{"id":59954,"date":"2013-09-18T15:59:20","date_gmt":"2013-09-18T13:59:20","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=59954"},"modified":"2013-09-18T15:59:20","modified_gmt":"2013-09-18T13:59:20","slug":"ix-r-24-11-tatbestandsverwirklichung-bei-schuldrechtlichem-nutzungsrecht-keine-mindestlaufzeit-erforderlich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-24-11-tatbestandsverwirklichung-bei-schuldrechtlichem-nutzungsrecht-keine-mindestlaufzeit-erforderlich\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;24\/11 &#8211; Tatbestandsverwirklichung bei schuldrechtlichem Nutzungsrecht; keine Mindestlaufzeit erforderlich"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 24.10.2012, IX R 24\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Tatbestandsverwirklichung bei schuldrechtlichem Nutzungsrecht; keine Mindestlaufzeit erforderlich<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) wurden 2003 (Streitjahr) zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Die Kl&auml;gerin ist Eigent&uuml;merin eines an Dritte vermieteten Hauses. Am 8.&nbsp;Dezember 2002 schloss sie mit ihrer vollj&auml;hrigen Tochter einen &quot;Vertrag zur Nutzungs&uuml;berlassung&quot; mit folgendem Inhalt ab:<br \/>&quot;1. Die &Uuml;berlasserin <em>(Kl&auml;gerin)<\/em> &uuml;bertr&auml;gt der Berechtigten <em>(Tochter)<\/em> das Nutzungsrecht an ihrem Haus in S.<br \/>2. Das Nutzungsrecht beginnt am 1.&nbsp;Januar 2003.<br \/>3. Das Nutzungsrecht kann von beiden Beteiligten mit einer Frist von drei Monaten zum Ende eines Kalenderhalbjahres ohne Angabe von Gr&uuml;nden gek&uuml;ndigt werden.<br \/>4. Die Berechtigte ist verpflichtet, die Verwaltungs- und Unterhaltskosten insgesamt zu &uuml;bernehmen. Dies beinhaltet auch au&szlig;ergew&ouml;hnliche Instandsetzungskosten.<br \/>5. Dar&uuml;ber hinaus ist die Berechtigte verpflichtet, die von den Mietern der Wohnung zu zahlenden Nebenkostenpauschale von zur Zeit &#8230; monatlich an die &Uuml;berlasserin zu &uuml;berweisen, ebenso die anderen Kosten, die durch die Wohnung entstehen. Kosten, die nicht auf die Mieter umgelegt werden k&ouml;nnen, &uuml;bernimmt ebenfalls die Berechtigte.<br \/>6. Mieteinnahmen, die nach Vertragsbeginn noch auf dem Konto der &Uuml;berlasserin eingehen, &uuml;berweist die &Uuml;berlasserin abz&uuml;glich der Kosten gem&auml;&szlig; der Punkte 4 und 5 auf das Konto der Berechtigten.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 10.&nbsp;Dezember 2002 vereinbarten die Kl&auml;gerin und ihre Tochter in einem als &quot;Nachtrag zum Mietvertrag &#8230;&quot; bezeichneten und auch von den Mietern des Hauses in S unterzeichneten Vertrag, dass die Tochter ab dem 1.&nbsp;Januar 2003 in die Rechtsstellung der Kl&auml;gerin als Vermieterin eintritt. Diese k&uuml;ndigte die Nutzungs&uuml;berlassung an die Tochter fristgerecht zum 30.&nbsp;Juni 2006.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) rechnete die Eink&uuml;nfte aus der Vermietung des Hauses (6.565&nbsp;EUR) der Kl&auml;gerin zu, weil im Vertrag keine Mindestlaufzeit von einem Jahr vereinbart wurde und die &Uuml;berlassung somit ohne gesicherte Rechtsposition erfolgt sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach insoweit erfolglosem Einspruch gab das Finanzgericht (FG) der Klage statt. Nicht die Kl&auml;gerin, sondern ihre Tochter habe hinsichtlich des Hauses in S den Tatbestand der Einkunftsart Vermietung und Verpachtung erf&uuml;llt. Mit dem