{"id":58699,"date":"2013-09-04T16:39:48","date_gmt":"2013-09-04T14:39:48","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=58699"},"modified":"2013-09-04T16:39:49","modified_gmt":"2013-09-04T14:39:49","slug":"viii-r-24-09-verfassungsmaessigkeit-der-erfassung-der-pkw-nutzung-fuer-familienheimfahrten-von-selbstaendigen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-24-09-verfassungsmaessigkeit-der-erfassung-der-pkw-nutzung-fuer-familienheimfahrten-von-selbstaendigen\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;R&nbsp;24\/09 &#8211; Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der Erfassung der PKW-Nutzung f&uuml;r Familienheimfahrten von Selbst&auml;ndigen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 19.6.2013, VIII R 24\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der Erfassung der PKW-Nutzung f&uuml;r Familienheimfahrten von Selbst&auml;ndigen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Der allgemeine Gleichheitssatz gebietet es nicht, entgegen dem Wortlaut des &sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6 EStG den Vorteil aus der Nutzung eines betrieblichen PKW f&uuml;r Familienheimfahrten im Rahmen einer doppelten Haushaltsf&uuml;hrung eines selbst&auml;ndig T&auml;tigen au&szlig;er Ansatz zu lassen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist zwischen den Beteiligten nur noch, ob eine Ungleichbehandlung zwischen Arbeitnehmern und Unternehmern bei der steuerlichen Erfassung des Vorteils einer Fahrzeug&uuml;berlassung f&uuml;r Familienheimfahrten gerechtfertigt ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist eine Partnerschaftsgesellschaft, an der zwei Rechtsanw&auml;lte beteiligt sind. Der Partner S lebte urspr&uuml;nglich in X. Seit 1992 ist er in Y als Rechtsanwalt t&auml;tig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In den Streitjahren (2001 bis 2004) unterhielt S in X eine Wohnung. Seine drei Kinder lebten in dieser Zeit ebenfalls in X. In Y wohnte er in einer von ihm erworbenen 80&nbsp;qm gro&szlig;en Eigentumswohnung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>S durfte zwei Kfz der Kl&auml;gerin in den Streitjahren auch f&uuml;r private Fahrten nutzen. Diese Nutzung bewertete die Kl&auml;gerin pauschal anhand der 1&nbsp;%-Methode.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin hatte S zudem das Recht einger&auml;umt, die Fahrzeuge f&uuml;r Fahrten von Y nach X zu benutzen. Er f&uuml;hrte in s&auml;mtlichen Streitjahren mit dem einen Fahrzeug sieben Fahrten und mit dem anderen Fahrzeug sechs Fahrten nach X durch. F&uuml;r weitere sechs Fahrten benutzte er einen privaten PKW.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen der Erkl&auml;rung &uuml;ber die einheitliche und gesonderte Feststellung von Besteuerungsgrundlagen begehrte die Kl&auml;gerin, den Vorteil f&uuml;r die von S mit den betrieblichen Fahrzeugen durchgef&uuml;hrten Familienheimfahrten in H&ouml;he von 0,002&nbsp;% des Bruttolistenpreises pro Entfernungskilometer au&szlig;er Ansatz zu lassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) wich aus verschiedenen Gr&uuml;nden von den erkl&auml;rten Angaben der Kl&auml;gerin ab und wies die dagegen eingelegten Einspr&uuml;che als &uuml;berwiegend unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die von der Kl&auml;gerin erhobene Klage wies das Finanzgericht (FG) aus den in Entscheidungen der Finanzgerichte 2010, 131 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden ab. Das FG schloss sich der rechtlichen Beurteilung des FA unter anderem insoweit an, als dieses den Gewinn der Kl&auml;gerin f&uuml;r 13&nbsp;Familienheimfahrten des S mit Fahrzeugen der Kl&auml;gerin um die Differenz zwischen 0,002&nbsp;% vom Bruttolistenpreis des jeweiligen Fahrzeugs pro Entfernungskilometer und der Entfernungspauschale f&uuml;r die Familienheimfahrten erh&ouml;hte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin die Verletzung von Bundesrecht durch die unzutreffende