{"id":5772,"date":"2012-11-23T17:52:05","date_gmt":"2012-11-23T15:52:05","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=5772"},"modified":"2012-11-23T17:52:05","modified_gmt":"2012-11-23T15:52:05","slug":"vi-r-89-10-minderung-der-tatsaechlichen-aufwendungen-fuer-die-wege-zwischen-wohnung-und-arbeitsstaette-durch-zuschuesse-nach-der-kraftfahrzeughilfe-verordnung-anschaffungskostenbegriff-des-par-255-abs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-89-10-minderung-der-tatsaechlichen-aufwendungen-fuer-die-wege-zwischen-wohnung-und-arbeitsstaette-durch-zuschuesse-nach-der-kraftfahrzeughilfe-verordnung-anschaffungskostenbegriff-des-par-255-abs\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;89\/10 &#8211; Minderung der tats&auml;chlichen Aufwendungen f&uuml;r die Wege zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte durch Zusch&uuml;sse nach der Kraftfahrzeughilfe-Verordnung &#8211; Anschaffungskostenbegriff des &sect; 255 Abs. 1 HGB im Bereich der &Uuml;berschusseink&uuml;nfte"},"content":{"rendered":"<p class=\"ueberschrift\">BUNDESFINANZHOF Urteil vom 14.6.2012, VI R 89\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Minderung der tats\u00e4chlichen Aufwendungen f\u00fcr die Wege zwischen Wohnung und Arbeitsst\u00e4tte durch Zusch\u00fcsse nach der Kraftfahrzeughilfe-Verordnung &#8211; Anschaffungskostenbegriff des \u00a7 255 Abs. 1 HGB im Bereich der \u00dcberschusseink\u00fcnfte<\/p>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Leits\u00e4tze<\/p>\n<div>\n<p>Bringen Steuerpflichtige mit einer entsprechenden Behinderung f\u00fcr die Wege zwischen Wohnung und Arbeitsst\u00e4tte anstelle der Entfernungspauschalen die tats\u00e4chlichen Aufwendungen f\u00fcr ein Kraftfahrzeug durch individuell ermittelte Kilometers\u00e4tze in Abzug, sind die nach der Kraftfahrzeughilfe-Verordnung f\u00fcr die Beschaffung des Kraftfahrzeugs sowie f\u00fcr eine behinderungsbedingte Zusatzausstattung erhaltenen Zusch\u00fcsse mittels einer K\u00fcrzung der AfA-Bemessungsgrundlage zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob sozialrechtliche Zusch\u00fcsse f\u00fcr den behindertengerechten Umbau eines Kraftfahrzeugs die f\u00fcr die Wege zwischen Wohnung und regelm\u00e4\u00dfiger Arbeitsst\u00e4tte zu ber\u00fccksichtigenden tats\u00e4chlichen Aufwendungen eines behinderten Menschen mindern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Kl\u00e4ger und Revisionskl\u00e4ger (Kl\u00e4ger) sind Ehegatten und werden zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Die Kl\u00e4gerin, deren Grad der Behinderung 100 betr\u00e4gt, war im Streitjahr nichtselbst\u00e4ndig t\u00e4tig. F\u00fcr die Fahrten zwischen Wohnung und regelm\u00e4\u00dfiger Arbeitsst\u00e4tte benutzte sie ein Kraftfahrzeug, das behindertengerecht umgebaut wurde. Der Umbau verursachte im Kalenderjahr 2003 und im Streitjahr 2004 Kosten in H\u00f6he von insgesamt 109.757,07\u00a0EUR. Ferner fielen im Streitjahr 2004 f\u00fcr das Kraftfahrzeug sonstige Fahrtkosten an. Die Deutsche Rentenversicherung Bund gew\u00e4hrte f\u00fcr den behindertengerechten Umbau des Kraftfahrzeugs einen Zuschuss nach der Kraftfahrzeughilfe-Verordnung (KfzHV) in H\u00f6he von 107.140\u00a0EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Kl\u00e4ger sind der Ansicht, auch insoweit Aufwendungen f\u00fcr die Anschaffung des Kraftfahrzeugs wirtschaftlich getragen zu haben als