{"id":56833,"date":"2013-08-14T18:48:40","date_gmt":"2013-08-14T16:48:40","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=56833"},"modified":"2013-08-14T18:48:40","modified_gmt":"2013-08-14T16:48:40","slug":"i-r-77-08-rechnungsabgrenzung-bei-handy-subventionen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-77-08-rechnungsabgrenzung-bei-handy-subventionen\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;77\/08 &#8211; Rechnungsabgrenzung bei Handy-Subventionen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 15.5.2013, I R 77\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Rechnungsabgrenzung bei Handy-Subventionen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>F&uuml;r die verbilligte Abgabe von Mobiltelefonen bei gleichzeitigem Abschluss von Mobilfunkdienstleistungs-Vertr&auml;gen mit 24-monatiger Mindestlaufzeit hat das Mobilfunkunternehmen aktive Rechnungsabgrenzungsposten zu bilden (Best&auml;tigung des Senatsbeschlusses vom 7. April 2010 I R 77\/08, BFHE 228, 533, BStBl II 2010, 739).<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Beteiligten streiten dar&uuml;ber, ob f&uuml;r Betriebsverm&ouml;gensminderungen aus der verbilligten Abgabe von Mobiltelefonen ein aktiver Rechnungsabgrenzungsposten (RAP) anzusetzen ist. Die Einzelheiten des Sach- und Streitstands ergeben sich aus dem im gleichen Verfahren ergangenen Senatsbeschluss vom 7.&nbsp;April 2010 I&nbsp;R&nbsp;77\/08 (BFHE 228, 533, BStBl II 2010, 739), auf den zur Vermeidung von Wiederholungen Bezug genommen wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit dem vorgenannten Beschluss hatte der erkennende Senat dem Gro&szlig;en Senat des Bundesfinanzhofs (BFH) die Frage zur Entscheidung vorgelegt, ob das Finanzamt (FA) im Rahmen der ertragsteuerlichen Gewinnermittlung in Bezug auf zum Zeitpunkt der Bilanzaufstellung ungekl&auml;rte bilanzrechtliche Rechtsfragen an die Auffassung gebunden ist, die der vom Steuerpflichtigen aufgestellten Bilanz zu Grunde liegt, wenn diese Rechtsauffassung aus der Sicht eines ordentlichen und gewissenhaften Kaufmanns vertretbar war. Der Gro&szlig;e Senat des BFH hat &uuml;ber die Vorlage mit Beschluss vom 31.&nbsp;Januar 2013 GrS&nbsp;1\/10 (BFHE 240, 162, BStBl II 2013, 317) entschieden. Auf diesen Beschluss wird ebenfalls verwiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) hat im Anschluss an die Entscheidung des Gro&szlig;en Senats an ihrem im Vorlagebeschluss (BFHE 228, 533, BStBl II 2010, 739) zitierten Antrag festgehalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das FA) beantragt, die Revision der Kl&auml;gerin zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das dem Verfahren zwischenzeitlich gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;122 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) beigetretene Bundesministerium der Finanzen hat keinen Antrag gestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und deshalb zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Gro&szlig;e Senat des BFH hat in dem erw&auml;hnten Beschluss vom 31.