Nutzungs&uuml;berlassungsvertrag sei zweifellos ein schuldrechtliches Nutzungsrecht zivilrechtlich wirksam bestellt worden, die Tochter sei auch durch rechtsgesch&auml;ftliche Vertrags&uuml;bernahme in die Vermieterstellung eingetreten. F&uuml;r die Annahme einer &quot;gesicherten Rechtsposition&quot; wie f&uuml;r eine von vornherein vereinbarte Mindestlaufzeit von einem Jahr finde sich im Gesetz keine Grundlage. Das einger&auml;umte Nutzungsrecht sei von der Tochter &uuml;ber einen Zeitraum von dreieinhalb Jahren auch tats&auml;chlich ausge&uuml;bt worden; damit habe die Tochter im Streitfall auch &uuml;ber eine &quot;gesicherte Rechtsposition&quot; verf&uuml;gt. Die Vermietungseink&uuml;nfte aus dem Haus in S m&uuml;ssten daher bei der Kl&auml;gerin au&szlig;er Ansatz bleiben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dagegen richtet sich die Revision des FA, mit der die Verletzung materiellen Rechts (&sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes i.d.F. des Streitjahres &#8211;EStG&#8211;) ger&uuml;gt wird. Es ist der Ansicht, dass die Vermietungseink&uuml;nfte der Kl&auml;gerin zuzurechnen seien. Denn Voraussetzung sei bei einem unentgeltlich einger&auml;umten obligatorischen Nutzungsrecht, dass der Nutzungsberechtigte eine gesicherte Rechtsposition innehabe; dazu d&uuml;rfe sie ihm nicht mehr entzogen werden k&ouml;nnen und m&uuml;sse zwingend f&uuml;r mindestens ein Jahr &uuml;berlassen worden sein (vgl. Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 29.&nbsp;November 1983 VIII&nbsp;R&nbsp;215\/79, BFHE 140, 199, BStBl II 1984, 366, unter 2.a, und VIII&nbsp;R&nbsp;184\/83, BFHE 140, 203, BStBl II 1984, 371, unter 2.c; sowie Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen &#8211;BMF&#8211; vom 24.&nbsp;Juli 1998, BStBl I 1998, 914, Rz&nbsp;7). Diese Grunds&auml;tze verkenne das FG, wenn es eine solche Rechtsposition bereits bei einer Mindestlaufzeit von sechs Monaten annehme. Auf die tats&auml;chliche Dauer der Nutzungs&uuml;berlassung (hier: dreieinhalb Jahre) k&ouml;nne es nicht ankommen, zumal sie nichts &uuml;ber die wirtschaftlichen Dispositionsbefugnisse aussage. Der Nutzungsberechtigte m&uuml;sse jederzeit mit K&uuml;ndigung der Nutzungs&uuml;berlassung rechnen und daher vom Abschluss von Mietvertr&auml;gen absehen. Folglich fehle es an den ma&szlig;gebenden wirtschaftlichen Dispositionsbefugnissen auch dann, wenn keine Mindestvertragslaufzeit vereinbart sei, der Eigent&uuml;mer aber &#8211;wie hier&#8211; erst nach einigen Jahren von seinem K&uuml;ndigungsrecht Gebrauch mache. Auch die Vertragserg&auml;nzung vom Juli 2004 &uuml;ber die (nunmehr einj&auml;hrige) Mindestlaufzeit &auml;ndere daran f&uuml;r das Streitjahr nichts.<br \/>Dem stehe das BFH-Urteil vom 19.&nbsp;November 2003 IX&nbsp;R&nbsp;54\/00 (BFH\/NV 2004, 1079) nicht entgegen. Zum einen basiere es auf einem abweichenden Sachverhalt (notarielle Vertr&auml;ge; lebensl&auml;nglicher Nie&szlig;brauch; minderj&auml;hrige Kinder, f&uuml;r die ihr Vater als gesetzlicher Vertreter und damaliger Kl&auml;ger ohnehin die Vermietungst&auml;tigkeit ausge&uuml;bt habe); zum anderen sei das Urteil nicht im BStBl ver&ouml;ffentlicht und demzufolge auch das Schreiben des BMF (in BStBl I 1998, 914) nicht ge&auml;ndert worden. Die Ausf&uuml;hrungen zur Mindestlaufzeit von einem Jahr w&uuml;rden somit weiterhin gelten. Im &Uuml;brigen setze sich das Urteil des BFH (in BFH\/NV 2004, 1079) weder mit den Urteilen des BFH (in BFHE 140, 199, BStBl II 1984, 366, und in BFHE 140, 203, BStBl II 1984, 371, sowie vom 27.