{"id":58696,"date":"2013-09-04T16:39:54","date_gmt":"2013-09-04T14:39:54","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=58696"},"modified":"2013-09-04T16:39:54","modified_gmt":"2013-09-04T14:39:54","slug":"iv-r-21-10-notwendige-beiladung-eines-gesellschafters-bei-streit-um-veraeusserungsgewinn-klagebefugnis-einzelner-gesellschafter-nach-vollbeendigung-der-personengesellschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-21-10-notwendige-beiladung-eines-gesellschafters-bei-streit-um-veraeusserungsgewinn-klagebefugnis-einzelner-gesellschafter-nach-vollbeendigung-der-personengesellschaft\/","title":{"rendered":"IV&nbsp;R&nbsp;21\/10 &#8211; Notwendige Beiladung eines Gesellschafters bei Streit um Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn &#8211; Klagebefugnis einzelner Gesellschafter nach Vollbeendigung der Personengesellschaft"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 16.5.2013, IV R 21\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Notwendige Beiladung eines Gesellschafters bei Streit um Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn &#8211; Klagebefugnis einzelner Gesellschafter nach Vollbeendigung der Personengesellschaft<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist Rechtsnachfolgerin der A-KG. An dieser Gesellschaft waren die B-GmbH mit 49&nbsp;%, die C-OHG mit 20&nbsp;%, die D-GmbH (sp&auml;ter E-GmbH) mit 18&nbsp;%, die F-GmbH mit 10&nbsp;% und die G-GmbH mit 3&nbsp;% beteiligt. Ausweislich der Einspruchsentscheidung ist die Kl&auml;gerin mit Wirkung zum 1.&nbsp;Januar 2005 auf die H-GmbH &#038;&nbsp;Co. KG angewachsen und diese ihrerseits auf die I-GmbH &#038; Co. KG, wohl auch mit Wirkung zum 1.&nbsp;Januar 2005, verschmolzen worden. Weitere Verschmelzungen sollen sich angeschlossen haben. Entsprechende Feststellungen des Finanzgerichts (FG) fehlen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit notariellem Vertrag vom 30.&nbsp;November 1999 verkaufte und &uuml;bertrug die C-OHG ihre Beteiligung an der A-KG mit sofortiger Wirkung an die B-GmbH zu einem Kaufpreis in H&ouml;he von &#8230; DM. Der &uuml;ber das Kapitalkonto hinausgehende Betrag wurde in der steuerlichen Erg&auml;nzungsbilanz der B-GmbH ausgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Kauf- und Abtretungsvertr&auml;gen vom 5.&nbsp;Januar 2000 mit &quot;wirtschaftlicher&quot; Wirkung zum 1.&nbsp;Januar 2000 verkaufte und &uuml;bertrug die B-GmbH 13,4&nbsp;% des Kommanditkapitals an der A-KG an die D-GmbH zu einem Kaufpreis von &#8230; DM und 2,6&nbsp;% des Kommanditkapitals an der A-KG an die F-GmbH zu einem Kaufpreis von &#8230; DM.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei der Ermittlung der im Streitjahr (2000) entstandenen Ver&auml;u&szlig;erungsgewinne der B-GmbH aus den vorgenannten Ver&auml;u&szlig;erungen legte die Kl&auml;gerin ausschlie&szlig;lich die Anschaffungskosten zu Grunde, die die B-GmbH im Jahre 1999 f&uuml;r den von der C-OHG erworbenen Kommanditanteil aufgewandt hatte. Dies f&uuml;hrte im Ergebnis zu einem Ver&auml;u&szlig;erungsverlust bei der B-GmbH.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem folgte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) zun&auml;chst und erlie&szlig; einen Bescheid f&uuml;r 2000 &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen (im Weiteren: Gewinnfeststellungsbescheid), in dem er einen Ver&auml;u&szlig;erungsverlust in H&ouml;he von &#8230; DM feststellte und diesen der B-GmbH zurechnete.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach einer Betriebspr&uuml;fung (BP) &auml;nderte das FA seine Rechtsauffassung bez&uuml;glich der Berechnung des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns. Es stellte nunmehr dem Ver&auml;u&szlig;erungspreis den Buchwert der Kommanditanteile gegen&uuml;ber, den es unter Heranziehung der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; (Urteil vom 13.