{"id":5691,"date":"2012-07-04T00:00:00","date_gmt":"2012-07-03T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=5691"},"modified":"2012-11-23T13:31:42","modified_gmt":"2012-11-23T11:31:42","slug":"ii-r-19-11-im-wesentlichen-inhaltsgleich-mit-bfh-urteil-vom-04072012-ii-r-15-11-vom-erblasser-herruehrende-steuerschulden-fuer-das-todesjahr-als-nachlassverbindlichkeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-19-11-im-wesentlichen-inhaltsgleich-mit-bfh-urteil-vom-04072012-ii-r-15-11-vom-erblasser-herruehrende-steuerschulden-fuer-das-todesjahr-als-nachlassverbindlichkeiten\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;19\/11 &#8211; Im Wesentlichen inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 04.07.2012 II R 15\/11 &#8211; Vom Erblasser herr&uuml;hrende Steuerschulden f&uuml;r das Todesjahr als Nachlassverbindlichkeiten"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 4.7.2012, II R 19\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Im Wesentlichen inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 04.07.2012 II R 15\/11 &#8211; Vom Erblasser herr&uuml;hrende Steuerschulden f&uuml;r das Todesjahr als Nachlassverbindlichkeiten<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) ist Alleinerbe seines im Oktober 2007 verstorbenen Onkels (O). Aufgrund der Einzelveranlagung des O f&uuml;r das Todesjahr 2007 waren f&uuml;r Einkommensteuer, Kirchensteuer und Solidarit&auml;tszuschlag &#8211;nach Anrechnung der Vorauszahlungen, des Zinsabschlags und der Kapitalertragsteuer&#8211; Abschlusszahlungen in H&ouml;he von insgesamt 9.221,92&nbsp;EUR zu entrichten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger machte die Abschlusszahlungen f&uuml;r 2007 als Nachlassverbindlichkeiten geltend. Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) versagte zuletzt im Steuerbescheid vom 15.&nbsp;Oktober 2009 einen Abzug und setzte die Erbschaftsteuer gegen den Kl&auml;ger auf 135.940&nbsp;EUR fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einspruch und Klage blieben ohne Erfolg. Das Finanzgericht (FG) ging davon aus, dass die Einkommensteuer des Todesjahres des Erblassers beim Erben nicht als Nachlassverbindlichkeit abgezogen werden k&ouml;nne, weil sie am ma&szlig;geblichen Stichtag noch nicht entstanden gewesen sei. Das Urteil des FG ist ver&ouml;ffentlicht in Deutsches Steuerrecht\/Entscheidungsdienst 2011, 1264.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt der Kl&auml;ger die Verletzung des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;1 des Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetzes (ErbStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt sinngem&auml;&szlig;, die Vorentscheidung aufzuheben und den Erbschaftsteuerbescheid vom 15.&nbsp;Oktober 2009 in Gestalt des Einspruchsbescheids vom 11.&nbsp;Februar 2010 dahin zu &auml;ndern, dass die Abschlusszahlungen der Einkommensteuer, der Kirchensteuer sowie des Solidarit&auml;tszuschlags des O f&uuml;r 2007 in H&ouml;he von 9.222&nbsp;EUR als zus&auml;tzliche Nachlassverbindlichkeiten ber&uuml;cksichtigt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur &Auml;nderung des angefochtenen Erbschaftsteuerbescheids in Gestalt des Einspruchsbescheids. Die Erbschaftsteuer wird auf 131.340&nbsp;EUR herabgesetzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Abschlusszahlungen f&uuml;r Einkommensteuer, Kirchensteuer und Solidarit&auml;tszuschlag des O f&uuml;r 2007 sind entgegen der Auffassung des FG als Nachlassverbindlichkeiten vom Erwerb des Kl&auml;gers abzugsf&auml;hig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;1 ErbStG sind von dem Erwerb des Erben die vom Erblasser herr&uuml;hrenden Schulden, soweit sie nicht mit einem zum Erwerb geh&ouml;renden Gewerbebetrieb oder Anteil an einem Gewerbebetrieb in wirtschaftlichem Zusammenhang stehen und bereits nach &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;5 und 6 ErbStG ber&uuml;cksichtigt worden sind, als Nachlassverbindlichkeiten abzugsf&auml;hig. Nachlassverbindlichkeiten in diesem Sinne sind auch die vom Erblasser herr&uuml;hrenden pers&ouml;nlichen Steuerschulden, die gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;1922 Abs.