{"id":59999,"date":"2013-09-18T16:02:34","date_gmt":"2013-09-18T14:02:34","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=59999"},"modified":"2013-09-18T16:02:34","modified_gmt":"2013-09-18T14:02:34","slug":"i-r-38-11-vororganschaftlich-verursachte-mehrabfuehrungen-als-fiktive-gewinnausschuettungen-einbeziehung-auch-von-minderverlustuebernahmen-verstoss-gegen-das-rueckwirkungsverbot-vorlage-an-das-bverf-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-38-11-vororganschaftlich-verursachte-mehrabfuehrungen-als-fiktive-gewinnausschuettungen-einbeziehung-auch-von-minderverlustuebernahmen-verstoss-gegen-das-rueckwirkungsverbot-vorlage-an-das-bverf-2\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;38\/11 &#8211; Vororganschaftlich verursachte Mehrabf&uuml;hrungen als fiktive Gewinnaussch&uuml;ttungen: Einbeziehung auch von &quot;Minderverlust&uuml;bernahmen&quot;, Versto&szlig; gegen das R&uuml;ckwirkungsverbot &#8211; Vorlage an das BVerfG &#8211; Vertrauensschutz im Hinblick auf die Gew&auml;hrleistungsfunktion der Rechtsordnung &#8211; Vertrauen in BFH-Rechtsprechung bei fehlender Ver&ouml;ffentlichung im Bundessteuerblatt"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Entscheidung vom 6.6.2013, I R 38\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Vororganschaftlich verursachte Mehrabf&uuml;hrungen als fiktive Gewinnaussch&uuml;ttungen: Einbeziehung auch von &quot;Minderverlust&uuml;bernahmen&quot;, Versto&szlig; gegen das R&uuml;ckwirkungsverbot &#8211; Vorlage an das BVerfG &#8211; Vertrauensschutz im Hinblick auf die Gew&auml;hrleistungsfunktion der Rechtsordnung &#8211; Vertrauen in BFH-Rechtsprechung bei fehlender Ver&ouml;ffentlichung im Bundessteuerblatt<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Vororganschaftlich verursachte Mehrabf&uuml;hrungen einer Organgesellschaft an ihren Organtr&auml;ger stellen keine Gewinnaussch&uuml;ttungen i.S. der &sect; 8 Abs. 3, &sect; 27 KStG 1996\/2002 a.F., sondern Gewinnabf&uuml;hrungen i.S. der &sect;&sect; 14 ff. KStG 1996\/2002 a.F. dar (Best&auml;tigung des Senatsurteils vom 18. Dezember 2002 I R 51\/01, BFHE 201, 221, BStBl II 2005, 49).<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Vororganschaftlich verursachte Mehrabf&uuml;hrungen i.S. von &sect; 14 Abs. 3 Satz 1 KStG 2002 i.d.F. des Richtlinien-Umsetzungsgesetzes sind als rein rechnerische Differenzbetr&auml;ge zu begreifen, nicht als tats&auml;chliche &quot;Abf&uuml;hrungen&quot;. Sie k&ouml;nnen daher nicht nur &#8211;als &quot;Mehr&quot;-Abf&uuml;hrungen&#8211; aus einem h&ouml;heren handelsbilanziellen Jahres&uuml;berschuss der Organgesellschaft resultieren, sondern auch aus F&auml;llen sog. Minderverlust&uuml;bernahmen, in welchen der Organtr&auml;ger infolge eines geringeren handelsbilanziellen Verlustes der Organgesellschaft einen geringeren Verlust ausgleichen musste, als ihm zugerechnet wurde.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Indem die so verstandenen Mehrabf&uuml;hrungen durch &sect; 14 Abs. 3 Satz 1 KStG 2002 i.d.F. des Richtlinien-Umsetzungsgesetzes als Gewinnaussch&uuml;ttungen fingiert werden, handelt es sich zugleich um entsprechende Leistungen i.S. von &sect; 38 Abs. 1 Satz 3 KStG 2002, f&uuml;r welche die in &sect; 38 Abs. 2 KStG 2002 angeordnete K&ouml;rperschaftsteuererh&ouml;hung zu errechnen ist.<\/p>\n<\/p>\n<p>4. Es wird die Entscheidung des BVerfG dar&uuml;ber eingeholt, ob &sect; 34 Abs. 9 Nr. 4 i.V.m. &sect; 14 Abs. 3 Satz 1 KStG 2002 i.d.F. des Richtlinien-Umsetzungsgesetzes infolge Versto&szlig;es gegen das verfassungsrechtliche R&uuml;ckwirkungsverbot verfassungswidrig ist.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>A. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin), ein ehemals gemeinn&uuml;tziges Wohnungsbauunternehmen in der Rechtsform einer GmbH, schloss am 11.&nbsp;Juli 1990 mit ihrer Muttergesellschaft, der B-AG, einen Beherrschungs- und Ergebnisabf&uuml;hrungsvertrag. Dieser Vertrag galt ab dem 1.&nbsp;Januar 1991 und konnte erstmals zum 31.&nbsp;Dezember 1995 mit einer Frist von drei Monaten gek&uuml;ndigt werden, danach mit einer Frist von drei Monaten zum Ablauf eines jeden Jahres. Die Kl&auml;gerin war demnach im Streitjahr (2004) Organgesellschaft der B-AG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach dem Wegfall der fr&uuml;heren pers&ouml;nlichen Steuerbefreiung f&uuml;r gemeinn&uuml;tzige Wohnungsbauunternehmen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;10 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes (KStG) 1984 durch das Steuerreformgesetz 1990 vom 25.&nbsp;Juli 1988 (BGBl I 1988, 1093, BStBl I 1988, 224) hatte die Kl&auml;gerin vor Eintritt in die Steuerpflicht zum 1.&nbsp;Januar 1991 in der letzten steuerlichen Schlussbilanz zum 31.&nbsp;Dezember 1990 abweichend von der Handelsbilanz ihre Wohnungsbest&auml;nde gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;2 und 3 KStG 1984 auf die deutlich h&ouml;heren Teilwerte aufgestockt. Diesen Wertansatz hat die Kl&auml;gerin in ihrer steuerlichen Anfangsbilanz zum 1.&nbsp;Januar 1991 &uuml;bernommen. In der Gliederungsrechnung erfasste sie das hieraus resultierende steuerliche (Mehr-)Eigenkapital als Teilbetrag i.S. des &sect;&nbsp;30 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 KStG 1991 (Alt-EK&nbsp;02). Aus den Ansatzdifferenzen ergaben sich bis zum streitgegenst&auml;ndlichen Veranlagungszeitraum h&ouml;here Abschreibungen in der Steuerbilanz als in der Handelsbilanz. Der Ergebnisausweis in der Steuerbilanz war demgem&auml;&szlig; niedriger als in der Handelsbilanz. Die Abweichungen f&uuml;hrten zu einer das steuerbilanzielle Ergebnis &uuml;bersteigenden Gewinnabf&uuml;hrung an die B-AG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin erzielte im Streitjahr nach Abzug der Gewinnabf&uuml;hrung an die B-AG in H&ouml;he von 59.950&nbsp;EUR ein handelsrechtliches Ergebnis in H&ouml;he von 0&nbsp;EUR. Nach steuerlichen Korrekturbuchungen ergab sich daraus ein steuerbilanzieller Verlust in H&ouml;he von 625.615&nbsp;EUR. Au&szlig;erbilanziell erfolgten dar&uuml;ber hinaus Korrekturen in einem Umfang von 355.353&nbsp;EUR sowie die Korrektur der Gewinnabf&uuml;hrung in H&ouml;he von 59.950&nbsp;EUR, so dass sich bei der Kl&auml;gerin ein Einkommen vor Zurechnung zum Organtr&auml;ger in H&ouml;he von .\/.&nbsp;210.312&nbsp;EUR errechnete. Eine der genannten steuerlichen Abweichungen betraf steuerliche Mehrabschreibungen aufgrund des h&ouml;heren steuerlichen Wertansatzes der Wohngeb&auml;ude zum 1.&nbsp;Januar 1991 in H&ouml;he von 771.701&nbsp;EUR. Die Kl&auml;gerin erkl&auml;rte diesen Betrag in der K&ouml;rperschaftsteuererkl&auml;rung 2004 als Mehrabf&uuml;hrung aufgrund von Folgewirkungen von Gesch&auml;ftsvorf&auml;llen in vorvertraglicher Zeit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) behandelte die vorgenannte Mehrabf&uuml;hrung in H&ouml;he von insgesamt 771.701&nbsp;EUR als Gewinnaussch&uuml;ttung i.S. des &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 KStG 2002 i.d.F. des Gesetzes zur Umsetzung von EU-Richtlinien in nationales Steuerrecht und zur &Auml;nderung weiterer Vorschriften (Richtlinien-Umsetzungsgesetz) vom 9.&nbsp;Dezember 2004 (BGBl I 2004, 3310, BStBl I 2004, 1158) &#8211;KStG 2002&#8211; und stellte dementsprechend bei der Kl&auml;gerin die k&ouml;rperschaftsteuerliche Aussch&uuml;ttungsbelastung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;38 KStG 2002 her. Die daraus resultierende K&ouml;rperschaftsteuererh&ouml;hung in H&ouml;he von 330.729&nbsp;EUR f&uuml;hrte im K&ouml;rperschaftsteuerbescheid 2004 zu einer Festsetzung von K&ouml;rperschaftsteuer in H&ouml;he von 331.128&nbsp;EUR. Das FA erlie&szlig; dar&uuml;ber hinaus einen Bescheid &uuml;ber die gesonderte Feststellung der Besteuerungsgrundlagen, in dem es bei der Ermittlung des verbleibenden Alt-EK&nbsp;02 (Stand 1.&nbsp;Januar 2004: 60.949.078&nbsp;EUR) die Mehrabf&uuml;hrung in H&ouml;he von 771.701&nbsp;EUR sowie die darauf entfallende K&ouml;rperschaftsteuererh&ouml;hung in H&ouml;he von 330.729&nbsp;EUR (3\/7 von 771.701&nbsp;EUR) abzog (Stand Alt-EK&nbsp;02 am 31.&nbsp;Dezember 2004: 59.846.648&nbsp;EUR).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Nieders&auml;chsische Finanzgericht (FG) wies die dagegen gerichtete Klage ab. Entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin gelte die vororganschaftliche Mehrabf&uuml;hrung an die B-AG in H&ouml;he von 771.701&nbsp;EUR als Gewinnaussch&uuml;ttung i.S. des &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 KStG 2002 mit der Folge, dass sich gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;2 KStG 2002 die K&ouml;rperschaftsteuer des Streitjahres um 3\/7 des Betrags der Leistungen erh&ouml;he, f&uuml;r die ein Teilbetrag aus dem Endbetrag i.S. des &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;l KStG 2002 (=&nbsp;Alt-EK&nbsp;02) als verwendet gelte. In der aufgrund von &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;9 Nr.