{"id":59624,"date":"2013-09-12T10:55:21","date_gmt":"2013-09-12T08:55:21","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=59624"},"modified":"2013-09-12T10:55:21","modified_gmt":"2013-09-12T08:55:21","slug":"iv-r-9-12-zinslauf-bei-rueckwirkendem-wegfall-einer-voraussetzung-fuer-den-investitionsabzugsbetrag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-9-12-zinslauf-bei-rueckwirkendem-wegfall-einer-voraussetzung-fuer-den-investitionsabzugsbetrag\/","title":{"rendered":"IV&nbsp;R&nbsp;9\/12 &#8211; Zinslauf bei r&uuml;ckwirkendem Wegfall einer Voraussetzung f&uuml;r den Investitionsabzugsbetrag"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.7.2013, IV R 9\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Zinslauf bei r&uuml;ckwirkendem Wegfall einer Voraussetzung f&uuml;r den Investitionsabzugsbetrag<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Der Wegfall der Investitionsabsicht vor Ablauf der Investitionsfrist hat zur Folge, dass die Gewinnminderung durch den Investitionsabzugsbetrag r&uuml;ckg&auml;ngig zu machen ist.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Die aus diesem Grund festgesetzte Einkommensteuer war vor Inkrafttreten des &sect; 7g Abs. 3 Satz 4 EStG i.d.F. des Amtshilferichtlinie-Umsetzungsgesetzes vom 26. Juni 2013 nach &sect; 233a Abs. 2a AO zu verzinsen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte zu&nbsp;1. (Kl&auml;gerin) unterh&auml;lt in der Rechtsform einer GmbH &#038; Co. KG einen Zimmerei- und Dachdeckerbetrieb. Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte zu&nbsp;2. (Kl&auml;ger) ist als einziger Kommanditist allein am Verm&ouml;gen der Kl&auml;gerin beteiligt. Mit der Erkl&auml;rung zur gesonderten und einheitlichen Feststellung der Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb 2007 machte die Kl&auml;gerin f&uuml;r das dem Kalenderjahr entsprechende Wirtschaftsjahr 2007 Investitionsabzugsbetr&auml;ge nach &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes i.d.F. des Unternehmensteuerreformgesetzes (UntStRefG) 2008 vom 14.&nbsp;August 2007 (BGBl I 2007, 1912) &#8211;EStG&#8211; geltend. U.a. beanspruchte die Kl&auml;gerin einen Investitionsabzugsbetrag von 6.400&nbsp;EUR f&uuml;r die Anschaffung von Schiebetoren (geplant f&uuml;r 2009) und von 14.000&nbsp;EUR f&uuml;r die Anschaffung eines Kastenwagens (geplant f&uuml;r 2010). Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) gab dem Antrag statt und ber&uuml;cksichtigte die Investitionsabzugsbetr&auml;ge bei Erlass des Feststellungsbescheids 2007.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der am 15.&nbsp;Juni 2010 abgegebenen Feststellungserkl&auml;rung 2009 legte die Kl&auml;gerin eine Anlage zur Bilanz auf den 31.&nbsp;Dezember 2009 vor, in der die beiden genannten Investitionsabzugsbetr&auml;ge &quot;nach &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;2 EStG&quot; aufgel&ouml;st wurden. Das FA erlie&szlig; daraufhin am 23.&nbsp;August 2010 einen nach &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;3 EStG ge&auml;nderten Gewinnfeststellungsbescheid 2007, mit dem der Gewinn um 20.400&nbsp;EUR erh&ouml;ht wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen erhob die Kl&auml;gerin Einspruch mit der Begr&uuml;ndung, Rechtsgrundlage f&uuml;r den Bescheid m&uuml;sse &sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Abgabenordnung (AO) sein. Dies habe zur Folge, dass von den Gesellschaftern zu leistende Nachzahlungen nach &sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;2a AO erst ab dem 15.&nbsp;Monat nach Eintritt des zur &Auml;nderung f&uuml;hrenden Ereignisses zu verzinsen seien. Das FA wies den Einspruch zur&uuml;ck. Unter Berufung auf das Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) vom 8.