&nbsp;1 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs (BGB), &sect;&nbsp;45 Abs.&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO) auf den Erben &uuml;bergegangen sind (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 17.&nbsp;Februar 2010 II&nbsp;R&nbsp;23\/09, BFHE 229, 363, BStBl II 2010, 641, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect;&nbsp;1922 Abs.&nbsp;1 BGB geht mit dem Tod einer Person (Erbfall) deren Verm&ouml;gen als Ganzes auf den oder die Erben &uuml;ber. Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;1967 BGB haften die Erben f&uuml;r die Nachlassverbindlichkeiten. Das hierin f&uuml;r den Erbfall statuierte Prinzip der Gesamtrechtsnachfolge beschr&auml;nkt sich nicht auf den Bereich des Zivilrechts, sondern erstreckt sich auch auf das Steuerrecht (vgl. Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 17.&nbsp;Dezember 2007 GrS&nbsp;2\/04, BFHE 220, 129, BStBl II 2008, 608, unter D.I.). So ordnet &sect;&nbsp;45 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO an, dass bei der Gesamtrechtsnachfolge &quot;die Forderungen und Schulden aus dem Steuerschuldverh&auml;ltnis auf den Rechtsnachfolger &uuml;ber(gehen)&quot;. Ungeachtet des restriktiv gehaltenen Wortlauts des &sect;&nbsp;45 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO leitet der BFH in st&auml;ndiger Rechtsprechung aus dieser Bestimmung her, dass der Erbe als Gesamtrechtsnachfolger grunds&auml;tzlich in einem umfassenden Sinne sowohl in materieller als auch in verfahrensrechtlicher Hinsicht in die abgabenrechtliche Stellung des Erblassers eintritt (vgl. BFH-Beschluss in BFHE 220, 129, BStBl II 2008, 608, unter D.I.1., m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Zu den abzugsf&auml;higen Nachlassverbindlichkeiten i.S. des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;1 ErbStG geh&ouml;ren nicht nur die Steuerschulden, die zum Zeitpunkt des Erbfalls bereits rechtlich entstanden waren, sondern auch die Steuerverbindlichkeiten, die der Erblasser als Steuerpflichtiger durch die Verwirklichung von Steuertatbest&auml;nden begr&uuml;ndet hat und die mit dem Ablauf des Todesjahres entstehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Abzug von Nachlassverbindlichkeiten nach &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;1 ErbStG setzt ebenso wie die Erbenhaftung nach &sect;&nbsp;1967 Abs.&nbsp;2 BGB voraus, dass Schulden vom Erblasser herr&uuml;hren. Aus dem Begriff &quot;herr&uuml;hren&quot; ergibt sich, dass die Verbindlichkeiten zum Zeitpunkt des Erbfalls noch nicht voll wirksam entstanden sein m&uuml;ssen. Zivilrechtlich gehen mit dem Erbfall auch &quot;verhaltene&quot;, noch werdende und schwebende Rechtsbeziehungen des Erblassers auf den Erben &uuml;ber (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. Urteil des Bundesgerichtshofs &#8211;BGH&#8211; vom 7.&nbsp;Juni 1991 V&nbsp;ZR&nbsp;214\/89, Neue Juristische Wochenschrift &#8211;NJW&#8211; 1991, 2558, m.w.N.). Deshalb sind Erblasserschulden i.S. des &sect;&nbsp;1967 Abs.&nbsp;2 BGB auch die erst in der Person des Erben entstehenden Verbindlichkeiten, die als solche schon dem Erblasser entstanden w&auml;ren, wenn er nicht vor Eintritt der zu ihrer Entstehung n&ouml;tigen weiteren Voraussetzung verstorben w&auml;re (vgl. BGH-Urteil in NJW 1991, 2558).