{"id":5685,"date":"2012-07-11T00:00:00","date_gmt":"2012-07-10T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=5685"},"modified":"2012-11-23T13:24:36","modified_gmt":"2012-11-23T11:24:36","slug":"x-b-136-11-postulationsfaehigkeit-bindung-einer-tatsaechlichen-verstaendigung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-136-11-postulationsfaehigkeit-bindung-einer-tatsaechlichen-verstaendigung\/","title":{"rendered":"X&nbsp;B&nbsp;136\/11 &#8211; Postulationsf&auml;higkeit &#8211; Bindung einer tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 11.7.2012, X B 136\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Postulationsf&auml;higkeit &#8211; Bindung einer tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde hat keinen Erfolg. Es kann dahinstehen, ob die vom Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) geltend gemachten Gr&uuml;nde f&uuml;r die Zulassung der Revision in der gebotenen Weise (&sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) dargelegt worden sind. Jedenfalls sind die geltend gemachten Gr&uuml;nde f&uuml;r die Zulassung der Revision nicht gegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Rechtssache hat keine grunds&auml;tzliche Bedeutung (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die vom Kl&auml;ger aufgeworfene Rechtsfrage, ob einer tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung Bindungswirkung zukommt, wenn diese unter dem Vorbehalt der Erbringung weiterer Nachweise erfolgt, bedarf nicht der grunds&auml;tzlichen Kl&auml;rung. Denn die Beantwortung dieser Frage h&auml;ngt allein davon ab, ob im konkreten Einzelfall ein erkl&auml;rter Vorbehalt im Wege der Auslegung aus der Sicht des Empf&auml;ngerhorizonts so zu verstehen ist, dass der diesen Vorbehalt Erkl&auml;rende dadurch zum Ausdruck bringen will, er betrachte die getroffene Absprache als noch nicht verbindlich oder ob der Vorbehalt lediglich die an sich verbindliche Verst&auml;ndigung lediglich mit einer aufschiebenden Bedingung versehen will (Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 31.&nbsp;Juli 1996 XI&nbsp;R&nbsp;78\/95, BFHE 181, 103, BStBl II 1996, 625, unter II.2.b, und vom 8.&nbsp;Oktober 2008 I&nbsp;R&nbsp;63\/07, BFHE 223, 194, BStBl II 2009, 121). Dabei obliegt die Auslegung der Vereinbarung grunds&auml;tzlich allein dem Finanzgericht (FG) als Tatsacheninstanz. Sofern sie den Grunds&auml;tzen der &sect;&sect;&nbsp;133, 157 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs entspricht und nicht gegen Denkgesetze und Erfahrungss&auml;tze verst&ouml;&szlig;t, ist diese Auslegung auch f&uuml;r den BFH als Rechtsmittelgericht bindend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Auch die Rechtsfrage, ob eine tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung hinf&auml;llig werde, wenn der Nachweis erbracht worden sei, dass die Verst&auml;ndigung fehlerhaft sei, bedarf nicht der grunds&auml;tzlichen Kl&auml;rung. Gleiches gilt f&uuml;r die aufgeworfene Frage, ob zur &Uuml;berpr&uuml;fung einer solchen tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung eine Geldverkehrsrechnung aufgestellt werden m&uuml;sse, wenn erkennbar sei, dass die Verst&auml;ndigung fehlerhaft sein k&ouml;nnte. Denn es ist h&ouml;chstrichterlich entschieden, dass eine tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung nur dann nicht bindet, wenn die Verst&auml;ndigung zu einem offensichtlich unzutreffenden Ergebnis f&uuml;hrt (Senatsurteil vom 7.&nbsp;Juli 2004 X&nbsp;R&nbsp;24\/03, BFHE 206, 292, BStBl II 2004, 975, m.w.N. aus der BFH-Rechtsprechung). Unter welchen Voraussetzungen eine tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung zu einem solchen offensichtlich unzutreffenden Ergebnis f&uuml;hrt, ist im Rahmen einer Gesamtw&uuml;rdigung aller Umst&auml;nde zu beurteilen (Senatsbeschluss vom 26.