&nbsp;Januar 2013 die Vorlagefrage bez&uuml;glich einer Bindung des FA an der Bilanz (und deren einzelnen Ans&auml;tzen) zugrunde liegende, aus Sicht eines ordentlichen und gewissenhaften Kaufmanns vertretbare Rechtsauffassungen verneint. Damit steht f&uuml;r den Senat verbindlich fest (&sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;7 Satz&nbsp;3 FGO), dass f&uuml;r die Entscheidung der streitigen Bilanzierungsfrage im vorliegenden Rechtsstreit ausschlie&szlig;lich die objektive Rechtslage ma&szlig;geblich ist und ein subjektiver Beurteilungsspielraum der Kl&auml;gerin insoweit nicht bestanden hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der Senat h&auml;lt trotz neuerlicher Einwendungen der Kl&auml;gerin an seiner im Vorlagebeschluss in BFHE 228, 533, BStBl II 2010, 739 &#8211;auf den auch insoweit verwiesen wird&#8211; n&auml;her dargelegten Auffassung fest, dass f&uuml;r die mit der Abgabe der Mobiltelefone unter Einstandspreis verbundene Verm&ouml;gensminderung ein aktiver RAP nach &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes (EStG 1990) zu bilden war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das gilt zun&auml;chst f&uuml;r die Annahme, dass als &quot;Ausgabe&quot; i.S. von &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG 1990 nicht nur Bar- und Buchgeldzahlungen, sondern auch Verm&ouml;gensminderungen durch geldwerte Sachleistungen, wie die im Streitfall unter Einstandspreis abgegebenen Mobiltelefone, in Betracht kommen (nach wie vor a.A. Schmidt\/Weber-Grellet, EStG, 32.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;5 Rz&nbsp;241&nbsp;f.). Bei der verbilligten Abgabe der Mobiltelefone handelt es sich um einen Zuschuss des Mobilfunkunternehmens an den Kunden, der allerdings nicht in bar ausgezahlt, sondern unmittelbar mit dem Kaufpreis f&uuml;r das Mobiltelefon verrechnet wird. Der Senat h&auml;lt es f&uuml;r geboten, die Verm&ouml;gensminderungen einerseits durch baren und andererseits durch mittels Preisreduzierung &quot;verdeckten&quot; Zuschuss im Hinblick auf die Rechnungsabgrenzung gleich zu behandeln.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dass sich die H&ouml;he des RAP im letztgenannten Fall nach dem Differenzbetrag zwischen den auszubuchenden Anschaffungskosten der Telefone und den vereinnahmten Verkaufserl&ouml;sen &#8211;d.h. nach dem durch den verbilligten Verkauf von der Kl&auml;gerin realisierten Verlust&#8211; richtet, hindert dessen Aktivierung nicht. Ein RAP soll kein Wirtschaftsgut abbilden, sondern nur dazu dienen, die Gewinnauswirkung eines Vorgangs durch einen bilanztechnischen Gegenposten zu neutralisieren (vgl. z.B. Bl&uuml;mich\/ Buciek, &sect;&nbsp;5 EStG Rz&nbsp;654, m.w.N.). Auch bei einem Disagio (Damnum) bemisst sich der vom Darlehensnehmer zu aktivierende RAP anhand eines Unterschiedsbetrags, n&auml;mlich jenem zwischen dem R&uuml;ckzahlungsbetrag und dem Verf&uuml;gungsbetrag (BFH-Urteil vom 20.&nbsp;November 1969 IV&nbsp;R&nbsp;3\/69, BFHE 97, 418, BStBl II 1970, 209). L&auml;sst man mit dem Vorstehenden eine Sachleistung als &quot;Ausgabe&quot; zu, spricht somit nichts dagegen, zur Bemessung des RAP den die Verm&ouml;gensminderung ausdr&uuml;ckenden Saldo aus Anschaffungskosten und Verkaufserl&ouml;s zugrunde zu legen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Senat h&auml;lt es weiterhin f&uuml;r zutreffend, dass bei wirtschaftlicher Betrachtung der subventionierte Kaufvertrag &uuml;ber das Mobiltelefon und der zeitraumbezogene Mobilfunkdienstleistungsvertrag (MFD-Vertrag) trotz formalrechtlicher Selbst&auml;ndigkeit beider Vertr&auml;ge sowohl aus Sicht des Mobilfunkunternehmens als auch aus der des Kunden in einer Weise miteinander verkn&uuml;pft sind, dass die Subventionierung des Telefonverkaufs durch das Mobilfunkunternehmen einen Teil der Gegenleistung f&uuml;r das vom Kunden in der Folge 24&nbsp;Monate lang zu entrichtende Mobilfunkentgelt bildet. Allerdings reicht diese Verkn&uuml;pfung nicht so weit, diese Subventionierung als Teil der (vom Kunden noch nicht geleisteten) k&uuml;nftigen Entgelte f&uuml;r die Mobilfunkdienstleistungen aufzufassen (s. insoweit Hennrichs in Tipke\/ Lang, Steuerrecht, 21.