{"id":5852,"date":"2012-05-22T00:00:00","date_gmt":"2012-05-21T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=5852"},"modified":"2012-11-23T17:49:26","modified_gmt":"2012-11-23T15:49:26","slug":"vii-r-24-08-inhaltsgleich-mit-bfh-urteil-vom-2252012-vii-r-23-08-voller-saldierungsvorteil-bei-betriebsuebergang-im-milchwirtschaftsjahr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-24-08-inhaltsgleich-mit-bfh-urteil-vom-2252012-vii-r-23-08-voller-saldierungsvorteil-bei-betriebsuebergang-im-milchwirtschaftsjahr\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;R&nbsp;24\/08 &#8211; Inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 22.5.2012 VII R 23\/08 &#8211; Voller Saldierungsvorteil bei Betriebs&uuml;bergang im Milchwirtschaftsjahr"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.5.2012, VII R 24\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 22.5.2012 VII R 23\/08 &#8211; Voller Saldierungsvorteil bei Betriebs&uuml;bergang im Milchwirtschaftsjahr<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) ist Milcherzeuger und hat in dem Milchwirtschaftsjahr 2004\/2005 (Zw&ouml;lfmonatszeitraum) die von ihm erzeugte Milch an eine Molkerei verkauft. Der Kl&auml;ger hatte den Betrieb erst w&auml;hrend des Milchwirtschaftsjahrs, n&auml;mlich am 1.&nbsp;Oktober 2004, von einem anderen Landwirt &uuml;bernommen, der bis dahin Milch erzeugt und an eine Molkerei geliefert hatte. Da der Kl&auml;ger den nach Abzug dieser Milchmengen verbleibenden Teil der Milchquote (Referenzmenge) &uuml;berlieferte, meldete die Molkerei bei dem Beklagten und Revisionskl&auml;ger (Hauptzollamt &#8211;HZA&#8211;) zulasten des Kl&auml;gers eine Milchabgabe an. Sie hat dabei eine Saldierung der &Uuml;berlieferung des Kl&auml;gers mit Unterlieferungen anderer ihrer Milchlieferanten vorgenommen, stellte jedoch in die Saldierung nur den Teil der Milchquote des Kl&auml;gers ein, der nicht bereits vor der &Uuml;bernahme von dem fr&uuml;heren Betriebsinhaber beliefert worden war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen hat der Kl&auml;ger mit dem Ziel, dass die gesamte Milchquote des von ihm &uuml;bernommenen Betriebs zu seinen Gunsten angesetzt werde, nach erfolglosem Einspruchsverfahren Klage erhoben, die zur &Auml;nderung der Abgabenfestsetzung f&uuml;hrte. Das HZA hat gegen das Urteil des Finanzgerichts (FG) Revision eingelegt. Der erkennende Senat hat daraufhin dem Gerichtshof der Europ&auml;ischen Union (EuGH) zwei Fragen betreffend die Auslegung der hier noch anzuwendenden Verordnung (EG) Nr.&nbsp;1788\/2003 (VO&nbsp;Nr.&nbsp;1788\/2003) des Rates vom 29.&nbsp;September 2003 &uuml;ber die Erhebung einer Abgabe im Milchsektor (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Union Nr.&nbsp;L&nbsp;270\/123) vorgelegt, die der Gerichtshof wie folgt beantwortet hat (Urteil vom 5.&nbsp;Mai 2011 in den verbundenen Rechtssachen C-230\/09 und C-231\/09, Zeitschrift f&uuml;r Z&ouml;lle und Verbrauchsteuern &#8211;ZfZ&#8211; 2011, 185):<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<blockquote>\n<blockquote><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>&quot;1. Art.&nbsp;10 Abs.&nbsp;3 der Verordnung (EG) Nr.&nbsp;1788\/2003 &#8230; &uuml;ber die Erhebung einer Abgabe im Milchsektor &#8230; ist dahin auszulegen, dass die Neuzuweisung des ungenutzten Anteils der f&uuml;r Lieferungen zugewiesenen einzelstaatlichen Referenzmenge proportional zur einzelbetrieblichen Referenzmenge der einzelnen Erzeuger, die &Uuml;berlieferungen vorgenommen haben, also zu der zum 1.&nbsp;April des ma&szlig;gebenden Zw&ouml;lfmonatszeitraums bestimmten Menge, oder nach objektiven, von den Mitgliedstaaten festzulegenden Kriterien erfolgen muss. Der in dieser Bestimmung verwendete Begriff der einzelbetrieblichen Referenzmenge erlaubt nicht die Ber&uuml;cksichtigung von w&auml;hrend dieses Zeitraums erfolgten &Uuml;bertragungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<blockquote>\n<blockquote><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>2. Eine nationale Regelung, mit der die in Art.