Auslegung des &sect;&nbsp;4 des Einkommensteuergesetzes (EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin ist der Auffassung, dass ein Gewinnzuschlag f&uuml;r die Familienheimfahrten des S nicht angesetzt werden d&uuml;rfe. Familienheimfahrten seien keine gemischt veranlassten Kosten, sondern Betriebsausgaben. Diese erwerbsbedingten Aufwendungen m&uuml;ssten vollst&auml;ndig abziehbar sein. Wenn eine Hinzurechnung der PKW-Nutzung bei den Arbeitnehmern ausgeschlossen sei, m&uuml;sse dies auch f&uuml;r Unternehmer gelten. Denn aus systematischen Gr&uuml;nden sei die Ungleichbehandlung nicht zu rechtfertigen. Der Nutzungsvorteil eines betrieblichen PKW sei identisch mit dem eines an einen Arbeitnehmer zur Nutzung &uuml;berlassenen PKW. Die Benachteiligung der Selbst&auml;ndigen im Vergleich zu den Arbeitnehmern versto&szlig;e gegen die verfassungsrechtlichen Vorgaben. Die Unterscheidung sei willk&uuml;rlich. Aufgrund dessen sei eine verfassungskonforme Auslegung des &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;5 EStG dahingehend vorzunehmen, dass dieser auch f&uuml;r freiberufliche Unternehmer eine Hinzurechnung f&uuml;r eine w&ouml;chentliche Familienheimfahrt ausschlie&szlig;e.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In der m&uuml;ndlichen Verhandlung hat das FA zugesagt, die Bemessungsgrundlage f&uuml;r die in den Streitjahren als Absetzungen f&uuml;r Abnutzung abziehbaren Aufwendungen f&uuml;r doppelte Haushaltsf&uuml;hrung auf insgesamt 15.000&nbsp;DM zu erh&ouml;hen und die angefochtenen Bescheide entsprechend zu &auml;ndern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt zuletzt,<br \/>das angefochtene FG-Urteil vom 18.&nbsp;September 2008 aufzuheben sowie die angefochtenen Feststellungsbescheide 2001 bis 2004 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 10.&nbsp;April 2008 dahingehend zu &auml;ndern, dass f&uuml;r 2001 die Sonderbetriebseinnahmen des S um 4.060,17&nbsp;EUR vermindert werden, dass f&uuml;r 2002 die Sonderbetriebseinnahmen des S um 4.120&nbsp;EUR vermindert werden, dass f&uuml;r 2003 die Sonderbetriebseinnahmen des S um 4.120&nbsp;EUR vermindert werden und dass f&uuml;r 2004 die Sonderbetriebseinnahmen des S um 4.955&nbsp;EUR vermindert werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision der Kl&auml;gerin ist unbegr&uuml;ndet und deshalb zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zu Recht hat das FG eine Hinzurechnung f&uuml;r die 13&nbsp;Familienheimfahrten des S mit den Fahrzeugen der Kl&auml;gerin nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;6 Satz&nbsp;3 EStG in s&auml;mtlichen Streitjahren vorgenommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Aufwendungen f&uuml;r ein Kfz des Betriebsverm&ouml;gens sind dem Grunde nach Betriebsausgaben (&sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;4 EStG). Jedoch d&uuml;rfen Aufwendungen, die im Zusammenhang mit einer Familienheimfahrt im Rahmen einer doppelten Haushaltsf&uuml;hrung stehen, den Gewinn nicht mindern, soweit die Aufwendungen die Pauschalen des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;5 EStG &uuml;bersteigen (&sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;6 Satz&nbsp;3 EStG). Technisch wird diese gesetzgeberische Entscheidung in der Weise umgesetzt, dass der positive Unterschiedsbetrag zwischen 0,002&nbsp;% des inl&auml;ndischen Listenpreises des genutzten betrieblichen Kfz pro Entfernungskilometer und der Pauschale f&uuml;r eine w&ouml;chentliche Familienheimfahrt dem Gewinn wieder hinzugerechnet wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Zutreffend ist das FG unter Anwendung des &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;6 Satz&nbsp;3 EStG zu dem Ergebnis gelangt, dass der Vorteil des S f&uuml;r die Nutzung der Fahrzeuge der Kl&auml;gerin f&uuml;r die 13&nbsp;Familienheimfahrten als Einnahmen der Kl&auml;gerin zu erfassen ist. Denn S hat jedes Jahr im Rahmen einer bestehenden doppelten Haushaltsf&uuml;hrung 13&nbsp;Familienheimfahrten mit zwei verschiedenen betrieblichen Kfz der Kl&auml;gerin durchgef&uuml;hrt und kein Fahrtenbuch gef&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin bestehen gegen die Anwendung des &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;6 Satz&nbsp;3 EStG im Hinblick auf die Regelungen des &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;5&nbsp;&nbsp;2.