nbsp;385&nbsp;ff. AO) entsprechend gelten. Diese Regelung geht auf das Erste Gesetz zur Bek&auml;mpfung der Wirtschaftskriminalit&auml;t (1.&nbsp;WiKG) vom 29.&nbsp;Juli 1976 (BGBl I 1976, 2034) zur&uuml;ck, mit dem die Vorschrift des &sect;&nbsp;264 StGB in das StGB neu eingef&uuml;gt wurde. Der Gesetzgeber betrachtete die Investitionszulage als eine Subvention i.S. des &sect;&nbsp;264 StGB und wollte deren Vergabe strafrechtlich besonders sch&uuml;tzen (BTDrucks&nbsp;7\/3441, S.&nbsp;48, BTDrucks&nbsp;7\/5291, S.&nbsp;24). Da die Investitionszulage von den Finanzbeh&ouml;rden verwaltet wurde, f&uuml;gte er den &sect;&nbsp;5a InvZulG neu ein, wonach u.a. f&uuml;r die Verfolgung einer Straftat nach &sect;&nbsp;264 StGB die Vorschriften der RAO &uuml;ber die Verfolgung von Steuerstraftaten entsprechend galten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In anderen Zulagen- und Pr&auml;mien-Gesetzen, die ebenfalls wie das InvZulG eine Verweisung auf die Steuerverg&uuml;tungsvorschriften der AO enthalten (z.B. &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 WoPG, &sect;&nbsp;29 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 BerlinFG, &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 des F&uuml;nften Verm&ouml;gensbildungsgesetzes &#8211;5.&nbsp;VermBG&#8211;), hat der Gesetzgeber dar&uuml;ber hinausgehend normiert, dass auch &sect;&nbsp;370 Abs.&nbsp;1 bis 4 AO entsprechend gilt (&sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 WoPG, &sect;&nbsp;29a BerlinFG, &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1&nbsp;&nbsp;5.&nbsp;VermBG). Eine solche Anordnung fehlt im InvZulG, weil der Gesetzgeber die Vergabe der InvZulG gerade unter den besonderen materiellen Strafrechtsschutz des &sect;&nbsp;264 StGB stellen wollte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Danach ist zu bezweifeln, dass der Wortlaut des &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 InvZulG&nbsp;1993 einen Subventionsbetrug abgabenrechtlich in eine Steuerhinterziehung umqualifiziert, obwohl der Gesetzgeber im InvZulG &#8211;im Gegensatz zu anderen Zulagen- und Pr&auml;mien-Gesetzen&#8211; allein auf das formelle, nicht aber auf das materielle Steuerstrafrecht Bezug nimmt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Jenseits des m&ouml;glichen Wortsinns bliebe nur noch die M&ouml;glichkeit, die Haftungsnorm des &sect;&nbsp;71 AO im Wege der Analogie anzuwenden. Hiergegen best&uuml;nden aber ebenfalls Bedenken.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Selbst wenn man eine steuerversch&auml;rfende Analogie im Steuerrecht nicht generell ausschlie&szlig;en m&ouml;chte (so BFH-Urteil vom 14.&nbsp;Februar 2007 II&nbsp;R&nbsp;66\/05, BFHE 217, 176, BStBl II 2007, 621, m.w.N.), w&uuml;rde eine solche voraussetzen, dass sich zum einen einwandfrei eine Gesetzesl&uuml;cke feststellen lie&szlig;e, zum anderen, dass sich aus dem Gesetzeswortlaut bzw. Gesamtzusammenhang oder aus den Gesetzesmaterialien eindeutig Rechtsprinzipien erg&auml;ben, nach denen diese L&uuml;cke zu schlie&szlig;en w&auml;re (BFH-Urteil in BFHE 217, 176, BStBl II 2007, 621). Unabh&auml;ngig von der Frage, ob im Streitfall eine Gesetzesl&uuml;cke best&uuml;nde, w&auml;re jedenfalls die Existenz des Prinzips, wonach der Subventionsbetrug abgabenrechtlich wie eine Steuerhinterziehung zu behandeln sei, zweifelhaft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Aus dem Wortlaut