&nbsp;4 KStG 2002 angeordneten Anwendung des &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 KStG 2002 auf Mehrabf&uuml;hrungen von Organgesellschaften, deren Wirtschaftsjahr nach dem 31.&nbsp;Dezember 2003 endete, sah das FG keine verfassungsrechtlich unzul&auml;ssige R&uuml;ckwirkung. Aufgrund der unterschiedlichen Beurteilung der Frage, ob vororganschaftlich verursachte Mehrabf&uuml;hrungen als Gewinnabf&uuml;hrungen den Organschaftsregelungen in &sect;&sect;&nbsp;14&nbsp;ff. KStG 1991\/1996 unterfielen oder aber als Gewinnaussch&uuml;ttungen i.S. der &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;3, &sect;&nbsp;27 KStG 1991\/1996 zu behandeln seien (vgl. insoweit Senatsurteil vom 18.&nbsp;Dezember 2002 I&nbsp;R&nbsp;51\/01, BFHE 201, 221, BStBl II 2005, 49, und inhaltlich gleichlautend Senatsurteile vom 18.&nbsp;Dezember 2002 I&nbsp;R&nbsp;50\/01, Der Konzern 2003, 564 sowie I&nbsp;R&nbsp;68\/01, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 2003, 991), habe die Kl&auml;gerin bei Abschluss des Ergebnisabf&uuml;hrungsvertrages mit dem Organtr&auml;ger im Jahre 1991 und der Beibehaltung des Vertrages in den Folgejahren &uuml;ber das Jahr 1995 hinaus auf der Grundlage des seinerzeit geltenden Rechts nicht darauf vertrauen k&ouml;nnen, dass vororganschaftlich verursachte Mehrabf&uuml;hrungen (weiter) als Gewinnabf&uuml;hrungen zu behandeln seien und der Gesetzgeber k&uuml;nftig keine Regelung dahingehend treffen w&uuml;rde, dass diese als Aussch&uuml;ttungen zu behandeln seien. Das FG-Urteil vom 10.&nbsp;M&auml;rz 2011&nbsp;&nbsp;6&nbsp;K&nbsp;338\/07 ist in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2012, 261 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dagegen wendet sich die Kl&auml;gerin mit ihrer Revision, die sie auf eine Verletzung materiellen Rechts st&uuml;tzt: In H&ouml;he der streitgegenst&auml;ndlichen Mehrabf&uuml;hrungen liege weder eine Leistung i.S. von &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 KStG 2002 noch eine Mehrabf&uuml;hrung i.S. des &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 KStG 2002 vor. Eine tats&auml;chliche Gewinnabf&uuml;hrung in H&ouml;he von 59.950&nbsp;EUR k&ouml;nne letztlich nicht zu einer Erh&ouml;hung der K&ouml;rperschaftsteuer um 330.729&nbsp;EUR f&uuml;hren. Die r&uuml;ckwirkende Anwendung von &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 KStG 2002 auf das Wirtschaftsjahr 2004 versto&szlig;e zudem gegen das aus dem Rechtsstaatsprinzip des Art.&nbsp;20 Abs.&nbsp;3 des Grundgesetzes (GG) folgende grunds&auml;tzliche Verbot, ohne sachliche Rechtfertigung r&uuml;ckwirkende belastende Gesetze zu erlassen. Mit der &Auml;nderung von &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 KStG 2002 durch das Richtlinien-Umsetzungsgesetz vom 9.&nbsp;Dezember 2004 mit Wirkung zum 1.&nbsp;Januar 2004 sei in einen abgeschlossenen Sachverhalt eingegriffen worden. Denn mit dem Abschluss des Beherrschungs- und Ergebnisabf&uuml;hrungsvertrages zum 1.&nbsp;Januar 1991 habe sie &uuml;ber ihre Verpflichtung disponiert, im Gewinnfall Gewinne an die B-AG abzuf&uuml;hren. Sie habe der von &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 KStG 2002 bewirkten Fiktion von Gewinnaussch&uuml;ttungen auch nicht mehr rechtzeitig durch eine K&uuml;ndigung des Beherrschungs- und Ergebnisabf&uuml;hrungsvertrages entgehen k&ouml;nnen, da nach dessen &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;l dieser Vertrag lediglich mit einer Frist von drei Monaten zum Jahresende k&uuml;ndbar gewesen sei. Im Zeitpunkt der Kenntnis der (kommenden) Gesetzes&auml;nderung habe er deshalb fr&uuml;hestens zum 31.&nbsp;Dezember 2005 gek&uuml;ndigt werden k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>das FG-Urteil aufzuheben und die angefochtenen Bescheide dahingehend abzu&auml;ndern, dass die K&ouml;rperschaftsteuer 2004 um 330.729&nbsp;EUR auf 399&nbsp;EUR herabgesetzt wird und die gesonderte Feststellung von Besteuerungsgrundlagen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;2, &sect;&nbsp;28 Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;37 Abs.&nbsp;2 und &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;1 KStG 2002 zum 31.&nbsp;Dezember 2004 dahingehend abzu&auml;ndern, dass das verbleibende EK&nbsp;02 i.S. des &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;1 KStG 2002 um 1.102.430&nbsp;EUR erh&ouml;ht auf einen Betrag von 60.949.078&nbsp;EUR festgestellt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin k&ouml;nne sich nicht auf ein verfassungsrechtlich gesch&uuml;tztes Vertrauen berufen, da die Finanzverwaltung &quot;in der Praxis&quot; w&auml;hrend der &uuml;berwiegenden Geltungsdauer des Beherrschungs- und Ergebnisabf&uuml;hrungsvertrages und auch zum Zeitpunkt der letztmals m&ouml;glichen K&uuml;ndigung im Streitjahr die Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) entsprechend Abschn.&nbsp;59 Abs.&nbsp;4 S&auml;tze&nbsp;3 bis 5 der K&ouml;rperschaftsteuer-Richtlinien (KStR) 1995 nicht angewandt habe. Zudem sei das Interesse des Staates, durch eine &Auml;nderung von Steuergesetzen unerwartete Mindereinnahmen auszugleichen, ein wichtiger Gemeinwohlbelang, der eine unechte R&uuml;ckwirkung rechtfertigen k&ouml;nne.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>B. Infolge der vom Senat angenommenen Verfassungswidrigkeit des &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;9 Nr.&nbsp;4 i.V.m. &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 KStG 2002 war das Revisionsverfahren gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;100 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 GG i.V.m. &sect;&nbsp;80 Abs.&nbsp;1 des Gesetzes &uuml;ber das Bundesverfassungsgericht auszusetzen und die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) einzuholen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &Uuml;berzeugung des Senats ist &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;9 Nr.&nbsp;4 i.V.m. &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 KStG 2002 mit dem Grundsatz des Vertrauensschutzes unvereinbar und verst&ouml;&szlig;t insoweit gegen Art.&nbsp;20 Abs.&nbsp;3 GG, als vororganschaftliche Mehrabf&uuml;hrungen einer Organgesellschaft, deren Wirtschaftsjahr nach dem 31.&nbsp;Dezember 2003 endet, als Gewinnaussch&uuml;ttungen der Organgesellschaft an den Organtr&auml;ger gelten und soweit danach die Aussch&uuml;ttungsbelastung nach &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;2 KStG 2002 auch dann f&uuml;r den Veranlagungszeitraum 2004 herzustellen ist, wenn im Zeitpunkt der Einbringung der Neuregelung in den Deutschen Bundesrat am 13.&nbsp;August 2004 und in den Deutschen Bundestag am 6.&nbsp;September 2004 eine Aufhebung des Ergebnisabf&uuml;hrungsvertrages und damit der steuerlichen Wirkungen der k&ouml;rperschaftsteuerlichen Organschaft und in Folge hiervon der vororganschaftlichen Mehrabf&uuml;hrungen nicht mehr m&ouml;glich gewesen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Rechtsentwicklung der im Streitfall ma&szlig;geblichen Vorschriften<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Rechtslage vor 2004<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das K&ouml;rperschaftsteuergesetz enthielt bis zu seiner Fassung durch das Gesetz zum Abbau von Steuerverg&uuml;nstigungen und Ausnahmeregelungen (Steuerverg&uuml;nstigungsabbaugesetz) vom 16.&nbsp;Mai 2003 (BGBl I 2003, 660, BStBl I 2003, 321) &#8211;KStG 2002 a.F.&#8211; keine Regelung zur steuerlichen Behandlung vororganschaftlicher Mehrabf&uuml;hrungen. &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;1 KStG 2002 a.F. sah in Bezug auf das steuerliche Einlagekonto bei der Organgesellschaft vor, dass Mehrabf&uuml;hrungen dieses mindern, wenn sie ihre Ursache in organschaftlicher Zeit haben. F&uuml;r vororganschaftliche Mehrabf&uuml;hrungen hat diese Regelung keine Relevanz.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Finanzverwaltung (Abschn.&nbsp;59 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 KStR 1995; Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen &#8211;BMF&#8211; vom 24.&nbsp;Juni 1996, BStBl I 1996, 695, und vom 28.&nbsp;Oktober 1997, BStBl I 1997, 939, anders aber noch BMF-Schreiben vom 10.&nbsp;Januar 1981, BStBl I 1981, 44, 47) vertrat in &Uuml;bereinstimmung mit einem Teil der Literatur (vgl. die Nachweise im Senatsurteil in BFHE 201, 221, BStBl II 2005, 49) die Auffassung, vororganschaftlich verursachte Mehrabf&uuml;hrungen seien als &quot;andere Aussch&uuml;ttungen&quot; i.S. des &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 KStG 1996 zu behandeln und f&uuml;r diese damit die Aussch&uuml;ttungsbelastung herzustellen. Danach werde &sect;&nbsp;27 KStG 1996 dann nicht durch die Regelung der Gewinnabf&uuml;hrung in den &sect;&sect;&nbsp;14&nbsp;ff. KStG 1996 verdr&auml;ngt, wenn sich der entsprechende Gesch&auml;ftsvorfall bereits in einem Zeitpunkt ereignet und ausgewirkt habe, in welchem noch kein Organschaftsverh&auml;ltnis bestand.