{"id":5688,"date":"2012-07-04T00:00:00","date_gmt":"2012-07-03T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=5688"},"modified":"2012-11-23T13:32:50","modified_gmt":"2012-11-23T11:32:50","slug":"ii-r-56-11-im-wesentlichen-inhaltsgleich-mit-bfh-urteil-vom-04072012-ii-r-15-11-vom-erblasser-herruehrende-steuerschulden-fuer-das-todesjahr-als-nachlassverbindlichkeiten-ausscheiden-des-verstorbenen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-56-11-im-wesentlichen-inhaltsgleich-mit-bfh-urteil-vom-04072012-ii-r-15-11-vom-erblasser-herruehrende-steuerschulden-fuer-das-todesjahr-als-nachlassverbindlichkeiten-ausscheiden-des-verstorbenen\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;56\/11 &#8211; Im Wesentlichen inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 04.07.2012 II R 15\/11 &#8211; Vom Erblasser herr&uuml;hrende Steuerschulden f&uuml;r das Todesjahr als Nachlassverbindlichkeiten &#8211; Ausscheiden des verstorbenen Personengesellschafters gegen Abfindung an den Erben"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 4.7.2012, II R 56\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Im Wesentlichen inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 04.07.2012 II R 15\/11 &#8211; Vom Erblasser herr&uuml;hrende Steuerschulden f&uuml;r das Todesjahr als Nachlassverbindlichkeiten &#8211; Ausscheiden des verstorbenen Personengesellschafters gegen Abfindung an den Erben<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger, Revisionskl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) ist Alleinerbe seines im April 2008 verstorbenen Vaters (V), der an einer Kommanditgesellschaft (KG) beteiligt war. Nach dem Gesellschaftsvertrag der KG vom 26.&nbsp;April 2004 sollte die Gesellschaft beim Tod eines Gesellschafters nicht aufgel&ouml;st, sondern ohne dessen Erben von den verbleibenden Gesellschaftern fortgef&uuml;hrt werden, wobei der Erbe des verstorbenen Gesellschafters eine Abfindung erhalten sollte. Die Abfindung des Kl&auml;gers belief sich laut Vereinbarung vom 19.&nbsp;Dezember 2008 auf 817.000&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aufgrund der Einzelveranlagung des V f&uuml;r das Todesjahr 2008 wurden die Einkommensteuer auf 502.373&nbsp;EUR, die Kirchensteuer auf 50.959,71&nbsp;EUR und der Solidarit&auml;tszuschlag auf 27.500,60&nbsp;EUR festgesetzt. Als Eink&uuml;nfte des V aus Gewerbebetrieb wurden der laufende Gewinn aus der Beteiligung an der KG und die Abfindung als Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn angesetzt. Nach Anrechnung der von V geleisteten Vorauszahlungen von 16.709&nbsp;EUR (Einkommensteuer 14.133&nbsp;EUR, Kirchensteuer 1.799&nbsp;EUR, Solidarit&auml;tszuschlag 777&nbsp;EUR), des Zinsabschlags von 802&nbsp;EUR und der Kapitalertragsteuer von 44,06&nbsp;EUR waren Abschlusszahlungen in H&ouml;he von insgesamt 563.278,25&nbsp;EUR zu entrichten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger machte die f&uuml;r V festgesetzten Betr&auml;ge f&uuml;r 2008 abz&uuml;glich des Zinsabschlags und der Kapitalertragsteuer, jedoch ohne Anrechnung der von V geleisteten Vorauszahlungen, als Nachlassverbindlichkeiten geltend. Der Beklagte, Revisionsbeklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) erfasste u.a. die dem Kl&auml;ger zustehende Abfindung von 817.000&nbsp;EUR als Erwerb von Todes wegen. Die geltend gemachten Steuer- und Erg&auml;nzungsabgabebetr&auml;ge f&uuml;r 2008 wurden nicht als Nachlassverbindlichkeiten ber&uuml;cksichtigt, weil sie erst nach dem Ableben des V entstanden seien. Das FA setzte im Steuerbescheid vom 7.