&nbsp;Mai 2009 IV&nbsp;C&nbsp;6 &#8211; S&nbsp;2139 &#8211; b\/07\/10002 &#8211; 2009\/0294464 (BStBl I 2009, 633, Rn&nbsp;72) vertrat es die Auffassung, es liege kein r&uuml;ckwirkendes Ereignis i.S. des &sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO vor. Der Bescheid sei nach &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;3 EStG bzw. auf Antrag nach &sect;&nbsp;172 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO ge&auml;ndert worden. Der Zinslauf richte sich nach &sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;2 AO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die dagegen von der Kl&auml;gerin und dem Kl&auml;ger erhobene Klage, mit der die erg&auml;nzende Feststellung begehrt wurde, dass die &Auml;nderung auf einem r&uuml;ckwirkenden Ereignis beruht, hatte Erfolg. Das Urteil des Finanzgerichts (FG) ist in Deutsches Steuerrecht (DStR) 2011, 1563 abgedruckt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, das Urteil des FG aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet, soweit sie die Klage des Kl&auml;gers betrifft. Sie f&uuml;hrt insoweit zur Aufhebung der Vorentscheidung und Abweisung der Klage als unzul&auml;ssig (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat den Kl&auml;ger zu Unrecht als klagebefugt angesehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Bundesfinanzhof (BFH) hat die Sachurteilsvoraussetzungen von Amts wegen zu pr&uuml;fen. Er hat deshalb im Revisionsverfahren auch ohne R&uuml;ge eines Beteiligten die Klagebefugnis s&auml;mtlicher Kl&auml;ger zu untersuchen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Grunds&auml;tzlich ist nach &sect;&nbsp;48 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 FGO die Personengesellschaft als Prozessstandschafterin der Gesellschafter, an die sich die gesonderte Feststellung inhaltlich richtet (&sect;&nbsp;179 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 AO), zur Erhebung der Klage gegen den Bescheid &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung der Eink&uuml;nfte gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;180 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a AO befugt. Die Klagebefugnis erfasst nicht nur die Feststellung der gemeinschaftlich erzielten Eink&uuml;nfte selbst, sondern alle mit den Eink&uuml;nften im Zusammenhang stehenden anderen Besteuerungsgrundlagen, die in Verbindung mit den Eink&uuml;nften gesondert und einheitlich festgestellt werden (vgl. BFH-Urteil vom 22.&nbsp;September 2011 IV&nbsp;R&nbsp;8\/09, BFHE 235, 287, BStBl II 2012, 183, zum Anteil am Gewerbesteuermessbetrag). Eine solche im Zusammenhang mit den Eink&uuml;nften stehende Besteuerungsgrundlage ist auch die Feststellung, dass ein ge&auml;nderter Bescheid &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung der Eink&uuml;nfte auf einem r&uuml;ckwirkenden Ereignis beruht (s. dazu nachstehend unter III.2.a).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Neben der Gesellschaft ist nach &sect;&nbsp;48 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 FGO auch der Gesellschafter selbst zur Erhebung der Klage befugt, soweit es sich um eine Frage handelt, die ihn pers&ouml;nlich angeht. Dass die Einkommensteuer auf einen festgestellten Gewinnanteil gegen&uuml;ber dem Gesellschafter pers&ouml;nlich festgesetzt wird und von ihm zu tragen ist, macht die Feststellung der Eink&uuml;nfte und des auf den Gesellschafter entfallenden Anteils an den Eink&uuml;nften noch nicht zu einer Frage, die den Gesellschafter i.S. des &sect;&nbsp;48 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;5 FGO pers&ouml;nlich angeht. Anderenfalls w&auml;ren immer alle Gesellschafter auch pers&ouml;nlich neben der Gesellschaft klagebefugt, was eine Klagebefugnis der Gesellschaft nach &sect;&nbsp;48 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 FGO &uuml;berfl&uuml;ssig machen und damit dem Zweck der Regelung, die Klagebefugnis der Gesellschafter einzuschr&auml;nken, entgegenstehen w&uuml;rde (vgl. BFH-Urteil vom 3.