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Diese zivilrechtlichen Grunds&auml;tze sind auch f&uuml;r die Beurteilung der Nachlassverbindlichkeiten i.S. des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;1 ErbStG zu beachten (vgl. BFH-Urteil vom 5.&nbsp;Juli 1978 II&nbsp;R&nbsp;64\/73, BFHE 126, 55, BStBl II 1979, 23; Weinmann in Moench\/Weinmann, &sect;&nbsp;10 ErbStG Rz&nbsp;51). Der Abzug der vom Erblasser herr&uuml;hrenden Schulden setzt nicht zwingend voraus, dass beim Tod des Erblassers, also zum ma&szlig;geblichen Zeitpunkt der Steuerentstehung (&sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG), eine rechtliche Verpflichtung bestanden haben muss (vgl. BFH-Urteile vom 18.&nbsp;November 1963 II 166\/61, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 1964, 83, und in BFHE 126, 55, BStBl II 1979, 23). Bei einem Erwerb von Todes wegen wirken sich auch Steuerschulden aus der Veranlagung des Erblassers f&uuml;r das Todesjahr bereicherungsmindernd aus, obwohl sie beim Erbfall noch nicht rechtlich entstanden waren. Denn der Erbe hat diese Steuerschulden zu tragen. Entscheidend f&uuml;r den Abzug der Steuerschulden als Nachlassverbindlichkeiten ist, dass der Erblasser in eigener Person und nicht etwa der Erbe als Gesamtrechtsnachfolger steuerrelevante Tatbest&auml;nde verwirklicht hat und deshalb &quot;f&uuml;r den Erblasser&quot; als Steuerpflichtigen eine Steuer entsteht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Das f&uuml;r das Erbschaftsteuerrecht ma&szlig;gebliche Stichtagsprinzip (&sect;&nbsp;9 und &sect;&nbsp;11 ErbStG) steht dem Abzug dieser Steuerverbindlichkeiten nicht entgegen. Bereits zum Zeitpunkt der Steuerentstehung, also beim Tod des Erblassers steht fest, dass die Belastung kraft Gesetzes mit Ablauf des Todesjahres eintreten wird (nachfolgend unter II.2.e). Dabei ist unsch&auml;dlich, dass zum Zeitpunkt des Erbfalls die Belastung durch Steuerverbindlichkeiten der H&ouml;he nach nicht genau feststeht, weil noch m&ouml;gliche Wahlrechte ausge&uuml;bt werden oder besondere steuerrelevante Ereignisse eintreten k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Soweit aus den haupts&auml;chlich zum Erfordernis einer wirtschaftlichen Belastung ergangenen Entscheidungen des BFH entnommen werden k&ouml;nnte bzw. kann, dass der Abzug von Nachlassverbindlichkeiten nach &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;1 ErbStG &quot;nur&quot; bei einer zum Zeitpunkt des Erbfalls bestehenden rechtlichen Verpflichtung m&ouml;glich ist, h&auml;lt der Senat daran jedenfalls f&uuml;r die kraft Gesetzes aufgrund einer Tatbestandsverwirklichung des Erblassers entstehenden Steueranspr&uuml;che nicht mehr fest (vgl. hierzu BFH-Urteile vom 24.&nbsp;M&auml;rz 1999 II&nbsp;R&nbsp;34\/97, BFH\/NV 1999, 1339; vom 15.&nbsp;Januar 2003 II&nbsp;R&nbsp;23\/01, BFHE 200, 413, BStBl II 2003, 267; vom 14.&nbsp;Dezember 2004 II&nbsp;R&nbsp;35\/03, BFH\/NV 2005, 1093; vom 14.&nbsp;November 2007 II&nbsp;R&nbsp;3\/06, BFH\/NV 2008, 574; in BFHE 229, 363, BStBl II 2010, 641; BFH-Beschluss vom 15.&nbsp;Mai 2009 II&nbsp;B&nbsp;155\/08, BFH\/NV 2009, 1441; differenzierend BFH-Urteil vom 27.&nbsp;Juni 2007 II&nbsp;R&nbsp;30\/05, BFHE 217, 190, BStBl II 2007, 651, unter II.3.a). Es verbleibt jedoch dabei, dass der Abzug einer Steuerschuld als Nachlassverbindlichkeit nach &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;1 ErbStG &#8211;abweichend vom Zivilrecht&#8211; zus&auml;tzlich voraussetzt, dass sie eine wirtschaftliche Belastung darstellt (vgl. BFH-Urteil vom 2.&nbsp;M&auml;rz 2011 II&nbsp;R&nbsp;5\/09, BFH\/NV 2011, 1147, unter III.7.c&nbsp;aa&nbsp;aaa).