bzw. Gesamtzusammenhang des InvZulG lie&szlig;e sich ein solches Prinzip nicht entnehmen. Auch wenn mit &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 InvZulG&nbsp;1993 eine allgemein auf die Steuerverg&uuml;tungsvorschriften der AO verweisende Norm besteht, w&auml;re die Existenz eines solchen Prinzips schon deshalb fraglich, weil &sect;&nbsp;9 InvZulG&nbsp;1993 lediglich auf das formelle Steuerstrafrecht verweist. Weitere Zweifel an der Existenz eines solchen Prinzips erg&auml;ben sich auch mit Blick auf den Schadensersatzcharakter des &sect;&nbsp;71 AO. Diese Vorschrift soll eine Schadensersatzpflicht in H&ouml;he der verk&uuml;rzten Betr&auml;ge begr&uuml;nden (s. z.B. BFH-Urteil vom 21.&nbsp;Januar 2004 XI&nbsp;R&nbsp;3\/03, BFHE 205, 394, BStBl II 2004, 919). Danach setzt &sect;&nbsp;71 AO tatbestandlich eine vollendete Steuerhinterziehung voraus, weil der Versuch dieses Delikts keinen Schaden verursacht (BFH-Urteil vom 13.&nbsp;Juli 1994 I&nbsp;R&nbsp;112\/93, BFHE 175, 489, BStBl II 1995, 198). Ein vollendeter Subventionsbetrug nach &sect;&nbsp;264 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 StGB liegt aber &#8211;unabh&auml;ngig von einer tats&auml;chlichen Sch&auml;digung&#8211; bereits dann vor, wenn die unrichtigen Angaben beim Subventionsgeber eingehen. Der Subventionsbetrug ist anders als die Steuerhinterziehung nicht als Erfolgs-, sondern als Gef&auml;hrdungsdelikt ausgestaltet (s. dazu Perron in Sch&ouml;nke\/Schr&ouml;der, a.a.O., &sect;&nbsp;264 Rz&nbsp;5). Es h&auml;tte daher erwartet werden d&uuml;rfen, dass der Gesetz-geber &#8211;h&auml;tte er den Subventionsbetrug im Rahmen der Haftung nach &sect;&nbsp;71 AO mit einer Steuerhinterziehung gleichstellen wollen&#8211; dies ausdr&uuml;cklich angeordnet h&auml;tte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Etwas anderes d&uuml;rfte sich auch nicht aus den Gesetzesmaterialien ergeben. Das InvZulG wurde erstmals durch Art.&nbsp;1 des Gesetzes &uuml;ber die Gew&auml;hrung von Investitionszulagen und zur &Auml;nderung steuerrechtlicher und pr&auml;mienrechtlicher Vorschriften (Steuer&auml;nderungsgesetz 1969) vom 18.&nbsp;August 1969 (BGBl I 1969, 1211) kodifiziert. In dem damaligen &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;1 InvZulG&nbsp;1969 hie&szlig; es, dass u.a. die Vorschriften des Ersten und Zweiten Teils der RAO entsprechend anzuwenden sind. Der Gesetzesbegr&uuml;ndung hierzu l&auml;sst sich lediglich entnehmen, dass mit dieser Vorschrift das Investitionszulageverfahren geregelt werden sollte (BTDrucks&nbsp;V\/3890, S.&nbsp;29, zu &sect;&nbsp;4). Die Vorschrift des &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;1 InvZulG&nbsp;1969 wurde in den Folgejahren ohne inhaltliche &Auml;nderung in &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;1 InvZulG&nbsp;1973 (BGBl I 1973, 1494) und &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;1 InvZulG&nbsp;1975 (BGBl I 1975, 529) &uuml;bernommen. Die n&auml;chste f&uuml;r den Streitfall bedeutsame &Auml;nderung erfolgte durch das bereits erw&auml;hnte 1.&nbsp;WiKG. Der Gesetzgeber f&uuml;gte den &sect;&nbsp;5a (= &sect;&nbsp;9 InvZulG&nbsp;1993) neu in das InvZulG ein und begr&uuml;ndete damit eine Ermittlungszust&auml;ndigkeit des Finanzamtes in den Grenzen des &sect;&nbsp;433 und der &sect;&sect;&nbsp;435, 436 RAO (BTDrucks&nbsp;7\/3441, S.&nbsp;48).