&nbsp;Februar 2010 IV&nbsp;R&nbsp;45\/07, BFHE 228, 312, BStBl II 2010, 689).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ist nun die Steuerschuldnerschaft des Gesellschafters kein Grund, ihm eine pers&ouml;nliche Klagebefugnis gegen den Gewinnfeststellungsbescheid zuzumessen, kann es sich mit der Verzinsung der Steuerschuld aufgrund eines nicht mit der Person des Gesellschafters selbst im Zusammenhang stehenden Umstands nicht anders verhalten. Im Streitfall ist der Beginn der Verzinsung davon abh&auml;ngig, ob die Aufgabe der Investitionsabsicht durch die Gesellschaft selbst ein r&uuml;ckwirkendes Ereignis i.S. des &sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;2a AO ist. F&uuml;r alle an den Eink&uuml;nften beteiligten Personen w&uuml;rde insoweit derselbe Beginn der Verzinsung gelten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>III. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet, soweit sie die Klage der Kl&auml;gerin betrifft, und war deshalb zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat zutreffend entschieden, dass der angefochtene Bescheid auf einem r&uuml;ckwirkenden Ereignis i.S. des &sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;2a AO beruht, und das FA deshalb verpflichtet, diese Besteuerungsgrundlage im Zusammenhang mit den gemeinschaftlich erzielten Eink&uuml;nften gesondert und einheitlich festzustellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das Begehren der Kl&auml;gerin richtet sich darauf, den Bescheid &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen um die Feststellung zu erg&auml;nzen, dass die &Auml;nderung des Bescheids auf einem r&uuml;ckwirkenden Ereignis i.S. des &sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;2a AO beruht. Dies ist dahin auszulegen, dass der Erlass eines Erg&auml;nzungsbescheids nach &sect;&nbsp;179 Abs.&nbsp;3 AO verlangt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect;&nbsp;179 Abs.&nbsp;3 AO ist eine in einem Feststellungsbescheid unterbliebene notwendige Feststellung in einem Erg&auml;nzungsbescheid nachzuholen. Erg&auml;nzt werden k&ouml;nnen nur solche Feststellungen, deren Fehlen den Feststellungsbescheid nicht wegen Unbestimmtheit rechtswidrig macht. Ein Feststellungsbescheid ist n&auml;mlich nicht deshalb rechtswidrig, weil in ihm notwendige Feststellungen unterblieben sind, soweit er hierdurch nicht inhaltlich unbestimmt wird (BFH-Urteil vom 14.&nbsp;Oktober 1987 I&nbsp;R&nbsp;381\/83, BFH\/NV 1989, 141). Ein Feststellungsbescheid kann demzufolge nicht mit dem Antrag auf Erg&auml;nzung erfolgreich angefochten werden. Die Erg&auml;nzung ist vielmehr nur durch Antrag auf Erlass eines Erg&auml;nzungsbescheids i.S. des &sect;&nbsp;179 Abs.&nbsp;3 AO geltend zu machen. Im Zweifel ist ein Rechtsbehelf, mit dem eine Erg&auml;nzung des Feststellungsbescheids geltend gemacht wird, in einen Antrag auf Erlass eines Erg&auml;nzungsbescheids umzudeuten (S&ouml;hn in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect;&nbsp;179 AO Rz&nbsp;355).