{"id":56837,"date":"2013-08-14T18:48:32","date_gmt":"2013-08-14T16:48:32","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=56837"},"modified":"2013-08-14T18:48:32","modified_gmt":"2013-08-14T16:48:32","slug":"xi-r-44-11-kindergeldanspruch-fuer-ein-volljaehriges-beeintraechtigtes-kind-feststellungslast-keine-verfassungsrechtlichen-bedenken-gegen-die-absenkung-der-altersgrenze-fuer-die-beruecksichtigung-vo-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-44-11-kindergeldanspruch-fuer-ein-volljaehriges-beeintraechtigtes-kind-feststellungslast-keine-verfassungsrechtlichen-bedenken-gegen-die-absenkung-der-altersgrenze-fuer-die-beruecksichtigung-vo-3\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;R&nbsp;44\/11 &#8211; Kindergeldanspruch f&uuml;r ein vollj&auml;hriges, beeintr&auml;chtigtes Kind &#8211; Feststellungslast &#8211; Keine verfassungsrechtlichen Bedenken gegen die Absenkung der Altersgrenze f&uuml;r die Ber&uuml;cksichtigung von Kindern"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 28.5.2013, XI R 44\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Kindergeldanspruch f&uuml;r ein vollj&auml;hriges, beeintr&auml;chtigtes Kind &#8211; Feststellungslast &#8211; Keine verfassungsrechtlichen Bedenken gegen die Absenkung der Altersgrenze f&uuml;r die Ber&uuml;cksichtigung von Kindern<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der verheiratete Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) war fr&uuml;her als Lehrer t&auml;tig und erh&auml;lt seit 1.&nbsp;August 2006 Versorgungsbez&uuml;ge.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r sein &#8230; Kind, seinen Sohn &#8230; (S), geboren im Mai 1983, erhielt der Kl&auml;ger ab dem Jahr 2006 laufend Kindergeld.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>S hat weder Wehr- noch Zivildienst geleistet. Er studierte nach seinem Abitur im Jahr 2003 zun&auml;chst an der &#8230; Hochschule. Aufgrund eines Sportunfalls (Knieverletzung) wurde er ein oder zwei Semester beurlaubt und brach das Studium im zweiten Semester ab. Anschlie&szlig;end nahm S an einer &#8230; Hochschule ein technisches Studium auf, das er wiederum nach ein oder zwei Semestern abbrach. Von April 2006 bis Mai 2008 absolvierte er ein Fernstudium. Im Mai 2008 legte S die Abschlusspr&uuml;fung als &#8230;manager ab. Das Diplomzeugnis wurde am 11.&nbsp;Juni 2008 ausgestellt und ihm noch im Laufe des Monats Juni 2008 ausgeh&auml;ndigt. Fortan wohnte S im Haushalt des Kl&auml;gers und richtete einen Internethandel f&uuml;r &#8230; ein, den er von dort aus betrieb.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Februar 2008 teilte der Beklagte und Revisionsbeklagte (Familienkasse) dem Kl&auml;ger mit, dass die Zahlung des Kindergelds ab Juni 2008 aufgrund der Vollendung des 25.&nbsp;Lebensjahres des S eingestellt werde. Falls ein Ausnahmetatbestand vorliege, werde der Kl&auml;ger gebeten, dies mitzuteilen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Schreiben vom 10.&nbsp;Juni 2008 machte der Kl&auml;ger f&uuml;r S einen Ausnahmetatbestand geltend, den er aus der seiner Auffassung nach unrechtm&auml;&szlig;igen Behandlung seiner Familie durch seinen Arbeitgeber und den seiner fr&uuml;her ebenfalls im Schuldienst t&auml;tigen Ehefrau ableitete.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Bescheid vom 18.&nbsp;Juli 2008 hob die Familienkasse die Festsetzung des Kindergelds f&uuml;r S ab Juni 2008 auf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einspruch und Klage hatten keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner vom Finanzgericht (FG) hinsichtlich des Kindergeldanspruchs f&uuml;r den Monat Juni 2008 zugelassenen Revision r&uuml;gt der Kl&auml;ger die Verletzung materiellen und formellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das angefochtene Urteil, den Aufhebungsbescheid vom 18.&nbsp;Juli 2008 und die Einspruchsentscheidung vom 20.&nbsp;August 2008 wegen Kindergeld f&uuml;r den Monat Juni 2008 aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Familienkasse beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur&uuml;ckzuweisen. Das FG hat den Kindergeldanspruch des Kl&auml;gers f&uuml;r den Monat Juni 2008 zu Recht verneint.