&nbsp;September 2009 die Erbschaftsteuer gegen den Kl&auml;ger auf 173.850&nbsp;EUR fest. In der Einspruchsentscheidung vom 31.&nbsp;Mai 2011 wurde die Erbschaftsteuer wegen des Ansatzes eines h&ouml;heren Erwerbs von Todes wegen auf 179.550&nbsp;EUR erh&ouml;ht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage hatte teilweise Erfolg. Das Finanzgericht (FG) ging davon aus, dass die in der Person des V bis zum 6.&nbsp;April 2008 entstandenen Verbindlichkeiten aus der Festsetzung der Einkommensteuer, des Solidarit&auml;tszuschlags und der Kirchensteuer in H&ouml;he von insgesamt 146.837,75&nbsp;EUR als Nachlassverbindlichkeiten beim Erwerb des Kl&auml;gers abzugsf&auml;hig seien. Erbschaftsteuerrechtlich seien diese Anspr&uuml;che mit der Verwirklichung des Steuertatbestands durch V entstanden. Die Anspr&uuml;che seien um die von V geleisteten Vorauszahlungen zu mindern. Nicht abzugsf&auml;hig seien aber die Steuerverbindlichkeiten, die auf das bei V der Besteuerung zugrunde gelegte Abfindungsguthaben entfielen. Eine latente Belastung mit Ertragsteuer k&ouml;nne nicht bereicherungsmindernd ber&uuml;cksichtigt werden. Das Urteil des FG ist ver&ouml;ffentlicht in Entscheidungen der Finanzgerichte 2012, 259.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt der Kl&auml;ger die Verletzung von &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;1 des Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetzes (ErbStG) und von &sect;&nbsp;24 Nr.&nbsp;2 des Einkommensteuergesetzes in der f&uuml;r 2008 ma&szlig;geblichen Fassung (EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In der m&uuml;ndlichen Verhandlung hat der Kl&auml;ger seinen Klageantrag dahin eingeschr&auml;nkt, dass er nicht mehr einen Abzug der festgesetzten Steuer- und Erg&auml;nzungsabgabebetr&auml;ge in H&ouml;he von 579.987,25&nbsp;EUR, sondern nur noch den Abzug der Abschlusszahlungen in H&ouml;he von insgesamt 563.278,25&nbsp;EUR begehrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt, die Revision des FA zur&uuml;ckzuweisen, die Vorentscheidung aufzuheben und den Erbschaftsteuerbescheid vom 7.&nbsp;September 2009 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 31.&nbsp;Mai 2011 dahin zu &auml;ndern, dass die Abschlusszahlungen der Einkommensteuer, der Kirchensteuer sowie des Solidarit&auml;tszuschlags f&uuml;r V f&uuml;r 2008 in H&ouml;he von insgesamt 563.278,25&nbsp;EUR als Nachlassverbindlichkeiten ber&uuml;cksichtigt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision des Kl&auml;gers zur&uuml;ckzuweisen, die Vorentscheidung aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt das FA ebenfalls die Verletzung von &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;1 ErbStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des Kl&auml;gers ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur Aufhebung der Vorentscheidung sowie zur &Auml;nderung des angefochtenen Erbschaftsteuerbescheids in Gestalt der Einspruchsentscheidung. Die Abschlusszahlungen f&uuml;r Einkommensteuer, Kirchensteuer und Solidarit&auml;tszuschlag des V f&uuml;r 2008 in H&ouml;he von insgesamt 563.278,25&nbsp;EUR sind entgegen der Auffassung des FG auch insoweit als Nachlassverbindlichkeiten abzugsf&auml;hig, als sie auf die Besteuerung der Abfindung als Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn des V entfallen. Die Berechnung der Erbschaftsteuer wird dem FA &uuml;bertragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision des FA ist unbegr&uuml;ndet. Sie war daher nach &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 FGO zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;1 ErbStG sind von dem Erwerb des Erben die vom Erblasser herr&uuml;hrenden Schulden, soweit sie nicht mit einem zum Erwerb geh&ouml;renden Gewerbebetrieb oder Anteil an einem Gewerbebetrieb in wirtschaftlichem Zusammenhang stehen und bereits nach &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;5 und 6 ErbStG ber&uuml;cksichtigt worden sind, als Nachlassverbindlichkeiten abzugsf&auml;hig. Nachlassverbindlichkeiten in diesem Sinne sind auch die vom Erblasser herr&uuml;hrenden pers&ouml;nlichen Steuerschulden, die gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;1922 Abs.&nbsp;1 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs (BGB), &sect;&nbsp;45 Abs.&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO) auf den Erben &uuml;bergegangen sind (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 17.&nbsp;Februar 2010 II&nbsp;R&nbsp;23\/09, BFHE 229, 363, BStBl II 2010, 641, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect;&nbsp;1922 Abs.&nbsp;1 BGB geht mit dem Tod einer Person (Erbfall) deren Verm&ouml;gen als Ganzes auf den oder die Erben &uuml;ber. Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;1967 BGB haften die Erben f&uuml;r die Nachlassverbindlichkeiten. Das hierin f&uuml;r den Erbfall statuierte Prinzip der Gesamtrechtsnachfolge beschr&auml;nkt sich nicht auf den Bereich des Zivilrechts, sondern erstreckt sich auch auf das Steuerrecht (vgl. Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 17.&nbsp;Dezember 2007 GrS&nbsp;2\/04, BFHE 220, 129, BStBl II 2008, 608, unter D.I.). So ordnet &sect;&nbsp;45 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO an, dass bei der Gesamtrechtsnachfolge &quot;die Forderungen und Schulden aus dem Steuerschuldverh&auml;ltnis auf den Rechtsnachfolger &uuml;ber(gehen)&quot;. Ungeachtet des restriktiv gehaltenen Wortlauts des &sect;&nbsp;45 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO leitet der BFH in st&auml;ndiger Rechtsprechung aus dieser Bestimmung her, dass der Erbe als Gesamtrechtsnachfolger grunds&auml;tzlich in einem umfassenden Sinne sowohl in materieller als auch in verfahrensrechtlicher Hinsicht in die abgabenrechtliche Stellung des Erblassers eintritt (vgl. BFH-Beschluss in BFHE 220, 129, BStBl II 2008, 608, unter D.I.1., m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Zu den abzugsf&auml;higen Nachlassverbindlichkeiten i.S. des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;1 ErbStG geh&ouml;ren nicht nur die Steuerschulden, die zum Zeitpunkt des Erbfalls bereits rechtlich entstanden waren, sondern auch die Steuerverbindlichkeiten, die der Erblasser als Steuerpflichtiger durch die Verwirklichung von Steuertatbest&auml;nden begr&uuml;ndet hat und die mit dem Ablauf des Todesjahres entstehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Abzug von Nachlassverbindlichkeiten nach &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;1 ErbStG setzt ebenso wie die Erbenhaftung nach &sect;&nbsp;1967 Abs.&nbsp;2 BGB voraus, dass Schulden vom Erblasser herr&uuml;hren. Aus dem Begriff &quot;herr&uuml;hren&quot; ergibt sich, dass die Verbindlichkeiten zum Zeitpunkt des Erbfalls noch nicht voll wirksam entstanden sein m&uuml;ssen. Zivilrechtlich gehen mit dem Erbfall auch &quot;verhaltene&quot;, noch werdende und schwebende Rechtsbeziehungen des Erblassers auf den Erben &uuml;ber (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. Urteil des Bundesgerichtshofs &#8211;BGH&#8211; vom 7.