&nbsp;Halbsatz EStG sowie &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;5 EStG bei den &Uuml;berschusseink&uuml;nften keine verfassungsrechtlichen Bedenken. Die Norm verst&ouml;&szlig;t nicht gegen den allgemeinen Gleichheitssatz aus Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes (GG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der allgemeine Gleichheitssatz des Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG gebietet dem Gesetzgeber, wesentlich Gleiches gleich und wesentlich Ungleiches ungleich zu behandeln (Beschluss des Bundesverfassungsgericht &#8211;BVerfG&#8211; vom 15.&nbsp;Juli 1998&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;1554\/89, 1&nbsp;BvR&nbsp;963\/94, 1&nbsp;BvR&nbsp;964\/94, BVerfGE 98, 365). Er verbietet sowohl ungleiche Belastungen wie auch ungleiche Beg&uuml;nstigungen (vgl. BVerfG-Beschluss vom 11.&nbsp;Oktober 1988&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;777\/85, 1&nbsp;BvR&nbsp;882\/85, 1&nbsp;BvR&nbsp;1239\/85, BVerfGE 79, 1).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Bereich des Steuerrechts hat der Gesetzgeber bei der Auswahl des Steuergegenstandes und bei der Bestimmung des Steuersatzes einen weitreichenden Entscheidungsspielraum. Der allgemeine Gleichheitssatz begrenzt diese gesetzgeberische Gestaltungsfreiheit. Denn bei der Ausgestaltung des steuerrechtlichen Ausgangstatbestandes muss der Gesetzgeber die einmal getroffene Belastungsentscheidung folgerichtig im Sinne der Belastungsgleichheit umsetzen (BVerfG-Beschluss vom 12.&nbsp;Oktober 2010&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvL&nbsp;12\/07, BVerfGE 127, 224). Nach dem Grundsatz der Belastungsgleichheit sind Steuerpflichtige bei gleicher Leistungsf&auml;higkeit zwar auch gleich hoch zu besteuern. Dies gilt aber nur insoweit, als unterschiedliche Rechtsfolgen nicht durch besondere sachliche Gr&uuml;nde gerechtfertigt sind (BVerfG-Urteil vom 6.&nbsp;M&auml;rz 2002&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;17\/99, BVerfGE 105, 73, BStBl II 2002, 618). Als besondere sachliche Gr&uuml;nde f&uuml;r Ausnahmen von einer folgerichtigen Umsetzung und Konkretisierung steuergesetzlicher Belastungsentscheidungen erkennt das BVerfG in st&auml;ndiger Rechtsprechung neben au&szlig;erfiskalischen F&ouml;rderungs- und Lenkungszwecken auch Typisierungs- und Vereinfachungserfordernisse an (BVerfG-Beschluss in BVerfGE 127, 224).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben werden selbst&auml;ndig T&auml;tige, die ein betriebliches Fahrzeug f&uuml;r eine Familienheimfahrt nutzen, zwar im Vergleich zu Beziehern von &Uuml;berschusseink&uuml;nften, denen ein Fahrzeug im Rahmen ihrer T&auml;tigkeit &uuml;berlassen wird, ungleich behandelt (siehe unter II.1.c&nbsp;bb&nbsp;aaa). Jedoch ist dies gerechtfertigt (siehe unter II.1.c&nbsp;bb&nbsp;bbb).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aaa) Die Regelungen &uuml;ber die Erfassung eines geldwerten Vorteils f&uuml;r die Nutzung eines (eigenen) betrieblichen Fahrzeugs durch den Unternehmer einerseits und die Nutzung eines vom Arbeitgeber &uuml;berlassenen Fahrzeugs durch einen Arbeitnehmer andererseits jeweils f&uuml;r Familienheimfahrten f&uuml;hren zu unterschiedlichen Ergebnissen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) &Uuml;berl&auml;sst ein Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer ein Kfz, f&uuml;r welches er s&auml;mtliche Kosten als Betriebsausgaben abgezogen hat und nutzt der Arbeitnehmer dieses auch f&uuml;r Familienheimfahrten im Rahmen einer doppelten Haushaltsf&uuml;hrung, hat der Arbeitnehmer grunds&auml;tzlich lohnsteuerpflichtige Einnahmen in H&ouml;he von 0,002&nbsp;% des inl&auml;ndischen Listenpreises des Fahrzeugs pro Entfernungskilometer (&sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;5 EStG). Allerdings gilt dies dann nicht, wenn dem Arbeitnehmer f&uuml;r die Familienheimfahrten ein Werbungskostenabzug nach &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;5 S&auml;tze&nbsp;3 und 4 EStG zustehen w&uuml;rde (&sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;5&nbsp;&nbsp;2.