ihnen Kraftfahrzeughilfe gew\u00e4hrt worden sei. Dies folge aus den Grunds\u00e4tzen zum abgek\u00fcrzten Zahlungsweg. Daher st\u00fcnden den Kl\u00e4gern neben den im Streitjahr 2004 entstandenen sonstigen Fahrtkosten die Absetzung f\u00fcr Abnutzung (AfA) f\u00fcr die gesamten Anschaffungskosten des Kraftfahrzeugs zu. Dementsprechend begehrten sie f\u00fcr das Streitjahr 2004 bei den Werbungskosten der Kl\u00e4gerin den Ansatz von tats\u00e4chlichen Aufwendungen f\u00fcr die Wege zwischen Wohnung und regelm\u00e4\u00dfiger Arbeitsst\u00e4tte in H\u00f6he von 1,59\u00a0EUR\/km.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) minderte dagegen die Bemessungsgrundlage f\u00fcr die AfA des Kraftfahrzeugs um die als Zuschuss gew\u00e4hrte Kraftfahrzeughilfe, so dass sich ein Kilometersatz von 0,30\u00a0EUR\/km ergab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage aus den in Entscheidungen der Finanzgerichte 2011, 601 ver\u00f6ffentlichten Gr\u00fcnden ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision r\u00fcgen die Kl\u00e4ger die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Kl\u00e4ger beantragen,<br \/>\ndas Urteil des FG Rheinland-Pfalz vom 27.\u00a0Mai 2010\u00a0\u00a06\u00a0K\u00a02712\/07 aufzuheben sowie den Einkommensteuerbescheid f\u00fcr das Jahr 2004 vom 26.\u00a0Mai 2006 in Gestalt der Teil-Einspruchsentscheidung vom 13.\u00a0November 2007 dahingehend zu \u00e4ndern, dass weitere Werbungskosten bei den Eink\u00fcnften der Kl\u00e4gerin aus nichtselbst\u00e4ndiger Arbeit in H\u00f6he von 14.752,76\u00a0EUR anerkannt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>\ndie Revision als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>9<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr\u00fcndet und daher zur\u00fcckzuweisen (\u00a7\u00a0126 Abs.\u00a02 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zu Recht den von der Deutschen Rentenversicherung Bund gew\u00e4hrten Zuschuss bei der Berechnung der tats\u00e4chlichen Wegekosten durch eine Minderung der Anschaffungskosten f\u00fcr das Kraftfahrzeug ber\u00fccksichtigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>10<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1. Nach \u00a7\u00a09 Abs.\u00a01 Satz 3 Nr.\u00a04 S\u00e4tze\u00a01 und 2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) sind Werbungskosten auch Aufwendungen des Arbeitnehmers f\u00fcr die Wege zwischen Wohnung und Arbeitsst\u00e4tte. Zur Abgeltung dieser Aufwendungen ist f\u00fcr jeden Arbeitstag, an dem der Arbeitnehmer die Arbeitsst\u00e4tte aufsucht, eine Entfernungspauschale f\u00fcr jeden vollen Kilometer der Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsst\u00e4tte von 0,30\u00a0EUR anzusetzen, h\u00f6chstens jedoch 4.500\u00a0EUR im Kalenderjahr; ein h\u00f6herer Betrag als 4.500\u00a0EUR ist anzusetzen, soweit der Arbeitnehmer einen eigenen oder ihm zur Nutzung \u00fcberlassenen Kraftwagen benutzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>11<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Allerdings k\u00f6nnen Behinderte, deren Grad der Behinderung mindestens 70 betr\u00e4gt, f\u00fcr die Wege zwischen Wohnung und Arbeitsst\u00e4tte anstelle der Entfernungspauschalen die tats\u00e4chlichen Aufwendungen in Abzug bringen (\u00a7\u00a09 Abs.\u00a02 Satz\u00a03 Nr.