&nbsp;Juni 1991 V&nbsp;ZR&nbsp;214\/89, Neue Juristische Wochenschrift &#8211;NJW&#8211; 1991, 2558, m.w.N.). Deshalb sind Erblasserschulden i.S. des &sect;&nbsp;1967 Abs.&nbsp;2 BGB auch die erst in der Person des Erben entstehenden Verbindlichkeiten, die als solche schon dem Erblasser entstanden w&auml;ren, wenn er nicht vor Eintritt der zu ihrer Entstehung n&ouml;tigen weiteren Voraussetzung verstorben w&auml;re (vgl. BGH-Urteil in NJW 1991, 2558).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Diese zivilrechtlichen Grunds&auml;tze sind auch f&uuml;r die Beurteilung der Nachlassverbindlichkeiten i.S. des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;1 ErbStG zu beachten (vgl. BFH-Urteil vom 5.&nbsp;Juli 1978 II&nbsp;R&nbsp;64\/73, BFHE 126, 55, BStBl II 1979, 23; Weinmann in Moench\/Weinmann, &sect;&nbsp;10 ErbStG Rz&nbsp;51). Der Abzug der vom Erblasser herr&uuml;hrenden Schulden setzt nicht zwingend voraus, dass beim Tod des Erblassers, also zum ma&szlig;geblichen Zeitpunkt der Steuerentstehung (&sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG), eine rechtliche Verpflichtung bestanden haben muss (vgl. BFH-Urteile vom 18.&nbsp;November 1963 II&nbsp;166\/61, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 1964, 83, und in BFHE 126, 55, BStBl II 1979, 23). Bei einem Erwerb von Todes wegen wirken sich auch Steuerschulden aus der Veranlagung des Erblassers f&uuml;r das Todesjahr bereicherungsmindernd aus, obwohl sie beim Erbfall noch nicht rechtlich entstanden waren. Denn der Erbe hat diese Steuerschulden zu tragen. Entscheidend f&uuml;r den Abzug der Steuerschulden als Nachlassverbindlichkeiten ist, dass der Erblasser in eigener Person und nicht etwa der Erbe als Gesamtrechtsnachfolger steuerrelevante Tatbest&auml;nde verwirklicht hat und deshalb &quot;f&uuml;r den Erblasser&quot; als Steuerpflichtigen eine Steuer entsteht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Das f&uuml;r das Erbschaftsteuerrecht ma&szlig;gebliche Stichtagsprinzip (&sect;&nbsp;9 und &sect;&nbsp;11 ErbStG) steht dem Abzug dieser Steuerverbindlichkeiten nicht entgegen. Bereits zum Zeitpunkt der Steuerentstehung, also beim Tod des Erblassers steht fest, dass die Belastung kraft Gesetzes mit Ablauf des Todesjahres eintreten wird (nachfolgend unter II.2.e). Dabei ist unsch&auml;dlich, dass zum Zeitpunkt des Erbfalls die Belastung durch Steuerverbindlichkeiten der H&ouml;he nach nicht genau feststeht, weil noch m&ouml;gliche Wahlrechte ausge&uuml;bt werden oder besondere steuerrelevante Ereignisse eintreten k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Soweit aus den haupts&auml;chlich zum Erfordernis einer wirtschaftlichen Belastung ergangenen Entscheidungen des BFH entnommen werden k&ouml;nnte bzw. kann, dass der Abzug von Nachlassverbindlichkeiten nach &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;1 ErbStG &quot;nur&quot; bei einer zum Zeitpunkt des Erbfalls bestehenden rechtlichen Verpflichtung m&ouml;glich ist, h&auml;lt der Senat daran jedenfalls f&uuml;r die kraft Gesetzes aufgrund einer Tatbestandsverwirklichung des Erblassers entstehenden Steueranspr&uuml;che nicht mehr fest (vgl. hierzu BFH-Urteile vom 24.&nbsp;M&auml;rz 1999 II&nbsp;R&nbsp;34\/97, BFH\/NV 1999, 1339; vom 15.&nbsp;Januar 2003 II&nbsp;R&nbsp;23\/01, BFHE 200, 413, BStBl II 2003, 267; vom 14.&nbsp;Dezember 2004 II&nbsp;R&nbsp;35\/03, BFH\/NV 2005, 1093; vom 14.