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;9 Rz&nbsp;205). Vielmehr ist die 24-monatige Bindung an das Mobilfunkunternehmen f&uuml;r den Kunden der &quot;Preis&quot; f&uuml;r die M&ouml;glichkeit, das Mobiltelefon f&uuml;r ein geringes Entgelt zu erwerben. Das Mobilfunkunternehmen gew&auml;hrt die Subvention in der jedenfalls im Rahmen einer Durchschnittsbetrachtung gerechtfertigten Erwartung, dass sie sich durch den kontinuierlichen Ertrag aus dem MFD-Vertrag amortisiert (s. auch Hermann\/Potthast, Computer und Recht &#8211;CR&#8211; 2012, 10, 11&nbsp;f., 15). Dies rechtfertigt es, die vor dem Bilanzstichtag abgeflossenen Subventionen i.S. von &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG 1990 als Aufwand &quot;f&uuml;r eine bestimmte Zeit&quot; nach diesem Zeitpunkt anzusehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wie bereits in dem Senatsbeschluss in BFHE 228, 533, BStBl II 2010, 739 ausgef&uuml;hrt, gilt diese Beurteilung unabh&auml;ngig davon, ob der Mobilfunkkunde im Falle einer vorzeitigen Beendigung des MFD-Vertrags verpflichtet w&auml;re, der Kl&auml;gerin die Subvention zeitanteilig zur&uuml;ckzuerstatten (vgl. aber zur Diskussion um eine zivilrechtliche Verkn&uuml;pfung beider Vertr&auml;ge im Zusammenhang mit Leistungsst&ouml;rungen, Widerrufsrechten oder Nichtigkeitsfolgen z.B. Urteil des Amtsgerichts Karlsruhe vom 12.&nbsp;Oktober 2007&nbsp;&nbsp;12&nbsp;C&nbsp;169\/07, juris; Limbach, Zeitschrift f&uuml;r das gesamte Schuldrecht 2009, 206&nbsp;ff.; Hermann\/Potthast, CR 2012, 10&nbsp;ff.). Denn jedenfalls ist nicht zu ersehen, dass die M&ouml;glichkeit der vorzeitigen Beendigung der Mobilfunkvertr&auml;ge f&uuml;r die Kl&auml;gerin und ihre Kunden bei Vertragsschluss tats&auml;chlich von praktischer Bedeutung gewesen ist. Das Kriterium der tats&auml;chlichen Relevanz der M&ouml;glichkeit einer vorzeitigen Vertragsbeendigung bei der Beurteilung einer Leistung als Vorleistung im Rahmen eines schwebenden Gesch&auml;fts hat der Senat in weiteren Entscheidungen best&auml;tigt (Senatsurteile vom 22.&nbsp;Juni 2011 I&nbsp;R&nbsp;7\/10, BFHE 234, 168, BStBl II 2011, 870; vom 27.&nbsp;Juli 2011 I&nbsp;R&nbsp;77\/10, BFHE 234, 301, BStBl II 2012, 284); er h&auml;lt daran auch f&uuml;r den Streitfall fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Bei dem sonach zu aktivierenden RAP handelt es sich entgegen der Sichtweise der Kl&auml;gerin nicht um einen Posten mit antizipativem Charakter.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Allerdings kommen RAP nur f&uuml;r sog. transitorische Posten in Betracht, das sind (in Bezug auf aktive RAP) solche, in denen die Ausgabe, wie vom Tatbestand des &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG 1990 verlangt, vor dem Abschlussstichtag abflie&szlig;t, der diesbez&uuml;gliche Aufwand wirtschaftlich aber einem bestimmten Zeitraum nach dem Abschlussstichtag zuzuordnen ist. Im Gegensatz dazu stehen antizipative Posten, das sind Ausgaben\/ Einnahmen des folgenden Jahres, die als Aufwand\/Ertrag des abgelaufenen Jahres anzusehen sind. In diesen F&auml;llen scheidet die Bildung von RAP aus; vielmehr sind bei Vorliegen der daf&uuml;r ma&szlig;geblichen Voraussetzungen Forderungen (vorzeitiger Ertrag) oder Verbindlichkeiten bzw. R&uuml;ckstellungen (vorzeitiger Aufwand) auszuweisen (R&nbsp;5.6 der Einkommensteuer-Richtlinien 2008; Bl&uuml;mich\/Buciek, &sect;&nbsp;5 EStG Rz&nbsp;655; Crezelius in Kirchhof, EStG, 12.