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der ge&auml;nderte Gewinnfeststellungsbescheid h&auml;tte eine Feststellung dar&uuml;ber enthalten m&uuml;ssen, dass die &Auml;nderung auf einem r&uuml;ckwirkenden Ereignis beruht. Den Erlass eines Erg&auml;nzungsbescheids mit dieser Feststellung hat das FA zu Unrecht abgelehnt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;179 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2, &sect;&nbsp;180 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a AO werden die einkommensteuerpflichtigen und k&ouml;rperschaftsteuerpflichtigen Eink&uuml;nfte und mit ihnen im Zusammenhang stehende andere Besteuerungsgrundlagen gesondert und einheitlich festgestellt, wenn an den Eink&uuml;nften mehrere Personen beteiligt und die Eink&uuml;nfte diesen Personen steuerlich zuzurechnen sind. Zu den mit den Eink&uuml;nften in Zusammenhang stehenden Besteuerungsgrundlagen geh&ouml;rt auch die Feststellung, ob die &Auml;nderung eines Gewinnfeststellungsbescheids auf einem r&uuml;ckwirkenden Ereignis i.S. von &sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO und damit zugleich auch auf einem r&uuml;ckwirkenden Ereignis i.S. von &sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;2a AO beruht. Die Entscheidung dar&uuml;ber ist deshalb im Feststellungsverfahren zu treffen (BFH-Urteil vom 19.&nbsp;M&auml;rz 2009 IV&nbsp;R&nbsp;20\/08, BFHE 225, 292, BStBl II 2010, 528).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die &Auml;nderung des Gewinnfeststellungsbescheids 2007 f&uuml;r die Kl&auml;gerin beruht auf einem r&uuml;ckwirkenden Ereignis i.S. des &sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;2a AO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) F&uuml;hrt die Festsetzung der Einkommensteuer zu einem Unterschiedsbetrag &#8211;resultierend aus der festgesetzten Steuer, vermindert um die anzurechnenden Steuerabzugsbetr&auml;ge, um die anzurechnende K&ouml;rperschaftsteuer und um die bis zum Beginn des Zinslaufs festgesetzten Vorauszahlungen (&sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 AO)&#8211;, ist dieser unabh&auml;ngig davon, zu wessen Gunsten er ausf&auml;llt, nach &sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AO zu verzinsen. Der Zinslauf beginnt grunds&auml;tzlich 15&nbsp;Monate nach Ablauf des Kalenderjahres, in dem die Steuer entstanden ist (&sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 AO). Soweit die Steuerfestsetzung auf der Ber&uuml;cksichtigung eines r&uuml;ckwirkenden Ereignisses (&sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 und Abs.&nbsp;2 AO) beruht, beginnt der Zinslauf abweichend hiervon 15&nbsp;Monate nach Ablauf des Kalenderjahres, in dem das r&uuml;ckwirkende Ereignis eingetreten ist (&sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;2a AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Der Anwendungsbereich des &sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;2a AO ist im Streitfall er&ouml;ffnet. Die Regelung wird insoweit nicht durch &sect;&nbsp;7g EStG verdr&auml;ngt. Der Zinslauf ergibt sich deshalb bei &Auml;nderungen nach &sect;&nbsp;7g EStG aus &sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;2a AO, soweit diese Vorschrift nicht ausdr&uuml;cklich gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;4 EStG ausgeschlossen ist (gleicher Ansicht im Ergebnis Bartone in Korn, &sect;&nbsp;7g EStG n.F. Rz&nbsp;100; Gro&szlig;, Steuern und Bilanzen &#8211;StuB&#8211; 2009, 214, 215; Kratzsch, Gestaltende Steuerberatung 2009, 288, 295; ders. in Frotscher, EStG, Freiburg 2011, &sect;&nbsp;7g Rz&nbsp;71; Kulosa, DStR 2008, 131, 134; Schmidt\/Kulosa, EStG, 32.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;7g Rz&nbsp;30; Lambrecht in Kirchhof, EStG, 12.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;7g Rz&nbsp;37; Lehr, Neue Wirtschaftsbriefe &#8211;NWB&#8211;, Beratung aktuell 2007, 4141; B.