&nbsp;November 2007 II&nbsp;R&nbsp;3\/06, BFH\/NV 2008, 574; in BFHE 229, 363, BStBl II 2010, 641; BFH-Beschluss vom 15.&nbsp;Mai 2009 II&nbsp;B&nbsp;155\/08, BFH\/NV 2009, 1441; differenzierend BFH-Urteil vom 27.&nbsp;Juni 2007 II&nbsp;R&nbsp;30\/05, BFHE 217, 190, BStBl II 2007, 651, unter II.3.a). Es verbleibt jedoch dabei, dass der Abzug einer Steuerschuld als Nachlassverbindlichkeit nach &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;1 ErbStG &#8211;abweichend vom Zivilrecht&#8211; zus&auml;tzlich voraussetzt, dass sie eine wirtschaftliche Belastung darstellt (vgl. BFH-Urteil vom 2.&nbsp;M&auml;rz 2011 II&nbsp;R&nbsp;5\/09, BFH\/NV 2011, 1147, unter III.7.c&nbsp;aa&nbsp;aaa).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Nach diesen Grunds&auml;tzen sind die auf den Erben entsprechend seiner Erbquote entfallenden Abschlusszahlungen f&uuml;r die vom Erblasser herr&uuml;hrende Einkommensteuer des Todesjahres, einschlie&szlig;lich Kirchensteuer und Solidarit&auml;tszuschlag, als Nachlassverbindlichkeiten gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;1 ErbStG abzugsf&auml;hig (vgl. Kapp\/Ebeling, &sect;&nbsp;10 ErbStG, Rz&nbsp;82; Gebel in Troll\/ Gebel\/J&uuml;licher, ErbStG, &sect;&nbsp;10 Rz&nbsp;119, 140; Meincke, Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz, Kommentar, 16.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;10 Rz&nbsp;32, unter a und c; K&auml;mper\/Milatz, Zeitschrift f&uuml;r Erbrecht und Verm&ouml;gensnachfolge &#8211;ZEV&#8211; 2011, 70; Billig, Umsatzsteuer- und Verkehrsteuer-Recht 2012, 61; a.A. Weinmann, a.a.O., &sect;&nbsp;10 ErbStG Rz&nbsp;54; J&uuml;ptner in Fischer\/J&uuml;ptner\/Pahlke\/Wachter, ErbStG, 4.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;10 Rz&nbsp;134; Wilms\/Jochum, Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz, &sect;&nbsp;10 Rz&nbsp;121; Hartmann, Der Erbschaft-Steuer-Berater 2007, 170, unter 3.c; Gleichlautender L&auml;ndererlass vom 18.&nbsp;Januar 2010, ZEV 2010, 107; R&nbsp;E&nbsp;10.8 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 der Erbschaftsteuer-Richtlinien 2011, BStBl I Sonder-Nr.&nbsp;1\/2011, 2, 23&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Stirbt ein Steuerpflichtiger vor Ablauf des Kalenderjahres, sind zum Zeitpunkt des Erbfalls zwar noch keine Einkommensteuerverbindlichkeiten f&uuml;r das Todesjahr entstanden. Der Steuerpflichtige hat aber bis zu seinem Ableben selbst Steuertatbest&auml;nde verwirklicht und damit das sp&auml;tere Entstehen der Steuerverbindlichkeiten begr&uuml;ndet. Mit seinem Ableben tritt der Erbe in die Rechtsstellung des Verstorbenen (Erblasser) ein; der durch den Erblasser (Steuerpflichtiger) begr&uuml;ndete, mit Ablauf des Todesjahres entstehende Anspruch aus dem Steuerschuldverh&auml;ltnis geht auf den Erben &uuml;ber.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Anspr&uuml;che aus dem Steuerschuldverh&auml;ltnis entstehen, sobald der Tatbestand verwirklicht ist, an den das Gesetz die Leistungspflicht kn&uuml;pft (&sect;&nbsp;38 AO). Die Einkommensteuer ist eine Jahressteuer (&sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;7 Satz&nbsp;1 EStG), die nach &sect;&nbsp;36 Abs.&nbsp;1 EStG mit Ablauf des Veranlagungszeitraums entsteht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie wird nach Ablauf des Kalenderjahres (Veranlagungszeitraum) nach dem Einkommen veranlagt, das der Steuerpflichtige in diesem Veranlagungszeitraum bezogen hat, soweit nicht nach &sect;&nbsp;43 Abs.&nbsp;5 und &sect;&nbsp;46 EStG eine Veranlagung unterbleibt (&sect;&nbsp;25 Abs.