&nbsp;10 Abs.&nbsp;3 der Verordnung Nr.&nbsp;1788\/2003 &#8230; vorgesehene Befugnis wahrgenommen wird, objektive Kriterien festzulegen, nach denen die Neuzuweisung des ungenutzten Anteils der f&uuml;r Lieferungen zugewiesenen einzelstaatlichen Referenzmenge erfolgt, muss insbesondere die allgemeinen Grunds&auml;tze des Unionsrechts sowie die mit der gemeinsamen Agrarpolitik, speziell der gemeinsamen Marktorganisation im Milchsektor, verfolgten Ziele beachten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<blockquote>\n<blockquote><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>3. Diese Ziele stehen einer im Rahmen der Wahrnehmung dieser Befugnis erlassenen nationalen Regelung nicht entgegen, die den Erzeugern, die &Uuml;berlieferungen vorgenommen haben, sofern ihnen nach den Bestimmungen der Verordnung Nr.&nbsp;1788\/2003 &#8230; w&auml;hrend des ma&szlig;gebenden Zw&ouml;lfmonatszeitraums eine einzelbetriebliche Referenzmenge &uuml;bertragen worden ist, f&uuml;r die von dem Erzeuger, der zuvor &uuml;ber sie verf&uuml;gte, f&uuml;r denselben Zeitraum bereits Milch erzeugt und geliefert worden war, erm&ouml;glicht, unter Einschluss eines Teils oder der Gesamtheit dieser Referenzmenge an dieser Neuzuweisung teilzuhaben. Die Mitgliedstaaten hatten jedoch daf&uuml;r Sorge zu tragen, dass eine solche Regelung nicht zu &Uuml;bertragungen f&uuml;hrt, die trotz formaler Einhaltung der in dieser Verordnung vorgesehenen Bedingungen nur den Zweck gehabt h&auml;tten, bestimmten Erzeugern, die &Uuml;berlieferungen vorgenommen haben, zu erm&ouml;glichen, bei dieser Neuzuweisung besser dazustehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>4. (&#8230;)&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das HZA sieht sich durch diese Entscheidung in seiner Rechtsauffassung best&auml;rkt. Der Kl&auml;ger k&ouml;nne nicht beanspruchen, dass bei der Saldierung die volle, mit dem &uuml;bernommenen Betrieb auf ihn &uuml;bergegangene Milchquote ber&uuml;cksichtigt wird. Deutschland habe auch nicht in Wahrnehmung des ihm aufgrund des Art.&nbsp;10 Abs.&nbsp;3 VO&nbsp;Nr.&nbsp;1788\/2003 vom Gerichtshof zugestandenen Wahlrechts die Ber&uuml;cksichtigung einer solchen bereits belieferten Milchquote bei der Saldierung festgelegt. In &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;4 der hier noch nicht anzuwendenden Neufassung der Milchabgabenverordnung (MilchAbgV 2007, BGBl I 2007, 295) sei dies deutlich herausgestellt worden. Es handele sich, wie die amtliche Begr&uuml;ndung zu dieser Verordnung (BRDrucks 935\/06) betone, um eine reine Klarstellung. Sie habe nur der schon zuvor bestehenden st&auml;ndigen Praxis der Landes- und Zollverwaltungen Rechnung getragen. Bei dem in &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 der hier noch anzuwendenden Milchabgabenverordnung (MilchAbgV 2004, BGBl I 2004, 2143) als Bezugsgr&ouml;&szlig;e der Saldierung verwendeten Begriff der &quot;Anlieferungs-Referenzmenge&quot; handele es sich um die &quot;verf&uuml;gbare Referenzmenge&quot; i.S. des Art.&nbsp;5 Buchst.&nbsp;k VO&nbsp;Nr.&nbsp;1788\/2003. Die Ber&uuml;cksichtigung auch des von dem fr&uuml;heren Betriebsinhaber belieferten Teils der Milchquote zugunsten des Kl&auml;gers f&uuml;hrte im &Uuml;brigen zu einer unerlaubten Besserstellung des Kl&auml;gers, welche der EuGH vermieden wissen wolle.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das HZA beantragt, das Urteil des FG aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt, die Revision des HZA zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Er tr&auml;gt im Wesentlichen vor, der EuGH habe nicht erkannt, dass die (angebliche) Bezugnahme des Art.&nbsp;10 Abs.&nbsp;3 VO&nbsp;Nr.&nbsp;1788\/2003 auf die in Art.&nbsp;5 Buchst.