&nbsp;Halbsatz EStG). Dies bedeutet, dass in F&auml;llen der Fahrzeug&uuml;berlassung an Arbeitnehmer f&uuml;r die abzugsberechtigte w&ouml;chentliche Familienheimfahrt zwar ein Werbungskostenabzug ausgeschlossen ist (&sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;5 EStG), allerdings auch kein geldwerter Vorteil f&uuml;r die Fahrzeug&uuml;berlassung zum Ansatz kommt. Dies gilt im Hinblick auf die bezweckte Vereinfachung (vgl. BTDrucks 13\/1686, S.&nbsp;8) auch dann, wenn der Nutzungsvorteil rechnerisch h&ouml;her als der korrespondierende Werbungskostenabzug w&auml;re (Kister in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;8 EStG Rz&nbsp;111). Dies ist stets der Fall, wenn der Bruttolistenpreis des f&uuml;r eine Familienheimfahrt genutzten Fahrzeugs h&ouml;her als 15.000&nbsp;EUR (Streitjahr 2004) bzw. 20.000&nbsp;EUR (Streitjahre 2001 bis 2003) ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Indes stellt sich die Situation beim selbst&auml;ndigen Unternehmer, der ein betriebliches Fahrzeug f&uuml;r seine w&ouml;chentlichen Familienheimfahrten im Rahmen einer doppelten Haushaltsf&uuml;hrung nutzt, im Ergebnis anders dar. Denn in &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;6 EStG gibt es keine Ausnahme von der Hinzurechnung des Zuschlags f&uuml;r die eine beg&uuml;nstigte Familienheimfahrt pro Woche. Somit muss der Unternehmer stets die positive Differenz zur Entfernungspauschale, die sich bei &Uuml;berschreiten der o.g. Grenzwerte der Bruttolistenpreise ergibt, seinem Gewinn hinzurechnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bbb) Die ungleiche Erfassung eines geldwerten Nutzungsvorteils bei Familienheimfahrten verst&ouml;&szlig;t jedoch nicht gegen Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG. Denn die Unterscheidung ist sachlich gerechtfertigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Bereits der vom Gesetzgeber verfolgte Vereinfachungszweck f&uuml;r das Lohnsteuerverfahren bei der Fahrzeug&uuml;berlassung an Arbeitnehmer rechtfertigt die punktuelle Schlechterstellung der Unternehmer gegen&uuml;ber Beziehern von &Uuml;berschusseink&uuml;nften. Die Vereinfachung der Verwaltungst&auml;tigkeit erlaubt eine Typisierung und Pauschalierung (BVerfG-Beschluss in BVerfGE 127, 224). Die vom Gesetzgeber gewollte Vereinfachung des Lohnsteuerverfahrens f&uuml;r den Arbeitgeber (BTDrucks 13\/1686, S.&nbsp;7&nbsp;f.) ist durch die Regelung des &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;5&nbsp;&nbsp;2.&nbsp;Halbsatz EStG erreicht. Denn der Arbeitgeber muss f&uuml;r die Familienheimfahrten seiner Arbeitnehmer, denen er ein Firmenfahrzeug &uuml;berlassen hat, keine geldwerten Vorteile mehr als Arbeitslohn erfassen. Letztlich wird damit ein Dritter, n&auml;mlich der Arbeitgeber, entlastet. Dessen Pflicht, die Lohnsteuer f&uuml;r seine Arbeitnehmer einzubehalten, unterscheidet ihn zudem grundlegend vom Unternehmer, der selbst Familienheimfahrten t&auml;tigt und damit lediglich seine eigenen Einnahmen und Ausgaben erfassen muss. Dieser Unterschied zwischen der Erf&uuml;llung von fremden und eigenen Steuerverpflichtungen rechtfertigt die Besserstellung des Arbeitgebers. Die Wirkung auf den Arbeitnehmer ist damit nur ein notwendiger Reflex der bezweckten Vereinfachung f&uuml;r den Arbeitgeber.