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Ein Kindergeldanspruch des Kl&auml;gers ergibt sich nicht aus einer behinderungsbedingten Unf&auml;higkeit des S zum Selbstunterhalt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;63 Abs.&nbsp;1 S&auml;tze 1 und 2 i.V.m. &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 des Einkommensteuergesetzes (EStG) in der im Streitzeitraum geltenden Fassung besteht f&uuml;r ein vollj&auml;hriges Kind ein Anspruch auf Kindergeld, wenn es wegen k&ouml;rperlicher, geistiger oder seelischer Behinderung au&szlig;erstande ist, sich selbst zu unterhalten, und die Behinderung vor Vollendung des 25.&nbsp;Lebensjahres eingetreten ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH), z.B. Urteil vom 9.&nbsp;Februar 2012 III&nbsp;R&nbsp;5\/08 (BFHE 236, 396, BStBl II 2012, 891), ist ein Mensch behindert, wenn seine k&ouml;rperliche Funktion, geistige F&auml;higkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit l&auml;nger als sechs Monate von dem f&uuml;r das Lebensalter typischen Zustand abweicht und daher seine Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeintr&auml;chtigt ist (&sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 des Neunten Buchs Sozialgesetzbuch &#8211;SGB&nbsp;IX&#8211;). Der Nachweis der Behinderung kann dabei nicht nur durch Vorlage eines entsprechenden Schwerbehindertenausweises oder Feststellungsbescheids gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;69 SGB&nbsp;IX sowie eines Rentenbescheids erfolgen, sondern auch in anderer Form wie beispielsweise durch Vorlage einer Bescheinigung bzw. eines Zeugnisses des behandelnden Arztes oder auch eines &auml;rztlichen Gutachtens erbracht werden (vgl. BFH-Urteil vom 9.&nbsp;Februar 2012 III&nbsp;R&nbsp;47\/08, BFH\/NV 2012, 939). Wird der Nachweis der behinderungsbedingten Unf&auml;higkeit zum Selbstunterhalt nicht gef&uuml;hrt, geht dies nach den Regeln der objektiven Beweislast (Feststellungslast) zu Lasten des Kindergeldberechtigten, der sich zu seinen Gunsten auf die behinderungsbedingte Unf&auml;higkeit seines Kindes zum Selbstunterhalt beruft (vgl. BFH-Urteil vom 9.&nbsp;Juni 2011 III&nbsp;R&nbsp;61\/08, BFHE 234, 143, BStBl II 2012, 141).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ob der Sohn des Kl&auml;gers behinderungsbedingt unf&auml;hig zum Selbstunterhalt war, hat das FG aufgrund der Umst&auml;nde des Einzelfalls als Tatsacheninstanz zu entscheiden. Seine Sachverhaltsw&uuml;rdigung bindet den BFH nach &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO, wenn sie verfahrensfehlerfrei zustande gekommen ist und nicht gegen allgemeine Erfahrungss&auml;tze oder Denkgesetze verst&ouml;&szlig;t, und zwar auch dann, wenn sie zwar nicht zwingend, aber m&ouml;glich ist (vgl. BFH-Urteil vom 29.&nbsp;April 2008 VIII&nbsp;R&nbsp;28\/07, BFHE 220, 332, BStBl II 2009, 842).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Gemessen an diesen Grunds&auml;tzen, die das FG der angefochtenen Entscheidung zugrunde gelegt hat, ist die W&uuml;rdigung des FG, dass die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EStG nicht vorgelegen haben, revisionsrechtlich nicht zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die W&uuml;rdigung des FG, wonach sich aus einem mehrmaligen Arztbesuch und einer infolge Z&auml;hneknirschens erforderlich gewordenen umfangreichen Zahnsanierung keine hinreichenden Anhaltspunkte f&uuml;r das Vorliegen einer Behinderung ergeben, ist m&ouml;glich und verst&ouml;&szlig;t weder gegen allgemeine Erfahrungss&auml;tze noch gegen Denkgesetze. Gleiches gilt hinsichtlich des Umstands, dass das FG die erfolgreiche Absolvierung eines Fernstudiums und das Betreiben eines Internethandels als Indizien gegen eine behinderungsbedingte Unf&auml;higkeit zum Selbstunterhalt gewertet hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die hiergegen erhobenen Verfahrensr&uuml;gen greifen nicht durch.