&nbsp;1 EStG). Stirbt der Steuerpflichtige vor Ablauf des Kalenderjahres und endet damit seine pers&ouml;nliche Steuerpflicht, wird der Veranlagung f&uuml;r das Todesjahr (Kalenderjahr) ein abgek&uuml;rzter Ermittlungszeitraum zugrunde gelegt. Die Veranlagung ist auf das bis zum Tod des Steuerpflichtigen erzielte Einkommen zu beschr&auml;nken (vgl. BFH-Beschluss in BFHE 220, 129, BStBl II 2008, 608, unter D.III.1.). Im Hinblick darauf, dass das Einkommen des Erblassers erfasst und damit an die Verwirklichung des Steuertatbestands durch den Erblasser angekn&uuml;pft wird, ist die Einkommensteuer des Todesjahres unmittelbar in der Person des Erblassers (Steuerpflichtiger) begr&uuml;ndet. Eine etwaige Einkommensteuerschuld f&uuml;r das Todesjahr des Erblassers bleibt trotz des &Uuml;bergangs auf den Erben eine vom Erblasser herr&uuml;hrende Steuerschuld. Insoweit ist unerheblich, dass der Einkommensteuerbescheid f&uuml;r den Erblasser gegen&uuml;ber dem Erben als Gesamtrechtsnachfolger ergeht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit der Erbe selbst einkommensteuerrelevante Tatbest&auml;nde verwirklicht, wie z.B. beim Zufluss nachtr&auml;glicher Einnahmen aus einer ehemaligen T&auml;tigkeit des Erblassers nach &sect;&nbsp;24 Nr.&nbsp;2 EStG (vgl. BFH-Urteil vom 24.&nbsp;Januar 1996 X&nbsp;R&nbsp;14\/94, BFHE 179, 406, BStBl II 1996, 287, unter 3.), sind die darauf entfallenden Einkommensteuerzahlungen des Erben keine Nachlassverbindlichkeiten nach &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;1 ErbStG. Obwohl der Erblasser die Grundlage f&uuml;r den Zufluss von Einnahmen gesetzt hat, wird der Steuertatbestand in diesen F&auml;llen erst mit dem Zufluss der Einnahmen durch den Erben als Steuerpflichtigen verwirklicht (vgl. BFH-Urteil in BFHE 179, 406, BStBl II 1996, 287).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Eine bereits am Todestag des Erblassers bestehende rechtliche Verpflichtung als Voraussetzung f&uuml;r den Abzug von Steuerschulden als Nachlassverbindlichkeiten i.S. des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;1 ErbStG kann auch nicht daraus hergeleitet werden, dass nur rechtlich entstandene Steuererstattungsanspr&uuml;che zum Erwerb i.S. des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 ErbStG z&auml;hlen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach der Rechtsprechung des BFH fallen Einkommensteuererstattungsanspr&uuml;che, die das Todesjahr des Erblassers betreffen, jedenfalls bei einer Zusammenveranlagung mit dem &uuml;berlebenden Ehegatten nicht in den steuerpflichtigen Erwerb nach &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 ErbStG, weil sie erst mit Ablauf des Todesjahres entstehen (vgl. BFH-Urteil vom 16.&nbsp;Januar 2008 II&nbsp;R&nbsp;30\/06, BFHE 220, 518, BStBl II 2008, 626). F&uuml;r Erwerbe ab dem 1.&nbsp;Januar 2009 gilt zudem &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 ErbStG (i.d.F. des Erbschaftsteuerreformgesetzes vom 24.&nbsp;Dezember 2008, BGBl I 2008, 3018, BStBl I 2009, 140). Danach sind Steuererstattungsanspr&uuml;che des Erblassers zu ber&uuml;cksichtigen, wenn sie rechtlich entstanden sind (&sect;&nbsp;37 Abs.