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Nach diesen Grunds&auml;tzen sind die auf den Erben entsprechend seiner Erbquote entfallenden Abschlusszahlungen f&uuml;r die vom Erblasser herr&uuml;hrende Einkommensteuer des Todesjahres, einschlie&szlig;lich Kirchensteuer und Solidarit&auml;tszuschlag, als Nachlassverbindlichkeiten gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;1 ErbStG abzugsf&auml;hig (vgl. Kapp\/Ebeling, &sect;&nbsp;10 ErbStG Rz&nbsp;82; Gebel in Troll\/ Gebel\/J&uuml;licher, ErbStG, &sect;&nbsp;10 Rz&nbsp;119, 140; Meincke, Erbschaft-steuer- und Schenkungsteuergesetz, Kommentar, 16.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;10 Rz&nbsp;32, unter a und c; K&auml;mper\/Milatz, Zeitschrift f&uuml;r Erbrecht und Verm&ouml;gensnachfolge &#8211;ZEV&#8211; 2011, 70; Billig, Umsatzsteuer- und Verkehrsteuer-Recht 2012, 61; a.A. Weinmann, a.a.O., &sect;&nbsp;10 ErbStG Rz&nbsp;54; J&uuml;ptner in Fischer\/J&uuml;ptner\/Pahlke\/Wachter, ErbStG, 4.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;10 Rz&nbsp;134; Wilms\/Jochum, Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz, &sect;&nbsp;10 Rz&nbsp;121; Hartmann, Der Erbschaft-Steuer-Berater 2007, 170, unter 3.c; Gleichlautender L&auml;ndererlass vom 18.&nbsp;Januar 2010, ZEV 2010, 107; R&nbsp;E&nbsp;10.8 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 der Erbschaftsteuer-Richtlinien 2011, BStBl I Sonder-Nr.&nbsp;1\/2011, 2, 23&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Stirbt ein Steuerpflichtiger vor Ablauf des Kalenderjahres, sind zum Zeitpunkt des Erbfalls zwar noch keine Einkommensteuerverbindlichkeiten f&uuml;r das Todesjahr entstanden. Der Steuerpflichtige hat aber bis zu seinem Ableben selbst Steuertatbest&auml;nde verwirklicht und damit das sp&auml;tere Entstehen der Steuerverbindlichkeiten begr&uuml;ndet. Mit seinem Ableben tritt der Erbe in die Rechtsstellung des Verstorbenen (Erblasser) ein; der durch den Erblasser (Steuerpflichtiger) begr&uuml;ndete, mit Ablauf des Todesjahres entstehende Anspruch aus dem Steuerschuldverh&auml;ltnis geht auf den Erben &uuml;ber.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Anspr&uuml;che aus dem Steuerschuldverh&auml;ltnis entstehen, sobald der Tatbestand verwirklicht ist, an den das Gesetz die Leistungspflicht kn&uuml;pft (&sect;&nbsp;38 AO). Die Einkommensteuer ist eine Jahressteuer (&sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;7 Satz&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes in der f&uuml;r 2007 ma&szlig;geblichen Fassung &#8211;EStG&#8211;), die nach &sect;&nbsp;36 Abs.&nbsp;1 EStG mit Ablauf des Veranlagungszeitraums entsteht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie wird nach Ablauf des Kalenderjahres (Veranlagungszeitraum) nach dem Einkommen veranlagt, das der Steuerpflichtige in diesem Veranlagungszeitraum bezogen hat, soweit nicht nach &sect;&nbsp;43 Abs.&nbsp;5 und &sect;&nbsp;46 EStG eine Veranlagung unterbleibt (&sect;&nbsp;25 Abs.&nbsp;1 EStG). Stirbt der Steuerpflichtige vor Ablauf des Kalenderjahres und endet damit seine pers&ouml;nliche Steuerpflicht, wird der Veranlagung f&uuml;r das Todesjahr (Kalenderjahr) ein abgek&uuml;rzter Ermittlungszeitraum zugrunde gelegt. Die Veranlagung ist auf das bis zum Tod des Steuerpflichtigen erzielte Einkommen zu beschr&auml;nken (vgl. BFH-Beschluss in BFHE 220, 129, BStBl II 2008, 608, unter D.III.1.). Im Hinblick darauf, dass das Einkommen des Erblassers erfasst und damit an die Verwirklichung des Steuertatbestands durch den Erblasser angekn&uuml;pft wird, ist die Einkommensteuer des Todesjahres unmittelbar in der Person des Erblassers (Steuerpflichtiger) begr&uuml;ndet. Eine etwaige Einkommensteuerschuld f&uuml;r das Todesjahr des Erblassers bleibt trotz des &Uuml;bergangs auf den Erben eine vom Erblasser herr&uuml;hrende Steuerschuld. Insoweit ist unerheblich, dass der Einkommensteuerbescheid f&uuml;r den Erblasser gegen&uuml;ber dem Erben als Gesamtrechtsnachfolger ergeht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit der Erbe selbst einkommensteuerrelevante Tatbest&auml;nde verwirklicht, wie z.B. beim Zufluss nachtr&auml;glicher Einnahmen aus einer ehemaligen T&auml;tigkeit des Erblassers nach &sect;&nbsp;24 Nr.