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der erkennende Senat ist dieser Verwaltungspraxis nicht gefolgt. Nach dessen Rechtsprechung (vgl. Senatsurteil in BFHE 201, 221, BStBl II 2005, 49) unterfielen vororganschaftlich verursachte Mehrabf&uuml;hrungen als Gewinnabf&uuml;hrungen vielmehr den organschaftlichen Regelungen der &sect;&sect;&nbsp;14&nbsp;ff. KStG 1996 und waren mithin nicht als Aussch&uuml;ttungen nach &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;3, &sect;&nbsp;27 KStG 1996 zu behandeln. Dies ergebe sich unmittelbar aus der Regelung des &sect;&nbsp;14 KStG 1996, die durch Verweis auf einen Gewinnabf&uuml;hrungsvertrag i.S. des &sect;&nbsp;291 Abs.&nbsp;1 des Aktiengesetzes (AktG) die Ankn&uuml;pfung der k&ouml;rperschaftsteuerlichen Organschaftserfordernisse an das Zivilrecht bestimmt. Best&auml;tigt werde diese Ankn&uuml;pfung durch &sect;&nbsp;17 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 KStG, wonach Gewinnabf&uuml;hrungen den in &sect;&nbsp;301 AktG genannten Betrag nicht &uuml;bersteigen d&uuml;rften. Ma&szlig;geblich f&uuml;r den Umfang der Gewinnabf&uuml;hrungspflicht sei damit allein der handelsbilanzielle Jahres&uuml;berschuss. Daf&uuml;r, dass der Gesetzgeber in den &sect;&sect;&nbsp;14&nbsp;ff. KStG 1996 einen von &sect;&nbsp;291 Abs.&nbsp;1 und &sect;&nbsp;301 AktG abweichenden, origin&auml;r steuerrechtlichen Umfang der Gewinnabf&uuml;hrungsverpflichtung habe regeln wollen, sei nichts ersichtlich. Dies w&auml;re aber erforderlich gewesen, um vororganschaftliche Mehrabf&uuml;hrungen dem Regelungskonzept der Aussch&uuml;ttung nach &sect;&sect;&nbsp;27&nbsp;ff. KStG 1996 unterwerfen zu k&ouml;nnen. An dieser Rechtsprechung, die seitens der Finanzverwaltung f&uuml;r Wirtschaftsjahre, die nach dem 31.&nbsp;Dezember 2003 endeten, nicht angewandt wurde (BMF-Schreiben vom 22.&nbsp;Dezember 2004, BStBl I 2005, 65) wird festgehalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Rechtslage ab 2004<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit dem Richtlinien-Umsetzungsgesetz hat der Gesetzgeber erstmals gesetzliche Grundlagen f&uuml;r die Ber&uuml;cksichtigung sog. vororganschaftlicher Mehr- und Minderabf&uuml;hrungen geschaffen. Mehrabf&uuml;hrungen, die ihre Ursache in vororganschaftlicher Zeit haben, gelten danach als Gewinnaussch&uuml;ttungen der Organgesellschaft an den Organtr&auml;ger; Minderabf&uuml;hrungen, die ihre Ursache in vororganschaftlicher Zeit haben, sind als Einlagen durch den Organtr&auml;ger an die Organgesellschaft zu behandeln (&sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 und 2 KStG 2002). Die Neuregelung ist erstmals f&uuml;r Mehrabf&uuml;hrungen von Organgesellschaften anzuwenden, deren Wirtschaftsjahr nach dem 31.&nbsp;Dezember 2003 endet (&sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;9 Nr.&nbsp;4 KStG 2002). Die Minderabf&uuml;hrungen werden in &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;9 KStG 2002 dagegen nicht erw&auml;hnt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Gesetzentwurf der Bundesregierung wurde am 13.&nbsp;August 2004 in den Deutschen Bundesrat (BRDrucks 605\/04) und am 6.&nbsp;September 2004 in den Deutschen Bundestag (BTDrucks 15\/3677) eingebracht. Ausweislich der Gesetzesbegr&uuml;ndung sollte mit der Neuregelung die bisherige Verwaltungsauffassung in Abschn.&nbsp;59 Abs.&nbsp;4 KStR 1995 gesetzlich festgeschrieben und damit die Sonderbestimmung der Organschaft klarer von den allgemeinen Bestimmungen des Halbeink&uuml;nfteverfahrens abgegrenzt werden (vgl. BTDrucks 15\/3677, S.&nbsp;36). Das Gesetz wurde am 28.&nbsp;Oktober 2004 vom Deutschen Bundestag beschlossen; der Deutsche Bundesrat stimmte am 26.&nbsp;November 2004 zu (BRDrucks 838\/04). Am 15.&nbsp;Dezember 2004 wurde das Richtlinien-Umsetzungsgesetz vom 9.&nbsp;Dezember 2004 im Bundesgesetzblatt verk&uuml;ndet (BGBl I 2004, 3310). Die gesetzlichen &Auml;nderungen sind am 16.&nbsp;Dezember 2004 in Kraft getreten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Rechtslage ab 2008<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit dem Jahressteuergesetz 2008 vom 20.&nbsp;Dezember 2007 (BGBl I 2007, 3150, BStBl I 2008, 218) &#8211;KStG 2002 n.F.&#8211; hat der Gesetzgeber eine Neuregelung f&uuml;r sog. organschaftliche Mehr- und Minderabf&uuml;hrungen geschaffen. Nach der Regelung in &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 KStG 2002 n.F. ist f&uuml;r Minder- und Mehrabf&uuml;hrungen, die ihre Ursache in organschaftlicher Zeit haben, ein besonderer aktiver oder passiver Ausgleichsposten in H&ouml;he des Betrags zu bilden, der dem Verh&auml;ltnis der Beteiligung des Organtr&auml;gers am Nennkapital der Organgesellschaft entspricht. Mehr- oder Minderabf&uuml;hrungen i.S. von &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 KStG 2002 n.F. liegen nach der Legaldefinition in &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;6 KStG 2002 n.F. &quot;insbesondere vor, wenn der an den Organtr&auml;ger abgef&uuml;hrte Gewinn von dem Steuerbilanzgewinn der Organgesellschaft abweicht und diese Abweichung in organschaftlicher Zeit verursacht ist&quot;. &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;4 KStG 2002 n.F. ist nach &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;9 Nr.&nbsp;5 KStG 2002 n.F. auch f&uuml;r Veranlagungszeitr&auml;ume vor 2008 anzuwenden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Einfachgesetzliche Rechtslage<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist unbegr&uuml;ndet, wenn &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;9 Nr.&nbsp;4 i.V.m. &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 KStG 2002 verfassungsgem&auml;&szlig; ist. Sie hat jedoch Erfolg, wenn die Regelung gegen den verfassungsrechtlichen Vertrauensschutz verst&ouml;&szlig;t.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;2 KStG 2002 erh&ouml;ht sich die K&ouml;rperschaftsteuer des Veranlagungszeitraums, in dem das Wirtschaftsjahr endet, in dem Leistungen erfolgt sind, um 3\/7 des Betrags der Leistungen, f&uuml;r die ein Teilbetrag aus dem Endbetrag i.S. des &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;l KStG 2002 als verwendet gilt. Der nach &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 KStG 2002 fortgeschriebene Teilbetrag i.S. des &sect;&nbsp;30 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 KStG i.d.F. des Gesetzes zur weiteren steuerlichen F&ouml;rderung von Stiftungen vom 14.&nbsp;Juli 2000 (BGBl I 2000, 1034, BStBl I 2000, 1192) &#8211;KStG 1999&#8211; (=&nbsp;Alt-EK&nbsp;02) gilt gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;l Satz&nbsp;4 KStG 2002 als verwendet, soweit die Summe der Leistungen, die die Gesellschaft im Wirtschaftsjahr erbracht hat, den um den Bestand nach &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;l Satz&nbsp;l KStG 2002 verminderten aussch&uuml;ttbaren Gewinn (&sect;&nbsp;27 KStG 2002) &uuml;bersteigt. Als Leistungen sind dabei alle Auskehrungen an die Gesellschafter, die ihre Ursache im Gesellschaftsverh&auml;ltnis haben, anzusehen (zuletzt Senatsurteil vom 30.&nbsp;Januar 2013 I&nbsp;R&nbsp;35\/11, BFHE 240, 304, BStBl II 2013, 560; BMF-Schreiben vom 4.&nbsp;Juni 2003, BStBl I 2003, 366, Tz.&nbsp;11). Dies k&ouml;nnen sowohl offene Gewinnaussch&uuml;ttungen als auch verdeckte Gewinnaussch&uuml;ttungen (vGA), aber auch andere Auskehrungen aufgrund des Gesellschaftsverh&auml;ltnisses, wie etwa Auszahlungen aus der Kapitalr&uuml;cklage oder die R&uuml;ckzahlung von Nachsch&uuml;ssen sein. Erfasst werden dabei Leistungen, die im Wirtschaftsjahr erbracht, d.h. abgeflossen sind (vgl. Senatsurteile vom 9.&nbsp;Juni 2010 I&nbsp;R&nbsp;43\/09, BFH\/NV 2010, 2117; vom 19.&nbsp;Dezember 2007 I&nbsp;R&nbsp;52\/07, BFHE 220, 180, BStBl II 2008, 431; vom 29.&nbsp;Mai 1996 I&nbsp;R&nbsp;118\/93, BFHE 180, 405, BStBl II 1997, 92; BMF-Schreiben vom 6.&nbsp;November 2003, BStBl I 2003, 575, Tz.