{"id":59986,"date":"2013-09-18T16:02:37","date_gmt":"2013-09-18T14:02:37","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=59986"},"modified":"2013-09-18T16:02:37","modified_gmt":"2013-09-18T14:02:37","slug":"ii-r-32-11-verwertungsbefugnis-an-grundstuecken-gemaess-par-1-abs-2-grestg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-32-11-verwertungsbefugnis-an-grundstuecken-gemaess-par-1-abs-2-grestg\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;32\/11 &#8211; Verwertungsbefugnis an Grundst&uuml;cken gem&auml;&szlig; &sect; 1 Abs. 2 GrEStG"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 24.4.2013, II R 32\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Verwertungsbefugnis an Grundst&uuml;cken gem&auml;&szlig; &sect; 1 Abs. 2 GrEStG<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Nach &sect; 1 Abs. 2 GrEStG unterliegen der Grunderwerbsteuer auch solche Rechtsvorg&auml;nge, die es dem Erwerber erm&ouml;glichen, sich den Wert des Grundst&uuml;cks f&uuml;r eigene Rechnung nutzbar zu machen. Einwirkungsm&ouml;glichkeiten eines Gesellschafters auf Gesellschaftsebene ohne konkreten Grundst&uuml;cksbezug reichen daf&uuml;r nicht aus.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) ist eine kurz nach dem ersten Weltkrieg zur Erhebung von Zuschl&auml;gen auf den Kohlepreis zwecks Errichtung und Verwaltung von Wohnungen f&uuml;r Bergleute gegr&uuml;ndete Gesellschaft. Sie erwarb aus den Zuschl&auml;gen Grundst&uuml;cke im eigenen Namen, errichtete Wohnungen f&uuml;r Bergleute und beteiligte sich an Wohnungsbaugenossenschaften. Nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 des Bergmannssiedlungsgesetzes (BergSiedlG) vom 10.&nbsp;M&auml;rz 1930 war das Verm&ouml;gen, das durch Zuschl&auml;ge auf die Kohlepreise geschaffen worden war (das sog. Bergmannssiedlungsverm&ouml;gen), Eigentum des Reichs und sollte von Treuhandstellen, zu denen auch die Kl&auml;gerin geh&ouml;rte, verwaltet werden. &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 BergSiedlG erm&auml;chtigte die Treuhandstellen, die Rechte am Bergmannssiedlungsverm&ouml;gen in eigenem Namen geltend zu machen. Nach Art.&nbsp;II Nr.&nbsp;1 BergSiedlG vom 2.&nbsp;Mai 1934 gingen die Anteile der Gesellschafter an den Treuhandstellen entsch&auml;digungslos auf das Reich &uuml;ber.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach 1945 wurde der Gesellschaftsvertrag der Kl&auml;gerin mehrfach ge&auml;ndert. Die auf die Bundesrepublik Deutschland (Bund) als Nachfolgerin des Deutschen Reichs &uuml;bergegangenen Gesellschaftsanteile wurden zwischen 1964 und 1973 sukzessive auf die fr&uuml;heren Gesellschafter der Kl&auml;gerin bzw. deren Rechtsnachfolger zur&uuml;ck&uuml;bertragen. Nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;7 Satz&nbsp;1 des ab 1973 geltenden Gesellschaftsvertrags verwaltete die Kl&auml;gerin das Bergmannssiedlungsverm&ouml;gen als Treuh&auml;nderin des Bundes. Das Bergmannssiedlungsverm&ouml;gen war nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;7 Satz&nbsp;2 des Gesellschaftsvertrags wie eine stimmrechtslose Stammeinlage des Bundes zu behandeln. Dem Bund waren im Gesellschaftsvertrag Aufsichts- und Kontrollrechte einger&auml;umt. Im Falle der Aufl&ouml;sung der Gesellschaft sollten die Gesellschafter und der Bund nach Befriedigung s&auml;mtlicher Gl&auml;ubiger und Deckung der Kosten ihre Einlagen und das Bergmannssiedlungsverm&ouml;gen zur&uuml;ckerhalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin erwarb und ver&auml;u&szlig;erte seit ihrem Bestehen Grundst&uuml;cke