&nbsp;2 EStG (vgl. BFH-Urteil vom 24.&nbsp;Januar 1996 X&nbsp;R&nbsp;14\/94, BFHE 179, 406, BStBl II 1996, 287, unter 3.), sind die darauf entfallenden Einkommensteuerzahlungen des Erben keine Nachlassverbindlichkeiten nach &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;1 ErbStG. Obwohl der Erblasser die Grundlage f&uuml;r den Zufluss von Einnahmen gesetzt hat, wird der Steuertatbestand in diesen F&auml;llen erst mit dem Zufluss der Einnahmen durch den Erben als Steuerpflichtigen verwirklicht (vgl. BFH-Urteil in BFHE 179, 406, BStBl II 1996, 287).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Eine bereits am Todestag des Erblassers bestehende rechtliche Verpflichtung als Voraussetzung f&uuml;r den Abzug von Steuerschulden als Nachlassverbindlichkeiten i.S. des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;1 ErbStG kann auch nicht daraus hergeleitet werden, dass nur rechtlich entstandene Steuererstattungsanspr&uuml;che zum Erwerb i.S. des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 ErbStG z&auml;hlen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach der Rechtsprechung des BFH fallen Einkommensteuererstattungsanspr&uuml;che, die das Todesjahr des Erblassers betreffen, jedenfalls bei einer Zusammenveranlagung mit dem &uuml;berlebenden Ehegatten nicht in den steuerpflichtigen Erwerb nach &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 ErbStG, weil sie erst mit Ablauf des Todesjahres entstehen (vgl. BFH-Urteil vom 16.&nbsp;Januar 2008 II&nbsp;R&nbsp;30\/06, BFHE 220, 518, BStBl II 2008, 626). F&uuml;r Erwerbe ab dem 1.&nbsp;Januar 2009 gilt zudem &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 ErbStG (i.d.F des Erbschaftsteuerreformgesetzes vom 24.&nbsp;Dezember 2008, BGBl I 2008, 3018, BStBl I 2009, 140). Danach sind Steuererstattungsanspr&uuml;che des Erblassers zu ber&uuml;cksichtigen, wenn sie rechtlich entstanden sind (&sect;&nbsp;37 Abs.&nbsp;2 AO). <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Ankn&uuml;pfen an unterschiedliche Voraussetzungen f&uuml;r den Abzug von Steuerschulden als Nachlassverbindlichkeiten einerseits und f&uuml;r den Ansatz von Steuererstattungsanspr&uuml;chen als Erwerb andererseits beruht auf den unterschiedlichen Regelungen in &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 und Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;1 ErbStG. Denn f&uuml;r den Abzug von Schulden als Nachlassverbindlichkeiten kommt es nach &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;1 ErbStG nur darauf an, dass sie vom Erblasser &quot;herr&uuml;hren&quot;. F&uuml;r eine einschr&auml;nkende Auslegung des Begriffs &quot;herr&uuml;hren&quot; im Sinne von &quot;rechtlich entstanden&quot; ist ein zwingender Grund nicht ersichtlich. Eine solche Auslegung w&uuml;rde auch dem im Erbschaftsteuerrecht geltenden Bereicherungsprinzip zuwiderlaufen, weil der Erbe in H&ouml;he der entstehenden und von ihm zu begleichenden Steuerschulden f&uuml;r das Todesjahr des Erblassers nicht bereichert ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Als Nachlassverbindlichkeit abzugsf&auml;hig ist die Einkommensteuer-Abschlusszahlung i.S. des &sect;&nbsp;36 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 EStG, also diejenige Einkommensteuer, die sich nach Anrechnung der vom Erblasser entrichteten Einkommensteuer-Vorauszahlungen und der durch Steuerabzug erhobenen anrechenbaren Einkommensteuer (vgl. &sect;&nbsp;36 Abs.&nbsp;2 EStG) ergibt. Es kommt dabei allein auf die materielle Rechtslage und nicht auf die Steuerfestsetzungen an (vgl. BFH-Urteil in BFHE 220, 518, BStBl II 2008, 626).