&nbsp;2 AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Ankn&uuml;pfen an unterschiedliche Voraussetzungen f&uuml;r den Abzug von Steuerschulden als Nachlassverbindlichkeiten einerseits und f&uuml;r den Ansatz von Steuererstattungsanspr&uuml;chen als Erwerb andererseits beruht auf den unterschiedlichen Regelungen in &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 und Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;1 ErbStG. Denn f&uuml;r den Abzug von Schulden als Nachlassverbindlichkeiten kommt es nach &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;1 ErbStG nur darauf an, dass sie vom Erblasser &quot;herr&uuml;hren&quot;. F&uuml;r eine einschr&auml;nkende Auslegung des Begriffs &quot;herr&uuml;hren&quot; im Sinne von &quot;rechtlich entstanden&quot; ist ein zwingender Grund nicht ersichtlich. Eine solche Auslegung w&uuml;rde auch dem im Erbschaftsteuerrecht geltenden Bereicherungsprinzip zuwiderlaufen, weil der Erbe in H&ouml;he der entstehenden und von ihm zu begleichenden Steuerschulden f&uuml;r das Todesjahr des Erblassers nicht bereichert ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Der Erblasser verwirklicht auch dann in eigener Person einen einkommensteuerrelevanten Tatbestand, wenn er unmittelbar mit seinem Ableben steuerpflichtige Eink&uuml;nfte erzielt und diese in die Besteuerung f&uuml;r das Todesjahr einbezogen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zu den vom Erblasser erzielten Eink&uuml;nften geh&ouml;rt nach &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG der Gewinn aus der Ver&auml;u&szlig;erung des Mitunternehmeranteils anl&auml;sslich seines durch den Tod bedingten Ausscheidens aus einer Personengesellschaft, wenn aufgrund der Vereinbarungen im Gesellschaftsvertrag die Gesellschaft zwischen den verbleibenden Gesellschaftern fortgesetzt wird und der Erbe des verstorbenen Gesellschafters (Erblasser) eine Abfindung erh&auml;lt. Das Ausscheiden des verstorbenen Gesellschafters (Erblasser) gegen Abfindung wird steuerlich wie eine Ver&auml;u&szlig;erung des Mitunternehmeranteils behandelt (vgl. BFH-Urteile vom 13.&nbsp;November 1997 IV&nbsp;R&nbsp;18\/97, BFHE 184, 518, BStBl II 1998, 290, und vom 19.&nbsp;August 1999 IV&nbsp;R&nbsp;67\/98, BFHE 190, 150, BStBl II 2000, 179). Mit seinem Ableben verwirklicht der Erblasser in eigener Person den Tatbestand des &sect;&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ee) Als Nachlassverbindlichkeit abzugsf&auml;hig ist die Einkommensteuer-Abschlusszahlung i.S. des &sect;&nbsp;36 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 EStG, also diejenige Einkommensteuer, die sich nach Anrechnung der vom Erblasser entrichteten Einkommensteuer-Vorauszahlungen und der durch Steuerabzug erhobenen anrechenbaren Einkommensteuer (vgl. &sect;&nbsp;36 Abs.&nbsp;2 EStG) ergibt. Es kommt dabei allein auf die materielle Rechtslage und nicht auf die Steuerfestsetzungen an (vgl. BFH-Urteil in BFHE 220, 518, BStBl II 2008, 626).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ff) Entsprechendes gilt gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;51a Abs.&nbsp;1 und &sect;&nbsp;36 Abs.&nbsp;1 EStG f&uuml;r den mit Ablauf des Kalenderjahres entstehenden Solidarit&auml;tszuschlag (vgl. &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2 des Solidarit&auml;tszuschlaggesetzes) sowie f&uuml;r die ebenfalls an das Einkommen ankn&uuml;pfende, nach Landesrecht festzusetzende Kirchensteuer.