&nbsp;j VO&nbsp;Nr.&nbsp;1788\/2003 definierte einzelbetriebliche Referenzmenge auf einem Redaktionsversehen beruhe; in den Vorg&auml;nger-Verordnungen der Nr.&nbsp;1788\/2003 habe es noch keine Definition und keine strenge terminologische Unterscheidung zwischen Referenzmenge, einzelbetrieblicher Referenzmenge und verf&uuml;gbarer Referenzmenge gegeben. So sei z.B. in der italienischen Fassung der Saldierungsvorschrift in der Verordnung (EWG) Nr.&nbsp;3950\/92 des Rates vom 28.&nbsp;Dezember 1992 &uuml;ber die Erhebung einer Zusatzabgabe im Milchsektor von der verf&uuml;gbaren Referenzmenge als Saldierungsbezugsgr&ouml;&szlig;e gesprochen worden. Wenn die VO&nbsp;Nr.&nbsp;1788\/2003 nunmehr in einigen Sprachfassungen in diesem Zusammenhang von der &#8211;jetzt definierten&#8211; einzelbetrieblichen Referenzmenge spreche, sei dem Verordnungsgeber dabei offenbar die Rechtsfolge einer solchen Bezugnahme nicht bewusst und von ihm eine diesbez&uuml;gliche Rechts&auml;nderung nicht beabsichtigt gewesen. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dieses Versehen des Verordnungsgebers bei der Formulierung des Art.&nbsp;10 Abs.&nbsp;3 VO&nbsp;Nr.&nbsp;1788\/2003 sei auf der Ebene der Auslegung des nationalen Rechts zu korrigieren, um sonst eintretende Ungereimtheiten zu verhindern. &sect;&nbsp;14 MilchAbgV 2004 enthalte eine nationale Festlegung objektiver Kriterien im Sinne des Urteils des EuGH, und zwar dahin, dass die &Uuml;bertragung von Referenzmengen w&auml;hrend eines Milchwirtschaftsjahrs bei der Saldierung zu ber&uuml;cksichtigen sei. Die Vorschrift sei in Deutschland niemals so gehandhabt worden, dass entsprechend den Ausf&uuml;hrungen des EuGH zu der in Art.&nbsp;10 Abs.&nbsp;3 VO&nbsp;Nr.&nbsp;1788\/2003 selbst geregelten Saldierungsregel nur auf die einzelbetriebliche Referenzmenge abgestellt worden sei, die dem Erzeuger am 1.&nbsp;April des Zw&ouml;lfmonatszeitraums zugestanden habe. Das w&auml;re auch mit dem Gleichbehandlungsgrundsatz nicht vereinbar. Der fr&uuml;here Betriebsinhaber und der Kl&auml;ger h&auml;tten gemeinsam zu der &Uuml;berschreitung der f&uuml;r den Betrieb geltenden Quote beigetragen; jener habe n&auml;mlich in der ersten H&auml;lfte des Milchwirtschaftsjahrs bereits rund 57&nbsp;% der Quote beliefert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit dem Begriff der Anlieferungs-Referenzmenge nehme &sect;&nbsp;14 MilchAbgV 2004 im &Uuml;brigen nicht etwa auf die verf&uuml;gbare Referenzmenge i.S. des Unionsrechts Bezug, wie das HZA f&auml;lschlich meine; anderes anzunehmen scheide schon deshalb aus, weil es diesen Begriff bei Erlass der betreffenden Regelung mit der Zusatzabgabeverordnung noch gar nicht gegeben habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das beigetretene Bundesministerium der Finanzen hat sich zu der Entscheidung des EuGH nicht ge&auml;u&szlig;ert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des HZA ist unbegr&uuml;ndet (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das Urteil des FG entspricht im Ergebnis dem Bundesrecht, zu dem das Recht der Europ&auml;ischen Union geh&ouml;rt, das der erkennende Senat aufgrund der Vorabentscheidung des EuGH bei der von ihm zu treffenden Entscheidung so auszulegen und anzuwenden hat, wie sich das aus der Vorabentscheidung ergibt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Danach ist eine &quot;Neuzuweisung des ungenutzten Anteils der f&uuml;r Lieferungen zugewiesenen einzelstaatlichen Referenzmengen &#8230; proportional zu den Referenzmengen der einzelnen Erzeuger&quot; durchzuf&uuml;hren. Die ma&szlig;gebliche &quot;Referenzmenge des einzelnen Erzeugers&quot; sei dabei nicht die in Art.&nbsp;10 Abs.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;a VO&nbsp;Nr.&nbsp;1788\/2003 erw&auml;hnte verf&uuml;gbare Referenzmenge, die Art.&nbsp;5 Buchst.&nbsp;k VO&nbsp;Nr.&nbsp;1788\/2003 definiere, sondern die in Art.&nbsp;5 Buchst.