{"id":56831,"date":"2013-08-14T18:48:42","date_gmt":"2013-08-14T16:48:42","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=56831"},"modified":"2013-08-14T18:48:42","modified_gmt":"2013-08-14T16:48:42","slug":"vi-r-24-12-zufluss-von-urlaubsgeld-und-weihnachtsgeld-als-arbeitslohn-bei-einvernehmlicher-aufhebung-einer-entsprechenden-zusage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-24-12-zufluss-von-urlaubsgeld-und-weihnachtsgeld-als-arbeitslohn-bei-einvernehmlicher-aufhebung-einer-entsprechenden-zusage\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;24\/12 &#8211; Zufluss von Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld als Arbeitslohn bei einvernehmlicher Aufhebung einer entsprechenden Zusage"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 15.5.2013, VI R 24\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Zufluss von Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld als Arbeitslohn bei einvernehmlicher Aufhebung einer entsprechenden Zusage<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Wird die arbeitsvertragliche Zusage von Weihnachts- und Urlaubsgeld vor dem Zeitpunkt der Entstehung dieser Sonderzuwendungen einvernehmlich aufgehoben, kann dem Arbeitnehmer weder Arbeitslohn &uuml;ber die Grunds&auml;tze des Zuflusses von Einnahmen bei einem beherrschenden Gesellschafter zuflie&szlig;en noch kann der Arbeitnehmer insoweit eine zuflussbegr&uuml;ndende verdeckte Einlage bewirken.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist der Zufluss vertraglich zugesagten, jedoch seit mehreren Jahren nicht zur Auszahlung gebrachten Urlaubs- und Weihnachtsgelds.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) sind Ehegatten und wurden in den Streitjahren 1999 bis 2002 zusammen zur Einkommensteuer veranlagt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger waren zu jeweils 50&nbsp;% an einer GmbH beteiligt. W&auml;hrend der Kl&auml;ger als Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der GmbH t&auml;tig war, war die Kl&auml;gerin als kaufm&auml;nnische Angestellte bei der GmbH besch&auml;ftigt. Im Jahr 1997 vereinbarten die Kl&auml;ger jeweils mit der GmbH die Gew&auml;hrung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Dieses wurde in den Streitjahren 1999 bis 2002 nicht ausgezahlt. In der Bilanz der GmbH wurden auch keine entsprechenden Passivposten gebildet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In den Einkommensteuererkl&auml;rungen gaben die Kl&auml;ger Einnahmen aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit ohne den Bezug von Urlaubs- oder Weihnachtsgeld an. Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) veranlagte die Kl&auml;ger erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Anschluss an eine Lohnsteuer-Au&szlig;enpr&uuml;fung bei der GmbH ging das FA davon aus, dass den Kl&auml;gern das Urlaubs- und das Weihnachtsgeld in den Streitjahren 1999 bis 2002 jeweils bereits mit F&auml;lligkeit zugeflossen sei. Es erlie&szlig; entsprechend ge&auml;nderte Einkommensteuerbescheide.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der nach erfolglosen Einspruchsverfahren erhobenen Klage hat das Finanzgericht (FG) mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte 2012, 1543 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden stattgegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der zugelassenen Revision r&uuml;gt das FA die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es beantragt,<br \/>das Urteil des FG aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat im Ergebnis zu Recht entschieden, dass den Kl&auml;gern das streitbefangene, nicht ausgezahlte Urlaubs- und Weihnachtsgeld nicht zugeflossen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Zufluss i.S. des &sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;1 Satz 1 des Einkommensteuergesetzes tritt mit der Erlangung der wirtschaftlichen Verf&uuml;gungsmacht ein; das ist in der Regel der Zeitpunkt des Eintritts des Leistungserfolgs oder der M&ouml;glichkeit, den Leistungserfolg herbeizuf&uuml;hren (Senatsurteile vom 3.