des Bergmannssiedlungsverm&ouml;gens. Weder das Deutsche Reich noch der Bund erteilten ihr dabei Weisungen. Die Kl&auml;gerin war und ist als Eigent&uuml;merin der jeweiligen Grundst&uuml;cke in den Grundb&uuml;chern eingetragen. Ein Hinweis auf eine Treuhandschaft erfolgte weder in den Vertr&auml;gen noch in den Grundb&uuml;chern. Weder das Deutsche Reich noch der Bund wurden als Treugeber zur Grunderwerbsteuer herangezogen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwischen der Kl&auml;gerin und dem Bund bestand seit Jahrzehnten Uneinigkeit dar&uuml;ber, ob und in welchem Umfang das Bergmannssiedlungsverm&ouml;gen Eigentum des Bundes sei. W&auml;hrend der Bund die Auffassung vertrat, dass die Kl&auml;gerin das Bergmannssiedlungsverm&ouml;gen lediglich treuh&auml;nderisch f&uuml;r ihn verwalte, war die Kl&auml;gerin der Ansicht, dass das Bergmannssiedlungsverm&ouml;gen Verm&ouml;gen der Gesellschaft sei. Mit Vertrag vom 14.&nbsp;Juni 2007 vereinbarten die Kl&auml;gerin und der Bund, dass dieser gegen eine Abfindung auf etwaige gegenw&auml;rtige oder zuk&uuml;nftige Anspr&uuml;che auf das Bergmannssiedlungsverm&ouml;gen verzichtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit einem auf &sect;&nbsp;17 des Grunderwerbsteuergesetzes (GrEStG) beruhenden Feststellungsbescheid vom 8.&nbsp;Juli 2008 stellte der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) fest, dass Grunderwerbsteuer auf die gezahlte Abfindung zu erheben sei. Durch den Verzicht auf seinen Herausgabeanspruch habe der Bund der Kl&auml;gerin die Verwertungsbefugnis an dem Bergmannssiedlungsverm&ouml;gen verschafft. Hierdurch werde der Tatbestand des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2 GrEStG erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhobenen Klage statt. Seiner Ansicht nach bestand vor dem Vergleich kein rechtsgesch&auml;ftlich vereinbartes Treuhandverh&auml;ltnis im Hinblick auf die im Eigentum der Kl&auml;gerin stehenden Grundst&uuml;cke. Ein solches Treuhandverh&auml;ltnis lasse sich auch nicht aus den gesetzlichen Regelungen &uuml;ber das Bergmannssiedlungsverm&ouml;gen oder aus den Gesellschaftsvertr&auml;gen der Kl&auml;gerin herleiten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision r&uuml;gt das FA die Verletzung des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2 GrEStG. Aus dem BergSiedlG ergebe sich eine Treuhandschaft zwischen der Kl&auml;gerin und dem Deutschen Reich, sp&auml;ter zwischen ihr und dem Bund. Die Kl&auml;gerin sei als Treuh&auml;nderin jederzeit zur Herausgabe der Grundst&uuml;cke verpflichtet gewesen. Eigenes wirtschaftliches Eigentum an dem Grundverm&ouml;gen habe die Kl&auml;gerin erst durch den Vergleich aus dem Jahre 2007 erlangt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Vorentscheidung aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und war daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Zutreffend ist das FG davon ausgegangen, dass die Vereinbarung zwischen der Kl&auml;gerin und dem Bund die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2 GrEStG nicht erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2 GrEStG unterliegen der Grunderwerbsteuer auch solche Rechtsvorg&auml;nge, die vom Wechsel im Eigentum abgesehen den in &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 GrEStG beschriebenen Erwerbsvorg&auml;ngen so nahe kommen, dass sie es dem Erwerber erm&ouml;glichen, sich den Wert des Grundst&uuml;cks f&uuml;r eigene Rechnung nutzbar zu machen (Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 3.