&nbsp;7). &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;l KStG 2002 bestimmt &#8211;wie ausgef&uuml;hrt&#8211;, dass Mehrabf&uuml;hrungen, die ihre Ursache in vororganschaftlicher Zeit haben, als Gewinnaussch&uuml;ttungen der Organgesellschaft an den Organtr&auml;ger gelten. Sie gelten nach &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 KStG 2002 in dem Zeitpunkt als erfolgt, in dem das Wirtschaftsjahr der Organgesellschaft endet. Ein Teilwertansatz nach &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 KStG 2002 ist dabei nach &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;4 KStG 2002 der vororganschaftlichen Zeit zuzurechnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Bei den streitgegenst&auml;ndlichen Abweichungen in der Steuerbilanz gegen&uuml;ber dem handelsbilanziellen Jahres&uuml;berschuss der Kl&auml;gerin in H&ouml;he von 771.701&nbsp;EUR handelt es sich um eine vororganschaftliche Mehrabf&uuml;hrung i.S. des &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 KStG 2002. Die Abweichung zwischen der Steuerbilanz und dem handelsbilanziellen Jahres&uuml;berschuss ist dabei im Sinne eines rein rechnerischen Differenzbetrags zu begreifen. Eine Mehrabf&uuml;hrung kann mithin nicht nur in der H&ouml;he vorliegen, in welcher die Organgesellschaft einen h&ouml;heren handelsbilanziellen Jahres&uuml;berschuss (tats&auml;chlich) an den Organtr&auml;ger abgef&uuml;hrt hat, sondern auch dann, wenn die Organgesellschaft handelsbilanziell einen geringeren Verlust erlitten hat, als dem Organtr&auml;ger steuerlich zugerechnet worden ist, und dieser daher einen geringeren Verlust ausgleichen musste (sog. Minderverlust&uuml;bernahmen).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Was unter einer Mehrabf&uuml;hrung i.S. des &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 KStG 2002 zu verstehen ist, ergibt sich nicht unmittelbar aus dem Gesetz. &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 KStG 2002 verwendet den Begriff zwar, definiert ihn aber nicht. Auch die entsprechende Legaldefinition in &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;6 KStG 2002 n.F. hilft insoweit nicht weiter. Denn diese Definition gilt nach dem ausdr&uuml;cklichen Gesetzeswortlaut nur f&uuml;r &quot;Mehrabf&uuml;hrungen im Sinne des Satzes&nbsp;1&quot; und damit nur f&uuml;r sog. organschaftliche Mehrabf&uuml;hrungen (vgl. Frotscher in Frotscher\/Maas, KStG\/GewStG\/ UmwStG, &sect;&nbsp;14 Rz&nbsp;749; Brink in Schnitger\/Fehrenbacher, KStG, &sect;&nbsp;14 Rz&nbsp;1205; a.A. D&ouml;tsch in D&ouml;tsch\/Pung\/M&ouml;hlenbrock, Die K&ouml;rperschaftsteuer, &sect;&nbsp;14 KStG Rz&nbsp;404). Sie ist zudem auch erst nach dem Streitjahr in das Gesetz eingef&uuml;gt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Begriff der Mehrabf&uuml;hrung i.S. des &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 KStG 2002 muss deshalb in Ermangelung klarer gesetzlicher Vorgaben durch Auslegung ermittelt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Eine &quot;Mehrabf&uuml;hrung&quot; setzt keinen tats&auml;chlichen Verm&ouml;gensabfluss voraus; es gen&uuml;gt eine rechnerische Differenz zwischen dem handelsbilanziellen Jahres&uuml;berschuss und der Steuerbilanz. Der Begriff der &quot;Mehrabf&uuml;hrung&quot; impliziert zun&auml;chst zwei Vergleichswerte, damit ein &quot;Mehr&quot; festgestellt werden kann. Da &sect;&nbsp;14 KStG 2002 f&uuml;r die Anerkennung eines k&ouml;rperschaftsteuerlichen Organschaftsverh&auml;ltnisses u.a. den Abschluss eines Gewinnabf&uuml;hrungsvertrages nach &sect;&nbsp;291 Abs.&nbsp;1 AktG verlangt und f&uuml;r den Umfang der Gewinnabf&uuml;hrungspflicht nach &sect;&nbsp;301 AktG allein der handelsbilanzielle Jahres&uuml;berschuss ma&szlig;geblich ist (vgl. Senatsurteil in BFHE 201, 221, BStBl II 2005, 49), ist diese Gr&ouml;&szlig;e &#8211;der Jahres&uuml;berschuss&#8211; der Ausgangspunkt f&uuml;r den vorzunehmenden Vergleich. Der Vergleichswert ist sodann in Bezug zu setzen zu den Ergebnissen der Organgesellschaft nach der Steuerbilanz (Frotscher in Frotscher\/ Maas, a.a.O., &sect;&nbsp;14 Rz&nbsp;749), da steuerfreie Verm&ouml;gensmehrungen, wie sie in dem nach &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 KStG 2002 dem Organtr&auml;ger zuzurechnenden Einkommen der Organgesellschaft enthalten sind, nicht als Mehrabf&uuml;hrung erfasst werden sollen (D&ouml;tsch in D&ouml;tsch\/Pung\/M&ouml;hlenbrock, a.a.O., &sect;&nbsp;14 KStG Rz&nbsp;402; Neumann, Die Unternehmensbesteuerung &#8211;Ubg&#8211; 2010, 673, 675). Beide Werte k&ouml;nnen auch als negative Werte verstanden werden. Nach &sect;&nbsp;302 AktG besteht eine Verpflichtung zum Ausgleich eines handelsbilanziellen Jahresfehlbetrags und der Gewinn nach Steuerbilanz kann negativ sein. Dies legt nahe, unter den Begriff der &quot;Mehrabf&uuml;hrung&quot; &#8211;entgegen Thiel in P.&nbsp;Kirchhof\/ K.&nbsp;Schmidt\/W.&nbsp;Sch&ouml;n\/K.&nbsp;Vogel, Steuer- und Gesellschaftsrecht zwischen Unternehmerfreiheit und Gemeinwohl, Festschrift f&uuml;r Arndt Raupach, S.&nbsp;543, 557&#8211; auch eine &quot;Minderverlust&uuml;bernahme&quot; zu fassen. Die in &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 KStG 2002 n.F. angeordnete Rechtsfolge, dass Mehrabf&uuml;hrungen als Gewinnaussch&uuml;ttungen gelten, ist unabh&auml;ngig davon, ob eine tats&auml;chliche Verm&ouml;gensmehrung stattgefunden hat oder nur eine fingierte Verm&ouml;gens&uuml;bertragung in Form einer lediglich h&ouml;heren Verlust&uuml;bernahme (&auml;hnlich Pache in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;14 KStG Rz&nbsp;320). Im Ergebnis kann damit in den Begriff der Mehrabf&uuml;hrung nicht das ungeschriebene Tatbestandsmerkmal eines tats&auml;chlichen Verm&ouml;gens&uuml;bergangs &quot;hineingelesen&quot; werden (so aber Neumann, Ubg 2010, 673, 675). Letztlich kann auch nur so sichergestellt werden, dass der Begriff der &quot;Abf&uuml;hrung&quot; eine einheitliche Bedeutung sowohl f&uuml;r Mehr- wie auch Minderabf&uuml;hrungen erh&auml;lt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die Richtigkeit der &Uuml;berlegung wird deutlich, stellt man auf den Sinn und Zweck der Regelung ab. Haben Bilanzierungs- oder Bewertungsdifferenzen zwischen der Handels- und der Steuerbilanz im Ergebnis zur Bildung stiller Reserven nur in der Handelsbilanz der Organgesellschaft gef&uuml;hrt, gehen diese im Fall ihrer Realisierung nicht in das Einkommen der Organgesellschaft ein und k&ouml;nnen im Rahmen der Organschaft beim Organtr&auml;ger nicht besteuert werden. Die Regelung in &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 KStG 2002 soll solches verhindern und erreichen, dass die stillen Reserven nach allgemeinen k&ouml;rperschaftsteuerlichen Bestimmungen als Gewinnaussch&uuml;ttungen behandelt werden. Mit diesem Regelungszweck lie&szlig;e sich aber nicht vereinbaren, blieben die stillen Reserven als Mehrabf&uuml;hrung ganz oder teilweise unbesteuert, weil das handelsbilanzielle Ergebnis negativ ist oder weil in der Steuerbilanz ein Verlust ausgewiesen wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Gest&uuml;tzt wird diese Auslegung weiter durch die fehlende M&ouml;glichkeit einer Saldierung von vororganschaftlichen und\/oder organschaftlichen Mehr- und Minderabf&uuml;hrungen. So scheidet eine Saldierung dieser Gr&ouml;&szlig;en bereits wegen der unterschiedlichen gesetzlichen Tatbest&auml;nde und der unterschiedlichen Rechtsfolgen in &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 KStG 2002 und &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;4 KStG 2002 n.F. aus. Ebenfalls ausgeschlossen ist eine Saldierung von in vororganschaftlicher Zeit verursachten Mehr- und Minderabf&uuml;hrungen, da das Gesetz ausdr&uuml;cklich in den Rechtsfolgen zwischen Gewinnaussch&uuml;ttungen und Einlagen differenziert und zudem die Begriffe der Mehr- und Minderabf&uuml;hrung im Plural verwendet (Brink in Schnitger\/Fehrenbacher, a.a.O., &sect;&nbsp;14 Rz&nbsp;1215&nbsp;f.). Hieraus wird deutlich, dass es eine einheitliche handelsrechtliche Gewinnabf&uuml;hrung nicht gibt. Eine Mehrabf&uuml;hrung kann daher nicht davon abh&auml;ngig sein, dass ein positiver handelsbilanzieller Jahres&uuml;berschuss vorliegt (ebenso Brink in Schnitger\/Fehrenbacher, a.a.O., &sect;&nbsp;14 Rz&nbsp;1221).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Das Urteil des Senats in BFHE 201, 221, BStBl II 2005, 49 steht dieser Auslegung nicht entgegen. Dem Urteil ist zu entnehmen, dass nur ein tats&auml;chlicher Mittelabfluss das die Herstellung der Aussch&uuml;ttungsbelastung i.S. des &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;1 KStG 1996 ausl&ouml;sende Moment sein kann. Der Senat hat sich damit aber zun&auml;chst lediglich mit dem Begriff der &quot;Aussch&uuml;ttung&quot; und den nach allgemeinen k&ouml;rperschaftsteuerlichen Bestimmungen daran ankn&uuml;pfenden Rechtsfolgen auseinandergesetzt. Soweit er weiter erkannt hat, dass eine organschaftliche Mehrabf&uuml;hrung im Fall eines Verlustes der Organgesellschaft nicht notwendigerweise einen Mittelabfluss bedeutet, kann hieraus, jedenfalls nachdem die gesetzliche Regelung des &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 KStG 2002 ergangen ist, nicht abgeleitet werden, eine &quot;Mehrabf&uuml;hrung&quot; k&ouml;nne bei einem Verlust der Organgesellschaft nicht vorliegen. &Uuml;berdies hat der Senat in dem Urteil in BFHE 201, 221, BStBl II 2005, 49 (Rz&nbsp;25) darauf hingewiesen, dass nach der seinerzeitigen Verwaltungsauffassung die rechnerische Differenz zwischen dem handelsrechtlichen und dem steuerlichen Ergebnis unabh&auml;ngig von einem tats&auml;chlichen Mittelfluss als &quot;Mehrabf&uuml;hrung&quot; behandelt werde. Gerade die Verwaltungsauffassung zu den vororganschaftlichen Mehrabf&uuml;hrungen sollte indes nach der Gesetzesbegr&uuml;ndung (Begr&uuml;ndung des Regierungsentwurfs zum Richtlinien-Umsetzungsgesetz, BTDrucks 15\/3677, S.