{"id":5851,"date":"2012-11-30T21:48:00","date_gmt":"2012-11-30T19:48:00","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=5851"},"modified":"2012-11-30T21:48:07","modified_gmt":"2012-11-30T19:48:07","slug":"i-r-9-12-nichteinhaltung-der-revisionsbegruendungsfrist-keine-wiedereinsetzung-in-den-vorigen-stand-bei-verschuldeter-versaeumung-wegen-nachlaessigkeit-der-poststelle-des-finanzamts-anforderungen-be-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-9-12-nichteinhaltung-der-revisionsbegruendungsfrist-keine-wiedereinsetzung-in-den-vorigen-stand-bei-verschuldeter-versaeumung-wegen-nachlaessigkeit-der-poststelle-des-finanzamts-anforderungen-be-2\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;9\/12 &#8211; Nichteinhaltung der Revisionsbegr&uuml;ndungsfrist: Keine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand bei verschuldeter Vers&auml;umung wegen Nachl&auml;ssigkeit der Poststelle des Finanzamts &#8211; Anforderungen bei fehlender zentraler Postausgangskontrolle"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 20.8.2012, I R 9\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Nichteinhaltung der Revisionsbegr&uuml;ndungsfrist: Keine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand bei verschuldeter Vers&auml;umung wegen Nachl&auml;ssigkeit der Poststelle des Finanzamts &#8211; Anforderungen bei fehlender zentraler Postausgangskontrolle<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Das Finanzgericht (FG) hat der Klage der Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagten (Kl&auml;gerin), einer in Liquidation befindlichen GmbH, mit Urteil vom 2.&nbsp;Januar 2012 weitgehend stattgegeben und den Beklagten und Revisionskl&auml;ger (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) unter Aufhebung des Bescheids &uuml;ber die Ablehnung des Antrags auf abweichende Steuerfestsetzung nach &sect;&nbsp;163 der Abgabenordnung verpflichtet, die Kl&auml;gerin unter Beachtung der Rechtsauffassung des Gerichts neu zu bescheiden. Die Revision wurde vom FG wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung zugelassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Urteil des FG wurde dem FA laut Empfangsbekenntnis am 9.&nbsp;Januar 2012 zugestellt. Das FA legte am 2.&nbsp;Februar 2012 fristgerecht Revision ein. Am 15.&nbsp;M&auml;rz 2012 &#8211;also nach Ablauf der Begr&uuml;ndungsfrist&#8211; ging, nachdem der Senatsvorsitzende mit Schreiben vom 12.&nbsp;M&auml;rz 2012 auf die Vers&auml;umung der Revisionsbegr&uuml;ndungsfrist hingewiesen hatte, die Revisionsbegr&uuml;ndung des FA dem Bundesfinanzhof (BFH) zu. Mit Schreiben vom 16.&nbsp;M&auml;rz 2012 beantragte das FA Wiedereinsetzung in den vorigen Stand. Es trug vor, die Revisionsbegr&uuml;ndung vom 29.&nbsp;Februar 2012 sei am 1.&nbsp;M&auml;rz 2012 von der Sachbearbeiterin in das Ausgangspostfach der Poststelle des FA gegeben worden. Dies sei auf dem Entwurf der Revisionsbegr&uuml;ndungsschrift handschriftlich vermerkt worden. Die Revisionsbegr&uuml;ndung sei nebst den Akten noch an diesem Tag von den Mitarbeitern der Poststelle des FA im Rahmen der t&auml;glichen Leerung dem Ausgangspostfach entnommen und zur Versendung in die Poststelle verbracht worden. Entgegen der generellen Anweisung der Amtsleitung, die Ausgangspost unverz&uuml;glich abzusenden, h&auml;tten die Mitarbeiter der Poststelle die Revisionsbegr&uuml;ndung nebst Akten erst am 12.