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Soweit der Kl&auml;ger geltend macht, das FG habe seinen umfassenden Vortrag, wonach S wegen der erlittenen k&ouml;rperlichen Einschr&auml;nkungen nicht in der Lage gewesen sei, sich selbst zu unterhalten, nicht ber&uuml;cksichtigt, trifft dies nicht zu. Denn es hat die vom Kl&auml;ger vorgetragenen Tatsachen, dass S im Jahr 1998 und in den Jahren 2005\/2006 verschiedene &Auml;rzte aufgesucht hat und sein Gebiss wegen Z&auml;hneknirschens umfangreich saniert worden ist, vollst&auml;ndig und einwandfrei dahingehend ber&uuml;cksichtigt, dass sich hieraus keine Anhaltspunkte f&uuml;r eine behinderungsbedingte Unf&auml;higkeit zum Selbstunterhalt ergeben. Ob diese W&uuml;rdigung den kl&auml;gerischen Vorstellungen entspricht oder inhaltlich zutreffend erscheint, ist f&uuml;r die Frage des Vorliegens eines Verfahrensversto&szlig;es ohne Bedeutung (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 19.&nbsp;Januar 2006 VIII&nbsp;B&nbsp;113\/05, BFH\/NV 2006, 803, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Aus den gleichen Gr&uuml;nden scheidet auch eine Verletzung des rechtlichen Geh&ouml;rs (Art.&nbsp;103 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes &#8211;GG&#8211;, &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;2 FGO) aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat sich in der angegriffenen Entscheidung mit dem Vortrag des Kl&auml;gers auseinandergesetzt. Aus dem Anspruch des Kl&auml;gers auf rechtliches Geh&ouml;r folgt hingegen nicht, dass sich das FG der tats&auml;chlichen W&uuml;rdigung und der Rechtsauffassung des Kl&auml;gers anschlie&szlig;en muss (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 26.&nbsp;M&auml;rz 2012 III&nbsp;B&nbsp;218\/11, BFH\/NV 2012, 1093).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Ein Verfahrensfehler ergibt sich ebenso wenig aus der R&uuml;ge des Kl&auml;gers, wonach es das FG zu Unrecht unterlassen habe, ihn darauf hinzuweisen, dass zur Begr&uuml;ndung der Klage gegebenenfalls &auml;rztliche Berichte vorgelegt werden m&uuml;ssten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Denn zum einen liegt es auf der Hand, dass der Kl&auml;ger f&uuml;r eine von ihm geltend gemachte behinderungsbedingte Unf&auml;higkeit des Kindes, sich selbst zu unterhalten, im Rahmen seiner Mitverantwortung f&uuml;r die Beibringung des Tatsachenstoffes (&sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 FGO) eventuell vorliegende Befunde &uuml;ber Erkrankungen seines Sohnes einzureichen hat. Erst auf dieser Basis kann das Gericht &uuml;ber die Notwendigkeit weiterer Sachverhaltsermittlungen und gegebenenfalls Beweiserhebungen entscheiden. Zum anderen ergibt sich aus dem in den Urteilsgr&uuml;nden enthaltenen Hinweis auf das Fehlen eines Schwerbehindertenausweises, dass im Rahmen der m&uuml;ndlichen Verhandlung die Nachweisbed&uuml;rftigkeit der Behinderung thematisiert worden sein muss.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Ein Kindergeldanspruch des Kl&auml;gers f&uuml;r Juni 2008 kann auch nicht daraus abgeleitet werden, dass sich S in diesem Monat noch in Berufsausbildung befand.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;63 Abs.&nbsp;1 S&auml;tze 1 und 2 i.V.m. &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a EStG wird ein vollj&auml;hriges Kind, das f&uuml;r einen Beruf ausgebildet wird, nur dann kindergeldrechtlich ber&uuml;cksichtigt, wenn es noch nicht das 25.&nbsp;Lebensjahr vollendet hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da S im Mai 1983 geboren wurde, unterf&auml;llt er nicht der &Uuml;bergangsregelung des &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;40 Satz&nbsp;4 EStG in der im Streitzeitraum geltenden Fassung. Vielmehr gilt bereits die durch das Steuer&auml;nderungsgesetz 2007 vom 19.&nbsp;Juli 2006 (BGBl I 2006, 1652, BStBl I 2006, 432) erfolgte vollst&auml;ndige Absenkung der Altersgrenze auf das vollendete 25.&nbsp;Lebensjahr.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der III. Senat des BFH &#8211;dem sich der erkennende Senat insoweit anschlie&szlig;t&#8211; hat bereits entschieden, dass gegen die Absenkung der Altersgrenze weder im Hinblick auf das verfassungsrechtliche Gebot der steuerlichen Verschonung des Familienexistenzminimums (Art.&nbsp;6 GG), noch mit Blick auf den allgemeinen Gleichheitssatz (Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG) oder das aus dem Rechtsstaatsprinzip (Art.&nbsp;20 Abs.&nbsp;3 GG) folgende R&uuml;ckwirkungsverbot verfassungsrechtliche Bedenken bestehen (vgl. BFH-Urteil vom 17.&nbsp;Juni 2010 III&nbsp;R&nbsp;35\/09, BFHE 230, 523, BStBl II 2011, 176; vgl. ferner auch BFH-Urteil vom 11.