&nbsp;36) in &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 KStG 2002 rechtsprechungsbrechend &quot;festgeschrieben&quot; werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die streitgegenst&auml;ndlichen Abweichungen in der Steuerbilanz gegen&uuml;ber dem handelsbilanziellen Jahres&uuml;berschuss der Kl&auml;gerin in H&ouml;he von 771.701&nbsp;EUR haben ihre Ursache in vororganschaftlicher Zeit. Die Kl&auml;gerin hat in ihrer Steuerbilanz zum 31.&nbsp;Dezember 1990 ihre Wohnungsbest&auml;nde gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;2 und&nbsp;3 KStG 1984 auf die deutlich h&ouml;heren Teilwerte aufgestockt und diese Werte in der Anfangsbilanz zum 1.&nbsp;Januar 1991 &uuml;bernommen. In der Handelsbilanz hat die Kl&auml;gerin dagegen die Buchwerte fortgef&uuml;hrt. Infolge der daraus resultierenden h&ouml;heren Abschreibungsbetr&auml;ge wurde im Streitjahr in der Steuerbilanz gegen&uuml;ber der Handelsbilanz ein um 771.701&nbsp;EUR niedrigeres Ergebnis ausgewiesen. Nach der ausdr&uuml;cklichen Bestimmung in &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;4 KStG 2002 ist ein Teilwertansatz nach &sect;&nbsp;13 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 KStG 2002 der vororganschaftlichen Zeit zuzurechnen. Dieser der vororganschaftlichen Zeit ausdr&uuml;cklich zugeordnete Bilanzansatz hat die streitgegenst&auml;ndliche Mehrabf&uuml;hrung ausgel&ouml;st, wodurch diese wiederum, wie von &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 KStG 2002 gefordert, vororganschaftlich &quot;verursacht&quot; ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Urteil des Senats in BFHE 201, 221, BStBl II 2005, 49 widerspricht dieser Auslegung wiederum nicht. Der Senat hat zwar entschieden, dass die organschaftliche Gewinnabf&uuml;hrung ihre Veranlassung insgesamt ausschlie&szlig;lich in dem abgeschlossenen Gewinnabf&uuml;hrungsvertrag hat und dementsprechend Mehrabf&uuml;hrungen nicht in vororganschaftlicher, sondern in organschaftlicher Zeit entstanden sind. Die Entscheidung ist aber noch zu der in Abschn.&nbsp;59 Abs.&nbsp;4 KStR 1995 niedergelegten fr&uuml;heren Verwaltungsauffassung ergangen. Mit &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 KStG 2002 hat der Gesetzgeber dagegen vor dem Hintergrund einer bis dahin fehlenden gesetzlichen Regelung zu den vororganschaftlichen Mehr- oder Minderabf&uuml;hrungen eine perioden&uuml;bergreifende Verkn&uuml;pfung des fr&uuml;heren Gesch&auml;ftsvorfalls, der die Ursache f&uuml;r die Abf&uuml;hrungsdifferenz ist, mit der sp&auml;teren Mehrabf&uuml;hrung vorgenommen. Auch wenn die Mehrabf&uuml;hrung erst in organschaftlicher Zeit &quot;realisiert&quot; wird, ist sie vororganschaftlich veranlasst, wenn die entsprechenden Bilanzans&auml;tze in vororganschaftlicher Zeit vorgenommen worden sind (Thiel in P.&nbsp;Kirchhof\/K.&nbsp;Schmidt\/W.&nbsp;Sch&ouml;n\/K.&nbsp;Vogel, a.a.O., S.&nbsp;543, 550; D&ouml;tsch in D&ouml;tsch\/Pung\/M&ouml;hlenbrock, a.a.O., &sect;&nbsp;14 KStG Rz&nbsp;407; Frotscher in Frotscher\/Maas, a.a.O., &sect;&nbsp;14 Rz&nbsp;750; Brink in Schnitger\/Fehrenbacher, a.a.O., &sect;&nbsp;14 Rz&nbsp;1225; Pache in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;14 KStG Rz&nbsp;321; D&ouml;tsch\/Pung, Der Konzern 2005, 37, 40; a.A. R&ouml;dder, Deutsches Steuerrecht &#8211;DStR&#8211; 2005, 217, 220).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die streitgegenst&auml;ndliche vororganschaftliche Mehrabf&uuml;hrung in H&ouml;he von 771.701&nbsp;EUR gilt gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 KStG 2002 als Gewinnaussch&uuml;ttung und stellt auch in dieser H&ouml;he eine Leistung i.S. des &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;l Satz&nbsp;3 KStG 2002 mit der Folge einer entsprechenden K&ouml;rperschaftsteuererh&ouml;hung nach &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;2 KStG 2002 dar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Als Leistungen sind nach der Rechtsprechung des Senats alle Auskehrungen an die Gesellschafter anzusehen, die ihre Ursache im Gesellschaftsverh&auml;ltnis haben (zuletzt Senatsurteil in BFHE 240, 304, BStBl II 2013, 560; BMF-Schreiben in BStBl I 2003, 366, Tz.&nbsp;11). Unstrittig fallen unter diesen Begriff damit (offene wie verdeckte) Gewinnaussch&uuml;ttungen. Erfasst werden Leistungen aber nur, wenn sie im Wirtschaftsjahr erbracht, d.h. abgeflossen sind (vgl. Senatsurteile in BFH\/NV 2010, 2117; in BFHE 220, 180, BStBl II 2008, 431; in BFHE 180, 405, BStBl II 1997, 92; BMF-Schreiben in BStBl I 2003, 575, Tz.&nbsp;7).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dass dieser Abfluss ein tats&auml;chlicher sein m&uuml;sste, kann &#8211;ebenso wie bei dem Begriff der &quot;Mehrabf&uuml;hrung&quot;&#8211; dem Begriff der &quot;Leistung&quot; indes nicht entnommen werden. Indem &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 KStG 2002 vororganschaftliche Mehrabf&uuml;hrungen als Gewinnaussch&uuml;ttungen fingiert, ordnet das Gesetz vielmehr zugleich an, dass es sich hierbei auch um Leistungen i.S. von &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 KStG 2002 handelt. Die gesetzliche Fiktion schl&auml;gt insoweit durch. Dass es sich tats&auml;chlich nicht um Gewinnaussch&uuml;ttungen handelt, tr&auml;gt keine abweichende Wertung (vgl. auch zu der damit insoweit gleichgelagerten Frage, ob bei Verg&uuml;tungen f&uuml;r Fremdkapital, die nach &sect;&nbsp;8a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 KStG 1999 als vGA &quot;gelten&quot;, Kapitalertragsteuern erhoben werden k&ouml;nnen; Senatsurteile vom 20.&nbsp;August 2008 I&nbsp;R&nbsp;29\/07, BFHE 222, 500, BStBl II 2010, 142; vom 18.&nbsp;M&auml;rz 2009 I&nbsp;R&nbsp;13\/08, BFH\/NV 2009, 1613).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. F&uuml;r den Streitfall folgt aus alledem: Die steuerlichen Mehrabschreibungen aufgrund des h&ouml;heren steuerlichen Wertansatzes der Wohngeb&auml;ude der Kl&auml;gerin haben zu vororganschaftlich verursachten Mehrabf&uuml;hrungen i.S. des &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 KStG 2002 in H&ouml;he von 771.701&nbsp;EUR gef&uuml;hrt, f&uuml;r die als Leistung i.S. des &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 KStG 2002 gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;2 KStG 2002 eine entsprechende K&ouml;rperschaftsteuererh&ouml;hung zu errechnen ist. Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;9 Nr.&nbsp;4 KStG 2002 ist die Neuregelung von &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 KStG 2002 auf Mehrabf&uuml;hrungen einer Organgesellschaft, deren Wirtschaftsjahr nach dem 31.&nbsp;Dezember 2003 endet, anzuwenden. Die steuerlichen Mehrabschreibungen aufgrund des h&ouml;heren steuerlichen Wertansatzes der Wohngeb&auml;ude der Kl&auml;gerin zum 1.&nbsp;Januar 1991 in H&ouml;he von 771.701&nbsp;EUR unterfallen damit im Streitjahr der Neuregelung des &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 KStG 2002.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>III. Verfassungsrechtliche Beurteilung<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &Uuml;berzeugung des vorlegenden Senats verletzt die bezogen auf das Streitjahr in &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;9 Nr.&nbsp;4 KStG 2002 angeordnete r&uuml;ckwirkende Anwendung von &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 KStG 2002 auf Mehrabf&uuml;hrungen einer Organgesellschaft, deren Wirtschaftsjahr nach dem 31.&nbsp;Dezember 2003 endet, die Grunds&auml;tze rechtsstaatlichen Vertrauensschutzes (Art.&nbsp;20 Abs.&nbsp;3 GG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das grunds&auml;tzliche Verbot r&uuml;ckwirkender belastender Gesetze beruht auf den Prinzipien der Rechtssicherheit und des Vertrauensschutzes (vgl. BVerfG-Beschluss vom 8.&nbsp;Juni 1977&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;499\/74, 2&nbsp;BvR&nbsp;1042\/75, BVerfGE 45, 142). Es sch&uuml;tzt das Vertrauen in die Verl&auml;sslichkeit und Berechenbarkeit der unter der Geltung des Grundgesetzes geschaffenen Rechtsordnung und der auf ihrer Grundlage erworbenen Rechte (vgl. BVerfG-Urteil vom 23.&nbsp;November 1999&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvF&nbsp;1\/94, BVerfGE 101, 239). Wenn der Gesetzgeber die Rechtsfolge eines der Vergangenheit zugeh&ouml;rigen Verhaltens nachtr&auml;glich belastend &auml;ndert, bedarf dies einer besonderen Rechtfertigung vor dem Rechtsstaatsprinzip und den Grundrechten des Grundgesetzes, unter deren Schutz Sachverhalte &quot;ins Werk gesetzt&quot; worden sind (vgl. BVerfG-Beschl&uuml;sse in BVerfGE 45, 142; vom 22.