&nbsp;Februar 1997 IV&nbsp;R&nbsp;15\/96, BFHE 183, 39, BStBl II 1997, 535) im Wege der Durchschnittsbewertung ermittelte. Dies f&uuml;hrte zu einem der B-GmbH zuzurechnenden Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn in H&ouml;he von &#8230; DM. Gleichzeitig erh&ouml;hte sich das Abschreibungsvolumen in der Erg&auml;nzungsbilanz der B-GmbH, was zu einer entsprechenden Gewinnminderung f&uuml;hrte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entsprechend dieser Rechtsauffassung erlie&szlig; das FA am 11.&nbsp;Februar 2005 einen an die Kl&auml;gerin gerichteten ge&auml;nderten Gewinnfeststellungsbescheid. In diesem stellte es nunmehr f&uuml;r die B-GmbH Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb in H&ouml;he von &#8230; DM fest. Diese setzten sich zusammen (w&ouml;rtlich zitiert) &quot;aus Betriebseinnahmen\/Gewinn aus Gesamthandsbilanz&quot; in H&ouml;he von .\/. &#8230; DM und &quot;Eink&uuml;nfte(n) aus Erg&auml;nzungsbilanzen&quot; in H&ouml;he von &#8230; DM. Letztere setzen sich ausweislich des BP-Berichts wiederum zusammen aus einem Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn in H&ouml;he von &#8230; DM abz&uuml;glich der Absetzung f&uuml;r Abnutzung (AfA) der in der Erg&auml;nzungsbilanz der B-GmbH aktivierten Wirtschaftsg&uuml;ter in H&ouml;he von &#8230; DM.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Den dagegen namens der Kl&auml;gerin eingelegten Einspruch wies das FA mit Einspruchsentscheidung vom 11.&nbsp;September 2007, gerichtet an die Kl&auml;gerin, als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die namens der Kl&auml;gerin erhobene Klage, mit der sich diese weiterhin gegen die H&ouml;he des von dem FA ermittelten Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns wendete, wies das FG als unbegr&uuml;ndet ab. Zur Begr&uuml;ndung wird auf die in den Entscheidungen der Finanzgerichte 2011, 622 ver&ouml;ffentlichen Urteilsgr&uuml;nde Bezug genommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der vorliegenden Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin die Verletzung des materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt (sinngem&auml;&szlig;),<br \/>die Vorentscheidung und den Gewinnfeststellungsbescheid vom 11.&nbsp;Februar 2005 in der Gestalt der Einspruchsentscheidung aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt (sinngem&auml;&szlig;),<br \/>&nbsp;die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Das vorinstanzliche Urteil ist bereits aus verfahrensrechtlichen Gr&uuml;nden aufzuheben und die Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG zur&uuml;ckzuverweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat es verfahrensfehlerhaft unterlassen, die B-GmbH zum Klageverfahren notwendig beizuladen (&sect;&nbsp;60 Abs.&nbsp;3 i.V.m. &sect;&nbsp;48 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;60 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 FGO sind Dritte beizuladen (notwendige Beiladung), wenn sie an dem streitigen Rechtsverh&auml;ltnis derart beteiligt sind, dass die Entscheidung auch ihnen gegen&uuml;ber nur einheitlich ergehen kann. Dies gilt nicht f&uuml;r Mitberechtigte, die nach &sect;&nbsp;48 FGO nicht klagebefugt sind (&sect;&nbsp;60 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Vorliegend ist die H&ouml;he des Gewinns streitig, den die B-GmbH aus der Ver&auml;u&szlig;erung von 13,4&nbsp;% des Kommanditkapitals an der A-KG an die D-GmbH und 2,6&nbsp;% des Kommanditkapitals an der A-KG an die F-GmbH erzielt hat. Die Ermittlung und die Feststellung der H&ouml;he des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns betrifft die B-GmbH in eigenen Rechten i.S. von &sect;&nbsp;40 Abs.&nbsp;2 FGO und geht sie deshalb auch &quot;pers&ouml;nlich&quot; i.S. des &sect;&nbsp;48 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 FGO an. Der B-GmbH steht daher eine eigene Klagebefugnis zu. Da die B-GmbH nicht selbst Klage erhoben hat, war sie notwendig beizuladen (&sect;&nbsp;60 Abs.&nbsp;3 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das Unterlassen der notwendigen Beiladung durch das FG begr&uuml;ndet einen Versto&szlig; gegen die Grundordnung des Verfahrens, der vom Revisionsgericht von Amts wegen zu pr&uuml;fen ist und deren Einhaltung nicht der Disposition der Beteiligten unterliegt (BFH-Urteile vom 23.