{"id":59621,"date":"2013-09-12T10:55:28","date_gmt":"2013-09-12T08:55:28","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=59621"},"modified":"2013-09-12T10:55:28","modified_gmt":"2013-09-12T08:55:28","slug":"ix-r-21-12-werbungskosten-bei-vermietung-und-verpachtung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-21-12-werbungskosten-bei-vermietung-und-verpachtung\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;21\/12 &#8211; Werbungskosten bei Vermietung und Verpachtung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.7.2013, IX R 21\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Werbungskosten bei Vermietung und Verpachtung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die im Streitjahr 2003 miteinander verheirateten Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) errichteten gemeinsam ein im Wesentlichen im August 2003 fertiggestelltes Einfamilienhaus, welches sie &#8211;entgegen ihrer urspr&uuml;nglichen Absicht&#8211; nicht gemeinsam bezogen. Sie hatten sich w&auml;hrend der Bauphase (im April 2003) getrennt und lebten seitdem &#8211;bis zu der nach Ablauf des Streitjahres erfolgten Ehescheidung&#8211; dauernd getrennt. Die Kl&auml;ger beschlossen daher, das fertiggestellte Haus zu vermieten oder zu verkaufen und bem&uuml;hten sich seit Sommer 2003 intensiv um &quot;einen K&auml;ufer\/Mieter&quot;. Dazu entfalteten sie im Streitjahr folgende Aktivit&auml;ten:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<th colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\"><\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Im August schalteten sie in der &quot;X-Zeitung&quot; ein Vermietungsangebot f&uuml;r das Haus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Parallel dazu erteilten sie einem Makler einen Auftrag zur Mietersuche; dieser Maklerauftrag endete erst im Mai 2004.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Am 23. September 2003 schalteten die Kl&auml;ger in der &quot;X-Zeitung&quot; ein Verkaufsangebot f&uuml;r das Haus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Weitere Inserate gaben die Kl&auml;ger in der &quot;X-Zeitung&quot; wenigstens dreimal in der Zeit zwischen Mitte September und Anfang November 2003 auf, wobei bei diesen Anzeigen nicht mehr feststellbar war, ob sie den Verkauf oder die Vermietung des Objekts bezweckten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger bewohnte das Haus ab Mitte des Streitjahres &quot;behelfsm&auml;&szlig;ig&quot;, um zum einen nach der Trennung von der Kl&auml;gerin die Miete f&uuml;r eine eigene kleine Wohnung zu sparen und zum anderen, um die Sicherheit des Objekts zu gew&auml;hrleisten. Dabei w&auml;re der Kl&auml;ger nach seinen Angaben im Falle einer Fremdvermietung jederzeit sofort in der Lage gewesen, das Haus zu r&auml;umen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In ihrer Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr machten die Kl&auml;ger u.a. Verluste aus Vermietung und Verpachtung f&uuml;r das Einfamilienhaus in H&ouml;he von 12.788&nbsp;EUR geltend. Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) lehnte die Anerkennung des Verlusts mit der Begr&uuml;ndung ab, es seien keine ernsthaften und nachhaltigen Vermietungsbem&uuml;hungen erkennbar. Infolge der Selbstnutzung durch den Kl&auml;ger habe das Objekt auch gar nicht zur Verf&uuml;gung gestanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einspruch und Klage blieben ohne Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) entschied, die Kl&auml;ger h&auml;tten die im Zusammenhang mit dem streitbefangenen Einfamilienhaus get&auml;tigten Aufwendungen nicht zur Erzielung von Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung get&auml;tigt. Die Absicht der Kl&auml;ger, derartige Einnahmen zu erzielen, habe im Streitjahr noch nicht eindeutig festgestanden. Vielmehr ergebe sich aus der schriftlichen Stellungnahme der Kl&auml;gerin vom 31.&nbsp;Oktober 2004, dass die Kl&auml;ger im Sommer 2003 intensiv begonnen hatten, sich um &quot;einen K&auml;ufer\/Mieter&quot; zu bem&uuml;hen. Damit sei eine eindeutige Absicht zur Erzielung von Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung gerade noch nicht festzustellen. Auch die Tatsache, dass mit den von den Kl&auml;gern in der &quot;X-Zeitung&quot; im August\/ September 2003 aufgegebenen Anzeigen teilweise ein Mieter und teilweise ein K&auml;ufer gesucht worden sei, spreche gegen eine feststehende Absicht zur Erzielung von Einnahmen aus der Vermietung des Objekts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine andere Beurteilung lasse sich auch nicht auf das Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 9.