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Schlie&szlig;lich erhielt &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 InvZulG&nbsp;1993 seine f&uuml;r den Streitfall ma&szlig;gebliche Fassung im Kern bereits durch das Einf&uuml;hrungsgesetz zur Abgabenordnung (AOEG&nbsp;1977) vom 14.&nbsp;Dezember 1976 (BGBl I 1976, 3341). &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 InvZulG&nbsp;1977 &#8211;die Vorg&auml;ngerregelung zu &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 InvZulG&nbsp;1993&#8211; lautete, dass &quot;auf die Investitionszulage &#8230; die f&uuml;r Steuerverg&uuml;tungen geltenden Vorschriften der Abgabenordnung &#8230; entsprechend anzuwenden&quot; sind (s. Art.&nbsp;64 Nr.&nbsp;1 AOEG&nbsp;1977). Daneben wurde in &sect;&nbsp;5a InvZulG das Wort &quot;Reichsabgabenordnung&quot; durch das Wort &quot;Abgabenordnung&quot; ersetzt (s. Art.&nbsp;64 Nr.&nbsp;2 AOEG&nbsp;1977). In der Gesetzesbegr&uuml;ndung hei&szlig;t es lediglich, dass nunmehr auch f&uuml;r die Investitionszulagen die f&uuml;r die Steuerverg&uuml;tungen geltenden Vorschriften der AO gelten sollen (BTDrucks&nbsp;7\/261, S.&nbsp;54). Im &Uuml;brigen ergebe sich die Anwendbarkeit der Vorschriften der AO &uuml;ber die Verfolgung von Steuerstraftaten auf die Investitionszulage bereits aus dem durch das 1.&nbsp;WiKG eingef&uuml;gten &sect;&nbsp;5a InvZulG (BTDrucks&nbsp;7\/5458, S. 20).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach alledem lassen sich in den Gesetzesmaterialien nur schwerlich Anhaltspunkte daf&uuml;r finden, dass der Subventionsbetrug im Rahmen des &sect;&nbsp;71 AO abgabenrechtlich wie ein Fall der Steuerhinterziehung zu behandeln ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>III. Beitritt des BMF<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In Anbetracht seiner bisherigen Rechtsprechung und der &uuml;berkommenen Verwaltungsauffassung h&auml;lt es der Senat f&uuml;r angezeigt, dem BMF die Gelegenheit zu geben, dem Verfahren beizutreten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es wird gebeten, die Erkl&auml;rung &uuml;ber den Beitritt und ggf. die Stellungnahme zur Sache bis zum &#8230; abzugeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 5.7.2012, III R 25\/10 Beitrittsaufforderung an das BMF: Entsprechende Anwendung des &sect; 71 AO auf den Gehilfen eines Subventionsbetrugs Tatbestand 1&nbsp; I. Sachverhalt 2&nbsp; Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) wendet sich gegen einen nach &sect;&nbsp;71 der Abgabenordnung (AO) ergangenen Bescheid, durch den ihn der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) f&uuml;r eine &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-25-10-beitrittsaufforderung-an-das-bmf-entsprechende-anwendung-des-par-71-ao-auf-den-gehilfen-eines-subventionsbetrugs\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">III&nbsp;R&nbsp;25\/10 &#8211; Beitrittsaufforderung an das BMF: Entsprechende Anwendung des &sect; 71 AO auf den Gehilfen eines Subventionsbetrugs<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-5683","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5683","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5683"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5683\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5683"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5683"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5683"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}