&nbsp;Meyer in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;7g EStG Rz&nbsp;116; Meyer\/Ball, Finanz-Rundschau &#8211;FR&#8211; 2009, 641, 647; Ott, StuB 2008, 247, 248; Peetz, Deutsche Steuer-Zeitung &#8211;DStZ&#8211; 2008, 680, 689; We&szlig;ling, Betriebs-Berater 2010, 1450; ders., DStR 2011, 1645; anderer Ansicht BMF-Schreiben in BStBl I 2009, 633, Rn&nbsp;72; Bergan\/Martin, DStR 2011, 1546; Bl&uuml;mich\/ Brandis, &sect;&nbsp;7g EStG Rz&nbsp;66; Grune, Aktuelles Steuerrecht &#8211;AktStR&#8211; 2008, 1, 14; Hottmann, DStR 2009, 1236, 1241; Kaligin in Lademann, EStG, &sect;&nbsp;7g n.F. Rz&nbsp;35; Moritz, AktStR 2009, 337, 357; Pitzke, NWB Fach&nbsp;3, 14671, 14680; ders., NWB 2009, 2063, 2072; Roland in Bordewin\/Brandt, &sect;&nbsp;7g EStG n.F. Rz&nbsp;36; Rosarius, DStZ 2009, 463, 470; Wendt, FR 2008, 598, 602).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Nach &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;1 EStG kann ein Investitionsabzugsbetrag f&uuml;r die k&uuml;nftige Anschaffung oder Herstellung eines beweglichen Wirtschaftsguts des Anlageverm&ouml;gens unter dort n&auml;her bestimmten Voraussetzungen gewinnmindernd in Anspruch genommen werden. Vorausgesetzt wird insbesondere, dass der Steuerpflichtige beabsichtigt, das beg&uuml;nstigte Wirtschaftsgut in den dem Wirtschaftsjahr folgenden drei Wirtschaftsjahren anzuschaffen oder herzustellen (&sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a EStG). Im Wirtschaftsjahr der Anschaffung oder Herstellung ist der in Anspruch genommene Abzugsbetrag bis zur H&ouml;he von 40&nbsp;% der Anschaffungs- oder Herstellungskosten dem Gewinn hinzuzurechnen (&sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG). Soweit der Investitionsabzugsbetrag nicht bis zum Ende des Investitionszeitraums hinzugerechnet wurde, ist der gewinnmindernde Abzug r&uuml;ckg&auml;ngig zu machen. Der betreffende Steuer- oder Feststellungsbescheid ist auch dann zu &auml;ndern, wenn er bestandskr&auml;ftig ist (&sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;3 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zu der Frage, ob und von welchem Zeitpunkt an die sich im Fall der &Auml;nderung nach &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;3 EStG aufgrund des ge&auml;nderten Bescheids ergebende Steuernachzahlung zu verzinsen ist, enth&auml;lt das EStG in seiner f&uuml;r das Streitjahr geltenden Fassung keine Regelung. &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;4 EStG i.d.F. des Amtshilferichtlinie-Umsetzungsgesetzes (AmtshilfeRLUmsG) vom 26.&nbsp;Juni 2013 (BGBl I 2013, 1809), der jetzt ausdr&uuml;cklich die Anwendung des &sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;2a AO ausschlie&szlig;t, ist erst im Jahr 2013 in Kraft getreten (Art.&nbsp;31 Abs.&nbsp;1 AmtshilfeRLUmsG) und hat deshalb f&uuml;r die Entscheidung des Streitfalls keine Bedeutung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Bereits nach bisheriger Rechtslage existierte eine ausdr&uuml;ckliche Regelung allerdings f&uuml;r einen anderen Fall, in dem der Abzug des Investitionsabzugsbetrags nachtr&auml;glich r&uuml;ckg&auml;ngig zu machen ist. Wird das Wirtschaftsgut nach der Investition nicht entsprechend den Vorgaben des &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 EStG genutzt, muss der Abzug des Investitionsabzugsbetrags r&uuml;ckg&auml;ngig gemacht werden. Dies geschieht ebenfalls durch r&uuml;ckwirkende &Auml;nderung des betreffenden und ggf. bestandskr&auml;ftigen Steuer- oder Feststellungsbescheids (&sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;4 S&auml;tze&nbsp;2 und 3 EStG). F&uuml;r diesen Fall bestimmt &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;4 EStG, dass &sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;2a AO nicht anzuwenden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Es kann dahinstehen, ob eine &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;4 EStG entsprechende