&nbsp;M&auml;rz 1983&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;475\/78, BVerfGE 63, 343; vom 14.&nbsp;Mai 1986&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;2\/83, BVerfGE 72, 200; vom 3.&nbsp;Dezember 1997&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;882\/97, BVerfGE 97, 67).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Eine sog. unechte R&uuml;ckwirkung liegt vor, wenn eine Norm auf gegenw&auml;rtige, noch nicht abgeschlossene Sachverhalte und Rechtsbeziehungen f&uuml;r die Zukunft einwirkt und damit zugleich die betroffene Rechtsposition entwertet (vgl. BVerfG-Urteile in BVerfGE 101, 239; vom 10.&nbsp;Juni 2009&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;706\/08, 1&nbsp;BvR&nbsp;814\/08, 1&nbsp;BvR&nbsp;819\/08, 1&nbsp;BvR&nbsp;832\/08, 1&nbsp;BvR&nbsp;837\/08, BVerfGE 123, 186), beispielsweise, wenn belastende Rechtsfolgen einer Norm erst nach ihrer Verk&uuml;ndung eintreten, tatbestandlich aber von einem bereits ins Werk gesetzten Sachverhalt ausgel&ouml;st werden (&quot;tatbestandliche R&uuml;ckankn&uuml;pfung&quot;; vgl. BVerfG-Beschl&uuml;sse in BVerfGE 63, 343; in BVerfGE 72, 200; in BVerfGE 97, 67; vom 5.&nbsp;Februar 2002&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;305\/93, 2&nbsp;BvR&nbsp;348\/93, BVerfGE 105, 17; vom 7.&nbsp;Juli 2010 2&nbsp;BvL&nbsp;14\/02, 2&nbsp;BvL&nbsp;2\/04, 2&nbsp;BvL&nbsp;13\/05, BVerfGE 127, 1). Sie ist grunds&auml;tzlich zul&auml;ssig. Allerdings k&ouml;nnen sich aus dem Grundsatz des Vertrauensschutzes und dem Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeitsprinzip Grenzen der Zul&auml;ssigkeit ergeben. Diese Grenzen sind erst &uuml;berschritten, wenn die vom Gesetzgeber angeordnete unechte R&uuml;ckwirkung zur Erreichung des Gesetzeszwecks nicht geeignet oder erforderlich ist oder wenn die Bestandsinteressen der Betroffenen die Ver&auml;nderungsgr&uuml;nde des Gesetzgebers &uuml;berwiegen (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. BVerfG-Beschluss vom 15.&nbsp;Oktober 1996&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvL&nbsp;44\/92, 1&nbsp;BvL&nbsp;48\/92, BVerfGE 95, 64; BVerfG-Urteil in BVerfGE 101, 239; BVerfG, Einstweilige Anordnung vom 18.&nbsp;Februar 2009&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;3076\/08, BVerfGE 122, 374).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im Steuerrecht liegt eine unechte R&uuml;ckwirkung vor, wenn der Gesetzgeber Normen mit Wirkung f&uuml;r den laufenden Veranlagungszeitraum &auml;ndert; denn nach &sect;&nbsp;38 der Abgabenordnung i.V.m. &sect;&nbsp;36 Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;25 Abs.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes bzw. &sect;&nbsp;30 Nr.&nbsp;3 KStG 2002 entsteht die Einkommensteuer bzw. K&ouml;rperschaftsteuer erst mit dem Ablauf des Veranlagungszeitraums, d.h. des Kalenderjahres (vgl. BVerfG-Beschl&uuml;sse in BVerfGE 72, 200; in BVerfGE 97, 67).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sofern eine Steuerrechtsnorm nach diesen Grunds&auml;tzen unechte R&uuml;ckwirkung entfaltet, gelten f&uuml;r deren Vereinbarkeit mit der Verfassung nach der neueren Rechtsprechung des BVerfG im Verh&auml;ltnis zu sonstigen F&auml;llen unechter R&uuml;ckwirkung gesteigerte Anforderungen (vgl. zuletzt BVerfG-Beschluss vom 10.&nbsp;Oktober 2012&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvL&nbsp;6\/07, DStR 2012, 2322, m.w.N.). Dies tr&auml;gt dem Umstand Rechnung, dass r&uuml;ckwirkende Regelungen innerhalb eines Veranlagungszeitraums, die danach der unechten R&uuml;ckwirkung zugeordnet werden, in vielerlei Hinsicht den F&auml;llen echter R&uuml;ckwirkung nahe stehen. Allerdings ist auch in diesem Fall eine unechte R&uuml;ckwirkung nicht grunds&auml;tzlich unzul&auml;ssig (vgl. BVerfG-Beschl&uuml;sse in BVerfGE 127, 1; vom 7.&nbsp;Juli 2010&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;1\/03, 2&nbsp;BvL&nbsp;57\/06, 2&nbsp;BvL&nbsp;58\/06, BVerfGE 127, 31; vom 7.&nbsp;Juli 2010&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;748\/05, 2&nbsp;BvR&nbsp;753\/05, 2&nbsp;BvR&nbsp;1738\/05, BVerfGE 127, 61). Der verfassungsrechtliche Vertrauensschutz geht aber insbesondere nicht so weit, den Regelungsadressaten vor jeder Entt&auml;uschung zu bewahren (vgl. BVerfG-Beschl&uuml;sse vom 8.&nbsp;M&auml;rz 1983&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;27\/81, BVerfGE 63, 312; vom 10.&nbsp;April 1984&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;19\/82, BVerfGE 67, 1; vom 30.&nbsp;September 1987&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;933\/82, BVerfGE 76, 256; BVerfG-Urteil vom 10.&nbsp;Dezember 1985&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;18\/83, BVerfGE 71, 255). Soweit nicht besondere Momente der Schutzw&uuml;rdigkeit hinzutreten, genie&szlig;t die blo&szlig;e allgemeine Erwartung, das geltende Recht werde zuk&uuml;nftig unver&auml;ndert fortbestehen, keinen besonderen verfassungsrechtlichen Schutz (vgl. BVerfG-Beschl&uuml;sse vom 17.&nbsp;Juli 1974&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;51\/69, 1&nbsp;BvR&nbsp;160\/69, 1&nbsp;BvR&nbsp;285\/69, 1&nbsp;BvL&nbsp;16\/72, 1&nbsp;BvL&nbsp;18\/72, 1&nbsp;BvL&nbsp;26\/72, BVerfGE 38, 61; vom 31.&nbsp;Oktober 1984&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;35\/82, 1&nbsp;BvR&nbsp;356\/82, 1&nbsp;BvR&nbsp;794\/82, BVerfGE 68, 193; in BVerfGE 105, 17; vom 5.&nbsp;November 2003&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;1243\/03, BVerfGE 109, 13; vom 8.&nbsp;Dezember 2009&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;758\/07, BVerfGE 125, 104).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Wenn der Gesetzgeber das K&ouml;rperschaftsteuerrecht w&auml;hrend des laufenden Veranlagungszeitraums umgestaltet und die Rechts&auml;nderungen auf dessen Beginn bezieht, bed&uuml;rfen die belastenden Wirkungen einer Entt&auml;uschung schutzw&uuml;rdigen Vertrauens deshalb stets einer hinreichenden Begr&uuml;ndung nach den Ma&szlig;st&auml;ben der Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit. Hier muss der Normadressat eine Entt&auml;uschung seines Vertrauens in die alte Rechtslage nur hinnehmen, soweit dies aufgrund besonderer, gerade die R&uuml;ckankn&uuml;pfung rechtfertigender &ouml;ffentlicher Interessen unter Wahrung der Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit gerechtfertigt ist (vgl. BVerfG-Beschl&uuml;sse in BVerfGE 127, 1; in BVerfGE 127, 31).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben f&uuml;hrt die Regelung des &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;9 Nr.&nbsp;4 i.V.m. &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 KStG 2002, nach der vororganschaftliche Mehrabf&uuml;hrungen einer Organgesellschaft, deren Wirtschaftsjahr nach dem 31.&nbsp;Dezember 2003 endet, als Gewinnaussch&uuml;ttungen gelten und damit den allgemeinen k&ouml;rperschaftsteuerlichen Bestimmungen unterworfen werden, zu einer unechten R&uuml;ckwirkung. Denn das Richtlinien-Umsetzungsgesetz ist am 15.&nbsp;Dezember 2004 verk&uuml;ndet worden, seine belastenden Rechtsfolgen (hier: Behandlung vororganschaftlicher Mehrabf&uuml;hrungen als Gewinnaussch&uuml;ttungen) treten jedoch &#8211;unter R&uuml;ckgriff auf einen bereits zuvor ins Werk gesetzten Sachverhalt (Verpflichtung zur Abf&uuml;hrung des handelsbilanziellen Jahres&uuml;berschusses aufgrund eines Ergebnisabf&uuml;hrungsvertrages)&#8211; erst im Zeitpunkt der Entstehung der K&ouml;rperschaftsteuer f&uuml;r das Streitjahr, also am 31.&nbsp;Dezember 2004, ein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>46<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der ins Werk gesetzte Sachverhalt kann dabei nicht in der Mehrabf&uuml;hrung selbst gesehen werden. &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 KStG 2002 fingiert die Mehrabf&uuml;hrung als in dem Zeitpunkt erfolgt, in dem das Wirtschaftsjahr der Organgesellschaft endet. W&uuml;rde man auf diesen Zeitpunkt abstellen, l&auml;ge dieser nach dem Zeitpunkt der Verk&uuml;ndung des Richtlinien-Umsetzungsgesetzes, mithin l&auml;ge keine unechte R&uuml;ckwirkung vor. Allerdings vermag im Rahmen der Beurteilung, ob eine unechte R&uuml;ckwirkung vorliegt oder nicht, die gesetzliche Fiktion einer Gewinnaussch&uuml;ttung zum Ende eines Kalenderjahres nicht den einmal ins Werk gesetzten Sachverhalt zu fingieren. Die hier zu beurteilende Rechtslage unterscheidet sich in diesem Punkt vom Senatsurteil vom 6.