{"id":59620,"date":"2013-09-12T10:55:26","date_gmt":"2013-09-12T08:55:26","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=59620"},"modified":"2013-09-12T10:55:26","modified_gmt":"2013-09-12T08:55:26","slug":"iv-e-7-13-streitwerterhoehung-bei-ueber-den-klaegerischen-antrag-hinausgehendem-beigeladenenantrag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-e-7-13-streitwerterhoehung-bei-ueber-den-klaegerischen-antrag-hinausgehendem-beigeladenenantrag\/","title":{"rendered":"IV&nbsp;E&nbsp;7\/13 &#8211; Streitwerterh&ouml;hung bei &uuml;ber den kl&auml;gerischen Antrag hinausgehendem Beigeladenenantrag"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 10.7.2013, IV E 7\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Streitwerterh&ouml;hung bei &uuml;ber den kl&auml;gerischen Antrag hinausgehendem Beigeladenenantrag<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Mit Urteil vom 28.&nbsp;Februar 2013 IV&nbsp;R&nbsp;50\/09 (BFHE 240, 270, BStBl II 2013, 494) hat der Senat auf die Revision des Kl&auml;gers und Revisionskl&auml;gers (Kl&auml;ger) das Urteil des Finanzgerichts D&uuml;sseldorf vom 21.&nbsp;Januar 2009&nbsp;&nbsp;9&nbsp;K&nbsp;2067\/03&nbsp;F (Entscheidungen der Finanzgerichte 2010, 467) und die Einspruchsentscheidung des Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) vom 12.&nbsp;M&auml;rz 2003 aufgehoben und den Bescheid des FA &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung 1998 vom 5.&nbsp;Oktober 2000 mit der Ma&szlig;gabe abge&auml;ndert, dass dem Kl&auml;ger kein Organeinkommen zugerechnet wird. Zugleich hat der Senat den Hilfsantrag der Beigeladenen zu 1. und Erinnerungsf&uuml;hrerin (Kostenschuldnerin) als unzul&auml;ssig verworfen. Die Kosten des gesamten Verfahrens hat der Senat dem FA zu 36&nbsp;% und der Kostenschuldnerin zu 64&nbsp;% auferlegt. Daraufhin hat die Kostenstelle des Bundesfinanzhofs (BFH) durch Kostenrechnung vom 19.&nbsp;Juni 2013 nach Nr.&nbsp;6120 des Kostenverzeichnisses zu &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;2 des Gerichtskostengesetzes (GKG) die Gerichtskosten mit 10.419,20&nbsp;EUR gegen die Kostenschuldnerin angesetzt, wovon noch 275&nbsp;EUR zu entrichten sind. Als Streitwert hat die Kostenstelle 599.182&nbsp;EUR angesetzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dagegen richtet sich die Erinnerung der Kostenschuldnerin, mit der sie geltend macht, auch bezogen auf die gegen sie ergangene Kostenrechnung sei nur von dem aus Sicht des Kl&auml;gers ma&szlig;geblichen Streitwert von 213.993&nbsp;EUR auszugehen. Soweit sie selbst einen &uuml;ber das kl&auml;gerische Interesse hinausgehenden Hilfsantrag gestellt habe, sei der Antrag unter einer aufschiebenden Bedingung gestellt worden, weshalb &uuml;ber ihn nicht zu entscheiden gewesen sei. Auch habe der Senat gerade nicht dar&uuml;ber entschieden, wem statt dem Kl&auml;ger das Organeinkommen zuzurechnen gewesen sei. Deshalb sei der Streitwert auf das positive Interesse des Kl&auml;gers begrenzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Erinnerung ist unbegr&uuml;ndet und war daher zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Mit der Erinnerung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;66 Abs.&nbsp;1 GKG gegen den Kostenansatz k&ouml;nnen nur Einwendungen erhoben werden, die sich gegen die Kostenrechnung selbst richten, also gegen Ansatz und H&ouml;he einzelner Kosten oder gegen den Streitwert (BFH-Beschluss vom 1.&nbsp;September 2005 III&nbsp;E&nbsp;1\/05, BFH\/NV 2006, 92). Die an die Kostenschuldnerin gerichtete Kostenrechnung weist allerdings bezogen auf den angesetzten Streitwert keinen Rechtsfehler auf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Kosten eines Verfahrens vor den Gerichten der Finanzgerichtsbarkeit richten sich gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 GKG nach dem Streitwert. Dieser bestimmt sich im Rechtsmittelverfahren nach den Antr&auml;gen des Rechtsmittelf&uuml;hrers (&sect;&nbsp;47 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 GKG). Die Ermittlung des Streitwerts in einer (einheitlichen und\/oder gesonderten) Gewinnfeststellungssache richtet sich dabei nach den steuerlichen Auswirkungen, die die streitigen Feststellungen auf die Einkommen- bzw. K&ouml;rperschaftsteuer der Verfahrensbeteiligten haben k&ouml;nnen (BFH-Urteil vom 10.