&nbsp;j VO&nbsp;Nr.&nbsp;1788\/2003 definierte einzelbetriebliche Referenzmenge des Erzeugers am 1.&nbsp;April des betreffenden Zw&ouml;lfmonatszeitraums.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ver&auml;nderungen der Referenzmenge w&auml;hrend des Zw&ouml;lfmonatszeitraums durch &Uuml;bertragungen, &Uuml;berlassungen, Umwandlungen und zeitweilige Neuzuweisungen bestimmen nach vorgenannten Regelungen nur die verf&uuml;gbare Referenzmenge, nicht aber die &#8211;f&uuml;r die unionsrechtliche Saldierungsregel entscheidende&#8211; einzelbetriebliche Referenzmenge. Sie sind nach Ma&szlig;gabe der unmittelbar im Unionsrecht aufgestellten Regelung folglich bei einer Saldierung, d.h. der zeitweiligen Neuzuweisung anderweit nicht genutzter Referenzmengen, nicht zu ber&uuml;cksichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dementsprechend kann der Kl&auml;ger sein Begehren auf die VO&nbsp;Nr.&nbsp;1788\/2003 nicht st&uuml;tzen, weil ihm am 1.&nbsp;April des hier ma&szlig;geblichen Zw&ouml;lfmonatszeitraums 2004\/2005 eine einzelbetriebliche Referenzmenge noch nicht zustand.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der EuGH hat jedoch Art.&nbsp;10 Abs.&nbsp;3 VO&nbsp;Nr.&nbsp;1788\/2003 entnommen, die Mitgliedstaaten h&auml;tten die M&ouml;glichkeit, nach durch ihr eigenes Recht festgelegten objektiven Kriterien die Saldierung von &Uuml;berlieferungen und Unterlieferungen vorzunehmen. Mithin ist zu untersuchen, ob sich aus dem deutschen Recht, insbesondere dessen Regelungen betreffend die Milchabgabe (heute: Verordnung zur Durchf&uuml;hrung der EU-Milchquotenregelung &#8211;Milchquotenverordnung&#8211;, BGBl I 2011, 775) eine solche Festlegung vom unmittelbar anwendbaren Unionsrecht abweichender Saldierungsregeln ergibt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das ist der Fall. Danach schm&auml;lert die w&auml;hrend des betreffenden Zw&ouml;lfmonatszeitraums auf eine Quote vor ihrem &Uuml;bergang auf einen anderen Erzeuger gelieferte Milchmenge &#8211;anders als das HZA meint&#8211; den Saldierungsvorteil des Betriebs&uuml;bernehmers nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das ergibt sich aus folgenden &Uuml;berlegungen:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 MilchAbgV 2004 war bei der Saldierung von der &quot;Anlieferungs-Referenzmenge des &Uuml;berlieferers&quot; auszugehen. In &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 MilchAbgV 2004 wird der Begriff der (Anlieferungs-)Referenzmenge den Milchmengen gegen&uuml;bergestellt, die von dem Milcherzeuger (Inhaber der Anlieferungs-Referenzmenge) an K&auml;ufer geliefert worden sind; soweit diese Mengen die Referenzmenge &uuml;berschreiten, soll die Abgabe erhoben werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Vorschriften geben, auch in der Zusammenschau, keine Antwort auf die hier entscheidende Frage, ob bei der Anwendung der in &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 MilchAbgV 2004 normierten Saldierungsformel (Summe der Unterlieferungen [der Lieferanten einer Molkerei], multipliziert mit der Anlieferungs-Referenzmenge des &Uuml;berlieferers, geteilt durch die Summe der Anlieferungs-Referenzmengen der &Uuml;berlieferer [i.e. der Lieferanten der Molkerei]) eine w&auml;hrend des Milchwirtschaftsjahrs hinzuerworbene Referenzmenge zu ber&uuml;cksichtigen ist und ob sie auch dann zu ber&uuml;cksichtigen ist, wenn der fr&uuml;here Betriebsinhaber auf sie bereits Milch geliefert hat. Der Begriff der &quot;Anlieferungs-Referenzmenge&quot; besagt dazu schon deshalb nichts, weil, wie bereits ausgef&uuml;hrt, das Unionsrecht zweierlei Referenzmengen kennt: die sog. &quot;einzelbetriebliche Referenzmenge&quot; und die &quot;verf&uuml;gbare Referenzmenge&quot;, Begriffe, die allerdings bei Formulierung der deutschen Saldierungsregel im Unionsrecht noch nicht definiert waren, worauf die Revision mit Recht