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;5 Rz&nbsp;86; Schmidt\/Weber-Grellet, a.a.O., &sect;&nbsp;5 Rz&nbsp;244; Knobbe-Keuk, Bilanz- und Unternehmenssteuerrecht, 9.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;4 VI.1, S.&nbsp;136&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Nach den vorstehenden Kriterien hat der im Streitfall zu aktivierende RAP transitorischen Charakter (ebenso Hermann\/ Potthast, CR 2012, 10, 13&nbsp;ff.). Zwar erscheint die Abgabe des Telefons bei isolierter Sicht auf den Kaufvertrag &uuml;ber das Mobilfunktelefon zun&auml;chst als Aufwand des laufenden Gesch&auml;ftsjahrs aus dem Kaufvertrag. Bei der nach den obigen Ausf&uuml;hrungen gebotenen Betrachtung von Kaufvertrag und MFD-Vertrag als wirtschaftliche Einheit ergibt sich jedoch der transitorische Charakter des Postens: Die &quot;Ausgabe&quot; in Form der Subvention des Mobiltelefons als eine Art Vorabentgelt der Kl&auml;gerin ist vor dem Bilanzstichtag 31.&nbsp;Dezember 1996 abgeflossen, wohingegen der diesbez&uuml;gliche Aufwand der &uuml;ber den Bilanzstichtag hinausgehenden Gesamtlaufzeit der MFD-Vertr&auml;ge zuzuordnen ist, w&auml;hrend derer in Form eines Teils der Mobilfunkgeb&uuml;hren sukzessive die Gegenleistung der Mobilfunkkunden f&uuml;r die Subvention erbracht wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Der Senat teilt nicht die Auffassung der Kl&auml;gerin, der zufolge ein transitorischer Posten nur vorliegen k&ouml;nne, wenn die (zeitraumbezogene) Gegenleistung zu der &quot;Ausgabe&quot; in einer den jeweiligen Vertrag kennzeichnenden Sach-, Dienstleistungs- oder Gebrauchs&uuml;berlassungspflicht bestehe, nicht aber dann, wenn es sich dabei um eine Geldleistungspflicht handele. Die f&uuml;r die RAP-Tatbest&auml;nde ma&szlig;gebliche zeitliche Zuordnung von einerseits der Ausgabe oder Einnahme und andererseits des Aufwands bzw. Ertrags h&auml;ngt nicht mit der Unterscheidung von Geldleistungspflichten und Sachleistungspflichten als vertraglichen Prim&auml;rpflichten zusammen. Zwar sind die &quot;klassischen&quot; F&auml;lle von RAP solche von vorausgezahlten Entgeltleistungen f&uuml;r Sach-, Dienstleistungs- oder Gebrauchs&uuml;berlassungspflichten. Das r&uuml;hrt daher, dass der typische Fall der &quot;Ausgabe\/Einnahme&quot; die Auszahlung oder &Uuml;berweisung von Geld ist und Geldzahlungen in den meisten F&auml;llen (nur) diejenige Vertragsseite leistet, die nicht die dem Vertrag das Gepr&auml;ge gebende Sachleistung zu erbringen hat. Steht jedoch wie im Streitfall eine get&auml;tigte Ausgabe im Rahmen eines komplexen Pflichtengeflechts aus zwei wirtschaftlich zusammenh&auml;ngenden Vertr&auml;gen in einem zumindest wirtschaftlichen Gegenseitigkeitsverh&auml;ltnis zu einer noch zu erbringenden zeitraumbezogenen Verpflichtung der anderen Vertragsseite, kommt dem die Ausgabe abbildenden aktiven RAP nicht deshalb ein antizipativer Charakter zu, weil die Gegenleistung in einer Geldleistungspflicht besteht, mit der au&szlig;erdem noch eine Dienstleistung des Bilanzierenden abgegolten wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Der Hinweis der Kl&auml;gerin auf den Umstand, dass die Forderungen der Kl&auml;gerin aus dem MFD-Vertrag zum Bilanzstichtag noch nicht realisiert bzw. aufschiebend bedingt waren, geht fehl. Denn der Senat bef&uuml;rwortet nicht die Aktivierung von Geb&uuml;hrenforderungen aus dem MFD-Vertrag, sondern eine periodengerechte Abbildung der im Streitjahr von der Kl&auml;gerin verausgabten Subventionen nach Ma&szlig;gabe des &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG 1990.