&nbsp;Juni 1996 IV&nbsp;R&nbsp;82\/95, BFH\/NV 1997, 101) noch mit der im BMF-Schreiben (in BStBl I 1998,914) vertretenen Auffassung der Verwaltung auseinander.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das Urteil des FG aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<br \/>Sie sind auf der Basis der BFH-Rechtsprechung der Ansicht, die Tochter habe eindeutig die Vermietert&auml;tigkeit wirtschaftlich ausge&uuml;bt. Daher seien die Eink&uuml;nfte aus der Vermietung nicht der Kl&auml;gerin, sondern der Tochter zuzuordnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Zu Recht hat das FG die Eink&uuml;nfte aus dem Haus in S nicht der Kl&auml;gerin, sondern deren Tochter zugerechnet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. a) Wem Eink&uuml;nfte zuzurechnen sind, h&auml;ngt davon ab, wer den Tatbestand der Einkunftserzielung erf&uuml;llt (vgl. BFH-Urteil vom 7.&nbsp;Juni 2006 IX&nbsp;R&nbsp;14\/04, BFH\/NV 2006, 2053, unter II.2.). Den objektiven Tatbestand der Einkunftsart Vermietung und Verpachtung verwirklicht, wer einem anderen eines der in &sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG genannten Wirtschaftsg&uuml;ter entgeltlich auf Zeit zum Gebrauch oder zur Nutzung &uuml;berl&auml;sst; ihm m&uuml;ssen die Rechte und Pflichten aus einem Miet- oder Pachtvertrag oder einem &auml;hnlichen Vertrag &uuml;ber eine Nutzungs&uuml;berlassung &#8211;rechtlich oder tats&auml;chlich&#8211; zurechenbar sein (vgl. BFH-Urteile in BFH\/NV 2004, 1079; vom 6.&nbsp;September 2006 IX&nbsp;R&nbsp;13\/05, BFH\/NV 2007, 406).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Auch ein (nur befristetes) schuldrechtliches Nutzungsrecht kann zu einer Zurechnung der Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung nach &sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;1 EStG f&uuml;hren (vgl. BFH-Urteile vom 26.&nbsp;April 2006 IX&nbsp;R&nbsp;22\/04, BFH\/NV 2006, 2046; vom 16.&nbsp;Januar 2007 IX&nbsp;R&nbsp;69\/04, BFHE 216, 329, BStBl II 2007, 579, unter II.1.a, m.w.N.). W&auml;hrend indes mit Einr&auml;umung eines Nie&szlig;brauchs an einem bereits vermieteten Grundst&uuml;ck der Nutzungsberechtigte kraft Gesetzes (&sect;&sect;&nbsp;566, 567 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs) in die Rechtsstellung des Eigent&uuml;mers als Vermieter eintritt (vgl. BFH-Urteil vom 26.&nbsp;April 1983 VIII&nbsp;R&nbsp;205\/80, BFHE 138, 242, BStBl II 1983, 502, unter II.1. a.E.; in BFH\/NV 2004, 1079), bedarf es bei einem schuldrechtlichen Nutzungsrecht der rechtsgesch&auml;ftlichen Vertrags&uuml;bernahme, etwa durch entsprechende Vereinbarung der Vertragsparteien (&Uuml;berlassender und &Uuml;bernehmender) unter Zustimmung der Mieter (vgl. BFH-Urteile in BFHE 138, 242, BStBl II 1983, 502; in BFH\/NV 2006, 2046).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Diesen Ma&szlig;st&auml;ben entspricht die Vorentscheidung. Die Revision des FA ist daher zur&uuml;ckzuweisen. Das FG ist auf der Basis der BFH-Rechtsprechung ohne Rechtsfehler zu dem Ergebnis gelangt, dass die Kl&auml;gerin in Bezug auf das Haus in S nicht den Tatbestand des &sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG verwirklicht und ihr daher die daraus erzielten Vermietungseink&uuml;nfte auch nicht zuzurechnen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit (privat-)schriftlichem Vertrag vom