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Auch der fehlende Interessensgegensatz bei einem Unternehmer, der selbst entscheiden kann, welches Fahrzeug zu welchem Preis er dem Betriebsverm&ouml;gen zuordnet und sich letztlich selbst die Nutzung f&uuml;r Familienheimfahrten erlaubt, rechtfertigt die Schlechterstellung der Gewinneinkunftsarten. Der Arbeitnehmer kann regelm&auml;&szlig;ig nicht bestimmen, ob ihm ein hochpreisiges oder ein preiswerteres Fahrzeug &uuml;berlassen wird. Denn der Arbeitgeber tr&auml;gt die Kosten des Fahrzeugs und wird regelm&auml;&szlig;ig unter Beachtung wirtschaftlicher Gesichtspunkte entscheiden, welchem Arbeitnehmer er welches Fahrzeug zur Nutzung &uuml;berlassen wird. Insofern bestehen zwischen dem durchschnittlichen Arbeitnehmer und dem Unternehmer in Bezug auf die Entscheidungsbefugnis bei der Auswahl des konkreten Fahrzeugs hinreichende Unterschiede. Auch dies rechtfertigt eine unterschiedliche Behandlung in Gestalt einer Vereinfachungsregelung allein bei den Arbeitnehmern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Ein weiterer sachlicher Rechtfertigungsgrund f&uuml;r die Schlechterstellung der Selbst&auml;ndigen ist in der unterschiedlichen systematischen Ermittlung des Erwerbseinkommens zu sehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(a) Die unterschiedliche Art der Eink&uuml;nfteermittlung kann gesetzliche Differenzierungen rechtfertigen (vgl. BVerfG-Beschluss vom 17.&nbsp;April 1975&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;196\/75, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 1975, 398). Der Bundesfinanzhof (BFH) hat bereits entschieden, dass die unterschiedliche Ermittlungsweise von Fahrtkosten einen unterschiedlich hohen Abzug bei Betriebsausgaben zum einen und Werbungskosten zum anderen rechtfertigt. Daher hat ein Unternehmer, dessen tats&auml;chliche Kosten pro Entfernungskilometer unter der Entfernungspauschale des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;4 EStG liegen, keinen Anspruch auf den Abzug der (h&ouml;heren) Entfernungspauschale (BFH-Urteil vom 12.&nbsp;Juni 2002 XI&nbsp;R&nbsp;55\/01, BFHE 199, 342, BStBl II 2002, 751).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(b) Eine Gleichstellung von Unternehmern und Arbeitnehmern, die einen PKW ihres Arbeitgebers nutzen d&uuml;rfen, bei der steuerlichen Erfassung eines Nutzungsvorteils f&uuml;r Familienheimfahrten ist im Hinblick auf das Gesamtsystem der Regelungen zur Familienheimfahrt nicht geboten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(aa) Die begehrte Gleichbehandlung auf der Einnahmenseite w&uuml;rde jedenfalls voraussetzen, dass auch die Ausgabenseite vergleichbar ist. Dies ist systembedingt jedoch nicht der Fall. Denn dem Unternehmer sind Kosten f&uuml;r den PKW entstanden und diese hat er als Betriebsausgaben vollst&auml;ndig abgezogen. Beim Arbeitnehmer stellt sich die Situation indes grundlegend anders dar. Er hat selbst keine Kosten f&uuml;r den vom Arbeitgeber zur Nutzung &uuml;berlassenen PKW getragen und kann auch keine Werbungskosten in Gestalt der Entfernungspauschale abziehen. Dies ist dem strukturellen Umstand geschuldet, dass der Unternehmer allein agiert, also sowohl die Familienheimfahrten selbst t&auml;tigt, als aber auch mit den Betriebsausgaben belastet ist, w&auml;hrend auf Seiten des Arbeitnehmers stets ein Zweiter, n&auml;mlich der Arbeitgeber, beteiligt ist. Diese Unterschiede im Tats&auml;chlichen rechtfertigen unterschiedliche Regelungen auf der Ausgabenseite.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(bb) Aufgrund der unterschiedlichen Regelungen auf der Ausgabenseite ist es nicht zu beanstanden, wenn der Gesetzgeber die Einnahmen f&uuml;r die Familienheimfahrten f&uuml;r Unternehmer und Arbeitnehmer ebenfalls verschieden erfasst. F&uuml;r den Bereich der &Uuml;berschusseink&uuml;nfte hat sich der Gesetzgeber f&uuml;r ein angeordnetes &quot;Nullsummenspiel&quot; in Gestalt eines Korrespondenzverh&auml;ltnisses zwischen &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;2 und &sect;&nbsp;9 EStG entschieden (BFH-Urteil vom 28.