Regelung bewusst nicht in &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;3 EStG aufgenommen worden ist. H&auml;tte der Gesetzgeber bewusst auf eine solche Regelung f&uuml;r andere F&auml;lle, in denen Bescheide infolge nachtr&auml;glicher R&uuml;ckg&auml;ngigmachung des Investitionsabzugsbetrags zu &auml;ndern sind, verzichtet, g&auml;be es keinen Anlass, &sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;2a AO nicht anzuwenden, sofern seine Voraussetzungen erf&uuml;llt sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(4) K&ouml;nnte ein solches bewusstes Handeln des Gesetzgebers nicht festgestellt werden, lie&szlig;e sich eine Verdr&auml;ngung des &sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;2a AO aber ebenfalls nicht begr&uuml;nden. Dies w&auml;re nur im Wege einer analogen Anwendung des &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;4 EStG m&ouml;glich. Voraussetzung daf&uuml;r w&auml;re eine planwidrige Regelungsl&uuml;cke, die nur dann vorl&auml;ge, wenn umgekehrt festgestellt werden k&ouml;nnte, dass die &Uuml;bernahme der Regelung aus &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;4 EStG z.B. in &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;3 EStG versehentlich unterblieben ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Daf&uuml;r gibt es keine Anhaltspunkte. Vielmehr spricht die Schaffung einer umfassenden Neuregelung daf&uuml;r, dass die nur an einer Stelle ausdr&uuml;cklich geregelte Suspendierung des &sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;2a AO auch auf diesen Fall begrenzt bleiben sollte. Die Parallelit&auml;t der Korrekturvorschriften in &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;3 und Abs.&nbsp;4 EStG war dem Gesetzgeber bewusst, wie der Begr&uuml;ndung des Entwurfs des UntStRefG 2008 entnommen werden kann (BTDrucks 16\/4841, S.&nbsp;53). Zu &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;3 EStG hei&szlig;t es dort, als Folge der Korrektur der Veranlagung k&ouml;nne sich &quot;eine Verzinsung der daraus resultierenden Steuernachforderungen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;233a AO ergeben&quot;. Demgegen&uuml;ber lautet die Begr&uuml;ndung zu &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;4 EStG: &quot;Die R&uuml;ckg&auml;ngigmachung der Anwendung des &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;1 und 2 l&ouml;st nach Satz&nbsp;4 keinen abweichenden Zinslauf im Sinne des &sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;2a AO aus.&quot; Im Gesetzgebungsverfahren wurde der Entwurf des &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;4 EStG unver&auml;ndert &uuml;bernommen; der Entwurf des &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;3 EStG wurde auf Vorschlag des Finanzausschusses des Deutschen Bundestags nur insoweit ge&auml;ndert, als die Investitionsfrist nun drei statt zwei Jahre betr&auml;gt (BTDrucks 16\/5452, S.&nbsp;14). Anhaltspunkte daf&uuml;r, dass der Gesetzgeber den Grund f&uuml;r die &Auml;nderung des Bescheids nach &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;3 EStG im Unterschied zu &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;4 EStG nicht als r&uuml;ckwirkendes Ereignis beurteilt haben k&ouml;nnte, sind vor diesem Hintergrund nicht ersichtlich (anderer Ansicht Bergan\/ Martin, DStR 2011, 1546, 1547; Bl&uuml;mich\/Brandis, &sect;&nbsp;7g EStG Rz&nbsp;66; BMF-Schreiben in BStBl I 2009, 633, Rn&nbsp;72 a.E.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;2a AO sind im Streitfall erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Die Frage, ob der nachtr&auml;glichen &Auml;nderung des Sachverhalts r&uuml;ckwirkende steuerliche Bedeutung zukommt, bestimmt sich im Anwendungsbereich des &sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;2a AO ebenso wie bei &sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO allein nach dem jeweils einschl&auml;gigen materiellen Recht (BFH-Urteil vom 18.