{"id":60001,"date":"2013-09-18T16:02:27","date_gmt":"2013-09-18T14:02:27","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=60001"},"modified":"2013-09-18T16:02:27","modified_gmt":"2013-09-18T14:02:27","slug":"ix-r-43-11-anschaffungsnebenkosten-bei-unentgeltlichem-erwerb","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-43-11-anschaffungsnebenkosten-bei-unentgeltlichem-erwerb\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;43\/11 &#8211; Anschaffungsnebenkosten bei unentgeltlichem Erwerb"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.7.2013, IX R 43\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Anschaffungsnebenkosten bei unentgeltlichem Erwerb<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Erbauseinandersetzungskosten sind als Anschaffungsnebenkosten i.S. des &sect; 255 Abs. 1 Satz 2 HGB im Wege der AfA abziehbar, wenn sie der &Uuml;berf&uuml;hrung der bebauten Grundst&uuml;cke von der fremden in die eigene Verf&uuml;gungsmacht und damit der alleinigen Verwirklichung des Tatbestands der Einkunftserzielung dienen.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. &sect; 11d Abs. 1 EStDV orientiert sich an den Werten des Rechtsvorg&auml;ngers, erfasst daher nicht die beim Rechtsnachfolger angefallenen Anschaffungs- und Herstellungskosten.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist die steuerrechtliche Ber&uuml;cksichtigung von Anschaffungsnebenkosten bei einem (ansonsten) unentgeltlichen Erwerb.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) sind Eheleute und werden zur Einkommensteuer zusammen veranlagt. Die Kl&auml;gerin und ihr Bruder waren zu gleichen Teilen Miterben des Nachlasses ihrer verstorbenen Eltern. Die Geschwister hatten sich schon vor 2001 &uuml;ber den Nachlass teilweise auseinandergesetzt. Aufgrund notarieller Vereinbarung vom 27.&nbsp;September 2001 setzten sie sich mit Wirkung vom 31.&nbsp;Juli 2001 &uuml;ber den ausschlie&szlig;lich aus Grundst&uuml;cken bestehenden Restnachlass auseinander: Die Kl&auml;gerin erhielt danach zwei mit Wohngeb&auml;uden bebaute Grundst&uuml;cke zum Alleineigentum; der Bruder erhielt den restlichen Grundbesitz.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auf dem einen Grundst&uuml;ck befinden sich zwei 1938 und 1955 errichtete Geb&auml;ude, die in sp&auml;teren Jahren jeweils erweitert wurden. Das letztere Geb&auml;ude wird zu unstreitig 20&nbsp;% von den Kl&auml;gern selbst genutzt, im &Uuml;brigen ist es vermietet. Das 1957 errichtete Geb&auml;ude auf dem anderen Grundst&uuml;ck ist ebenfalls vermietet. Alle auf die Geb&auml;ude und Geb&auml;udeteile entfallenden Herstellungskosten waren von der Erbengemeinschaft und ihren Rechtsvorg&auml;ngern mit 2&nbsp;% j&auml;hrlich abgeschrieben worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Durch die Erbauseinandersetzung entstanden der Kl&auml;gerin Kosten in H&ouml;he von 10.357&nbsp;DM\/5.295&nbsp;EUR (Kosten des Erbauseinandersetzungsvertrages, Kosten der Grundbucheintragung u.a.). Hiervon entfielen &#8211;unter Ber&uuml;cksichtigung der Wertverh&auml;ltnisse der durch die Erbauseinandersetzung erworbenen Objekte&#8211; unstreitig 1.268&nbsp;DM\/648&nbsp;EUR auf die selbstgenutzte Wohnung und der Rest (9.089&nbsp;DM\/4.647&nbsp;EUR) auf die vermieteten Objekte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r die Jahre 2003 bis 2006 (Streitjahre) ber&uuml;cksichtigte der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die Kosten der Erbauseinandersetzung wegen des unentgeltlichen Erwerbs insgesamt nicht. Es ermittelte die Vermietungseink&uuml;nfte unter Ber&uuml;cksichtigung der Absetzung f&uuml;r Abnutzung (AfA) gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;11d der Einkommensteuer-Durchf&uuml;hrungsverordnung (EStDV) nach den Herstellungskosten der Rechtsvorg&auml;nger und nach dem Hundertsatz, der f&uuml;r diese ma&szlig;gebend