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) F&uuml;r die von der Kl&auml;gerin geforderte nochmalige Anrufung des Gro&szlig;en Senats des BFH besteht kein Anlass. Der Senat weicht mit der dargestellten Auffassung nicht i.S. von &sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;2 FGO von der Rechtsprechung eines anderen Senats des BFH ab. Es ist nicht ersichtlich, dass die im Streitfall relevanten Fragen im Zusammenhang mit der Bildung von RAP in entscheidungserheblicher Weise Gegenstand von BFH-Entscheidungen gewesen sind. Das gilt sowohl f&uuml;r die Frage, ob auch Sachleistungen Ausgaben i.S. von &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG 1990 sein k&ouml;nnen als auch f&uuml;r die Problematik, ob und unter welchen Voraussetzungen die Bildung von RAP in Betracht kommt, wenn bei zwei wirtschaftlich zusammenh&auml;ngenden gegenseitigen Vertr&auml;gen der Abschluss des einen Vertrags durch die eine Vertragsseite bezuschusst und dieser Zuschuss mit den zu erwartenden (Entgelt-)Leistungen der anderen Vertragsseite aus dem zweiten, zeitraumbezogenen Vertrag &quot;quer&quot;-finanziert wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit die von der Kl&auml;gerin aufgelisteten BFH-Entscheidungen, in denen aktive RAP bejaht worden sind, ausschlie&szlig;lich zu den &quot;klassischen&quot; Konstellationen ergangen sind, in denen eine Ausgabe als Vorabentgelt f&uuml;r eine k&uuml;nftige Sach-, Dienstleistungs- oder Gebrauchs&uuml;berlassung zu beurteilen war, l&auml;sst sich diesen nicht &#8211;schon gar nicht in entscheidungserheblicher Weise&#8211; entnehmen, dass die Bildung von aktiven RAP zwingend ausscheidet, wenn die zeitraumbezogene Gegenleistung in einer Geldleistungspflicht besteht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Fehler des FA oder der Vorinstanz bei der Bemessung des Betrags, der aufgrund der verbilligten Abgabe der Mobiltelefone im Streitjahr zum Bilanzstichtag eingetretenen Verm&ouml;gensminderungen hat die Kl&auml;gerin nicht geltend gemacht und sind auch f&uuml;r den Senat nicht ersichtlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 15.5.2013, I R 77\/08 Rechnungsabgrenzung bei Handy-Subventionen Leits&auml;tze F&uuml;r die verbilligte Abgabe von Mobiltelefonen bei gleichzeitigem Abschluss von Mobilfunkdienstleistungs-Vertr&auml;gen mit 24-monatiger Mindestlaufzeit hat das Mobilfunkunternehmen aktive Rechnungsabgrenzungsposten zu bilden (Best&auml;tigung des Senatsbeschlusses vom 7. April 2010 I R 77\/08, BFHE 228, 533, BStBl II 2010, 739). Tatbestand 1&nbsp; I. Die Beteiligten streiten &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-77-08-rechnungsabgrenzung-bei-handy-subventionen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;R&nbsp;77\/08 &#8211; Rechnungsabgrenzung bei Handy-Subventionen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-56833","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/56833","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=56833"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/56833\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=56833"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=56833"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=56833"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}