&nbsp;April 2009 IV&nbsp;R&nbsp;24\/08, BFH\/NV 2009, 1427, und vom 9.&nbsp;Februar 2011 IV&nbsp;R&nbsp;37\/08, BFH\/NV 2011, 1120). Wenngleich dieser Verfahrensfehler nach &sect;&nbsp;123 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 FGO im Revisionsverfahren geheilt werden kann, &uuml;bt der Senat das ihm insoweit zustehende Ermessen (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 15.&nbsp;April 2010 IV&nbsp;R&nbsp;9\/08, BFHE 229, 42, BStBl II 2010, 929; vom 20.&nbsp;Mai 2010 IV&nbsp;R&nbsp;74\/07, BFHE 229, 71, BStBl II 2010, 1104) dahin aus, dass er die Sache an die Vorinstanz zur&uuml;ckverweist und dieser die Nachholung der unterbliebenen Beiladung &uuml;bertr&auml;gt. Daf&uuml;r spricht, dass der Zweck einer Beiladung im Revisionsverfahren, eine Zur&uuml;ckverweisung der Sache an die Vorinstanz aus Gr&uuml;nden der Verfahrens&ouml;konomie und der Verfahrensbeschleunigung zu vermeiden (vgl. BFH-Beschluss vom 18.&nbsp;Dezember 2002 I&nbsp;R&nbsp;12\/02, BFH\/NV 2003, 636, m.w.N.), im Streitfall nicht erreicht werden kann. Denn das angefochtene Urteil ist auch aus anderen Gr&uuml;nden aufzuheben und die Sache an das FG zur&uuml;ckzuverweisen. Der Senat kann n&auml;mlich aufgrund der bisherigen Feststellungen des FG nicht zuverl&auml;ssig beurteilen, ob die Kl&auml;gerin im Zeitpunkt der Klageerhebung &uuml;berhaupt noch klagebefugt war (dazu unter c). Sollte es an der Klagebefugnis der Kl&auml;gerin fehlen, w&auml;re die Klage bereits unzul&auml;ssig und das FG h&auml;tte zu Unrecht ein Sachurteil statt eines Prozessurteils erlassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;48 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Alternative&nbsp;1 FGO ist eine Personengesellschaft befugt, als Prozessstandschafterin f&uuml;r ihre Gesellschafter und ihrerseits vertreten durch ihre(n) Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer Klage gegen den Gewinnfeststellungsbescheid zu erheben, der sich inhaltlich nicht an die Gesellschaft, sondern an die Gesellschafter als Subjekte der Einkommensteuer richtet. Daneben k&ouml;nnen einzelne Gesellschafter unter den Voraussetzungen des &sect;&nbsp;48 Abs.&nbsp;1 Nrn.&nbsp;3 bis 5 FGO klagebefugt sein (BFH-Urteil vom 29.&nbsp;M&auml;rz 2012 IV&nbsp;R&nbsp;18\/08, BFH\/NV 2012, 1095, m.w.N.). Erlischt eine Personengesellschaft durch Vollbeendigung, kann nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH ein Gewinnfeststellungsbescheid indes nur noch von den fr&uuml;heren Gesellschaftern angefochten werden, deren Mitgliedschaft die Zeit ber&uuml;hrt, auf die sich der anzufechtende Gewinnfeststellungsbescheid bezieht. Die Befugnis der Personengesellschaft, in Prozessstandschaft f&uuml;r ihre Gesellschafter Rechtsbehelfe gegen die Gewinnfeststellungsbescheide einzulegen, ist mit deren Vollbeendigung daher erloschen (BFH-Urteile vom 23.&nbsp;April 2009 IV&nbsp;R&nbsp;87\/05, BFH\/NV 2009, 1650; vom 27.&nbsp;Juli 2005 II&nbsp;R&nbsp;35\/04, BFH\/NV 2006, 18; vom 22.&nbsp;September 2011 IV&nbsp;R&nbsp;42\/09, BFH\/NV 2012, 236, und vom 30.&nbsp;August 2012 IV&nbsp;R&nbsp;44\/10, BFH\/NV 2013, 376, jeweils m.w.N.). Insoweit lebt die bis zum Zeitpunkt der Vollbeendigung &uuml;berlagerte Klagebefugnis der einzelnen Gesellschafter wieder auf. Diese Rechtsprechung gilt gleicherma&szlig;en f&uuml;r die insoweit wortgleiche Regelung des &sect;&nbsp;352 der Abgabenordnung zur Einspruchsbefugnis bei der einheitlichen Feststellung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Ausweislich der Einspruchsentscheidung ist die Kl&auml;gerin (so w&ouml;rtlich) mit Wirkung zum 1.&nbsp;Januar 2005 auf die H-GmbH &#038; Co. KG angewachsen und diese ihrerseits auf die I-GmbH &#038; Co. KG (wohl auch mit Wirkung) zum 1.&nbsp;Januar 2005 verschmolzen worden. Weitere Verschmelzungen sollen sich angeschlossen haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Ausgehend von diesem Sachverhalt d&uuml;rfte die Kl&auml;gerin bereits bei Erlass des hier streitigen ge&auml;nderten Gewinnfeststellungsbescheids vom 11.