&nbsp;Juli 2003 IX&nbsp;R&nbsp;102\/00 (BFHE 203, 86, BStBl II 2003, 940) st&uuml;tzen, worin der BFH zwar feststellte, dass eine Vermietungsabsicht &#8211;nach dem Ende einer auf Dauer angelegten Vermietung&#8211; so lange nicht aufgegeben werde, wie sich der Steuerpflichtige ernsthaft und nachhaltig um eine erneute Vermietung bem&uuml;he, selbst wenn er daneben Verkaufsbem&uuml;hungen unternehme. Diese Entscheidung sei auf den Streitfall nicht &uuml;bertragbar, weil es hier kein vorangegangenes, eindeutig auf eine Vermietungsabsicht der Kl&auml;ger hindeutendes Verhalten gegeben habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen richtet sich die Revision der Kl&auml;ger, mit der diese die Verletzung materiellen Rechts r&uuml;gen. Es sei unsch&auml;dlich, dass nach Fertigstellung der Immobilie zun&auml;chst eine Alternativ-Verwendungsabsicht &quot;Fremd-Vermietung&quot; oder &quot;Verkauf&quot; bestanden habe. W&uuml;rden n&auml;mlich nachtr&auml;gliche Schuldzinsen als Werbungskosten bei der Einkunftsart Vermietung und Verpachtung anerkannt, so m&uuml;ssten nach dem Grundsatz a maiore ad minus erst recht Zinsen und weitere Kosten als Werbungskosten bei der Einkunftsart Vermietung und Verpachtung anerkannt werden, wenn sie &#8211;ohne durch eine Selbstnutzung beeintr&auml;chtigt zu sein&#8211; w&auml;hrend des Haltens der Immobilie mit Verkaufsabsicht innerhalb des Zeitrahmens von &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) angefallen seien. Weiterhin habe das FG f&uuml;r die Wertung der tats&auml;chlich eindeutigen Vermietungsabsicht nicht die tats&auml;chlich im Folgejahr 2004 erfolgte Vermietung an fremde Dritte ber&uuml;cksichtigt, obwohl auf diesen Tatbestand in den kl&auml;gerischen Schrifts&auml;tzen immer wieder hingewiesen worden sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<br \/>das Urteil des FG aufzuheben und den Einkommensteuerbescheid 2003 dahingehend zu &auml;ndern, dass bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung der Kl&auml;gerin ein Verlust in H&ouml;he von 12.773&nbsp;EUR angesetzt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Wille der Kl&auml;ger, mit dem streitbefangenen Objekt im Streitjahr Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung zu erzielen, sei weder durch &auml;u&szlig;ere Umst&auml;nde erkennbar geworden noch im Streitjahr in ein konkretes Stadium getreten. Die Spekulationsfrist bei Grundst&uuml;cken beeinflusse die Abzugsf&auml;higkeit vorab entstandener Werbungskosten bei Vermietung und Verpachtung nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Die Annahme des FG, die Kl&auml;ger h&auml;tten sich im Streitjahr noch nicht endg&uuml;ltig f&uuml;r eine Vermietung des streitbefangenen Objekts entschieden, so dass ein Werbungskostenabzug bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung nicht in Betracht komme, ist revisionsrechtlich nicht zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG in der in den Streitjahren geltenden Fassung sind Werbungskosten Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung von Einnahmen. Sie sind nach &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG bei der Einkunftsart Vermietung und Verpachtung abzuziehen, wenn sie durch sie veranlasst sind. Fallen Aufwendungen mit der beabsichtigten Vermietung eines (leerstehenden) Wohngrundst&uuml;cks an, bevor mit dem Aufwand zusammenh&auml;ngende Einnahmen erzielt werden, k&ouml;nnen sie als vorab entstandene Werbungskosten ber&uuml;cksichtigt werden, wenn ein ausreichend bestimmter wirtschaftlicher Zusammenhang zwischen den Aufwendungen und der Einkunftsart besteht, in deren Rahmen der Abzug begehrt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Ber&uuml;cksichtigung von Aufwand als (vorab entstandene) Werbungskosten bei der Einkunftsart Vermietung und Verpachtung setzt voraus, dass der Steuerpflichtige sich endg&uuml;ltig entschlossen hat, aus dem Objekt durch Vermieten Eink&uuml;nfte nach &sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG zu erzielen und diese Entscheidung sp&auml;ter nicht aufgegeben hat. Aufwendungen f&uuml;r eine nach Herstellung, Anschaffung oder Selbstnutzung leerstehende Wohnung k&ouml;nnen danach als vorab entstandene Werbungskosten abziehbar sein, wenn der Steuerpflichtige die Einkunftserzielungsabsicht hinsichtlich dieses Objekts erkennbar aufgenommen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Einzelfallumst&auml;nde, aus denen sich der endg&uuml;ltige Entschluss zu vermieten ergibt, sind in erster Linie ernsthafte und nachhaltige Vermietungsbem&uuml;hungen des Steuerpflichtigen (BFH-Urteil vom 11.