\u00a01 EStG). Aufgrund dessen kann ein Steuerpflichtiger mit einer entsprechenden Behinderung die tats\u00e4chlichen Wegekosten nach seiner Wahl entweder ohne Einzelnachweis nach pauschalierten Kilometers\u00e4tzen oder nach individuellen &#8211;anhand der nachgewiesenen Fahrzeugaufwendungen ermittelten&#8211; Kilometers\u00e4tzen berechnen (Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 5.\u00a0Mai 2009 VI\u00a0R\u00a077\/06, BFHE 225, 64, BStBl II 2009, 729, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>12<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Bei der Ermittlung der tats\u00e4chlichen Wegekosten anhand von individuellen Kilometers\u00e4tzen sind die gesamten Fahrzeugkosten zu ber\u00fccksichtigen (vgl. BFH-Urteil vom 1.\u00a0Oktober 1982 VI\u00a0R\u00a0192\/79, BFHE 136, 488, BStBl II 1983, 17, Zinsen f\u00fcr die Anschaffung eines Kraftfahrzeugs; Bergkemper in Herrmann\/ Heuer\/Raupach, \u00a7\u00a09 EStG Rz\u00a0643). Zu den abziehbaren Werbungskosten geh\u00f6rt mithin gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a09 Abs.\u00a01 Satz 3 Nr.\u00a07 EStG auch die AfA, deren Bemessungsgrundlage nach \u00a7\u00a07 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 EStG die Anschaffungs- oder Herstellungskosten sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>13<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Die Anschaffungskosten mindern sich jedoch insoweit, als der Steuerpflichtige Leistungen nach der Kraftfahrzeughilfe-Verordnung f\u00fcr die Beschaffung eines Kraftfahrzeugs oder den Erwerb einer behinderungsbedingten Zusatzausstattung erhalten hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>14<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>aa) Denn gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0255 Abs.\u00a01 Satz 3 des Handelsgesetzbuchs (HGB) sind von den Anschaffungskosten Anschaffungspreisminderungen abzusetzen. \u00a7\u00a0255 Abs.\u00a01 HGB gilt mit seinem einheitlichen Anschaffungskostenbegriff gleicherma\u00dfen im Bereich der Gewinneink\u00fcnfte wie im Bereich der \u00dcberschusseink\u00fcnfte (BFH-Urteile vom 26.\u00a0Februar 2002 IX\u00a0R\u00a020\/98, BFHE 198, 425, BStBl II 2002, 796; vom 19.\u00a0Dezember 2000 IX\u00a0R\u00a0100\/97, BFHE 194, 182, BStBl II 2001, 345; vom 21.\u00a0Januar 1999 IV\u00a0R\u00a027\/97, BFHE 188, 27, BStBl II 1999, 638; vom 19.\u00a0Juli 1994 VIII\u00a0R\u00a058\/92, BFHE 176, 317, BStBl II 1995, 362). Die Bestimmung des \u00a7\u00a0255 Abs.\u00a01 Satz\u00a03 HGB \u00fcber Anschaffungspreisminderungen gilt nicht nur f\u00fcr Kaufpreisnachl\u00e4sse, sondern nach dem Zweck der Aktivierungsnorm ganz allgemein f\u00fcr Erm\u00e4\u00dfigungen der Anschaffungskosten und damit f\u00fcr R\u00fcckfl\u00fcsse von im Zusammenhang mit dem Erwerb geleisteten Aufwendungen, die nicht sofort abziehbar, sondern auf die Zeit der Nutzungsdauer des Wirtschaftsguts zu verteilen gewesen w\u00e4ren (BFH-Urteil in BFHE 198, 425, BStBl II 2002, 796). So verh\u00e4lt es sich etwa dann, wenn Anschaffungsnebenkosten zur\u00fcckgezahlt oder Anschaffungsausgaben von Dritten erstattet oder verg\u00fctet werden, sofern hierin nicht ein Entgelt f\u00fcr eine Leistung des Empf\u00e4ngers liegt (BFH-Urteile in BFHE 198, 425, BStBl II 2002, 796; vom 14.