&nbsp;Februar 2013 VI&nbsp;R&nbsp;33\/11, BFHE 240, 342). Der Arbeitnehmer hat keinen Werbungskostenabzug und im Gegenzug keinen Arbeitslohn in Form eines Nutzungsvorteils. Ein solches &quot;Nullsummenspiel&quot; l&auml;sst sich beim Unternehmer nur erreichen, indem der vollst&auml;ndige Kostenabzug r&uuml;ckg&auml;ngig gemacht und zugleich auf die Einnahmen aus dem Nutzungsvorteil verzichtet w&uuml;rde. Dies w&auml;re f&uuml;r den Unternehmer &#8211;ungeachtet verfassungsrechtlicher Bedenken&#8211; eine Verschlechterung der bisherigen Rechtslage. Mangels Vergleichbarkeit der Ermittlungssysteme gebietet es Art.&nbsp;3 GG jedenfalls nicht, auf die Erfassung des Nutzungsvorteils f&uuml;r Familienheimfahrten mit betrieblichen PKW zu verzichten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(4) Soweit die Kl&auml;gerin einwendet, der Ansatz des pauschalen Vorteils treffe sie wegen eines &auml;lteren Fahrzeugs &uuml;berm&auml;&szlig;ig hart, begr&uuml;ndet dies keinen Versto&szlig; gegen Art.&nbsp;3 GG. Der Gesetzgeber darf zur Regelung von Massenerscheinungen pauschalieren und typisieren. Dabei hat er sich an dem typischen durchschnittlichen Fall zu orientieren. Der BFH hat bereits entschieden, dass die 1&nbsp;%-Regelung, die auch auf dem Bruttolistenpreis basiert, zur Ermittlung des privaten Nutzungsanteils verfassungsm&auml;&szlig;ig ist (BFH-Urteil vom 13.&nbsp;Dezember 2012 VI&nbsp;R&nbsp;51\/11, BFHE 240, 69, BStBl II 2013, 385). Entsprechendes gilt im Fall der Familienheimfahrten und der 0,002&nbsp;%-Regelung. Zwar kann die Kl&auml;gerin, anders als das FG meint, durch das F&uuml;hren eines Fahrtenbuches nicht grunds&auml;tzlich den Ansatz eines geldwerten Vorteils verhindern, wenn die tats&auml;chlichen Kosten pro gefahrenem Kilometer die H&ouml;he der Entfernungspauschale &uuml;bersteigen. Denn die Hinzurechnung eines Nutzungsvorteils f&uuml;r die Familienheimfahrten ist gerade nicht ausgeschlossen, wenn die tats&auml;chlichen Kosten pro gefahrenem Kilometer bekannt sind. &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;6 Satz&nbsp;3&nbsp;&nbsp;2.&nbsp;Halbsatz EStG ordnet lediglich an, dass anstelle der 0,002&nbsp;% des Bruttolistenpreises die tats&auml;chlichen Kosten angesetzt werden. &Uuml;bersteigen daher die tats&auml;chlichen Kosten die H&ouml;he der Entfernungspauschale, entsteht eine positive Differenz, die als Vorteil dem Gewinn hinzuzurechnen ist. Jedoch kann die Kl&auml;gerin durch das Fahrtenbuch m&ouml;gliche H&auml;rten aufgrund der Typisierung vermeiden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 19.6.2013, VIII R 24\/09 Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der Erfassung der PKW-Nutzung f&uuml;r Familienheimfahrten von Selbst&auml;ndigen Leits&auml;tze Der allgemeine Gleichheitssatz gebietet es nicht, entgegen dem Wortlaut des &sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6 EStG den Vorteil aus der Nutzung eines betrieblichen PKW f&uuml;r Familienheimfahrten im Rahmen einer doppelten Haushaltsf&uuml;hrung eines selbst&auml;ndig T&auml;tigen au&szlig;er &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-24-09-verfassungsmaessigkeit-der-erfassung-der-pkw-nutzung-fuer-familienheimfahrten-von-selbstaendigen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VIII&nbsp;R&nbsp;24\/09 &#8211; Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der Erfassung der PKW-Nutzung f&uuml;r Familienheimfahrten von Selbst&auml;ndigen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-58699","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/58699","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=58699"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/58699\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=58699"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=58699"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=58699"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}