&nbsp;Februar 2011 VI&nbsp;R&nbsp;4\/10, BFHE 232, 501; VI&nbsp;R&nbsp;66\/09, BFHE 232, 497; jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Geldbetr&auml;ge flie&szlig;en dem Steuerpflichtigen dementsprechend regelm&auml;&szlig;ig dadurch zu, dass sie bar ausgezahlt oder einem Konto des Empf&auml;ngers bei einem Kreditinstitut gutgeschrieben werden. Jedoch kann auch eine Gutschrift in den B&uuml;chern des Verpflichteten einen Zufluss bewirken, wenn in der Gutschrift nicht nur das buchm&auml;&szlig;ige Festhalten einer Schuldbuchverpflichtung zu sehen ist, sondern dar&uuml;ber hinaus zum Ausdruck kommt, dass der Betrag dem Berechtigten von nun an zur Verf&uuml;gung steht. Allerdings muss der Gl&auml;ubiger in der Lage sein, den Leistungserfolg ohne weiteres Zutun des im &Uuml;brigen leistungsbereiten und leistungsf&auml;higen Schuldners herbeizuf&uuml;hren (Senatsurteil in BFHE 232, 501, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Da sich die Erlangung der wirtschaftlichen Verf&uuml;gungsmacht nach den tats&auml;chlichen Verh&auml;ltnissen richtet, kann das Zuflie&szlig;en grunds&auml;tzlich nicht fingiert werden (Senatsurteil in BFHE 232, 501). Eine Ausnahme macht die Rechtsprechung hiervon lediglich bei beherrschenden Gesellschaftern einer Kapitalgesellschaft. Bei diesen wird angenommen, dass sie &uuml;ber eine von der Gesellschaft geschuldete Verg&uuml;tung bereits im Zeitpunkt der F&auml;lligkeit verf&uuml;gen k&ouml;nnen und ihnen damit entsprechende Einnahmen zugeflossen sind (Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 14.&nbsp;Februar 1984 VIII&nbsp;R&nbsp;221\/80, BFHE 140, 542, BStBl II 1984, 480; vom 16.&nbsp;November 1993 VIII&nbsp;R&nbsp;33\/92, BFHE 174, 322, BStBl II 1994, 632). Allerdings werden von dieser Zuflussfiktion (Senatsurteil in BFHE 232, 501) nur Gehaltsbetr&auml;ge und sonstige Verg&uuml;tungen erfasst, die die Kapitalgesellschaft den sie beherrschenden Gesellschaftern schuldet und die sich bei der Ermittlung ihres Einkommens ausgewirkt haben (Senatsurteil in BFHE 232, 501; BFH-Urteil vom 11.&nbsp;Februar 1965 IV&nbsp;213\/64&nbsp;U, BFHE 82, 440, BStBl III 1965, 407).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) &Uuml;berdies kann der Verzicht des Gesellschafters auf seinen Verg&uuml;tungsanspruch zum Zufluss des Forderungswerts f&uuml;hren, soweit mit ihm eine verdeckte Einlage erbracht wird (Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 9.&nbsp;Juni 1997 GrS&nbsp;1\/94, BFHE 183, 187, BStBl II 1998, 307, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Eine verdeckte Einlage liegt nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH vor, wenn ein Gesellschafter oder eine ihm nahestehende Person der Gesellschaft einen einlagef&auml;higen Verm&ouml;gensvorteil zuwendet, ohne dass der Gesellschafter hierf&uuml;r neue Gesellschaftsanteile erh&auml;lt, und wenn diese Zuwendung ihre Ursache im Gesellschaftsverh&auml;ltnis hat. Letztere Voraussetzung ist gegeben, wenn ein Nichtgesellschafter der Gesellschaft den Verm&ouml;gensvorteil bei Anwendung der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns nicht einger&auml;umt h&auml;tte (BFH-Urteil vom 20.&nbsp;Juli 2005 X&nbsp;R&nbsp;22\/02, BFHE 210, 345, BStBl II 2006, 457, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Als verdeckte Einlagen sind nur Wirtschaftsg&uuml;ter geeignet, die das Verm&ouml;gen der Kapitalgesellschaft vermehrt haben, sei es durch den Ansatz oder die Erh&ouml;hung eines Aktivpostens, sei es durch den Wegfall oder die Verminderung eines Passivpostens (BFH-Urteil vom 6.