&nbsp;M&auml;rz 2012 an die Deutsche Post AG, die das FA werkt&auml;glich zum Bringen und Abholen von Post anf&auml;hrt, zur Versendung weitergereicht. Die beiden Mitarbeiter der Poststelle h&auml;tten dieses f&uuml;r sie untypische und rational nicht zu erkl&auml;rende grobe Fehlverhalten einger&auml;umt und entsprechende dienstliche Erkl&auml;rungen abgegeben. Unter Ber&uuml;cksichtigung der &uuml;blichen Postlaufzeiten seien die Sachbearbeiterin und der Sachgebietsleiter der Rechtsbehelfsstelle im FA davon ausgegangen, dass die Begr&uuml;ndung der Revision fristgerecht bis zum 9.&nbsp;M&auml;rz 2012 beim BFH eingehen w&uuml;rde. Mit der geschilderten Nachl&auml;ssigkeit der Mitarbeiter der Poststelle und dem damit einhergehenden Versto&szlig; gegen die Anweisung der Amtsleitung sei f&uuml;r die Mitarbeiter der Rechtsbehelfsstelle nicht zu rechnen gewesen. Eine Verpflichtung des Vorstehers, Sachgebietsleiters oder Sachbearbeiters zur pers&ouml;nlichen &Uuml;berwachung der Absendung der Post durch die Poststelle sei nicht gegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, das Urteil des FG insoweit aufzuheben, als die Klage nicht abgewiesen worden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unzul&auml;ssig und deshalb durch Beschluss zu verwerfen (&sect;&nbsp;124 Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das FA hat die Revision nicht rechtzeitig begr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect;&nbsp;120 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;1 FGO ist die Revision innerhalb von zwei Monaten nach Zustellung des vollst&auml;ndigen Urteils zu begr&uuml;nden. Da das FG-Urteil dem FA am 9.&nbsp;Januar 2012 zugestellt wurde, lief die Frist f&uuml;r die Begr&uuml;ndung der Revision am 9.&nbsp;M&auml;rz 2012 ab (&sect;&nbsp;54 Abs.&nbsp;2 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;222 der Zivilprozessordnung). Die Revisionsbegr&uuml;ndung ist aber erst am 15.&nbsp;M&auml;rz 2012 beim BFH eingegangen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Voraussetzungen f&uuml;r eine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand wegen der Fristvers&auml;umung liegen nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;56 Abs.&nbsp;1 FGO ist Wiedereinsetzung in die vers&auml;umte Frist zur Begr&uuml;ndung der Revision nur zu gew&auml;hren, wenn der Revisionskl&auml;ger ohne Verschulden an der Einhaltung der Frist gehindert war, er den Wiedereinsetzungsantrag innerhalb von einem Monat nach Kenntnisnahme von der Fristvers&auml;umnis gestellt und die zur Begr&uuml;ndung des Antrags vorgetragenen Tatsachen glaubhaft gemacht hat (&sect;&nbsp;56 Abs.&nbsp;2 S&auml;tze&nbsp;1 und 2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei der Beurteilung, ob eine Beh&ouml;rde sich die Vers&auml;umung einer gesetzlichen Frist als schuldhaft anrechnen lassen muss, gelten grunds&auml;tzlich die gleichen Ma&szlig;st&auml;be, wie sie die Rechtsprechung f&uuml;r das Verschulden von Angeh&ouml;rigen der rechts- und steuerberatenden Berufe entwickelt hat (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 15.&nbsp;Dezember 2010 IV&nbsp;R&nbsp;5\/10, BFH\/NV 2011, 809; vom 16.&nbsp;Januar 2007 IX&nbsp;R&nbsp;41\/05, BFH\/NV 2007, 1508, jeweils m.w.N.). Eine Beh&ouml;rde braucht deshalb das Verschulden eines Mitarbeiters in der Absendestelle nicht gegen sich gelten zu lassen, wenn eine wirksame Ausgangskontrolle besteht oder der Mitarbeiter zumindest auf die Bedeutung und Eilbed&uuml;rftigkeit des Schriftst&uuml;cks ausdr&uuml;cklich hingewiesen wurde (BFH-Beschl&uuml;sse vom 25.