sein w&uuml;rde (2&nbsp;%), aber ohne Einbeziehung der Kosten der Erbauseinandersetzung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die eingelegten Einspr&uuml;che blieben insoweit ohne Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der Klage statt. In seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte 2012, 223 ver&ouml;ffentlichten Urteil f&uuml;hrte es zur Begr&uuml;ndung aus, das FA habe die durch die Erbauseinandersetzung entstandenen Kosten zu Unrecht unber&uuml;cksichtigt gelassen. Diese nicht dem Erbvorgang zuzuordnenden Kosten seien vielmehr, soweit sie auf die vermieteten Wohnungen entfielen, also in H&ouml;he von 9.089&nbsp;DM\/4.647&nbsp;EUR, wie bei einem teilentgeltlichen Erwerb als Anschaffungsnebenkosten im Wege der AfA mit j&auml;hrlich 182&nbsp;DM\/93&nbsp;EUR bei den Vermietungseink&uuml;nften der Kl&auml;gerin abzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt das FA die Verletzung materiellen Rechts (&sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;1, 4 des Einkommensteuergesetzes &#8211;EStG&#8211;, &sect;&nbsp;11d EStDV). Nebenkosten eines voll unentgeltlichen Erwerbs f&uuml;hrten weder zu Anschaffungskosten noch zu Werbungskosten (vgl. Bundesminister der Finanzen &#8211;BMF&#8211;, Schreiben vom 13.&nbsp;Januar 1993, BStBl I 1993, 80, Rz.&nbsp;13).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>unter Aufhebung des FG-Urteils die Klage als unbegr&uuml;ndet abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen sinngem&auml;&szlig;,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision (des FA) ist begr&uuml;ndet; sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zwar im Ergebnis zu Recht die anl&auml;sslich der &Uuml;bertragung der Grundst&uuml;cke von der Kl&auml;gerin getragenen Aufwendungen als Anschaffungsnebenkosten beurteilt und, soweit sie auf die Geb&auml;ude entfallen, im Wege der AfA zum Abzug zugelassen; es hat aber die AfA zu Unrecht auch gew&auml;hrt, soweit die Aufwendungen auf den Grund und Boden entfielen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen sind als Werbungskosten i.S. des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG nach &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG bei der Einkunftsart Vermietung und Verpachtung abzuziehen, wenn sie durch sie veranlasst sind. Sie m&uuml;ssen mit der auf Vermietung und Verpachtung gerichteten T&auml;tigkeit zusammenh&auml;ngen und zur F&ouml;rderung der Nutzungs&uuml;berlassung gemacht werden (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 7.&nbsp;Februar 2012 IX&nbsp;R&nbsp;27\/10, BFH\/NV 2012, 736; vom 18.&nbsp;Dezember 2001 IX&nbsp;R&nbsp;24\/98, BFH\/NV 2002, 904, m.w.N.). Unter diesen Voraussetzungen sind Anschaffungskosten (des Vermietungsobjekts) als AfA abzusetzen (&sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;7 i.V.m. &sect;&nbsp;7 EStG; BFH-Urteil vom 26.&nbsp;Januar 2011 IX&nbsp;R&nbsp;24\/10, BFH\/NV 2011, 1480). Nach &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2a EStG sind bei &#8211;wie hier&#8211; im Privatverm&ouml;gen befindlichen und zu Wohnzwecken genutzten Geb&auml;uden, die nach dem 31.&nbsp;Dezember 1924 fertiggestellt worden sind, j&auml;hrlich 2&nbsp;% der Anschaffungs- und Herstellungskosten als AfA abzuziehen. Welche Aufwendungen zu den Anschaffungskosten z&auml;hlen, bestimmt sich f&uuml;r die steuerrechtliche Beurteilung und insbesondere auch f&uuml;r Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung nach &sect;&nbsp;255 Abs.&nbsp;1 des Handelsgesetzbuchs &#8211;HGB&#8211; (vgl. BFH-Urteile vom 20.&nbsp;Juli 2010 IX&nbsp;R&nbsp;4\/10, BFHE 230, 392, BStBl II 2011, 35; vom 3.&nbsp;August 2005 I&nbsp;R&nbsp;36\/04, BFHE 211, 112, BStBl II 2006, 369).