hinweist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Saldierungsformel bedarf daher f&uuml;r F&auml;lle der hier streitigen Art, n&auml;mlich des &Uuml;bergangs einer bereits teilweise von einem vormaligen Betriebsinhaber belieferten Milchquote, einer Auslegung und ggf. richterrechtlichen Erg&auml;nzung. Dabei ist ma&szlig;geblich zu ber&uuml;cksichtigen, dass die Handhabung der Saldierungsformel dem Sinn und Zweck der Zuteilung zus&auml;tzlicher, anderweit nicht ausgenutzter Milchquoten an &Uuml;berlieferer hinreichend Rechnung tragen und Milcherzeuger in gleicher Lage an der Verteilung der Saldierungsmenge in gleichem Umfang beteiligen muss.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Praxis der deutschen Verwaltung, in der sich die Regelungsabsicht des Verordnungsgebers spiegeln d&uuml;rfte, spricht zun&auml;chst f&uuml;r den Rechtsstandpunkt des HZA, dass im Fall eines &Uuml;bergangs der Quote in dem betreffenden Milchwirtschaftsjahr dieselbe nicht ohne Weiteres Bezugsgr&ouml;&szlig;e der Saldierung sein k&ouml;nne. Diese Praxis bestand nach dem unwidersprochenen Vortrag der Revision, dessen Richtigkeit durch den Ablauf dieses Verfahrens best&auml;tigt und auch aus der Begr&uuml;ndung der MilchAbgV 2007 (BGBl I 2007, 295; BRDrucks 935\/06, 49) erkennbar wird, offenbar darin, bei der Bestimmung der im Rahmen der Saldierung anzusetzenden Milchquote des &Uuml;berlieferers eine w&auml;hrend des Zw&ouml;lfmonatszeitraums (ggf. hinzu-)erworbene Quote nur insoweit zu ber&uuml;cksichtigen, als der vorherige Betriebsinhaber sie vor dem &Uuml;bergang noch nicht beliefert und damit insofern das in der Quote verk&ouml;rperte Milchlieferungsrecht f&uuml;r das betreffende Milchwirtschaftsjahr verbraucht hatte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die in der MilchAbgV 2004 getroffene Regelung h&auml;tte allerdings, legte man diese Verwaltungspraxis als f&uuml;r die Auslegung der Saldierungsformel ma&szlig;geblich zugrunde, einen Inhalt, der von der unionsrechtlichen Verteilungsregelung abweicht und einen im Unionsrecht unbekannten Begriff der Referenzmenge verwendet (Anlieferungs-Referenzmenge des &Uuml;berlieferers in diesem Sinne ist weder die einzelbetriebliche Referenzmenge i.S. des Art.&nbsp;5 Buchst.&nbsp;j VO&nbsp;Nr.&nbsp;1788\/2003 noch die verf&uuml;gbare Referenzmenge i.S. des Art.&nbsp;5 Buchst.&nbsp;k VO&nbsp;Nr.&nbsp;1788\/2003 und das Unionsrecht kennt keine Referenzmenge, die sich unter Ber&uuml;cksichtigung tats&auml;chlicher Milchlieferungen in einem bestimmten Milchwirtschaftsjahr ergibt. Zudem ginge die Verteilungsregel, so verstanden, von einem im Grundsatz kontr&auml;ren Verteilungsprinzip aus. Sie ber&uuml;cksichtigte Ver&auml;nderungen der Quote im laufenden Milchwirtschaftsjahr entgegen Satz&nbsp;2 des ersten Entscheidungssatzes der Vorabentscheidung grunds&auml;tzlich zugunsten des Abgabeschuldners. Anders als im &quot;Normalfall&quot;, in dem sich die Quote w&auml;hrend des Zw&ouml;lfmonatszeitraums nicht ver&auml;ndert, wirkte sich bei diesem Verst&auml;ndnis der Umfang der Milchlieferungen auf die Gr&ouml;&szlig;e des Saldierungsvorteils aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die MilchAbgV 2004 verweist also nicht schlicht auf eine im Unionsrecht enthaltene Saldierungsregel, sondern legt selbst objektive Kriterien fest, wie &Uuml;berlieferungen und Unterlieferungen zu saldieren sind. Andernfalls w&auml;re &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 MilchAbgV 2004 von vornherein &uuml;berfl&uuml;ssig gewesen. Zwar ist zweifelhaft, ob der Verordnungsgeber bewusst eine im Grundsatz vom Unionsrecht abweichende Regel aufgestellt hat. Denn soweit ersichtlich, ist erstmals der EuGH in Auslegung des Unionsrechts zu dem Schluss gelangt, die unionsrechtliche Saldierungsregelung ber&uuml;cksichtige Quoten&uuml;bertragungen in dem Milchwirtschaftsjahr nicht, was sich nach dem Text namentlich der deutschen Fassung der VO&nbsp;Nr.