&nbsp;Oktober 2005 X&nbsp;B&nbsp;41\/05, BFH\/NV 2006, 243). Ma&szlig;geblich sind somit die Verh&auml;ltnisse im jeweiligen Einzelfall (BFH-Beschluss vom 28.&nbsp;April 2011 III&nbsp;B&nbsp;78\/10, BFH\/NV 2011, 1108).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der vom Kl&auml;ger ger&uuml;gte Verfahrensversto&szlig; (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO) liegt nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger r&uuml;gt, das FG h&auml;tte im Rahmen seiner Aufkl&auml;rungspflicht (&sect; 76 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO) eine erneute Geldverkehrsrechnung aufstellen m&uuml;ssen. Diese h&auml;tte belegt, dass beim Kl&auml;ger aus den Jahren vor 1998 Barmittel in einem Umfang vorhanden gewesen seien, welche ausgereicht h&auml;tten, die betrieblichen Investitionen der Jahre 1998 und 1999 zu decken. Mit diesem Vorbringen macht der Kl&auml;ger im Ergebnis keinen Verfahrensversto&szlig;, sondern eine unzutreffende W&uuml;rdigung der im konkreten Streitfall gegebenen Verh&auml;ltnisse und damit einen nicht zur Zulassung der Revision f&uuml;hrenden materiell-rechtlichen Mangel geltend (Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 7.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;115 Rz&nbsp;76). Denn das FG hat sich in seinem Urteil mit einer solchen neu zu erstellenden Geldverkehrsrechnung befasst. Es hat aber angenommen, dass die hierf&uuml;r ma&szlig;geblichen Daten nicht mit der hinreichenden Sicherheit feststellbar seien und dass daher die vom Kl&auml;ger genannten Daten wie die Annahme sehr moderater privater Lebenshaltungskosten und das Fehlen sonstiger privater Ausgaben nicht in eine Geldverkehrsrechnung &uuml;bernommen werden k&ouml;nnten. Dass die tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung zu einem <span style=\"text-decoration:underline\">offensichtlich<\/span> unzutreffenden Ergebnis gef&uuml;hrt habe, lasse sich nicht feststellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Soweit sich der Kl&auml;ger selbst &uuml;ber das Vorbringen seines Prozessbevollm&auml;chtigten hinausgehend im Schreiben vom 2.&nbsp;November 2011 zu der Beschwerde ge&auml;u&szlig;ert hat, ist dies bei der Entscheidung des angerufenen Senats nicht zu ber&uuml;cksichtigen. Denn vor dem BFH besteht nach &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;4 FGO Vertretungszwang. Da der Kl&auml;ger selbst nicht zu den nach Satz&nbsp;3 dieser Vorschrift zur Vertretung berechtigten Personen geh&ouml;rt, kann er sich nach Satz&nbsp;5 dieser Vorschrift nicht selbst vertreten. Da dem Kl&auml;ger somit die Postulationsf&auml;higkeit fehlt, ist sein eigenes Vorbringen im vorliegenden Beschwerdeverfahren unbeachtlich und daher nicht zu ber&uuml;cksichtigen (Gr&auml;ber\/ Stapperfend, a.a.O., &sect;&nbsp;62 Rz&nbsp;73; Spindler in H&uuml;bschmann\/Hepp\/ Spitaler, &sect;&nbsp;62 FGO Rz&nbsp;126). Dieses Vorbringen des Kl&auml;gers hat sich der Kl&auml;gervertreter auch nicht zu eigen gemacht (vgl. dazu BFH-Beschluss vom 10.&nbsp;Oktober 2002 VII&nbsp;B&nbsp;15\/02, BFH\/NV 2003, 321, zur Vorg&auml;ngervorschrift des &sect;&nbsp;62a FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 11.7.2012, X B 136\/11 Postulationsf&auml;higkeit &#8211; Bindung einer tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung Gr&uuml;nde 1&nbsp; Die Beschwerde hat keinen Erfolg. Es kann dahinstehen, ob die vom Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) geltend gemachten Gr&uuml;nde f&uuml;r die Zulassung der Revision in der gebotenen Weise (&sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) dargelegt worden sind. 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