&nbsp;November 2008 III&nbsp;R&nbsp;78\/06, BFH\/NV 2009, 407; vom 10.&nbsp;Juli 1996 II&nbsp;R&nbsp;12\/96, BFH\/NV 1997, 47).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Eine wirksame Postausgangskontrolle setzt voraus, dass die Absendung des fristwahrenden Schriftsatzes, d.h. die &Uuml;bergabe des Schriftst&uuml;cks an die Post, durch eine Person kontrolliert wird, die den gesamten Bearbeitungsvorgang &uuml;berwachen kann. Die einfache Zuleitung oder kommentarlose &Uuml;bergabe des jeweiligen Schriftst&uuml;cks an die amtsinterne Postausgangsstelle reichen hierf&uuml;r ebenso wenig aus wie ein blo&szlig;er Abgangsvermerk der Stelle, die das Schriftst&uuml;ck an diese Postausgangsstelle weiterleitet, weil dadurch noch nicht ausreichend sichergestellt ist, dass das Schriftst&uuml;ck auch tats&auml;chlich unmittelbar zur Weiterbef&ouml;rderung an die Post gelangt. Vielmehr ist erforderlich, dass die ordnungsgem&auml;&szlig;e Absendung eines fristwahrenden Schriftsatzes durch einen Absendevermerk der Poststelle in den Akten festgehalten wird (BFH-Beschluss in BFH\/NV 2007, 1508, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Ist eine solche zentrale Ausgangskontrolle nicht vorgesehen, muss zumindest derjenige, der den Vorgang zuletzt bearbeitet hat oder an der Bearbeitung beteiligt war, die mit der Absendung beauftragte Poststelle auf die Frist und die Wichtigkeit des Schriftst&uuml;cks hinweisen; die tats&auml;chliche &Uuml;bergabe der Briefsendung an die Post muss in der Akte vermerkt werden (BFH-Beschluss in BFH\/NV 1997, 47). Denn aus den der Poststelle zugeleiteten Schrifts&auml;tzen ist f&uuml;r die Mitarbeiter der Poststelle in der Regel nicht erkennbar, ob es sich um einen fristwahrenden Schriftsatz handelt, auf dessen p&uuml;nktliche Absendung besonders zu achten ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach diesen Grunds&auml;tzen hat das FA nicht glaubhaft gemacht, dass es die Revisionsbegr&uuml;ndungsfrist schuldlos vers&auml;umt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach den Ausf&uuml;hrungen des FA zur Organisation der Postausgangsstelle ist eine wirksame Ausgangskontrolle nicht gew&auml;hrleistet. Denn beim FA war durch organisatorische Ma&szlig;nahmen nicht ausreichend sichergestellt, dass die &Uuml;berwachung der Einhaltung der Revisionsbegr&uuml;ndungsfrist gew&auml;hrleistet war. Es wurde gerade nicht die ordnungsgem&auml;&szlig;e Absendung eines fristwahrenden Schriftsatzes durch einen Absendevermerk der Poststelle in den Akten festgehalten. Das FA tr&auml;gt vielmehr insoweit nur vor, die zust&auml;ndige Sachbearbeiterin habe in den Akten lediglich die &Uuml;bergabe des Postst&uuml;cks an die zur Weiterleitung auf den Postweg zust&auml;ndige Stelle vermerkt. Danach wird beim FA an keiner Stelle die tats&auml;chliche &Uuml;bergabe solcher Schriftst&uuml;cke an die Post &uuml;berwacht und vermerkt. Die allgemeine Anweisung der Amtsleitung, die Ausgangspost unverz&uuml;glich abzusenden, reicht demgegen&uuml;ber nicht aus, um den rechtzeitigen Eingang bei Gericht sicherzustellen. Eine wirksame Postausgangskontrolle lag mithin nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Es fehlte auch an einer konkreten Einzelanweisung der f&uuml;r die Bearbeitung des Vorgangs zust&auml;ndigen