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die abzugsf&auml;higen Nachlassverbindlichkeiten sind mit ihrem nach &sect;&nbsp;12 ErbStG zu ermittelnden Wert abzuziehen (&sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 ErbStG). Schulden sind mit dem Nennwert anzusetzen, wenn nicht besondere Umst&auml;nde einen h&ouml;heren oder geringeren Wert begr&uuml;nden (&sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;1 ErbStG i.V.m. &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 des Bewertungsgesetzes &#8211;BewG&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r Steuerverbindlichkeiten, die mit Ablauf des Todesjahres entstehen, verbleibt es beim Ansatz mit dem Nennwert, obwohl die zu einer Abschlusszahlung f&uuml;hrende Festsetzung erst nach dem Stichtag f&uuml;r die Entstehung der Erbschaftsteuer erfolgt. Besondere Umst&auml;nde, die eine Abweichung vom Nennwert rechtfertigen k&ouml;nnten, sind nicht ersichtlich. Eine Abzinsung nach &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;3 BewG scheidet ebenfalls aus, weil es an einem von vornherein bestimmten Zeitpunkt f&uuml;r den Eintritt der F&auml;lligkeit der Einkommensteuer, der Kirchensteuer und des Solidarit&auml;tszuschlags fehlt und somit die Berechnungs- oder Sch&auml;tzungsgrundlagen f&uuml;r eine Abzinsung fehlen (vgl. BFH-Urteile vom 17.&nbsp;Januar 1996 II&nbsp;R&nbsp;4\/93, BFH\/NV 1996, 649, unter II.3.b; in BFHE 220, 518, BStBl II 2008, 626, betr. Einkommensteuererstattungsanspr&uuml;che). Einkommensteuernachforderungen sind im &Uuml;brigen nur innerhalb des in &sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;2 AO bestimmten Zeitraums unverzinslich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Danach war die Vorentscheidung aufzuheben. Entgegen der Auffassung des FG sind auch die Abschlusszahlungen f&uuml;r Einkommensteuer, Kirchensteuer und Solidarit&auml;tszuschlag des V f&uuml;r 2008, soweit sie auf die Besteuerung der Abfindung entfallen, als Nachlassverbindlichkeiten zu ber&uuml;cksichtigen. Die vom Kl&auml;ger geltend gemachten Zahlungen mindern in H&ouml;he von insgesamt 563.278,25&nbsp;EUR als Nachlassverbindlichkeiten seinen Erwerb. Die Berechnung der Erbschaftsteuer wird auf das FA &uuml;bertragen (&sect;&nbsp;121 Satz&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;100 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 4.7.2012, II R 56\/11 Im Wesentlichen inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 04.07.2012 II R 15\/11 &#8211; Vom Erblasser herr&uuml;hrende Steuerschulden f&uuml;r das Todesjahr als Nachlassverbindlichkeiten &#8211; Ausscheiden des verstorbenen Personengesellschafters gegen Abfindung an den Erben Tatbestand 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger, Revisionskl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) ist Alleinerbe seines im April 2008 verstorbenen Vaters (V), &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-56-11-im-wesentlichen-inhaltsgleich-mit-bfh-urteil-vom-04072012-ii-r-15-11-vom-erblasser-herruehrende-steuerschulden-fuer-das-todesjahr-als-nachlassverbindlichkeiten-ausscheiden-des-verstorbenen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;R&nbsp;56\/11 &#8211; Im Wesentlichen inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 04.07.2012 II R 15\/11 &#8211; Vom Erblasser herr&uuml;hrende Steuerschulden f&uuml;r das Todesjahr als Nachlassverbindlichkeiten &#8211; Ausscheiden des verstorbenen Personengesellschafters gegen Abfindung an den Erben<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-5688","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5688","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5688"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5688\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5688"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5688"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5688"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}