Dezember 2002 hat die Kl&auml;gerin ihrer vollj&auml;hrigen Tochter das (schuldrechtliche) Nutzungsrecht an dem ihr, der Kl&auml;gerin, geh&ouml;renden Haus in S einger&auml;umt. Dieser Vertrag wurde nach den bindenden tats&auml;chlichen Feststellungen des FG (vgl. &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO) zivilrechtlich wirksam abgeschlossen und tats&auml;chlich durchgef&uuml;hrt; er war daher mangels entgegenstehender Umst&auml;nde auch steuerrechtlich anzuerkennen. Durch unstreitige rechtsgesch&auml;ftliche Vertrags&uuml;bernahme im Dezember 2002 unter Zustimmung der Mieter ist die Tochter auch in die (bisherige) Vermieterstellung (der Kl&auml;gerin) eingetreten. Dabei kann dahinstehen, ob in solchen F&auml;llen &#8211;wie von der Verwaltung verlangt (BMF-Schreiben in BStBl I 1998, 914, Rz&nbsp;7)&#8211; der Nutzungsberechtigte (zus&auml;tzlich) eine &quot;gesicherte Rechtsposition&quot; innehaben muss; denn eine solche hat das FG nach Ma&szlig;gabe der BFH-Rechtsprechung zutreffend in Gestalt des vertraglich einger&auml;umten Nutzungsrechts als gegeben erachtet (s. dazu BFH-Urteil in BFH\/NV 2004, 1079, unter II.1.b; zu formlosen Leihvertr&auml;gen z.B. BFH-Urteile vom 21.&nbsp;Januar 1986 IX&nbsp;R&nbsp;27\/83, BFH\/NV 1986, 456; vom 27.&nbsp;Juni 1995 IX&nbsp;R&nbsp;29\/90, BFH\/NV 1996, 28; vom 16.&nbsp;April 2002 IX&nbsp;R&nbsp;53\/98, BFH\/NV 2002, 1152). Dar&uuml;ber hinaus findet sich f&uuml;r das Erfordernis einer Mindestlaufzeit f&uuml;r die Dauer von einem Jahr (so BMF-Schreiben in BStBl I 1998, 914, Rz&nbsp;7) im Gesetz keine Grundlage. Im &Uuml;brigen wurde das Nutzungsrecht unter Ber&uuml;cksichtigung der Entwicklung auch nach dem Streitjahr (vgl. BFH-Urteile vom 27.&nbsp;Juli 2004 IX&nbsp;R&nbsp;73\/01, BFH\/NV 2005, 192; vom 31.&nbsp;Juli 2007 IX&nbsp;R&nbsp;8\/07, BFH\/NV 2008, 350) unstreitig &uuml;ber insgesamt dreieinhalb Jahre durch die Tochter tats&auml;chlich ausge&uuml;bt. Danach mussten die Eink&uuml;nfte aus dem Haus in S bei der Kl&auml;gerin mangels Tatbestandsverwirklichung au&szlig;er Ansatz bleiben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 24.10.2012, IX R 24\/11 Tatbestandsverwirklichung bei schuldrechtlichem Nutzungsrecht; keine Mindestlaufzeit erforderlich Tatbestand 1&nbsp; I. Die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) wurden 2003 (Streitjahr) zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Die Kl&auml;gerin ist Eigent&uuml;merin eines an Dritte vermieteten Hauses. Am 8.&nbsp;Dezember 2002 schloss sie mit ihrer vollj&auml;hrigen Tochter einen &quot;Vertrag zur Nutzungs&uuml;berlassung&quot; mit folgendem Inhalt ab:&quot;1. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-24-11-tatbestandsverwirklichung-bei-schuldrechtlichem-nutzungsrecht-keine-mindestlaufzeit-erforderlich\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IX&nbsp;R&nbsp;24\/11 &#8211; Tatbestandsverwirklichung bei schuldrechtlichem Nutzungsrecht; keine Mindestlaufzeit erforderlich<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-59954","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/59954","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=59954"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/59954\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=59954"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=59954"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=59954"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}