&nbsp;November 2003 IV&nbsp;R&nbsp;10\/01, BFHE 204, 438, BStBl II 2004, 416, m.w.N.). Ob als Voraussetzung f&uuml;r eine verdeckte Einlage das Verm&ouml;gen der Kapitalgesellschaft durch den Ansatz oder die Erh&ouml;hung eines Aktivpostens oder durch den Wegfall oder die Verminderung eines Passivpostens vermehrt ist, bestimmt sich nach Bilanzrecht (BFH-Urteile vom 24.&nbsp;Mai 1984 I&nbsp;R&nbsp;166\/78, BFHE 141, 176, BStBl II 1984, 747; vom 22.&nbsp;November 1983 VIII&nbsp;R&nbsp;133\/82, BFHE 140, 69; vom 22.&nbsp;November 1983 VIII&nbsp;R&nbsp;37\/79, BFHE 140, 63). Insofern ist ma&szlig;geblich, inwieweit Bilanzposten in eine Bilanz h&auml;tten eingestellt werden m&uuml;ssen, die zum Zeitpunkt des Verzichts erstellt worden w&auml;re (vgl. BFH-Urteil in BFHE 141, 176, BStBl II 1984, 747).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben fehlt es an einem Zufluss des streitbefangenen Urlaubs- und Weihnachtsgelds.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zu Recht ist zwischen den Beteiligten nicht streitig, dass den Kl&auml;gern die streitbefangenen Sonderzuwendungen tats&auml;chlich nicht zugeflossen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) &Uuml;berdies greifen auch die Grunds&auml;tze &uuml;ber den Zufluss von Einnahmen bei einem beherrschenden Gesellschafter nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Kl&auml;ger waren in den Streitjahren schon keine beherrschenden Gesellschafter der GmbH. Denn sie waren nach den nicht angefochtenen Feststellungen des FG lediglich zu 50&nbsp;% am Stammkapital der GmbH beteiligt und besa&szlig;en keine Stimmrechtsmehrheit. In einem solchen Fall ist der Gesellschafter kein beherrschender (vgl. Senatsurteil in BFHE 232, 501, m.w.N.). Eine beherrschende Stellung eines GmbH-Gesellschafters liegt im Regelfall vor, wenn der Gesellschafter die Mehrheit der Stimmrechte besitzt und deshalb bei Gesellschafterversammlungen entscheidenden Einfluss aus&uuml;ben kann. Im Allgemeinen ist das erst der Fall, wenn der Gesellschafter, der durch Leistungen der Kapitalgesellschaft Vorteile erh&auml;lt, mehr als 50&nbsp;% der Stimmrechte hat (vgl. Senatsurteil in BFHE 232, 501, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>H&auml;lt ein Gesellschafter &#8211;wie im Streitfall die Kl&auml;ger&#8211; nicht mehr als 50&nbsp;% der Gesellschaftsanteile, kann er nach st&auml;ndiger Rechtsprechung einem beherrschenden Gesellschafter gleichgestellt werden, wenn er mit anderen gleichgerichtete materielle, d.h. finanzielle Interessen verfolgenden Gesellschaftern zusammenwirkt, um eine ihren Gesellschafterinteressen entsprechende Willensbildung der Kapitalgesellschaft herbeizuf&uuml;hren; allein der Umstand, dass die Gesellschafter Eheleute sind, kann eine entsprechende Vermutung aber nicht begr&uuml;nden (Senatsurteil in BFHE 232, 501, m.w.N.). Das FG hat einen Interessengleichklang der Kl&auml;ger deshalb verneint, weil jeder Gesellschafter etwaige gegen die GmbH bestehende Gehaltsanspr&uuml;che letztlich aus eigenem Recht durchsetzen k&ouml;nne und sonstige f&uuml;r gleichgerichtete Interessen sprechende tats&auml;chliche Anhaltspunkte nicht ersichtlich seien. Diese W&uuml;rdigung verst&ouml;&szlig;t weder gegen Denkgesetze noch gegen allgemeine Erfahrungss&auml;tze; sie ist daher f&uuml;r das Revisionsgericht nach &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO bindend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Zudem fehlt es auf Grundlage der insoweit bindenden Feststellungen des FG an einer Forderung, die h&auml;tte f&auml;llig werden k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der zun&auml;chst arbeitsvertraglich einger&auml;umte Anspruch auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld bestand in den Streitjahren 1999 bis 2002 nicht mehr; er ist mindestens konkludent aufgehoben worden. Denn das FG hat insoweit festgestellt, dass die streitigen Sonderzuwendungen dem Arbeitnehmer &uuml;ber mehrere Jahre hinweg unver&auml;ndert weder ausbezahlt noch in der GmbH als Aufwand