{"id":60006,"date":"2013-09-18T16:02:29","date_gmt":"2013-09-18T14:02:29","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=60006"},"modified":"2013-09-18T16:02:29","modified_gmt":"2013-09-18T14:02:29","slug":"vii-b-206-12-zum-erforderlichen-rechtlichen-interesse-fuer-antrag-auf-erstellung-einer-vzta","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-206-12-zum-erforderlichen-rechtlichen-interesse-fuer-antrag-auf-erstellung-einer-vzta\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;B&nbsp;206\/12 &#8211; Zum erforderlichen rechtlichen Interesse f&uuml;r Antrag auf Erstellung einer vZTA"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 4.7.2013, VII B 206\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Zum erforderlichen rechtlichen Interesse f&uuml;r Antrag auf Erstellung einer vZTA<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdegegnerin (Kl&auml;gerin) vertreibt sog. Multifunktionsterminals, die sie auch in Drittl&auml;nder liefert, von dort aber zuweilen in das Zollgebiet der Union wieder einf&uuml;hren muss, wenn Kunden die Ware beanstanden und an die Kl&auml;gerin zur&uuml;cksenden. Auf Antrag der Kl&auml;gerin erteilte der Beklagte und Beschwerdef&uuml;hrer (das Hauptzollamt &#8211;HZA&#8211;) im Oktober 2010 eine verbindliche Zolltarifauskunft (vZTA), mit der ein Multifunktionsterminal dieser Art in die Unterpos.&nbsp;8537&nbsp;10&nbsp;91 der Kombinierten Nomenklatur (KN) eingereiht wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhobenen Klage machte die Kl&auml;gerin geltend, die Ware sei richtigerweise in die Pos. 8471 KN einzureihen. Das HZA schloss sich im Verlauf des Klageverfahrens dieser Tarifauffassung an, erteilte die begehrte vZTA jedoch nicht, sondern vertrat nunmehr die Ansicht, die Kl&auml;gerin habe mangels Einfuhrabsicht keinen Anspruch auf Erteilung einer vZTA.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der Klage statt und verpflichtete das HZA zur Erteilung einer vZTA, welche die Ware in die Unterpos.&nbsp;8471&nbsp;41&nbsp;00 KN einreiht. Der Kl&auml;gerin sei eine vZTA zu erteilen, denn sie habe die Absicht, ihre Multifunktionsterminals wieder einzuf&uuml;hren, falls dies erforderlich sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen richtet sich die Nichtzulassungsbeschwerde des HZA, welche es auf die Zulassungsgr&uuml;nde der grunds&auml;tzlichen Bedeutung der Rechtssache und der Fortbildung des Rechts (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 und 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) st&uuml;tzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde hat keinen Erfolg. Die geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nde liegen nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Frage, unter welchen Voraussetzungen ein Anspruch auf Erteilung einer vZTA besteht, ist nicht kl&auml;rungsbed&uuml;rftig. Der beschlie&szlig;ende Senat hat bereits mehrfach entschieden, dass die Erteilung einer vZTA ein rechtliches Interesse des Antragstellers voraussetzt, welches nicht besteht, wenn die im Antrag genannte Ware weder im Zeitpunkt der Antragstellung eingef&uuml;hrt wird noch Derartiges zuk&uuml;nftig beabsichtigt ist (Senatsurteile vom 14.&nbsp;November 2000 VII&nbsp;R&nbsp;84\/99, BFH\/NV 2001, 501, Zeitschrift f&uuml;r Z&ouml;lle und Verbrauchsteuern &#8211;ZfZ&#8211; 2001, 95; vom 13.&nbsp;November 2001 VII&nbsp;R&nbsp;31\/00, BFH\/NV 2002, 563, ZfZ 2002, 126; Senatsbeschluss vom 20.&nbsp;November 2007 VII&nbsp;B&nbsp;114\/07, BFH\/NV 2008, 421).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat diese Rechtsprechung seiner Entscheidung zugrunde gelegt und ist von einer auf Seiten der Kl&auml;gerin bestehenden Absicht ausgegangen, die im Antrag auf Erteilung einer vZTA beschriebene Ware zuk&uuml;nftig in das Zollgebiet der Union einzuf&uuml;hren. Grunds&auml;tzlich kl&auml;rungsbed&uuml;rftige Rechtsfragen ergeben sich hieraus nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Frage, &quot;wie konkret zum Zeitpunkt der Beantragung einer vZTA die Absicht des Antragstellers sein muss, eine Ware zuk&uuml;nftig einzuf&uuml;hren&quot;, ist keine Rechtsfrage grunds&auml;tzlicher Art, sondern offensichtlich eine Frage des im Einzelfall zu beurteilenden Sachverhalts. Soweit die Beschwerde meint, im Streitfall bestehe nur die vage M&ouml;glichkeit einer k&uuml;nftigen Wareneinfuhr durch die Kl&auml;gerin, w&uuml;rdigt