\u00a0Juli 1988 IV\u00a0R\u00a078\/85, BFHE 154, 212, BStBl II 1989, 189). Der Minderungsvorgang muss mit dem Anschaffungsgesch\u00e4ft so verbunden sein, dass der Zufluss von G\u00fctern in Geld oder Geldeswert als Erm\u00e4\u00dfigung (R\u00fcckf\u00fchrung) von Anschaffungskosten bewertet werden kann. Nicht notwendig ist indes eine rechtliche oder gar synallagmatische Verkn\u00fcpfung; ausreichend ist vielmehr ein wirtschaftlicher Zusammenhang, der gegeben ist, wenn der ma\u00dfgebende Anlass f\u00fcr den Minderungsvorgang in der Anschaffung liegt (BFH-Urteile vom 7.\u00a0Dezember 2010 IX\u00a0R\u00a046\/09, BFHE 236, 87, BStBl II 2012, 310; in BFHE 198, 425, BStBl II 2002, 796).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>15<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>bb) Dementsprechend mindern die als Zuschuss f\u00fcr die Beschaffung eines Kraftfahrzeugs sowie f\u00fcr eine behindertengerechte Zusatzausstattung gew\u00e4hrten Leistungen nach der Kraftfahrzeughilfe-Verordnung die Anschaffungskosten. Denn der ma\u00dfgebende Anlass f\u00fcr die Gew\u00e4hrung der Kraftfahrzeughilfe liegt in der Beschaffung eines Kraftfahrzeugs (\u00a7\u00a02 Abs.\u00a01 Nr.\u00a01 KfzHV i.V.m. \u00a7\u00a05 KfzHV) und in dem Erwerb einer behinderungsbedingten Zusatzausstattung (\u00a7\u00a02 Abs.\u00a01 Nr.\u00a02 KfzHV i.V.m. \u00a7\u00a07 KfzHV).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>16<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Nach diesen Grunds\u00e4tzen ist die Vorentscheidung nicht zu beanstanden. Die im Streitfall gew\u00e4hrte Kraftfahrzeughilfe mindert die tats\u00e4chlichen Aufwendungen f\u00fcr die Wege zwischen Wohnung und regelm\u00e4\u00dfiger Arbeitsst\u00e4tte, indem die AfA-Bemessungsgrundlage um den Zuschuss gek\u00fcrzt wird. Damit hat das FG die tats\u00e4chlichen Wegekosten zu Recht mit einem Kilometersatz von 0,30\u00a0EUR\/km ber\u00fccksichtigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p><!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 14.6.2012, VI R 89\/10 Minderung der tats\u00e4chlichen Aufwendungen f\u00fcr die Wege zwischen Wohnung und Arbeitsst\u00e4tte durch Zusch\u00fcsse nach der Kraftfahrzeughilfe-Verordnung &#8211; Anschaffungskostenbegriff des \u00a7 255 Abs. 1 HGB im Bereich der \u00dcberschusseink\u00fcnfte Leits\u00e4tze Bringen Steuerpflichtige mit einer entsprechenden Behinderung f\u00fcr die Wege zwischen Wohnung und Arbeitsst\u00e4tte anstelle der Entfernungspauschalen die tats\u00e4chlichen Aufwendungen &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-89-10-minderung-der-tatsaechlichen-aufwendungen-fuer-die-wege-zwischen-wohnung-und-arbeitsstaette-durch-zuschuesse-nach-der-kraftfahrzeughilfe-verordnung-anschaffungskostenbegriff-des-par-255-abs\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;R&nbsp;89\/10 &#8211; Minderung der tats&auml;chlichen Aufwendungen f&uuml;r die Wege zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte durch Zusch&uuml;sse nach der Kraftfahrzeughilfe-Verordnung &#8211; Anschaffungskostenbegriff des &sect; 255 Abs. 1 HGB im Bereich der &Uuml;berschusseink&uuml;nfte<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-5772","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5772","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5772"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5772\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5772"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5772"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5772"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}