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;255 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 HGB sind Anschaffungskosten alle Aufwendungen, die u.a. geleistet werden, um einen Verm&ouml;gensgegenstand zu erwerben, ihn also von der fremden in die eigene Verf&uuml;gungsmacht zu &uuml;berf&uuml;hren. Dazu geh&ouml;ren nach &sect;&nbsp;255 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 HGB auch die Nebenkosten des Erwerbs, die alle im wirtschaftlichen Zusammenhang mit dem Anschaffungsvorgang verbundenen Kosten umfassen (vgl. BFH-Urteile vom 19.&nbsp;April 1977 VIII&nbsp;R&nbsp;44\/74, BFHE 122, 108, BStBl II 1977, 600; vom 20.&nbsp;April 2011 I&nbsp;R&nbsp;2\/10, BFHE 233, 251, BStBl II 2011, 761). Nicht entscheidend ist, ob diese Nebenkosten bereits vor oder im Zeitpunkt des Erwerbs oder erst im Anschluss hieran als Folgekosten des Erwerbsvorgangs entstehen (vgl. BFH-Urteil vom 3.&nbsp;Juli 1997 III&nbsp;R&nbsp;114\/95, BFHE 183, 504, BStBl II 1997, 811; Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 12.&nbsp;Juni 1978 GrS&nbsp;1\/77, BFHE 125, 516, BStBl II 1978, 620).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Fallen im Zusammenhang mit einem unentgeltlichen Erwerb Aufwendungen an, werden im Schrifttum unterschiedliche Auffassungen vertreten. Nach einer Ansicht k&ouml;nnen solche Kosten weder als sofort abziehbare Werbungskosten noch als Anschaffungsnebenkosten &uuml;ber die AfA ber&uuml;cksichtigt werden (Schmidt\/ Wacker, EStG, 32.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;16 Rz&nbsp;76; BMF in BStBl I 1993, 80 Rz&nbsp;13). Nach anderer Meinung sollen Nebenkosten, wenn sie in Ermangelung von Anschaffungskosten nicht im Wege der AfA abgesetzt werden k&ouml;nnen, als sofort abziehbare Werbungskosten oder Betriebsausgaben behandelt werden (Dusowski, Deutsche Steuer-Zeitung 2000, 584; G&ouml;tz, Deutsches Steuerrecht 2006, 545; Glanegger in Schmidt, EStG, bis 28.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;6 Rz&nbsp;84). Schlie&szlig;lich wird die Ansicht vertreten, auch bei einem unentgeltlichen Erwerb seien Anschaffungsnebenkosten im Wege der AfA abziehbar (Bl&uuml;mich\/Brandis, &sect;&nbsp;7 EStG Rz&nbsp;258; Grube, Finanz-Rundschau &#8211;FR&#8211; 2007, 533, 538&nbsp;f.; Schmidt\/Kulosa, EStG, 32.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;6 Rz&nbsp;53, &sect;&nbsp;7 Rz&nbsp;67; Lambrecht in Kirchhof, EStG, 12.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;7 Rz&nbsp;18; wohl auch Stobbe in Herrmann\/ Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;6 EStG Rz&nbsp;292; im Ergebnis auch Herrmann in Frotscher, EStG, Freiburg 2011, &sect;&nbsp;6 Rz&nbsp;136 a.E.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der erkennende Senat pflichtet der letzteren Auffassung bei. Der BFH hat schon in fr&uuml;heren Entscheidungen solche Nebenkosten bei teilentgeltlichen Erwerben nicht in einen unentgeltlichen und einen entgeltlichen Anteil aufgeteilt, sondern in voller H&ouml;he als Anschaffungs(neben)kosten beurteilt (BFH-Urteile vom 20.&nbsp;Dezember 1990 XI&nbsp;R&nbsp;2\/85, BFH\/NV 1991, 383; vom 24.&nbsp;April 1991 XI&nbsp;R&nbsp;5\/83, BFHE 164, 352, BStBl II 1991, 793; vom 11.&nbsp;September 1991 XI&nbsp;R&nbsp;4\/90, BFH\/NV 1992, 169), weil sie der &Uuml;berf&uuml;hrung eines bebauten Grundst&uuml;cks von der fremden in die eigene Verf&uuml;gungsmacht dienten. Dem entspricht es, sie auch bei unentgeltlichem Erwerb als Anschaffungsnebenkosten (&sect;&nbsp;255 (1) Satz&nbsp;2 HGB) gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;7 EStG steuerrechtlich zu ber&uuml;cksichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die &Uuml;berlegungen der Revision unter Bezugnahme auf das BMF-Schreiben in BStBl I 1993, 80 (Rz.&nbsp;13) greifen nicht durch.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>So geht das FA irrt&uuml;mlich davon aus, es h&auml;tten sich nur die zuzurechnenden Eink&uuml;nfte ge&auml;ndert, es fehle also an der Erwerbsbezogenheit der Aufwendungen. Vielmehr erzielten die Kl&auml;gerin und ihr Bruder als Miterben gemeinschaftlich Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung, solange ihre Erbengemeinschaft nicht auseinandergesetzt war (vgl. BFH-Beschluss vom 28.