&nbsp;Dezember 2012 IX&nbsp;R&nbsp;14\/12, BFHE 239, 453, BStBl II 2013, 279, m.w.N.). F&uuml;r die Ernsthaftigkeit und Nachhaltigkeit von Vermietungsbem&uuml;hungen als Voraussetzung einer (fort-)bestehenden Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht, deren Feststellung und W&uuml;rdigung im Wesentlichen dem FG als Tatsacheninstanz obliegt, tr&auml;gt der Steuerpflichtige die Feststellungslast (BFH-Urteil vom 9.&nbsp;Juli 2002 IX&nbsp;R&nbsp;47\/99, BFHE 199, 417, BStBl II 2003, 580). Das FG entscheidet nach seiner freien, aus dem Gesamtergebnis des Verfahrens gewonnenen &Uuml;berzeugung, ob im Einzelfall eine Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht vorliegt; es ist bei seiner tatrichterlichen W&uuml;rdigung nicht an starre Regeln f&uuml;r das Gewichten einzelner Umst&auml;nde gebunden (vgl. BFH-Urteile vom 14.&nbsp;Juli 2004 IX&nbsp;R&nbsp;56\/01, BFH\/NV 2005, 37, unter II.2.c, und in BFHE 203, 86, BStBl II 2003, 940).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach diesen Grunds&auml;tzen ist die Entscheidung des FG, wonach die Kl&auml;ger bzw. die Kl&auml;gerin eine Einkunftserzielungsabsicht hinsichtlich des streitbefangenen Objekts im Streitjahr noch nicht aufgenommen haben, schl&uuml;ssig und mithin revisionsrechtlich nicht zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die W&uuml;rdigung des FG, wonach sich die Kl&auml;ger im Streitjahr angesichts der parallelen Suche nach Mietern und K&auml;ufern noch nicht zwischen Vermietung und Verkauf entschieden hatten, ist jedenfalls m&ouml;glich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Vor allem handelt es sich nicht um einen Fall des Leerstands, da das Objekt vom Kl&auml;ger bewohnt wurde. Dass diese Eigennutzung &quot;behelfsm&auml;&szlig;ig&quot; sein sollte und im Hinblick auf einen Verkauf oder eine Vermietung kurzfristig h&auml;tte beendet werden k&ouml;nnen, &auml;ndert nichts daran, dass das Objekt ab Fertigstellung eigengenutzt wurde. Schon dies steht einem Abzug von Aufwendungen, die in dem Zeitraum der Eigennutzung anfielen, als Werbungskosten entgegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Nicht entscheidend ist, dass die Frist des &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG beim Anfall der Aufwendungen noch nicht abgelaufen war. Entgegen der Auffassung der Kl&auml;ger ist aus dem Umstand, dass unter bestimmten Voraussetzungen auch nachtr&auml;gliche Schuldzinsen bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung zu ber&uuml;cksichtigen sind (vgl. BFH-Urteil vom 20.&nbsp;Juni 2012 IX&nbsp;R&nbsp;67\/10, BFHE 237, 368, BStBl II 2013, 275), nicht zu folgern, dass alle Aufwendungen auf eine Immobilie, die w&auml;hrend der genannten Frist anfallen, Werbungskosten im Rahmen von &sect;&nbsp;21 EStG sein m&uuml;ssen. Vielmehr setzt dieser Werbungskostenabzug einen Veranlassungszusammenhang mit einer steuerbaren, d.h. mit Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht betriebenen&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vermietungst&auml;tigkeit&nbsp;&nbsp;&nbsp;voraus. So stellt der Senat im genannten Urteil auch fest, dass kein fortdauernder Veranlassungszusammenhang von nachtr&auml;glichen Schuldzinsen mit fr&uuml;heren Eink&uuml;nften i.S. des &sect;&nbsp;21 EStG anzunehmen ist, wenn der Steuerpflichtige zwar urspr&uuml;nglich mit Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht gehandelt hat, seine Absicht zu einer (weiteren) Eink&uuml;nfteerzielung jedoch bereits vor der Ver&auml;u&szlig;erung des Immobilienobjekts aus anderen Gr&uuml;nden weggefallen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.7.2013, IX R 21\/12 Werbungskosten bei Vermietung und Verpachtung Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Die im Streitjahr 2003 miteinander verheirateten Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) errichteten gemeinsam ein im Wesentlichen im August 2003 fertiggestelltes Einfamilienhaus, welches sie &#8211;entgegen ihrer urspr&uuml;nglichen Absicht&#8211; nicht gemeinsam bezogen. Sie hatten sich w&auml;hrend der Bauphase (im April 2003) getrennt &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-21-12-werbungskosten-bei-vermietung-und-verpachtung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IX&nbsp;R&nbsp;21\/12 &#8211; Werbungskosten bei Vermietung und Verpachtung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-59621","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/59621","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=59621"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/59621\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=59621"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=59621"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=59621"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}