Sachbearbeiterin hinsichtlich der Weiterleitung der Postsendung. Wie das FA selbst vorgetragen hat, hat die Sachbearbeiterin der Rechtsbehelfsstelle die Mitarbeiter der Poststelle nicht auf die Bedeutung und Eilbed&uuml;rftigkeit des Schriftst&uuml;cks hingewiesen. Die Sachbearbeiterin war zwar &#8211;wie &uuml;brigens auch der Sachgebietsleiter bzw. die Amtsleiterin&#8211; nicht verpflichtet, die Durchf&uuml;hrung der Anordnung &uuml;ber die Absendung des Postst&uuml;cks pers&ouml;nlich zu &uuml;berwachen bzw. sich von der Beachtung der Anweisung zu &uuml;berzeugen (BFH-Urteil vom 28.&nbsp;M&auml;rz 1969 III&nbsp;R&nbsp;2\/67, BFHE 96, 85, 88, BStBl II 1969, 548), sie musste aber &#8211;soweit dies nicht durch allgemeine Anweisungen hinsichtlich der Verfahrensweise bei besonders eilbed&uuml;rftigen Schriftst&uuml;cken sichergestellt war&#8211; den Mitarbeitern in der Poststelle eine ausreichend konkrete Anweisung hinsichtlich der Weiterleitung der Postsendung geben, bei deren Befolgung &#8211;unter Beachtung der gew&ouml;hnlichen Postlaufzeiten&#8211; der rechtzeitige Zugang gew&auml;hrleistet gewesen w&auml;re. Lediglich die Nichtbeachtung solcher Anweisungen durch die Mitarbeiter der Poststelle braucht das FA nicht gegen sich gelten zu lassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Anhaltspunkte daf&uuml;r, dass es beim FA allgemeine Anweisungen an die Poststelle gab, wie mit besonders eilbed&uuml;rftigen Postsendungen zu verfahren ist (z.B. unmittelbare &Uuml;bergabe der Sendung an die Post durch einen Mitarbeiter des FA), bestehen nach der Begr&uuml;ndung des Wiedereinsetzungsantrags nicht. Eine allgemeine Anweisung der Amtsleitung, die Ausgangspost unverz&uuml;glich abzusenden, reicht wiederum nicht aus, um den rechtzeitigen Eingang bei Gericht sicherzustellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 20.8.2012, I R 9\/12 Nichteinhaltung der Revisionsbegr&uuml;ndungsfrist: Keine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand bei verschuldeter Vers&auml;umung wegen Nachl&auml;ssigkeit der Poststelle des Finanzamts &#8211; Anforderungen bei fehlender zentraler Postausgangskontrolle Tatbestand 1&nbsp; I. Das Finanzgericht (FG) hat der Klage der Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagten (Kl&auml;gerin), einer in Liquidation befindlichen GmbH, mit Urteil vom 2.&nbsp;Januar 2012 &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-9-12-nichteinhaltung-der-revisionsbegruendungsfrist-keine-wiedereinsetzung-in-den-vorigen-stand-bei-verschuldeter-versaeumung-wegen-nachlaessigkeit-der-poststelle-des-finanzamts-anforderungen-be-2\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;R&nbsp;9\/12 &#8211; Nichteinhaltung der Revisionsbegr&uuml;ndungsfrist: Keine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand bei verschuldeter Vers&auml;umung wegen Nachl&auml;ssigkeit der Poststelle des Finanzamts &#8211; Anforderungen bei fehlender zentraler Postausgangskontrolle<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-5851","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5851","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5851"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5851\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5851"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5851"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5851"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}