sie die Tatsachen lediglich anders, als es das FG getan hat. Gleiches gilt, soweit die Beschwerde aus dem Anlass der Wiedereinfuhren folgert, die Kl&auml;gerin habe nicht &quot;die Absicht&quot; ihre Waren wieder in das Zollgebiet einzuf&uuml;hren, sondern m&uuml;sse vielmehr &quot;damit rechnen&quot;, einen gewissen Anteil der exportierten Waren aus Gr&uuml;nden der Gew&auml;hrleistung wieder zur&uuml;cknehmen zu m&uuml;ssen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Anders als die Beschwerde meint, ist hinsichtlich des f&uuml;r die Erteilung einer vZTA erforderlichen rechtlichen Interesses des Antragstellers auch nicht zwischen beabsichtigten &quot;echten&quot; Einfuhren und Wiedereinfuhren zur Erf&uuml;llung von Gew&auml;hrleistungsanspr&uuml;chen des drittl&auml;ndischen K&auml;ufers zu differenzieren. Art.&nbsp;12 des Zollkodex (ZK) gibt f&uuml;r die Annahme, eine vZTA sei nur f&uuml;r in Drittl&auml;ndern hergestellte Einfuhrwaren vorgesehen, nichts her. Die insoweit aus dem Senatsurteil in BFH\/NV 2001, 501, ZfZ 2001, 95 zitierte Formulierung einer nicht &quot;zum Zweck der Einfuhr von Waren (weil diese nicht in einem Drittland gefertigt werden)&quot; ben&ouml;tigten vZTA beschreibt erkennbar lediglich den &uuml;blichen Fall der Einfuhr drittl&auml;ndischer Waren. Keineswegs kann dem entnommen werden, nur in einem Drittland gefertigte Waren k&ouml;nnten in das Zollgebiet der Union eingef&uuml;hrt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die weitere seitens der Beschwerde bezeichnete Frage, ob ein Anspruch auf Erteilung einer vZTA f&uuml;r Waren besteht, die als R&uuml;ckwaren oder im Rahmen eines aktiven Veredelungsverkehrs zollfrei in das Zollgebiet der Union eingef&uuml;hrt werden k&ouml;nnen, ist zu bejahen, ohne dass dies grunds&auml;tzlicher Kl&auml;rung in einem Revisionsverfahren bedarf. Auch insoweit gibt Art.&nbsp;12 ZK keinen f&uuml;r die Auffassung der Beschwerde sprechenden Hinweis. Dar&uuml;ber hinaus h&auml;ngt die Einfuhrabgabenbefreiung sowohl f&uuml;r R&uuml;ckwaren als auch f&uuml;r in den aktiven Veredelungsverkehr &uuml;bergef&uuml;hrte Waren von einer Vielzahl einzuhaltender Bedingungen ab (Art.&nbsp;114&nbsp;ff., Art.&nbsp;185&nbsp;ff. ZK; Art.&nbsp;536&nbsp;ff., Art.&nbsp;844&nbsp;ff. der Zollkodex-Durchf&uuml;hrungsverordnung). Insbesondere ist die abgabenfreie Einfuhr von R&uuml;ckwaren grunds&auml;tzlich nur innerhalb von drei Jahren m&ouml;glich und in den aktiven Veredelungsverkehr &uuml;bergef&uuml;hrte Waren m&uuml;ssen zur Wiederausfuhr in Form von Veredelungserzeugnissen bestimmt sein. Ob diese Voraussetzungen im Fall der Wiedereinfuhr von Waren zur Erf&uuml;llung von Gew&auml;hrleistungsanspr&uuml;chen in jedem Fall erf&uuml;llt werden k&ouml;nnen, erscheint zweifelhaft. Jedenfalls muss sich, wer die Einfuhr bestimmter Waren beabsichtigt, f&uuml;r die der Zollsatz &quot;frei&quot; gilt, und f&uuml;r deren entsprechende Tarifierung die bindende Best&auml;tigung durch Erteilung einer vZTA beantragt, nicht darauf verweisen lassen, f&uuml;r die abgabenfreie Einfuhr einen anderen, weniger einfachen Weg zu w&auml;hlen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 4.7.2013, VII B 206\/12 Zum erforderlichen rechtlichen Interesse f&uuml;r Antrag auf Erstellung einer vZTA Tatbestand 1&nbsp; I. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdegegnerin (Kl&auml;gerin) vertreibt sog. Multifunktionsterminals, die sie auch in Drittl&auml;nder liefert, von dort aber zuweilen in das Zollgebiet der Union wieder einf&uuml;hren muss, wenn Kunden die Ware beanstanden und an die Kl&auml;gerin &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-206-12-zum-erforderlichen-rechtlichen-interesse-fuer-antrag-auf-erstellung-einer-vzta\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VII&nbsp;B&nbsp;206\/12 &#8211; Zum erforderlichen rechtlichen Interesse f&uuml;r Antrag auf Erstellung einer vZTA<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-60006","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/60006","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=60006"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/60006\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=60006"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=60006"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=60006"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}