&nbsp;M&auml;rz 2013 I&nbsp;R&nbsp;10\/11 (BFH\/NV 2013, 1775, zur amtlichen Ver&ouml;ffentlichung bestimmt). Dort war &uuml;ber die r&uuml;ckwirkende Ber&uuml;cksichtigung von Gewinnminderungen aus Teilwertabschreibungen zu befinden. Der Senat hat dabei f&uuml;r die verfassungsrechtliche Beurteilung der streitigen Rechtsvorschriften nicht darauf abgestellt, wann die Umst&auml;nde, die zu einer Wertminderung der Beteiligung gef&uuml;hrt haben, erstmalig vorgelegen haben. Dies ergab sich allerdings unmittelbar aus der streitigen Rechtsnorm selbst, die auf den Zeitpunkt des Bilanzstichtages als ma&szlig;geblichen Zeitpunkt f&uuml;r die Bewertung mit dem Teilwert abgestellt hat. Dadurch war allein von Relevanz, ob die den Teilwert mindernden Umst&auml;nde am Bilanzstichtag vorgelegen haben oder nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>47<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Damit genie&szlig;en im Grundsatz vor dem Gesetzeserlass get&auml;tigte Dispositionen der Kl&auml;gerin Vertrauensschutz und eine Entt&auml;uschung ihres Vertrauens in die alte Rechtslage ist nur hinzunehmen, soweit dies aufgrund besonderer, gerade die R&uuml;ckankn&uuml;pfung rechtfertigender &ouml;ffentlicher Interessen unter Wahrung der Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit gerechtfertigt ist. Allerdings sind Dispositionen umso weniger schutzw&uuml;rdig, je gr&ouml;&szlig;er der zeitliche Abstand zum letztlich ins Werk gesetzten Sachverhalt ist (vgl. BVerfG-Beschluss in BVerfGE 127, 31).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>48<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Verpflichtung der Kl&auml;gerin als Organgesellschaft, das handelsbilanzielle Ergebnis an den Organtr&auml;ger abzuf&uuml;hren, ist jedenfalls f&uuml;r das Streitjahr nicht auf eine besondere Vertrauensdisposition zur&uuml;ckzuf&uuml;hren. Eine von der Organgesellschaft ma&szlig;geblich verantwortete Dispositionsentscheidung ist zwar in dem Abschluss eines Beherrschungs- und Ergebnisabf&uuml;hrungsvertrages im Jahr 1990 zu sehen. Der Abschluss eines entsprechenden Vertrages kann jedoch nicht dazu f&uuml;hren, dass jede &Auml;nderung in der steuerlichen Behandlung des zugerechneten Einkommens nach &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 KStG 2002 aufgrund der 1990 getroffenen vertraglichen Dispositionen unm&ouml;glich wird. Ob eine Dispositionsentscheidung, die Vertrauensschutz begr&uuml;nden k&ouml;nnte, darin gesehen werden kann, dass die Kl&auml;gerin ihre vertraglich bestehenden K&uuml;ndigungsm&ouml;glichkeiten nicht wahrgenommen hat, kann offenbleiben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>49<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Denn die Kl&auml;gerin kann sich nach der Rechtsprechung des BVerfG gleichwohl auf Vertrauensschutz berufen. Berechtigtes Vertrauen besteht f&uuml;r sie danach vorrangig im Hinblick auf die Gew&auml;hrleistungsfunktion der Rechtsordnung (vgl. BVerfG-Beschluss in BVerfGE 127, 31).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>50<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Bereits mit der Einbringung des Gesetzentwurfs durch die Bundesregierung in den Deutschen Bundesrat am 13.&nbsp;August 2004, sp&auml;testens jedoch mit der Einbringung in den Deutschen Bundestag am 6.&nbsp;September 2004 sind die geplanten Gesetzes&auml;nderungen zur vororganschaftlichen Mehrabf&uuml;hrung &ouml;ffentlich geworden. Ab diesem Zeitpunkt sind m&ouml;gliche zuk&uuml;nftige Gesetzes&auml;nderungen in konkreten Umrissen allgemein vorhersehbar. Deshalb konnte die Kl&auml;gerin ab diesem Zeitpunkt nicht mehr darauf vertrauen, das gegenw&auml;rtig geltende Recht werde auch in Zukunft, insbesondere im Folgejahr, unver&auml;ndert fortbestehen (vgl. zuletzt BVerfG-Beschluss in DStR 2012, 2322, m.w.N.). Ein schutzw&uuml;rdiges Vertrauen in den Bestand der Steuerrechtslage f&uuml;r den davor liegenden Zeitraum wird allerdings durch diese Vorg&auml;nge im Gesetzgebungsverfahren nicht beseitigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>51<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Um Vertrauensschutz gegen r&uuml;ckwirkende Gesetzes&auml;nderungen aus der Gew&auml;hrleistungsfunktion des geltenden Rechts ausl&ouml;sen zu k&ouml;nnen, bedarf ein Gesch&auml;ftsvorgang nach der Rechtsprechung des BVerfG eines erkenn- und belegbaren gesteigerten Grades der Abgeschlossenheit (vgl. BVerfG-Beschluss in DStR 2012, 2322). Von einer derartigen Abgeschlossenheit des Vorgangs ist hier auszugehen. Die f&uuml;r die Gewinnaussch&uuml;ttungsfiktion nach &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 KStG 2002 ma&szlig;geblichen Sachverhalte, n&auml;mlich die Aufstockung der Werte des Wohnungsbestands in der Steuerbilanz zum 31.&nbsp;Dezember 1990 und die darauf basierende unterschiedliche Entwicklung der handelsrechtlichen und steuerlichen Wertans&auml;tze sowie Begr&uuml;ndung und Vollzug der steuerlichen Organschaft zwischen der Kl&auml;gerin und der B-AG waren f&uuml;r das Streitjahr &quot;definitiv&quot;. F&uuml;r die Kl&auml;gerin und die B-AG bestand keine zumutbare M&ouml;glichkeit mehr, die Wirkungen der steuerlichen Organschaft und damit die Gewinnaussch&uuml;ttungsfiktion des &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 KStG 2002 f&uuml;r das Streitjahr zu verhindern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>52<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine ordentliche K&uuml;ndigung des Beherrschungs- und Gewinnabf&uuml;hrungsvertrages w&auml;re gem&auml;&szlig; dessen &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 mit einer Frist von drei Monaten zum Jahresende zul&auml;ssig gewesen, h&auml;tte also die steuerlichen Wirkungen der Organschaft f&uuml;r das Streitjahr nicht mehr abwenden k&ouml;nnen. Eine einvernehmliche Aufhebung des Beherrschungs- und Gewinnabf&uuml;hrungsvertrages durch die Vertragsbeteiligten w&auml;re entsprechend &sect;&nbsp;296 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AktG zum Ende des Gesch&auml;ftsjahres der Kl&auml;gerin, mithin ebenfalls erst zum Ende des Streitjahres m&ouml;glich gewesen; eine r&uuml;ckwirkende Aufhebung war entsprechend &sect;&nbsp;296 Satz&nbsp;3 AktG ausgeschlossen (vgl. Brink in Schnitger\/Fehrenbacher, a.a.O., &sect;&nbsp;14 Rz.&nbsp;544).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>53<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ob die Schaffung des &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 KStG 2002 die Kl&auml;gerin berechtigt h&auml;tte, den Beherrschungs- und Gewinnabf&uuml;hrungsvertrag im Verlauf des Streitjahres au&szlig;erordentlich sofort &#8211;unterj&auml;hrig&#8211; mit der Folge zu k&uuml;ndigen, dass die K&uuml;ndigung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 KStG 2002 steuerlich auf den Beginn des Wirtschaftsjahres der Kl&auml;gerin zur&uuml;ckgewirkt h&auml;tte, w&auml;re davon abh&auml;ngig gewesen, ob die Einf&uuml;hrung der Gewinnaussch&uuml;ttungsfiktion als wichtiger Grund zur K&uuml;ndigung i.S. von &sect;&nbsp;297 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 AktG, einzustufen ist. Grunds&auml;tzlich ist es zwar denkbar, dass eine gravierende &Auml;nderung der steuerlichen Rahmenbedingungen einen wichtigen Grund zur K&uuml;ndigung eines Unternehmensvertrages darstellen k&ouml;nnte (vgl. Gosch\/Neumann, KStG, 2.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;14 Rz&nbsp;262; Brink in Schnitger\/Fehrenbacher, a.a.O., &sect;&nbsp;14 Rz&nbsp;579). Der Kl&auml;gerin war es jedoch im Zeitraum zwischen der Einbringung des Gesetzesvorhabens in den Deutschen Bundesrat und den Deutschen Bundestag im August\/September 2004 bzw. dem Gesetzesbeschluss des Deutschen Bundestags vom 26.&nbsp;Oktober 2004 und dem Jahresende nicht zumutbar, den Beherrschungs- und Gewinnabf&uuml;hrungsvertrag aus wichtigem Grund zu k&uuml;ndigen in der Hoffnung, die Finanzverwaltung und ggf. die Gerichte w&uuml;rden die Gesetzes&auml;nderung dereinst als hinreichend wichtigen K&uuml;ndigungsgrund anerkennen. Auf diese Weise h&auml;tte f&uuml;r die Vertragsparteien eine geraume Zeit der Ungewissheit bestanden, w&auml;hrend derer nicht sicher war, ob der Vertrag noch wirksam war oder nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>54<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Dem kann nicht entgegengehalten werden, dass die Kl&auml;gerin nicht auf die bestehende Rechtslage habe vertrauen k&ouml;nnen, da bereits bei Abschluss des Ergebnisabf&uuml;hrungsvertrages im Jahr 1990 in der Literatur umstritten gewesen sei, ob vororganschaftliche Mehrabf&uuml;hrungen als Gewinnabf&uuml;hrungen oder als Gewinnaussch&uuml;ttungen zu behandeln seien. Die Vorinstanz hat insoweit unber&uuml;cksichtigt gelassen, dass die Rechtslage seit dem Senatsurteil in BFHE 201, 221, BStBl II 2005, 49 gekl&auml;rt war. Keine Rolle spielt in diesem Zusammenhang, dass die Finanzverwaltung sich zu diesem Urteil zun&auml;chst &#8211;weder positiv noch negativ&#8211; ge&auml;u&szlig;ert hatte. Es w&uuml;rde der Balance im System der Gewaltenteilung, der gegen&uuml;ber anderen Gewalten geschuldeten Loyalit&auml;t und damit letztlich dem Rechtsstaatsprinzip widerstreiten, wenn es die Finanzverwaltung dadurch, dass sie ein ihr missliebiges Urteil nicht im Bundessteuerblatt ver&ouml;ffentlicht, in der Hand h&auml;tte, Vertrauen des B&uuml;rgers in eine st&auml;ndige Rechtsprechung a priori nicht entstehen zu lassen (vgl. BFH-Beschluss vom 7.