&nbsp;Mai 1973 II&nbsp;R&nbsp;37\/68, BFHE 109, 476, BStBl II 1973, 709; vom 27.&nbsp;Juli 1994 II&nbsp;R&nbsp;67\/91, BFH\/NV 1995, 269, und vom 1.&nbsp;M&auml;rz 2000 II&nbsp;R&nbsp;53\/98, BFHE 191, 416, BStBl II 2000, 357).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Rechtsvorgang, auf dem diese sog. Verwertungsbefugnis beruht, kann sowohl privatrechtlicher als auch &ouml;ffentlich-rechtlicher Natur sein (vgl. Fischer in Boruttau, Grunderwerbsteuergesetz, 17.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;1 Rz&nbsp;645). Verzichtet ein Treugeber auf seinen Herausgabeanspruch gegen&uuml;ber dem Treuh&auml;nder, kann darin die Verschaffung der Verwertungsbefugnis zu sehen sein, wenn zuvor ein Treuhandverh&auml;ltnis bestand, aufgrund dessen der Treugeber sich den Wert eines Grundst&uuml;cks jederzeit nutzbar machen konnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Einwirkungsm&ouml;glichkeiten eines Gesellschafters auf Gesellschaftsebene reichen f&uuml;r eine Verwertungsbefugnis i.S. des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2 GrEStG nicht aus. Das folgt aus der Systematik des Grunderwerbsteuerrechts, das Gesamthandsgemeinschaften und Kapitalgesellschaften als eigene Rechtssubjekte behandelt und Gesellschaftern die im Eigentum der Gesellschaft stehenden Grundst&uuml;cke grunderwerbsteuerrechtlich nur ausnahmsweise zuordnet, wenn mindestens 95&nbsp;% der Anteile an der Gesellschaft in einer Hand vereinigt sind (&sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 GrEStG; vgl. Pahlke\/ Franz, Grunderwerbsteuergesetz, Kommentar, 4.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;1 Rz&nbsp;247). Selbst die Stellung als Alleingesellschafter einer GmbH begr&uuml;ndet keine Verwertungsbefugnis i.S. des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2 GrEStG. Dieser kann zwar darauf hinwirken, dass Grundst&uuml;cke ver&auml;u&szlig;ert werden, und &uuml;ber den Gewinn der Gesellschaft einen etwaigen Mehrerl&ouml;s aus der Ver&auml;u&szlig;erung an sich ziehen. Er ist daf&uuml;r jedoch auf seine Mitwirkungsrechte in den Organen der GmbH, deren Handeln der GmbH zuzurechnen ist, angewiesen (BFH-Urteil in BFHE 191, 416, BStBl II 2000, 357; Fischer, a.a.O., &sect;&nbsp;1 Rz&nbsp;760; Pahlke\/Franz, a.a.O., &sect;&nbsp;1 Rz&nbsp;247).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Ausgehend von diesen &Uuml;berlegungen hat das FG zutreffend angenommen, dass der Vergleich zwischen der Kl&auml;gerin und dem Bund, durch die der Bund auf etwaige Herausgabe- und Ausgleichsanspr&uuml;che gegen Zahlung des vereinbarten Betrags verzichtet hat, keine Verwertungsbefugnis der Kl&auml;gerin i.S. von &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;2 GrEStG begr&uuml;ndet. Weder das BergSiedlG noch die Regelungen des Gesellschaftsvertrags haben ein Treuhandverh&auml;ltnis begr&uuml;ndet, das dem Bund als Treugeber erm&ouml;glicht h&auml;tte, die im Eigentum der Kl&auml;gerin stehenden Grundst&uuml;cke f&uuml;r eigene Rechnung zu verwerten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Aus den Regelungen des BergSiedlG l&auml;sst sich ein solches Treuhandverh&auml;ltnis nicht herleiten. Danach ergab sich zwar, dass die Kl&auml;gerin das Bergmannssiedlungsverm&ouml;gen f&uuml;r das Reich treuh&auml;nderisch verwalten sollte. Es fehlt jedoch an konkreten Aussagen dazu, wie diese treuh&auml;nderische Verwaltung rechtlich ausgestaltet sein sollte und welche Rechte und welche Pflichten Treuh&auml;nder und Treugeber zustanden. Aus der Feststellung der treuh&auml;nderischen Verwaltung