erfasst worden sind. Es hat diesen Vorgang sodann nicht als einen Buchungsfehler, sondern als ein planvolles Vorgehen der Beteiligten gew&uuml;rdigt und darin letztlich einen konkludenten Verzicht auf die Sonderzuwendung gesehen. Dieser Beurteilung und W&uuml;rdigung entspricht auch die arbeitsgerichtliche Rechtsprechung. Denn danach kann die widerspruchslose Fortsetzung der T&auml;tigkeit durch den Arbeitnehmer nach einem &Auml;nderungsangebot des Arbeitgebers gem&auml;&szlig; &sect;&sect;&nbsp;133, 157 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs als Annahme der Vertrags&auml;nderung gesehen werden, wenn diese sich &#8211;wie hier durch die mehrj&auml;hrige Nichtauszahlung der Sonderzuwendungen&#8211; unmittelbar im Arbeitsverh&auml;ltnis auswirkt. Dann ist die widerspruchslose Weiterarbeit als Einverst&auml;ndnis mit der angebotenen Vertrags&auml;nderung anzusehen; setzt der Arbeitnehmer seine T&auml;tigkeit dennoch widerspruchslos fort, darf der Arbeitgeber dies als Einverst&auml;ndnis des Arbeitnehmers mit der Vertrags&auml;nderung verstehen (vgl. Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 1.&nbsp;August 2001&nbsp;&nbsp;4&nbsp;AZR&nbsp;129\/00, BAGE 98, 293, m.w.N.). Bestand mithin deshalb in den Streitjahren 1999 bis 2002 zugunsten der Kl&auml;ger schon kein Anspruch auf die Gew&auml;hrung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld, fehlte es bereits an einer von der Gesellschaft geschuldeten Verg&uuml;tung, &uuml;ber die im Zeitpunkt der F&auml;lligkeit die Kl&auml;ger h&auml;tten verf&uuml;gen k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Damit konnten die Kl&auml;ger zugleich keine einen Zufluss begr&uuml;ndende verdeckte Einlage bewirken. Denn aufgrund der einvernehmlichen Aufhebung des Anspruchs auf Sonderzuwendungen vor seiner Entstehung konnte dar&uuml;ber kein Erlassvertrag geschlossen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Anders als es das FA meint, l&auml;sst sich der Senatsentscheidung in BFHE 232, 501 nicht entnehmen, dass der Zufluss von Verg&uuml;tungsanspr&uuml;chen des Gesellschafters &uuml;ber eine verdeckte Einlage bereits dann ausgeschlossen ist, wenn diese Anspr&uuml;che entgegen dem Bilanzrecht nicht in den B&uuml;chern der Gesellschaft ber&uuml;cksichtigt wurden. Denn in diesem Verfahren fehlten bereits Feststellungen dazu, ob die Gesellschafter auf ihnen zustehende Verg&uuml;tungsanspr&uuml;che verzichteten und dadurch einen bilanzierbaren Verm&ouml;gensvorteil zuwandten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 15.5.2013, VI R 24\/12 Zufluss von Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld als Arbeitslohn bei einvernehmlicher Aufhebung einer entsprechenden Zusage Leits&auml;tze Wird die arbeitsvertragliche Zusage von Weihnachts- und Urlaubsgeld vor dem Zeitpunkt der Entstehung dieser Sonderzuwendungen einvernehmlich aufgehoben, kann dem Arbeitnehmer weder Arbeitslohn &uuml;ber die Grunds&auml;tze des Zuflusses von Einnahmen bei einem beherrschenden Gesellschafter zuflie&szlig;en &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-24-12-zufluss-von-urlaubsgeld-und-weihnachtsgeld-als-arbeitslohn-bei-einvernehmlicher-aufhebung-einer-entsprechenden-zusage\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;R&nbsp;24\/12 &#8211; Zufluss von Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld als Arbeitslohn bei einvernehmlicher Aufhebung einer entsprechenden Zusage<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-56831","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/56831","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=56831"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/56831\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=56831"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=56831"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=56831"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}