&nbsp;November 2012 IX&nbsp;B&nbsp;103\/12, BFH\/NV 2013, 565). Mit der Erbauseinandersetzung wurde die Kl&auml;gerin alleinige Eigent&uuml;merin und Tr&auml;gerin der Rechte und Pflichten und verwirklichte hinsichtlich der ihr von der Erbengemeinschaft &uuml;bertragenen Objekte (Rechtstr&auml;gerwechsel) allein den Tatbestand der Erzielung von Vermietungseink&uuml;nften (vgl. BFH-Beschluss vom 5.&nbsp;August 2004 IX&nbsp;B&nbsp;60\/04, BFH\/NV 2004, 1649). Abgesehen davon, dass es auf die Erforderlichkeit von Aufwendungen nicht ankommt (vgl. Bl&uuml;mich\/Th&uuml;rmer, a.a.O., &sect;&nbsp;9 Rz&nbsp;122; von&nbsp;Beckerath in Kirchhof, a.a.O., &sect;&nbsp;9 Rz&nbsp;22; Schmidt\/ Loschelder, EStG, 32.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;9 Rz&nbsp;20), dienten die aufgewendeten Nebenkosten nunmehr allein den von der Kl&auml;gerin mit den erhaltenen Grundst&uuml;cken verwirklichten Eink&uuml;nftetatbest&auml;nde (vgl. Grube, FR 2007, 533, 539).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entgegen der Ansicht des FA schlie&szlig;t ein vorausgehender unentgeltlicher Erwerb (nachfolgende) Anschaffungsnebenkosten nicht aus. Kosten der Erbauseinandersetzung fallen an, um das Alleineigentum am Grundst&uuml;ck zu erlangen. Sie h&auml;ngen deshalb mit dem Anschaffungsvorgang zusammen und bilden Anschaffungsnebenkosten i.S. des &sect;&nbsp;255 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 HGB. Dem stehen die zu &sect;&nbsp;10e EStG ergangenen BFH-Urteile vom 8.&nbsp;Juni 1994 X&nbsp;R&nbsp;51\/91 (BFHE 175, 76, BStBl II 1994, 779) und vom 29.&nbsp;Juli 1998 X&nbsp;R&nbsp;54\/95 (BFHE 186, 400, BStBl II 1999, 128) nicht entgegen, wie das FG in seinem Urteil (zu I.4. seiner Entscheidungsgr&uuml;nde, S.&nbsp;12 unten) unter Hinweis auf den Subventions- bzw. Lenkungscharakter der Norm zutreffend ausgef&uuml;hrt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Auch kann aus &sect;&nbsp;11d Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStDV nichts Gegenteiliges hergeleitet werden. Nach dieser Vorschrift (dazu BFH-Urteil in BFH\/NV 2012, 736, unter II.1.b, m.w.N.) bemessen sich bei unentgeltlich erworbenen Wirtschaftsg&uuml;tern (des Privatverm&ouml;gens) die AfA &#8211;soweit hier von Bedeutung&#8211; nach den Anschaffungs- und Herstellungskosten des Rechtsvorg&auml;ngers. Eigene Anschaffungskosten des Rechtsnachfolgers regelt die Norm nicht. &sect;&nbsp;11d Abs.&nbsp;1 EStDV orientiert sich an den Werten des Rechts<span style=\"text-decoration:underline\">vor<\/span>g&auml;ngers, erfasst also nicht die in der Person des Rechts<span style=\"text-decoration:underline\">nach<\/span>folgers entstandenen Anschaffungsnebenkosten. Daher erh&ouml;hen solche Nebenkosten eines unentgeltlichen Erwerbs (wie Notar- und Eintragungskosten) nicht die &quot;AfA-Bemessungsgrundlage i.S.d. &sect;&nbsp;11d Abs.&nbsp;1 EStDV&quot; (so unter Bezug auf BMF in BStBl I 1993, 80, Rz.&nbsp;13: Stuhrmann in Bordewin\/Brandt, &sect;&nbsp;7 EStG Rz&nbsp;79; a.A. Waldhoff, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, EStG, &sect;&nbsp;7 Rz&nbsp;B&nbsp;211 a.E.). Vielmehr begr&uuml;ndet oder erh&ouml;ht sich die insoweit <span style=\"text-decoration:underline\">eigenst&auml;ndige<\/span> Bemessungsgrundlage (hier &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;1, Abs.&nbsp;4 EStG) f&uuml;r das erworbene Objekt (gl.A. Bl&uuml;mich\/ Brandis, a.a.O., &sect;&nbsp;7 Rz&nbsp;258; Grube, FR 2007, 533, 538&nbsp;f.; Schmidt\/Kulosa, EStG, 32.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;6 Rz&nbsp;53, &sect;&nbsp;7 Rz&nbsp;67; Lambrecht in Kirchhof, a.a.O., &sect;&nbsp;7 Rz&nbsp;18; HHR\/Stobbe, &sect;&nbsp;6 EStG Rz&nbsp;292).