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ee) Entsprechendes gilt gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;51a Abs.&nbsp;1 und &sect;&nbsp;36 Abs.&nbsp;1 EStG f&uuml;r den mit Ablauf des Kalenderjahres entstehenden Solidarit&auml;tszuschlag (vgl. &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2 des Solidarit&auml;tszuschlaggesetzes) sowie f&uuml;r die ebenfalls an das Einkommen ankn&uuml;pfende, nach Landesrecht festzusetzende Kirchensteuer.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die abzugsf&auml;higen Nachlassverbindlichkeiten sind mit ihrem nach &sect;&nbsp;12 ErbStG zu ermittelnden Wert abzuziehen (&sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 ErbStG). Schulden sind mit dem Nennwert anzusetzen, wenn nicht besondere Umst&auml;nde einen h&ouml;heren oder geringeren Wert begr&uuml;nden (&sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;1 ErbStG i.V.m. &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 des Bewertungsgesetzes &#8211;BewG&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r Steuerverbindlichkeiten, die mit Ablauf des Todesjahres entstehen, verbleibt es beim Ansatz mit dem Nennwert, obwohl die zu einer Abschlusszahlung f&uuml;hrende Festsetzung erst nach dem Stichtag f&uuml;r die Entstehung der Erbschaftsteuer erfolgt. Besondere Umst&auml;nde, die eine Abweichung vom Nennwert rechtfertigen k&ouml;nnten, sind nicht ersichtlich. Eine Abzinsung nach &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;3 BewG scheidet ebenfalls aus, weil es an einem von vornherein bestimmten Zeitpunkt f&uuml;r den Eintritt der F&auml;lligkeit der Einkommensteuer, der Kirchensteuer und des Solidarit&auml;tszuschlags fehlt und somit die Berechnungs- oder Sch&auml;tzungsgrundlagen f&uuml;r eine Abzinsung fehlen (vgl. BFH-Urteile vom 17.&nbsp;Januar 1996 II&nbsp;R&nbsp;4\/93, BFH\/NV 1996, 649, unter II.3.b; in BFHE 220, 518, BStBl II 2008, 626, betr. Einkommensteuererstattungsanspr&uuml;che). Einkommensteuernachforderungen sind im &Uuml;brigen nur innerhalb des in &sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;2 AO bestimmten Zeitraums unverzinslich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Danach mindern im Streitfall die Abschlusszahlungen f&uuml;r Einkommensteuer, Kirchensteuer und Solidarit&auml;tszuschlag des O f&uuml;r 2007 als Nachlassverbindlichkeiten den Erwerb des Kl&auml;gers. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 4.7.2012, II R 19\/11 Im Wesentlichen inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 04.07.2012 II R 15\/11 &#8211; Vom Erblasser herr&uuml;hrende Steuerschulden f&uuml;r das Todesjahr als Nachlassverbindlichkeiten Tatbestand 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) ist Alleinerbe seines im Oktober 2007 verstorbenen Onkels (O). Aufgrund der Einzelveranlagung des O f&uuml;r das Todesjahr 2007 waren f&uuml;r &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-19-11-im-wesentlichen-inhaltsgleich-mit-bfh-urteil-vom-04072012-ii-r-15-11-vom-erblasser-herruehrende-steuerschulden-fuer-das-todesjahr-als-nachlassverbindlichkeiten\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;R&nbsp;19\/11 &#8211; Im Wesentlichen inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 04.07.2012 II R 15\/11 &#8211; Vom Erblasser herr&uuml;hrende Steuerschulden f&uuml;r das Todesjahr als Nachlassverbindlichkeiten<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-5691","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5691","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5691"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5691\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5691"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5691"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5691"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}