&nbsp;1788\/2003 nicht ohne Weiteres erschlie&szlig;t. Selbst wenn deshalb davon auszugehen sein sollte, &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 MilchAbgV 2004 verstehe sich lediglich als authentische Interpretation des Unionsrechts, &auml;nderte dies aber nichts daran, dass nach dem Willen des Verordnungsgebers in Deutschland offenbar der &Uuml;bergang einer Quote oder eines Teils derselben bei der Saldierung ber&uuml;cksichtigt werden sollte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Allerdings hat diese Regelungsabsicht des Verordnungsgebers in der Fassung der Vorschriften der MilchAbgV 2004 ebenso wenig einen hinreichend deutlichen Niederschlag gefunden wie die von der Verwaltung praktizierte Ber&uuml;cksichtigung nur der vom vormaligen Betriebsinhaber noch nicht belieferten Quote. In der MilchAbgV 2004 ist nicht geregelt, welche Quote dem Betriebs&uuml;bernehmer im Jahr des Hinzuerwerbs einer Quote zusteht und mit welcher Quote er in diesem Jahr ggf. an einem Saldierungsverfahren teilnimmt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Die bisherige Verwaltungspraxis beruht nach Auffassung des Senats auf einem unzutreffenden Verst&auml;ndnis der Bedeutung der Referenzmenge und der unzutreffenden Annahme, eine solche k&ouml;nne nicht auf einen anderen &uuml;bergehen, wenn sie bereits beliefert worden ist. Sie f&uuml;hrt vor allem zu einem dem Sinn des Saldierungsverfahrens widersprechenden Ergebnis. Wenn das HZA bei &Uuml;bergang einer (ggf. zus&auml;tzlichen) Quote w&auml;hrend eines Milchwirtschaftsjahrs als bei der Saldierung ber&uuml;cksichtigungsf&auml;hige &quot;Anlieferungs-Referenzmenge des &Uuml;berlieferers&quot; nur den Teil der &uuml;bergegangenen Quote ber&uuml;cksichtigt wissen will, den der vormalige Betriebsinhaber noch nicht selbst beliefert hat, wird dies vielmehr der Systematik des Milchabgaberechts nicht gerecht. Dazu bemerkt der erkennende Senat Folgendes:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Referenzmenge ist ein Wert, der nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des Senats (vgl. schon Urteil vom 28.&nbsp;Oktober 1986 VII&nbsp;R&nbsp;41\/86, BFHE 148, 84, ZfZ 1987, 52) und der Praxis der Verwaltung durch einen Grundlagenbescheid festgesetzt wird, bzw. es wird die Festsetzung durch eine Anmeldung der Molkerei bewirkt (vgl. nur &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 MilchAbgV 2004). Die Referenzmenge ist also kein Wert, der erst bei der Abgabenberechnung und &#8211;festsetzung nach Ma&szlig;gabe der tats&auml;chlichen Gegebenheiten des Einzelfalls zu ermitteln w&auml;re. Auch in den &Uuml;bertragungsf&auml;llen existieren dementsprechend nicht mehrere solche Grundlagenbescheide, n&auml;mlich &uuml;ber die Referenzmengen des vormaligen und des sp&auml;teren Betriebsinhabers sowie desselben nach der Betriebs&uuml;bernahme (bei welcher Festsetzung der belieferte Teil der zuerst genannten Quote nicht mitgerechnet w&uuml;rde). Vielmehr wird die vom vormaligen Betriebsinhaber gelieferte Milchmenge im Rahmen der Abgabenberechnung f&uuml;r den &Uuml;bernehmer ber&uuml;cksichtigt und ist f&uuml;r die H&ouml;he der Referenzmenge ohne Bedeutung. Es ergeht ein dritter Bescheid &uuml;ber die Referenzmenge des &Uuml;bernehmers, welche ihm im dem Jahr der &Uuml;bernahme nachfolgenden Milchwirtschaftsjahr zusteht und f&uuml;r welche die Liefermengen des vormaligen Betriebsinhabers keine Bedeutung haben k&ouml;nnen. Dass der Betriebs&uuml;bernehmer auf seine Quote nur insoweit Milch abgabefrei liefern kann wie nicht ein anderer (der vormalige Betriebsinhaber) auf sie in demselben Milchwirtschaftsjahr Milch geliefert hat, ist nicht die Rechtsfolge eines eingeschr&auml;nkten &Uuml;bergangs der Quote bzw. einer Aufspaltung der zun&auml;chst einheitlichen Quote. Dies ergibt sich vielmehr aus der Rechtsnatur der Quote als des Rechts zu einer