&nbsp;Mai 1999 I&nbsp;R&nbsp;60\/98, BFHE 188, 542, BStBl II 1999, 634, unter Bezugnahme auf den Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 19.&nbsp;Juli 1993 GrS&nbsp;2\/92, BFHE 172, 66, BStBl II 1993, 897). Aufgrund welcher verfahrensrechtlichen Norm eine r&uuml;ckwirkende steuerliche Ber&uuml;cksichtigung des nachtr&auml;glich eingetretenen Ereignisses m&ouml;glich ist, hat f&uuml;r die Anwendung des &sect;&nbsp;233a Abs.&nbsp;2a AO danach keine Bedeutung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Der Wegfall der Investitionsabsicht in einem Wirtschaftsjahr nach Inanspruchnahme des Investitionsabzugsbetrags und vor Ablauf der Investitionsfrist des &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a EStG l&auml;sst die Voraussetzungen f&uuml;r den Investitionsabzugsbetrag entfallen. Diese kn&uuml;pfen an das Bestehen der Investitionsabsicht w&auml;hrend der gesamten Investitionsfrist an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Haben die Voraussetzungen im Abzugsjahr vorgelegen und fallen diese sp&auml;ter weg, hat dies zur Folge, dass der Abzug im Jahr der Gewinnminderung nachtr&auml;glich unzul&auml;ssig wird und r&uuml;ckg&auml;ngig zu machen ist. Eine Gewinnerh&ouml;hung im Jahr des Wegfalls der Voraussetzungen f&uuml;r den Investitionsabzugsbetrag sieht &sect;&nbsp;7g EStG nicht vor. Vielmehr regelt die Vorschrift, dass sowohl im Fall des Ausbleibens der Investition (&sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;3 EStG) als auch im Fall des Nichteinhaltens der Nutzungs- und Verbleibensvoraussetzungen nach der Investition (&sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;4 EStG) der Abzug im Jahr der Gewinnminderung r&uuml;ckg&auml;ngig zu machen ist. Demgem&auml;&szlig; muss auch im Fall des Wegfalls der Investitionsabsicht die Gewinnminderung im Jahr des Abzugs r&uuml;ckg&auml;ngig gemacht werden. Der Wegfall der Investitionsabsicht hat damit materielle R&uuml;ckwirkung auf das Jahr der Gewinnminderung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Das FG hat das FA danach zu Recht verpflichtet, die Feststellung nachzuholen, dass die &Auml;nderung auf einem r&uuml;ckwirkenden Ereignis beruht. Die Revision des FA war deshalb zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.7.2013, IV R 9\/12 Zinslauf bei r&uuml;ckwirkendem Wegfall einer Voraussetzung f&uuml;r den Investitionsabzugsbetrag Leits&auml;tze 1. Der Wegfall der Investitionsabsicht vor Ablauf der Investitionsfrist hat zur Folge, dass die Gewinnminderung durch den Investitionsabzugsbetrag r&uuml;ckg&auml;ngig zu machen ist. 2. Die aus diesem Grund festgesetzte Einkommensteuer war vor Inkrafttreten des &sect; 7g Abs. 3 Satz &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-9-12-zinslauf-bei-rueckwirkendem-wegfall-einer-voraussetzung-fuer-den-investitionsabzugsbetrag\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IV&nbsp;R&nbsp;9\/12 &#8211; Zinslauf bei r&uuml;ckwirkendem Wegfall einer Voraussetzung f&uuml;r den Investitionsabzugsbetrag<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-59624","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/59624","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=59624"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/59624\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=59624"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=59624"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=59624"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}