&nbsp;Februar 2005 und damit auch im Zeitpunkt der Einspruchseinlegung sowie der Klageerhebung vollbeendet gewesen sein. Die Kl&auml;gerin w&auml;re, deren Vollbeendigung unterstellt, im Streitfall daher weder einspruchs- noch klagebefugt gewesen. Das FG wird diesem Sachverhaltsvorbringen des FA im zweiten Rechtsgang nachzugehen haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nur erg&auml;nzend und ohne Bindungswirkung weist der Senat darauf hin, dass das FG im zweiten Rechtsgang, sofern es die Vollbeendigung der Kl&auml;gerin bereits bei Erlass des hier streitigen ge&auml;nderten Gewinnfeststellungsbescheids bejaht, zu pr&uuml;fen haben wird, ob der Gewinnfeststellungsbescheid sowie die Einspruchsentscheidung dem richtigen Inhalts- und\/oder Bekanntgabeadressaten bekanntgegeben worden sind (vgl. u.a. BFH-Urteile vom 20.&nbsp;Juni 1989 VIII&nbsp;R&nbsp;366\/83, BFH\/NV 1990, 208; vom 28.&nbsp;M&auml;rz 2000 VIII&nbsp;R&nbsp;6\/99, BFH\/NV 2000, 1074, und in BFH\/NV 2009, 1650). Ebenfalls wird es dann der Frage nachzugehen haben, ob die namens der vollbeendeten Kl&auml;gerin erhobene Klage in eine solche eines oder mehrerer (ehemaliger) Gesellschafter umgedeutet werden kann (vgl. u.a. BFH-Urteil in BFH\/NV 2009, 1650). Zudem wird das FG, sofern es die Zul&auml;ssigkeit der Klage bejahen sollte, den angefochtenen Gewinnfeststellungsbescheid vom 11.&nbsp;Februar 2005 auch hinsichtlich seines tats&auml;chlichen Regelungsgehalts rechtlich zu w&uuml;rdigen haben. Denn anders als der erste Gewinnfeststellungsbescheid enth&auml;lt der angefochtene Gewinnfeststellungsbescheid keinen Ausspruch bez&uuml;glich der Feststellung eines Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns. Schlie&szlig;lich wird das FG im Hinblick auf seine sich aus &sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;2 FGO ergebende Verpflichtung, auf die Stellung sachdienlicher Antr&auml;ge hinzuwirken, das genaue Klagebegehren der Kl&auml;gerin zu ermitteln haben. Da die von der Kl&auml;gerin begehrte Feststellung eines niedrigeren Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns (bzw. eines Ver&auml;u&szlig;erungsverlusts) zu einem niedrigeren Ansatz der in der Erg&auml;nzungsbilanz aufgestockten Wirtschaftsg&uuml;ter und damit zu einer niedrigeren AfA f&uuml;hrt, w&auml;re zu pr&uuml;fen, inwieweit von diesem Klagebegehren (zwangsl&auml;ufig) eine entsprechende Erh&ouml;hung des laufenden Gewinns umfasst ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 16.5.2013, IV R 21\/10 Notwendige Beiladung eines Gesellschafters bei Streit um Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn &#8211; Klagebefugnis einzelner Gesellschafter nach Vollbeendigung der Personengesellschaft Tatbestand 1&nbsp; I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist Rechtsnachfolgerin der A-KG. An dieser Gesellschaft waren die B-GmbH mit 49&nbsp;%, die C-OHG mit 20&nbsp;%, die D-GmbH (sp&auml;ter E-GmbH) mit 18&nbsp;%, die F-GmbH &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-21-10-notwendige-beiladung-eines-gesellschafters-bei-streit-um-veraeusserungsgewinn-klagebefugnis-einzelner-gesellschafter-nach-vollbeendigung-der-personengesellschaft\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IV&nbsp;R&nbsp;21\/10 &#8211; Notwendige Beiladung eines Gesellschafters bei Streit um Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn &#8211; Klagebefugnis einzelner Gesellschafter nach Vollbeendigung der Personengesellschaft<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-58696","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/58696","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=58696"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/58696\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=58696"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=58696"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=58696"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}