abgabefreien Milchlieferung in einem Milchwirtschaftsjahr, welches verbraucht ist, wenn es in Anspruch genommen worden ist. Durch die Belieferung einer Quote f&auml;llt dieselbe also nicht weg (so dass sie nicht mehr auf den Erwerber &uuml;bergehen k&ouml;nnte, wenn sie bereits beliefert worden ist) und es ist anl&auml;sslich des &Uuml;bergangs keine neue, entsprechend kleinere Quote zu bilden, wenn auch die Quote als das abstrakte Lieferrecht in demselben Milchwirtschaftsjahr nicht ein zweites Mal &quot;genutzt&quot; werden kann, sondern insoweit verbraucht ist. Diese Zusammenh&auml;nge hat der erkennende Senat im &Uuml;brigen bereits in seinem Beschluss vom 31.&nbsp;M&auml;rz 2009 erl&auml;utert, auf den zur Vermeidung von Wiederholungen verwiesen wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;4 MilchAbgV i.d.F. von 2007 (BGBl I 2007, 295), wonach eine Quote nur insoweit &uuml;bergehen kann als sie nicht beliefert ist (die belieferte Menge &quot;gelte&quot; als erst f&uuml;r den folgenden Zw&ouml;lfmonatszeitraum &uuml;bertragen), ist im Streitfall noch nicht anzuwenden und betrifft im &Uuml;brigen nicht das Saldierungsverfahren, sondern die von diesem zu unterscheidende Abgabenberechnung anhand des &sect;&nbsp;7 Nr.&nbsp;1 MilchAbgV 2007.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ee) Eine konsequente Umsetzung der Grundentscheidung, &uuml;bergegangene Quoten bei der Saldierung zu ber&uuml;cksichtigen, bietet keinen Anlass, vom vormaligen Betriebsinhaber gelieferte Milchmengen zu ermitteln und in dem ihnen entsprechenden Umfang die Quote f&uuml;r Zwecke der Saldierung zu k&uuml;rzen. Eine solche Saldierungspraxis w&uuml;rde die Beteiligung an der Saldierungsmasse (Summe der Unterlieferungen) nicht von der Betriebsgr&ouml;&szlig;e, die sich in der Gr&ouml;&szlig;e der Milchquote spiegelt, sondern davon abh&auml;ngig machen, ob die Quote in dem Milchwirtschaftsjahr fr&uuml;her oder sp&auml;ter &uuml;bergegangen ist und ob der vormalige Betriebsinhaber das in ihr verk&ouml;rperte Milchlieferrecht gleichsam &uuml;ber Geb&uuml;hr ausgeschlachtet oder nur entsprechend der ihm zur Verf&uuml;gung stehenden Nutzungszeit oder sogar unterproportional in Anspruch genommen hat. Es erschlie&szlig;t sich jedoch nicht, warum etwa ein Milcherzeuger, der sp&auml;t im Wirtschaftsjahr einen Betrieb nach Aussch&ouml;pfung der Quote desselben &uuml;bernommen und in der ihm verbleibenden Zeit die &uuml;bergegangene Quote (aufgrund der weiteren Nutzung der &uuml;bernommenen Betriebsmittel, insbesondere des Milchviehs, dessen Milch er notgedrungen verwerten muss) &uuml;berliefert hat, vor einer Milchabgabezahlung im Wege der Teilnahme am Saldierungsverfahren (vorbehaltlich ausreichender Saldierungsmasse) nicht bewahrt werden soll, w&auml;hrend er davor bewahrt w&uuml;rde, wenn er den Betrieb vom Anfang des Milchwirtschaftsjahrs an bewirtschaftet h&auml;tte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Abgabenberechnung im Streitfall hat diesen Grunds&auml;tzen nicht Rechnung getragen und ist daher rechtswidrig. Es ist nichts daf&uuml;r vorgetragen oder sonst ersichtlich, dass die Ber&uuml;cksichtigung der gesamten &uuml;bergegangenen Quote im Streitfall entsprechend dem vom EuGH im letzten Satz des dritten Entscheidungssatzes formulierten Vorbehalt ausscheiden m&uuml;sste, ganz abgesehen davon, dass es an einer rechtsstaatlichen Anforderungen gen&uuml;genden Grundlage daf&uuml;r fehlen d&uuml;rfte, dem Kl&auml;ger die Beteiligung an der Saldierung nach Ma&szlig;gabe der ungeschm&auml;lerten, &uuml;bergegangenen Quote &#8211;etwa in der Besorgnis eines Missbrauchs des Saldierungsverfahrens&#8211; zu versagen. Es bedarf in diesem Verfahren keiner Er&ouml;rterung, ob z.B. dann anders zu entscheiden w&auml;re, wenn eine bereits v&ouml;llig oder weitgehend belieferte Quote &uuml;bergegangen ist und alsbald nach Beginn des neuen Milchwirtschaftsjahrs an