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben ist das FG-Urteil aufzuheben. Die Sache ist aber nicht spruchreif. Zwar hat das FG im Ergebnis zu Recht die Aufwendungen der Kl&auml;gerin als Anschaffungsnebenkosten beurteilt, sie aber im Wege der AfA zum Abzug zu Unrecht auch insoweit zugelassen, als sie auf den Grund und Boden entfallen. Zur erforderlichen Aufteilung fehlen Feststellungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Bei den von der Kl&auml;gerin aufgewendeten (Notar- und Eintragungs-)Kosten handelt es sich, soweit sie nicht auf die eigengenutzte Wohnung entfallen, nach zutreffender Ansicht des FG um Anschaffungskosten in Gestalt von Anschaffungsnebenkosten i.S. des &sect;&nbsp;255 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 HGB. Denn diese Kosten waren nach dessen bindenden tats&auml;chlichen Feststellungen (vgl. &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO) Gegenleistung f&uuml;r die &Uuml;berf&uuml;hrung der bebauten Grundst&uuml;cke von der fremden (Erbengesamthandsgemeinschaft) in die eigene Verf&uuml;gungsmacht (der Kl&auml;gerin); sie dienten damit der mit Auslauf der Erbengemeinschaft beginnenden alleinigen Verwirklichung des Tatbestands der Erzielung von Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung durch die Kl&auml;gerin. In Fortf&uuml;hrung der Rechtsprechung zum teilentgeltlichen Erwerb (s. oben II.1.a, letzter Absatz) sind daher solche Kosten &#8211;auch bei einem ansonsten unentgeltlichen Erwerb im Rahmen einer Erbauseinandersetzung&#8211; als Anschaffungskosten des Rechtsnachfolgers im Wege der AfA &#8211;neben der AfA gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;11d Abs.&nbsp;1 EStDV nach den Werten des Rechtsvorg&auml;ngers&#8211; aufgrund eigenst&auml;ndiger Rechtsgrundlage gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;1, Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2a EStG zum Abzug zuzulassen, soweit sie auf die Geb&auml;ude entfallen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Zu Unrecht hat das FG die AfA aber insoweit gew&auml;hrt, als die angefallenen Nebenkosten auf den Grund und Boden entfallen. Die erforderlichen Feststellungen hat das FG unter Ber&uuml;cksichtigung der Wertverh&auml;ltnisse der Geb&auml;ude zum Grund und Boden nachzuholen (vgl. BFH-Urteile vom 10.&nbsp;Oktober 2000 IX&nbsp;R&nbsp;86\/97, BFHE 193, 326, BStBl II 2001, 183; vom 27.&nbsp;Juli 2004 IX&nbsp;R&nbsp;54\/02, BFHE 210, 233, BStBl II 2006, 9). Nach Aktenlage sind bislang keine Anhaltspunkte ersichtlich, die auf einen zu vernachl&auml;ssigenden untergeordneten Wert des Grund und Bodens schlie&szlig;en lassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.7.2013, IX R 43\/11 Anschaffungsnebenkosten bei unentgeltlichem Erwerb Leits&auml;tze 1. Erbauseinandersetzungskosten sind als Anschaffungsnebenkosten i.S. des &sect; 255 Abs. 1 Satz 2 HGB im Wege der AfA abziehbar, wenn sie der &Uuml;berf&uuml;hrung der bebauten Grundst&uuml;cke von der fremden in die eigene Verf&uuml;gungsmacht und damit der alleinigen Verwirklichung des Tatbestands der Einkunftserzielung dienen. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-43-11-anschaffungsnebenkosten-bei-unentgeltlichem-erwerb\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IX&nbsp;R&nbsp;43\/11 &#8211; Anschaffungsnebenkosten bei unentgeltlichem Erwerb<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-60001","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/60001","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=60001"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/60001\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=60001"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=60001"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=60001"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}