&nbsp;April 2013 III&nbsp;R&nbsp;83\/09, zur amtlichen Ver&ouml;ffentlichung bestimmt, juris). Die gegen das BFH-Urteil in BFHE 230, 523, BStBl II 2011, 176 gerichtete Verfassungsbeschwerde hat das Bundesverfassungsgericht nicht zur Entscheidung angenommen (vgl. Beschluss vom 22.&nbsp;Oktober 2012&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;2875\/10, juris). Aus dem Vortrag des Kl&auml;gers ergeben sich keine neuen Gesichtspunkte, die den Senat zu einer anderen Beurteilung dieser Streitfrage veranlassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Altersgrenze wird im Streitfall auch nicht nach den in &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nrn.&nbsp;1 bis 3 EStG geregelten Tatbest&auml;nden &uuml;ber die Vollendung des 25.&nbsp;Lebensjahres hinausgeschoben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach den nicht mit zul&auml;ssigen und begr&uuml;ndeten Revisionsr&uuml;gen angegriffenen, den Senat nach &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO bindenden Feststellungen des FG hat S weder den gesetzlichen Grundwehrdienst oder Zivildienst geleistet, noch sich an Stelle des gesetzlichen Grundwehrdienstes freiwillig f&uuml;r die Dauer von nicht mehr als drei Jahren zum Wehrdienst verpflichtet, noch eine vom gesetzlichen Grundwehrdienst oder Zivildienst befreiende T&auml;tigkeit als Entwicklungshelfer i.S. des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 des Entwicklungshelfer-Gesetzes ausge&uuml;bt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Zu Recht hat das FG auch entschieden, dass sich aus dem vom Kl&auml;ger vorgetragenen Verhalten des Dienstherrn der Eheleute kein Verl&auml;ngerungstatbestand i.S. des &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;5 EStG ergibt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Schlie&szlig;lich folgt aus der vom Kl&auml;ger vorgetragenen ungerechten Behandlung des S in der Schule &#8211;wie das FG zu Recht entschieden hat&#8211; kein kindergeldrechtlicher Ber&uuml;cksichtigungstatbestand i.S. des &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 EStG. Der Gesetzgeber hat sich bewusst entschieden, vollj&auml;hrige Kinder nur in den in &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 EStG abschlie&szlig;end aufgez&auml;hlten Fallkonstellationen im Rahmen des Familienleistungsausgleichs zu ber&uuml;cksichtigen. Insbesondere zeigt &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EStG, dass l&auml;ngerfristige k&ouml;rperliche, geistige oder seelische Beeintr&auml;chtigungen nur unter den dort genannten Voraussetzungen einer behinderungsbedingten Unf&auml;higkeit zum Selbstunterhalt und einer vor Vollendung des 25. Lebensjahres eingetretenen Behinderung zur Ber&uuml;cksichtigungsf&auml;higkeit des Kindes f&uuml;hren sollen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 28.5.2013, XI R 44\/11 Kindergeldanspruch f&uuml;r ein vollj&auml;hriges, beeintr&auml;chtigtes Kind &#8211; Feststellungslast &#8211; Keine verfassungsrechtlichen Bedenken gegen die Absenkung der Altersgrenze f&uuml;r die Ber&uuml;cksichtigung von Kindern Tatbestand 1&nbsp; I. Der verheiratete Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) war fr&uuml;her als Lehrer t&auml;tig und erh&auml;lt seit 1.&nbsp;August 2006 Versorgungsbez&uuml;ge. 2&nbsp; F&uuml;r sein &#8230; Kind, seinen &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-44-11-kindergeldanspruch-fuer-ein-volljaehriges-beeintraechtigtes-kind-feststellungslast-keine-verfassungsrechtlichen-bedenken-gegen-die-absenkung-der-altersgrenze-fuer-die-beruecksichtigung-vo-3\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">XI&nbsp;R&nbsp;44\/11 &#8211; Kindergeldanspruch f&uuml;r ein vollj&auml;hriges, beeintr&auml;chtigtes Kind &#8211; Feststellungslast &#8211; Keine verfassungsrechtlichen Bedenken gegen die Absenkung der Altersgrenze f&uuml;r die Ber&uuml;cksichtigung von Kindern<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-56837","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/56837","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=56837"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/56837\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=56837"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=56837"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=56837"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}