&nbsp;Dezember 2010 IX&nbsp;R&nbsp;70\/07, BFHE 232, 121, BStBl II 2011, 346). Im &Uuml;brigen hat sich das BMF am 22.&nbsp;Dezember 2004 (im Schreiben in BStBl I 2005, 65) darauf eingelassen, das Senatsurteil in BFHE 201, 221, BStBl II 2005, 49 f&uuml;r Wirtschaftsjahre, die vor dem 1.&nbsp;Januar 2004 enden, anzuwenden; auch von daher bestand f&uuml;r die Kl&auml;gerin also keine Veranlassung, beizeiten t&auml;tig zu werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>55<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Besondere Gr&uuml;nde, welche die nachtr&auml;gliche Belastung vor dem 6.&nbsp;September 2004 eingegangener Verpflichtungen zur Abf&uuml;hrung des handelsbilanziellen Jahres&uuml;berschusses aufgrund eines Ergebnisabf&uuml;hrungsvertrages rechtfertigen k&ouml;nnten, sind nicht zu erkennen. Die allgemeinen Ziele der Umgestaltung des Steuerrechts und der Erh&ouml;hung des Steueraufkommens rechtfertigen die r&uuml;ckwirkende Steuerbelastung nach der Rechtsprechung des BVerfG nicht (vgl. BVerfG-Beschluss in DStR 2012, 2322, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>56<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ein sp&uuml;rbarer Ank&uuml;ndigungs- oder Mitnahmeeffekt mit Blick auf die k&uuml;nftige steuerliche Behandlung vororganschaftlicher Mehrabf&uuml;hrungen als Gewinnaussch&uuml;ttungen lie&szlig; sich durch die (unechte) R&uuml;ckwirkung nicht verhindern. Auf Dauer w&auml;ren wegen der bestehenden K&uuml;ndigungsm&ouml;glichkeit der Ergebnisabf&uuml;hrungsvertr&auml;ge auch bei ehemals gemeinn&uuml;tzigen Wohnungsbauunternehmen vororganschaftliche Mehrabf&uuml;hrungen nicht als Gewinnaussch&uuml;ttungen zu erfassen gewesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>57<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dar&uuml;ber hinaus ist nicht zu erkennen, dass das Ziel der r&uuml;ckwirkenden Regelung im Abbau zweckwidrig &uuml;berschie&szlig;ender Verg&uuml;nstigungseffekte zu sehen w&auml;re. Der Gesetzesbegr&uuml;ndung ist hierzu jedenfalls nichts zu entnehmen. Der Senat hat Zweifel an der Dringlichkeit der Realisierung dieses Ziels, da der Gesetzgeber auf das Senatsurteil in BFHE 201, 221, BStBl II 2005, 49 erst nach zwei Jahren und erst auf die (verwaltungsinterne) Bitte der Finanzministerkonferenz vom 18.&nbsp;M&auml;rz 2004 hin reagiert hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>58<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Eine verfassungskonforme Auslegung von &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;9 Nr.&nbsp;4 i.V.m. &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 KStG 2002 ist nicht m&ouml;glich. Zum einen ist davon auszugehen, dass der Gesetzgeber angesichts des klaren Wortlauts von &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;9 Nr.&nbsp;4 KStG 2002 bewusst entschieden hat, die Neuregelung des &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 KStG 2002 zu vororganschaftlichen Mehrabf&uuml;hrungen erstmals f&uuml;r Mehrabf&uuml;hrungen von Organgesellschaften anzuwenden, deren Wirtschaftsjahr nach dem 31.&nbsp;Dezember 2003 endet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>59<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dessen ungeachtet k&ouml;nnte nicht festgestellt werden, in welcher Weise der Gesetzgeber &#8211;h&auml;tte er die Verfassungswidrigkeit der Neuregelung erkannt&#8211; diese beseitigt h&auml;tte. Zum einen h&auml;tte er bestimmen k&ouml;nnen, dass alle bis zum Zeitpunkt der Einbringung des Gesetzentwurfs in den Deutschen Bundestag wirksam abgeschlossenen Gewinnabf&uuml;hrungsvertr&auml;ge nicht von der Neuregelung erfasst werden sollen. Der Gesetzgeber h&auml;tte aber auch darauf abstellen k&ouml;nnen, ab welchem Zeitpunkt bei einem vertragsgem&auml;&szlig;en Verhalten eine K&uuml;ndigungsm&ouml;glichkeit des Gewinnabf&uuml;hrungsvertrages er&ouml;ffnet w&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>60<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zudem k&ouml;nnte eine &Uuml;bergangsregelung gegen den ausdr&uuml;cklichen Wortlaut und gegen den erkennbaren Willen des Gesetzgebers nur dann verfassungskonform ausgelegt werden, wenn es sich dabei um eine zu weit geratene &#8211;und damit verdeckt l&uuml;ckenhafte&#8211; &Uuml;berleitungsbestimmung handeln w&uuml;rde, die auch Sachverhaltskonstellationen erfasst, f&uuml;r die der Gesetzgeber &#8211;h&auml;tte er sie bedacht&#8211; zur Vermeidung einer verfassungsrechtlich unzul&auml;ssigen R&uuml;ckwirkung eine besondere Anwendungsregelung getroffen h&auml;tte. Eine solche verdeckte Regelungsl&uuml;cke w&auml;re im Wege der erg&auml;nzenden Rechtsfortbildung dadurch zu schlie&szlig;en, dass die verfassungsrechtlich erforderlichen Einschr&auml;nkungen dem Gesetzeswortlaut hinzuzuf&uuml;gen sind (vgl. BFH-Urteile vom 12.&nbsp;Dezember 2000 VIII&nbsp;R&nbsp;10\/99, BFHE 194, 135, BStBl II 2001, 282; vom 25.&nbsp;M&auml;rz 2004 IV&nbsp;R&nbsp;2\/02, BFHE 206, 21, BStBl II 2004, 728; Senatsurteil vom 19.&nbsp;Oktober 2005 I&nbsp;R&nbsp;34\/04, BFH\/NV 2006, 1099, jeweils zur echten R&uuml;ckwirkung; sowie BFH-Urteile vom 14.&nbsp;Dezember 2006 III&nbsp;R&nbsp;27\/03, BFHE 215, 442, BStBl II 2007, 332; vom 23.&nbsp;M&auml;rz 2011 X&nbsp;R&nbsp;28\/09, BFHE 233, 404, BStBl II 2011, 753; Senatsurteil vom 27.&nbsp;M&auml;rz 2012 I&nbsp;R&nbsp;62\/08, BFHE 236, 543, BStBl II 2012, 745, jeweils zur unechten R&uuml;ckwirkung). Hierf&uuml;r liegen dem Senat allerdings ausweislich der Gesetzesmaterialien keine Anhaltspunkte vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>61<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Im Rahmen des anh&auml;ngigen Revisionsverfahrens ist eine abschlie&szlig;ende Sachentscheidung zu treffen. Ist die Regelung in &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;9 Nr.&nbsp;4 i.V.m. &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 KStG 2002 verfassungsgem&auml;&szlig;, ist die Revision der Kl&auml;gerin unbegr&uuml;ndet. H&auml;lt es das BVerfG hingegen f&uuml;r mit den Grunds&auml;tzen rechtsstaatlichen Vertrauensschutzes (Art.&nbsp;20 Abs.&nbsp;3 GG) unvereinbar, dass &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;9 Nr.&nbsp;4 KStG 2002 die r&uuml;ckwirkende Anwendung von &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;3 KStG 2002 auf Mehrabf&uuml;hrungen einer Organgesellschaft, deren Wirtschaftsjahr nach dem 31.&nbsp;Dezember 2003 endet, vorsieht, hat die Revision Erfolg. Das dem BVerfG vorgelegte Normenkontrollersuchen ist damit entscheidungserheblich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Entscheidung vom 6.6.2013, I R 38\/11 Vororganschaftlich verursachte Mehrabf&uuml;hrungen als fiktive Gewinnaussch&uuml;ttungen: Einbeziehung auch von &quot;Minderverlust&uuml;bernahmen&quot;, Versto&szlig; gegen das R&uuml;ckwirkungsverbot &#8211; Vorlage an das BVerfG &#8211; Vertrauensschutz im Hinblick auf die Gew&auml;hrleistungsfunktion der Rechtsordnung &#8211; Vertrauen in BFH-Rechtsprechung bei fehlender Ver&ouml;ffentlichung im Bundessteuerblatt Leits&auml;tze 1. Vororganschaftlich verursachte Mehrabf&uuml;hrungen einer Organgesellschaft an ihren Organtr&auml;ger stellen &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-38-11-vororganschaftlich-verursachte-mehrabfuehrungen-als-fiktive-gewinnausschuettungen-einbeziehung-auch-von-minderverlustuebernahmen-verstoss-gegen-das-rueckwirkungsverbot-vorlage-an-das-bverf-2\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;R&nbsp;38\/11 &#8211; Vororganschaftlich verursachte Mehrabf&uuml;hrungen als fiktive Gewinnaussch&uuml;ttungen: Einbeziehung auch von &quot;Minderverlust&uuml;bernahmen&quot;, Versto&szlig; gegen das R&uuml;ckwirkungsverbot &#8211; Vorlage an das BVerfG &#8211; Vertrauensschutz im Hinblick auf die Gew&auml;hrleistungsfunktion der Rechtsordnung &#8211; Vertrauen in BFH-Rechtsprechung bei fehlender Ver&ouml;ffentlichung im Bundessteuerblatt<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-59999","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/59999","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=59999"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/59999\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=59999"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=59999"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=59999"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}