den fr&uuml;heren Inhaber oder einen Dritten zur&uuml;ckf&auml;llt, so dass offensichtlich ist, dass die Quote nur zu dem Zweck &uuml;bertragen wurde, einen gr&ouml;&szlig;eren Saldierungsvorteil zu erlangen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. An diesem Ergebnis der rechtlichen W&uuml;rdigung vermag die dem Kl&auml;ger von der Landwirtschaftsbeh&ouml;rde erteilte Bescheinigung &uuml;ber den &Uuml;bergang der Referenzmenge nichts zu &auml;ndern (die im &Uuml;brigen eher auf dem vom erkennenden Senat f&uuml;r richtig gehaltenen Verst&auml;ndnis der Quote zu beruhen scheint). Diese Bescheinigung ist zwar ein f&uuml;r das HZA verbindlicher Grundlagenbescheid, soweit sie feststellt, welche Milchquote dem fr&uuml;heren Betriebsinhaber zugestanden hat und folglich in dem Sinne auf den Kl&auml;ger &uuml;bergegangen ist, dass er sie jeweils in einem (insbesondere einem k&uuml;nftigen) Zw&ouml;lfmonatszeitraum beliefern kann. Sie beziffert also die &uuml;bergegangene Milchquote. Wie gegebenenfalls eine Saldierung vorzunehmen ist und welche Bezugsgr&ouml;&szlig;en dabei anzusetzen sind, regelt die Bescheinigung indes nicht und hier&uuml;ber hatte die Landwirtschaftsbeh&ouml;rde als eine Frage der Abgabenerhebung auch nicht zu entscheiden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der im Streitfall ergangene &Uuml;bertragungsbescheid ist zudem schon seinem Wortlaut nach auslegungsbed&uuml;rftig. Der unter Nr.&nbsp;7 der Bescheinigung enthaltene Hinweis, die Molkerei werde mitteilen, welche Referenzmenge dem Betriebs&uuml;bernehmer im &Uuml;bertragungsjahr unter Ber&uuml;cksichtigung der vom abgebenden Betriebsinhaber schon gelieferten Milchmengen noch verbleibe, kann bei hinreichender Beachtung allgemeiner Regeln nicht dahin ausgelegt werden, die Landwirtschaftsbeh&ouml;rde habe entschieden, dass der Kl&auml;ger mit einer um die vor der &Uuml;bertragung gelieferten Milchmengen gek&uuml;rzten Referenzmenge an der Saldierung beteiligt werden solle. Das hat bereits das FG insoweit im Ergebnis zutreffend erkannt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Da das Urteil des FG, das von einem anderen Verst&auml;ndnis der Saldierungsvorschriften und auch der Regelungswirkung der Bescheinigung der Landwirtschaftsbeh&ouml;rde ausgegangen ist, zwar Bundesrecht verletzt (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;1 FGO), im Ergebnis aber richtig ist (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;4 FGO), muss die Revision des HZA erfolglos bleiben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.5.2012, VII R 24\/08 Inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 22.5.2012 VII R 23\/08 &#8211; Voller Saldierungsvorteil bei Betriebs&uuml;bergang im Milchwirtschaftsjahr Tatbestand 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) ist Milcherzeuger und hat in dem Milchwirtschaftsjahr 2004\/2005 (Zw&ouml;lfmonatszeitraum) die von ihm erzeugte Milch an eine Molkerei verkauft. Der Kl&auml;ger hatte den Betrieb erst w&auml;hrend &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-24-08-inhaltsgleich-mit-bfh-urteil-vom-2252012-vii-r-23-08-voller-saldierungsvorteil-bei-betriebsuebergang-im-milchwirtschaftsjahr\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VII&nbsp;R&nbsp;24\/08 &#8211; Inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 22.5.2012 VII R 23\/08 &#8211; Voller Saldierungsvorteil bei Betriebs&uuml;bergang im Milchwirtschaftsjahr<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-5852","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5852","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5852"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5852\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5852"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5852"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5852"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}