&nbsp;November 1960 IV 62\/60&nbsp;U, BFHE 72, 251, BStBl III 1961, 95; BFH-Beschl&uuml;sse vom 28.&nbsp;September 1967 IV&nbsp;R&nbsp;60\/67, BFHE 90, 277, BStBl II 1968, 62; vom 22.&nbsp;Februar 1985 III&nbsp;R&nbsp;206\/83, BFH\/NV 1985, 42). Dies sind hier unstreitig 25&nbsp;% vom streitigen Organeinkommen in H&ouml;he von 1.674.141&nbsp;DM.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Geht allerdings &#8211;wie im Streitfall&#8211; der Antrag eines Beigeladenen &uuml;ber den kl&auml;gerischen Antrag hinaus, so ist der ma&szlig;gebliche Streitwert zu erh&ouml;hen, wenn &uuml;ber den entsprechenden Antrag entschieden worden ist. Dies folgt mittelbar aus &sect;&nbsp;45 Abs.&nbsp;1 S&auml;tze&nbsp;2 und 3 GKG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach &sect;&nbsp;45 Abs.&nbsp;1 Satz 2 GKG wird ein hilfsweise geltend gemachter Anspruch mit dem Hauptanspruch zusammengerechnet, soweit eine Entscheidung &uuml;ber ihn ergeht. Nach &sect;&nbsp;45 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 GKG ist allerdings nur der Wert des h&ouml;heren Anspruchs ma&szlig;gebend, wenn die Anspr&uuml;che denselben Gegenstand betreffen. Die Regelungen beziehen sich auf wechselseitige Rechtsmittel, die denselben Streitgegenstand betreffen (vgl. BFH-Beschluss vom 27.&nbsp;Oktober 2008 I&nbsp;E&nbsp;3\/08, BFH\/NV 2009, 189). So liegt indessen der Streitfall nicht, denn der von der Kostenschuldnerin gestellte Hilfsantrag ist &uuml;ber den kl&auml;gerischen Antrag hinaus darauf gerichtet, ihr laufendes Einkommen um den Betrag des ihr zuzurechnenden Organeinkommens zu k&uuml;rzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Insoweit liegt aus kostenrechtlicher Sicht ein zweiter Streitgegenstand vor, &uuml;ber den der Senat auch entschieden hat, indem er den Hilfsantrag der Kostenschuldnerin als unzul&auml;ssig verworfen hat. Soweit die Kostenschuldnerin r&uuml;gt, der Senat habe &uuml;ber den Hilfsantrag wegen einer insoweit vorliegenden aufschiebenden Bedingung nicht entscheiden d&uuml;rfen, kann sie damit im Erinnerungsverfahren gegen die Kostenfestsetzung nicht geh&ouml;rt werden, weil insoweit nur Einwendungen erhoben werden k&ouml;nnen, die sich gegen die Kostenrechnung selbst richten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Aus Sicht des Senats ist es vor diesem Hintergrund sachgerecht, dass sich der von der Kostenschuldnerin gestellte Hilfsantrag streitwerterh&ouml;hend auswirkt. Der Antrag war darauf gerichtet, die Zurechnung des strittigen Organeinkommens in H&ouml;he von 1.674.141&nbsp;DM auf die Kostenschuldnerin durch den entsprechend hohen Ansatz von Betriebsausgaben in einer Erg&auml;nzungsbilanz bei ihren laufenden Eink&uuml;nften zu kompensieren. Angesichts der Tatsache, dass die Kostenschuldnerin als K&ouml;rperschaft im Streitjahr einer K&ouml;rperschaftsteuer in H&ouml;he von 45&nbsp;% unterworfen war, hat die Kostenstelle im Rahmen der Kostenrechnung die entsprechende steuerliche Belastung der Kostenschuldnerin in H&ouml;he von 45&nbsp;% von 1.674.141&nbsp;DM im Rahmen der Streitwertbemessung zu Recht zus&auml;tzlich ber&uuml;cksichtigt. Von einer solchen Addition der Streitwerte war der Senat auch bei der Ermittlung der Quote f&uuml;r die Kostengrundentscheidung ausgegangen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Entscheidung ergeht gerichtsgeb&uuml;hrenfrei; Kosten werden nicht erstattet (&sect;&nbsp;66 Abs.&nbsp;8 GKG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 10.7.2013, IV E 7\/13 Streitwerterh&ouml;hung bei &uuml;ber den kl&auml;gerischen Antrag hinausgehendem Beigeladenenantrag Tatbestand 1&nbsp; I. 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