folgt nicht automatisch ein jederzeitiger Herausgabeanspruch des Bundes in Bezug auf die einzelnen im Eigentum der Kl&auml;gerin befindlichen Grundst&uuml;cke. Nur mittels Geltendmachung solcher Herausgabeanspr&uuml;che h&auml;tte sich der Bund jedoch einen etwaigen Wertzuwachs der Grundst&uuml;cke jederzeit nutzbar machen k&ouml;nnen. Dabei kann es letztlich dahinstehen, wem &#8211;wirtschaftlich gesehen&#8211; das Eigentum an dem gesamten Bergmannssiedlungsverm&ouml;gen zustand. Im Rahmen der Grunderwerbsteuer ist allein ma&szlig;geblich, dass sich die Verwertungsbefugnis auf einzelne Grundst&uuml;cke bezieht. Dies l&auml;sst sich der gesetzlichen Regelung nicht entnehmen und folgt auch nicht aus der tats&auml;chlichen Durchf&uuml;hrung derselben durch den Bund und die Kl&auml;gerin. Nach den Feststellungen des FG hat die Kl&auml;gerin w&auml;hrend der &uuml;ber Jahrzehnte g&uuml;ltigen gesetzlichen Regelung ohne R&uuml;cksprache mit dem Reich oder dem Bund Grundst&uuml;cke erworben und verkauft. Das Reich und der Bund haben keine Herausgabeanspr&uuml;che geltend gemacht oder die Verwertung einzelner Grundst&uuml;cke zu ihren Gunsten verlangt. Selbst die gesellschaftsvertraglichen Kontrollrechte wurden nicht wahrgenommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Ein Herausgabeanspruch an den einzelnen, zum Bergmannssiedlungsverm&ouml;gen geh&ouml;renden Grundst&uuml;cken folgt auch nicht aus dem Gesellschaftsvertrag der Kl&auml;gerin in der im Streitfall geltenden Fassung. Danach wird dem Bund ausdr&uuml;cklich die Rolle eines stillen Gesellschafters, der das Bergmannssiedlungsverm&ouml;gen als stille Einlage geleistet hat, zugebilligt. Diese gesellschaftsrechtliche Stellung begr&uuml;ndet lediglich einen Anspruch auf einen Anteil am Liquidationserl&ouml;s bei Aufl&ouml;sung der Gesellschaft, nicht jedoch einen Anspruch auf &Uuml;bereignung einzelner Grundst&uuml;cke aus dem Bergmannssiedlungsverm&ouml;gen oder gar die Auskehrung des gesamten Bergmannssiedlungsverm&ouml;gens. Dem Bund standen nach den Regelungen des Gesellschaftsvertrags lediglich Aufsichtsrechte &uuml;ber seinen Vertreter im Verwaltungsrat zu. Damit konnte der Bund keinen unmittelbaren Einfluss auf die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung nehmen und diese z.B. anweisen, bestimmte Grundst&uuml;cke auf seine Rechnung au&szlig;erhalb der &uuml;blichen Gesch&auml;ftst&auml;tigkeit der Gesellschaft zu verwerten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Aus dem Wortlaut des zwischen der Kl&auml;gerin und dem Bund geschlossenen Vergleichs l&auml;sst sich nichts anderes herleiten. Danach gingen die Beteiligten selbst nicht davon aus, dass dem Bund als Treuh&auml;nder die Verwertungsbefugnis an den einzelnen Grundst&uuml;cken zustand. Die Abfindung wurde vielmehr f&uuml;r alle denkbaren Anspr&uuml;che im Zusammenhang mit der Treuhandschaft und dem Gesellschaftsverh&auml;ltnis gezahlt. Sie bema&szlig; sich nicht nach dem Wert einzelner Grundst&uuml;cke, sondern nach dem Gesellschaftsverm&ouml;gen, dessen H&ouml;he zuvor im Rahmen einer Unternehmensbewertung ermittelt worden war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 24.4.2013, II R 32\/11 Verwertungsbefugnis an Grundst&uuml;cken gem&auml;&szlig; &sect; 1 Abs. 2 GrEStG Leits&auml;tze Nach &sect; 1 Abs. 2 GrEStG unterliegen der Grunderwerbsteuer auch solche Rechtsvorg&auml;nge, die es dem Erwerber erm&ouml;glichen, sich den Wert des Grundst&uuml;cks f&uuml;r eigene Rechnung nutzbar zu machen. 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